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Diskutiere im Thema Autofahren im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 723

    AW: Autofahren

    Stimmt: Selbstüberschätzung beim Autofahren ist lebensgefährlich. Für ADHSler gleich doppelt. Zum einen, weil sie dies häufig tun und zum anderen wegen der mit ADHS einhergehenden Defizite beim Autofahren. Ich denke, schon die Leben von vielen ADHSlern sind im Straßengraben geendet. Da fällt mir ein: der Bruder von Russel Barkley ist als junger Mann im Auto verbrannt ( als Fahrer glaube ich). Wenn der mal nicht ADHSler war. Woher kommt eigentlich das Interesse von Barkley an ADHS? Ich mutmaße, weil es ADHS bei Barkley in der Familie gibt.

    Abseits davon: Ich fühle mich durch diesen Thread bestätigt in meiner Aussage, dass viele Rennfahrer leicht- bis mittelgradige ADHSler bzw. eher adult subklinische ADHSler sind. Michael Schumacher und sein Klon Sebastian Vettel. Aber eben wohl nur leicht- bis mittelgradig jeweils.

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.822

    AW: Autofahren

    Wieso bestätigt dich das? Weil sie einen Sport machen, der mit schnellen Autos zu tun hat?

    Bei Rennfahrern gehört sehr viel Konzentration, vorausschauendes Denken, und auch absolutes Halten an Regeln dazu. Das ist sozusagen überlebenswichtig. Was soll da auf ADHS schliessen lassen? Die Schnelligkeit? Das Auto?

  3. #13
    Chef - Knuddler

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.450

    AW: Autofahren

    Ach du liebe Zeit,noch mehr Fremd-und Ferndiagnosen! Auf Basis der Aussage vonwie viele Leut' waren's diesmal hier?

    Wie wäre es als nächstes mit Motocrosssportlern,Apnoetauche rn,Free-Climber oder Fallschirmjägern/springern? Einfach mal entsprechend umhören.

    SCNR

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.799

    AW: Autofahren

    ChaotSchland schreibt:
    Da fällt mir ein: der Bruder von Russel Barkley ist als junger Mann im Auto verbrannt ( als Fahrer glaube ich). Wenn der mal nicht ADHSler war.
    War er und der Unfall wird auch seiner ADHS zugeschrieben, auch von ihm selbst, denn zum Zeitpunkt des Unfalls hat er die Medikation ausgesetzt und Alkohol konsumiert, Barkley selbst schilderte das schon öfter, u.a. auch in einem Vortrag und im oben verlinkten Artikel.
    Ob er verbrannt ist, weiß ich nicht, Barkley selbst erzählte, dass es daran lag, dass er keinen Sicherheitsgurt angelegt hatte und mit Gurt den Unfall sehr wahrscheinlich überlebt hätte.
    Er hatte auch schon vorher oft Tickets wg. nicht angelegtem Gurt bekommen ...

    ChaotSchland schreibt:
    Woher kommt eigentlich das Interesse von Barkley an ADHS? Ich mutmaße, weil es ADHS bei Barkley in der Familie gibt.
    Wie erwähnt war sein Zwillingsbruder betroffen und es gibt weitere Fälle, ich meine, er erwähnte mal seine Nichten.
    Er hat aber schon 1977 seine Doktorarbeit der ADHS gewidmet, in der es um die Wirkung von Medikamenten bei Kindern ging, die dann auch eine Auszeichnung, den Distinguished Dissertation Award bekam.
    Sein Bruder verstarb aber erst 2006.

    In dem verlinkten Additude- Artikel wird auch etwas mehr auf Autofahren und ADHS eingegangen.

    creatrice schreibt:
    Bei Rennfahrern gehört sehr viel Konzentration, vorausschauendes Denken, und auch absolutes Halten an Regeln dazu. Das ist sozusagen überlebenswichtig. Was soll da auf ADHS schliessen lassen? Die Schnelligkeit? Das Auto?
    That's the point ... (und BTW volle Zustimmung)

    Das Eine ist die Suche nach dem Kick, dem Adrinalin, aber im Gegensatz zu dem, was man vordergründig glauben mag, sind diese Menschen hochprofessionell, haben eine unglaubliche Selbstbeherrschung und höchste Selbstdisziplin und handeln eben nicht aus Impuslen heraus, sondern wohldurchdacht, vorbereitet und extrem gut trainiert.
    Die Tatsache, dass sie die Veranlagungen dazu haben ist das eine, aber es bedarf einer konsequenten Umsetzung, um da hin zu kommen und das geht nur, wenn man Herr über seine Exekutiven Funktionen und Selbstregulation ist.

    Leute, die Jackass-Filmchen machen und am Ende in Sendugnen wie "Science of Stupid" landen, denen mag ich das schon eher zutrauen, aber wer glaubt, dass diese Profi's darunter fallen, hat entweder die Störung nicht verstanden oder nicht genug Kenntnis davon oder schaut zu oberflächlich .... oder es ist eine Mischung aus allem, kann na klar auch sein ... oder hat ADHS ...

    Ich kenne z.B. einige der besten Piloten, sowohl Kunstflug, wie auch Kampfpiloten etc.
    Das sind alles keine Draufgänger a'la Tom Cruise in Top Gun ..., sondern sehr besonnene und vernunftgesteuerte Menschen mit einer unglaublichen Disziplin und sie wissen sehr genau, was sie und wie sie etwas machen, sind extrem gut vorbereitet und trainiert und um all das hinzubekommen, bedarf es schon einiger Disziplin und Beharrlichkeit, also Persistenz.

    Man könnte natürlich anführen, und das ist auch nicht falsch, dass ADHS-Betroffene sich ja sehr wohl mit Bestand einer Sache widmen können, wenn sie sie sehr interessiert und dort auch sehr gute Leistungen erbingen können.
    Aber das dürfte hier wohl kaum zutreffen, denn hier geht es um einen gewaltigen Themen- und Tätigkeitskomplex, der abzudecken ist.
    Und das über Jahre konsequent durchgehend ...
    Allein die körperliche Fitness erfordert ein äußerst diszipliniertes und hartes Training ... über Jahre hinweg.
    Und das Alles muss auf das eine Ziel gerichtet sein, das Fahren.
    Das sind alles in allem schon recht anspruchsvolle Anforderungen u.a. an die Exekutivfunktionen und an die Fähigkeiten zur Selbstregulation etc ...

    Damit will ich nicht ausschließen, dass es möglich ist, aber die Wahrscheinlichkeit halte ich für gering und die üblichen Argumente, die scheinbar dafür sprechen, sind mir in den allermeisten Fällen viel zu oberflächlich und leicht zu hinterfragen.
    Geändert von Fliegerlein (28.04.2016 um 15:53 Uhr) Grund: Satz ergänzt

  5. #15
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 910

    AW: Autofahren

    Also ich fahre eigentlich recht gerne Auto und mag es, bei schönem Wetter mit guter Musik gemütlich auf der Autobahn auf der rechten Spur im Pulk mitzufahren. Da habe ich wohlo genau die richtige Mischung aus Anspannung und Entspannung.

    Generell ist es so, dass ich meiner Aufmerksamkeit und Wahrnehmung nicht so ganz 100% traue, deshalb bin ich eine vorsichtige und defensive Fahrerin. Ich überhole auf Landstraßen nichts außer Treckern, lasse mich auf keine Kraftspielchen mit anderen Autofahrern ein und rechne nicht nur mit meiner eigenen Blödheit, sondern vor allem mit der Blödheit von anderen.

    40 Jahre Führerschein und Autofahren - 0 Punkte.

    Da meine Augen langsam schlechter werden, lasse ich es zunehmend, bei Dunkelheit + Regen zu fahren, denn da sehe ich einfach nicht mehr gut genug finde ich.

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.799

    AW: Autofahren

    Wer interessiert und des Englischen einigermaßen mächtig ist:

    Es gibt Aufzeichnungen von den Vorträgen die Barkley am CADDAC gehalten hat, auf deren Seite.

    Einfach dem Link folgen und dort im Player den Ordner "Impairments and Treatments - Barkley" öffnen und dort den Clip "ADHD Impairments in interpersonal lives" anklicken.
    Der Part, in dem er über das Autofahren erzählt, beginnt bei 09:27.
    Bei 14:48 erzählt er auch vom Unfall seines Zwillingsbruders.
    (EDIT: Er schildert dort übrigens, dass sein Bruder aus dem Auto geschleudert wurde und dabei starb)

    Ist vielleicht ganz interessant.
    Geändert von Fliegerlein (28.04.2016 um 16:03 Uhr) Grund: Edit zugefügt

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 723

    AW: Autofahren

    Da ist Fliegerlein mal wieder zumindest in Aspekten besser informiert und mehr im Detail als ich

    Langjährige Disziplin trotz der Defizite bei den Exekutivfunktionen: Rekordolympionike Michael Phelps mit über 20 dortigen Goldmedaillen und der Sprintstar und dortige Bad Boy Justin Gatlin (letzterer im Sprinter-Greisenalter von 34 der einzige ernst zu nehmende Konkurrent von Usain Bolt) haben beide eine öffentliche und offiziell dokumentierte ADHS-Diagnose. Sowohl die Leistungen von Phelps als auch Gatlin erfordern langjährige Disziplin und Training. Bei Leistungssportlern mit ADHS ( zu Leistungssportlern zählen auch Rennfahrer) fließt auch sozusagen die emotionale Aufgewühltheit, die innere Unruhe durch ADHS in den Leistungssport und wird dort abgelassen. Lindsey Vonn (zwar ohne öffentliche ADHS-Diagnose) wäre auch so ein mustergültiger Fall dazu.
    Das hier nur, um dagegen zu argumentieren, dass es langjährige Disziplin und langfristige strategische Planung bei ADHS wegen der defizitären Exekutivfunktionen nicht gäbe.

    Hochgradige ADHSler wird man in der Formel-1 wohl niemals finden, die ADHS-bedingten Defizite beim Autofahren wären dort zu überwiegend.

    Beim Formel-1-Rennen findet sich wie in nem anderen Thread geschrieben ein viel höheres Niveau der Alertheit, der Vigilanz, als im normalen Straßenverkehr. Und da kann der (leicht- bis höchstens mittelgradige) ADHSler seine Stärken dann wieder ausspielen. Nämlich die souveräne Reaktion im Notfall (völlig konträr zum Alltag). Die Eigenschaften also, die auch Tom Hartmann mit der Hunter-Farmer-Theorie im Grunde meint.
    Nicht unbegründet sollen sich viele leicht- bis mittelgradige ADHSler finden unter Notärzten, Feuerwehrmännern, Polizisten.

    @ Fliegerlein: für dich als Pilot: die Notwasserung durch Chesley Sullenberger im Hudson River, wenn das mal nicht zu tun hatte mit eben dieser tendenziell souveränen Reaktion im Notfall durch ADHS. Chesley Sullenberger: " Es war surreal." In solchen extremen Notfallsituationen denkt der ADHSler tendenziell ( ich weiß nicht, ob man das allen Menschen mit ADHS generell zuschreiben kann) nur das, was zählt in diesem Moment und sonst gar nichts.
    Genau dieser Mechanismus, den ich mir mal neurobiologisch habe erklären lassen, läuft auch ab bei Menschen mit (leicht- bis mittelgradigem) ADHS in der Formel-1.

    Menschen mit ADHS und der normale Straßenverkehr: die Probleme durch ADHS sind nicht zu ignorieren und klar erkennbar. Je stärker das ADHS, desto stärker wohl auch die Probleme. Anscheinend kann man durch Übung, Übung, Übung und bzw. viel Fahrpraxis auch da einiges kompensieren. Habe ich auch an mir selber so festgestellt, Ihr hättet mal erleben sollen, was für einen Scheiß ich mit 18 bis 20 Jahre zusammengefahren bin. Heute darf ich mich als guten Autofahrer bezeichnen. Aber auch heute kenne ich meine speziellen Regeln, die ich unbedingt beachte. Kompensation durch Wissen sozusagen.

    ADHS und MPU für PKW-Führerschein: wird ja immer öfters von den Behörden verlangt.
    Die ganzen Ü-80-Rentner fahren fast alle noch Auto und keiner muss zur MPU, obwohl da ganz viele nicht mehr bestehen würde. Die immer häufigere MPU für junge ADHSler ist bei dem Vergleich ein Skandal.

    Hier im Forum schrieben schon hochgradige ADHSler, die einen PKW-Führerschein haben aber trotzdem sich nie trauen, Auto zu fahren. Mal abgesehen, dass der PKW-Führerschein ne absolute Schlüsselqualifikation ist, ohne die einem ganz vieles verwehrt bleibt, ist diese Einstellung ein perfekter Weg, sich selber klein zu reden. Ich appelliere zu Selbstkonditionierung und Selbstwirksamkeit. Ein paar Jahre Fahrpraxis und man kann auch als hochgradiger ADHSler Auto fahren, auch wenn man seinen Hintergrund niemals vergessen sollte.

    Nachtrag: ( ich schreibe das jetzt als Nachtrag, damit Fliegerlein nicht dazu verleitet wird, wieder eine ellenlange Antwort zu formulieren):
    Michael Phelps: Es gibt aber nur einen einzigen Menschen mit über 20 olympischen Goldmedaillen und der heißt Michael Phelps und hat ganz zufällig ADHS.
    Über Diego Maradona, Zinedine Zidane, Lionel Messi und all die anderen hab ich hier schon des öfteren geschrieben.
    "Trotz" ADHS und nicht "wegen" ADHS? ....Na ja,...

    Zu Chesley Sullenberger und der Notwasserung im Hudson River: Das kann man ursächlich so interpretieren, wie Fliegerlein es hergeleitet hat, genauso gut aber kann man es ursächlich so interpretieren, wie ich es ausgeführt habe....
    Die tendenziell souveräne Reaktion im Notfall bei ADHS: ich habe mir den neurobiologischen Mechanismus dazu mal erklären lassen, habe das aber nicht mehr parat und kann es insofern nicht widergeben. Einleuchtend war das damals aber definitiv. Es gibt da übrigens anscheinend sehr wohl wissenschaftliche Untersuchungen dazu.
    Geändert von ChaotSchland (28.04.2016 um 21:02 Uhr)

  8. #18
    like a Hobo...

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 640

    AW: Autofahren

    Ich liiiiiebe Autofahren.
    Habe noch nie selber einen Unfall verursacht.
    Bin eher, milde ausgedrückt, flott unterwegs. Das ein oder andere kostenpflichtige Foto gibt es auch von mir. Aber hab noch nie den Lappen abgegeben.

    Meinen Führerschein habe ich im ersten Anlauf bestanden. Wobei Theorie damals schon nicht leicht für mich war.

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.799

    AW: Autofahren

    ChaotSchland schreibt:
    Da ist Fliegerlein mal wieder zumindest in Aspekten besser informiert und mehr im Detail als ich
    Och ... nicht nur in Aspekten würd ich sagen ...


    ChaotSchland schreibt:
    Langjährige Disziplin trotz der Defizite bei den Exekutivfunktionen: Rekordolympionike Michael Phelps mit über 20 dortigen Goldmedaillen und der Sprintstar und dortige Bad Boy Justin Gatlin (letzterer im Sprinter-Greisenalter von 34 der einzige ernst zu nehmende Konkurrent von Usain Bolt) haben beide eine öffentliche und offiziell dokumentierte ADHS-Diagnose. Sowohl die Leistungen von Phelps als auch Gatlin erfordern langjährige Disziplin und Training. Bei Leistungssportlern mit ADHS ( zu Leistungssportlern zählen auch Rennfahrer) fließt auch sozusagen die emotionale Aufgewühltheit, die innere Unruhe durch ADHS in den Leistungssport und wird dort abgelassen. Lindsey Vonn (zwar ohne öffentliche ADHS-Diagnose) wäre auch so ein mustergültiger Fall dazu.
    Das hier nur, um dagegen zu argumentieren, dass es langjährige Disziplin und langfristige strategische Planung bei ADHS wegen der defizitären Exekutivfunktionen nicht gäbe.
    Hach .....
    Ich weiß ja nicht, wie oft ich das noch schreiben soll oder ob ich noch mal wieder Barkley und andere zitieren soll oder ob ich einfach langsam müde werde, immer wieder gegen das selbe Stigma zu argumentieren ....
    Den Teil aus dem (übrigens selben wie dem verlinkten) Vortrag von Barkley, in dem er genau darauf eingeht und auch Phelbs und andere namentlich eingeht, ist doch hier schon durchgehend bekannt und verlinkt und auch Dir bekannt ...

    Das stete Wiederholen ein und derselben Phrasen macht sie nicht wahrer ...

    Aber weils so schön ist, nocheinmal:
    Ja, ADHS-Betroffene können sehr wohl erfolgreich sein.
    Nein, sie sind es nicht wegen ihrer ADHS, sondern trotz ihrer ADHS.
    Warum wurde schon zu Hauf erklärt und ich mache mir wirklich nicht mehr die Mühe, das jetzt wieder durchzukauen ... laaaangweilig ...


    ChaotSchland schreibt:
    Hochgradige ADHSler wird man in der Formel-1 wohl niemals finden, die ADHS-bedingten Defizite beim Autofahren wären dort zu überwiegend.
    Beim Formel-1-Rennen findet sich wie in nem anderen Thread geschrieben ein viel höheres Niveau der Alertheit, der Vigilanz, als im normalen Straßenverkehr. Und da kann der (leicht- bis höchstens mittelgradige) ADHSler seine Stärken dann wieder ausspielen. Nämlich die souveräne Reaktion im Notfall (völlig konträr zum Alltag).
    Nenn mir EINE, nur eine einzige Studie, die das belegt ....
    Die wirklich belegt, dass ADHS eine Stärke hervorbringt, also eine Fähigkeit, die bei ADHS-Betroffenen signifikant höher ausgeprägt ist, als bei Kontrollgruppen ...

    Es ist müßig, das immer wieder durchzukauen, denn es gibt sie nicht.

    ChaotSchland schreibt:
    Nicht unbegründet sollen sich viele leicht- bis mittelgradige ADHSler finden unter Notärzten, Feuerwehrmännern, Polizisten.
    Selbst wenn wir davon ausgehen, das das zutrifft:
    Sind sie dort, weil sie spezielle Stärken besitzen, die speziell bei ADHS-Betroffenen zu finden sind oder sind sie dort zu finden, weil sie dort ihre persönlichen Stärken nutzen können, während sich in diesen Bereichen ihre ADHS-bedingten Beeinträchtigungen nicht so auswirken und sie deshalb besser oder gut zurechtkommen?

    Auch das zieht sich dorch schon durch etliche Threads und erlahmt langsam ....
    Niemand bestreitet, dass es Nischen gibt, in denen ADHS-Betroffene gut zurechtkommen.
    Aber diese Nischen zeichnet in der Regel aus, dass dort die Schwächen eines Betroffenen nicht so zur Geltung kommen.

    Das macht auch keinen Unterschied zum Rest der Bevölkerung.
    Das Eine ist der Bereich, in dem jemand talentiert ist und das andere der Bereich, in dem er nicht so talentiert ist und wenn man es schafft, in einen Bereich zu gelangen, in dem man seine persönlichen Stärken und Veranlagungen nutzen und fördern kann, während die persönlichen Schwächen weniger ins Gewicht fallen, ergibt das einen zufriedenen Menschen.

    Das hat nichts mit ADHS-Assoziierten Stärken zu tun ...
    Zitat Hischhausen: "Wenn ich ein Pinguin bin und in der Wüste steh, liegt's nicht an mir, wenn's nicht flutscht".

    ChaotSchland schreibt:
    @ Fliegerlein: für dich als Pilot: die Notwasserung durch Chesley Sullenberger im Hudson River, wenn das mal nicht zu tun hatte mit eben dieser tendenziell souveränen Reaktion im Notfall durch ADHS. Chesley Sullenberger: " Es war surreal." In solchen extremen Notfallsituationen denkt der ADHSler tendenziell ( ich weiß nicht, ob man das allen Menschen mit ADHS generell zuschreiben kann) nur das, was zählt in diesem Moment und sonst gar nichts.
    Genau dieser Mechanismus, den ich mir mal neurobiologisch habe erklären lassen, läuft auch ab bei Menschen mit (leicht- bis mittelgradigem) ADHS in der Formel-1.
    Gute Güte .....

    Ok ... ich mach mir mal die Mühe ...
    Zunächst mal:
    Ja ... das ist surreal, sehr sogar.
    Es ist ein Scheißgefühl, wenn Du in einer Maschine sitzt, in der plötzlich totale Stille herrscht ... während normalerweise die Motoren zu hören und zu fühlen sind ... und wie das surreal ist.
    Das, was danach kommt hat aber nichts mit dem zu tun, was Du beschreibst, sondern mit dem genauen Gegenteil.
    Das hat etwas mit Konditionierung zu tun.


    Es gibt den Spruch unter Fliegern:
    "Fliegen ist Dressur!"
    Und genau das triffts.

    Solche Fälle werden immer und immer und immer und immer wieder trainiert, bis Du sie, wenn man Dich nachts aus dem Schlaf reißt, blind abspulen kannst,.
    Das sind Prozeduren, streng nach Checklisten.
    Und das spulst Du ab.
    Das ERSTE, was Du Dir sagst, wenn Du in eine solche Situation kommst ist "First fly the aircraft" und genau das hat Sullenburger getan ... er hat sich auf das FLiegen konzentriert.
    Das zweite ist :
    "Such Dir ein Notlandefeld" (das macht man übrigens immer, auch wenn's noch so schön fliegt, das Fliegzeug)
    Das machst Du schnell und vergisst dabei nicht zu fliegen, denn die Zeit ist limitiert und Dir wird eingetrichtert, was genau Du zu berücksichtigen hast.

    Zum Beispiel, und das war eine klare und vollkommen korrekte Entscheidung, nicht umzukehren, sondern möglichst gerade weiterzufliegen und die nächste Möglichkeit einer Landung, einer Umkehrkurve vorzuziehen, denn die Umkehrkurve bedeutet den sicheren Tod (ich erkläre das jetzt nicht im Detail, jedenfalls nicht hier).

    Sullenburger hat ein trainiertes Programm abgespult, und zwar exakt so, wie er es auch hätte tun sollen und müssen, er hat genau nach dem agiert, was er immer und immer wieder antrainiert, dressiert, konditioniert bekam.

    Das schmälert keineswegs seine Leistung!!

    Und er hat einen äußerst klaren Kopf behalten, ist ruhig und sachlich geblieen und hat jede Emotion zur Seite gelegt und pragmatisch entschieden und gehandelt.
    Ein Flugzeug zu wassern ist eines der schwierigsten Verfahren in der Fliegerei, denn es erfordert eine unglaubliche Präzision und eine enorme Fähigkeit, die Ruhe zu behalten.
    Das Flugzeug muss in einem sehr exakten Winkel auf dem Wasser auftreffen, sonst sticht es entweder ins Wasser hinein oder schlimmer noch, und das ist das, was meist in der Vergangenheit passiert ist, es bricht durch die Wucht auseinander.

    Dass er alles richtig gemacht hat, ist zum Einen der Fähigkeit zu verdanken, dass er einen kühlen Kopf bewahren konnte (und seine Funksprüche und Ansagen bestätigen das deutlich) und dass er das konditionierte Programm abspulen konnte und das alles, hat nichts, aber auch gar nichts mit irgendwelchen ADHS-assoziierten Eigenschaften zu tun.

    Fliegen ist Dressur und wenn Du einen Notfall hast, dann spulst Du Dein Erlerntes und bis ins Rückenmark konditioniertes Programm ab und hälst Dich an die Notfallchecklisten, die Du genauso auf dem Kniebrett hast, wie die normalen.

    Natürlich muss man spontan entscheiden, unbedingt und sehr spontan.
    Aber das machst Du auf der Basis dessen, was man Dir während der Ausbildung und während des vorgeschriebenen fortdauernden Pilotentrainigs bis zum Erbrechen eingetrichtert wurde.
    Und natürlich klappt das nicht immer, sondern es werden auch falsche Entscheidungen getroffen und es werden auch richtige Entscheidungen getroffen, aber die Umstände standen gegen einen.
    Unfälle passieren nicht auf einem Grund, es findet immer eine Kette von Ereignissen ihren Lauf, meist sind es derer 7, das folgt sehr passend dem Schweizer Käse Modell von James T Reason.
    Hätte auch nur ein Ereignis aus der Kette nicht stattgefunden, wäre der ganze Zwischenfall nicht passiert.
    Im besagten Fall ist alles gut gegangen, gerade bei Wasserungen ist das sehr selten.

    Aber das lag nicht daran, dass hier eine Art ADHS-assoziiertes Denken stattfand.
    In Notfallsituationen entsteht Stress und Hochstress führt zu eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten und damit zur Einengung des Denkens, die Kunst ist, hier ruhig zu bleiben, das "Reptiliengehirn" ("zuschnappen oder weglaufen") auszublenden und rational zu bleiben und das kann man nur, wenn man so derart konditioniert ist, wie es Piloten nun mal sind/ sein müssen (klappt aber auch nicht immer, was die Vergangenheit leider immer wieder zeigt, es sind eben Menschen).
    Die Ruhe un die Sicherheit bekommt ein Pilot durch das Trainig, die Konditionierung.

    Was hier zählt, ist Konditionierung, so auch bei Formel 1 Fahrern, ... was nicht heißt, dass man jeden zum Formel 1 Fahrer konditionieren kann, da brauchts auch einiges an Talent dazu, inkl der Fähigkeit, mehrere Reize gleichzeitig zu verarbeiten, und zwar deutlich mehr, als ein normaler Autofahrer (3 - 4, gegenüber ca. 8 bei einem Profifahrer) und nein, auch das ist kein ADHS-Privilleg ... die berüchtigte Annahme, dass ADHS-Betroffene multtaskingfähig sind, ist falsch, denn mit Multitasking ist gemeint, dass die Tasks auch alle beendet werden ....

    Ausgerechnet den Vorfall zu nehmen, ist nu' wirklich eher so der Schuss in den Ofen

    Da könnte ich jetzt noch so einiges mehr zu schreiben, auch aus eigenen Erfahrungen mit Notfällen.
    Ich halte übrigens noch immer gelegentlich Vorträge über Flugunfälle, deren Ursachen und Auswertung etc. im Ramen von Pilotenausbildungen und -fortbildungen, Das ist also durchaus eines meiner Fachgebiete , genaugenommen zählt es zu meinen Spezialinteressen, wie man das bei ASS so schön nennt (die Fliegerei allgemein, nicht nur Unfälle, aber die auch) .

    ChaotSchland schreibt:
    Anscheinend kann man durch Übung, Übung, Übung und bzw. viel Fahrpraxis auch da einiges kompensieren.
    Das ist korrekt.
    Die Daten, die ich kenne besagen, das die Unfallrate in den ersten ca. 8 Jahren nach Führerscheinerwerb im ein Vielfaches höher ist, als die bei Nichtbetroffenen.
    Mit der Übung und dem Alter, werden viele auch ruhiger.

    ChaotSchland schreibt:
    . Ein paar Jahre Fahrpraxis und man kann auch als hochgradiger ADHSler Auto fahren, auch wenn man seinen Hintergrund niemals vergessen sollte.
    Ho, da stimme ich zu.
    Wobei die Kunst zu sein scheint, diese paar Jahre auch heil zu übersteh'n
    Ich hab da übrigens auch so meine Unfallstatistik, obwohl ich schon in der Fahrschule der beste war und durchgehend als ruhiger und besonnener Fahrer beschrieben wurde ... hat mir in den speziellen Situationen auch nichts genützt und die lassen sich, inkl. eines Totalschadens, sowas von perfekt auf die ADHS zurückführen ....
    Geändert von Fliegerlein (28.04.2016 um 17:39 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.822

    AW: Autofahren

    ChaotSchland schreibt:

    Hier im Forum schrieben schon hochgradige ADHSler, die einen PKW-Führerschein haben aber trotzdem sich nie trauen, Auto zu fahren. Mal abgesehen, dass der PKW-Führerschein ne absolute Schlüsselqualifikation ist, ohne die einem ganz vieles verwehrt bleibt, ist diese Einstellung ein perfekter Weg, sich selber klein zu reden. Ich appelliere zu Selbstkonditionierung und Selbstwirksamkeit. Ein paar Jahre Fahrpraxis und man kann auch als hochgradiger ADHSler Auto fahren, auch wenn man seinen Hintergrund niemals vergessen sollte.
    Und du denkst diese Leute wissen nicht, das es für viele Berufe wichtig ist einen Führerschein zu machen? Zwischen sich selbst kleineren und realistischen Einschätzungen, die oft bestimmt nicht allein, sondern mit Angehörigen und/oder Arzt getroffen werden, gibt es aber einen Unterschied. Und nein, auch mit Fahrpraxis bis zum Erbrechen kann nicht jeder sicher Auto fahren. Eine Entscheidung die Sicherheit auch für andere bringt als "Kleinmachen" abzustempeln finde ich schon sehr verletzend, weil diese Leute auch bewusst auf ein Stück Freiheit und "Schlüsselqualifikation" verzichten.

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