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Diskutiere im Thema Vorhersehbares Verhalten im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    Vorhersehbares Verhalten

    Hallo miteinander

    Ich habe ein sehr großes Problem mit meiner Wut. Wenn mich etwas tierisch aufregt, raste ich komplett aus und schreie auch schon mal Leute an. Wie in meiner Vorstellung bereits geschrieben, gab es auch schon bereits Situationen, wo meine Wut derart die Kontrolle über mich übernommen hatte, dass es bereits zu auschreitungen wie schlagen, beißen, Griffe um den Hals usw. gekommen ist...

    Und nun zum eigentlichen Thema: wenn ich ein Verhalten von jemandem hasse und ich diese Person so gut kenne, dass ich bereits im Vorraus weiß, dass diese Person genau so handeln wird, genügt das bereits um mich derart in Rage zu bringen, dass ich die Person anschreie sie soll mich in Ruhe lassen etc. Und das bevor sie überhaupt die Chance hatte, das zu tun was ich hasse.

    Ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich das in den Griff bekommen soll. Einfaches runterzählen nützt bei mir in den Moment gar nix...

    Ist so ein Verhalten überhaupt noch normal?

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 212

    AW: Vorhersehbares Verhalten

    Hi Romina,

    Ist so ein Verhalten normal?

    Der "normal" Begriff is sinnlos. Wenns bei dir passiert ist es bei dir normal. Es hat einen Grund wie es dazu kommt.

    Prinzipiell ist es meist eine sehr von der Ursache entkoppelte Symptomatik.
    Irgendwas passt nicht. Irgendwelche Bedürfnisse sind nicht erfüllt.

    Irgendwas führt dazu dass du dich von der Aussenwelt abgrenzst und es ist dieselbe Ursache, die zu Wutausbrüchen führt.

    Meist hat es was damit zu tun, dass einem Erfahrungen fehlen, wie man was geleistet hat worauf man selbst stolz ist.

    Oder Erfahrungen, die einem Angst gemacht haben sich selbst zu sein. Was du in deiner Vorstellung beschrieben hast klingt sehr danach. Du hast dir antrainiert, die erwarteten Rollen Hüllenhaft zu spielen, bist nicht als dein wahres du akzeptiert worden. Dieser Grundzustand ist ein neurochemischer Grundzustand im Hirn der eigentlich einer Defensivstellung bei einem offenen Angriff eines Fremden gleicht.

    Und weil dein Gegenüber kein offensichtlicher Feind ist und dennoch diesen Mechanismus scheinbar fast unbegründet triggert, drückt sich das in Hilflosigkeit bzw. blinder Wut und Rage aus.


    Der Fokus sollte nicht sein, die Wut zu unterdrücken, oder "zurechtzukommen" in der Welt. Sondern ein Umfeld finden, worin du dich selbst öffnen, zeigen und ausleben kannst.
    Und wahrscheinlich, wenn du dich schon soo lange versteckt hast, musst du zuerst mal selbst wieder irgendwie das Gefühl dafür kriegen, wer du wirklich bist...

    Schade, dass es dazu keine Anleitung gibt, von ersten Schritten zum Erfolg.
    Aber sooo viele haben das Problem, und bei vielen äussert es sich erst viel zu spät.

    Aber was garantiert hilft ist dir viel Zeit zu nehmen und den Mut nie verlieren :-) Auch wenn es heisst wieder paar Leute zu prügeln und beissen xD wenn du keine Angst oder schlechtes Gewissen haben musst, und du das Gefühl hast, ok zu sein, egal wie du bist, egal, wie sehr du dich gerade verfahren hast, ist das mal ein Anfang.

    Es hilft leider auch nichts, wenn du dieses Gefühl nur auf eine Partnerschaft begrenzt erfährst. Die Grenze zur Aussenwelt muss da irgendwie fallen. Es ist nur die Angst, welche die Grenze hochhält.
    Und mit der hab ich auch immer noch zu kämpfen :-P je nach Situation.
    Aber manchmal ist es nicht die eigene Schuld. Weil wenn man mit Menschen zu tun hat, die einem wirklich nicht so nehmen können, wie man ist, dann macht man halt direkt diese Erfahrungen.
    Nur muss man die Grenzen dann nur um genau diese Personen legen und nich um sich selbst herum, weil man dann glaubt nicht mehr in die Welt zu passen.

    Man selbst passt immer in die Welt nur wer andere unpassend fühlen lässt erzwingt kurzzeitig, dass er selbst unter Quarantäne gesteckt werden muss. xD Drum ist das OK ;-)

    greetz Gordn

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Vorhersehbares Verhalten

    GoodDevil schreibt:

    Und nun zum eigentlichen Thema: wenn ich ein Verhalten von jemandem hasse und ich diese Person so gut kenne, dass ich bereits im Vorraus weiß, dass diese Person genau so handeln wird, genügt das bereits um mich derart in Rage zu bringen, dass ich die Person anschreie sie soll mich in Ruhe lassen etc. Und das bevor sie überhaupt die Chance hatte, das zu tun was ich hasse.

    Ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich das in den Griff bekommen soll. Einfaches runterzählen nützt bei mir in den Moment gar nix...
    An deiner Stelle würde ich mich mit dem Thema Dissoziation auseinandersetzen. Anscheinend fährt bei dir in bestimmten Situationen ein Programm heraus, das mit der tatsächlichen Situation nichts zu tun hat.

    Aus der Traumatherapie hat sich die Anwendung von sog. Skills gut bewährt. Diese sind meistens an Sinneswahrnehmungen gekoppelt. Zum Beispiel hat eine Freundin von mir immer einen kleinen Stofftier (Elephant) bei sich, der mit ihrem Lieblingsparfum Parfum getränkt ist. Wenn sie merkt, dass sie in einer ihr bekannten Situation abdriftet, dann holt sie das Stofftier raus und riecht dran. Es holt sie in die Gegenwart zurück und sie aussoziert damit ein Beruhigungsgefühl. Es klingt etwas seltsam, es funktionniert aber.

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Vorhersehbares Verhalten

    Vielen Dank GordnFreeman und Dropkick für eure Antworten!

    In diese Richtung habe ich bisher eigentlich noch nie gedacht, ich dachte immer, dass wäre bloß ein Ausdruck dafür, wie schwer ich mich unter Kontrolle halten konnte.
    Hab mich auch mit Dissoziation beschäftigt (hatte ich vorher, ehrlich gesagt, noch nie was davon gehört) und vor allem auch mit Persönlichkeitsabspaltung. Es wäre im Grunde genommen möglich, dass sich durch mein frühkindliches Traumata (Bestrafungen, Schläge für mein "unangemessenes Verhalten"usw. ) und das über Monate hinweg, ein Teil von mir abgespalten hat, der in mir drinnen schlummert, auch wenn mir das nicht direkt bewusst ist. Bestimmte Situationen, sind dann der Auslöser dafür, dass dieser eine Teil zum Vorschein kommt, und ich fühle mich wieder in Bedrängnis. Heutzutage überfallen mich dann heftige Wutanfälle, die mich auch komplett "im Griff" haben, und die ich auch nicht kontrollieren kann. Es fühl sich dann immer so an, als hätten diese Gefühle derart die Kontrolle über mich, dass nicht mehr ich diejenige bin, die agiert, sondern als könnte ich bloß passiv dabei zusehen, was diese Gefühle mit mir anstellen. Dabei ist es doch eigentlich quatsch? Kann nicht jeder selber entscheiden, wie er reagiert?


    Bin etwas verwirrt ehrlich gesagt.


    Mir ist es auch schon öfters aufgefallen und ich hab auch schon des Öfteren Rückmeldungen dafür bekommen (es ist also nicht nur mir aufgefallen), dass es in mir irgendwie "verschiedene Persönlichkeiten" gibt. Es ist zum Teil Zufall, zum anderen Teil aber auch abhängig von der Situation und von den Personen die mich umgeben, welcher Teil davon in mir zum Vorschein kommt. So passiert es mir öfters, dass ich in gleichen oder sehr ähnlichen Situationen, teilweiße komplett anders und widersprüchlich reagier als in anderen Situationen. So anders, dass ich mich selber nicht einmal einschätzen kann, wie ich reagier, es überrennt mich förmlich. Ich ändere auch des Öfteren Meinungen um 180°, abhängig davon, mit wem ich darüber diskutiere. Und jedes Mal, wenn ich zu einem Thema einer Meinung bin, kann ich nicht nachvollziehen, warum ich jedes mal anderer Meinung sein konnte und umgekehrt.

    Wird mich auf jeden Fall noch mehr damit beschäftigen.
    Bis dahin viele liebe Grüße von einem eigentlich ganz lieben Teufelchen ^^

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 212

    AW: Vorhersehbares Verhalten

    GoodDevil schreibt:
    Dabei ist es doch eigentlich quatsch? Kann nicht jeder selber entscheiden, wie er reagiert?
    Hahahaha nein das definitiv nicht, man kommt sich nur meistens so vor :-) . . . .

    heheh fällt mir grad auf, dein Status sagts ja eh^^


    Man hat nur die Möglichkeit mit viel Energieaufwand seinen Grundzustand im Hirn und die Synapsenverbindungen so zu legen dass man vielleicht in der nächsten Situation automatisch nicht mehr so reagiert. Aber Umwelt hat immer der größeren Einfluss, darauf wie sie im moment liegen und wie sie wirklich umgelegt werden. Speziell mit größerer Reizoffenheit.

    GoodDevil schreibt:
    Mir ist es auch schon öfters aufgefallen und ich hab auch schon des Öfteren Rückmeldungen dafür bekommen (es ist also nicht nur mir aufgefallen), dass es in mir irgendwie "verschiedene Persönlichkeiten" gibt.
    Jop die gibt es immer, auffällig wirds nur wenn es zu starke Grenzen zwischen denen gibt.
    Und unvorteilhaft wirds, wenn du die Grenzen so legst, dass eine nur die "Angst, Wut" Auslöser kennt :-/
    Aber ist das nur abstrakt und gibt eventuell die schädigende Illusion her, dass diese Persönlichkeiten fix wären, ein eigenes Ich hätten und sich als Persönlichkeit selbst schützen würden - sehr unvorteilhaft.

    Ich kenne jemanden, der das so gemacht hat :-/ Somit ist es fast unmöglich die "Persönlichkeit" wegzukriegen, die eh genau diese Schutzfunktionalität beinhaltet und sich vor allem abgrenzen will diesen Wut Modus oft triggert, der oft nachhallende negative Auswirkungen nach sich zieht. Wobei das Nachhallen ein Input ist, der die Schutzfunktionalität wieder aktiviert. In Wahrheit ist es eine der liebsten coolsten und vernünftigsten Personen die ich kenn. Aber auch ich habs dann geschafft die Schutzfunktionalität zu aktivieren :-(...

    Es sind immer nur Nervennetzwerke, die sich nach belieben wieder verändern und neu vernetzen können.

    GoodDevil schreibt:
    Es ist zum Teil Zufall, zum anderen Teil aber auch abhängig von der Situation und von den Personen die mich umgeben, welcher Teil davon in mir zum Vorschein kommt. So passiert es mir öfters, dass ich in gleichen oder sehr ähnlichen Situationen, teilweiße komplett anders und widersprüchlich reagier als in anderen Situationen.
    das mach ich auch... es verwirrt die Menschen manchmal, aber ist voll ok. Mein wahres Ich ist wo dazwischendrin, jeder momentane Ausdruck ist halt fehlerhaft.
    Wobei das kommt auf die Interpretierenden drauf an. Manche Menschen wissen was ich meine, auch wenn ich grad was zu sehr von der einen oder der anderen Seite ausgedrückt hab.
    Weil sie sehen können worauf ich hinaus will. Sowohl im momentanen Ausdruck als auch im Sein.
    Suche Menschen, die genau dazu bereit sind. Das sind äussere Einflüsse die dich direkt, ohne Aufwand von deiner Seite, trotz ständiger Fehler im Ausdruck, mehr zu einer Einheit vernetzen lassen.

    GoodDevil schreibt:
    So anders, dass ich mich selber nicht einmal einschätzen kann, wie ich reagier, es überrennt mich förmlich. Ich ändere auch des Öfteren Meinungen um 180°, abhängig davon, mit wem ich darüber diskutiere. Und jedes Mal, wenn ich zu einem Thema einer Meinung bin, kann ich nicht nachvollziehen, warum ich jedes mal anderer Meinung sein konnte und umgekehrt.
    D.h. entweder sind die Grenzen schon sehr stark gezogen, oder du hast in einem oder beiden Fällen eher das Gegenüber reflektiert, oder musstest umbedingt die Kontraposition einnehmen^^

    Es ist weniger relevant ob du abschätzen kannst wie du reagierst, als welche Meinung du mit all deinen Teilen für wirklich richtig hälst.
    Was "rauskommt" in bestimmten Situationen, ist halt verfälscht durch zu viele Einflüsse und soll dir nicht die Illusion erschaffen, dass es wirklich "du" zu dem Zeitpunkt warst. Das "du" ist das was nach schier unendlichen Interaktionen mit der Umwelt in dir zurückbleibt. Was du dann nur sehen kannst wenn Stille herrscht.
    Sein "ich" ist natürlich auch nur eine Abstrakte Illusion, du kannst dich natürlich auch entscheiden aufzutrennen in mehrere Ichs usw. aber ich komme nur mit 1nem Ich klar, aber dazu musst du in der Stille reflektieren dich selbst vernetzen und schaffen das nach aussen zu tragen, was da dabei rausgekommen ist.

    Nimm dir Zeit vernetze wieder deine Einzelteile synchroniziere dich zu einer "Einheit" (jeder andere ist auch nur auf dem Weg dahin oder auf Irrwegen und entfernt sich davon) und nur die Interaktionen mit der Umwelt bringen dich dann effektiv weiter, weil nur dadurch festigt sich was davon.

    Die Umwelt kann dich komplett Irre machen, indem sie dir Angst macht genau das zu tun, bzw. negatives Feedback dabei zurückgibt gibt, wenn du gerade geschafft hast ein ehrlicheres zusammenhängenderes Du zu sein.

    Pass auf deine Umwelt auf. Im September ist es DIE Chance für dich und sei dir immer bewusst, mehr als du die Umwelt ändern kannst kannst du dich in ihr herumbewegen.
    Den Menschen einfach auszuweichen, die dir nicht gut tun in der Richtung, ist eine gute Lösung.

    Garnicht mehr auf Menschen zuzugehen ist fatal, weil du dann eher nur deinem momentanen Status Quo ausgeliefert bist. Bzw. wenn niemand dich kennt, wird auch niemand es schaffen dir angemessenes Feedback zu geben, welches dir hilft Du zu werden.

    greetz Gordn

    PS: weils mich nicht loslässt, sorry, dass ich so eine vielleicht "dozierende" Position in dem Text einnimm xD
    Die Illusion des Ichs kann extremst verschieden ausschauen. Ich denk im genauesten Fall ist man "das Gefühl im moment". Aber hier hab ich das Ich gemeint, was eine Mischung zwischen wer man sein kann und wer man sein will darstellt.
    Geändert von GordnFreeman ( 3.06.2016 um 02:08 Uhr)

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Vorhersehbares Verhalten

    Hallo GoodDevil,
    hast du schon mal über eine stationäre Behandlung nachgedacht? Könnte mir vorstellen, dass es dir weiterbringen würde, deine Baustellen mit fachlicher Hilfe anzugehen.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 291

    AW: Vorhersehbares Verhalten

    GordnFreeman schreibt:
    Ist so ein Verhalten normal?

    Der "normal" Begriff is sinnlos. Wenns bei dir passiert ist es bei dir normal.
    Also, sorry, aber in dem Fall ist deine Aussage einfach Grütze. Der Punkt, wo man anderen schon um den Hals mit den Händen greift, schlägt und beißt ist schon lange jenseits von dem, was normal ist! Auch gesetzlich!

    @GoodDevil
    Ich werde dir eine lange geschwurbelte Antwort ersparen, in dem ich so tue, als ich dir wirklich mit Internetwissen helfen kann, und sage dir direkt: geh zum Arzt. Ich sage dir sehr politisch inkorrekt, dass das nicht normal ist (wobei das nicht unbedingt "schlecht" oder "verwerflich" bedeutet). Du sagst selber, runterzählen hilft nicht und du fühlst dich schon vor der Situation gereizt. Das müsste dir selber zeigen, dass du sonst Hilfe brauchst.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 212

    AW: Vorhersehbares Verhalten

    Rosaleen schreibt:
    Also, sorry, aber in dem Fall ist deine Aussage einfach Grütze.
    Joa eh, dem kann ich bei der gefallenen Formulierung und so wie's du interpretierst hier gar nicht mal wirklich widersprechen xD...
    Trotzdem ist der "normal" Begriff sinnlos.

    Rosaleen schreibt:
    Der Punkt, wo man anderen schon um den Hals mit den Händen greift, schlägt und beißt ist schon lange jenseits von dem, was normal ist! Auch gesetzlich!
    Unabhängig davon. In einem bestimmten Zustand ist es "normal" dass man das macht, dass dieser Zustand nicht oft vorkommt und von der Gesellschaft nicht akzeptiert wird, ist klar.

    Etwas als nicht normal zu benennen, hilft nur Menschen die von aussen zuschauen und sich nix schern. Dadurch müssen sie sich nicht über den sonderbar scheinenden Zustand den Kopf zerbrechen.

    Ist es "normal" dass ein Wassertropfen über einer heissen Herdplatte schwebt? - Kann vorkommen, kann nicht. Es gibt für beides Gründe und Wege, dass es dazu kommt.
    Ungefähr das hab ich damit gemeint :-)
    Und habs deswegen gesagt, weil ich diese Abgrenzeng und der implizite Zwang "normal" zu sein sehr wahrscheinlich Teilursache ist. Nicht direkt aber halt über die verkettung von Zuständen.

    wenn ich ein Verhalten von jemandem hasse und ich diese Person so gut kenne, dass ich bereits im Vorraus weiß, dass diese Person genau so handeln wird, genügt das bereits um mich derart in Rage zu bringen, dass ich die Person anschreie sie soll mich in Ruhe lassen etc. Und das bevor sie überhaupt die Chance hatte, das zu tun was ich hasse.
    In genau diesem Fall vielleicht, dass das Verhalten der Person, eine Art unterbewussten Neid aufkommen lässt, wegen dem Kontrast selbst immer gespührt und danach gelebt zu haben, dass man nicht vergnügt sich sein darf/durfte - weil man immer noch in dieser Abschottung, scheinbar auch zersplittert, verborgen unter einer Hülle, die für andere "akzeptabel" zu sein scheint lebt. Unter der Angst, das was schlimmes passiert, wenn man wieder zuviel von sich blicken lässt, wovor man sich schützen muss. Schon ist vielleicht der Splitter Aktiv, der einfach die ganze Welt hasst, speziell das was der eine jetzt tun wird, weil er einfach erselbst in diesem moment ist und es deswegen so klar ist was er tut. Wenn dann der Neurochemische Zustand eintritt, wo die harmonisierenden und verhaltenskorrigierenden Mechanismen des Hirns gehemmt werden, passiert dann halt genau das. Im besten fall eh, dass angeschrien wird.
    Wenn diese Regionen ganz ausgeschaltet sind, was man bei jedem Menschen unabhängig der Persönlichkeit/en durch bestimmte Reizeabfolgen von aussen eigentlich machen kann. Hat der Mensch keine solche Kontrolle mehr. Und dann ist prügeln, beissen oder einfach umfallen "normal".

    Es ist komplett egal, dass das nicht alles 100% stimmt oder wasauchimmer, aber ich denke es hilft wenn sich Romina nicht auf die Linderung der Symptome wie die Wutausbrüche oder das "nicht normal sein, das korrigiert werden muss" versteift. Sondern vielleicht eine Welt verschiedener möglicher Verkettungen von Zuständen sieht, die zum einen erklären können wie's dazu kommt und zum anderen dadurch einen Lösungsraum aufspannen, der um einiges größer ist als was ein Arzt machen kann.

    Der Arzt kann sicher helfen, aber nicht, wenn man so hin geht: "Ich bin nicht normal, korrigier mich!"
    Der großteil muss sowieso selbst im eigenen Leben gemacht werden.

    Der einen Freundin, von der ich oben auch geschrieben hab, haben keine der Ärzte oder Klinikaufenthalte wirklich geholfen. Im Endeffekt haben die eher die temporäre Symptomatik mit Medikamenten unterdrückt und es langzeitmässig dadurch vielleicht sogar vereitelt dass sie Selbstkontrolle kriegt, auch dadurch dass sie die "Abnormalität" in Krankheitsbilder in ihrem Kopf gefestigt haben, womit sie sich teilweise als Gestörte identifiziert hat. Und mit den Medikamenten wurde verhindert, dass sie lernen konnte das Netzwerk selbstständig zu verändern. Wobei ja... wenn das Umfeld nicht zulässt, dass man das tut, weil jeder sich nur denkt: "Es ist nicht normal, korrigier dich und geh zum Arzt!" weil nicht bereit die wirkliche Person zu sehen, sondern nur den Teil der gerade rüberkommt möglichst komfortabel für die eigene Welt interpretieren will... was soll man da machen?
    Es ist doch zum heulen eigentlich :-(

    In der Situation braucht man einen sicheren Raum, wo man die Hüllen fallen lassen kann um die Angst wegzukriegen. Prinzipiell ist ein Psychotherapeut schon ein solcher Raum.
    Aber es gibt hinderliche Umstände:
    1. Man hält sich um größenordnungen intelligenter als der Therapeut.
    2. Man vertraut dem Therapeuten überhaupt nicht.
    3. Therapieraum und Realität sind verschiedene Welten.

    Besser ist Menschen zu finden, die man schätzt, denen man vertraut, die einem eher so nehmen wollen wie man ist und nicht wie man am bequemsten für sie ist.

    Schon wieder so viel worden... ^^
    Geändert von GordnFreeman ( 3.06.2016 um 02:00 Uhr)

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Vorhersehbares Verhalten

    GoodDevil schreibt:
    Hab mich auch mit Dissoziation beschäftigt (hatte ich vorher, ehrlich gesagt, noch nie was davon gehört) und vor allem auch mit Persönlichkeitsabspaltung. Es wäre im Grunde genommen möglich, dass sich durch mein frühkindliches Traumata (Bestrafungen, Schläge für mein "unangemessenes Verhalten"usw. ) und das über Monate hinweg, ein Teil von mir abgespalten hat, der in mir drinnen schlummert, auch wenn mir das nicht direkt bewusst ist.

    Bin etwas verwirrt ehrlich gesagt.
    @GoodDevil,

    Was du da beschreibst, hat mMn mit adhs nichts zu tun, sondern geht eher in Richtung PTBS. Du tust dir keinen Gefallen, wenn du versuchst, allein damit klarzukommen. Dich darüber zu informieren ist schon gut, aber das Wissen und die Erfahrung, wie damit umzugehen, hast du nicht. Ich rate dir, so schnell wie möglich professionelle Hilfe aufzusuchen. Ich würde fast sagen, jetzt! Sofort!

  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 123

    AW: Vorhersehbares Verhalten

    @ Dropkick...Naja, Wutanfälle können schon auch durch mangelnde Impulskontrolle entstehen. Welches ja zu ADS passen könnte. Aber wir können ja hier keine Diagnosen stellen. Von daher....


    Aber Wutanfälle kenne ich an mir selber auch. Wenn man wie bei mir sein Leben lang nicht ahnt, was falsch läuft, lernt man ja vieles zu kompensieren. Meine in Kindheit und bis hin zur späten Jugend hin schon legendären Ausraster waren da schon mit einer der größten "Aufgaben", die es zu steuern gab.

    Früher ist da schon mal Blut geflossen, heute habe ich einfach viele Vermeidungsstrategien, damit einfach nichts passiert außer dass mal eine Tür so laut "geschlossen" wird, dass die Glasscheibe der Tür nicht merkt, dass der Weg zu ende ist und diesen noch ein paar Meter weiter verfolgt.

    Nicht zuletzt deshalb habe ich als Jugendlicher einige Monate in einem Heim für schwer erziehbare Kinder verbracht. Ich habe die Wutanfälle aber nach und nach unter Kontrolle gebracht.

    Ich habe gelernt, die Voranzeichen zu erkennen und flüchte dann einfach, sofern möglich, aus dieser Situation, oder wenn das nicht geht, lasse ich einen Brüller los, bevor es eskaliert. Kann ungemein befreiend sein, so einen Brüller. Insbesonders, wenn er noch gar nicht richtig in die Situation passt, da dann auch die Umwelt reagiert.

    Ende der Ansprache, wer noch mag, kann ja folgendes Beispiel lesen:

    Ich spiele leidenschaftlich gerne, wenn auch mit bescheidenen Erfolg, Snooker, eine Billardvariante mit recht großen Tisch.

    Ich habe mir sogar einen eigenen Tisch gekauft und in einer Spielothek, mit dessen Inhaber ich mich recht gut verstand, aufgestellt. Nun muss man wissen, dass das Ding nicht gerade wie eine Tischtennisplatte einfach aufstellbar ist. Das Teil wiegt über eine Tonne, die Spielfläche besteht aus 5 Schiefertafeln, die jede ca. 180 kg wiegen und sauber verspachtelt werden müssen, bevor ein Bezug drauf kommt. Der Tisch selber, Renovierung und Aufstellen hat mir rund 2000 Euro gekostet. Alles war gut.

    6 Monate, nach dem ich den Tisch aufgestellt habe, gab es einen üblen Streit mit der Schwester des Inhabers. Dieser Streit hat schon lange geschwelt. Diesmal war er so übel, dass ich nahe dran war, die Kontrolle zu verlieren. Bevor es soweit war; ich kenne mich ja mittlerweile so gut, dass ich merke, wenn es eng wird; habe ich die Spielothek verlassen und nur noch einmal 2 Monate später betreten.

    Nach diesen 2 Monaten habe ich mit meinen Mitarbeitern den Tisch abgebaut, wobei ich sicher gestellt habe, dass die betreffende Schwester nicht vor Ort war. Jetzt liegt das Teil zerlegt in der Garage und wird demnächst mit viel Verlust bei Ebay verhökert.

    Diese Spielothek werde ich auch nie wieder betreten, solange der Inhaber bzw seine Schwester vor Ort ist.

    Drastisch? Sicher! Aber eben auch genau dies...nämlich sicher ... für alle Beteiligten. Keiner wurde verletzt, keiner wurde geschädigt, ich habe nur ein bisschen Geld verloren.

    Natürlich fühle ich mich gemein behandelt, und beim Schreiben brodelt es schon wieder innerlich. Ich habe den Streit ja nicht angefangen. Ich habe auch nichts unrechtes gemacht. Ich wollte nur einen Platz, wo ich mein Hobby frönen kann.

    Aber jede andere Aktion wäre fatal gewesen.

    Ich hoffe jetzt, dass, sofern die Diagnose entsprechend ausfällt, mir geholfen werden kann, einfach etwas gelassener zu bleiben.

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