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Diskutiere im Thema Was genau ist Adhs? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #61
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4.074

    AW: Was genau ist Adhs?

    Hi liebe Skywalker

    Die Menschen bei denen es nicht diagnostieziert ist haben adhs genauso. Eben nur nicht schwarz auf weiss auf dem papier.

    Es gibt bei jeder erkrankung immer eine gewisse Dunkelzifferanzahl, die nicht efasst wird.

    Mir hat mal ein schlauer Mensch gesagt. Das gerade bei krankheitsbilder die psychischer natur sind, also nicht sofort ersichtlich wie das berühmte gebrochene Bein, natürlich auch schwerer zu erfassen sind. da sie ja auch für betroffene äusserst schwer (be-)greifbar sind.

    Fast jeder Mensch hat gewisse anlagen bezügl. psychischer "auffälligkeiten".

    Intressant wird es dann wenn er sich so sehr eingeschränkt fühlt dass er einen Mediziner aufsucht.

    Hoffe ich konnts bischen sichtbar machen.

    waren jetz nur so meine gedankenimpulse:-)

    lg dream

  2. #62
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Was genau ist Adhs?

    Skywalker schreibt:
    Eine Grundsatzfrage von mir ist:
    Ist ADHS jetzt die biologische Anlage, eine besondere Art bestimmter Stoffwechselvorgänge? - Darauf beziehen sich diese ganzen Forschungsprojekte.
    Beides .

    Es ist wie bei einem Getriebe: Ein Zahn greift in den anderen.
    Klar dass die Forschungsprojekte mal dies und mal das untersuchen, es geht ja auch nicht anders.
    Wenn ich an einem defekten elektronischen Gerät, sagen wir ein Mobiltelefon (war mal Techniker in der Branche) suche, dann nützt es mir nichtsd, das ganze Telefon zu betrachten, ich muss den Fehler eingrenzen.
    Ist es ein Sende- oder ein Empfangsproblem oder ein Problem mit dem Audio teil und wenn ich das lokalisiert habe, welche Komponente oder welcher Komponententeil ist defekt usw., bis ich den Fehler gefunden habe.

    So wie es bis jetzt aussieht, ist ADHS eine zu ca. 70% vererbte, genetisch bedingte Störung von Stoffwechselvorgängen, welche wiederum Folgen bei der Entwicklung und in der Funktion des Gehirns haben.
    Es scheint so, als wäre ADHS allein durch Stoffwechselvorgänge nicht zu erklären, also forscht man weiter.

    Mal eine ganz kurze, aber nicht weniger komplizierte Erklärung:
    Das Gehirn besteht aus Gehirnzellen, gewaltig vielen davon (allein in der Gehirnrinde haben Männer 23 Milliarden, Frauen 19 Milliiarden Gehirnzellen ... Frauen sind genauso schlau wie Männer, haben also die effizienteren Gehirne, ... die Wissenschaft hat bis heute keine Ahnung, was die Männer mit den extra 4 Milliarden Zellen macht ... (Zitat Manfred Spitzer)) , welche über Nervenleitungen miteinander verbunden sind.
    Es werden nur elektrische Impulse übertragen, alle gleich stark, alle gleich lang.
    Die Nervenleitungen sind nicht direkt mit den Neuronen, also den Gehirnzellen verbunden, sondern über Synapsen in denen eine Umwandlung in einen chemischen Übertragungsweg vorgenommen wird, der dann anschließend wieder in einen elektrischen Impuls gewandelt und weitergeleitet wird.
    Da fragt man sich, warum ist das so, ist doch viel zu umständlich, und birgt nur neue Fehlerquellen, warum nicht direkt verdrahten?
    Weil eine Synapse gebrauchsabhäüngig ist!
    Je mehr Impulse durch eine Synapse laufen, desto größer wird diese Synapse.
    Synapsen entstehen und verändern sich durch ihren Gebrauch.

    Da haben wir also die "Gehirnchemie" denn in den Synapsen werden chemische Botenstoffe eingesetzt.
    In Kurz: Das Gehirn lernt.
    Das ist nichts weiter als ein Lernprozess.

    Stimmt also die Gehirnchemie nicht, habe ich gleich mehr als nur ein Problem, denn zum einen funktioniert die Signalübertragung nicht richtig, was schon mal Kacke ist und zum anderen findet der Lernprozess dann nicht mehr so statt, wie er eigentlich sollte, ich habe also auch noch eine Störung, bzw. Verzögerung der Entwicklung, denn es läuft alles viel langsamer ab.
    Da bestimmte Bereiche sich aber nacheinander entwickeln und zudem aufeinander aufbauen, gerät der gesamte Entwicklungsprozess aus den Fugen...
    Ganz blödes Feng Shui...

    Man kann sich das in etwa vorstellen, wie eine große, frisch mit Neuschnee bedeckte Fläche.
    Nach und nach gehen Leute da rüber, aber wenn ich schon eine Spur im Schnee habe und die in meine Richtung geht, stapfe ich nicht mühevoll eine weitere durch den hohen Schnee, sondern ich Folge der vorhandenen und so bilden sich im Laufe des Tages immer deutlichere Trampelfade, so wie sich die Synpasen immer mehr vergrößern, je öfter sie benutzt werden.

    Bei einer gestörten Hirnchemie sieht das dann aber auf das Beispiel übertragen so aus, als eben doch alle Leute wie wild durch den Schnee stapfen und ein wildes, wirres und unzusammenhängendes Muster hinterlassen, statt klarer Strukturen, auf welchen sich auf- und weiterbauen lässt.

    Das Dumme ist, dass sich so etwas nicht so einfach beweisen lässt, denn das Gehirn ist dummerweise das mit weitem Abstand komplexeste Organ des Menschen, wenn nicht sogar auf dieser ganzen Kugel ...
    Und man kann ja nicht einfach mal so reinschauen und eine Fehlersuche mit Messgeräten machen, wie beim Handy.
    Und wenn man ein totes Gehirn in feine Scheibchen schneidet und unters Mikroskop legt, ... sieht man ein totes Gehirn, kansnte auch nix von lernen, genausowenig wie von einem kaputten Handy, das ich in Scheiben schneide und unters Mikroskop lege ...

    Mit Hilfe neuerer Untersuchungstechniken geht zunehmend mehr, FMRT's sind dafür ein schönes Beispiel.
    Da kann man dem Gehirn schon deutlich besser bei der Arbeit zuschauen.

    Aber es könnte eben auch andere Gründe dafür geben, warum gewisse Areale sich nicht so entwicklen, wie sie sollten, und andere schneller, als sie sollten, danach wird eben geforscht.



    Skywalker schreibt:

    Oder ist es ADHS erst, wenn man aufgrund dessen langfristig im Leben nicht zurecht kommt?
    - So argumentiert das DSM: Man sucht ADHS am Rande der Gesellschaft und nicht mittendrin. Menschen, die erfolgreich mit der Anlage leben, haben dann trotz gleicher biologischer Ausstattung kein ADHS.
    Jain ....

    Generell gilt:
    Kein Leiden, keine Krankheit.
    Erst das Leid und die Probleme in mehreren Lebensbereichen machen es zu einer Erkrankung, welche man diagnostizieren sollte.

    Der Haken:
    So einfach ist das nicht.

    Da kommt eben der Punkt in Spiel, der auch ganz klar die Umgebung, das Umfeld berücksichtigt.

    Wenn ich als Farbenblinder im Kohlenkeller sitze und Briketts stapel, dann bin ich trotzdem farbenblind, aber nicht beeinträchtigt.
    Ich bin aber nicht deshalb nicht beeinträchtigt, weil ich keine Beeinträchtigung habe, sondern weil diese Beeinträchtigung in diesem Umfeld gar nciht auffällt.
    Trotzdem ist sie da.

    Wenn ich einen leichten Schnupfen mit leicht verstopften Nebenhöhlen habe, bin ich nicht groß beeinträchtigt ... hier auf der Erde.
    Wenn ich aber Pilot bin und gerade einen sehr schnellen Sinkflug ausführen muss, dann kann das für mich eine tödliche endende Beeinträchtigung sein, denn die Druckveränderung kann intern in den Nebenhöhlen nicht oder nur langsam stattfinden und das führt zu höllischen Schmerzen, bis hin zur Bewusstlosigkeit.

    Wenn ich also bislang im Leben zurechtkomme, kann es sein, dass ich entweder keine ADHS habe oder aber dass sie sich, dank meines Umfeldes nicht beeinträchtigend auswirkt.
    Allerdings ist das dann schon eher selten, aber möglich.
    Und na klar haben wir es mit einer Spektrumsstörung zu tun, also auch mit unterschiedlichen Schweregraden.
    Eine leichte ADHS kann im falschen Umfeld verheerend wirken, während eine mittlere in einem gut stukturierten und verständnisvollen Umfeld, in dem vielleicht schon von Anfang an ganz unbewusst das richtige ADHS-Management betrieben wurde, nicht auffällt.

    Eine schwere ADHS wird aber so oder so eine "Spur der Verwüstung", diesen typischen roten Faden von Problemen hinter sich herziehen.

    Da muss man dann eben genau hinschauen.
    Deshalb ist ja eine gründliche Ananmese so wichtig, gerade wenn jemand erst spät im Erwachsenenalter zur Diagnose gekommen ist.


    So wie Erkältungskrankheiten (die ja nicht mal Spektrumsstörungen sind) von ganz leicht und nicht beeinträchtigend, bis hin zur schweren Grippe und Lungenentzündung und damit böse beeinträchtigend sein können ...

    Ich hoffe, ich schreib hier nicht allzuviel Bullshit ...

  3. #63
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Was genau ist Adhs?

    Oh ich finde das Beispiel mit AIDS so toll.

    Es gab eine Zeit, wo nur sämtliche Symptome vermeintlich ohne Zusammenhang da waren.

    Hätte man da gefragt, was AIDS ist, hätte man nur die Symptome benennen können. Ich finde genau da befinden wir uns derzeit mit ADHS. Zumindest in dem Zwischenbereich, wo man bei AIDS vielleicht schon ausmachen konnte, das das Immunsystem irgendwie nicht richtig arbeitet, aber warum und was genau beteiligt ist, war noch nicht klar.


    Von daher kann man sagen ADHS macht sich durch dieses und jenes bemerkbar, aber was es genau ist, das weiss man noch nicht, es gibt Vermutungen.

    Ob die Hirnchemie betroffen ist, und welche Neurotransmitter sind auch Vermutungen. Mit den immer besseren Geräten zur Sichtbarmachung der Hirnaktivitäten hat sich in den letzten Jahren herauskristallisiert, das das dopaminerge System gar nicht so betroffen ist, wie man lange angenommen hat. Ob es teils betroffen ist, oder gar nicht, das weiss man noch nicht. Das noradrenerge System ist immer mehr in den Vordergrund gerutscht. Mittlerweile gehen einige auch davon aus, das auch das serotonerge System mit betroffen ist.

    Es ist wie mit Depressionen z.B., man kann individuell sagen welche Medikamente helfen, aber daraus kann man nicht Rückschlüsse ziehen, das generell Depressionen mit den und den Transmittersystemen zusammenhängen, denn den einen hilft der Eingriff ins serotonerge System, den anderen ins noradrenerge und wieder anderen ins dopaminerge System oder Kombinationen. Und es ist auch nicht geklärt wo genau das Problem z.B. beim serotonergen System liegt, wenn es da eins gibt, denn die verschiedenen Medikamente greifen an verschiedenen Stellen an und helfen unterschiedlich gut bei den Individuen.


    Ob jemand ADHS hat, der keine Symptome hat, oder klinisch nicht relevante, das kann derzeit keiner sagen, denn die Diagnose erfolgt nur anhand derer. Man kann vermuten.

  4. #64
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Was genau ist Adhs?

    Fliegerlein schreibt:
    Das sollte sie eigentlich nicht können.

    Doch das sollte sie können, da die Symptomatik in Teilbereichen unterschiedlich schwer ausfällt und dadurch sehr unterschiedliches Verhalten vorliegt. Manche haben mehr Probleme mit dem Arbeitsgedächtnis, manche mehr Probleme mit der Exekutive, manche mit der Impulsivität. Es gibt ADHSler, bei denen die Hyperaktivität sehr ausgeprägt ist, bei anderen widerum das Gegenteil.
    Geändert von klippklar (22.04.2016 um 23:09 Uhr)

  5. #65
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Was genau ist Adhs?

    klippklar schreibt:
    Doch das sollte sie können, da die Symptomatik in Teilbereichen unterschiedlich schwer ausfällt und dadurch sehr unterschiedliches Verhalten vorliegt. Manche haben mehr Probleme mit dem Arbeitsgedächtnis, manche mehr Probleme mit der Exekutive, manche mit der Impulsivität. Es gibt ADHSler, bei denen die Hyperaktivität sehr ausgeprägt ist, bei anderen widerum das Gegenteil.
    Das ist ja das, worauf ich hinaus wollte ...


    Das mag man vielleicht als "unterschiedlich zeigen" deuten, aber das ist es unterm Strich nicht.
    Es sind in jedem Fall gleiche Symptome, die sich unterschiedlich zeigen,

    Worauf ich hinaus wollte, und so habe ich Dein Posting zunächst verstanden, ist, dass viele ja gerne sagen, dass ADHS bei ihnen ja ganz anders ist.
    Das kann und darf aber nicht sein.

    Ja, die Symptome können unterschiedlich ausgeprägt sein.
    Aber um eine Diagnose ADHS zu bekommen, müssen sie entsprechend der Vorgaben vorhanden sein und zu Beeinträchtigungen in mehreren Lebensbereichen führen.

    Wenn man manchmal so liest, was so einige alles ihrer ADHS zuschreiben, dann kann ich nur sagen, dass das alles mögliche sein mag, aber nichts mit ADHS zu tun hat.
    Und man mag nicht glauben, was man da so alles hören und lesen kann ...
    Und wenn man versucht, den Leuten das zu erklären, dann kommen sie wirklich mit "das ist aber nun mal meine persönliche ADHS, die passt eben nicht in die Diagnosekriterien und Fachliteraur/ Lehrbücher" ... muss sie aber, ... ob's denen gefällt oder nicht.
    Das war's was ich damit meinte, dass ADHS sich eigentlich nicht unterschiedlich zeigen können darf.
    Die Symptome müssen vorhanden sein, so oder so.

    Wenn ich nen Schnupfen hab, muss mir auch die Gummel triefen ... tut sie das nicht, hab ich keinen Schnupfen.
    Das heißt ja nicht, dass ich nichts habe und mir nur was einbilde, aber es ist dann eben was anderes.

    Dass sie sich unterschiedlich zeigt, indem die Symptome unterschiedlich ausgeprägt sind: Ja, da stimme ich zu, das wars aber auch nicht, was ich meinte.
    Sorry für das Missverständnis.

  6. #66
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Was genau ist Adhs?

    Fliegerlein schreibt:
    ...

    Ok halten wir fest, die "Ursymptome" die das ADHS verursacht sind die gleichen, dadurch dass sie unterschiedlich stark ausgeprägt sind und jeder ein unterschiedliches Leben hat zeigen sich diese in sehr unterschiedlicher Art und Weise als Probleme und Verhinderung. Diese Probleme werden dann "mein ADHS" genannt, allerdings ist da schwer zu differenzieren da den meisten Problemen sehr viele Faktoren zu Grunde liegen.

  7. #67
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Was genau ist Adhs?

    klippklar schreibt:
    Ok halten wir fest, die "Ursymptome" die das ADHS verursacht sind die gleichen, dadurch dass sie unterschiedlich stark ausgeprägt sind und jeder ein unterschiedliches Leben hat zeigen sich diese in sehr unterschiedlicher Art und Weise als Probleme und Verhinderung. .
    Nein, die Symptome zeigen sich unterschiedlich stark, aber nicht in unterschiedlicher Art und Weise.

    Wenn ich einen Schnupfen habe, läuft mir die Nase, aber das verursacht keine Schweißfüße ...

    Unterschiedliche Leben spielen sicherlich eine Rolle, aber nicht in den Kernsymptomen der ADHS selbst.
    Wenn andere Symptome auftreten, dann haben wir es mit Komorbiditäten zu tun.

    Das Fiese an ADHS ist natürlich, dass sie aufgrund ihrer Charakteristik mit der Persönlichkeit und deren Entwicklung verwoben ist, aber ADHS bleibt ADHS.

    Die Symptomatik zeigt sich gleich ... unterschiedlich stark, aber sie muss erkennbar sein.

  8. #68
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Was genau ist Adhs?

    Ich finde das es schon ganz bedeutende Unterschiede in Art und Weise geben kann. So kann ein ADHSler nur Symptome in den Bereichen Hyperaktivität und Impulsivität haben und nicht im Bereich Aufmerksamkeit, und erhält die Diagnose mit entsprechendem Subtyp. Jemand der nur Symptome im Bereich Unaufmerksamkeit hat, und keine Symptome in Hyperaktivität oder Impulsivität erhält auch die Diagnose ADHS, mit einem anderen Subtyp, zumindest beim DSM ist dies möglich.

  9. #69
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Was genau ist Adhs?

    Fliegerlein schreibt:
    Nein, die Symptome zeigen sich unterschiedlich stark, aber nicht in unterschiedlicher Art und Weise.

    Wenn ich einen Schnupfen habe, läuft mir die Nase, aber das verursacht keine Schweißfüße ...

    Unterschiedliche Leben spielen sicherlich eine Rolle, aber nicht in den Kernsymptomen der ADHS selbst.
    Wenn andere Symptome auftreten, dann haben wir es mit Komorbiditäten zu tun.

    Das Fiese an ADHS ist natürlich, dass sie aufgrund ihrer Charakteristik mit der Persönlichkeit und deren Entwicklung verwoben ist, aber ADHS bleibt ADHS.

    Die Symptomatik zeigt sich gleich ... unterschiedlich stark, aber sie muss erkennbar sein.

    Das stimmt so absolut nicht, habe in einem Buch von Barkley ganz Anderes gelesen.
    Wenn der Schnupfen mich schließlich so derart einschränkt, dass ich mir die Socken nicht mehr wechseln kann, ja dann ist die Hauptursache für meine Schweißfüße der Schnupfen.
    Ich spreche nicht von pathologischen Komorbiditäten, ich spreche von Verhaltensauffälligkeiten wie der Impuslivität: Bei dem einen zeigt sich die Impulsivität des ADHS in schnellem Fahren, beim anderen darin, dass er ständig Sachen kauft, die er nicht braucht, wieder ein anderer ADHSler ist weniger impulsiv bzw. richtet es nach innen. Darum hat jeder ADHSler unterschiedliche Symptome, weil auch jeder ADHSler eine unterschiedliche Person ist. Könnte man so leicht Persönlichkeit in Partition "normale Persönlichkeit" und "ADHS" aufteilen, dann gäbe es weder Falschdiagnosen noch so viele die erst im Erwachsenenalter diagnostiziert werden.

    Alleine dass es unterschiedliche Subtypen gibt spricht schon gegen deine Aussage, ADHS kann sich nicht unterschiedlich äußern.
    Geändert von klippklar (23.04.2016 um 03:26 Uhr)

  10. #70
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Was genau ist Adhs?

    Vorweg:
    Ich hatte Dich falsch verstanden, sorry schon mal gleich jetzt

    klippklar schreibt:
    Das stimmt so absolut nicht, habe in einem Buch von Barkley ganz Anderes gelesen.
    In welchem?
    Ich habe so ziemlich alle von ihm.

    Aber ich glaube inzwischen zu verstehen, was Du meinst ... und bin versucht Dir zuzustimmen.

    Ist aber nicht so ganz einfach (aber was ist in der Psychiatrie schon einfach ....)

    klippklar schreibt:
    Wenn der Schnupfen mich schließlich so derart einschränkt, dass ich mir die Socken nicht mehr wechseln kann, ja dann ist die Hauptursache für meine Schweißfüße der Schnupfen.
    Richtig, aber dann sind die Schweißfüße eine kormorbide Erscheinung, also eine Folgeerscheinung.
    Ich verstehe durchaus worauf Du hinaus willst, dazu komme ich gleich, aber das hier ist eine fehlerhafte Schlussfolgerung.
    Deinem Beispiel folgend mag es so sein, dass die Schweißfüße nicht vorhanden wären, wenn ich keinen Schnupfen hätte, aber dennoch sind sie kein Symptom des eigentlichen Schnupfens und gehören somit zu den Komorbiditäten und nicht zum Schnupfen.

    Direktes Beispiel:
    Ich habe eine Zwanghafte Persönlichkeitsstörung.
    Die ist nicht Teil der ADHS (das "S" in ADHS steht übrigens für "Störung", daher "die" ADHS, gleichfalls der englische Begriff ADHD, das "D" steht für "Disorder", ebenfalls für "Störung", also Femininum).
    Aber sie ist eine Komorbidität.
    Zwanghaftes Verhalten ist nicht Teil einer ADHS.
    Aufgrund der zu ADS gehörenden Symptome habe ich, wie viele andere Betroffene auch, versucht, das daraus entstandene innere und äußere Chaos im wahrsten Sinne des Wortes zu bezwingen.
    So sehr, dass es am Ende zu einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung wurde.

    Das ist aber eine Komorbidität und NICHT Teil der ADHS-Symptomatik.
    Dem Schnupfen-Schweißfuss-Beispiel folgend, kann der Betroffene in Folge seiner Schnupfensymptome, keine Socken mehr wechseln und bekommt daher Schweißfüße.

    Ich habe versucht, meine Vergesslichkeit, Zeitblindheit und Unordentlichkeit durch zwanghaftes Verhalten zu kompensieren.
    Vergesslichkeit, Zeitblindheit und Unordentlichkeit sind Symptome der ADHS, die Zwanghaftigkeit ist eine Folge aus diesen Symptomen, nicht Teil der Symptome.

    Das muss man trennen, unbedingt.


    klippklar schreibt:
    ich spreche von Verhaltensauffälligkeiten wie der Impuslivität: Bei dem einen zeigt sich die Impulsivität des ADHS in schnellem Fahren, beim anderen darin, dass er ständig Sachen kauft, die er nicht braucht, wieder ein anderer ADHSler ist weniger impulsiv bzw. richtet es nach innen.
    Dennoch beschreibst Du in jedem Fall einen Mangel an Impulskontrolle.
    Und der Mangel an Impulskontrolle ist das Symptom.

    Aber ok ... ich weiß jetzt, was Du meinst und von der Warte aus betrachtet stimme ich Dir zu.


    Was ich hier sagen würde ist, dass das Eine das eigentliche Symptom (mangelnde Impulskontrolle) ist und das andere die daraus resultierende Handlung.
    So oder so zeigt sich in beiden Fällen (gute Beispiele) ein und das selbe Symptom, nämlich mangelnde Impulskontrolle.
    Aber da liegt wohl mein Missverständnis, denn natürlich, so zeigt sich das Symptom.
    Daher hast Du natürlich vollkommen recht und ich hatte hier das berühmte Brett vorm Kopf .

    Ich fürchte, dass wir ein wenig aneinander vorbei geredet haben, was aber an mir liegt, sorry dafür.

    klippklar schreibt:
    Darum hat jeder ADHSler unterschiedliche Symptome, weil auch jeder ADHSler eine unterschiedliche Person ist. Könnte man so leicht Persönlichkeit in Partition "normale Persönlichkeit" und "ADHS" aufteilen, dann gäbe es weder Falschdiagnosen noch so viele die erst im Erwachsenenalter diagnostiziert werden.
    Auf jeden Fall gebe ich Dir schon mal insofern recht gebe, dass ADHS, wie übrigens jede psychische Erkrankung/Störung mit der Persönlichkeit verwoben ist, ... das macht es ja so kompliziert.

    Menschen die erst im Erwachsenenalter erkannt werden, hatten entweder ein strukturiertes, die ADHS von außen kompensierendes Umfeld oder sie hatten selbst (wenn auch üblicherweise dysfunktionale) Kompensationsstrategien.
    Daher fallen sie ja erst auf, wenn entweder das strukturierende Umfeld nicht mehr vorhanden ist (z.B.: man beginnt mit dem Studium, zieht in eine andere Stadt, hat eine eigene Wohnung, muss sein Studium selbst strukturieren, benötigt also das erste mal alle seine exekutiven Funktonen und fällt damit gehörig auf die Schnauze, und schon kommt die erste Welle der Diagnosen) oder wenn die Kompensationstrategien irgendwann die eigene Energie dermaßen überstrapaziert haben, dass die Akkus leer sind und leer bleiben und man dann mit Burnout, Depressionen und anderen Komorbiditäten beim Arzt landet.
    Aber darunter steckt immer die selbe ADHS.


    klippklar schreibt:
    Alleine dass es unterschiedliche Subtypen gibt spricht schon gegen deine Aussage, ADHS kann sich nicht unterschiedlich äußern.
    Na lass das nicht Barkley lesen .
    Barkley, wie auch andere Fachleute, gehen heute davon aus, dass es keine Subtypen von ADHS gibt, sondern sich der Schweregrad derselben im Laufe des Lebens verschiebt, es ist aber immer noch die selbe Symptomatik.
    So verschiebt sich z.B. die äußere Unruhe nach innen, sie ist aber noch da.
    In der Kindheit entwickelt sich der Bereich für die motorische Aktivität zu schnell und der Bereich für die Selbstkontrolle, also die Impulsunterdrückung, verzögert.
    Die Folge ist ein hyperaktives Kind.
    Im Laufe der Entwicklung wächst aber, wenn auch verzögert, der Bereich zur Impulsunterdrückung und somit ist der Betroffene zunehmend in der Lage, seine Motorik zu kontrollieren.
    Die Impulse sind aber noch nach wie vor da und sind auch nach wie vor die gleichen.
    Er kann sie nur inzwischen nach außen hin unterdrücken, hat sie aber dennoch, was dann bedeutet, dass man nach innen unruhig wird, bzw. die Hyperaktivität sich "feiner" zeigt.
    Die Betroffenen rennen nicht mehr umher etc. haben aber ständig was in der Hand, um damit rumzuspielen.
    Aber ja, hier könnte man das so formulieren, dass sich die Symptome anders zeigen .... auch da würde ich Dir zustimmen.

    Was rein hypoaktive Betroffene angeht, besonders Männer, besteht ohnehin die Vermutung, dass es sich dabei in der Tat um eine nicht unerhebliche Zahl an Falschdiagnosen handelt.
    Dazu wirst Du hier im Forum auch einige Postings z.B. von Mrtin Winkler (web4health) finden.


    Nun könnte man hier, wie gesagt, natürlich sagen, dass sich die Symptome in unterschiedlicher Art und Weise zeigen und von dieser Seite aus betrachtet gebe ich Dir da durchaus recht.
    Das war ein Missverständnis meinerseits, sorry dafür.
    Geändert von Fliegerlein (23.04.2016 um 10:47 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

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