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Diskutiere im Thema Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 37

    Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    Hallo zusammen

    Leider vermeide ich alles, was mir unangenehm ist. Vor allem Situationen, die mir Angst machen und vor denen ich nervös bin, gehe ich aus dem Weg. Mein Therapeut meint, das liege an meiner Unsicherheit und an meinen Ängsten und nicht an ADHS. Angst lähmt ja bekanntlich.

    Ein gutes Beispiel sind Dates. Freunde von mir sind zwar auch häufig nervös vor gewissen Situationen wie beispielsweise Dates, aber sie vereinbaren trotzdem immer wieder mal ein Date. Ich hingegen vermeide Dates, wie ich nur kann. Auch wenn ich eine nette Person im Internet kennenlerne, kann ich mich nicht zu einem Date aufraffen.

    Ich komme bei vielen Dingen einfach nicht ins Handeln. Mir geht es auch bei Aktivitäten so, die zwar unangenehm sind, aber keine Angst machen. Ob Fitnesstraining, Aufräumen oder Bürokram, ich vermeide auch dort. Daher denke ich, dass dieses Vermeidungsverhalten eher am ADHS liegt. Ich kenne mehrere Angstpatienten, die vermeiden nicht so stark wie ich.

    Kennt ihr ein solch starkes Vermeidungsverhalten auch und denkt ihr, es liegt eher am ADHS oder an den Ängsten? Hilft euch MPH um solche unangenehme Dinge in Angriff zu nehmen?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 142

    AW: Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    Hallo,

    das kenne ich von mir auch. Mein Psychiater meinte allerdings, daß das schon am ADHS liegt. Sehe ich eigentlich genauso.
    Ich würde es aber nicht Vermeidungsverhalten nennen, sondern Motivationsproblem.
    Bei mir ist es auch so, daß ich sogar Dinge, die ich eigentlich möchte und nicht tun müsste, dann nicht auf die Reihe bekomme und vor mir herschiebe!
    Und ich hasse das

    Vermeidungsverhalten kenne ich von meinem Sohn. Er tut z.B. Dinge nicht, weil er Angst hat, er schafft es nicht oder genügt den Ansprüchen nicht (auch seinen eigenen).
    Aber auch da hieß es bei der Diagnostik, daß es typisch wäre bei ADHS.
    Ich merke bei ihm durch MPH eine deutliche Verbesserung dieses Verhaltens. Ich denke, er merkt jetzt, daß er doch was schaffen kann und vermeidet dadurch auch weniger. Traut sich mehr zu. Die Konzentration ist besser...Dieser typische Negativkreislauf ist durchbrochen.

    Bei mir merke ich hingegen keine allzu große Verbesserung

  3. #3
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    Vermeiden und Aufschieben ist schon für Adhs nicht untypisch. schließt natürlich nicht aus, dass es bei dir einen Zusatzeffekt geben kann.


    Ein Stück weit ist es schlicht menschlich. Aber bei Adhsler oft ausgeprägter.

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    ich habe auch damit zu kämpfen, versuche es in den Griff zu kriegen, aber die Tendenz ist definitiv da. Vermeidung sorgt bei mir idR für Aufschieberitis

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 89

    AW: Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    Dieses Vermeiden kenne ich von mir auch sehr gut. Ich nehme schon einigen Jahren MPH und ich merke, wie es mir auch bei meiner Unsicherheit geholfen hat. Ich vermeide nicht mehr so viel. Ich bin viel lockerer im Kontakt mit anderen geworden. Und auch so bin ich viel selbstsicherer geworden. Und diese Selbstsicherheit bleibt auch bestehen, wenn ich mal kein MPH genommen habe.

    Gesendet mit Tapatalk

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    BElanna schreibt:
    Dieses Vermeiden kenne ich von mir auch sehr gut. Ich nehme schon einigen Jahren MPH und ich merke, wie es mir auch bei meiner Unsicherheit geholfen hat. Ich vermeide nicht mehr so viel. Ich bin viel lockerer im Kontakt mit anderen geworden. Und auch so bin ich viel selbstsicherer geworden. Und diese Selbstsicherheit bleibt auch bestehen, wenn ich mal kein MPH genommen habe.

    Gesendet mit Tapatalk
    ... und noch jemand..... ich nehme Ritalin erst seit einem Jahr, merke aber auch, dass ich etwas weniger vermeide und freiwillig unter die Leute gehe, auch wenn ich an Wochenende nichts einnehme.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 106

    AW: Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    Ja, das kenne ich auch nur zu gut!!
    V.a. im Studium hat sich eine enorme Versagensangst bei mir ausgebildet, dass ich mir vieles gar nicht zutraue und größere Prüfungen lieber wenn möglich schiebe oder aufteile. Ich könnte nie 2-3 Prüfungen innerhalbkürzester Zeit schreiben, mir ist unbegreiflich, wie andere das scheinbar locker schaffen. :-/

    Aber auch eigentlich harmlose Dinge, wie irgendwo anzurufen, vermeide ich gerne. Ich kann nicht einmal sagen, wieso.

  7. #7
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    @monster1
    Interessant Dein Beitrag, da es bei mir genauso ist. Meine Vermeidungshaltung ist auch extrem ausgeprägt. Oft sind es ganz "normale" Dinge ich ich einfach total aufschiebe oder gar nicht erst tue (wichtige Dinge erledige ich aber immer, um nicht in Schwierigkeiten zu kommen).

    Ich hatte oft ein "komisches" Gefühl, wenn ich Dinge erledigen wollte oder musste, wo mir erst seit kurzen bewusst wurde, dass es wohl Ängste sind, so dass ich es überhaupt nicht erledigt habe. Es ist schwer zu erklären und oft nicht verständlich, dass man immer und immer wieder Dinge vermeidet, die für andere ganz normal sind.

    Es sind manchmal so "normale" Dinge, die man vermeidet, dass man (ich) gar nicht erklären möchte.
    Geändert von Atze (10.06.2016 um 20:08 Uhr) Grund: Link entfernt

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    Bei mir ist das Vermeidungsverhalten auf stark ausgeprägt. Und ich denke es liegt an eine Mischung aus Ängsten und ADS.

    Als ADSler muss man sich für manche Sachen mehr überwinden bzw. reagieren ADSler in manchen Sachen emotionaler,
    bzw. das Emotionen nicht richtig verarbeitet werden ist auch eine gewisse Kernsymbtomatik.. die eben auch zu solchen Sachen wie Impulsivität und Überreizung führen. Und das kann dann viel schneller zu einer emotionale Blockaden führen als bei Nicht-ADSLern ... und das führt wiederum dazu, dass wir Dinge vor uns herschieben.


    Angstpatienten sind auch gut Vermeider.. dh. wenn Du beides hast Ängste und ADS, dann wird beides Dein Vermeidungsverhaltne verstärken.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    Hallo,
    ja, mag wie "Motivationsproblem" aussehen, aber da streicht man wieder was schwarz an, was man auch neutral bzw. korrekt (!) beschreiben, auffassen, bewerten und fühlen kann: ist ja Hyperfokus-typisch, die Motivation unterdurchschnittlich selbst steuern zu können ( https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperfokus ) . Ämterkram usw. machen viele so nebenher; ich lass da mehr zusammenkommen, find ich aber nicht schlimm: hab eine Mappe dafür und arbeite das dann gern an einem Stück ab, wenn es Zeit wird, nötig ist und mich nervt es tierisch, wenn dieser Kram von andern so hoch gehängt wird, als gäb's nichts wichtigeres:

    "Ablenkbarkeit" ist da ein größeres Problem: Will ich was abarbeiten, dann besteht die größte Gefahr darin, dass irgendwas "Wichtigeres" ins Blickfeld rutscht.

    "Angst" z.B. vor Zurückweisung oder Versagen bei Leistungsdruck kann schon blockieren. Find ich nicht ADHS-typisch. Blockaden fühlen sich aber anders an, als bewusstes Vermeidungsverhalten und lassen sich teilweise auflösen.

    Bewusstes Vermeidungsverhalten find ich selten:

    Gegen echtes "Fluchtverhalten", wie das hier ( https://de.wikipedia.org/wiki/Fluchtverhalten ) - mit Adrenalinschüben usw., die einfach verdammt anstrengend sind, find ich schwierig auf Dauer anzugehen; Mut- und Überwindungsproben ja, aber das tagtäglich zu erwarten oder einen Beruf zu wählen, bei dem das täglich so ist, find ich absoluten Quatsch. Wer da von "Vermeidungsverhalten" spricht, will einem m.E. seine Erwartungsprojektion drüberstülpen und das wird auf Dauer unmöglich, so zu tun, als wäre das nicht-so-können kein wiederkehrendes Persönlichkeitsmerkmal. V.a. wenn sich die Ausschüttung von Adrenalin warum auch immer nicht legt, was dann auch als Warnsignal seinen Sinn hat: Wer soll was davon haben, wenn man dauernd gestresst ist, deshalb nicht mehr schläft. Wie soll man das durchhalten und was nutzt das dem Umfeld?

    Unbewusste Flucht vor Problemen sind Alternativhandlungen wie alle Formen von Sucht - nicht nur Drogen wie - auch emotionale Abhängigkeiten, die aus Hilfslosigkeitsgefühlen kommen und die Reifung verzögern. Was wichtiges kann man auch alleine machen, aber mich nervt, dass dabei zuwenig gesehen wird, dass es um Fähigkeiten dazu geht und nicht um eine Lobhudelei von Individualismus. Mich nervt, wenn schnottrig solche Begriffe rumgeschmissen werden, ohne zu klären, worum es wirklich geht.

    Wer seit über 30 Jahren praktisch alles alleine macht, dem braucht kein Psychologe mehr sagen, er könne was alleine nicht: Wenn du in Beziehungen steckst, wo sich keine Gegenseitigkeit einstellt und z.B. auch Hilfsbereitschaft, wenn's zeitlich einfach zuviel wird... Dann hat es seinen Grund, wenn man irgendwann die Schnauze voll hat, alles allein zu machen und das keine Freude mehr macht, wenn Klugscheißer nichts sehen, was getan wird, nichts tun, klugscheißend alles optimierend beratschlagen und nichts tatsächlich Nützliches tun und den Schauplatz verlagern mit so Quatsch wie "Vermeidungsverhalten", um den schwarzen Peter wieder einem andern hinzuschieben.


    Wenn es viel ist und es auch Sinn macht, etwas entschieden zu tun, dann hilft mir, die Reihenfolge aufzuschreiben, nachdem die to-do's klar sind: Dann bekommt es bei mir einen Platz im Gesamtplan, sonst sind die To-do's zu diffus nebeneinander.

    Lg
    Geändert von Loyola (11.06.2016 um 18:05 Uhr)

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Vermeidungsverhalten - Unsicherheit oder ADHS?

    Ich kenne das auch zur Genüge und versuche besonders nerviges zu delegieren auch wenns was kostet: Steuererklärung machen,Fahhradreifen flicken z.b.oder ich schiebe es eben bis zur letzten Minute.Aber dann bin ich auch motiviert und mache es.

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