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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 49

    Stottern

    Guten Abend,

    heute habe ich den Befundbericht bekommen, von der Diagnostik.

    Im Untersuchungsbefund steht neben den Testergebnisse das ein leichtes stottern auffällt.
    Ich stottere schon seit der Kindheit, mal mehr mal weniger. Phasen in denen ich keine Redeflusstörung kamen auch vor.
    Jedenfalls gehört das zu mir und ich habe damit eig. kein Problem.
    Eine Logo hatte ich zwar als Kind, aber weg ging es nie.
    Das einzigste was mich traurig daran stimmt ist, wenn in meinem Fall nahe Verwandte sagen dass das nicht schön sei und ich doch bitte eine Logo machen sollte. Argumente sind hier Beruf, man hält dich für dumm etc.

    Was mich aber wirklich aufregt bzw aggressiv stimmt ist, wenn jemand im Gespräch, durch eine Gestik symbolisiert das ich ruhig machen soll

    Stottert hier auch jemand ab und zu?
    Wie kommt ihr mit zurecht/stört es euch?
    Seid ihr deswegen mal aufgezogen worden?
    Gibt es eine Korrelation mit adhs?

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 484

    AW: Stottern

    War mal als Kind ne Minute an 220V angeschloßen, danach Phasenweise gestottert. Danach haben meine Omas irgendein VooDoo mit mir gemacht. Kerzenwachs in Wasser blabla... das Ritual hat mich so traumatisiert und ist mir bis heute so prägnant in Erinnerung geblieben...aber ich irgendwie aufhörte ich dann . Bisschen kam es noch, wenn ich schon so schnell redete, dass sich die Wörter überschlagen haben, dann hats bei 1-2 Wörter gestottert.
    Heutzutage, passiert mir eventuell so zwei mal im Jahr, dass ich plötzlich für paar Sekunden holpere (so wie gaaanz mildes Stottern, merkt aber niemand außer mir), bin dann irritiert, spreche im Geiste das Wort paar mal aus und dann ist dieser für Monate ruhe. Ganz komisch.



    Aber leider muss ich dir sagen, dass deine Verwandte schon recht haben, auch wenn Sie das nicht gerade herzlich rüberbrachten. Durch Filme, Theater wird uns das Stottern immer in Verbindung mit hilflosen Lachfigur gezeigt. Ab und zu auch als unterschätzter, gnadenloser Machtmensch für einen Verwirrungseffekt. Genau so wie der unbeholfene Zappelphilipp Clown oder der immer freundliche
    und nach Hilfe lechzender Rollstuhlfahrer (früher, jetzt nicht mehr). Sind alles Vorurteile wie der französische Baguette-Froschfresser, besoffener aggressiver Russe/Pole, der Muslime mit Bombengürtel, der geizige Jude... Die aber leider bei vielen fest verankert sind, bei einigen eher im Hintergrund, aber alle meinen tolerant zu sein. Nehme mich da nicht raus. Ist aber keiner so richtig und wird je nach Mode medial geweckt...
    Oder an was denkt ihr den so, wenn man sagt "Russe" ? ...


    Du kannst an das beste im Menschen glauben und irgendwann bitter enttäuscht werden. Selbstbewusstsein ist ein lebendiges Wesen, das gefüttert und gepflegt werden will. Noch hast du deinen Kopf stolz oben und stehst souverän darüber und kannst dadurch überzeugen. Aber was passiert, wenn du mal eine schlechte Phase hast, in der Arbeit aus anderen Gründen nichts läuft, du geknickt bist und dann jemand sagt "Haben dir ja gesagt, dass du daran scheitern wirst" ? Zuvorgehend über Jahre solche Kleinigkeiten wie mit der Geste? Jeder bricht mal und die mit AD(H)S deutlich früher.
    Und natürlich stört dich das, sonst hättest du das hier nicht gefragt. Das meine ich mit dem letzten Absatz. Selbstzweifel ist eine Krankheit, die wie Herpes immer in einem überlebt und so lange bis der Körper so geschwächt ist, dass es sich schnell ausbreitet und dann, wenn man am Boden ist, nochmal einen drauflegt. Nur dann ist es kein kleines Blässchen an der Lippe, sondern eine schwergreifende Depression.
    Geändert von AddOn ( 1.07.2016 um 22:01 Uhr)

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 348

    AW: Stottern

    Hallo ich hate auch vor einigen Jahren das Problem mit dem Stottern habe aber selbst immer wieder dran gearbeitet und mit der Zeit ist es sogar fast vollständig verschwunden.
    Die einzigen Situationen wo es mir öfters noch passiert ist in der Familie aber nicht aus nervosität sondern einfach weil ich da nicht den "Druck" habe gut sprechen zu müssen wie
    es beispielsweise in der Bank sein sollte

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 257

    AW: Stottern

    Ich weiß nicht ob es stottern ist.
    Ab und zu, wenn ich sehr gestresst bin und meine Phase hab (extrem unkonzentriert, hippelig, verträumt und/oder traurig und irgendwie nicht wie ich glaub sein zu müssen), stolpere ich über Wörter und Silben. Stresst mich dann noch mehr, aber wenn ich mich dann zusammenreiße und tief durchatme geht`s wieder.

    Falls es stottern ist, ist es nur eine sehr leichte Form, dass nur ich es merke. Wobei meine Lehrerin in der 5./6. irgendwas davon erzählt hat, dass sie früher (auch) gestottert hat und sie es in Griff hat. Weiß immer noch nicht was sie meinte und mir damit sagen wollte. Habe damals frisch meine Diagnose erhalten und war mit anderem beschäftigt.

  5. #5
    Lokalpatriot

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 303

    AW: Stottern

    Hi, Jupiter 94.

    Was das berufliche angeht, hat AddOn bzw. deine Familie recht - es könnte dir deine Karriere erschweren (je nachdem, in welchem Beruf du arbeiten willst/arbeitest). Wenn du irgendwo in einem Lager oder Archiv arbeiten wirst, dürfe dein Stottern nicht so relevant sein, da du ja selbst sagst, dass es eher eine milde Form ist. Wenn du aber beruflich mit vielen Leuten zu tun hast, könnte es zu einem Problem werden (zumal auf der Arbeit ja auch immer mal Situationen auftreten könne, die dich psychisch belasten und damit die Stotterproblematik neu befeuern).

    Da ich nicht weiß, wie flüssig du in deiner Spontansprache bist, kann ich sonst nichts anderes dazu sagen. Logopäden vor Ort können sich natürlich deines Problems annehmen, ich empfehle dir aber nachzufragen, wie viele Patienten mit Redeflussstörungen er behandelt (das ist ein guter Indikator, um zu sehen, wie kompetent er mit diesem Störungsbild ist).

    Ansonsten bin ich ein Fan von der Bonner Stottertherapie (ist ein Intensivprogramm, das mich sehr beeindruckt/überzeugt hat, da es den psychischen Aspekt des Stotterns miteinbezieht; rein artikulatorisch arbeitet die Kasseler Stottertherapie, ist für dich vllt. auch okay)

    So, das war's von mir (ach so - ich bin Klinische Linguistin; falls du dich fragst warum der Eintrag ein wenig fachlich geraten ist )

    An alle anderen die gelegentlich mal schneller denken als sie sprechen können - das ist normal (ich vermute, dass es da schon einen Zusammenhang mit ADHS gibt - kann es fachlich aber nicht ausreichend begründen (wird irgendwie mit den exekutiv Funktionen zusammenhängen) und sag' deswegen weiter nichts dazu)

    LG, HBMännchen

    P.S.: von wegen Beruf -> ich habe mir mit 32 noch eine feste Klammer verpassen lassen (und dazu mussten noch 2 Zähne gezogen werden!) weil mir das von einer Dozentin geraten wurde. Denn die meisten Menschen mit einem offen Biss (oder andere Kieferanomalien) lispeln oder haben noch andere sprl. Probleme (die hatte ich zwar nicht, aber wie wirkt das, wenn der Therapeut sagt: "Oh, sie haben einen offenen Biss, da müssen wir erstmal kiefertechnisch aktiv werden, bevor wir eine erfolgreiche logopädische Behandlung beginnen" und hat selbst eine Kieferanamolie?

    Sorry, dass es so lang geworden ist. War gerade in meinem Element

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Stottern

    Hallo! Ich habe einen Freund ernsthaft stottert. Er ist Systemadministrator. Dabei sehr erfolgreich. Denn alles kann sich melden per E-Mail oder Instant Messenger.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Stottern

    ich stotter auch leicht......früher als kind mit ritalin nicht....jetzt mit 34 ohne schon...

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Stottern

    Bei mir ist es genau umgekehrt. Als Kind ohne Ritalin gestottert, als Erwachsener mit Ritalin im Alter von 34 nicht mehr. Mir hilft Ritalin total. Wenn ich wieder nicht richtig sprechen kann ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Wirkdauer um.

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 348

    AW: Stottern

    Also wenn ichmich kurz einschalten dürfte

    Ich habe auch Probleme damit dass ich meinen redefluss oft unterbreche bzw stottere ich habe deshalb trotzdem oder
    vieleicht auch gerade deswegen eine Lehre in der Bank gemacht und nebenberuflich gekellnert da muss man
    das zwangsweise lernen. So habe ich mein Stottern zum großenteil abgewöhnt.
    bei meiner Familie passiert mir das trotzdem noch öftersganz einfach aus dem Grund weil ich wiss das ich da nicht verurteilt werde
    und es null folgen für mich hat.

    Der Graf von Unheilig ist eig auch Stotterer

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