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  1. #1
    Elchtesterin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.316

    Gefühlschaos!

    Hallo,

    ich weiß nicht, wie ich meinen momentanen Zustand ausdrücken soll!!!
    Ich überlege schon seit Tagen wie ich mich am Besten ausdrücken kann, nun habe ich mich entschlossen einfach drauloszuschreiben, mal schauen, ob ihr mein Chaos ein wenig sortieren könnt.
    Ich habe meine Diagnose erst im Januar bekommen. Habe aber schon einen großen Leidensdruck hinter mir, hier meine Geschichte:
    Im Nov. 03 bin ich erkrankt- Bandscheibenvorfälle bei Wirbelgleiten, es folgte ein Jahr lang konserative Behandlung. Was aber alles nichts brachte, dann folgte im April 05 eine Versteifung der Wirbel L5/S1. Ich musste darauhin ein halbes Jahr nur liegen oder stehen!!! Da ich sehr zu Unfällen neige, habe ich mir im Dez. 05 einen Schraubenbruch zugezogen, also eine erneute OP!!! Da die komplizierter war durfte ich ein dreiviertel Jahr nicht sitzen, also wieder nur liegen oder stehen!!! Im Sep.07 dann REHA in Soltau, wo mich am 2 Tag der Stadtionsarzt begrüsste mit den Worten " Ich weiß gar nicht was sie hier wollen, sie sind eh Berufsunfähig und können ihren Job nicht mehr ausführen", ich dachte mir reißt einer den Boden unter den Füssen weg!!! Wieder zu Haus wurden die schmerzen nicht weniger und ich sollte mich beim Rheumadoc vorstellen. Diagnose Morbus Bechterew!!! Super und ich dachte Rheuma ist nur was für "ALTE Leute"! Berufsunfähig, MB, also kämpfte ich für eine berufliche REHA. Diese wurde dann endlich auch genehmigt. Start war im Oktober 08.
    Okay, ich habe körpliche Einschränkung, aber dein Kopf funktioniert noch und so wollte ich es mir beweisen, das ich noch chancen auf dem Arbeitsmarkt habe.
    Aber irgendwie funktionierte das ganze nicht so!!! Ich konnte machen was ich wollte, aber der Unterricht flog wie ein Schleier an mir vorbei. Also setzte ich mich Nachts zu Haus hin um den Stoff nachzuholen( Reizfreie Umgebung). Im Mai 09 hatte ich dann einen kleinen Burn Out, was zu diesem Zeitpunkt noch keiner so sah, da ich haupsächlich körperliche Symtome hatte( welche sich nicht bestätigt haben). Bin dann nach 6 Wochen wieder zu Schule gegangen, mehr recht, als schlecht. Ich musste wieder Nachts arbeiten, obwohl ich den Stoff eigentlich konnte, aber die Klausuren, waren die Hölle. Ich hatte wahnsinnige Panik davor.Bin ich jetzt auch noch zu blöd zum lernen? Super, nicht nur körperlich eingeschränkt, nein auch der Kopf spielt verrückt!!! Das ganze zog sich dann noch bis Dez. 09 hin!!! Dann erfolgte Seitens der Schule ein Ausbildungsabbruch!!! Super versagt auf der ganzen Linie!!! Ich wollte nur noch sterben, weil ich immer den Gedanken hatte "Ich bin ein Loser und es nicht mehr Wert zu Leben"! Bin dann auf die geschlossen eingewiesen worden, wo ich aber Gott sei Dank nach 24 Stunden wieder gehen durfte und bin nun seit Dez. 09 teilstationär in der Psychosomatik!!
    Dort wurde ich das erste Mal mit dem Thema ADHS konfontriert. Viele Test, das ganze Prozedere...

    Ja und nun steht auch diese Diagnose.
    Ich weiß nicht wie ich mich fühlen soll: Morbus Bechterew, ADHS, Depression...
    Auf der einen Seite bin ich glücklich, dass mein Chaos nun ein Namen hat, aber noch ein Stempel, noch eine Krankheit!!!
    Bin ich nun wirklich ein anderer?
    Ich denke immer die Leute starren mich an und ich trage ein Schild auf dem steht: ja, ich bin Krank und ich werde nicht mehr gesund!!

    Dabei will ich doch nur normal sein. Nur was heißt normal? Ich war schon immer chaotisch!! Rückblickend und in der Therapie, kenn ich nun den Grund. Was mich eigentlich nur noch trauriger und wütend macht!!! Was wäre wenn die Diagnose (ADHS) schon im Kindesalter gemacht worden wäre?
    Ich muss nun erst Mal schluss mit dem Schreiben machen... ich bin total durcheinander und weiß gar nichts mehr, außerdem tut mir mein Arm weh( Kahnbeinbruch!!!), typisch, wieder 3 Sachen auf einmal machen und schon ist es passiert!
    Ich hoffe ihr konntet mich ein wenig verstehen.

    LG
    Skywalker

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Gefühlschaos!

    Hallo Skywalker,

    erst einmal herzlich willkommen!


    Kein Wunder das du durcheinander bist- da hat sich mal eben dein Leben umgekrempelt...
    Aber immerhin hast du auch ein paar Erklärungen bekommen, mit denen du was anfangen kannst. Also eigentlich die beste Ausgangsbasis seit langem ;-)

    ADHS kann man behandeln und es gibt auch eine Menge Tipps, wie man damit umgehen kann. Was das berufliche angeht, wird die Rehasache auch noch nicht erledigt sein, denn deine Probleme haben ja jetzt einen Namen...

    Gibt es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe? Hast du einen Therapeuten, der dir hilft all die Sachen ein bisschen zu sortieren?
    Wenn nicht, dann würde ich dir diese 2 Dinge ans Herz legen.

    Was mich noch interessiert- wie wurde der Morbus Bechterew diagnostiziert?
    Frau Dr. Spallek, hat im Lauf ihrer langjährigen Tätigkeit beobachtet, dass ALLE ADSler, die sie behandelt hat, eine ISG-Blockade hatten (Symptome: Schmerzen in Hüfte und unterem Rücken....), die man Chiropraktisch lösen kann!!
    Es kommt allerdings wieder, bis die ADHS Problematik gut behandelt ist...

    Kann man auch in diesem Link: ADHS aus der Sicht einer Kinderärztin
    unter "weitere Bausteine in der Diagnose" lesen.
    Vielleicht macht das dir ja zusätzlich das Leben schwer..?

    LG Alice

    P.S. noch ein Link http://www.physioforum-berlin.de/For...php/t-808.html
    Geändert von Alice (21.02.2010 um 12:50 Uhr) Grund: was vergessen

  3. #3
    Elchtesterin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.316

    AW: Gefühlschaos!

    Hallo Alice,
    Morbus Bechterew hat mein Rheumatolge diagnostiert, wobei er auch alles andere ausgeschlossen hat.Ich weiß nicht, ob du damit vertraut bist: HLA-B27 positiv, eingeschränkte Brustkorbdehnung, CRP-Wert in akut Phasen weit über 10,... . Also da besteht kein Zweifel an der Diagnose.
    Bedingt das ich zur Zeit teilstationär in einer Klinik für Psychosomatik bin, habe ich eine sehr gute Tiefenpsychologin, welche überhaupt erst auf die Vedachtsdiagnose ADHS kam, welche dann durch einen Facharzt, der sich auf ADHS bei Erwachsen spezialisiert hat bestätigt wurde. Zudem kommt einmal in der Woche eine Ergotherapeutin zu mir nach Haus.Das alles hilft schon irgendwie, dennoch habe ich das Gefühl mit meiner Situation überhaupt nicht klar zukommen, weil ständig neue Diagnosen dazukommen. Ich arbeite derzeit mit einem Wochenplan und außerdem mit einem Wecker um überhaupt irgendwie klar zukommen. Eigentlich wollte ich im Juni meine Umschulung wieder aufnehmen, habe aber ganz klar gesehen das ich noch nicht soweit bin. Ich muss erstmal mit mir und meinen " Krankheiten" klarkommen und das braucht noch Zeit.

    Meine Therapeuten reflektieren mir zwar das ich riesige Quantensprünge mache, aber ich sehe das anders. Wochenplan, Wecker, Jugendbücher... dabei dachte ich immer ich wäre 36, doch im Moment? Ich kann mir noch nicht vorstellen meine Ausbildung wieder aufzunehmen. Dabei hatte ich ein großes Ziel, nämlich mein BWL-Studium und einen Job hatte ich auch schon!!! Super und jetzt?
    Okay, das mit dem Job sieht immer noch gut aus!!! Wobei ich meinem zukünftigen Arbeitgeber auch nicht die ganze Wahrheit gesagt habe, sondern ich mein "Kahnbeinbruch" vorgeschoben habe, ist ja auch nicht gelogen. Das war aber nicht der Grund für meinen Abbruch, sondern die Depressionen, so hat der Bruch aber wenigstens doch noch etwas Gutes.
    Ich hoffe du konntest durch mein Chaos ein wenig durchblicken.
    LG
    Skywalker74

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Gefühlschaos!

    Hi Skywalker,

    klingt so als hättest du diese "lächle denn es könnte schlimmer kommen - ich lächelte, und siehe da es kam schlimmer..."- Phase...

    Aber immerhin hast du ja schon eine Menge am Laufen- was Hilfe von außen angeht.
    So wie ich es gelesen habe, bleibt dir wohl echt nicht viel anderes übrig als einfach etwas Zeit vergehen zu lassen...
    Auch um wieder ein bisschen Vertrauen aufzubauen, dass nicht gleich die nächste Diagnose an deiner Türe läutet (du könntest notfalls auch versuchsweise die Klingelschilder vertauschen .

    Ich hatte selbst vor ca 1 Jahr eine Phase, in der ich dachte "freu dich lieber nicht- es klappt eh nichts, was du dir vornimmst", mir ging es eine ganze Weile ziemlich beschissen. Ich hatte mich von meinem Freund getrennt, saß mit 2 kleinen Kindern und ohne abgeschlossene Berufsausbildung da. Ich hatte Panikattacken und Zwangsgedanken, weswegen ich zu einer Psychologin ging, die mir in einer netten dreiviertel Stunde erklärte, dass ich mir die psychischen Probleme alle nur einbilden würde, da ich ja sehr informiert darüber sei...

    Und was soll ich sagen, ich habe mich so geärgert, dass es mir hinterher echt besser ging...Klingt bescheuert, war aber so. Irgendwie war die Wut das lebendigste, das ich seit langem gefühlt habe- und das hat mich einfach gepusht. Außerdem dachte ich mir, wenn so jemand Psychologe werden kann, gibt es auch für mich noch Hoffnung, beruflich...

    Ich habe für mich beschlossen, dass mich das Leben mal kann. Das Leben ist hart? Gut, dann bin ich eben härter...was nicht heißt, dass die Probleme ganz verschwunden sind- aber irgendwann geht es immer weiter, und eine Erkenntnis im Leben ist, dass man die schlechten Dinge genauso wenig festhalten kann, wie die guten. Und dann heißt es eben einfach warten...

    Vielleicht kannst du ja versuchen, deiner erzwungenen Warteschleife auch etwas gutes abzugewinnen? Wer weiß, wann du das nächste mal vor der Rente soviel Zeit für dich haben wirst? Wenn dein Job erstmal wieder losgegangen ist, wirst du die Jugendbücher vielleicht sogar ein bisschen vermissen..
    Evtl. hat dir der liebe Gott ja einfach auf Umwegen ein bisschen Sonderurlaub verschafft- um ein paar stressige Dinge zu regeln, aber auch um ein bisschen Kraft für die nächste Runde zu tanken- denn wie ich lese hast du noch viel vor

    LG Alice
    Geändert von Alice (21.02.2010 um 21:51 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler...

  5. #5
    Elchtesterin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.316

    AW: Gefühlschaos!

    Hi Alice,
    danke für die lieben Worte!! Ja, ich habe noch eine ganze Menge vor, aber das habe ich jetzt schon gelernt hinten ran zu stellen.Zur Zeit mache ich noch eine teilstationäre Psycho-Therapie und dann folgt noch ein stationärer Aufhenthalt... und schon ist wieder ein Jahr rum!!! Nein, im Ernst, ich werde die Chance jetzt nutzen und mein "ICH" einmal von einer anderen Seite betrachten, um dann wieder voll durchzustarten....
    Was, aber auch bedeutet, um mich zu verstehen gelegentlich einmal ein paar Schritte rückwerts zu gehen(Jugendbücher).

    LG

    Skywalker74

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 275

    AW: Gefühlschaos!

    Nutz die Chance!
    Ich beneide dich darum (also um die Chance, nicht um die Qualen die du durchleiden musstest)
    Ich hatte meine erste Chance nicht erkannt und die zweite nicht voll ausgenutzt.
    Jetzt lauf ich provisorisch geflickt wieder im Hamsterrad um Geld zu verdienen und meinen Beitrag an die Versicherungen zu zahlen.

    Was du beschreibst kommt mir bekannt vor, nur bin ich in der glücklichen Lage, dass es mich nicht so heftig erwischt hat.

    Unter halbwegs normalen Umständen schafft man es halbwegs normal zu leben trotz ADHS und ohne von ADHS was zu wissen.

    Aber kommt etwas dazu wie Ehekrach, Krankheit, Schlafstörungen, Schmerzen, Stress im Job wird es schwierig und schwieriger. Als es im Beruf zur Katastrophe kam zog es mir den Boden unter den Füssen weg. Das Scheitern beim Versuch, in einem anderen Bereich neu anzufangen und die Niederlagen bei der Stellensuche sorgen für Unsicherheit. (Selbstvertrauen weicht Zweifel)
    …plötzlich geht nichts mehr. Dann kam der Verdacht, es könnte ADHS dahinterstecken und zwar schon lange, womit plötzlich alles in Frage gestellt ist, was ich bisher für normal gehalten hab.
    Die Diagnose wurde mit Tests auf Papier und am Bildschirm überprüft und der Blick auf die Biografie zeigte eine ganze Reihe von peinlichen Pleiten und Pannen die aufs Konto ADHS gehen.
    Ich hatte Hilfe ambulant, aber brauchte mehrere Aufenthalte stationär in der Klinik. Zum Ritalin bräuchte es eine längere Therapie um alte Verhaltensmuster zu ändern, aber mein Kredit ist aufgebraucht.

    Das ist nicht gut so. Besser wäre sich gründlich mit sich selber und dem Thema ADHS auseinandersetzen und sich die Zeit nehmen um an sich zu arbeiten. Ich trage einige Altlasten mit mir rum, die ich nicht nebenbei anpacken und erledigen kann.

    Ich drück dir den Daumen

    Strup

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