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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 17

    Eure Meinung wäre gut!

    Hallo,


    ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich beginne einfach mit meinem letzten Klinikaufenthalt in der Allgemeinpsychiatrie. Die Gründe, die mich hin führten waren Depressionen, Ängste und Zwänge. Ich muss dazu sagen, dass ich bereits vor einigen Jahren während meiner ABI-Phase in einer Klinik für AD(H)S war und dort ADS diagnostiziert wurde und ich MHP erhielt, allerdings nur für zwei Wochen, da ich Angst vor den NW hatte und sich nach dem ABI eine Besserung einstellte und ich den Bedarf nicht mehr so Recht sah, bis sich die Probleme mit dem Studium wieder einschlichen und damit nicht voran kam.

    Jedenfalls verschlimmerte sich meine Situation so sehr, dass ich unbedingt Hilfe brauchte und die Allgemeinpsychiatrie aufsuchte. Bei der Aufnahme erzählte ich von meinem früheren Klinikaufenthalt und der ADS-Diagnose und dass ich glaube, dass ADS der tiefere/wahre Grund hinter der Depressionsoberfläche sei.

    Der behandelnde Assistenzarzt versprach mir, dass mich ein eigens dafür vorgesehener ADHS-Experte untersuchen würde. Es vergingen drei Wochen, ohne dass ich nennenswert behandelt oder untersucht wurde, sodass ich Frustrationsausbrüche gegenüber dem Personal entwickelte, mit der Folge, dass mir nahegelegt wurde die Station doch bitte zu verlassen, da man mich nicht länger behandeln wollte. Das wurde mir natürlich anders verkauft: ,,Woanders könne man sich auf meine Bedürfnisse besser einstellen."


    Der Oberhammer war jedoch die Diagnose, die mir gestellt wurde. Ich hätte ja mit Vielem gerechnet, aber nicht damit: Narzisstische Persönlichkeitsstörung. Ich war wirklich baff, denn kein Arzt, Psychologe oder Psychiater oder gar keine Person aus meinem Freundeskreis schien dies zuvor bemerkt zu haben. Entweder taugten die alle nichts oder ich bin ein sehr guter Schauspieler!

    Also fragte ich ungläubig nach, was denn eigentlich mit der versprochenen ADS-Testung sei. ,,Diese sei nicht mehr notwendig!", meinte der Assistenzarzt, der nur zwei Gespräche a 30 Minuten mit mir durchgeführte hatte, da ja ,,100%" fest stehe, dass ich narzisstisch gestört sei. Ich war so fertig und geknickt, dass ich die unfreiwillige Entlassung hinnahm und ging.


    Die gestellte Diagnose verunsicherte mich so sehr, dass ich mir eine zweite Meinung einholen wollte. Daher ging ich zu einem anderen Psychiater einer Institutsambulanz und schilderte meine Entlassung, die gestellte Diagnose und meinen Wunsch eine ADS-Untersuchung machen zu wollen. Er guckte mich ungläubig an und sagte mir, dass er mit der Diagnose der Kollegen nichts anfangen könne und eher eine Borderline-Störung sieht.
    Eine ADS-Testung sei demnach überflüssig, da ja bereits eine Diagnose vorliege und ich mich auf die Borderline-Störung fokussieren solle, allerdings nicht bei ihm, denn ,,bei einem Psychologen in einer Psychotherapie sind Sie besser aufgehoben". Anmerkung von mir: Selbst wenn ich Borderliner wäre, schließt dies eine gleichzeitige ADS-Erkrankung ja nicht automatisch aus. Aber der gute Arzt wollte nicht auf mich hören....

    Nach der Geschichte war ich einfach nur baff. Ich dachte, dass ich in einem falschen Film stecke. Wie kann es denn sein, dass Ärzte, also vermeintliche Experten, zu so gravierend unterschiedlichen Meinungen kommen und ich überhaupt keine Therapie an die Hand gereicht bekomme?!
    3 Ärzte= 3 unterschiedliche Meinungen/Diagnosen!

    Nachdem ganzen Hin-und Her traue ich Psychiatern gar nichts mehr zu und ich fühl mich auch leicht verarscht, muss ich sagen. Ich versuche irgendwie durchzuhalten, aber mir geht's jetzt wieder schlechter, trotz SSRI was ich von meinem Hausarzt bekomme. Ich habe nur noch ihn, aber er ist mit seinem Latein genauso am Ende wie ich. Das SSRI wirkt nicht mehr so gut wie vorher und außerdem hab ich deswegen durch Heißhungerattacken an Gewicht zugelegt, was mich zusätzlich bekümmert.

    Ich habe das Gefühl, dass ein normales Antidepressivum nicht das richtige Mittel ist und ich damit nur an der Oberfläche kratze. Ich möchte jedoch an den wahren Kern. Deswegen lasse ich das Mittel ausschleichen. Wie es aber weiter gehen soll, weiß ich nicht. Es steht Diagnose gegen Diagnose und ich weiß nicht mehr was ich glauben soll. Ich habe auch keine Lust weiterhin Versuchskaninchen zu spielen und a la ,,Und täglich grüßt das Murmeltier" meine Geschichte + Leiden zu erzählen und mitzuerleben wie meine Hoffnungen enttäuscht werden und mir nicht richtig geholfen wird.

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Thema ADHS insbesondere ohne das H mittlerweile bei Psychiatern auf große Skepsis bis hin zur Ablehnung stößt. Entweder waren die beiden Ärzte keine Experten auf dem Gebiet oder sie gehörten zu der ,,ADHS-ist-eine-Modekrankheit"-Fraktion. Anders kann ich mir das Verhalten/ die Aussagen des einen Assistenzarztes nicht erklären: ,,Mit ADHS hätten Sie dem Gespräch nicht folgen können", ,,Sie hätten ihr ABI niemals geschafft", ,,Sie hätten keinen langen Text schreiben können". ,,Haben Sie schon Mal versucht alle Störquellen beim Lernen auszuschalten? Das würde ich Ihnen raten!" Blabla....



    Was meint ihr zu der ganzen Geschichte. Was würdet ihr mir raten? Wie sieht ihr die Sache? Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Soll ich mir eine dritte/vierte Meinung einholen? Vermutlich mit der Gefahr, dass er vollkommen was anderes sagt und wieder keine Untersuchung auf ADS macht. Im Übrigen bin ich am Zweifeln wie viel Aussagekraft eine Diagnose noch besitzt, wenn es ,,kein richtig oder falsch" zu geben scheint, wie es mir der Psychiater der Institutsambulanz zu verdeutlichen versuchte, sondern eher ein Misch-Masch....

    Soll ich direkt zu einem ADHS-Spezialisten? Sollte ich dann von meiner Vorgeschichte und dem Diagnosen-Chaos erzählen? Wäre das nicht eine zu starke Voreinnahme oder Beeinflussung? Ich möchte ja nur wissen, ob ich ADS mit Sicherheit habe oder nicht. Unabhängig vom Resultat könnte ich die Geschichte dann endlich abhacken!

    Ich bin gespannt auf eure Meinung!
    Geändert von Ilaf (29.12.2015 um 01:55 Uhr)

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    AW: Eure Meinung wäre gut!

    Puh... Das hört sich alles ziemlich schwierig an.
    Als erstes gebe ich dir recht, dass eine Borderline-Störung ein ADHS ganz sicher nicht ausschliesst. Grundsätzlich ist es ja nicht selten, dass ADHS mit anderen Störungen auftritt (auch zeigen ADHSler öfters narzisstische Züge). Aufgrund deiner Schilderung glaube ich, dass du wahnsinnig verunsichert und wütend bist. Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber du scheinst die Diagnosen der Ärzte auch nicht zu glauben, das interpretiere ich aus den Smileys.
    Grundsätzlich würde ich an deiner Stelle wieder den Arzt aufsuchen, der die Diagnose ursprünglich gestellt hat. Ich weiss nicht genau, wann du diese Diagnose erhalten hast (wielange das her ist, wie alt du warst etc.). Denn rein theoretisch kann ADHS auch "auswachsen", von daher kannst du je nach dem nicht auf der Diagnose pochen, wenn andere Ärzte sie nicht selbst stellen oder bestätigen können.

    Auch denke ich, dass die Ärzte damit recht hatten, dass du an einem anderen Ort bessere Hilfe kriegen könntest als bei Ihnen. Schliesslich schreibst du selbst, dass es nicht gut ging und zum Anderen war es eine Allgemeinpsychiatrie. Wenn es sich um etwas spezifisches handelt, bist du an einem Ort, an welchem sich die Ärzte genau damit auskennen, sicher besser aufgehoben. Ich kann deine Wut auf die Ärzte gut verstehen, sich nicht ernst genommen fühlen ist furchtbar. Aber versuche nicht alles in deiner Wut zu interpretieren, dass es gegen dich ist, sonst wirst du kein Vertrauen mehr zu Ärzten aufbauen können und das musst du können, um deine Probleme anzupacken.

    Also nochmals: Ich würde zu dem damaligen Arzt gehen, der die ADHS Diagnose damals geäussert hat. Wenn dieser nicht mehr arbeitet, dann ist deine Akte irgendwo noch abgespeichert und man kann dir vielleicht einen anderen Arzt empfehlen. Oder eben direkt zu einem ADHS-Spezialisten. Aber versuche die Akte aufzutreiben, in der diese Diagnose vermerkt wurde. Das wäre mein Rat... Ich hoffe ich konnte dir helfen.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Eure Meinung wäre gut!

    Wieso dritte Meinung? Du hast doch geschrieben du habest eine ADHS-Diagnose? Ich habe jetzt kein Argument entdeckt, weswegen du davon abweichen solltest.

    Nein, die zitierten Äußerungen sagen viel über die Meinungen und die mangelnde Bildung dieser Ärzte aus, weil sie alle nicht stimmen. Von daher musst du wohl oder übel zu einem ADHS-Spezialisten, weil du dort mit höherer Wahrscheinlichkeit so einen Unsinn nicht hören wirst.

    @Bücherwurm: Das war während des Abis, und jetzt sei er im Studium, schreibt der TE. Wird also nicht so sehr lange her sein, und Kind war er jedenfalls nicht mehr.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    AW: Eure Meinung wäre gut!

    @4. Kl. Konzert: Ich weiss, aber manche gehen ja dann nicht direkt ins Studium über, sondern machen noch andere Dinge dazwischen und das Abi machen ja auch nicht alle im gleichen Alter, deswegen wollte ich nachfragen. Es wächst sich ja manchmal in der Pubertät aus und die ist ja nicht immer bei allen gleich.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 74

    AW: Eure Meinung wäre gut!

    Ich verstehe Dein Gefühl

    Wenn Dir geholfen werden soll, bzw. Du Dir selbst helfen willst, dann benötigst Du auf jeden Fall jemanden, der sich mit AD(H)S auskennt. Dazu brauchst Du Vertrauen in einen Mediziner. Deshalb hat Bücherwurm meiner Meinung nach recht. Nimm es nicht persönlich. Such dir einen Therapeuten, der die Diagnose akzeptiert oder bestätigt, und dann gehe es neu an.

    Wenn Du Dich hier im Forum umschaust, wirst Du feststellen, dass es ganz vielen von uns ähnlich ergangen ist. Es gibt zu viele "Fachleute" die AD(H)S leugnen. Im Übrigen sind auch sehr viele "Normalos" davon überzeugt, dass es diese Erkrankung nicht gibt. Damit mußt Du leben. Lass Dich trotzdem nicht beirren.

    Zeit und Geduld mußt Du allerdings mitbringen. Das ist in deiner jetzigen Situation natürlich schwer.

    Tausche Dich hier im Forum aus und informiere Dich. Das hilft nach meiner Erfahrung sehr, um die Kraft zu finden weiter zu machen.

    Ich drücke Dir die Daumen

  6. #6
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Eure Meinung wäre gut!

    Hallo Bücherwurm,

    erstmal danke für deine Antwort. Die Sache ist halt sehr kompliziert und ich bin zum Teil verwirrt und hilflos und das lässt mich wütend werden.

    Bücherwurm schreibt:
    Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber du scheinst die Diagnosen der Ärzte auch nicht zu glauben, das interpretiere ich aus den Smileys.
    Da liegst du richtig. Ich war bisher bei 3 Psychologen und 3 Psychiatern vorstellig (in ca. 10 Jahren). Jeder hat etwas anderes diagnostiziert und keiner konnte mir bisher wirklich helfen. Häufig bekam ich irgendwelche Diagnosen an den Kopf geworfen, die mir nicht mal ausführlicher erklärt wurden, geschweige denn Therapieansätze. Sobald es Komplizierter wurde, hieß es immer, dass sie mir nicht weiter helfen können. Mal davon abgesehen, erwarte ich von einem Psychiater, dass er eine Borderline von einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung oder Zwangsstörung auseinander halten kann, dass ist immerhin sein Job.


    Bücherwurm schreibt:
    Grundsätzlich würde ich an deiner Stelle wieder den Arzt aufsuchen, der die Diagnose ursprünglich gestellt hat. Ich weiss nicht genau, wann du diese Diagnose erhalten hast (wielange das her ist, wie alt du warst etc.). Denn rein theoretisch kann ADHS auch "auswachsen", von daher kannst du je nach dem nicht auf der Diagnose pochen, wenn andere Ärzte sie nicht selbst stellen oder bestätigen können.
    Der Assistenzarzt hat meine Krankenakte von der vorherigen Klinik angefordert. Er meinte jedoch, dass er die Entscheidung nicht teile, da er die Diagnoseerhebung für falsch hält. Er machte jedoch kein Hehl daraus, dass er ADHS bei mir ausschließt. Siehe seine Zitate oben. Er war nicht mal bereit mich bei einem ADHS-Spezialisten der Klinik vorsprechen zu lassen!

    Bücherwurm schreibt:
    Wenn es sich um etwas spezifisches handelt, bist du an einem Ort, an welchem sich die Ärzte genau damit auskennen, sicher besser aufgehoben.
    Ja, da hast du sicher Recht. Ich werde einen Termin bei einem ADHS-Spezialisten vereinbaren. Ich hoffe, dass ich dann mit einem besseren Gefühl raus gehe.

  7. #7
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Eure Meinung wäre gut!

    4.Kl.konzert schreibt:
    Wieso dritte Meinung? Du hast doch geschrieben du habest eine ADHS-Diagnose? Ich habe jetzt kein Argument entdeckt, weswegen du davon abweichen solltest.
    Halo 4.Kl.konzert,

    der behandelnde Arzt zog die Diagnose in Zweifel und weigerte sich sich näher damit auseinanderzusetzen. Ich hätte nicht die typischen Anzeichen (gescheiterte Schullaufbahn, Hyperaktivität, Kind/Jugendlicher etc.) Für ihn stand eine andere Diagnose fest.

  8. #8
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Eure Meinung wäre gut!

    Hallo Chaosplaner,

    danke für die aufmunternden Worte ,

    ich werde es weiter versuchen, den Kopf hängenzulassen, hieße aufzugeben. Es scheint so wie die Partnerwahl zu sein. Viele Frösche küssen, bis man den Richtigen/ die Richtige findet.

    LG

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