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Diskutiere im Thema Ängste und Mitmenschen... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    Ängste und Mitmenschen...

    Hallo Zusammen,

    ich wußte leider keinen besseren Titel für diesen Thread....

    Ich bin gerade ziemlich durch den Wind....

    Seit zwei Jahren gehe ich regelmäßig alle vier Wochen zum Kegeln. Die Gruppe hatte sich über das Internet gefunden, es ist total locker, alle verstehen sich gut und die Truppe ist wirklich toll! Einige kenne ich nun von Anfang an, ein paar Wenige sind im Laufe der Zeit dazugestossen. Man trifft sich alle vier Wochen, versteht sich aber so gut, dass man sich auch mal gegenseitig beim Umzug hilft, sich auf Geburtstage einläd, zusammen Fußball schaut (EM ;-) ) etc...
    Zu den Leuten, die ich schon von Anfang an kenne, hat sich natürlich schon so etwas wie eine Freundschaft entwickelt, wenn man das so nennen kann. Gute Bekanntschaft trifft es wohl eher. Ein anderes Paar ist erst seit einem halben Jahr dabei. Lieb, aber die Beziehung ist halt noch dabei zu wachsen, das dauert noch. Man sieht sich ja auch nicht soo oft ....
    Das mal vorweg. Ich finde es bei diesem Thema wichtig zu wissen, wie ich zu diesen lieben Menschen stehe.

    Seit Wochen sind wir dran, dass wir gern eine gemeinsame Tour machen würden mit der Gruppe, weil wir uns alle echt super verstehen und das toll für die Gemeinschaft wäre.
    Erst hieß es, wir machen erst einmal eine Tagestour. Prima!
    Am Samstag haben wir uns beim Kegeln dann wieder darüber unterhalten und es kam der Vorschlag, in den Europapark nach Rust zu fahren - für 2 Übernachtungen.

    Uff!!! Das ist mit meiner Angststörung für mich leider eine ganz, ganz schlechte Idee!

    Alle waren begeistert und dann richteten sich alle Augen auf mich, denn ich hatte noch gar nichts dazu gesagt. Die Gruppe weiß nichts von meinen psychischen Problemen. Es war bisher einfach nicht wichtig, jemandem aus der Gruppe davon zu erzählen und so gehe ich damit ja auch nicht hausieren. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, darüber zu erzählen. Aber als jetzt alle auf mich schauten und ich jetzt was zum Thema Europapark sagen sollte... puh.. da wurde mir sehr, sehr unwohl! Denn jetzt war es ja irgendwie Zeit für "Butter bei die Fische"... aber vor "allen Mann" in der Gruppe fühlte sich das schrecklich an.

    Ich hab herumgedruxt und gestammelt, dass das nichts für mich ist und ich da "raus" bin und ich da erstmal gar nicht weiter viel dazu sagen möchte... Aber für die weitere Planung ist es natürlich dann schon wichtig zu sagen, dass ich gewisse Dinge nicht kann. Nutzt ja nichts, wenn sie dann stann dem Europapark zu "Rock am Ring" möchten oder sowas. Ich kann ja nicht immer ohne Begründung sagen, dass ich nicht mitkomme und das nichts für mich ist. Sie sollen ja auch nicht denken, dass ich keinen Bock hab.

    Aber so vor der Gruppe war ich damit total überfahren. Zumal ich nicht damit gerechnet hatte, dass das Thema am Samstag auf den Tisch kommt und wir ja eiiiigentlich ne Tagestour machen wollten, für die wir auch schon Vorschläge gesammelt hatten.

    Ich musste dann (ZUM GLÜCK) früher los am Samstag und eine Kegelschwester ist noch auf eine Zigarette mit raus. Ihr habe ich mich dann anvertraut. Mit jedem einzeln, oder als Paar habe ich da keine Probleme zu sprechen. Aber vor der Gruppe, vor allem mit dem neuen Paar, das ich noch nicht so gut kenne, war ich total überfordert und fühlte mich völlig in die Enge getrieben und wollte nur flüchten.

    Inzwischen ist das Thema geklärt. Wir haben im Nachgang noch telefoniert, uns für dieses Jahr für eine Tagesaktivität entschieden die ich mitmachen kann und planen für nächstes Jahre in ruhiges Wochenende an der Nordsee. Das ist auch kein typischer Kegelclub, wo es nur um's Saufen geht. Die Männer trinken sich mal ein paar Bierchen, aber da säuft sich keiner in's Koma. Ergo kann ich mir so ein Nordsee-Wochenende sehr gut vorstellen.

    Trotzdem bin ich seitdem total durch den Wind. Mir ging es in Sachen Ängsten eigentlich schon wieder viel besser.... Aber in der letzten Zeit hatte ich viel Stress, das Thema ADHS beschäftigt mich auch gerade sehr (warte ja noch auf die Diagnose) und mit meinem Freund ist es gerade auch nicht immer leicht. Der Samstag war dann irgendwie der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und ich bin völlig durch.. nervös, mein Herz klopft ständig, bin völlig unausgeschlafen, weinerlich und fühle mich total ausgebrannt. Der Samstag hat mich in Sachen Ängsten ganz schön getriggert, weil ich mich mit dem Thema lange nicht beschäftigt hatte. War auch nicht nötig...

    Wie geht ihr mit dem Thema Angst um in der Gruppe? Ich hab für mich das Gefühl, es geht mir besser wenn die Leute bescheid wissen, falls mal was ist. Dann ist es mir nicht gar so unangenehm wenn ich ne Panickattacke schiebe, als wenn die gar nicht wissen was los ist und gleich den RTW rufen wollen.

    Ach ich weiß auch gar nicht was ich mit dem Thread hier eigentlich will.. ich glaube ich musste mir das einfach nur mal von der Seele schreiben. Ich war so stolz und froh, dass es mir wieder besser geht. Aktuell habe ich das Gefühl, mir wächst alles über den Kopf und ich will einfach nur noch alleinsein, meine Ruhe, schlafen, Kraft tanken.. ich fühl mich ausgebrannt... dabei, auch wenn ich viel mitgemacht hab die letzten Monate und mir selbst viel , viel Stress und Druck mache, meine ich noch immer, dass ich mich nicht so anstellen sollte und ich doch im Grunde nicht mehr Stress habe wie andere auch. Nur ich Weichei bin kurz vor'm Zusammenklappen...

    Kennt ihr das? Habt ihr auch das Gefühl, nicht so belastbar zu sein? Nicht so leistungsfähig und stressresistent? Ich kann Stress gar nicht gut ab... aber mache ihn mir ständig selbst. Ein Teufelskreis...

    LG Vennezia

    P.S. DANKE für's Lesen! Ich weiß, dass mein Text für einen ADHSler sicher nicht leicht zu lesen war, weil viel Text und vielleicht auch etwas wirr.. Sorrry ihr Lieben!

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 223

    AW: Ängste und Mitmenschen...

    Vennezia schreibt:
    Aktuell habe ich das Gefühl, mir wächst alles über den Kopf und ich will einfach nur noch alleinsein, meine Ruhe, schlafen, Kraft tanken.. ich fühl mich ausgebrannt... dabei, auch wenn ich viel mitgemacht hab die letzten Monate und mir selbst viel , viel Stress und Druck mache, meine ich noch immer, dass ich mich nicht so anstellen sollte und ich doch im Grunde nicht mehr Stress habe wie andere auch. Nur ich Weichei bin kurz vor'm Zusammenklappen...

    Kennt ihr das? Habt ihr auch das Gefühl, nicht so belastbar zu sein? Nicht so leistungsfähig und stressresistent? Ich kann Stress gar nicht gut ab... aber mache ihn mir ständig selbst. Ein Teufelskreis...
    Hallo Vennezia,

    das, was du schilderst, habe ich seit zweieinhalb Jahren - das Gefühl, nicht leistungsfähig genug zu sein, mit der ständig bohrenden Frage, ob ich mich da nicht zu sehr anstelle und einfach zusammenreißen muss. Auf der anderen Seite steht als Tatsache, dass ich oft physisch und psychisch einfach nicht mehr kann, so dass ein "Zusammenreißen" gar nicht nicht (mehr?) möglich ist. Trotzdem gibt es natürlich den unterschwelligen Wunsch, "wie alle anderen ganz normal zu funktionieren". (Bewusst in Anführungsstrichen!)

    Glücklicherweise hast du bald deinen Termin. Wenn die Diagnostik ein positives Ergebnis hat, weißt du einerseits, dass die mangelnde Belastbarkeit wohl symtombedingt ist und es nicht am fehlenden Willen liegt und Selbstvorwürfe unangebracht sind, du weißt dann aber andererseits auch, dass ein "normales Funktionieren wie die anderen" wohl aussichtslos ist.

    Ich vermute aber, das weißt du auch jetzt schon - ohne Diagnostik.

    Zu deiner Kegelgeschichte: Ich frage mich ernsthaft, ob das gerade das richtige für dich ist. Du bist ja zurzeit eigentlich sehr mit dir selbst beschäftigt, musst dich dadurch aber auch mit vielen anderen, kaum bekannten Menschen auseinandersetzen. Gerade so eine Gruppenfahrt mit vielen unbekannten Menschen ist auch für "Normalos" eine Herausforderung - zu unterschiedlich sich oft die Bedürfnisse und Vorstellungen, so dass es schnell zu Konflikten kommen kann. Möchtest du dir das in deiner jetzigen Situation antun? Ich glaube, dass du es selbst merkst, nach dem, was du an deinen eigenen Reaktionen zeigst.

    Ich denke, du solltest auf deine innere Stimme hören, und das tun, was dir gut tut, ohne dich von möglichen Bewertungen deiner Person durch die Mitkegler beeinflussen zu lassen. Wenn du jetzt Ruhe und Zeit für dich brauchst, ist das völlig OK - finde ich.

    Abschließend möchte ich dir sagen, dass ich das, was du schreibst, sehr gut nachvollziehen kann, da ich mich gerade in einer ganz ähnlichen Situation befinde.

    Alles Gute wünscht

    Addy

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 478

    AW: Ängste und Mitmenschen...

    Liebe Vennezia,

    ich kann Dich so gut verstehen!

    Ich leide ja auch unter einer Angststörung und habe mich über die Jahre immer mehr abgeschottet, so dass ich eigentlich außerhalb meiner Familie zurzeit gar keine sozialen Kontakte mehr habe.Ich würde das gerne ändern, aber es fällt mir sehr schwer. Dabei bin ich eigentlich überhaupt nicht kontaktscheu, ich komme immer sehr schnell mit anderen Menschen ins Gespräch, sei es im Bus, beim Einkaufen oder wo auch immer. Ich schaffe es aber nicht, das da "mehr" draus wird.

    Das Du es schaffst, alle 4 Wochen mit der Gruppe kegeln zu gehen finde ich total toll!

    Und das Du bei dem Gedanken 2 Tage in den Europapark zu fahren den totalen Horror schiebst und nicht weißt, wie Du Dich der Gruppe gegenüber verhalten sollst, kann ich auch total gut nachvollziehen! Schon beim lesen dachte ich auch, ach Du Schei***.

    Du hast es doch dann aber gut gelöst und jetzt macht ihr etwas, was Du mitmachen kannst. Freut mich total für Dich!

    Zu Deiner Frage wegen dem Stress: Mir geht das leider ganz genau so wie Dir. Ich bin auch überhaupt nicht mehr belastbar und vieles artet für mich auch schnell in Stress aus.Auch neige ich dazu, wenn es mir mal richtig gut geht, es gleich wieder zu übertreiben und mich so zu verausgaben, dass ich dann erstmal wieder tagelang platt bin. Es fällt mir sehr schwer das zu akzeptieren und oft mache ich mich dann auch fertig deswegen. Das bringt aber überhaupt nix und macht es nur noch schlimmer.

    Ich glaube Akzeptanz ist unheimlich wichtig. Wenn nicht sogar das wichtigste.

    Akzeptiere, das es im Moment so ist. Mach Dich nicht selber fertig. Habe Verständnis für Dich selbst.

    Und hör auf Dich zu vergleichen. Das bringt überhaupt nix. Kann sein das die anderen genauso viel Stress haben oder vielleicht sogar mehr. Die sind aber vielleicht auch gesund. Oder habe auch Probleme und lassen es sich aber auch nicht anmerken.

    Du hast eine Angststörung und wahrscheinlich auch ADHS. Übrigens eine nicht seltene Mischung. Und das kann wahnsinnig anstrengend sein.

    Wenn ich eine Panikattacke habe, dann bin ich danach so fertig, als wenn ich ne 80 Stunden-Woche hinter mir habe. Es gab eine Zeit, da hatte ich fast täglich mindestens eine Panikattacke. Da war ich auch so ausgebrannt, das ich dachte ich stehe nie wieder auf.

    Durch unzählige Expositionsübungen geht es mir mittlerweile besser. Im Schnitt habe ich jetzt eine Panikattacke die Woche.

    Trotzdem vermeide ich immer noch viele Dinge oder fühle mich unwohl bei bestimmten Aktivitäten. Vielleicht wird das für immer so bleiben. Ich versuche das zu akzeptieren.

    Höre auf Dich selbst und Deinen Körper. Wenn Du Dich ausgelaugt und müde bist, dann gönn Dir immer wieder Pausen. Plane schöne Aktivitäten ein. Das hilft auch seinen Akku aufzuladen. Und verlang nicht zuviel auf einmal von Dir.

    Bist Du eigentlich in Therapie?

    LG Lady

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Ängste und Mitmenschen...

    Liebe V,

    ich nehme seit einigen Jahren Antidepressiva, bin potentiell SuizidKanditat, war schon mal für 2 Wochen stationär in der Psychiagrie.

    Ich bin ADHS-ler, habe zum Teil womöglich andere Probleme als du, mein gesamtes Umfeld (inkl. Chef, Friseurin usw) kennt meine Situation, denn wenn es sich ergibt/anbietet, erzähle ich entspannt davon ähnlich wie man erzählt, dass man sich den ZehenNagel eingerissen hat.

    Vielleicht reden die Leute hinter meinem Rücken über mich, aber eher selten, denn sie können genau so gut vor und mit mir darüber reden.

    Ich muss nichts verbergen! - warum auch?? und somit mache ich mir keinen Stress damit!

    So gut wie jeder auf der Welt hat (psychische) Probleme und ich finde WIR ALLE dürfen/sollten auch darüber reden. UNSERETWEGEN :-)

    Alles Liebe für Dich und GLÜCK AUF!!!

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Ängste und Mitmenschen...

    Ihr Lieben,

    vielen, vielen Dank für eure lieben Worte und euer Verständnis. Das tut gerade richtig gut! Es ist so schön, dass man sich hier ungezwungen über Themen austauschen kann, die in der Gesellschaft oft nicht verstanden, belächelt, oder abgetan werden. Dabei möchte ich das gar nicht verallgemeinern. Es gibt in meinem Umfeld durchaus Menschen, die versuchen mich zu verstehen und bei denen ich mich frei fühle, darüber zu reden. Aber wirklich richtig verstehen können sie es am Ende doch nicht, weil sie es nie erlebt haben. Das ist für diese Menschen natürlich auch absolut gut so!

    Die Frage zur Therapie beantworte ich mal vorweg, sonst vergesse ich es ;-) Ja, ich habe schon 3 Therapien hinter mir und bin von der letzten schulmedizinischen in die jetzige Therapie bei meiner Heilpraktikerin übergegangen. Die hat mir sehr geholfen und gut getan und ich bin seit fast zwei Jahren bei ihr und kann das so lange machen, wie ich es benötige und das Geld dafür aufbringen kann. Wobei ich momentan nur 2x im Monat gehe und sie mir einen "Freundschaftspreis" macht. Bei Bedarf geht jederzeit mehr. Der Bedarf ist dann wohl jetzt da, aber das Geld grad nicht. Aber gut, da findet sich eine Lösung.

    Was mich so unglaublich traurig macht und aus der Bahn wirft ist, dass ich bis vor wenigen Tagen der festen Überzeugung war, ich hätte das Angstthema im Groben hinter mir! Ich bin noch nicht lang hier im Forum und wenn man meine Beiträge vom Anfang liest sieht man, dass ich da sehr positiv war und schrieb, dass es mir schon viel besser geht, ich im Alltag eigentlich gar keine Ängste mehr habe etc... Und jetzt? Ok, eine Panikattacke hatte ich jetzt noch nicht, aber ich spüre, es fehlt nicht mehr viel und ich steuere wieder auf Zeiten zu von denen ich dachte, sie endgültig hinter mir gelassen zu haben. Aber es scheint so, dass ich bei großem Stress leider noch immer wieder in diese Spirale gerate. Und das ist gerade ein derber Schlag in's Gesicht für mich :-( Ich dachte, ich hätte es geschafft....

    Und eigentlich weiß ich, was jetzt zu tun ist. Instinktiv weiß ich schon seit Wochen, dass ich keine Termine mehr machen will. Wenn mich jemand fragt wann wir uns treffen können, oder wir etwas zusammen erledigen wollen, blocke ich ab. Ich will einfach nicht, keine Termine, keinen Termindruck - ich will meine verd.... Ruhe! Und die muss ich mir jetzt wirklich dringend gönnen. Eigentlich müsste ich mich jetzt auch dringend krank schreiben lassen. Ich kenne mich und weiß, es wird nicht besser. Ich habe in 4 Wochen Urlaub, aber diese 4 Wochen kommen mir so elendig lang vor, ich weiß gar nicht wie ich das durchhalten soll und die 2 Wochen Urlaub.. da lache ich gerade drüber. Ich fühle mich, als bräuchte ich für mindestens 6 Wochen eine einsame Insel!
    Und was mache ich? Ich sitze im Büro! Und spiele den Clown! Aufgemaltes, lachendes Gesicht - innerlich nervös, müde, ausgelaugt, reif für die Insel! Das kann ich gut, ohne es bewußt zu steuern. Also, gute Mine zum bösen Spiel. Manchmal wünschte ich, man würde mir ansehen, dass es mir schlecht geht. Aber dann lächelt mich jemand an und ......

    Vielleicht waren die letzten Monate einfach doch mehr, als ich das bewerte. Ich muss das hier mal für mich grob aufschreiben - um mir selbst vor Augen zu führen, dass ich die letzten Monate vielleicht körperlich nicht viel geschafft hab (Wohnung sieht ständig aus wie sau, das Pferd kommt zu kurz, der Sport bleibt auf der Strecke, ich vergesse viel), aber mental wahrscheinlich mal wieder Höchstleistungen vollbracht habe, ohne es anzuerkennen....

    Ich schreib's mal Stichpunktartig auf (soweit das geht.. kurze Formulierungen liegen mir leider nicht)

    - September 2015 Trennung vom Freund, mit dem ich zusammen gewohnt habe
    - November 2015 Start der Renovierung der neuen Wohnung mit viel mehr Arbeit als gehofft (Wände verputzen etc.... was nicht geplant war)
    - Dezember 2015 Kurz vor Weihnachten entdecke ich, dass mein Exfreund ein dunkles Geheimnis hat, was mich für mindestens 2 Wochen in eine Art Schockzustand versetzt, von dem ich mcih nur langsam und schwer wieder erhole. Er hat mir nichts getan, aber festzustellen, dass man mit jemandem unter einem Dach gelebt hat (bzw. zu dem Zeitpunkt noch lebt) der.... ich will es nicht weiter ausführen, um andere User nicht mehr als nötig zu triggern. Es war jedenfalls hammerhart und eine der schlimmsten Situationen meines Lebens
    - Januar 2015 Endlich der Umzug, der mir dann die letzten Kraftreserven raubt
    - Ende Janaur 2015 Ich lerne meinen neuen Partner kennen. Zufälle gibt es, ich wollte das so schnell gar nicht, aber sowas kann man nicht planen!

    Ja und der neue Partner... das ist halt so ein Thema für sich. Grundsätzlich passen wir super zusammen. Wir können Tränen zusammen lachen, führen regelmässig ganz tolle Gespräche und er ist für mich da, auch bzw. erst recht wenn es mir schlecht geht. Die Beziehung ist sehr innig und es stimmt soweit alles. Aber... er hat ein Alkoholproblem!
    Bitte nicht falsch verstehen, er ist nicht körperlich abhängig und ist durch mich wach geworden, geht in die Therapie. Ich hab ihn vor die Wahl gestellt. Ich , oder der Alk. Bzw. ich hab ihn sogar rausgeworfen. Seitdem ist es viel, viel besser geworden und ich bin sehr stolz, dass er es soweit schon geschafft hat. Das ist auch ein Thema, welches ich hier gar nicht näher erörtern möchte, aber ihr könnt euch sicher vorstellen, dass mich das sehr belastet hat (tut es inzwischen nicht mehr, weil ich sehe er arbeitet daran und es hat sich sehr, sehr viel verändert zum Positiven).

    Allerdings muss ich ihn ständig an Dinge erinnern. Wichtige Dinge, wie z. B. das er in seinen Briefkasten guckt (er ist fast nur noch bei mir) etc... Das macht mich rasend, weil ich selbst schon Probleme habe meine Sachen beisammen zu halten und an alles zu denken. Und ich hab das Gefühl, ich muss jetzt auch noch für ihn mitdenken und das macht mich IRRE! Hab ich ihm heute morgen unter Tränen an den Kopf geknallt, ich glaube das hat gesessen. Ich bin gespannt!

    Im Mai hatte ich dann einen kleinen Eingriff, nachdem ich 5 Wochen lang extrem starke Schmerzen hatte.

    Ja und dann wurde ende Mai ein schwerer Vitamin D Mangel festgestellt und ich dachte, wenn ich den beseitigt habe, bin ich fitter, die Konzentrationsprobleme werden besser.... Aber .. äh.. Pustekuchen! Und da kam ich dann wieder auf AD(H)S und seitdem ist das mein Thema für den Hyperfokus. Es gibt fast kein anderes Thema mehr und ständig fallen mir Dinge auf, die damit zusammenhängen könnten. Einerseits erleichternd zu wissen, dass es eine Erklärung für meine geminderte Leistungsfähigkeit gibt, andererseits auch erschreckend. Ich bin so gespannt auf meinen Termin am 1.8.

    Und wenn ich das alles so lese, muss ich mich eigentlich nicht wundern. Und eigentlich müsste ich echt zum Arzt gehen und mir die Auszeit holen, die ich brauche. Doch dann kommt das schlechte Gewissen.. Dann sehe ich meinen Freund, der mega pflichtbewusst ist und selbst mit dem Kopf unter dem Arm zur Arbeit geht. Immer! Verschlafen, oder mal nen Tag im Bett bleiben wegen der Schmerzen die er hat (Bandscheibe) ist nicht!
    Nein, er würde nie etwas sagen wenn ich mich kankschreiben lasse. Aber ich fühle mich dann irgendwie gleich dreimal schlecht, wenn ich ihn dagegen sehe. Obwohl ich weiß, dass ich mich nicht verlgeichen darf. Andererseits, mache ich so weiter, klappe ich irgendwann wieder zusammen!!!

    Bezüglich des Kegelns.. Ja solche Sachen kann ich inzwischen sehr gut machen. Das ging auch viele Jahre alles nicht, selbst Einkaufen gehen war ein Problem. Aber der Alltag ist inzwischen wieder ganz gut zu meistern für mich.
    Aber Orte wo viel los ist, viele Reize auf mich einprasseln, oder auch Orte wo ich nicht so schnell flüchten kann wie ich will wenn mich die Panik überkommt, die sind für mich heute noch ein großes Problem.
    Kennt ihr das CHIO in Aachen? Eine Veranstaltung rund um Pferde? Großveranstaltung? Oder die Equitana? Pferdemesse in Essen? Da kann ich hin. Da weiß ich aber, da sind friedliche Menschen, ich kenne bei beiden Veranstaltungen das Gelände und weiß, wo ich raus komme ;-) Und es geht um Pferde. Pferde liebe ich, das lenkt mich ab und da komm ich klar.
    Gleicher Ort, dafür aber eine Veranstaltung für Rocker o. ä. wo am besten noch viel Alkohol im Spiel ist, würde never ever gehen!

    Ach man... was mach ich nur...

    Die richtige Antwort wäre:

    Aufhören mich zu verlgeichen, mir eingestehen, dass es was viel war die letzten Monate, heute noch den Arbeitstag beenden und die wichtigstens Sachen erledigen (für's Gewissen) und morgen zum Arzt gehen und mir ne Auszeit holen.

    Das Gewissen sagt:

    Ach komm, geht schon noch bis zum Urlaub!!! Reiß dich zusammen, heute ist es schlimm, morgen schon wieder besser!

    LG Vennezia
    Geändert von Vennezia (18.07.2016 um 11:31 Uhr)

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Ängste und Mitmenschen...

    Liebe V,

    ich nehme seit einigen Jahren Antidepressiva, bin potentiell SuizidKanditat, war schon mal für 2 Wochen stationär in der Psychiagrie.

    Ich bin ADHS-ler, habe zum Teil womöglich andere Probleme als du, mein gesamtes Umfeld (inkl. Chef, Friseurin usw) kennt meine Situation, denn wenn es sich ergibt/anbietet, erzähle ich entspannt davon ähnlich wie man erzählt, dass man sich den ZehenNagel eingerissen hat.

    Vielleicht reden die Leute hinter meinem Rücken über mich, aber eher selten, denn sie können genau so gut vor und mit mir darüber reden.

    Ich muss nichts verbergen! - warum auch?? und somit mache ich mir keinen Stress damit!

    So gut wie jeder auf der Welt hat (psychische) Probleme und ich finde WIR ALLE dürfen/sollten auch darüber reden. UNSERETWEGEN :-)

    Alles Liebe für Dich und GLÜCK AUF!!!
    Liebe Splash,

    du hast vollkommen Recht, natürlich dürfen wir darüber reden ;-) Tu ich auch, denn ich weiß das es mir besser geht, wenn mein Umfeld in gewissen Siutationen Bescheid weiß.
    Aber bei Leuten die ich noch nicht so gut kenne, tu ich mich da schwer mit. Man wird zu schnell abgestempelt, oder es wird mit Unverständnis reagiert. Wenn ich ruhig
    und cool bin, kann ich damit gut umgehen. Samstag war ich total nervös als das Thema aufkam und wäre zu ruhigen Erklärungen und einer vernünftigen Antwort
    nicht in der Lage gewesen. Das hätte dann wahrscheinlich damit geendet, dass ich weinend den Saal verlassen hätte. Daraufhin hätten die Kegelmitglieder entweder
    mit Unverständnis ("jetzt übertreibt Sie aber!!!") oder mit Mitleid reagiert. Mit Letzterem könnte ich am allerwenigsten Umgehen, denn ich möchte kein Mitleid.

    Mit jedem einzelnen aus dieser Gruppe könnte ich in Ruhe über das Thema sprechen, kein Problem. Aber so in der Gruppe, auch wenn sie alle lieb und verständnisvoll sind,
    fühlte ich mich so ausgeliefert und an den Pranger gestellt.

    Ich hatte mal eine Panikattacke im Restaurant, als ich mit 3 Freundinnen auf einem Reiterwochenende war. Alle hatten Verständnis und kannten auch die Situation. Eine wollte
    mir dann erklären, dass ich gar keine Panik haben muss, weil doch alles ruhig ist und nichts schlimmes passiert. Als ich darauf erwiederte, dass ich das wüsste und
    es mir aber nichts nützt, sprang eine Andere ein und maßregelte mich, dass die Freundin mir die Situation doch jetzt erklären wolle und sie Recht habe und ich ihr mal zuhören solle.

    Ich kam mir SO BLÖD vor! Natürlich weiß ich, dass meine Angst nicht rational zu begründen ist. Aber man fühlt sich echt für dumm gehalten wenn jemand es nicht versteht
    und einem dann Vorträge hält. Die Situation damals endete damit, dass ich völlig fertig das Restaurant verlassen musste. Die "Freundschaft" besteht heute nicht mehr.

    Solche Situationen versuche ich seitdem zu vermeiden.

    LG Vennezia

  7. #7
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Ängste und Mitmenschen...

    Vennezia schreibt:
    du hast vollkommen Recht, natürlich dürfen wir darüber reden ;-) Tu ich auch, denn ich weiß das es mir besser geht, wenn mein Umfeld in gewissen Siutationen Bescheid weiß.
    Aber bei Leuten die ich noch nicht so gut kenne, tu ich mich da schwer mit.
    Fein liebe Vennezia, ich habe eh den Eindruck, dass du weißt was dir gut tut :-) und wenn jemand über die "Sinnhaftigkeit" von Ängsten zu reden beginnt, hat er/sie (zum Glück noch) keine Ahnung von Ängsten.

    Für dich, bist DU jedenfalls "die wichtigste Person" und du darst/sollst das tun und lassen was DIR gut tut!

    ich/splash bin übrigens ein Mann und heisse Sascha ;-)

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    Fein liebe Vennezia, ich habe eh den Eindruck, dass du weißt was dir gut tut :-) und wenn jemand über die "Sinnhaftigkeit" von Ängsten zu reden beginnt, hat er/sie (zum Glück noch) keine Ahnung von Ängsten.

    Für dich, bist DU jedenfalls "die wichtigste Person" und du darst/sollst das tun und lassen was DIR gut tut!

    ich/splash bin übrigens ein Mann und heisse Sascha ;-)

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Ängste und Mitmenschen...

    Oh.. hallo Sascha Peinlich, ich mal wieder! Bitte entschuldige, dass ich dich im Geiste einer Geschlechtsumwandlung unterzogen habe

    Aber das wäre ja dann jetzt geklärt

    Du hast Recht, man sollte immer tun, was einem gut tut und nicht das, was von einem erwartet wird. Grundsätzlich habe ich das auch schon gelernt und kann das
    meistens auch umsetzen. Aber oft muss ich über gewisse Situationen erst noch nachdenken, sie im Kopf hin und herwälzen und reagiere dann etwas verspätet. Versteht
    meine Umwelt auch nicht immer, aber ich kann's erklären und wer damit nicht klarkommt, den kann ich in meinem Umfeld auch nicht brauchen. Klingt hart, aber
    ich glaube da muss man wirklich auch knallhart sein und bleiben, um nicht doch wieder die Bedürfnisse anderer Menschen zu bedienen und die Eigenen zu misachten...

    Einen Vorteil hat es: Ich konnte meinen Freundeskreis so sehr gut sortieren. Es sind nur Wenige übrig geblieben, dafür aber die, die mir in einer Paniksituation
    eine helfende Hand reichen, oder eine Schulter zum Anlehnen, statt mir Vorträge zu halten

    Bei der Kegelgruppe war es bisher nicht notwendig was von meinen Ängsten zu erzählen. Kegeln und Essen kann ich Daher war ich jetzt etwas ... äh... unvorbereitet....

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Ängste und Mitmenschen...

    So.. nachdem ich heute morgen schluchzend und verheult aufgewacht bin, weil ich im Traum meinen Partner an eine Andere verloren habe und völlig durch war, bin ich heute früh zum Arzt gegangen. Leider war meine Ärztin nicht da (Urlaub), aber die Vertretung war auch sehr, sehr nett.
    Ich habe grundsätzlich keine Sorgen meinen Partner zu verlieren, aber wenn ich so durch bin, dreht mein Hirn einfach völlig am Rad und ich träume oft so einen Mist und wache völlig verweint auf.

    ich bin jetzt bis ende nächster Woche krank geschrieben. War ein blödes Gefühl mich auf der Arbeit krank zu melden. Andererseits atme ich jetzt auf, weil ich jetzt fast zwei Wochen mal ausspannen und zur Ruhe kommen kann. Ich denke, ich habe die Reissleine noch rechtzeitig gezogen und nicht wieder gewartet, bis gar nichts mehr geht. Auch wenn's mir schwer fällt, aber es war die richtige Entscheidung.

    Das Kegelthema war wohl das Tüpfelchen auf dem i, dass das Fass zum Überlaufen brachte. Isoliert betrachtet eine Kleinigkeit, in Summe einfach ein Quäntchen too much.

  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 223

    AW: Ängste und Mitmenschen...

    Manchmal ist es einfach so, dass man erstmal Zeit braucht, um die zahlreichen Dinge, die das Fass zum Überlaufen gebracht haben, wieder ins Lot zu bringen bzw. damit überhaupt erstmal anzufangen. Da muss die Arbeit einfach mal warten, auch wenn's schwer fällt.

    Sagen wir mal so: Wem ist damit geholfen, wenn du dich mühsam zur Arbeit quälst, um dann noch mehr abzubauen und dann noch länger auszufallen? Dann besser rechtzeitig die Reißleine ziehen.

    Die Frage, die ich mir jetzt allerdings stelle, ist die folgende:

    Wenn du wirklich ADHS hast, wie schaffst du es jetzt, diese Zeit wirklich sinnvoll zu nutzen, anstatt erstmal tagelang rumzugammeln - um dann am nächsten Freitag mit extremer Unzufriedenheit festzustellen, dass du nichts geschafft hast, es dir vielleicht sogar wegen der fehlenden Struktur durch die Arbeit noch schlechter geht und du schon einen Horror davor hast, dass am Montag die Arbeit wieder losgeht (nicht böse gemeint: keine Unterstellung, vielleicht tickst du ja völlig anders, aber bei mir bestünde die Gefahr absolut, da spreche ich aus Erfahrung.

    Andererseits finde ich, dass auch nichts dagegen spräche, dich weiter krank schreiben zu lassen, wenn es noch nicht wieder geht.

    Geht nicht gibt's doch!

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