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Diskutiere im Thema Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    Hey

    also ich kann von mir aus sagen sagen, dass die Symptome bei mir auch wieder schlimmer geworden, also das letzte Mal, wo es so schlimm war, war ich 13 und jetzt bin ich 19 und es vielleicht sogar noch schlimmer als damals. Ich habe den Eindruck, je älter man wird, desto schlimmer wird es, weil man ja selbstständiger werden muss und Anforderungen hat. Früher konnte ich mich ja noch auf meine Mutter, Familie verlassen, weil man ja z.B. einer 13 jährigen nicht so viel zutraut wie einer 19 jährigen und jetzt, wo man von mir erwartet, dass ich mal alleine die Initiative ergreifen muss und selbst bei den einfachsten! Sachen, scheitere ich schon und da denk ich mir z.B., dass meine 12 jährige Cousine mehr kann, als ich. Von den Eltern aus kommt dann natürlich auch der Druck und die wollen irgendwie nicht verstehen, weshalb man nicht mal hinbekommt einkaufen zu gehen. Als ob man irgendwie sich dumm stellt, aber so ist das natürlich nicht!

    Also um nochmal zur Frage zurück zu kommen: Laut meiner Erfahrung verschlechtern sich die Symptome je älter man wird, wegen den ganzen Anforderungen, die ein Erwachsener erbringen muss.

    LG

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 463

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    Ich glaube, es hilft, zu akzeptieren, dass jeder Mensch - egal ob mit oder ohne ADHS - mal schlechte Phasen hat, die über Wochen, Monate und Jahre gehen gehen können und in denen man das Gefühl hat, das nichts so läuft wie es soll. Als ADHSler neigt man nur dazu, eine Verschlechterung der Lebenslage direkt als Verschlechterung des ADHS zu interpretieren.

    Aber ja, ich denke es kann schlimmer werden, wenn man die Diagnose aus den Augen verliert und nicht mehr "übt", reflektiert und zur Therapie geht. Dass es irgendeinen Automatismus gibt, wonach ADHS im Alter schlimmer wird, glaube ich hingegen nicht. Bei mir ist es bisher kontinuierlich besser geworden - immer mal wieder mit kleinen Rückschlägen.

  3. #13
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    Naja kann bestimmt auch sein, dass sagen wir mal so, das ADHS immer "gleich schlimm" war, bloß wenn man keine Hilfe etc. in Anspruch nimmt, kriegt man gleich einen Schlag ins Gesicht, wenn man, je älter man wird, mehr Verpflichtungen bekommt und da fühlt man sich schon etwas überrumpelt.

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 463

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    Dani_97 schreibt:
    Naja kann bestimmt auch sein, dass sagen wir mal so, das ADHS immer "gleich schlimm" war, bloß wenn man keine Hilfe etc. in Anspruch nimmt, kriegt man gleich einen Schlag ins Gesicht, wenn man, je älter man wird, mehr Verpflichtungen bekommt und da fühlt man sich schon etwas überrumpelt.
    Genau. Alleine leben/ Erwachsenwerden erfordert mehr Verantwortung, Selbstorganisation usw. also alles Sachen, die ADHSlern schwer fallen. Ohne Hilfe kann das zum Problem werden, bedeutet aber nicht, dass das ADHS an sich schlimmer geworden ist.

    Du hast nur das nächste Schwierigkeitslevel erreicht

  5. #15
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    Bei mir ist es richtig anspruchsvoll geworden als ich von daheim ausgezogen bin.
    Der Auszug kam relativ überraschend (weil mein freund sich Hals über Kopf in eine Wohnung verliebt hat) und ich nahezu gleichzeitig das Arbeiten begonnen habe.
    Selbst einen Haushalt führen - auch wenn man zu zweit ist - ist schon ne Sache. Nochdazu wenn man es nicht wirklich gelernt hat - ich hatte zwar meine Eltern aber die sind in meinen Augen eher chaotisch und daran wollte ich mich nicht orientieren. Ich fühlte mich total ins kalte Wasser geschmissen... inzwischen (6 Jahre später) haben wir es glaub ich geschafft... zumindest läuft es ganz gut.
    ADHSler brauchen leider immer etwas länger, müssen sehr phantasievoll sein und sind auch auf die Geduld ihrer Mitmenschen angewiesen... das macht es nicht wirklich einfach aber auch nicht unmöglich.
    Vielleicht kannst du dir Unterstützung von einem Therapeuten holen - ich geh seit gut zwei Jahren zu meiner und es hilft schon wenn da wer zum zuhören ist der dich auch bei der Lösung von Problemen unterstützt.
    Ich hab auch die Erfahrung gemacht dass es immer so Phasen sind in denen es gut oder schlecht läuft - das töstet mich immer wieder!

  6. #16
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 77

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    Hallo ihr lieben, danke dass ihr so lieb auf meinen Beitrag antwortet. Ich hab alles gelesen, aber gerade zu Kopf-voll um ausführlich zu antworten. Viel aufreibendes dazu gekommen

  7. #17
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 308

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    Also ob die Veranlagung selbst "schlimmer" wird, kann ich nicht sagen, (Hormone, Wechseljahre?), aber dass mit zunehmendem Alter ein paar erschwerende Faktoren dazu kommen, das ging mir auch so - mehr Verantwortung, mehr Aufgaben
    Was ich aber für mich festgestellt habe: Seit Kind 2 und 3 (das erste war noch im Studium, da war alles anders) habe ich selbst ein wenig mehr Struktur gefunden, weil ich für die Kinder ein Minimum an Struktur aufbauen musste.
    Unter Zeitdruck hat auch einiges besser geklappt
    Jetzt habe ich eigentlich eine ruhige Lebensphase mit fast erwachsenen Kindern und Teilzeitjob und ich habe das Gefühl, jetzt wird es schlimmer - ohne Zeitdruck gerate ich immer wieder ins Strudeln. Ach ja, und ich habe das Gefühl, ich werde noch vergesslicher und habe noch mehr "Blackouts"

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 131

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    Definitv ja,

    wenn die Medikamente in die falsche Richtung wirken, also von der Persönlichkeit entfernen. Dann kann sich das ADHS "wandeln" und "verschlimmern" und wird schwerer zu behandeln.

    Wenn das ADHS unbehandelt bleibt, dann können Lebensumstände und sonstige Krankheiten, die dazu kommen es verschlimmern.

    Das eigentliche ADHS, die jeweils individuelle neurochemisch-bedingte Störung der Wahrnehmung mit daraus resultierenden Symptomen, bleibt gleich. Lebenslang!

    Ich denke man ist ideal behandelt, wenn alle Komorbiditäten reguliert sind und dann das individuell richtige Stimulanz genommen wird, was bei den Mischtypen auch wechseln kann.

  9. #19
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 462

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    september schreibt:
    Seit Kind 2 und 3 (das erste war noch im Studium, da war alles anders) habe ich selbst ein wenig mehr Struktur gefunden, weil ich für die Kinder ein Minimum an Struktur aufbauen musste.
    Unter Zeitdruck hat auch einiges besser geklappt
    Jetzt habe ich eigentlich eine ruhige Lebensphase mit fast erwachsenen Kindern und Teilzeitjob und ich habe das Gefühl, jetzt wird es schlimmer - ohne Zeitdruck gerate ich immer wieder ins Strudeln. Ach ja, und ich habe das Gefühl, ich werde noch vergesslicher und habe noch mehr "Blackouts"
    Geht mir auch so. Mit den Kindern kam die Verantwortung, nicht nur das eigene Chaos strukturieren zu müssen und dann gings besser. Aber gleichzeitig erschöpft bis zum Umfallen. In Ruhephasen krieg ich kaum was auf die Reihe ... Und das nimmt mit dem Alter bei mir zu. Hab nen Horror, wenn die Kinder groß sind, muss was tun ...

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Kann AD(H)S auch "schlimmer" werden?

    Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es stimmt, aber bei mir hat sich das ADHS im Laufe der Jahre definitiv stufenweise verschlimmert - oder aber nicht das ADHS, sondern die Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit/Stressresistenz und der Durchhalte- bzw. Widerstandswille (also Ausdauer). Wenns Letzteres ist, dann könnte das eine Art Burnout sein - und ich hab das Gefühl, dass dieser Burnout (wenn das denn wirklich ein Burnout ist...) nicht erst seit ein paar Jahren, sondern schon in meiner Jugend begann. Hier mal eine "Chronik":

    Grundschuljahre: Motivationsdefizite (unvollständige Hausaufgaben, Aufschieberitis und manchmal sogar gar nicht...) und Frustration (Unerreichbarkeit von längerfristigen Zielen - etwa ein gutes Zeugnis und eine Spielekonsole als "Belohnung" - aufgrund von Motivationsproblemen bzw. Unfähigkeit zur Dauermotivation/"Ungeduld")

    Orientierungsstufe: Überraschend leistungsfähig und erfolgreich gewesen (MPH der Grund? - die Ritalin-Therapie begann zum gleichen Zeitpunkt) aber dennoch an die Grenze der geistigen Leistungsfähigkeit gestoßen - nicht was die Intelligenz angeht, sondern das Durchhaltevermögen/Lernmotivation bei immer länger und komplexer werdenden Unterrichtsstoff. Hyperaktivität und Impulsivität nehmen scheinbar etwas ab, aber keine grundlegenden Veränderungen, wie man es von Ritalin erwarten würde. Erste dissoziative Zustände (sofern das denn wirklich Dissoziationen waren... auf jeden Fall aber keine "normalen" ADHS-Tagträumereien mehr, sondern etwas jenseits davon - sowas wie eine Art "Trance").

    Gymnasium:

    7. Klasse: (13 Jahre) Impulsivität und auch Überaktivität (weniger motorisch, sondern allgemein) scheinen sich zu verschlimmern oder aber bleiben so schlimm wie früher, Einstellung auf Tofranil (Imipramin) zusätzlich zu Ritalin. Beide Medikamente nehme ich bis Sommer 2002 unverändert ein - um sie dann (nach Anweisung des Arztes) relativ abrupt abzusetzen...

    8. Klasse: (14 Jahre) von hyperaktiv zu hypoaktiv: vollständiges Erlöschen der Hyperaktivität, stattdessen Depressionen, Verlust von Energie/Antriebslosigkeit und massiver Motivationsabfall - und genau dieser Zustand (Hypoaktivität) hält bis heute noch an! Burnout?

    9. Klasse: (15 Jahre) Antriebslosigkeit bzw. Energiemangel (Mangel an "Willenskraft" oder doch eher verringerte Stresstoleranz?) erreicht kritisches Level - so stark, dass ich der Körperpflege (etwa sich waschen) bei Weitem nicht ausreichend nachkommen kann oder will (auch das hält bis heute noch an)! Allgemeine Lernfrust - Verschlimmerung des Burnouts?

    11. Klasse: (17 Jahre) Totaler Energieverlust: Ich habe mich endgültig "fallengelassen" - zu Antriebslosigkeit, Depressivität und völligem Mangel an Motivation kommen auch noch völlige Gleichgültigkeit (auch bei sehr schlechten Noten & Versetzungsgefahr) und nochmals massiv verringerte Stressresistenz (was sich sogar auf meine körperliche Leistungsfähigkeit bzw. Ausdauer auswirkte - sowas hatte es bis zu meinem 17. Lebensjahr noch nie gegeben!) hinzu. Ganz zu schweigen davon, dass im selben Jahr auch noch meine Zwangsstörung ausbrach und bereits im folgenden Jahr (und die Jahre danach...) zur Katastrophe für mich werden sollte. Dennoch wollte ich unbedingt das Schuljahr schaffen und startete im Frühling 2004 einen neuen Anlauf - stattdessen bekam ich im Juni 2004 meinen ersten totalen Zusammenbruch (Nervenzusammenbruch und anschließend Panikepisoden in den folgenden Wochen und Monaten); allerdings war hierfür meine Zwangsstörung hauptverantwortlich gewesen - hat also sehr wenig mit ADHS zu tun...

    19 Jahre - heute (29 Jahre): stetiger Abfall von Ausdauer ("Willenskraft") und verkürzter Enthusiasmus - stattdessen stetige Zunahme von Frustration und Stressintoleranz... (als Folge von Misserfolgen, Frustrationen, Selbstwertproblemen, Stress und Komorbiditäten)

    Ist das jetzt eine Verschlimmerung von ADHS oder doch eher die Verschlimmerung eines etwaigen Burnouts?

    Oxygen
    Geändert von Oxygen (30.06.2016 um 16:00 Uhr)

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