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Diskutiere im Thema Hyperfokus im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 49

    Hyperfokus

    Hey kennt ihr das?

    Wenn euer Hyperfokus ungeahnte Ausmaße annimmt?

    Bei mir zB, wollte ich mir fürs Trekking ein neues taschenmesser holen. Naja jeder andere würde einfach in einen Laden gehen odder online eines bestellen, vll noch kurz beraten lassen, aber dann auch schon gut.

    Bei mir lief das so ab, dass ich mich wochenlang informierte, auf youtube produltvideos anschaute, Tests las und halb durchdrehte, bis ich eines für 19 Euro bestellte und mit dem bestellklick sofort wieder unzufrieden war...

    Aber dies war nur ein Beispiel, geht mir bei allem so, deswegen ist einfach shoppen für mich die Hölle und ich mach mir dann im Nachhinein unentwegt Gedanken darüber

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 304

    AW: Hyperfokus

    Mein Mann macht das so. Könnt ich durchdrehen.

    Ich bin eher der unbedachte Sofort-Käufer, am besten jetzt und gleich. Einen negativen Hyperfokus habe ich nicht, es sei denn, man nimmt die emotionale Ebene, mich in negativen Spiralen verlieren.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Hyperfokus

    Hallo,

    was Du beschreibst ist aber eher kein Hyperfokus, der geht nicht über Wochen.

    Das fällt mehr unter zwanghaftes Verhalten, eben dieses immer wieder nachschauen, vergleichen, prüfen, informieren ... mit der Bestellung dann doch wieder unzufriden, bzw. unsicher sein etc., aber irgendwie nie so richtig die Entscheidung treffen zu können und wenn, wird sie gleich wieder hinterfragt.

    Hyperfokus geht anders und wird bei ADHS auch mehr und mehr in Frage gestellt, da es wahrscheinlich kein Hyperfokus ist, sondern die Unfähigkeit, einen Task zu beenden, bzw. zu unterbrechen und sich etwas anderem, das eigentlich wichtiger wäre, zuzuwenden, um dann später wieder zum Ursprungstask zurückzukehren.
    In den meisten Fällen ist das, was als hyperfokus bezeichnet wird, also vielmehr ein Symptom dafür, dass ADHS-Betroffene umstellungserschwert sind.

    Aber auch das trifft ja nicht auf Deine Beschreibung zu.
    Ich würde das wie gesagt eher in den Bereich von zwanghaftem Verhalten einsortieren.

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 29

    AW: Hyperfokus

    Edit: Von Fliegerlein beantwortet.

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Hyperfokus

    Ich weiss nicht, warum man, wenn man eine Diagnose hat, das ganzen Verhalten eines Menschen pathalogisieren muss.

    Es ist einfach dein Eigenart.
    Es gibt unterschiedliche Arten von Käufer, habe ich irgendwann früher gelernt, und deiner Kaufart gehört auch dazu.
    Also gar nicht pathologisches, gehört eben zu dir und ist nicht mal so übel (ein Verkäufer kann dir schlecht was sinnloses andrehen)
    Verkäufer hassen aber natürlich solche Typen

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 304

    AW: Hyperfokus

    Fliegerlein, bei den meisten Sachen, die ich zu Hause so prokrastiniere, sehe ich das so, wie du es schreibst. Auf was Angenehmeres ausweichen, das würde ich nun auch nicht Hyperfokus bei mir nennen.

    Aber wie ist es dann, wenn ich ein Ziel setze, das mir natürlich auch gefällt, und ich in einen wahren Rausch komme?

    Als Beispiel:

    Mein Studienschwerpunkt ist kollektives Arbeitsrecht. Ich hab das ausgesucht, weil es mir "liegt". Für das Lernen für meine Schwerpunktprüfung war ich im absoluten Rausch (den ich als Hyperfokus bezeichnen würde): ich habe Tag und Nacht, zu jeder freien Minute höchst konzentriert und in wahnsinniger Schnelle ein Fachbuch nach dem anderen bearbeitet.

    In der Prüfung war ich so gut, dass die anderen 3 Prüflinge nach 15 Minuten herausgenommen wurden, und ich separat geprüft wurde.

    Mein Prof hat mich hinterher zur Seite genommen und mich gefragt, ob ich heimlich einen Fachanwaltslehrgang belegt hätte, weil ich selbst die Details von den Details wusste.

    So etwas würde ich persönlich nun Hyperfokus nennen.

    Ob das vom ADHS kommt, oder meiner Begabung, oder einem hohen VitaminA-Z Spiegel- das kann ich nicht beantworten.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Hyperfokus

    Felis schreibt:
    Ich weiss nicht, warum man, wenn man eine Diagnose hat, das ganzen Verhalten eines Menschen pathalogisieren muss.
    Naja vielleicht geht es ja zunächst mal darum, das Ganze einfach verstehen zu wollen, und das hat (noch) nichts mit pathologisieren zu tun.
    Wenn ich eine solche Eigenart habe und erkenne, dass andere das so nicht haben, will ich es ja vielleicht einfach nur verstehen und gut ist's.

    Anders wird es, wenn diese Eigenart zu einer Beeinträchtigung wird.
    Wenn ich wochenlang damit beschäftigt bin, mich durch die Produktinformationen zu wühlen und dafür weit mehr als nötig Zeit und Energie aufwende und am Ende doch nichts Gescheites dabei rauskommt oder ich mit meiner Entscheidung unzufrieden bin, dann macht es schon weitaus mehr Sinn, das zu hinterfragen und zu verstehen und vielleicht auch Strategien zu entwickeln, wie man das eindämmen kann.

    Wenn durch so etwas andere, wichtigere Sachen liegenbleiben oder man sich von seiner Umwelt zurückzieht (das aber gar nicht will) und damit dieses Verhalten mehr und mehr Platz im Leben einräumt, ohne dass man selber das möchte, dann ist das ein guter Grund, das zu hinterfragen.

    Wenn ein Kameramann und Filmemacher eine neue Kamera braucht, weil sein Equipment langsam veraltet ist und er also auf die Suche nach etwas Neuem geht, diese Suche aber nie endet, weil er immer weiter schaut und sich nicht entscheiden kann, und immer Zweifel hat und lieber auf das nächste Modell wartet, dann wird es irgendwann so weit kommen, dass er aus dem Geschäft ist, weil er immer noch die alten Geräte hat und damit nichts mehr verkauft, weil alle nur noch Material aus den modernen Medien mit den entsprechend aktuellen Standards haben wollen.
    (ich habe dieses Beispiel nicht zufällig gewählt ...)


    bootsy1209 schreibt:
    Aber wie ist es dann, wenn ich ein Ziel setze, das mir natürlich auch gefällt, und ich in einen wahren Rausch komme?

    Als Beispiel:

    Mein Studienschwerpunkt ist kollektives Arbeitsrecht. Ich hab das ausgesucht, weil es mir "liegt". Für das Lernen für meine Schwerpunktprüfung war ich im absoluten Rausch (den ich als Hyperfokus bezeichnen würde): ich habe Tag und Nacht, zu jeder freien Minute höchst konzentriert und in wahnsinniger Schnelle ein Fachbuch nach dem anderen bearbeitet.
    Das Problem am Hyperfokus, wie auch bei ADHS generell ist, dass Begriffe entweder falsch verwendet werden oder auch einfach mehrdeutig sind.
    Auch daran krankt die Definition von ADHS-Symptomen und damit die Definition der ADHS selbst, kann man auch gut am "Was genau ist ADHS"-Thread sehen.

    Ja, ich würde Dir zustimmen, dass das, was Du beschreibst, als Hyperfokus zu bezeichnen wäre.
    Allerdings bin ich mir nicht sicher.
    Heute geht man eher davon aus, dass der Begriff Hyperfokus auf Menschen im autistischen Spektrum passt, sie so sehr auf etwas fixiert sind, dass sie ihre Umwelt überhaupt nicht mehr wahrnehmen, während man bei ADHS eher vermutet, dass es ein Problem mit der Umstellungserschwerung ist, also damit, sich von einem Task nicht lösen zu können, einem eigenen, inneren Befehl, der durchaus gegeben wird (ich sollte jetzt aufhören hier zu lesen und zu schreiben und den Müll rausbringen und den Abwasch machen) nicht folgen zu können, obwohl man sich dessens ehr wohl bewusst ist.

    Na klar kennt jeder, auch jemand, der weder autistisch ist noch ADHS hat, diese Form von Hyperfokus, wenn man ein spannendes Buch liest und sich nicht lösen kann und alles um sich herum vergisst.
    Jeder kennt auch Dissoziationen, sog "Alltagsdissoziationen" die sind normal und beinträchtigen niemanden.

    Das ist das gleiche Dilemma sowohl bei ADHS, wie auch bei Autismus.
    Bei beiden Störungen gibt es Symptome, die jeder kennt, aber eben nicht in einem Ausmaß, welches letztlich zu Beeinträchtigungen führt.


    Wenn man sehr begeisterungsfähig für ein Thema ist, ja, dann kann man schon in einen solchen Hyperfokus fallen.
    Und ich würde das, was Du beschreibst auch als Hyperfokus betrachten, durchaus.


    Ich kenne beides (Asperger plus ADHS) ... zum Einen dieses "in meiner eigenen Welt sein" und nichts von meiner Umwelt wahrzunehmen.
    Das geht sowohl "einfach so", wie auch wenn ich mich mit etwas beschäftige, das mich sehr interessiert und fesselt.

    Aber auch das, was man bei ADHS oft beobachtet, nämlich dieses "nicht von etwas ablassen können", obwohl es jetzt angebracht wäre und ich das auch sehr wohl weiß und wahrnehme.
    Ich höre, wenn mir jemand sagt "bring den Müll raus" und reagiere auch darauf "ja, geht gleich los" ... aber es geht nicht los.
    Ich gebe mir sogar selber die Anweisung, jetzt aufzuhören und die benannte Aufgabe zu erledigen, aber es passiert nicht.
    Wie bei einem (verunfallten) Rollstuhlfahrer, der im Grunde die Befehle kennt, mit denen seine Beine sich so bewegen, dass er gehen kann, sie aber nicht dort ankommen, weil di Nervenbahnen unterbrochen sind.

    Genau das ließ sich auch schon in FMRT-Scans erkennen, ... im Zentrum des Wissens und in dem, in welchem die Befehle gegeben werden, ist die Aktion zu erkennen, sie kommt aber nicht in dem Bereich des Gehirns an, in dem das Wissen in Aktion umgesetzt wird.
    Wie abgeschnitten...


    Ok ... war wieder länger, als ich wollte, weil ich nicht ablassen konnte .... also die Kurzfassung:
    Jep, ... ich würde das als Hyperfokus einordnen, denn aktuell lassen die veschiedenen Mehrdeutigkeiten des Begriffes das meiner Meinug nach zu .
    Geändert von Fliegerlein (24.04.2016 um 12:30 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 304

    AW: Hyperfokus



    Hinsichtlich meines Lernens denke ich auch so- denn das hat ja tatsächlich die oberste Priorität.

    Leider bin ich nach dieser Prüfung nie wieder studientechnisch in auch nur irgendeinem Fokus gelandet

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Hyperfokus

    bootsy1209 schreibt:
    Mein Studienschwerpunkt ist kollektives Arbeitsrecht. Ich hab das ausgesucht, weil es mir "liegt". Für das Lernen für meine Schwerpunktprüfung war ich im absoluten Rausch (den ich als Hyperfokus bezeichnen würde): ich habe Tag und Nacht, zu jeder freien Minute höchst konzentriert und in wahnsinniger Schnelle ein Fachbuch nach dem anderen bearbeitet.

    In der Prüfung war ich so gut, dass die anderen 3 Prüflinge nach 15 Minuten herausgenommen wurden, und ich separat geprüft wurde.

    Mein Prof hat mich hinterher zur Seite genommen und mich gefragt, ob ich heimlich einen Fachanwaltslehrgang belegt hätte, weil ich selbst die Details von den Details wusste.

    So etwas würde ich persönlich nun Hyperfokus nennen.
    Das ist mehr als Hyperfocus, das ist eine Begabung.
    Ewas, was einen über die andere erhebt, also in gutem Sinne besonders macht.
    Sei stolz darauf.

    Ich habe einen besonderen Hobby: Kriminalistik
    Ich lese sehr viel darüber und besuche auch die frei zugängliche Vorlesungen.
    In meinem Freundenkreis bin ich eine Expertin, wenn irgendwo was diesbezüglich passiert, fargen sie mich als erste, ob ich was davon kenne und was ich davon halte.
    Als Hyperfocusierung werde ich es aber nicht bezeichnen, es ist eben nur mein Hobby und im I-Net treffe ich genug Leute ohne irgendwelcher Diagnosen, die diese Hobby auch haben, es gibt eben spezielle Foren, wo man über ungeklärte Fälle reden kann.
    Da ich aber diese Leidenschaft zu spät entdeckt habe, bleibt es leider nur mein Hobby (sonst hätte ich eventuell Kriminologie studiert)
    Geändert von Felis (24.04.2016 um 12:41 Uhr)

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 304

    AW: Hyperfokus

    Ach Felis, danke, das tut gut das zu hören.

    Allerdings frage ich mich dann, warum ich diese Begabung jetzt nicht mehr habe?

    Lag es nur an der 1:1 Betreuung durch meinen Prof? Wir hatten alle Woche ein kurzes Gespräch, in dem ich Fragen stellte.

    Keine Ahnung, aber seitdem ist der Ofen aus, OBWOHL ich mein Studienfach liebe, es nicht tauschen wollte und denke, das ich nach meinen 2. Staatsexamina eine engagierte Juristin werden könnte.

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