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Diskutiere im Thema " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #51
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 380

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    Lydia schreibt:

    Könnte viele Beispiele aufzählen ... Für Akutsituationen ...

    Dauerstress langweiliger Art macht mich aber kaputt, bin grad wegen Erschöpfung krankgeschrieben. Kinder, Haushalt, Arbeiten gehen, die Hölle für mich ... Obwohl ich meine Kinder liebe ... Meine Arbeit halbwegs mag ...

    Hab lange Zeit auch Eu-Stress gesucht, ihn aber auf Dauer auch nicht vertragen, zumindest nicht ohne viele Pausen.
    Das kenne ich so gut... mit den positiven wie den negativen Seiten.

  2. #52
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 380

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    Pegasus001 schreibt:

    Folgendes bitte unter Vorbehalt, ich bin ja auch nur Laie:
    Wenn wir Dopamin in den Synapsen zu leicht aufnehmen, kommt es zum Dopaminmangel und die Reize werden nur unzureichend ausgelöst zwischen den Nervenzellen, so dass nur ein geringerer Teil der Informationen weiter geleitet wird. Das würde sowohl Vergesslichkeit als auch Konzentrationsmängel irgendwie erklären. Es fehlt an Dynamik. Starke und schwache Reize sind weniger intensiv und vor allem nicht so dynamisch.

    In Stress-Angst-Notsituationen wird vermutlich deutlich vermehrt Dopamin ausgestoßen, so dass selbst die beschleunigte Wiederaufnahme bei ADHSlern nicht mehr nachkommt. Ergo, ein Dopaminspiegel ähnlich wie bei einen ungestressten Nicht-ADHSler. Der ADHSler hat jetzt die volle Dynamik.

    Wobei bei Nicht-ADHSlern in der gleichen Situation durch die Dopaminschwemme keine differenzierte Wahrnehmung ermöglicht, da die Filterfunktion quasi überrannt wird. Oder anders ausgedrückt, die Dynamik in den Synapsen geht verloren. Es gibt nicht mehr leichte und starke Reize, sondern nur Vollgas, so das unwichtiges ebenso intensiv weiter geleitet wird wie wichtiges und eine Bewertung nicht mehr möglich ist.

    Folge: kein klarer-stringender Gedankengang mehr möglich, es entsteht Panik.

    Wie gesagt, ist es halt nur Mutmaßung.
    Nach allem, was ich (bis jetzt) über Neurotransmission im Allgemeinen und Speziellen bei ADHS weiß, müsste diese Erklärung der Realität ziemlich nahe kommen.
    (Ich bin ja evtl. zumindest kleiner Fachmann, und soweit ich weiß, sind selbst die großen Fachleute da auch immer noch nicht auf 100%ig sicherem Terrain unterwegs, wie's halt in der Wissenschaft oft ist).

    Andererseits fehlt mir immer noch ein bisschen folgender Aspekt: Untergruppen von ADHSlern, also z.B. die hyperaktive vs. hypoaktive, extra- vs. introvertierte Variante. Möglicherweise ist diese hier beschriebene Sache eher bei extrovertierten / hyperaktiven / impulsiven ADHLers zu finden und weniger bei den introvertierten / abwesenden bzw. irgendwo innen unterwegs befindlichen / hypoaktiven.

    Das erschiene mir zumindest naheliegend.

    Die mir bekannten ADHLer vom vorwiegend unaufmerksamen Typus scheinen jedenfalls so zu funktionieren, evtl. sind das auch die, die eher zu Angststörungen neigen.
    Während bei den anderen schwerpunktmäßig die Probleme zwischen Individuum und sozialer Umgebung entstehen (anecken, überschreiten von Grenzen oder Regeln etc.)

    Bitte beachtet: Grobe Vereinfachungen zur hypothetischen Erklärung der Sachverhalts

    Eine nicht zu geringe Anzahl kann ja auch dem Mischtyp zugeordnet werden (z.B. meinereiner) --> da verlässt einen dann jegliche Orientierung
    Geändert von alice_s (11.07.2016 um 17:07 Uhr)

  3. #53
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 2.956

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    Das ist bei mir etwas anders gelagert, fällt mir gerade auf
    Langweiliger Stress bei der Arbeit, ist für mich kein Stress mehr.
    Ich mache Routinearbeiten automatisch. Für mich auch das Signal,
    dass ich am richtigen Platz bin.
    Ich hab aber keine Lust vom Haushalt zu berichten

    alice_s hat dazwischengequatscht

    Ich denke viel mehr, das ist wie bei den Nicht Betroffenen. Es gibt Menschen die sind
    beim Kampf in ihrem Element. Andere laufen schon davon wenn sie den Lärm hören.
    Dritte befinden sich irgendwo dazwischen.
    Geändert von Sunpirate (11.07.2016 um 17:12 Uhr)

  4. #54
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 380

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    Sunpirate schreibt:
    alice_s hat dazwischengequatscht
    Jau. Schwanke so zwischen sorry und gerne doch (und merke das auch im Forum nicht)

  5. #55
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 225

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    Ich möchte das gerne bestätigen.
    Gerade beim Autofahren erkenne ich sehr schnell wo Gefahrensituationen sind und handle dem entsprechend. Als Beifahrer bin ich ein echter Graus... mein Mann bekommt immer die Pimpernellen, weil ich immer total angespannt da sitze und mit meinen Füßen mitbremse... auch grätsche ich da oft zwischen, weil ich etwas sah und dann sage (*hust* motze) " guck nach vorn!", "hast du das nicht gesehen?", "STOP!"...
    Naja... :-)

    Aber auch was meine Ordnung betrifft... was räume ich nun auf, was muss geputzt werden oder was hat das für einen Sinn?
    Und dann kündigt sich ungeplant das Schwiegermonster an, sie sei in 20 Minuten da...
    Alter falter... wie schnell auf einmal die Bude blitzt. *kicher*

  6. #56
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 393

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    Oh, Autofahren, da fallen mir auch noch zwei Situationen ein, wie ich als Beifahrerin wahrscheinlich unserer Familie das Leben gerettet hab, weil ich die Gefahrensituation sofort erkannt und blitzschnell stop geschrieben hab, sonst wär beide Male jemand mit 80 von der Seite reingefahren (mein Mann war beide Mal nicht schuld, aber das hilft dann auch nichts. Er hat zum Glück mein Stop als nötig erkannt :-))) War wohl laut genug.

    Ich bin eher hypo verpeilt (naja vielleicht Mischtyp), trotzdem reagiere ich in Gefahrensituationen extrem schnell ...

    Ich finde die Erklärung von Pegasus001 übrigens super logisch, mir leuchtet sie ein ... Verbrauchen wir eigentlich mehr Dopamin als andere? Meine Mutter hat Parkinson-Diagnose ... Alle Symptome einer ADS ... nie diagnostiziert ... Okay, passt nicht zum Thema

  7. #57
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 100

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    alice_s schreibt:
    ...

    Andererseits fehlt mir immer noch ein bisschen folgender Aspekt: Untergruppen von ADHSlern, also z.B. die hyperaktive vs. hypoaktive, extra- vs. introvertierte Variante. Möglicherweise ist diese hier beschriebene Sache eher bei extrovertierten / hyperaktiven / impulsiven ADHLers zu finden und weniger bei den introvertierten / abwesenden bzw. irgendwo innen unterwegs befindlichen / hypoaktiven.
    ...
    ...ADHS ist zwar schon lange bekannt, gerät wohl aber erst seit geraumer Zeit in den Fokus der Wissenschaft. Wenn ich jetzt mal in meine Glaskugel schauen würde, denke ich, dass in 40-50 Jahren ADHS nur noch ein Überbegriff für eine ganze Gruppe von verschiedenen Formen sein wird.

    Früher gab es nur die "Migräne", heute ist das ein Überbegriff für 250 (!!!) verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Möglicherweise wird das bei ADHS auch so werden.

    Lydia schreibt:

    Ich finde die Erklärung von Pegasus001 übrigens super logisch, mir leuchtet sie ein ... Verbrauchen wir eigentlich mehr Dopamin als andere? ...
    Nein, wohl eher nicht. Die ausgestoßene Dopaminmenge ist, so vermute ich, identisch, nur die Wiederaufnahme der Synapse, die das Dopamin in den Synapsenspalt ausgestoßen hat, ist höher, so dass die Verbleibdauer des Dopamins im Spalt verkürzt wird.

    Und Thema Superlogisch: Naja, in der Medizin ist leider nicht alles, was auf dem ersten Blick logisch ist, auch richtig. Ist ja bestenfalls, wenn überhaupt, eine Arbeitshypothese eines Laien. Wenn natürlich ein Experte aufgrund dieser Hypothese eine spezielle Eigenschaft eines ADHSlers ableiten würde, die noch nicht bekannt wäre, und Untersuchungen von ADHSlern dann das Ergebnis bringen würde, dass dieses zutrifft, würde aus der Hypothese erst eine Theorie werden.

    Folgendes Beispiel ist wohl völliger Blödsinn, aber wenn ein Neurowissenschaftler obige Theorie aufgreifen würde, und folgende Vermutung anstellen würde:

    -Wenn ADHS Betroffene eine geringere Empfindlichkeit für die ausgestoßene Dopamin/Noradrenalin hat, dann

    --sollte das wohl auch das ganze Gehirn betreffen
    --auch die Sehrinde
    --dieses würde wohl kompensiert werden, da der betroffene dies nie anders erlebt hat und als normal empfindet
    --jedoch würde dies bedeuten, dass beim Abdunkeln eines Raumes der Betroffene früher Probleme hätte Farbunterschiede zu erkennen als ein nicht von ADHS Betroffener
    --Ebenfalls würde es bedeuten, das bei ansteigender (extremer ) Helligkeit der Betroffene immer noch Farben unterscheiden könnte, während ein nicht von ADHS Betroffener dies nicht könnte
    --Testwiederholung nach Einnahme von MPH bei den ADHSlern würde dazu führen, dass keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen mehr messbar wären.

    Wie gesagt, dieses Beispiel ist Blödsinn, da die Helligkeitsauflösung IMHO eher vom Auge als von der Sehrinde abhängig ist.

    Aber eine (oder mehrere) aufgrund einer solchen These vermuteten besonderen Eigenschaft(en) von ADHS betroffenen Personen, die vorher nicht bekannt wäre und durch einen Test jedoch bestätigt würde, würde eine solche These zur Theorie erheben.

    Passend dazu der Ausspruch eines Neurologen, der gestern mein EEG erstellte, als ich sagte,

    Ich: "...ich wundere mich immer, wie man aus diesen Linien was ablesen kann..."

    Er: " Naja, in der Medizin, und insbesondere in der Neurologie ist vieles..."

    Kunstpause, ich sagte " ....Bauchgefühl?"

    Er: ",,,Nein....Kaffeesatzlesen!!! "

  8. #58
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    Endlich beschreibt die Situation mal wer. Ich dachte immer das sei einen totale Fehlreaktion, wenn jemand (ich) im absoluten Katastrophenfall nicht auszuckt sondern total pragmatisch reagiert und die Lage ... nun sagen wir mal so gut es geht ? ... wieder in die Bahnen bringt. Klar, geht nicht immer, manchmal ist halt schon auch Tschernobyl.

  9. #59
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 723

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    @ Pegasus001:

    Noch mal, was deine Reaktion mit dem Ausfall des Triebwerks deiner Cesna angeht. Genau so soll das auch gewesen sein mit Chesley Sullenberger und der Notwasserung des Linienflugzeuges im Hudson River in New York. Cordula Neuhaus war der Meinung, jemand ohne ADHS (bzw. jemand, der gar nicht dem ADHS-Spektrum angehört) könne das gar nicht, was Chesley Sullenberger geschafft hat.
    Ich glaube übrigens auch nicht, dass Chesley Sullenberger ein allzu hochgradiges ADHS hat, dazu scheint jemand mit so langjähriger Tätigkeit als Pilot zu funktional zu sein, aber dass Chesley Sullenberger eben dem ADHS-Spektrum angehört, das ist schlüssig.

  10. #60
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 224

    AW: " AD(H)Sler reagieren in Gefahrensituationen schneller als Andere" Oder?

    Sunpirate schreibt:
    Langweiliger Stress bei der Arbeit, ist für mich kein Stress mehr.
    Ich mache Routinearbeiten automatisch.
    Zum Thema Routinearbeiten geht mir schon länger etwas durch den Kopf:

    Wo man auch in der Fachliteratur hinliest, "langweilige Routinearbeiten" scheinen so etwas wie der natürliche Feind des ADHSlers im Beruf zu sein. Allerdings habe ich den Eindruck, dass damit etwas anderes gemeint sein muss als das, was ich unter einer Routinearbeit verstehe. Klar, langweilige Aufgaben sind doof, aber für eine schöne niederschwellige, gut einstudierte Routine bin ich eigentlich immer zu haben.

    Ähnlich wie oben geäußert sehe ich für mich den Vorteil von Routinearbeiten, dass diese Arbeiten - vorausgesetzt, der Anschaltknopf ist gedrückt - mehr oder weniger automatisch ablaufen, man weiß was man zu tun hat und muss keinen großen gedanklichen und organisatorischen Aufwand betreiben.

    Besonders spannend mag es nicht sein, dafür kommt ein eher sportlicher Aspekt zum tragen: möglichst viele Abläufe am Laufen zu halten und sich drüber zu freuen, dass ein Rädchen perfekt ins andere greift.

    Wehe aber, ich muss mich auf eine neue Situation einstellen, einen Plan machen, welche Schritte zum Ziel führen, und mich dabei womöglich noch mit Kollegen herumschlagen - forget it.

    Oder habe ich da was mit der Routine grundsätzlich missverstanden?

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