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Diskutiere im Thema Was habt Ihr wegen ADHS erreicht? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    was diese Theorie angeht: Prof. Klaus-Peter Lesch von der Universitäts-Psychiatrie Würzburg, der führende Genetiker zu ADHS in Deutschland und einer der führenden Genetiker zu ADHS weltweit, hat ca. März bis August 2013 in der Print-Ausgabe des Spiegel in einem Interview mit dem unsäglichen Journalisten und ADHS-Gegner Jörg Blech genau davon gesprochen: von ADHS-Genen als einem genetischen Selektionsvorteil. Das Interview bzw. der presseartikel stand nur in der Print-Ausgabe des Spiegel und ist über Internet nicht auffindbar. Vielleicht macht sich jemand die Mühe, sämtliche Print-Ausgaben des Spiegel aus dem Jahr 2013 danach zu durchforsten, aber das ist wohl illusionär.

  2. #32
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 111

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    wegen ADHS erreicht.. hm.

    Mein erster Gedanke "nichts, ADHS blockiert jede Anstrengung die andauern soll"

    ABER dann fiel mir ein: Ich habe mich mit manchen (einigen), wirklich interessanten Themen sehr intensiv beschäftigt.(Ihr wisst ja, das mit dem plötzlichen Fokus) Und bin in diesen nun jeweils sehr bewandert. Und werde wegen meines umfangreichen Wissens unter Anderem von meinen Freunden sehr geschätzt. Neben all den Macken

    Also.. guter Thread, hat mich die Sache positiver betrachten lassen.


    @AuchHier und ChaotSchland:
    Ich muss euch dabei unterstützen. Dass es so eine hohe Prävalenz gibt, ist dabei eine Sache. Aber mMn. gibt es dabei einfach logische Betrachtungen, die zu tätigen sind.

    ADHS'ler sind etwa z.B. besonders vielseitig, oder weisen durch ihre Impulsivität nicht nur eine höhere Mortalität auf (historisch gesprochen), sondern scheinen z.B. manchmal extrovertierter, oder mutiger oder Dinge die ich noch nicht weiß und daher jetzt nicht aufzählen kann. Was evtl zu einer höheren Attraktivität führen würde. Ebenso mit der Anzahl der Partner.
    Wenn etwas dran ist, dass diese vermeintliche Störung (bitte nicht denken, ich will es kleinreden. "vermeintlich", weil es ja in diesem Falle nicht stören würde) für mehr Nachwuchs sorgt. Oder so. Denke, das ist ein interessantes Gebiet.

    Des weiteren würde mich interessieren, da die Spanne oft so weit angegeben ist (teilweise wird von bis zu 10% gesprochen), wie groß die Dunkelziffer ist. Leute, die aus vielen Gründen nicht extrem auffallen, sodass ADHS evtl. gar nicht so selten ist?
    Geändert von Rocket ( 3.08.2016 um 20:56 Uhr)

  3. #33
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 95

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    Fliegerlein schreibt:
    Die Veranlagung zu Krebs ist nebenbei bemerkt auch vererblich ....
    Wie passt der ... in dieses Modell?

    Das ist wirklich eine spannende Frage, die aktuell durch Wissenschaftler an der University of Washington wieder aufgeworfen wurde. Diese haben nachgewiesen, dass Gene, die für Krebs verantwortlich sind, einige Stunden nach dem Herztod erwachen und aktiv werden. Warum? Niemand weiß es bisher bzw. hat dafür überhaupt eine Erklärung.
    Geändert von AuchHier ( 3.08.2016 um 21:09 Uhr)

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    Die Veranlagung zu Krebs: kommt drauf an, in welchem Lebensalter der durch erbliche Faktoren mitbedingte Krebs in der Regel auftritt. Z.B. Colon- oder Rektum-Carcinome (ich meine hier weder das Lynch-Syndrom aka. HNPCC aka. Hereditäre Non-Polypöse Colon-Carcinome noch FAP aka Familiäre Adenomatöse Polypose (letztere führt in quasi 100% der Fälle zu einem Auftreten eines Colon- bzw. Rektum-Carcinoms bis zum 30. Lebensjahr, die Patienten können nur durch eine Totalresektion von Colon und Rektum gerettet werden) sondern ich meine die multigenetische Veranlagung zu Coloncarcinomen, die in höherem Lebensalter auftreten und durch äußere Einflüsse wie Ernährung mitbedingt werden ) treten in der Regel in höherem Lebensalter, grob gesagt ab dem 60. Lebensjahr auf. Zu diesem Zeitpunkt hat man den Nachwuchs in der Regel längst in die Welt gesetzt.

    Wenn jemand mit 60 bis 80 ein Rektum-Carcinom bekommt, so alt sind die allermeisten Menschen bis ins 19. Jahrhundert gar nicht geworden.
    Geändert von ChaotSchland ( 3.08.2016 um 21:19 Uhr)

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    PS: und was genetische Syndrome betrifft, die zu Tumorerkrankungen in jüngeren Jahren führen, so häufig wie ADHS sind die nun wahrlich nicht. Nicht im geringsten die 5-8% wie bei ADHS.

  6. #36
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    Sagt einem ja schon der gesunde Menschenverstand.

    - Kinder, die aus genetischen Gründen bereits mit 10 Jahren an Krebs erkranken und daran sterben, können ihre Gene gar nicht erst weiter geben. = Evolutionäre Sackgasse
    - Menschen, die aus genetischen Gründen mit 40+ an Krebs erkranken und versterben, haben ihre Gene bereits weiter gegeben, dieser Nachteil spielt in der Evolution keine Rolle.
    - Wenn ADHS ein evolutionärer Nachteil wäre und die bereits mit 6 oder früher erkrankten Kinder aus diesem Nachteil heraus früh vor der Fortpflanzung verstorben wären (=erschlagen, gefressen worden, verhungert, da sie kein Geld verdienen, oder aus den gleichen Gründen keine Partner zur Fortpflanzung) gäbe es heute wohl kein oder fast kein ADHS.
    - Wäre es eine nur vorteilhafte Variation, hätten wir heute jedoch nur noch Menschen mit ADHS.

    Die Evolution interessiert sich nicht für Krankheiten. Sie interessiert sich (wenn man denn von Interesse reden will) ausschließlich dafür, welche Gene und welche Population sich am erfolgreichsten weiter verbreiten kann.

    Und auch wenn es unserer recht friedlichen Gesellschaft nicht gefällt, eine Population mit einigen ADHS "Kranken", einigen Psychopaten und einigen "Normalos" hat in der Steinzeit bis hin zum Mittelalter nur Vorteile.

    Einen Krieger, der hyperfokussiert sein kann, unter Todesgefahr in der Schlacht am besten funktioniert, in der Enge getrieben einen Wutanfall hat und zur Bestie wird, wer solche Krieger in seinen Reihen hatte, zusätzlich aber noch Planer und einige Psychopaten, der war bestens aufgestellt, seine Population gut zu verbreiten. Wenn dann etliche Veteranen mit 40 an Krebs erkrankten und starben, spielt dies hingegen keine Rolle.

    Das Argument, Krebs mit ADHS gleichzustellen ist wohl somit vom Tisch.

    Anmerkung: Gebährmutterhalskrebs tritt oft in jungen Jahren auf, hier wurde jedoch festgestellt, dass eine genetische Veranlagung hier nach derzeitigen Erkenntnisstand eine untergeordnete Rolle spielt, sondern durch humane Papilloviren ausgelöst wird.

    Es gibt auch andere "Krankheiten", die hoch verbreitet sind und schon früh anfangen. Z.B. Migräne. Und auch hier ist inzwischen vorherrschende Meinung, dass dies ein Vorteil ist.

    Entgegen landläufiger Meinung, insbesonders aus diversen Witzen, haben Frauen und auch Männer mit Migräne besonders häufig Sex, da dies der Migräne einige Zeit entgegen wirkt. Und während der Schwangerschaft verschwindet die Migräne häufig. (um danach wieder zu kommen).

    Quellennachweise erspare ich mir hier, wer Tante Google nicht bedienen kann, kann auch mit Quellennachweisen nicht viel anfangen.

    Eines noch: es ist ja auffallend, dass genetische Erkrankungen in aller Regel erst im Alter auftreten. Einfach weil früher auftretende tödliche Erbkrankheiten durch Selektion immer in eine evolutionäre Sackgasse geführt hat.

    @Herrn Fliegerlein... Ich empfinde ADHS bei mir nicht als Auszeichnung. Es hat mir viele Nachteile bereitet. Jedoch sicher auch ein spannendes Leben. Mit 20 habe ich wohl mehr gesehen und erlebt als viele in ihrem gesamten Leben. Trotzdem hätte ich lieber diese Variation nicht. Obwohl, HALT....ginge es mir tatsächlich besser? Ich weiß es nicht. Es wäre mit Sicherheit ein völlig anderes Leben.

    Aber warum sollte ich vergossener Milch nachweinen? Es ist so wie es ist. Und es hätte mich wesentlich schlechter treffen können.

    Leider passt ADHS nicht in unsere durchorganisierte Zeit. Daher muss ich umlernen, notfalls, wenn es nicht anders geht, auch mit Hilfsmitteln.

    Zusammenfassend kann man, so glaube ich, sagen, dass ADHS keine Fehlentwicklung ist, sie hat sich nur in unserer Zeit überlebt und keinen Platz mehr und wird, wenn sich da nichts ändert wohl in längeren Zeiträumen aussterben.

  7. #37
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 111

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    Pegasus001:
    Danke für diese interessante Sichtweise. Kann da keine Unstimmigkeiten drin finden, klingt für mich alles recht plausibel!
    Außerdem danke für die Absätze.

    Nur bei deinem allerletzten Satz würde ich mich mal kritisch zu äußern. Ich glaube nicht, dass ADHS zu einer geringeren Fortpflanzung führt. Dazu bräuchte es mal Studien, aber ich glaube nicht dass jemand darüber welche machen wird.
    In der Zeit der Aufklärung finden evtl. Menschen ADHS sogar irgendawnn besser einen Platz und somit Partner und Nachwuchs, da sie wissen welche Berufe/Lebensweisen für sie geeignet sind.

  8. #38
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.796

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    Nur zur Info, da dies offensichtlich mal wieder falsch verstanden wurde (obwohl ich extra eine entsprechedne Anmerkung in meinem Footer eingestellt habe ...... ich versteh's nichts ....) :
    Pegasus001 schreibt:
    Das Argument, Krebs mit ADHS gleichzustellen ist wohl somit vom Tisch.
    Ich stelle ADHS nicht mit Krebs gleich.
    Irgendwie war mir klar, dass sich einige daran festbeißen oder das so verstehen werden .....

    Worum es mir ging ist, dass sich auch andere erblich bedingte Erkrankungen (oder auch einfach nur genetische Varianten, müsen nicht mal Störungen oder Krankheiten sein) hartnäckig durch die Geschichte halten und allein die Tatsache, dass eine Krankheit (oder genetische Variante) sich dauerhaft hält, kein Argument dafür ist, dass sich daraus evolutionäre Vorteile erschließen lassen.
    Sie kann auch einfach nur da sein ....

    Denn wie Du vollkommen korrekt schreibst:
    Pegasus001 schreibt:
    Die Evolution interessiert sich nicht für Krankheiten.
    Das genau ist der Punkt.

    Pegasus001 schreibt:
    @Herrn Fliegerlein... Ich empfinde ADHS bei mir nicht als Auszeichnung. Es hat mir viele Nachteile bereitet. Jedoch sicher auch ein spannendes Leben. Mit 20 habe ich wohl mehr gesehen und erlebt als viele in ihrem gesamten Leben.
    Und bist Du sicher, dass das speziell Deiner ADHS zuzuschreiben ist?
    Wenn dem so wäre, müsste es deutlich erkennbar mehr Menschen mit ADHS geben, denen es ebenso ergangen ist, als solchen ohne ADHS.
    (EDIT: Nachtrag zur Erklärung: Gemeint ist der Anteil der Personen in einer Gruppe von ADHS-Betroffenen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne ADHS. In letzterer Gruppe müssten demnach weniger Personen zu finden sein, die ein spannendes Leben haben/ hatten, als in der Gruppe der ADHS-Betroffenen)

    Ich denke, es gibt im Verhältnis innerhalb der jeweiligen Gruppe auch mindestens genauso viele Menschen ohne ADHS, die ebenfalls ein spannendes Leben hatten oder haben, genauso wie es viele Menschen mit ADHS gibt, die nicht so viel erlebt haben.

    Wenn man sich die Frage stellt, was man wegen ADHS erreicht hat, muss man das auch immer im Vergleich zur Kontrollgruppe sehen.
    Und dann muss am Ende dabei erkennbar sein, dass die Gruppe ohne ADHS dort deutlich andere Ergebnisse hervorbringt, als jene mit ADHS.
    Ob nun bessere oder schlechtere oder einfach nur andere, steht dabei zunächst mal gar nicht auf der Liste, das ist vollkommen egal.
    Es muss nur ein (signifikanter) Unterschied erkennbar sein, der der einen Gruppe, nicht aber der anderen zuzuschreiben ist.

    Und BTW: Das "Herrn" wirkt auf mich arrogant und herablassend, das hättste auch weglassen können .

    In diesem Sinne verlasse ich den Thread wieder ....
    Geändert von Fliegerlein ( 4.08.2016 um 12:09 Uhr) Grund: Satz ergänzt/ Nachtrag zugefügt

  9. #39
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    @ Fliegerlein...ja, das "Herrn" hätte ich mir sparen können. Solche Sachen rutschen mir des öfteren raus. Ich entschuldige mich hierfür. Hätte wirklich nicht sein müssen.

    Wobei....die fünf lachenden Smileys in der Mail schlagen in die gleiche Kerbe, damit lachst Du ja andere Meinungen auch aus. Also wie es im Wald hineinruft....Rest kennst Du.

    Auch Satzbildungen wie "lächerliches Argument" oder andere Meinungen als "niedlich" zu bezeichnen, sich aber da über ein "Herr Fliegerlein" aufzuregen ist auch nicht wirklich verhältnismäßig. Denk mal drüber nach....

    Und jetzt mal sachlich zu Deiner Forderung für Beweise. Wie soll das gehen? Bill Gates hat wohl ADHS und ist Erfolgreich. Wäre er auch Erfolgreich wenn er kein ADHS gehabt hätte? Wie soll man das wissen?

    Zuckerberg ist ebenfalls so ein Beispiel. In seiner Firma wird oft bei einem Programmierer darüber gesprochen, man solle ihn nicht stören, er ist im Tunnel....selber kenne ich das auch beim Programmieren. Anderer Begriff dafür ist der Hyperfokus.

    ADHS ist zusammen mit ausgeprägter Hochbegabung häufig für Erfolg verantwortlich. Eine Beweisführung ist mir da natürlich nicht möglich. Aber es wäre schlüssig. Eine Hochbegabung, die ADHS nicht nur weitestgehend kompensiert, sondern noch dazu in der Lage ist, chaotische Gedankengänge im Hyperfokus zu kanalisieren und zu bewerten kann wohl zu ungewöhnlichen Leistungen führen.

    Bei mir hat es nicht ausgerecht (Hochbegabung), dazu fehlen mir wohl einfach ein paar IQ-Punkte. Ich hätte etwas konzentrierter sein müssen, um Abitur oder zumindest mittlere Reife zu schaffen. Oder etwas intelligenter. Aber mir ist nicht alles zugeflogen. Und ich war wohl einfach zu aufsässig. Auf der anderen Seite war ich immer wohl zu sehr "Nerd", so dass mein Hauptaugenmerk darauf lag, ohne Schläge meiner Mitschüler heil aus der Schule zu entkommen und immer gewieftere Fluchtwege zu organisieren.

    Ich schweife ab...und das Auto muss ich auch noch sauber machen. Morgen geht es nach Griechenland. Uups, bin schon wieder am Abschweifen. Zurück zur Sache.

    Das ADHS durchaus Vorteile hat, ist meiner Ansicht nach nicht von der Hand zu weisen. In Kulturen können Sie das Salz in der Suppe sein. Eine Gesellschaft verkraftet ein paar Chaoten. Wenn dann aus dem Chaos, möglicherweise sogar versehentlich, etwas entsteht, was Neu ist und eine Verbesserung bedeutet, nützt es der ganzen Gruppe.

    (hier musste ich nachträglich noch was einfügen). Eine derartige Gruppe hat wohl eine bessere Durchsetzungsfähigkeit auf dem "Markt" der erfolgreichen Stämme als eine Gruppe, bei der alles durchorganisiert nach Schema F läuft und die derartige Chaoten ausgegrenzt hat. Und wenn diese Gruppe erfolgreicher ist, konnte sich auch die genetische Veranlagung für ADHS besser mit durchsetzen.

    Eine Gruppe OHNE Chaoten hatte, einfach ausgedrückt, technologische Nachteile.

    Eine Gruppe mit überwiegenden Chaoten hat sich selber ausgerottet (keiner hat für den Winter vorgeplant und ähnliches)

    Nur eine Gruppe mit einer gesunden Durchmischung aller Eigenschaften, und da klingen 5-10% in meinen Ohren plausibel, also mit recht vielen ordnungsliebenden Menschen, einigen Chaoten und auch einigen Psychopaten hätte die beste Chance, sich die Welt auch gegen die beiden obengenannten Gruppen untertan zu machen. Ergo, diese Mischung hat sich genetisch und evolutionär durchgesetzt.

    Klar, ist alles vereinfacht jetzt dargestellt, aber im Prinzip einleuchtend. (Ende der Einfügung)

    In einer heutigen Gesellschaft gibt es kaum noch einsame Genies. Wissenschaft bedeutet heute mehr den je Zusammenarbeit. Wie langweilig. Aber anders einfach nicht mehr zu händeln.

    Ein Leonardo da Vinci konnte noch das gesamte Wissen der Menschheit lernen. Heute bleibt nur noch die Spezialisierung. Und da ist die Nachfrage nach Chaoten gering geworden.

    Nun zu mir persönlich. Dass ich viel erlebt habe, liegt auch an meiner Sprunghaftigkeit. Und diese ist wohl ADHS geschuldet. Ein Bekannter von mir hat bei der HUK Coburg gelernt und ist seit mittlerweile 35 Jahren dort. Das wäre für mich unerträglich.

    Andersrum: ich habe viele Jobs verloren, weil sie mich entweder gelangweilt haben und ich deswegen phlegmatisch wurde oder weil ich mich mit Vorgesetzten behängt habe. Beides typische Verhaltensweisen, wenn man von ADHS betroffen ist.

    So, jetzt gehe ich Auto-Putzen. (bääh...)
    Geändert von Pegasus001 ( 4.08.2016 um 12:58 Uhr)

  10. #40
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.796

    AW: Was habt Ihr wegen ADHS erreicht?

    Pegasus001 schreibt:
    Und jetzt mal sachlich zu Deiner Forderung für Beweise. Wie soll das gehen? Bill Gates hat wohl ADHS und ist Erfolgreich. Wäre er auch Erfolgreich wenn er kein ADHS gehabt hätte? Wie soll man das wissen?
    So wie bei jeder guten Studie: Über Vergleiche.
    Man vergleicht Gruppen miteinander.

    Es gibt ja auch Menschen, die ohne ADHS erfolgreich sind und man kann ja durchaus schauen, wie die Verhältnisse innerhalb der Gruppen aussehen und selbige vergleichen.
    So macht man das üblicherweise in der Wissenschaft (jaa ... extrem vereinfacht dargestellt).

    Die Kunst liegt in der Objektivität der Beobachtung.
    Pegasus001 schreibt:
    Zuckerberg ist ebenfalls so ein Beispiel. In seiner Firma wird oft bei einem Programmierer darüber gesprochen, man solle ihn nicht stören, er ist im Tunnel....selber kenne ich das auch beim Programmieren. Anderer Begriff dafür ist der Hyperfokus.
    Das ist aber kein Hinweis auf eine ADHS.
    Menschen ohne ADHS können das genauso.
    JEDER kann sich so in etwas vertiefen, dass er um sich herum nichts mehr mitbekommt.
    Das ist weder ein Privileg für ADHS noch z.B. Autismus.
    Nur kommt es bei den betroffenen Gruppen in einem vollkommen anderen Ausmaß vor und in einer solchen Weise, dass sie zur Beeinträchtigung führt.

    Menschen, die nicht gestört werden wollen, weil sie gerade "im Tunnel" sind, sind nicht ungewöhnlich.
    Der Unterschied liegt aber u.a. darin, was passiert, wenn man sie stört.
    Einem Menschen mit ADHS wird es anschließend unglaublich schwer fallen, sich wieder in seinen ursprünglichen Task/ seine ursprüngliche Aufgabe zurückzufinden oder sich gar überhaupt wieder daran zu erinnern.

    Jeden stört es, wenn er bei der Arbeit ist und das Telefon klingelt oder er angequatscht wird.
    Aber die meisten Menschen können ihren Task unterbrechen, sich der anderen Sache widmen und dann anschließend wieder zur alten Aufgabe zurückkehren und weitermachen.
    Menschen mit ADHS fällt das dagegen unglaublich schwer (umgekehrt genaus ... sie springen unkontrollierbar von einem zum anderen).
    Es ist ohnehin strittig, ob man bei ADHS-Betroffenen tatsächlich von einem Hyperfokus im eigentlichen Sinne sprechen kann, oder ob es sich vielmehr um eben jene Unfähigkeit handelt, einen Task zu unterbrechen, sich etwas anderem zuzuwenden und anschließend wieder zum Task zurückzukehren.


    Die meisten Merkmale einer ADHS sind nichts, was nur ADHS-Betroffenen zu Eigen ist oder nur sie vorweisen, sondern es sind Eigenschaften, die jedem zu Eigen sind, nur sind sie bei ADHS derart ausgeprägt, dass sie beeinträchtigend wirken.
    Das Ausmaß machts.
    Ist ein bisschen wie das Salz in der Suppe ... in einer guten Suppe darf es nicht fehlen, aber eine übersalzene Suppe wird ungenießbar und sogar ungesund.
    Die Balance machts und genau die ist bei ADHS aus den Fugen geraten.

    Meine Frau kann sich auch in ein Spiel oder ein Buch vertiefen, so dass sie vollkommen darin versinkt.
    Sie hat aber unter Garantie keine ADHS, sondern sie ist halt, wie jeder Mensch, vertieft in eine Sache.
    Hyperfokus ist durchaus bei jedem Menschen möglich.
    Nur kann ein ADHS-Betroffener nicht willentlich darüber entscheiden.
    Das ist der Unterschied.
    Jemand ohne ADHS kann das aber durchaus in der Regel, nicht immer na klar, aber in den meisten Fällen.
    Trotzdem nicht gestört werden zu wollen ist dabei kein Kriterium, welches auf eine ADHS hinweist.
    Das, was mit dem Betreffenden anschließend geschieht, und wie häufig, macht den Unterschied.


    Pegasus001 schreibt:
    ADHS ist zusammen mit ausgeprägter Hochbegabung häufig für Erfolg verantwortlich. Eine Beweisführung ist mir da natürlich nicht möglich. Aber es wäre schlüssig. Eine Hochbegabung, die ADHS nicht nur weitestgehend kompensiert, sondern noch dazu in der Lage ist, chaotische Gedankengänge im Hyperfokus zu kanalisieren und zu bewerten kann wohl zu ungewöhnlichen Leistungen führen.
    Das würde ich nicht als schlüssig betrachten.
    Ich bin hochbegabt, aber dennoch erwerbsunfähig.
    Ich wäre aber gewiss in vielen Bereichen erfolgreicher, wenn ich nicht von ADHS betroffen wäre.
    Besonders im Hinblick auf meine mangelnden Exekutivfunktionen, welche es mir unmöglich machen, trotz hoher Intelligenz, ein Studium abzuschließen oder meine Firma aufrecht zu erhalten, weil dazu nicht nur Fähigkeiten in den Bereichen gehören, in denen ich talentiert bin, sondern eben auch alles andere z.B. an Administration und (Selbst-) Organisation, welche erforderlich sind, um ein Unternehmen zu führen.

    Und diese Beeinträchtigungen kann man auch mit hoher Intelligenz nicht oder nur sehr schwer und wenn, dann vor allem dysfunktional kompensieren.

    Die Frage, warum Menschen mit ADHS erfolgreich sind sollte also viel eher lauten:
    Was genau hat es ihnen ermöglicht?
    Es ist nicht die ADHS selbst, die sie erfolgreich gemacht hat.
    Ich kann meine Beeinträchtigungen inzwischen sehr genau benennen und auch sehr gut erkennen, inwiefern sie meinem Erfolg in Wege standen und wüsste auch, wie das hätte klappen können.

    Die Antwort lautet:
    ADHS-Management oder auch erfolgreiche ADHS-Behandlung.
    Das muss mitnichten gleich eine Therapie oder Medikamente sein .... die Frage, die man stellen sollte ist:
    Was im Umfeld des Betroffenen sorgt dafür, dass sich seine Beeinträchtigungen nicht bemerkbar machen.

    Bei meinem Vater z.B, der ebenfalls betroffen war, waren das die Kollegen.
    Sie haben sozusagen auf ihn "aufgepasst".
    Wenn jemand zeitblind ist, er aber andere Menschen hat, die darauf achten, wann welche Termine anstehen, macht sich das Defizit nicht bemerkbar.
    Es ist erfolgreich und vor allem: funktional kompensiert.
    Aber eben externalisiert.
    Und genau das ist der Punkt:
    Die Beeinträchtigungen, die einem ADHS-Betroffenen zu Eigen sind, kann er nicht internalisieren, obwohl es Funktionen sind, die Menschen normalerweise "von innen heraus" können.
    Also müssen sie externalisiert werden.

    Und wenn jemand das richtige Umfeld hat, kann das sehr gut klappen und er großen Erfolg oder auch einfach so nur Erfolg haben.

    Die Frage ist, was passiert, wenn dieses kompensierende Umfeld wegbricht?

    Viele ADHS-Betroffene schaffen das Abitur, scheitern aber dann im Studium.
    Warum?
    Weil im Elternhaus und in der Schule vieles extern kompensiert wurde und ab dem Moment, wo keine festen Stundenpläne mehr an der Kühlschranktür hängen, keine Eltern mehr da sind um zu wecken etc., also eine äußere, feste und stützende Struktur zu geben, geht die Talfahrt los.

    Aber selbst das schaffen durchaus noch viele, aber auch da sollte man schauen:
    Was hat da geholfen die Beeinträchtigungen zu kompensieren.
    Es muss externe Kompensationshilfen geben, zumindest solange wir von ADHS-Fällen reden, deren Beeinträchtigung ausgeprägt genug ist, dass sie eine Diagnose rechtfertigen.

    Wenn Bill Gates eine Sekretärin hat, Steuerberater, Anwälte, Manager spricht: einen ganzen Haufen Menschen um ihn herum, die dafür sorgen, dass die Beeinträchtigungen nicht ins Gewicht fallen, dann kann man damit Erfolg haben.


    Hätte ich eine Sekretärin gehabt oder jemanden, der mein "Management" übernimmt, hätte das ganz ausgesehen.
    Hat es auch.
    Anfangs hat meine Frau vieles davon gemacht.
    Sie ist gelernte Bürokauffrau und ein echtes Organisationstalent.
    Aber sie hat eine Vollzeitstelle angenommen (aus guten Gründen, denn anfangs wirft ein neuer Betrieb nicht genug ab, um 2 Leute zu ernähren und das gibt einem kein sicheres Gefühl) und konnte daher nicht mehr weiter in meiner Firma helfen.
    Und genau von da an ging es bei mir den Bach runter.
    All die Probleme in den Exekutiven Funktionen haben mich eingeholt und ich ging in meinem eigenen Chaos unter.

    Es fehlte die externe Kompensation.

    Und genau danach muss man schauen.
    Und bei den allermeisten Betroffenen wird man das auch finden.

    Ich habe z.B. eine abgeschlossene Ausbildung.
    Warum?
    Weil ich in einer hochstrukturierten (zivilen) Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr gelernt habe.
    In der "freien Wirtschaft" wäre ich sang- und klanglos in meinem Chaos untergegangen.

    Hochbegabung ist kein Schlüssel für ADHS-Kompensation.
    Der Schweizer Psychologe und ADHS-Fachmann Pierro Rossi hat mal geschreiben "Man kann eine ADHS nicht kompensieren".
    Da wollte ich ihm damals vehement widersprechen, aber er hat recht.
    Vielleicht häte er dazu schreiben sollen "funktional kompensieren"
    Aber trotzdem hat er recht.
    Intelligenz und Exekutive Funktionen sind voneinander unabhängig.
    Hohe Intelligenz hilft aber durchaus dabei, die Beeinträchtigungen zu verschleiern .... nur leider in den seltensten Fällen funktional ... das wird irgendwann zum Boomerang (sprich Burnout, Depressionen, die übliche Liste der Komorbiditäten halt, die sich daraus erwachsen).

    Will man also sehen, ob Bill Gates oder andere auch ohne ADHS erfolgreich sein könnten, schaut man am besten nach, inwiefern die typischen Beeinträchtigungen einer ADHS entweder extern kompensiert wurden oder ob sie überhaupt dort in dieser Umgebung ins Gewicht fallen.
    Eine Farbenblindheit führt auch nur dort zu Beeinträchtigungen, wo es aufs Farbensehen ankommt .
    Es gibt ja durchaus genug Nischen, in denen die Beeinträchtigungen einer ADHS nichts ausmachen, weil diese Dinge dort nicht gefragt sind.
    (Der Haken ist halt, dass diese Bereiche immer weniger werden).
    Wenn ich am Schnittplatz sitze und Filme schneide und Compositing mache, ist die Zeit egal und auch die Tatsache, dass ich zeitblind bin, weil ich hier nicht an Termine gebunden bin.

    Wenn in einer Firma einer der Tüftler und einer das Organisationstalent ist, egal ob mit oder ohne ADHS, dann ergänzen sie sich, beide nutzen ihre Stärken und ihre jeweiligen Schwächen fallen nicht ins Gewicht.
    Das ist überall so, in jedem Beruf.
    Egal ob mit oder ohne ADHS, letztlich hat der Erfolg, der seine Stärken kennt und nutzen kann, während seine Schwächen dort nicht ins Gewicht fallen.

    Ich kann auch mit meiner Dyskalkulie Filme schneiden .... aber Buchhalter sollte ich besser nicht werden und Kellner schon gar nicht .


    OK ... Fliegerlein'sches Monsterposting .... auch wenn es interessant ist und ich die Unterhaltung im Moment durchaus zu schätzen weiß, mir fehlt es etwas an Zeit, ich versuche daher, hier wieder etwas Zurückhaltung zu üben.
    Geändert von Fliegerlein ( 4.08.2016 um 14:32 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

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