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Diskutiere im Thema Ich werde einfach nicht erwachsen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 238

    Ich werde einfach nicht erwachsen

    Hallo liebes Forum,

    erst einmal, hier geht es nicht um die verspielte Seite meines ichs (ich weiß nicht mal, ob es das noch gibt), sondern um jene, die nicht gleichwertig mit Erwachsenen kommunizieren kann.

    Ich bin 35 und im November 2014 habe ich die Diagnose ADHS bekommen und mich sofort auf das Thema gestürzt, es erörtert, mich reflektiert, an mir gearbeitet ...
    Mit der Diagnose wurde ich in der ARGE ins Fallmanagment vermittelt, wo ich schon für Januar 2015 eine therapeutische Maßnahme angeboten bekam.
    Diese Maßnahme habe ich als sehr gut empfunden - insbesondere im Gegensatz zu den Maßnahmen, die ich zuvor hatte. Dort wurde wirklich mit den Teilnehmern gearbeitet und nach Lösungen gesucht. Ich fand es gut, weil ich erst mal nicht alleine mit mir und meiner Diagnose da stand.

    Nachdem ich mich 3 Monate total reingehangen habe, war nach den 3 Monaten die Luft komplett raus. Ich konnte an der ca. 10 Minutigen Bewegungstherapie morgens nicht mehr teilnehmen, die ich anfangs toll fand. Ich liebe es zu tanzen. Ich konnte nur mit Mühe an der Gruppentherapie teilnehmen, habe mich oft aufs Sofa gesetzt, was die Ruhezone ist. Sitzt man dort, wird man nicht aufgefordert, an irgendetwas teilzunehmen, was gerade in der Gruppe passiert. Ich habe die 4 Stunden Therapiezeit, 3 mal die Woche und die 6 Stunden praktische Zeit zwei mal die Woche nicht mehr durchgehalten. Nach 3 Monaten wars für mich gelaufen. Ich bekam eine Sonderregelung, dass ich gehen könne, wann ich wolle, wichtig war, dass ich komme, da ich sogar ein paar Tage "schwänzen" vorzuweisen hatte, was ich seit dem Ende meiner Schulzeit nicht mehr getan habe. Ich habe eigentlich ein großes Pflichtbewusstsein meinem Arbeitgeber gegenüber, was die Therapie in gewisser Weiße auch für mich war. Ich bin vollkommen in mein jugendliches Ich zurück gefallen.

    Selbst in dieser Zeit habe ich viel an mir gearbeitet. Ich habe mich darüber informiert, wie man erwachsen wird und bin Strategien angegangen. Teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass ich erwachsen werde, aber letztenendes war es nur Einbildung. Ich habe es mir wahrscheinlich nur intensiv genug eingeredet.

    Nach einem halben Jahr war die Maßnahme vorbei und im August begann meine Verhaltenstherapie.
    Auch meinem Therapeuten gegenüber fühlte ich mich wie ein Kind, so wie allen Respektspersonen gegenüber. Ich sprach das Thema an... ich sprach alles an, was mir einfiel, nur nicht immer sofort. Manche Dinge vielen mir schwerer als andere, für die brauchte ich ein paar Sitzungen, aber letztenendes sprach ich alles an, auch die Tatsache, dass ich mich wie ein Kind ihm gegenüber fühle.
    Als ich bei dem Therapeuten begann, bat ich darum, dass ich immer einen Tag vor dem Termin angerufen werde, weil ich Angst hatte, ihn zu vergessen. Als ich das Problem ansprach, war vielleicht ein Monat vergangen, vielleicht auch 2. Ich weiß nicht mehr den genauen Wortlaut, aber mein Therapeut meinte, dass ich mich durch den Anruf seiner Sekräterin selbst in diese Kindrolle versetze, da ich die Verantwortung abgebe. Also stornierten wir die Anrufe. Erwachsener fühlte ich mich dadurch ihm gegenüber aber nicht.

    Durch die Empfehlung meines Therapeuten begann ich im August an einem anderen Programm der Maßnahme teilzunehmen, bei der ich im ersten halben Jahr war (die oben genannte). Es handelt sich um eine Maßnahme, bei der ich einen Tag in der Woche für 3 Stunden mit meiner Tochter zum gemeinsamen Kochen und spielen und einen Tag für 3 - 3,5 Stunden zum Reden über- und Lösungen suchen für meine Probleme hingehe.
    Auch diese Sache fand ich gut, wenn bisher auch wenig erfolgreich für mich (mein Ziel dort ist Struktur, wegen meines Chaoses bin ich dort hin). Aber es hilft mir schon, raus zu müssen, einer Verpflichtung nachgehen zu müssen.
    Dort fühle ich mich meistens schon etwas weniger wie ein kleines Kind, weil ein freundschaftlicheres Klima zwischen den Therapeuten und den Teilnehmern gepflegt wird, als beim Therapeuten in der Verhaltenstherapie. Dennoch fühle ich mich oft bei Problemen nicht ernst genommen. Gestern erst war es besonders schlimm. So schlimm, dass ich heute über SMS noch einmal mein Problem erklärte (ich bin im Schreiben besser, als im Reden) und erklärte, dass ich mir für die nächste Woche erst einmal einen Krankenschein besorgen werde. Ich möchte nicht erzählen, worum es geht, aber letztlich hat man mich kaum zu Ende erklären lassen, es wurde vorschnell geurteilt. Ich bekam auch Lösungsvorschläge, die ich auch angehen werde, aber momentan fühle ich mich so unwohl, dass ich dort dieses Problem überhaupt angesprochen habe, dass ich erst mal lieber fliehen möchte (mittels Krankenschein), als mich den Leuten zu stellen.

    Mein Kopf routiert seit gestern wieder über mich. Ich möchte eine Lösung finden, aber ich habe das Gefühl, dass ich einfach nicht erwachsen werden kann. Ich kann mich nicht so geben, dass die Leute in mir eine gleichwertige, ernstzunehmende Erwachsene sehen. So sehr ich mich auch bemühe, was ich oft tat. Ich habe in der Therapie einiges über das innere Kind gelernt. Wie es sich äußert, wie ich es selbst bemerke, wie ich ich mein erwachsenes Ich "benutze". Das scheint alles nichts zu bringen. Ich habe gelernt, meine Probleme anzusprechen und Lösungen zu suchen, ist erwachsen, wenn ich mich aber meinen Gefühlen hingebe (wohlgemerkt innerhalb einer wichtigen Kommunikation - seine Gefühle zu zeigen ist wichtig, aber wenn ich für mich einstehen möchte, muss ich sie kontrollieren [nicht unterdrücken] und auf einer Basis reden, mit der mein Gesprächspartner etwas anfangen kann), pampig bin oder gar nichts sage, dann bin ich "im Kind". Das tue ich für mein Empfinden! Ich spreche meine Sorgen bei den Leuten, von denen ich denke, dass sie in der Lage sein könnten, mir zu helfen, an und für mein Empfinden auch auf erwachsener Ebene.
    Anscheinend täusche ich mich dabei aber gewaltig, denn ernst genommen werde ich von niemandem.
    Mein Therapeut hat mir wochenlang als einzigen Tip für mein Chaosproblem empfohlen, dass ich ein Photo einer aufgeräumten Küche an meinen Kühlschrank hängen soll. Ich habe es versucht, habe ihm erklärt, dass es mir nicht hilft, dass nicht mein Problem darin liegt, mir vorzustellen, wie schön meine Wohnung sein kann. Ich glaube, er hat angenommen, dass ich einfach keine Lust habe, mitzuarbeiten.

    Ich weiß gerade einfach nicht weiter. Ich hasse es, wenn ich nicht ernst genommen werde. Früher hat es mich wütend gemacht und das habe ich den Leuten gezeigt, später habe ich ihnen den Rücken gekehrt. Das sind aber alles keine Lösungen, die mir etwas bringen. Wäre ich von niemandem abhängig, wäre es vermutlich egal. Was die Kassiererin im Supermarkt von mir denkt, ist mir egal. Sie kann meinetwegen ein kleines Kind in mir sehen, aber bei Ämtern und Chefs ist mir wichtig, dass ich ernst genommen werde.


    Meinen Therapeuten habe ich übrigens nicht mehr. Generell ist in meiner Gegend ein ADHS-Therapeut nicht zu finden. Vielleicht kann jemand eine klinische Therapie empfehlen, bei der man mit ADHS gut aufgehoben ist?

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.210

    AW: Ich werde einfach nicht erwachsen

    Du, ich hab jetzt wenig Zeit, aber wie sieht es mit Medikation aus?

    Ich frage mich, wie es mir ergangen wäre, hätte ich eher damit angefangen. Gut, ich bin ganz gut durchgekommen, war auch noch eine andere Zeit. Aber man befindet sich auf einem schmalen Grad.

    Dass ich mit gut 60 viel jünger und frisch auf andere wirke, stört mich kein Bisschen.

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 238

    AW: Ich werde einfach nicht erwachsen

    Helfen mir Medikamente erwachsen zu werden?

    Aktuell bin ich nicht bereit für Medikamente. Ich lebe so natürlich wie möglich - das betrifft meine Körperpflege, meine Wohnungsreinigung und meine Fortbewegungsmethoden. Mir fällt diesbezüglich noch viel zu viel schwer konsequent umzusetzen (besonders bei der Nahrung). Bei Medikamenten ist das nicht der Fall. Ich will einfach keine Chemie in mir haben. Ich habe mir lange, sehr lange den Kopf darüber zerbrochen, habe mich nach meiner Diagnose sogar direkt auf Methylphenidat gestürzt, weil ich einen Hoffnungsschimmer sah. Ich habe es schnell wieder abgesetzt, weil ich mich damit nicht wohl gefühlt habe. Nicht mal körperlich. Ich sah aber nur noch die potentiellen Nachteile.
    Ich bitte darum, dieses Thema hier nicht weiter einzugehen. Ich habe wirklich lange Zeit hin und her geschwankt und bin letztlich doch immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass ich keine Medikamente möchte, solange ich keine Gefahr für meine Mitmenschen darstelle. Daran wird sich in der nächsten Zeit auch nichts ändern.

    Um jung und frisch wirken geht es mir hierbei nicht. Das ist nun wirklich nicht mein Problem. Auch die jugendliche Ausstrahlung nicht. Mir geht es ausschließlich um ernsthafte Kommunikationen und meine Ausstrahlung in diesen.

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.210

    AW: Ich werde einfach nicht erwachsen

    Ich werde dich nicht in Medikamente quatschen, abgesehen davon, dass wir aus Chemie bestehen.

    "Erwachsen" wird man durch Medikamente nicht, aber man kann sich besser konzentrieren, kann Reize besser filtern und einiges mehr. Allerdings ist die Einstellung nicht ganz einfach. Häufig wird mit einer recht hohen Dosis begonnen.

    Tut mir leid, dass mein Beitrag nicht hilfreich war.
    Ich wünsche dir, dass du bald einen Therapeuten findest, der sich mit ADHS wirklich auskennt. Dein behandelnder Arzt konnte dir nicht weiter helfen?

    Du kannst hier im Forum fragen oder gucken, ob es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe gibt. Beim ADHS Deutschland gibt es auch eine Telefonberatung.

    Alles Gute
    Gretchen

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Ich werde einfach nicht erwachsen

    Blaustern schreibt:
    Helfen mir Medikamente erwachsen zu werden?

    Aktuell bin ich nicht bereit für Medikamente. Ich lebe so natürlich wie möglich - das betrifft meine Körperpflege, meine Wohnungsreinigung und meine Fortbewegungsmethoden. Mir fällt diesbezüglich noch viel zu viel schwer konsequent umzusetzen (besonders bei der Nahrung). Bei Medikamenten ist das nicht der Fall. Ich will einfach keine Chemie in mir haben. Ich habe mir lange, sehr lange den Kopf darüber zerbrochen, habe mich nach meiner Diagnose sogar direkt auf Methylphenidat gestürzt, weil ich einen Hoffnungsschimmer sah. Ich habe es schnell wieder abgesetzt, weil ich mich damit nicht wohl gefühlt habe. Nicht mal körperlich. Ich sah aber nur noch die potentiellen Nachteile.
    Ich bitte darum, dieses Thema hier nicht weiter einzugehen. Ich habe wirklich lange Zeit hin und her geschwankt und bin letztlich doch immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass ich keine Medikamente möchte, solange ich keine Gefahr für meine Mitmenschen darstelle. Daran wird sich in der nächsten Zeit auch nichts ändern.

    Um jung und frisch wirken geht es mir hierbei nicht. Das ist nun wirklich nicht mein Problem. Auch die jugendliche Ausstrahlung nicht. Mir geht es ausschließlich um ernsthafte Kommunikationen und meine Ausstrahlung in diesen.
    Diese Statements von dir wirken auf mich sehr "erwachsen"! Nüchtern, klar, reflektiert, entschieden, ..., ohne Schnörkel und Blümchen. So dass es hier den Anschein hat, dass du die von dir gewünschte Ausstrahlung und Ernsthaftigkeit durchaus auf Lager hast.

    Deshalb frage ich mich, ob es weniger um die Fähigkeit geht (erwachsen kommunizieren, so wie du es dir wünscht) als eher um die S i t u a t i o n, in welcher du diese Fähigkeit einsetzen möchtest?

    Sind face-to-face Situationen in dieser Hinsicht für dich schwieriger als - wie in deinem Posting oben - schriftliche Kommunikation?

  6. #6
    ellipirelli

    Gast

    AW: Ich werde einfach nicht erwachsen

    was IST "erwachsen"?? Generell, nicht nur auf Medikamente bezogen?

    ich bin Mitte 50--- und immer noch nicht da, wo der Großteil der Gesellschaft in dem Alter wohl mehrheitlich ist..
    Wird wohl nix mehr..
    Doof..
    Nicht immer einfach...
    Aber: Ich!!
    Mut zur Lücke

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: Ich werde einfach nicht erwachsen

    was IST "erwachsen"?? Generell, nicht nur auf Medikamente bezogen?
    Innerhalb gesellschaftlicher Konventionen souverän und etabliert.

    Eher als Kurzfassung oder Skizze zu sehen.
    Natürlich ist es Interpretationssache und ohnehin relativ.
    Ganz abgesehen davon, wie "erstrebenswert" einige Spielarten des "Erwachsenseins" nun sein sollen.
    Denn darüber lassen sich regelrecht Tausende von Fässern aufmachen, ohne Chancen, da jemals zum Ende zu kommen...

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Ich werde einfach nicht erwachsen

    Mein "bester" Freund sagte einmal zu seiner Frau (da war ich 50zig): "Du weis doch, wenn Mario (ich) dabei ist, dann muss ich auf zwei Dreijährige aufpassen (der andere war sein Sohn)"

    Ich war nie erwachsen und werde es wohl auch nie werden (bin dennoch relativ vernünftig). Erwachsen wollte ich nie werden und werde es wohl auch nie werden. Viele beneiden mich sogar um mein "kindliches Verhalten".

    Ich liebe dieses kindliche an mir und möchte es auch gar nicht "los werden"........für wem auch?

    Wenn ich mir die "erwachsene Welt" anschaue, da kann etwas "kindliches" sicherlich nicht schaden.

    Ich hatte auch nie den Eindruck, dass ich Medikamente nehmen "muss" oder zum Psychiater gehe weil ich "krank" bin, sondern eher um an der "kranken Welt" angepasst zu werden und sie einen diesen "Dreck" aufdrängen

    Wenn ich mir den Zustand dieser "erwachsenen Welt" anschaue, dann kann man nur froh sein, wenn man noch etwas kindliches in sich hat
    Geändert von spacetime ( 9.06.2016 um 21:23 Uhr)

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 238

    AW: Ich werde einfach nicht erwachsen

    Gretchen, nach einer Selbsthilfegruppe habe ich auch schon gesucht. Habe mich auch auf eine Warteliste von der Uni setzen lassen, die eine Gruppe starten wollten. Da stehe ich nun seit Februar drauf und habe noch keine Rückmeldung.
    Im Internet habe ich schon Anfang des letzten Jahres eine Selbsthilfegruppe gefunden, allerdings steht dort, dass die Gründer weggezogen sind und die Gruppe deshalb derzeit nicht aktiv ist. Das nun schon seit über einem Jahr. Ich habe seither mehrmals versucht anzurufen. Auf dem AB habe ich immer von einem Ingeneurbüro die Rede. Da mir kürlich eine Therapeutin von der Maßnahme, in der ich aktuell bin, ganz begeistert genau diese Adresse gegeben hat, dachte ich mir, dann gehe ich wenigstens mal zu der Zeit dort hin, die auf der Webseite steht. Ich gehe nicht gern auf gut Glück dahin, aber da ich davon ausgehe, dass mir sonst vorgeworfen wird, dass ich nicht engagiert genug bin, bin ich hingefahren. Nada. Es war keine Menschenseele da.

    Hier gibt es irgendwie gar nichts, was mit ADHS zu tun hat (zumindest für Erwachsene nicht). Weder kundige Therapeuten, noch Gruppen.
    Ich kann wohl selbst eine Selbsthilfegruppe gründen mit irgendeiner Organisation als Hilfe. Die würden anscheinend die Räume zur Verfügung stellen. Dazu brauche ich aber einerseits noch einen zweiten Diagnostizierten ADHSler als Startvorraussetzung und andererseits kann ich überhaupt nicht organisieren. Außerdem bin ich der antriebslose Typ. Regelmäßigkeit ist etwas, was mir nicht gerade leicht fällt. Ich könnte nicht gewährleisten, regelmäßig anwesend zu sein, um das zu tun, was man als Gründer einer solchen Gruppe zu tun hat.


    Luzie, das kann durchaus sein, dass es mehr um die Situation geht. Im Schreiben bin ich gut. Hier kann ich klar denken und noch während dem Schreiben darüber reflektieren, was ich von mir gebe (esseidenn ich bin wütend). Von Angesicht zu Angesicht bin ich ganz anders. Ich bin unter Menschen generell viel nervöser und mein Denken liegt weit unter meinem Niveau. Dinge mit denen ICH mich beschäftige und in begeisterter Stimmung meinem Freund berichte, kann er anderen Menschen viel besser nahe bringen als ich. Ich komme immer so rüber, als wüsste ich gar nichts. Ich bringe in Gesprächen die Inhalte durcheinander, die ich für mich allein auswendig kann.
    Bei meinem Freund geht mir das auch so, aber irgendwie fällt es mir bei ihm trotzdem leichter, am Ende der Unterhaltungen das gesagt zu haben, was ich wirklich sagen wollte. Bei anderen habe ich nicht das Gefühl, dass mir das gut gelingt. Auch deshalb, weil mir die Leute eher reinreden und ich mich dann nicht behaupten kann. Wenn mein Freund mir reinquarkt, dann kann ich damit umgehen. Dann werde ich notfalls lauter, eventuell auch er, bis irgendwann einer die Geduld aufbringt, dem anderen zuzuhören. Bei anderen Menschen ziehe ich mich dann eher zurück (innerlich) und lasse sie labern. Bringt ja nichts, wenn ich meine Stimme denen gegenüber erhebe. Dann werde ich nur als unhöflich abgetan.


    "Mut zur Lücke". Nett gescrhieben Könnte ich für mich und meine Familie bleiben, würde es mir vermutlich prima gehen, aber ich muss ja am gesellschaftlichen Leben teilnehmen
    Ich kann mich ja auch wunderbar in Menschenmengen aufhalten. Dort macht es mir nichts aus, unsichtbar zu sein. Aber eben,
    wenn ich für mich selbst einstehen will. Wenn ich etwas bewirken möchte, was mich weiter bringen soll, dann stört es mich schon, nicht für voll genommen zu werden.
    Kennt jemand diese Doku über die frühzeitliche Menschenaffenart Australopeticus affarensis? Es gibt sicher mehrere, ich weiß nicht mehr, wie sie hieß :/ Es begann mit einem 3-jährigen Affanrensiskind, dessen Mutter gestorben war und nun um seinen Platz in der Gemeinschaft kämpfen muss. Seine Mutter hätte noch einiges zu tun gehabt, ihm Sozialverhalten beizubringen und die anderen Gruppenmitglieder fühlten sich dafür nicht zuständig. Es hatte es ziemlich schwer, Anschluss zu finden.
    Genauso geht es mir seit ich denken kann ^^


    Spacetime, das ist eben genau das kindliche, was ich nicht meine.

  10. #10
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Ich werde einfach nicht erwachsen

    Ich bin unter Menschen generell viel nervöser und mein Denken liegt weit unter meinem Niveau.
    Es sieht so aus, als läge hier dein Hase im Pfeffer.

    Unsicherheit - nicht Unreife, könnte das beiu dir der Fall sein?


    Mach es deshalb besser als dieser Betrunkene, der seinen Haustürschlüssel unter der Laterne sucht weil es dort hell ist - und nicht an der Stelle, wo er ihn tatsächlich verloren hat.

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