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Diskutiere im Thema Essen und Kaufen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    Essen und Kaufen

    Erstmal sorry, dass ich diesen Fred hier eröffne; habe zwar gesehen, dass es entsprechende Rubriken für mein Thema gibt, habe aber leider noch nicht die benötigte Anzahl an Beiträgen zusammen, um in diesen Unterforen posten zu dürfen. Trotzdem beschäftigen mich diese beiden Themen-sehr

    Ich denke, ich bin beides, ess- und kaufsüchtig. Wobei es mir bei beidem nur immer um die kurzfristige Befriedigung geht. Der Effekt ist nie anhaltend, sondern ich brauche ständige Stimulierung, so dass ich zum Beispiel pausenlos, ohne dass mir schlecht würde, Schokolade futtern könnte-24h am Tag.
    Auch was das Kaufen angeht, so befinde ich mich bereits in der Verschuldung, auch wenn es GsD "nur" mein normaler Dispo ist, der komplett ausgereizt ist, aber ohne Hoffnung bei meinem momentanen Gehalt da jemals wieder rauszukommen. Und auch hier ist so- ich kaufe nichts sinnvolles, brauchbares, wovon man länger seine Freude dran hat. Nein, ich sehe was, und muss das unbedingt haben, auch wenn das-um wieder aufs Essen zurückzukommen- der teure Lammschinken ist der €8,- pro 100g kostet. Mein Geld geht drauf, ohne dass ich eigentlich weiß wofür und es geht mir nicht um die Produkte, sondern die Handlung des Kaufens ansich.

    Ist dieses auch ADHS-typisch? Kennt das jemand von euch?- Oder ist das doch in meiner Erziehung begründet, obwohl ich mich eigentlich nicht für schlecht erzogen halte- und auch meine Geschwister ganz anders sind.

    Über Rückmeldungen freue ich mich!
    LG Amneris

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 540

    AW: Essen und Kaufen

    Hallo Amneris,

    ich habe Kaufsucht und Essen im Zusammenhang mit dem Belohnungssystem eines ADHS'ler gelesen (Frau Neuhaus, Erw. und Jugendliche).
    Zum Beispiel ging es da um ein Kind was einen Lutscher bekommen hat, die Mutter meint, dass das Kind den Lutscher als Nachtisch aufheben soll.
    Ein Kind mit ADHS kann dieses nicht, sofortige Bedürfnissbefriedigung ist angesagt.
    Mehr weiß ich aber auch nicht.
    Ich selber kann auch nur schlecht mit Geld (mein Kontostand sieht auch nicht gut aus)umgehen und mit dem Essen das hatten wir schon am gestrigen Tag. Übrigens meine Schwester, die zurzeit mehr Geld zur Verfügung hat als ich (sie wohnt ja noch Zuhause mit regulärem Gehalt) und auch unter V.a. ADHS steht, bei der ist genauso, sie geht einfach mal so shoppen ohne das noch Geld auf dem Konto ist, wird halt mit Karte bezahlt und irgendwann kommt der Mahnbescheid..
    Du siehst, du bist nicht Allein

    LG, Anja

  3. #3
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Essen und Kaufen

    Hallo ihr beiden!

    Euer Eindruck ist absolut richtig - sowohl nach eigener Erfahrung, der Erfahrung anderer Betroffener und auch dem des aktuellen Forschungsstandes.

    Das Belohnungszentrum ist bei uns AD(H)S´lern ein Problem (von so einigen anderen zusätzlich, würde ich mal vorsichtig vermuten...). Es braucht, auch aufgrund des veränderten Neurotransmitter-Haushaltes, bei uns ein wesentlich größeres Ausmaß an Input, bevor es anspringt. So kommen zum Beispiel extremere Verhaltensweisen bei uns zustande.

    Dazu gibt es hier schon den einen oder anderen Beitrag:

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...s-rauchen.html

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...forderung.html

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...mbination.html

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...nt-freuen.html

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...as-odysee.html

    Auch missbräuchliches Verhalten wird, unter anderem, genau damit in Zusammenhang gebracht - ebenso wie die große Anzahl an Abhängigkeitserkrankungen komorbid zu AD(H)S damit zu erklären versucht werden (hier selbstverständlich auch unter anderem, denn dazu kommen noch einige andere additive Faktoren - und das nicht nur bei AD(H)S´lern). Die mangelnde Impulskontrolle macht es uns allerdings nicht gerade einfach, ein solches Verhalten abzustellen.

    Extreme Verhaltensweisen kenne ich auch von mir - egal, was es betrifft. Vor allem beim Kaufen kenne ich das nur all zu gut und kann Euch nur versichern: Wir sind damit keineswegs alleine.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Essen und Kaufen

    ...na, da bin ich ja schon fast beruhigt

    Kaufen und Essen, ja das sind auch meine Themen. In den letzten Monaten war ich regelrecht vom Essen besessen, mein erster Gedanke morgens war essen und mein letzter war essen- in jeglicher Form..."Heut ess ich nur das und das" ---"Heut hab ich wieder dieses und jenes gegessen"- "Das darf ich gar nicht essen" ....

    Diese ewigen Selbstvorwürfe machen mich auch fertig. Aus Frust frisst man dann natürlich noch mehr. Ein Teufelskreis. So langsam aber durchblick ich mein Muster und vor allem seit dem ich MPH nehm, wird s echt besser. Gut, ich ess immer noch gern und auch noch nicht super gesund , aber es ist auf jeden Fall eine Besserung zu erkennen, was meine Selbststeuerung anbelangt. Meine Waage hab ich jetzt erst mal verbannt, bis ich das Gefühl habe, dass ich aus diesem Zwang raus bin.

    Ähnlich gehts mir auch mit der Kohle. Ich bewunder jeden, der sein Konto im grünen Bereich hält oder am Ende des Monats noch was übrig hat! Ha! Bei mir is am Ende vom Geld immer noch so viel Monat übrig . Witzigerweise ist das nicht mal einkommensabhängig bei mir. Hab ich wenig, hau ichs raus, hab ich mehr, hau ichs auch raus. Ich hab aber fast das Gefühl, dass auch die Geschichte sich ein bisschen verbessert hat. Meinem Konto sieht mans natürlich noch genau so wenig an, wie meinen Klamotten , aber ich glaube, ich kann besser auch mal sagen, "Nee, das brauchst jetzt nicht gleich...wenn du's morgen noch unbedingt willst, holst es halt morgen". Den Trick hab ich in nem Buch gelesen und ich muss sagen, das funktioniert zumindest manchmal....meist brauch ich das Teil dann am nächsten Tag gar nicht mehr sooo dringend....

    Lange Rede, wenig Sinn: Bin echt froh, dass ich langsam weiss, woher dieses Verhalten kommt- schon alleine die Erkenntnis hilft mir, etwas daran zu ändern.

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 99

    AW: Essen und Kaufen

    Hallo!
    Bei mir deht sich ebenso alles ums Essen. Ich esse und rauche wie eine Verrückte um mich konzentrieren zu können. Wenn ich kaue und mich belohne funktioniere ich eben überhaupt auch nur annähernd wie ein normaler mensch, anders wäre ich wohl sicher nicht zu meinem Abschluss gekommen.. Witzigerweise habe ich mich bisher immer nur für einen maßlosen dicken faulen asozialen Menschen gehalten, bis der Verdacht auf ADHS kam. Ich hab mir sowieso nie erklären können wieso ich nicht Maß halten kann. Es ist immer ein Leben in Extremen gewesen--
    Ich kämpfe deswegen auch schon seit 14 Jahren mit meinem Gewicht.

    Zum Einkaufen habe ich eine Zwangsstörung entwickelt: Ich spare zwanghaft.. wenn bei mir am ende des Monats nichts mehr am Konto ist, dreh ich durch.


  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 126

    AW: Essen und Kaufen

    Also früher war das bei mir mit dem Geld auch so ne Sache. Ich habe gekauft was ich gesehen habe, war kein Geld mehr auf dem Konto war die Kreditkarte dran. Die Schulden haben sich gehäuft.

    War ein elender Kreislauf kam nur durch meinen Mann aus dieser Schiene raus. Er hatte auch Schulden und so haben wir diese zusammen geworfen und konsequent abbezahlt. Wobei ich sagen muss, das der Typ von der Bank uns klar auf dem Kopf gesagt hat - was Sache ist. Hätte er uns das nicht so direkt gesagt ich weiß nicht ob wir es so konsequent durchgezogen hätten. Heute bin ich ganz stolz, dass wir es geschafft haben und das wichtigste - wir haben beide daraus gelernt.

    Jetzt haben wir Haus, Kinder - sprich Verpflichtung bzw. Verantwortung - und halten uns konsequent. Ab und denn gönnen wir uns mal eine Summe extra und geben sie sinnlos aus, aber ansonsten klappt es ganz gut.

    Dieser Lernprozess hat übrigens 5 Jahre gedauert .... und ab und zu kommt es noch mal durch aber nicht mehr in dem Ausmass wie früher....

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Essen und Kaufen

    Aber ich habe bei euch noch nicht so ganz genau rausbekommen: Befriedigt euch das Essen bzw. Kaufen langanhaltend oder nur kurzfristig?-Kommt es auf die Tätigkeit (essen und kaufen) an oder auf das, was dabei herauskommt-zumindest beim Kaufen

    LG Amneris

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 126

    AW: Essen und Kaufen

    Bei mir war es hauptsächlich das Kaufen:

    Also, ich musste unbedingt die 125. Bluse haben obwohl ich sie eigentlich nicht brauchte. Ich habe meist Klamotten und Schuhe gekauft und habe diese auch angezogen. Aber es konnte sein dass ich 1 Woche später schon wieder eine tolle gesehen habe und auch diese unbedingt haben musste und dann auch gekauft habe.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Essen und Kaufen

    Hm, ein wenig anders als bei mir. Meistens weiß ich hinterher gar nicht, wofür ich mein Geld überhaupt ausgegeben habe. Aber wenn ich nach Hause komme ohne auch nur irgendwas gekauft zu haben, fühle ich ich irgendwie leer-so unbefriedigt

  10. #10
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Essen und Kaufen

    Für mich liest sich hier raus, dass es sich vor allem beim Essen nicht nur um Belohnung zu handeln scheint.

    So wie ich das bisher verstanden habe, geht es wohl eher um das Ausfüllen einer Leere mit Essen, oder? Eine Art Kompensation für etwas, das nicht ganz klar zu definieren ist für die Betroffenen vielleicht?

    Leider ist das ein anderes Thema und gehört nicht unbedingt in diesen Thread - soviel allerdings noch kurz dazu: Viele Menschen lernen von klein auf, dass Essen mit Liebe verbunden ist. Viele Mütter - vor allem die, die selbst Probleme haben ihre eigenen Gefühle richtig zu zeigen oder zu definieren, auszusprechen, und das damit auch ihren Kindern nicht beibringen können - benutzen Essen bzw. das Füttern als Ersatz für ein solches Defizit. Die Kinder lernen das natürlich und tragen dieses erlernte Verhalten bis ins Erwachsenenalter in sich.

    Das hatte ich ansatzweise auch schon mal hier angeführt:

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...html#post37666

    Leider ist das wirklich ein Thema für sich und hat mit dem ursprünglichen Thread-Thema nichts mehr zu tun.

    Generell würde ich allerdings sagen - um mal wieder auf das eben ursprüngliche Thema zurück zu kommen - dass Essen, sowie auch Kaufen, keine Befriedigung auf Dauer bringt. Es ist eher so - das kenne ich beim Kaufen jedenfalls bei mir so - dass eine solche "Belohnung" immer wieder sein muss und leider nicht sehr lange anhält.

    Einmal abgespeichert, welches Verhalten zu funktionieren scheint (mal abgesehen von produktiv oder destruktiv), ruft unser Hirn wohl diese Verhaltensweise dauernd und beständig ab - das würde auch kognitionspsychologisch hinhauen.

    Ich denke, dass gleiche Systematik sicher auch für Missbrauch und Abhängigkeit von Substanzen zugrundeliegend sein dürfte.

    Außerdem war es bei mir als Kind leider so, dass ich aufgrund meiner Klamotten immer gehänselt wurde, nicht dazu gehörte (auch so eigentlich nie, aber die Klamotten waren ein Aufhänger von vielen) und deshalb vielleicht heute auf mein Aussehen so achte - vielleicht auch mit Kleidung mein Minderwertigkeitsgefühl nach außen zu bekämpfen versuche. Der Schritt vom Wohlgefühl und des Sich-Gefallens bis hin zum platzenden Kleiderschrank aufgrund Klamotten, die zwangsläufig in der Menge untergehen und vergessen werden müssen, ist wohl gerade unter solchen Erfahrungen und Gegebenheiten ziemlich klein.

    Oder wie seht ihr das?

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