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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #61
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Am besten noch eingeleitet mit:

    "Ich würde ja nie werten/urteilen,aber...xyz..." oder Ähnlichem.
    Da könnt' ich jedes Mal schreien.

    Ansonsten@Waldsteinie hätt' ich jetzt gerade gern ein extra "Danke" vergeben mögen. Also: Danke für Deinen Text.

  2. #62
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Leute die andere für unverschuldete Not verurteilen finde ich abscheulich und Neid auf eine Krankheit ist mir auch total fremd. Habe ich gar kein Verständnis für aber das beweist einfach mal wieder, dass viel zu viele Idioten auf unserem Planten rumlaufen.
    Ich wurde auch schon damit konfrontiert, dass es doch "voll cool ist sich auf Rezept die Birne vollzudröhnen". Derjenige ist ein guter Freund von uns, aber trotzdem habe ich ihn harsch zurechtgewiesen dass es mir 1000 Mal lieber wäre, wenn ich das Zeug nicht nehmen müsste. Er hat sich dann wirklich aufrichtig für diese unpassende Bemerkung entschuldigt und daher ist er immer noch mein Freund - aber trotzdem, sowas brauchts nicht.
    Auch wurde ich für meine 10 Wochen "Sonderurlaub" beneidet als ich 2014 zu Hause war.

    Aber um nochmal auf das vorherige zurückzukommen:
    Die Betonung lag – wie auch schon aus meinen anderen Posts hervorging – auf dauerhaft!

    Wenn man sich mal nicht an Absprachen hält und wie schon gesagt, keine tieferen Gründe zugrunde liegen, ist es ja nicht weiter tragisch – kann jedem mal passieren.

    Wenn es sich aber häuft, ich durch Unzuverlässigkeiten anderer in meinen Abläufen und Planungen behindert werde (besonders ärgerlich wenn man im Beruf auf die Zuarbeit und Zuverlässigkeit von anderen angewiesen ist) muss ich mir – wenn Gespräche nichts nützen oder Umbewertungen nichts bringen – mir und meiner Gesundheit zuliebe mir Alternativen überlegen wie ich in Zukunft solche Stressfaktoren vermindern kann. Im beruflichen z.B. durch einen Versetzungswusch bis hin zur Kündigung oder eines Wechsels des Dienstleisters/Zulieferers, im privaten durch Kontaktreduzierung oder gar einen Abbruch.
    Wenn ein Kontakt bzw. eine Geschäftsbeziehung auch nach besten Bemühungen meinerseits mehr Stress erzeugt als es mir nützt sehe ich keinen Grund diesen/diese fortzusetzen.

    Ich merke – und das mag sich jetzt für den ein oder anderen sehr selbstsüchtig anhören – seitdem ich mich weniger um die Launen und Befindlichkeiten von anderen kümmere geht es mir bedeutend besser. Der Druck ist raus, mich ständig für alles verantwortlich zu fühlen. Auch fallen dadurch die wirklich ehrlichen Leute besser auf, weil ich nicht mehr dauernd damit beschäftigt bin andern hinterherzulaufen und ja alles richtig zu machen.
    Ich ziehe eine Grenze an dem Punkt wo für mich Wohlbefinden aufhört und Stress anfängt. Da jeder einen anderen Komfortbereich hat, hat es hier auch keinen Sinn darüber zu diskutieren was man denn nun noch aushalten kann und was nicht.
    Bei Leuten die mir wichtig sind, geht die Toleranz natürlich viel weiter als bei dem x-beliebigen Mitmenschen, da man sich dort sicherer sein kann und auch mehr zurückbekommt. Aber auch dort ist das Maß u.U. irgendwann voll (wie z.B. bei unserem oben beschriebenen Freund an den einfach kein Rankommen mehr war) und ich muss mir überlegen wie ich zukünftig mit dieser Situation verfahren möchte.
    Leider hat es viel zu viele Jahre gedauert bis ich das begriffen habe.

    In den letzten Posts ging es ganz eindeutig um den Personenkreis der aufgrund einer Krankheit daran gehindert wird Vereinbarungen einzuhalten – darauf bin ich doch nochmal eingegangen, weil das ein ganz neuer wichtiger Aspekt in der Diskussion war den ich zu Beginn ehrlichgesagt nicht im Auge hatte.

    Da ich aber das Gefühl habe, dass wir uns im Kreis drehen bin ich jetzt hier raus.

  3. #63
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Ich stimme dir zu. Meine Toleranz gegenüber der Unzuverlässigkeit anderer hört dort auf, wo ich selbst oder andere Personen Schaden nehme (z. B. durch dadurch verursachten Stress, von dem ich auch so schon genug habe, aber das können auch ganz andere Dinge sein).

    Klar, wenn jemand an Krankheit X leidet, kann man bei Verabredungen zum Kino immer noch einen Plan B haben (da man weiß, dass der-/diejenige auch kurzfristig absagen kann), da sehe ich kein Problem. Aber wenn ich immer, auch bei relevanten Dingen (z. B. Zuarbeiten im Job) einen Plan B haben muss, der u. U. richtig Aufwand bedeutet - dazu bin ich nicht bereit, wenn ich nicht aus irgendwelchen Gründen dazu gezwungen werde.

    Noch ein letzter Stich ins Wespennest: Ist es nicht zu anspruchsvoll, immer Rücksichtnahme zu erwarten, weil man ja nicht anders kann? Natürlich, wenn Rücksicht auf die eigenen Schwächen genommen wird, hat das Vorteile - aber wenn das bei mir mal der Fall war, habe ich mich dabei immer irgendwie mies gefühlt.

  4. #64
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Wenn die Rücksichtnahme einseitig-ausschließlich,oder auch nur hauptsächlich- zu meinen Gunsten geübt wird,geht es mir damit auch nicht gut. Ich tue mein Möglichstes,anderen denselben Respekt zu erweisen,obwohl mir das oft gar nicht so leicht fällt,da mir der Perspektivenwechsel nicht gleich gelingt.

    Zudem erwarte ich selbst gar nicht immer und in jedem Fall Rück-oder Nachsicht,sondern nur da,wo ich wirklich (evtl.noch) nicht anders kann.

    Diese Schwachpunkte sind mir mittlerweile jedoch bekannt,sodass es nicht IMMER wieder an exakt denselben Punkten zu Schwierigkeiten kommen muss,weil sich alle Beteiligten darauf ein Stückweit einstellen können,bzw.ich keine Zusagen mehr mache,von denen ich WEIß,dass ich sie nicht einhalten kann-was mit Medikation viel leichter ist,da mein Plappermäulchen mich nicht mehr ständig,nur noch selten,in Bedrängnis bringt.

    Geändert von luftkopf33 ( 4.01.2016 um 21:53 Uhr)

  5. #65
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    summerset schreibt:
    Noch ein letzter Stich ins Wespennest: Ist es nicht zu anspruchsvoll, immer Rücksichtnahme zu erwarten, weil man ja nicht anders kann? Natürlich, wenn Rücksicht auf die eigenen Schwächen genommen wird, hat das Vorteile - aber wenn das bei mir mal der Fall war, habe ich mich dabei immer irgendwie mies gefühlt.
    Wieso Stich ins Wespennest?

    Bei mir besteht der Anspruch nicht, ich verstehe jeden, der sagt ihm ist das zu stressig. Da ich ja meist (eigentlich immer) die Konsequenzen trage fühle ich mich mir gegenüber mies, das ich es nicht schaffe mitzuhalten, ich verlange ja keine Rücksichtnahme, daher muss ich mich anderen gegenüber auch nicht mies fühlen. Aber genauso wie ich Verständnis dafür habe, das man nicht immer auf den Schwächsten Rücksicht nehmen kann, und auch nicht muss, jeder hat ja sein eigenes Leben, genauso würde ich mir auch Verständnis dafür wünschen, das es auch umgekehrt ist. In meinem Fall vor allem, weil ich die bin, die darunter am meisten leidet. Ich NUTZE NICHT den Vorteil, ich bin dankbar wenn ihn mir jemand gewährt, und das ist selten genug, und meist auch nur von Menschen die ähnliche Einschränkungen haben.

    Verständnis ist etwas anderes wie Anspruch. mich würde es einfach nur freuen, wenn man es eben nicht als Charakterschwäche oder Nicht-Wollen oder gar ausnutzen/ausruhen auf einem (vermeintlichen) Vorteil sieht.

  6. #66
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    luftkopf33 schreibt:
    Ich tue mein Möglichstes,anderen denselben Respekt zu erweisen,obwohl mir das oft gar nicht so leicht fällt,da mir der Perspektivenwechsel nicht gleich gelingt.
    Ich weiß, was du meinst. Ich versuche das normalerweise zu tun, aber es gelingt mir nicht immer (wem schon?) und ich gebe zu, dass ich - meistens unter Stress - auch manchmal einfach die Schnauze voll davon habe, immer die reflektierte und verständnisvolle Person zu sein, die die Hintergründe beleuchtet. Wird auch gerne mal ausgenutzt. Muss man aufpassen.

  7. #67
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Das kann ausgenutzt werden,stimmt.

    Die Alternative in meinem Fall-also selbst keine Rücksicht zu nehmen,sie aber von anderen einzufordern-würde mich jedoch zu einem Menschen machen,der ich nicht sein möchte.

    Also bemühe ich mich,anderen an ihren Schwachpunkten entgegenzukommen,wie ich es so oft selbst nötig habe. So kann ich morgens in den Spiegel gucken und meist ist auch der andere Mensch froh,nicht verurteilt zu werden.

    (Selbstverständlich hat das,wie schon vorher klargestellt,notwendige Grenzen.)

  8. #68
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich das jetzt in erster Linie auf die Situation am Arbeitsplatz bezogen habe.

  9. #69
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Ja,das Arbeitsumfeld kann eine besondere Herausforderung sein. Zumal dort auch noch so Sachen wie Termindruck usw.herrschen.

    Da ist es wichtig,machbare Grenzen zu definieren-die wahrscheinlich anders gesetzt sein müssen,als im Privatleben,weil es sonst unhaltbar wird.

    Das Prinzip bleibt,meiner Meinung nach,jedoch gültig.

  10. #70
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 74

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Zu Anspruchsvoll? Ich habe jetzt nicht alles gelesen.. Hat schon mal jemand den Begriff Soziophobie fallen lassen?

    Also ich habe mittlerweile die Erfahrung gemacht, dass ich selbst das Problem bin. Ich beobachte Leute in meinem Umfeld, die anscheinend total naiv rumlaufen, sehr Kontaktfreudig und denen nie was schlechtes passiert.

    Es ist sone Art selbsterfüllende Propheziehung. Man hat in der Kindheit Mist erlebt und wird Misstrauisch, die Menschen reagieren zurückhaltend und reserviert auf das Misstrauen. Es baut sich keine wirkliche Nähe und Vertrauen auf. Zack. Der Verdacht bestätigt sich.

    Klar.. Man geht dem dann immer mehr aus dem Weg, aber es ist doch klar, dass die anderen Leute das Gefühl bekommen könnten, dass man sie gar nicht wirklich mag, wenn man alles Schlechte, das man erlebt hat, prophylaktisch auf sie projiziert und sie merken, dass man ihnen aus dem Weg geht. Man neigt dann dazu sich hinter EINER Person zu verstecken. Eine Symbiose entsteht, man vereinsamt und überträgt zu viel Verantwortung auf den Partner.. Bumm. Die nächste Enttäuschung.

    Ich hab dafür auch noch keine Lösung gefunden.. Aber ich denke eine zu suchen, ist besser, als sich das Problem nicht einzugestehen. Ich meine jedenfalls Misstrauen ist der Ursprung des hohen Anspruchs. Jedenfalls sind die Chancen doch sehr gut, dass bei ADHS, dass erst im Erwachsenenalter festgestellt wurde, eine kleine Soziophobie vorliegt. einfach auch durch die mögliche Aussenseiter - Rolle.

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