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Diskutiere im Thema Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 540

    Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    Hallo Zusammen,

    mir liegt was auf dem Herzen, bzw. betrübt mich, seitdem ich in V. a. ADHS stehe.
    Ich weiß nicht, ob ich mich meinen momentanden Zustand richtig berschreiben kann, ob ich die richtigen Worte finde, damit ihr meine Krise zu versteht. Verstehe mich selber nicht mehr.

    Ich weiß nicht, wer ich bin, bzw. wohin ich gehöre. Zur Zeit belege ich eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt, da merke ich immer wieder, dass ich anecke, vor allem in Gruppenarbeiten, weil sie mich nicht verstehen. Ich denke einfach quer. Oft geht ein Stöhnen durch die Klasse oder ich werde verhöhnt. Erst seitdem wir einen neuen Leher bekommen habe, der mein Querdenken versteht und dagegen blöckt, wenn ein blödes Kommentar von einem meiner Mitschüler kommt, hat sich die Situtation geändert. Mein Lehrer nannte es eine Anlage zum vernetzten Denken.

    Mit fallen bestimmte Dinge auch relativ leicht zu lernen, d. h. wenn sich was in einem anderen wiederspiegelt, z.B. in der VWL, wenn es Zusammenhänge gibt, dass lese ich mir dann nur durch und habe es verstanden.
    Wenn ich versuche, darüber mit unseren Klassenbesten (und die haben Abitur)zu sprechen, verstehen sie mich nicht bzw. die Zusammenhänge.

    Oft habe ich bei einem Aufgabenblatt, die Aufgaben sind ja meistens aufeinander aufbauend, habe ich Lösung bereits, vergesse die einzelne Unterpunkte zu erklären, weil ich ja schon Lösung und denke, dass muss ja für die anderen ersichtlich sein.

    Was jetzt nicht heißt, dass ich grundsätlich leicht lerne, in der Mathematik muss mir immer jemand sagen, wie was genau funktioniert und dann bitte nur einen Rechenweg vorgeben und merken kann ich das Gerlernte nur so lange, wie ich es brauche. Es sei denn die Dinge sind abhängig voneinander, gilt aber nicht für die Mathematik.
    Meine Rechtschreibung ist auch nicht die Beste.

    Ich will jetzt damit nicht zum Ausdruck bringen, dass ich durchschnittlich begabt oder gar HB bin, ich weiß nur nicht wohin gehöre...

    Um diesen Konflikt zu erklären muss ich noch dazu erwähnen, dass diese Erkenntnis, dass es ein "Können" ist, neu für mich ist, früher, d.h. bis vor kurzem dachte ich immer, ich bin falsch, einfach nur verkehrt und dumm.

    Dieses Anecken hat mich durch die ganze Schulzeit und durch mein Berufsleben begleitet, weil ich immer dachte ich bin falsch, ich denke/ticke falsch, was zur Konsequenz führte, dass ich schon in Grundschule ein Außenseiter war,meine Mitschüler haben mich schon damals nichts verstanden. Um die Schule habe ich dann nicht mehr gekümmert, so bis zur 6/7 Klasse (Hauptschule),d.h. keine Hausaufgaben gemacht bzw. gelernt. Ich dachte ich bin dumm, meine Eltern haben von mir keine Leistung erwartet, die haben sich als ich ca. 6 Jahre alt war scheiden lassen und ich war für meine Mutter erher ein Partnerersatz als eine Tochter, bzw. habe mich für meine Mutter verantwortlich gefühlt, da war Schule schnuppe. Zusätzlich zu dem, dass ich Ausenseiter war habe ich dann noch Angstzustände entwickelt und mir dann gar nichts mehr zugetraut, wurde in der Schule auch verprügelt.

    Meine Mutter heiratete als ich ca. 12 Jahre alt war wieder. Wir zogen zu seiner Mutter, die Alkoholikerin, wie mein Stiefvater selber auch. Ich wurde in der Familie regelrecht für alles schuldig erklärt, selbst von meiner Mutter, die wollte die Alkoholabhängigkeit meines Stiefvaters nicht wahrhaben, ich war schuld.

    Nicht nur, dass dieses schon an für sich schlimm ist, auch in der Hinsicht, ich konnte mich nicht entwickeln, d.h. sowohl im Teenageralter, jungen Erwachsenenalter konnte ich nicht herausfinden was ich kann, was mir spass macht, Freude bereitet, Stärken entwickeln, was ich will bis zum heutigen Tage, stattdessen haben mich Ängste begleitet.

    Im Berfusleben habe ich völlig versagt. Eine Kündigung nach der anderen folgte. Durch die Gruppentherapie stabilisierte sich dieses, allerdings hatte ich dann oft mit Neid zu kämpfen, bin wieder angeeckt, hatte Konflikte und flog letztendlich aus meiner Arbeit. Hierzu sollte ich noch erwähnen , dass ich keine schwierige Arbeiten ausführte im Büro, d.h. meine Grenzen nicht kenne.

    Jetzt bin 32, weiß nicht mehr, wer ich bin was ich kann, kenne meine Stärken und Schwächen nicht.

    Könnte mit meinem Abschluss studieren gehen, habe bei dem Gedanken Schmetterlinge im Bauch, weiß aber nicht, welche Richtung weil ich nicht weiß was ich kann, habe mich ja nie wirklich entdeckt, bin irgendwo verloren gegangen.

    Versteht das Einer?

    Und ob ich es dann beruflich zu etwas bringe, steht dann auch einem ganz anderen Blatt.
    So habe ich z.B. immer noch heftigste Schuldgefühle, traue mir manche Sachen dann nicht zu, z.B. habe ich mich noch nicht getraut die Funktion "Zitieren" zu nehmen, bzw. habe den Vorgang dann wieder abgebrochen, aus Angst ich mache was falsch.
    Kann mich solchen Sachen richtig doof anstellen.
    Ich bin ziemlich durcheinander, traurig...

    LG, Anja


    Sorry, dass dieses jetzt so lang geworden ist.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    so viel "wirrwar" hatte ich auch in meinem kopf...
    zum glück mache ich mir seid der diagnose und behandlung
    keine gedanken mehr um "ungelegte eier." (wortwahl des arztes*g*)

    du schaffst das schon. bleib drann an einer professionellen diagnose und behandlung!!!

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 540

    AW: Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    Hallo 0815,

    vielen Dank für deine lieben Worte. Wie lange hat es denn bei dir gedauert, bis es dir besser ging? Hast du auch so ein berufliches Chaos hinter dir?

    LG, Anja

    Danke, dass du dir diesen langen Beitrag durchgelesen hast.
    Geändert von anja77 (22.02.2010 um 22:47 Uhr) Grund: Ergänzung

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    beruflich habe ich leider nichts handfestes auf die reihe bekommen (ausbildung, ect.).
    hab meine diagnose (erleuchtung^^) erst mit 37 erhalten...

    mein guter rat an dich: schaff dir eine gute basis mit fachlicher diagnose und behandlung.
    wie schnell / gut sich etwas bei dir ändert, kann dir keiner sagen.
    das mußt du selbst herausfinden...
    Geändert von 0815 (22.02.2010 um 23:17 Uhr) Grund: verlesen^^

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    Hallo Anja,

    wenn ich es richtig gelesen habe, dann nimmst du deine Fähigkeiten zwar wahr, aber kannst ihnen auf der anderen Seite nicht genug vertrauen um z.B. endlich das Studium anzufangen, von dem du träumst.

    Du merkst, dass du vieles besser lösen kannst, da du durch deine besondere Art zu denken bei vielen Fragestellungen einen Vorteil hast, aber traust dich nicht kompetent aufzutreten. Das führt sogar dazu, dass man dich auslacht und mobbt?

    Kann es sein, dass du auch dazu neigst, dich in deinen Ansichten und Lösungen immer erst ein Stückchen vorzutasten, etwas in den Raum zu werfen, um dann zu hoffen, dass man dir ein Stückchen entgegen kommt und den Gedanken aufgreift? Da das selten oder nie passiert, bekommen die anderen immer nur deine zaghaften Ansätze mit, ohne zu verstehen, worauf du eigentlich hinaus willst...

    So läuft das jedenfalls bei mir oft. Wenn ich mich dann jedoch traue, den anderen meine Gedanken zu erklären- Schritt für Schritt und nachvollziehbar, komme ich oft auf einen gemeinsamen Nenner mit meinen Mitmenschen- und Überraschung: teilweise war ich höchst anerkannt für meine Lösung...

    Du hast wahrscheinlich, wie so viele von uns, nie gelernt zu dir zu stehen. Vielleicht wäre es auch gut, deine Rolle als Sündenbock nochmal therapeutisch aufzuarbeiten?

    Der andere Punkt, warum es mir schwer fällt selbstbewusst aufzutreten, ist der dass ich leider schon oft meine eigenen Ansprüche nicht erfüllen konnte und mich hinterher wie ein Betrüger gefühlt habe...
    Das ist vermutlich ADHS spezifisch...aber ich hoffe, das jetzt endlich angehen zu können- denn was letztendlich zu Selbstbewusstsein führt, sind nunmal reale Erfolgserlebnisse...

    LG Alice
    Geändert von Alice (23.02.2010 um 00:43 Uhr) Grund: Buchstaben vergessen...

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    Hallo Anja,
    erstmal möchte ich Dir auch Mut zusprechen, mit professioneller Hilfe ist es bestimmt möglich das " Wirrwarr" zu bewältigen, auch wenn es anstrengend und oft ermüdent ist.
    Ich habe mich mein bisheriges Berufsleben mit meinem Chaotisch sein herumgeplagt und oft gedacht ich sei eine Versagerin, weil ich nicht so strukturiert und ordentlich wie meine Kollegen bin. Seit ich mich mit ADHS auseinandersetze, begreife ich das dem nicht so ist und meine Stärken einfach nur woanders liegen.
    Ich bin in Deinem Text an Deiner Entschuldigung hängen geblieben. Erst dachte ich - wieso entschuldigt die sich denn jetzt! Nach einigem Überlegen, dachte ich da könnte etwas zugrunde liegen, was ich auch sehr gut kenne: eine Mischung aus, sich ständig beeilen und gehetzt sein, alles so schnell wie möglich machen wollen und anderen nicht die zeit stehlen wollen. Ich setzte oft erstmal vorraus daß andere sich gar nicht die Zeit nehmen wollen, mir zuzuhören, deshalb mache ich alles kurz und schnell - aber oft eben auch nicht ausreichend, oder ich vergesse etwas, mache Flüchtigkeitsfehler ( als wenn ich auf der Flucht wäre...
    Aber ich habe in den letzten Monaten gelernt, die Dinge bewußt langsamer zu machen und mir auch im Zusammenhang mit anderen mehr Zeit zu nehmen - geht auch ;-)
    Irgendwie fühlt sich das gut an.
    schöne Grüße
    Bettipaula

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    Guten Abend in die kleine Runde

    Ich möchte nur kurz mitteilen, dass ich dieses besch...Gefühl seeehr gut kenne, anecken, nicht verstanden zu werden, anders zu sein, falscher Job, falscher Ort, überhaupt auf dem falschen Pfad trampeln etc etc. die Liste ist lang.

    Nun, seit ich (vor Jahren) aber angefangen habe, mich mit diesem KOMPLEXEN Feld zu beschäftigen, wirklich zu beschäftigen, kann ich mich heute mitteilen, erklären, meine Gedankengänge, kann mich in andere hineinversetzen und so erkennen, ok, mit diesem Menschen muß ich so umgehen damit er mich versteht. Das ist Arbeit, harte Arbeit. Denn ich denke für mich mit. Und ich denke für die anderen mit. Meist erkenne ich sie besser als sie sich selbst. Es kommt schon immer wieder vor, dass ich es leid bin mich in die anderen hineinzuversetzen. Wer macht denn das für mich frage ich mich dann. Dazu möchte ich sagen, dass es ein paar wenige Menschen in meinem Leben gibt, die das machen! Ansonsten nehmen die wenigsten da draußen Rücksicht, hinterfragen.

    Alice, mir persönlich hat sehr geholfen mich mal eine gaaanze laaaange Weile nur auf mich zu konzentrieren, mich mit mir zu beschäftigen...habe viel gelesen über ADHS, querbeet um mir ein eigenes Bild davon machen zu können. Herausgefunden inwieweit ich betroffen, MEIN ADHS.

    Und das Wissen, dass ich es habe, sprich eine Diagnose, hat schon unheimlich viel Last von mir genommen!!!

    Schlaf und träum was Schönes

    Simone

    P.S. Fang an Dich (neu) zu entdecken...eine anstrengende doch lohnende Herausforderung. ADHS Als Die Herausforderung Sehen

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 540

    AW: Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    Hallo Zusammen,

    habe mich gefreut über Antworten, war echt schön zu lesen:

    Alice, du hast schon richtig erkannt, ich traue mich nicht kompetent aufzutreten, was auch dazu führt, dass ich sehr schwamig´ bzw. nicht wirklich konkret werde, da hast du recht. Die Angst führt eher dazu, dass ich mich von den Anderen isoliere. Dieses Schritt für Schritt muss ich wirklich noch lernen. Ich kann auch erst richtig deutlich sprechen, seitdem wir diesen neuen Dozenten, ist wie frische Luft atmen.

    Ich finde übrigens du kannst stolz auf dich sein, wenn die Kommunikation so gut bei dir läuft, ist eine Gabe.

    Dein Beitrag ist echt gut geschrieben,stimmt vieles was du geschrieben hast, davon kann ich nur lernen, danke.

    Alice schreibt:

    Du merkst, dass du vieles besser lösen kannst, da du durch deine besondere Art zu denken bei vielen Fragestellungen einen Vorteil hast, aber traust dich nicht kompetent aufzutreten. Das führt sogar dazu, dass man dich auslacht und mobbt?

    Kann es sein, dass du auch dazu neigst, dich in deinen Ansichten und Lösungen immer erst ein Stückchen vorzutasten, etwas in den Raum zu werfen, um dann zu hoffen, dass man dir ein Stückchen entgegen kommt und den Gedanken aufgreift? Da das selten oder nie passiert, bekommen die anderen immer nur deine zaghaften Ansätze mit, ohne zu verstehen, worauf du eigentlich hinaus willst...

    Der andere Punkt, warum es mir schwer fällt selbstbewusst aufzutreten, ist der dass ich leider schon oft meine eigenen Ansprüche nicht erfüllen konnte und mich hinterher wie ein Betrüger gefühlt habe...
    Das ist vermutlich ADHS spezifisch...aber ich hoffe, das jetzt endlich angehen zu können- denn was letztendlich zu Selbstbewusstsein führt, sind nunmal reale Erfolgserlebnisse...
    Danke, bettipaula für deine warmen, herzlichen Worte, Mut kann ich gebrauchen und es stimmt, was du geschrieben hast, ich habe so viel geschrieben und dabei ein schlechtes Gewissen, dass ich euch bitte, mit mir auseinander zu setzen, es fällt mir schwer um Hilfe zu bitten.
    Flüchtigkeitsfehler mache ich gerne und ich weiß die müssen nicht sein.
    Würde mich interessieren, wo du deine stärken für dich gefunden hast? Ordnung und Stuktur habe ich nicht.

    bettipaula schreibt:

    Ich setzte oft erstmal vorraus daß andere sich gar nicht die Zeit nehmen wollen, mir zuzuhören, deshalb mache ich alles kurz und schnell - aber oft eben auch nicht ausreichend, oder ich vergesse etwas, mache Flüchtigkeitsfehler ( als wenn ich auf der Flucht wäre...
    Aber ich habe in den letzten Monaten gelernt, die Dinge bewußt langsamer zu machen und mir auch im Zusammenhang mit anderen mehr Zeit zu nehmen - geht auch ;-)
    Irgendwie fühlt sich das gut an.
    schöne Grüße
    Bettipaula
    Hallo Simone,
    danke für dieses Verständnis, es macht mir Mut zu erfahren, dass es mit harter Arbeit zu erreichen ist, auch wenn mir manchmal zu heulen ist, denn es ist wirklich ein Mitdenken für meine Mitmenschen, wie Alice schon sagte, step by step, ich werde mich wohl auch in nächster Zeit auch viel mit mir beschäftigen müssen, komme mir jetzt schon vor, wie in trance. Es scheint ein wahrer Lernprozess zu sein. ADHS überrollt mich im Moment ein bisschen.

    Hinzu kommt, dass ich mich wirklich noch nicht selber kenne, da ich jahrelang vor Angst blockiert war und daher mich selbst nicht wahrnehmen konnte. Habe immer für die Anderen und durch die Anderen gelebt und mich eben dabei verloren.

    Helferlein schreibt:
    Nun, seit ich (vor Jahren) aber angefangen habe, mich mit diesem KOMPLEXEN Feld zu beschäftigen, wirklich zu beschäftigen, kann ich mich heute mitteilen, erklären, meine Gedankengänge, kann mich in andere hineinversetzen und so erkennen, ok, mit diesem Menschen muß ich so umgehen damit er mich versteht. Das ist Arbeit, harte Arbeit. Denn ich denke für mich mit. Und ich denke für die anderen mit. Meist erkenne ich sie besser als sie sich selbst. Last von mir genommen!!!


    P.S. Fang an Dich (neu) zu entdecken...eine anstrengende doch lohnende Herausforderung. ADHS Als Die Herausforderung Sehen
    Das finde ich wirklich Klasse eine Herausforderung ist ADHS wirklich
    ein riesengroßes an Euch.

    LG, Anja
    P.s. Habe jetzt doch mal das "Zitieren" ausprobiert..
    Geändert von anja77 (23.02.2010 um 16:02 Uhr) Grund: Verbesserung

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    Hallo,

    wow - ich wollt nur mal kurz anmerken, DU BIST NICHT ALLEIN! So ziemlich jedes Wort von Dir könnte auch von mir stammen! Leider hab ich grad bisschen wenig Zeit, sonst würd ich noch genauer drauf eingehen, aber ich kann Dich sooo gut nachvollziehen.

    Mir hilft es aber auch schon ein bisschen, mich mit der ADHS Geschichte auseinanderzusetzen....seit dem ich das mache, geht mir jeden Tag ein neues Lämpchen auf

    Die Kehrseite kenne ich aber auch - irgendwie fühl ich mich auch um 30 Jahr betrogen... viel zu lange hab ich mich immer zurück gehalten, weil ich mich für inkompetent gehalten habe....wenn dann Kollegen genau den Einwand/die Ergänzung gebracht haben, die ich schon lange im Kopf hatte, mich aber nicht habe aussprechen trauen und dann auch noch über die Massen dafür Anerkennung erhalten haben, hab ich mich jedes Mal schön in den **** gebissen.

    Damit ist jetzt immer mehr Schluss. Seitdem ich mehr über mich weiss, kann ich richtig anstrengend sein im Beruf Aber ich habe einfach fest beschlossen, mir jetzt auch mal mein Stück vom Kuchen abzuholen und nicht nur den Frustkuchen hinterher zu Hause zu fressen!!

    Und trotzdem, ich merke, da geht noch viel Wasser den Bach herunter, bis ich da bin, wo ich vielleicht schon viel früher hätte sein können. Aber ich arbeite dran.

    Und deshalb rate ich Dir, die Chance darin zu erkennen. Mir selbst rat ichs auch jeden Tag ein bisschen

    Crazymom

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 247

    AW: Wer bin ich oder großes Indentitätsproblem?!

    hey du, ich glaube, ich denke genauso wie du!
    wenn man in komplexen zusammenhängen denken kann verstehe ich alles sofort und vergesse es auch nicht mehr.
    mein problem ist, dass ich mir keine einzelnen fachbegriffe merken kann.
    aber ich verstehe sehr schnell das kopmlexe ganze system.

    in meinem job geht es mir in der diagnostik so.
    ich sehe die einzelnen teile eines testergebnisses und weiß sofort, was das bedeutet.
    ich muss nicht lange überlegen, wie die in zusammenhang setehen und was es bedeutet, wenn das eine gut und das andere shclecht ist.

    meine kollegen ziehen mich oft als berater hinzu, um das zu einem gesammtbild zu interpretieren.
    ich mach das auch supergerne!

    aber wie gesagt, ich kann keine fachbegriffe dazu.
    ich verstehe die zwar und benutze auch viele, aber viele kann ich auch nicht so ab rufen.

    wenn ich dann versuche zu erklären wie ich zu meinem ergebnis komme habe ich dann oft probleme.
    ich kann auch nicht richtig nachvollziehen an welchem punkt da irgendwas schwierig ist..

    in meinem jetzigenberuf schätzen meine kollegen mein komplexes denken sehr!
    und da ich keine tests mehr schreibe, wo ich bestimmte begriffe abrufbereit haben muss komm ich gut klar.
    meine patienten wollen sowieso keine hören, weil sie die nicht verstehen.

    in der schule wurde ich auch immer gemobbt.
    und wenn ich mal versucht hab was zu erklären hats eh keiner verstanden.
    ich hab dann versucht vergleiche zu benutzen aber das hats auch nciht besser gemacht.
    naja..in deutsch bei den interpretationen hats geholfen..aber sonst..
    und faktenwissen ohne zusammenhänge abrufen ging noch nie und das ist in der schule leider ständig gefragt und hat mich da relativ zum versager gemacht..
    auch wenn ich letzten endes sogar das abi geschafft habe.

    mir wurde auch mal bei einer fortbildung gesagt, dass andere da jahrelange fprtbildungen machen, um so zu denken und zu diskutieren..ich weiß aber leider nimmer, wie das hieß.
    das hat mich sehr gefreut, weil ich das bis dahin nie als fähigkeit erkannt habe.

    jetzt, da du deinen abschluss so gut wie in der tasche hast, ist es im grunde nur noch wichtig raus zu finden, in welchem beruf der dich interessiert dir diese fähigkeit nützlich sein wird!!
    finde den und du wirst sehen, das ist under adhsler glaub häufig, aber in der gesamtbevölkerung eher eine seltene fähigkeit.

    suche dir einen therapeuten um deine stärken raus zu arbeiten und an dich zu glauben!
    vielleicht kann der mit dir auch testen, wo sonst deine fähigkeiten liegen.

    ich hab im internet mal einen test gemacht zur berufswahl..
    der ist nicht ganz billig, aber war sehr hilfreich.
    der testet auch deine ganzen fähigkeiten undd fragt nach interessen und so und schlägt dann einen beruf vor.
    du bekommst aber auch seitenweise auswertung und ein echtes begabungsprofil.
    mir hat das wirklicch sehr geholfen..und einen der berufe aus der liste hab ich tatsächlich gelernt.
    https://www.geva-institut.de/testoth...inet_affmn=52&

    die haben so viele tests jetzt...ich hoffe, das ist der gleiche...
    hoffe auch, dass das jetzt keine unerlaubte werbung ist..aber ich hab mit dem institut nix zu tun, außer dass ich mal den test da gemacht hab.
    ich hab den im übrigen online gemacht.

    kopf hoch und kämpfen!

    du gehörst genau da hin, wo du sein willst!

    Justus

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