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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 3

    Betreutes Wohnen?

    Hallo Leute!

    Ich bin neu hier, gemäß der Empfehlung schreibe und lese ich jetzt erst einmal ein wenig hier im Forum, bevor ich eine Vorstellung schreibe und fange auch gleich mal mit der dringlichsten Frage für mich an, welche auch der Grund dafür war, mich hier anzumelden, bzw. überhaupt nach einem Forum zu suchen.

    Wie es dazu kam und warum genau dieses Forum, darauf gehe ich aber glaube ich lieber in der Vorstellung dann ein.

    Also erstmal zu meiner Situation, ohne auch tiefergehende persönliche Details einzugehen. Das wird jetzt glaube ich etwas länger...
    Also schonmal ein herzliches Dankeschön an die, die sich die Zeit dafür nehmen...

    In der Schule war ich immer so ein bisschen der Außenseiter, der Sonderling... habe lieber Steine gesammelt, nach Wolken geguckt und nach Gewittern und Schnee (je nachdem welche Jahreszeit natürlich) Ausschau gehalten und wilde Kirschen gesammelt, statt Fußball zu spielen oder mit den anderen irgendwas zu unternehmen.
    Hatte immer nur so meine ein, zwei Freunde. Dazu kam dann früher oder später die Erkenntnis, dass ich zwar intelligent und an sich auch interessiert bin, aber durch mein Verhalten mich selbst in erster Linie, immer häufiger aber auch andere in der Klasse ablenke... so fing das mit dem ADHS bei mir an, da kam ziemlich schnell die Diagnose... mit Ritalin, später Medikinet und viel Unterstützung durch meine Eltern ging es dann in der Schule ohne wiederholtes Jahr zur mittleren Reife ganz ordentlich. Danach die Ausbildung, danach Zivildienst, klingt ja erstmal ganz gut soweit... Nur dass es in beiden Stellen schon nicht so geklappt hat... aber okay, danach eine Ausbildung zum Ergotherapeuten begonnen, im zweiten Jahr dann in gegeseitigem Einvernehmen beendet, um nicht zu sagen abgebrochen... Das Problem war weniger der theoretische Stoff sondern die Praxis. In den Praktika hat sich wieder einmal die Problematik gezeigt. Bei der Sache bleiben, therapeutisches Vorgehen, etc.
    Danach ging es in den Einzelhandel, wieder Ausbildung, diese auch abgeschlossen... aber wieder keine Übernahme.
    Mehrere Stellen später über Bekannte in die Verwaltung eines Golfclubs, aber dieser ging insolvent und SO berauschend lief es da jetzt auch nicht.
    Das ist der eine Pfad...
    Das andere ist der eigentliche Grund weswegen ich hier schreibe...
    In all diesen Jahren hatte mir das Geld nie gereicht. Ich hatte schon Rechnungskäufe hinter mir, große Handyrechnungen, über Ratenkäufe bis hin zur, de jure Kleinkriminalität...
    Das fing an mit dem Taschengeld, dass es schnell weg war, ging über Jamba Abos und sonst was in den frühen 2000ern... bis eben zu Otto, Amazon & Co.
    Zu der Verschuldung kam dann aber als Folge auch noch dazu, dass es mich hin und wieder überkam und ich dann um damit zu zahlen, bevor es auffliegt, dass ich schon wieder eingekauft habe, innerhalb der Familie Geld genommen habe das mir so nicht zusteht.
    Das dürfte denke ich so unter Impulsivität laufen... In dem Moment will ich etwas, denke nicht über Folgen nach, wenn dann nur sehr kurz und unzureichend und dann mach ichs halt...
    Nicht mit der Absicht, jemand anders zu schaden... aber ich denke mir dann halt so "Ja meine Güte ich leg das schon wieder zurück und die brauchens jetzt eh nicht sonst würde das nicht hier liegen" oder was weiß ich um es mir irgendwie "gut" zu reden...
    Das schlimmste daran ist der Vertrauensbruch... zum einen auf meine Eltern bezogen, zum anderen aber auch mir selbst gegenüber... ich bin innerlich zerrissen... eigentlich will ich das nicht... aber die Kaufobjekte will ich.
    Oder die tollen Filme und Serien in iTunes oder Spiele oder was auch immer... da ist doch die Kreditkarte in den Daten, ach das wird schon irgendwie klappen... so viel wirds eh nicht werden, nach diesem Film ist Schluss... also gut der eine noch, aber dann langts sonst wirds zu viel Geld... Oh diese Serie wollte ich schon immer haben...
    Aber mit meinem Geld... nur ich hab ja keins... Ich kann mich aber nie besonders lange dagegen wehren, irgendwann suche ich wirklich direkt nach Mitteln und Wegen... Zum Glück, wenn man das so sagen kann, bisher "nur" innerhalb der Familie...
    Beispielsweise das Geld im Safe der Eltern für mein nächstes Auto... Da stecken als Versicherungsprämie vom alten Auto (Unfall mit Totalschaden) der Restwert von meinem Sparbuch und der Lebensversicherung meiner Mutter drin... genauso auch mein Insolvenzgeld. Es ist also ein gewisser Teil tatsächlich mein Geld. Und da ich jetzt aktuell kein Fahrzeug brauche, das Soundsystem aber schon oder dieses oder jenes, dachte ich mir halt, nehme ich mein Geld da raus und kauf mir JETZT das Zeug das ich JETZT will und brauche, lege das Geld dann nach und nach wieder zurück, bis ich ein Fahrzeug habe.
    Leider ist es aber 1. so, dass ich selbst ja kein Geld habe, oder zumindest nicht viel... da habe ich nicht daran gedacht.
    2. ist es leider so, dass mit meinen Eltern was anderes vereinbart wurde und ich das nicht abgesprochen hatte... daran hatte ich auch nicht gedacht...
    Woran ich 3. auch nicht gedacht habe ist, dass es in DEREN Safe ist... das Zimmer ist für alle zugänglich, da sind auch Sachen von mir und da wird die Wäsche aufgehängt zum trocknen und alles, aber der SAFE gehört meinen Eltern und da sind deren Unterlagen und Wertgegenstände drin...
    Und das 4. größte Problem ist, dass es (mangels Überblick und Nachdenken) nicht nur bei meinem Geld geblieben ist, sondern aus dem Kuvert noch mehr entwendet wurde. Und das alles NACHDEM ich schon einige Zeit in Therapie bin, mit Strukturtherapie, Gesprächstherapie, Neurofeedback, etc. und man eigentlich (ich selbst auch) den Anschein hat, es wird besser... aber die Wahrheit ist, es wird immer schlimmer... ich schwimme immer mehr unkontrolliert herum... ich habe immer weniger Halt und eigene Struktur...
    Und das schlimmste daran... ich reiße ja andere mit rein, wie meine Eltern... das möchte ich aber doch gar nicht... ich weiß echt nicht was mit mir los ist. (eigentlich weiß ich es ja schon... ihr wisst schon was ich meine)
    Jetzt habe ich gehört/gelesen, dass es eine Art betreutes Wohnen für psychisch Kranke (ansonsten ja für Behinderte und für alte, pflegebedürftige Menschen) gibt. Unter diese Kategorie fällt hier wohl auch das ADHS.
    Naja... ich mache ja alles kaputt so, meine Eltern haben ein wenig mehr Geld erarbeitet als manche andere und es sind ein paar Immobilien vorhanden und ja... wir hatten ausgemacht, dass ich wieder ein Auto bekomme, ab September auf die BOS gehe, mein Abitur nachhole, parallel dazu eine Wohnung bereits überschrieben bekomme als Schenkung und anhand dieser mir das Verwalten von Immobilien, Mieteinnahmen, Reparaturen, etc. beigebracht wird... das wäre nichts großes und keine besonderen Summen aber das ist doch wirklich der Wahnsinn (im positiven Sinne) oder?
    Naja und dann mach ich so eine Schei*e nur weil ich einfach nicht warten kann... wenn ich nach dem Abi studiere und dann später einen vernünftigen Beruf hab mit gutem Geld und dann irgendwann mir diese Dinge auch so leisten könnte, hätte ja auch niemand was dagegen... aber so widere ich mich halt selbst immer mehr an und entferne mich immer mehr von dem, was ich eigentlich sein/werden will, als darauf zu zugehen...
    Jetzt die Frage, hat irgendwer Erfahrungen mit Betreuung auf diese Themen bezogen?
    Was kann man tun, damit es nicht noch schlimmer wird und ich irgendwann noch derart kriminell wird, dass es fremde mit betrifft und es immer mehr ausartet. Auch wenn es momentan nicht danach aussieht und ich mir das auch nicht vorstellen könnte, ausschließen kann mans nicht... ich konnte mir vor einigen Jahren auch nicht vorstellen, zu so etwas in der Lage zu sein...
    Wie sieht es aus mit solcher Betreuung? Ist die daheim in den eigenen vier Wänden? Ist die in Einrichtungen? Ist die in WG's?
    Ich weiß, dass es alle drei Formen gibt... aber die Frage geht jetzt schon gezielt auf meine Problematik.
    Wie schaut es parallel dazu mit meinen Plänen bezüglich BOS aus?
    Das will ich unbedingt und wenn man diese Tests vorab macht oder sich den Stoff anschaut, dann kann ich das auch schaffen...
    Welche Empfehlungen habt ihr? Denn so wie es sich für mich darstellt reicht die normale Therapie, ein bis zwei Mal die Woche leider nicht aus...
    Ja... Entschuldigung dass es so viel Text war aber naja... vielleicht musste ich mir das auch ein wenig von der Seele reden, nur ich meine das geht darum dass man es auch richtig versteht...

    Danke nochmal für's Zeit nehmen und für hoffentlich hilfreiche Antworten...
    Achja, sollte das hier falsch sein, bitte verschieben... aber ich habe nirgendwo sonst eine passendere Kategorie gefunden...

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Betreutes Wohnen?

    Ich glaube du erhofft dir von einer Betreuung teils zu viel. Sicherlich kann man da schon Hilfe bekommen, und auch lernen, wie man besser mit Geld umgeht, wie man Prioritäten setzt, was wichtig ist, aber es wird nicht dein Verhalten in Bezug auf Stehlen ändern. Das hat auch nichts mit ADHS/Ungeduld/Impulsivität zu tun. Da wird dich auch keiner von abhalten, bei den anderen Geld zu nehmen, wieder an den Safe deiner Eltern zu gehen etc. Da würde dir wenn dann, das Geld zugeteilt werden, mit Sicherheit hättest du weniger als jetzt, aber es wird dich keiner abhalten können dir auf andere Art Geld zu beschaffen.

    Ich hatte sehr lange Betreuung zu Hause, ich habe viel gelernt und geübt, auch Geldumgang etc. Das muss man aber selbst wollen, und ich würde dir raten begleitend weiter eine Therapie oder ähnliches zu machen, um sozial integrierbarer zu sein. Ob deine Eltern nun Geld haben oder nicht, ob ein Teil des Geldes für dich bestimmt war oder nicht, ist egal, denn du hast es für deinen Luxus gestohlen. Indem du es versuchst zu relativieren zeigst du nicht gerade, das du deinen Anteil wirklich ändern willst.

    Also, ja, du kannst mit solch einer Art Hilfe sehr viel in Sachen Geldumgang bewegen, aber das Problem was du hast denke ich ist eher ein therapeutisches Problem und muss von dir aus mit viel Kraft und Willen bearbeitet werden.

    Hast du denn auch Geldprobleme die nicht zu deinen Gunsten sind? Also Rechnungen nicht bezahlt obwohl du das Geld wirklich hast, oder Geld verloren, vergessen etc? So kannst du auch mal für dich überlegen, ob du ein generelles Problem mit Geldumgang hast, oder ob es sich eher auf Luxus beschränkt, also das du permanent über deine Verhältnisse lebst und dabei keine sozialen Rücksichten nimmst.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 291

    AW: Betreutes Wohnen?

    Danny01, hast du es schon deinen Therapeuten so erzählt, wie du es hier jetzt geschrieben hast?

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Betreutes Wohnen?

    Prinzipiell: Es gibt, genauso wie für Menschen mit geistiger Behinderung, auch für psychisch kranke Menschen verschiedene Wohnformen.

    Das wären zum einen eine stationäre Wohnform mit Rundum-Betreuung, eine Außenwohngruppe mit weniger Präsenzzeiten der Mitarbeiter (nachts oft nur eine Rufbereitschaft) und ein Ambulant Betreutes Wohnen. Da kommen maximal 1-2 mal die Woche für ne Stunde oder zwei Mitarbeiter vorbei.

    Ich würde dir allerdings als ersten Gedanken zu keinem von den genannten Wohnformen raten, aus verschiedenen Gründen:
    1. Deine persönliche Situation hast du ja nur kurz angerissen, da ist es nicht einfach, einen Rat zu geben
    2. Sämtliche genannten Wohnformen fallen vorrangig in die Eingliederungshilfe. Um hier staatliche Unterstützung zu bekommen, musst du erst dein ganzes Vermögen bis auf 2600 € (das ist der Selbstbehalt) aufbrauchen. Einen Wohnheimplatz/ABW kannst du trotzdem bekommen, allerdings dann eben als Selbstzahler.
    3. Der von creatrice genannte Punkt - den ich als sehr wichtig empfinde
    Eine Psychotherapie (kurz- bis mittelfristig) oder eine Soziotherapie (langfristig) könnten vielleicht eine Unterstützung sein


    Zur weiteren Info: Psychotherapie wird natürlich von Psychotherapeuten gemacht, Soziotherapie von Sozialarbeitern.

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