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Diskutiere im Thema Zu Anspruchsvoll? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #41
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    So, jetzt nochmal ausführlicher.

    Don Boleta schreibt:
    ich finde es sehr interessant, dass aus "feste Beziehung" immer ein Zusammenleben im Sinne von gemeinsamer Wohnung verstanden wird.

    Nein, das ist nicht zwangsläufig mit gemeinsamem Haushalt verbunden. War von mir ein Beispiel, wie die schmutzigen Teller stehenlassen eins von dir war. Zusammenziehen ist keinesfalls unabdingbare Voraussetzung (solange keine Kinder da sind), kenne selbst auch einige die sich sagen dass sie die eigene Wohnung nicht aufgeben wollen bzw. die Rückzugsmöglichkeit dorthin.

    Don Boleta schreibt:
    Und jetzt bin ich ganz sicher auch ein bischen das Opfer selektiver Wahrnehmung, sehe diese Muster ueberall so oft.

    Nachdem was du zu dieser Beziehung beschrieben hast, schätze ich: ziemlich sicher bist du da mit selektiver Wahrnehmung unterwegs. Das sei dir nach einer solchen (sicher nervenaufreibenden) Geschichte auch zugestanden, solange du den Weg zur "ursprünglichen" Wahrnehmung wieder zurückfindest. Ganz abgehakt hast du die Angelegenheit für dich ja anscheinend noch nicht bzw. befindest dich noch im Aufarbeitungsprozess...

    Don Boleta schreibt:
    gibt ja schliesslich Belohnung von der Peer-Group, wenn man konform handelt,
    Don Boleta schreibt:
    das ist die Wurzel der meisten Beziehungs-Probleme

    Würde ich nicht einzig und allein auf "belohnbares Verhalten" schieben. Es gibt Menschen die leben schlicht ihre Muster weiter, antrainiert, anerzogen oder von den Eltern abgeguckt. Natürlich lernt man von klein auf dass man sich am besten "konform" verhält - das dient hauptsächlich zur Integration in eine Gruppe/die Gesellschaft und zur Aufrechterhaltung jener. Denn ohne diese tollen Tricks wie eben hier und dort eine kleine Notlüge, eine Zusage die man gar nicht einzuhalten gedenkt, ein Lächeln das gespielt ist... ohne funktioniert unsere Gesellschaft nicht.
    Leider haben viele Leute nicht verstanden dass Ehrlichkeit nicht zwangsläufig verletzend sein muss. (Anmerkung: keine Ahnung warum Don über diesem Absatz zweimal zitiert wird, ich lösche den quote-tag im Editor und nach jedem Vorschau-Klick steht es wieder drin)

    Susilein schreibt:
    Auch fällt mir in letzer Zeit immer mehr auf dass, besonders bei WhatsApp, mit Belanglosigkeiten nur so um sich geworfen wird

    Besonders schlimm finde ich, wenn ich jemandem was über Messenger schreibe und derjenige schickt nur ein "?" zurück, anstatt zu sagen wo das Verständnisproblem lag.
    Irgendwann nervte mich das derartig dass ich die Person darauf angesprochen habe ob er sowas auch in einer mündlichen Konversation macht und wie das dann aussieht, ein Schild mit "?" hochhalten?!
    Das stimmte ihn dann wirklich nachdenklich und er ließ es seither bleiben.

    @creatrice,

    Ja, manchmal melde ich mich auch nicht aus Scham, weil ich mich nicht mehr traue, weil ich schon so oft enttäuschen musste. Ist das jetzt oberflächlich? Nur Ich Ich Ich?

    Ähm.. Nein, natürlich ist es das nicht und das kann genausogut bei denjenigen Leuten vorkommen, über die hier ein wenig "gewettert" wurde.
    Aber wer solls wissen wenn es nicht auch so kommuniziert wird? Man muss nicht jedem die genauen Gründe verraten, es reicht doch zu sagen dass es ab und an schlechte Phasen gibt und in dieser Zeit kein Kontakt stattfinden kann. Das nimmt dir garantiert niemand übel.

    Wenn ich den Kontakt allerdings aus Desinteresse am anderen nicht pflege - bin ich ein Depp, weil unehrlich. Ich umgebe mich nicht mit Menschen die mich nicht interessieren und ich verspreche niemandem mich bei ihnen zu melden obwohl ich gar keinen Umgang pflegen will.
    Den Arsch in der Hose sollte man haben und das dann auch klarmachen.

    Manchmal muss man auch hinter die Menschen gucken, dann fühlen auch sie sich erkannt und angenommen, und sind weniger oberflächlich.

    Das müssen jene Menschen erstmal zulassen, denn "erkannt" werden will eigentlich keiner so wirklich. Das macht einem ja berechenbar und verletzlich. Mit wachsendem Vertrauen zur anderen Person mag das gelingen, was aber wiederum voraussetzt dass man sich schon eine Weile kennt. Oft kommt es gar nicht dazu weil einer oder beiden Seiten vorher schon die Lust vergeht aufs erkanntwerden/erkennen lassen.

    Ich hoffe mein posting war einigermaßen leserlich/verständlich ausgedrückt, ich gestehe dass ich noch leicht verkatert bin

  2. #42
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.932

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Don:

    Ein bisschen grinsen muss ich gerade doch. Ich musste mir vorstellen, wie du mir und meinem Mann begegnest und uns vermutlich anschliessend zur Scheidung rätst.

    Tatsächlich ist Manches aber doch nur selektiv und oberflächlich wahrnehmbar, wenn man z. B. die Leute nicht besser kennt. Denn nicht immer ist der Anschein (man tut sich z. B. gegensätzlich nicht gut und wäre besser alleine dran) auch Tatsache. Manchmal ist es z. B. auch momentane Stimmung und die ist bekanntlich veränderlich und man oder frau darf sich trotz aller Liebe auch mal kurz oder länger ärgern und manchmal ist kann auch ein etwas ruppiger Umgang durchaus von Liebe zeugen, auch wenn es nicht immer gleich vorstellbar ist.

  3. #43
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Ich finde schon, dass man auch den anderen und seine Entscheidungen respektieren muss - aber wenn sich bestimmten Verhaltensweien und Situation öfters wiederholen sollte man sich meiner Meinung nach Gedanken machen ob es mit dem Verständnisszeigen nicht doch irgendendwann genug ist.
    Normalerweise liegt es in der Natur des Menschen, aus Fehlern bzw. schlechten Erfahrungen zu lernen. Wurde ich daher in der Vergangenheit von anderen schon öfters enttäuscht (aus welchem Grund auch immer) bin ich zukünftig eben etwas vorsichtiger.

    Eine potitive Grundeinstellung ist ja prinzipiell nicht verkehrt - aber man kann sich die Sachen auch schön reden.
    Man kann gern immer das positive sehen, aber dann wird man irgendwann ausgenutzt, weil man ja nie was sagt und immer Verständniss für alles hat.

    Auch kann man es sich immer so hindrehen, dass der andere ja nicht wirklich Schuld an "dem Fehlverhalten" ist (schließlich wird er schon seine Gründe haben), aber damit lege ich mir die Verantwortung für das Gelingen eines Konktaktes/einer Beziehung auf. Scheitert er/sie dann doch, bin ich daran Schuld, weil ich nicht genug Verständniss gezeigt habe... also ich weiß nicht!

    Ich bezeichne mich als Realist und in dieser Realität, beruflich wie auch privat, muss ich beobachten, dass Unzuverläsigkeit leider immer mehr zunimmt.

    Dass das stets gegen mich persönlich gerichtet ist möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht behaupten - ich sehe den Grund eher in einer stetigen Überlastung des Einzelnen - in der Arbeit wird einem immer mehr aufgedrückt und auch privat hat man immer mehr attraktive Möglichkeiten seine Freizeit zu verbringen.
    Ich finde, eine kurze Absage oder Statement ist nicht zu viel verlangt, wenn ich eine Vereinbarung nicht halten kann - das gebührt der Anstand und der Respekt vor meinem Gegenüber. Aber oft habe ich das Gefühl, dass die Leute sich an ihre Aussagen schon gar nicht mehr erinnern.

    Auch mir passiert es immer wieder dass ich vorschnell, aus dem Moment heraus, irgendwas zusage oder vorschalge. Damit gehe ich eine Verpflichtung ein. Kann ich das Gesagte nicht einhalten entschuldige ich mich bei dem anderen und schlage wenn möglich einen anderen Termin vor.
    Geändert von Susilein ( 2.01.2016 um 10:28 Uhr)

  4. #44
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Wieso denn gleich in das andere Extrem abrutschen? Ich sprach nicht von schönreden oder positiver Grundeinstellung, auch nicht davon, alles zu entschuldigen. Ich sprach davon, das man eben ganz realistisch die Gründe wahrnimmt, und auch akzeptiert, und manchmal auch für einen selbst unergründlich etwas hinnimmt, und dann DANACH entscheidet. Wenn jemand permanent kein Interesse hat ist es für mich etwas anderes, als wenn jemand sich selbst permanent überlastet, das Handeln kann objektiv das selbe sein, aber für mich ergeben sich daraus verschiedene Reaktionen.

    Ich habe auch Respekt vor Personen denen ich nicht absage oder einen neuen Termin vorschlage, und das gestehe ich, da wo ich es weiss, auch anderen zu.

    Ich habe auch nicht für alles Verständnis, aber ich lege eben auch nicht jegliches Verhalten oder Nichtverhalten auf die Goldwaage und verlange immer 100%. Es gibt auch noch Graustufen, es ist nicht immer alles schwarz oder weiss.

  5. #45
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Susilein schreibt:
    Ich bezeichne mich als Realist und in dieser Realität, beruflich wie auch privat, muss ich beobachten, dass Unzuverläsigkeit leider immer mehr zunimmt.

    Dass das stets gegen mich persönlich gerichtet ist möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht behaupten - ich sehe den Grund eher in einer stetigen Überlastung des Einzelnen - in der Arbeit wird einem immer mehr aufgedrückt und auch privat hat man immer mehr attraktive Möglichkeiten seine Freizeit zu verbringen.
    Ich finde, eine kurze Absage oder Statement ist nicht zu viel verlangt, wenn ich eine Vereinbarung nicht halten kann - das gebührt der Anstand und der Respekt vor meinem Gegenüber. Aber oft habe ich das Gefühl, dass die Leute sich an ihre Aussagen schon gar nicht mehr erinnern.

    Auch mir passiert es immer wieder dass ich vorschnell, aus dem Moment heraus, irgendwas zusage oder vorschalge. Damit gehe ich eine Verpflichtung ein. Kann ich das Gesagte nicht einhalten entschuldige ich mich bei dem anderen und schlage wenn möglich einen anderen Termin vor.
    Ich stimme dir zu 100% zu.

    Im Laufe der Zeit hat sich bei mir ein Bekannten-/Freundeskreis herauskristallisiert, wo das genau so läuft. Wir müssen Verabredungen oft mehrere Wochen im voraus treffen (Arbeit auch abends und am WE, zwei Wohnsitze etc.) und wenn der eine dann doch nicht kann (Kollege krank, der Dienst muss übernommen werden), dann findet man gleich einen neuen Termin. Dass dann einer der beiden lapidar eine SMS zehn Minuten vor dem Treffen oder - absolut unverschämt in meinen Augen - einfach nicht erscheint und man sitzen gelassen wird, ist einfach eine Idee, auf die die Personen in meinem Freundeskreis überhaupt nicht kommen würden.

    Hang zur Vergesslichkeit, so wie ich? Dann sorge ich halt für Erinnerung (z. B. Kalender auf dem Smartphone).

    ---

    Es geht bei diesen Dingen ja auch nicht um einmalige Vorkommnisse, aber wenn es immer wieder vorkommt, ziehe ich meine Konsequenzen. Mit einer (damals neuen) Kollegin habe ich mich öfter mal zum Sport verabredet. Nach ein paar Mal kam sie aber immer kurz vor Arbeitsende mit Ausreden, warum es heute nicht geht. Und dann frage ich nach ein paar Mal natürlich nicht mehr. Irgendwann habe ich dann mitgekriegt, dass sie sich mit einer unserer Schreibkräfte ab und zu mal zum Schwimmen verabredet. Aber die stehen halt gerne am Beckenrand und quatschen.

    Da ich aber dann tatsächlich auch trainieren will, wenn ich mich zum Sport verabrede und sie die Zeit eher verquatschen wollte, passte das eben einfach nicht. Das ist für mich dann kein Grund, sauer zu sein. Aber sie hätte eigentlich sagen können, dass sie sich nicht mit mir zum Training verabreden will, weil das nicht passt. Ok, vielleicht dachte sie, ich wäre dann sauer.

  6. #46
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Genauso wie du sehe ich das auch, summerset...

    Einmaliges ist ja ok, dass man MAL nicht kann oder was dazwischen kommt ist ja normal.

    Eine vermünfite Absage sollte es dann aber schon sein. Das was deine Kollegin gemacht hat war zwar nicht die "feine Englische Art" aber vielleicht hat sie auch irgendwie gespürt dass du "zu ernst" beim Training bist, findet dich so aber sehr nett und wollte dich deswesen nicht zurückweisen. Wenn du sonst gut mir ihr auskommst ist es ja ok.
    Kann das aber auch verstehen, wenn ich zum Fitness gehe, will ich auch mein Programm durchziehen und nicht die Hälfte der Zeit quatschen - hab da bei mir im Studio auch so ein paar Kandidatinen. Das sind dann meistens Gruppen von 3-5 Frauen. Eine trainiert irgendwas, die anderen stehen dabei und schnabeln fleißig - finde ich immer ganz lustig anzuschauen, aber jedem das seine

    Wenn mir jemand ein paarmal hintereinander absagt frage ich eben auch nicht mehr.
    Wir hatten auch mal einen Freund, an den wurde es immer schwerer ranzukommen (wegen viel Arbeit und priivaten Stress). Meistens kam es gar nicht mehr zu Verabredungen, weil er nie genau sagen konnte was jetzt heute Abend noch so ansteht und ich wenigstens um die Mittagszeit wissen wollte was heut noch so geht. Irgendwann hab ich dann verlangt, dass er sich melden soll wenn er mal Zeit hat, weil mir dieses "Hinterhergelaufe" zu anstrengend wurde (wobei ich es ihm gegenüber nicht als solches bezeichnet habe). Daraufhin kam... genau... NICHTS. Inzwischen wünschen wir uns "Frohe Weihnachten" und "Alles gute Zum Geburtstag". Das hat bei ihm auch nichts damit zu tun, dass er mich nicht mögen würde, aber ich bin eben durch sein Interessenraster gefallen - er verbringt seine knappe Freizeit lieber mit anderen... ok, schade drum... aber kann ich nix machen.

    Ich musste mich schon oft entschuldigen, weil ich aus dem Affekt heraus wieder irgendwas losgeplappert habe und jemanden auf eine Unternehmung angefixt hab (manchmal habe ich auch nur laut gedacht und der andere ist gleich voll drauf angesprungen).
    Das muss man dann eben entweder erklären oder man trifft sich tatsächlich - meist wurde es ja dann auch ganz nett...

    Wir haben inzwischen auch einen großen Kallender gut sichtbar aufgehängt, wo alle Termine drinstehen.
    Auch die Benutzung eines elektronischen Kallenders (Handy, Outlook) für meine Termine (also wo ich allein hinmuss) habe ich mir für 2016 vorgenommen - letztens habe ich nämlich schon wieder einen Arzttermin vergessen...

  7. #47
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Susilein schreibt:
    Auch mir passiert es immer wieder dass ich vorschnell, aus dem Moment heraus, irgendwas zusage oder vorschalge. Damit gehe ich eine Verpflichtung ein. Kann ich das Gesagte nicht einhalten entschuldige ich mich bei dem anderen und schlage wenn möglich einen anderen Termin vor.
    Genau so ging es mir lange Zeit auch. Hey wir könnten dies und jenes - und ich sah mich in dem Moment (warum auch immer) unter Druck gesetzt, zuzusagen. Je näher das Ereignis dann rückte, desto schlechter fühlte ich mich, weil ich die Unternehmung eigentlich gar nicht machen wollte. Ich habe mir dann gesagt, die anderen Leute haben wirklich nichts davon wenn ich nur halbherzig bei der Sache bin und ich habe nichts davon wenn ich mich so furchtbar unter Druck setze.
    Wenn ich also gefragt werde oder jemand eine spontane Idee äußert, dann entscheide ich nicht mehr sofort sondern bitte um Bedenkzeit. Das nimmt den Druck raus, ich kann dann mit klarem Kopf entscheiden und nochmal "reinspüren" ob ich wirklich möchte oder nicht.
    Zum "nicht-melden-Phänomen" ist ja eigentlich auch schon alles gesagt worden... Ich halte es für durchaus denkbar dass es an der Überlastung liegt, wie ein Vorschreiber schon erwähnt hat, und das kunterbunte Freizeitprogramm dem manche sich aussetzen (wollen). Da muss immer Action sein und am besten jedes WE was anderes mit jemand anderem.
    Mir ist diese Kultur zu schnellebig geworden

  8. #48
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Ja, ich fühle mich auch manchmal unter Druck gesetzt bei so hastigen Verabredungen. Sagt man nichts, könnte man als Langweiler gelten, sagt man zu schnell zu könnte es sein, dass man es bereut, weil man eigentlich doch nicht mag oder die Sache irgendwie zu aufwändig ist.

    Ich mache es inzwischen meistens auch so, dass ich (wenn wirklich vorhanden) "potentielles Interesse" bekunde und dann darum bitte bescheid zu sagen wenn es um die genauere Terminplanung geht - das interessante ist auch, dass man in gut 80% der Fälle nix mehr hört. Frägt man selbst nochmal nach kommt oft "Ach ja, darüber haben wir ja gesprochen. Ja, wäre echt cool, aber die nächsten Wocheneden sind schon dicht!"

    Vor einigen Jahren waren wir mit einem Paar das wir eher flüchtig kennen bei "Exit the room", die hatten einen Gutschein und haben uns eingeladen, wir haben uns immer ganz gut verstanden und wollten mal was gemeisam machen. Das war echt cool und wenn man am gleichen Tag einen neuen Gutschein kauft bekommt man ihn etwas günstiger. Daher haben wir, auch um uns zu revanchieren, gleich einen Gutschein mit einem Jahr Gültigkeit erworben. 3x dürft ihr raten wann wir den Gutschein eingelöst haben... am letztmöglichen Wochenende... wir haben nie einen gemeinsamen Termin gefunden, haben es dann zwischendurch wieder vergessen, dann war jemand krank...

    Ich finde diese Schnellebigkeit auch sehr unentspannt - wenn man mal absagen muss, kann man nicht damit rechnen, dass man sich die darauffolgende Woche sieht, sondern erst im nächsten Monat. Wir kennen eine die ist im Sommer grundsätzlich zwei bis drei Monate im Vorraus asugebucht... die einzige Chance auf einen "kurzfristigen" Termin ist wenn entweder was ausfällt oder ihr das Wetter zu schlecht ist...

    Die liebsten Leute sind uns derzeit die, die auch mal spontan bzw. mit ein paar Tagen Vorlauf Zeit haben. Da kann man abschätzen wies grade so ausschaut, wie man drauf ist und was vor allem das Wetter sagt (wir machen viel draußen).

  9. #49
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.932

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Ich weiss nicht. Ich habe einige Bekanntschaften verloren, weil ich oft kurz vor Toresschluss absagen musste ... - Sicherlich spielen da auch noch einige andere Gründe mit rein, denn Spass haben viele gerne, aber in der "Not" sind Freunde oft rar, aber deshalb rede ich hier auch von Bekanntschaften.

    Freier Wille war es nicht und später, weil ich nicht immer absagen wollte, neigte ich dazu, sehr lange mit einer Zusage zu zögern. Tatsache ist halt, dass mich meine Begleiterkrankung jederzeit niederwerfen konnte. Klar machen das einige Menschen für eine Weile mit, aber eben nicht über Jahre und dabei bin ich zumeist ziemlich offen damit umgegangen, was mir auch viel Unverständnis einbrachte.

    Zumindest kann ich aus Erfahrung sagen, dass man manchmal wirklich auch einfach nicht in der Lage ist einfach abzusagen und das hat keinesfalls irgendwas mit dem Gegenüber zu tun oder damit, dass man gerne irgendwelchen und damit vielleicht zu vielen Freizeitaktivitäten frönt ... Manchmal blieb mir einfach nichts anderes übrig, als mich anschliessend zu entschuldigen.

    Aber deswegen mag oder respektiere ich mein Gegenüber nicht weniger, deswegen bin ich kein "schlechter" Mensch oder sonst was ... - Manchmal sind es wirklich nur die Umstände und keinerlei Wertung!

  10. #50
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Zumal es bei mir aus Erfahrung auch nichts bringt, wenn ich vorher Bedenkzeit habe, denn was schon morgen ist, weiss ich nicht. Wenn mich die Depression oder Überlastung ereilt dann kann ich nun mal nicht aktiv am Leben teilhaben. Und wenn mich die Depression ereilt, dann ist es auch bei mir wirklich hoffnungslos auf ein Lebenszeichen zu warten, meist ist das genau der Punkt, woran meine Eltern merken, das es wieder soweit ist, genau dieser Rückzug ohne Rücksicht auf auch eigene Konsequenzen (evt. Freundesverlust) ist ja ein Teil der Erkrankung.

    Mein Partner kann oft Treffen nicht einhalten, weil er körperlich sehr schwer krank ist, wir wären wohl nie und nimmer zusammen, wenn wir das jeweils übel nehmen würden oder dadurch auf Desinteresse schliessen würden.

    Eher im Gegenteil, wir sagen uns immer wieder wie froh wir sind, das es uns beiden so geht und wir dadurch Verständnis füreinander haben, weil wir eben durch diese Unpässlichkeiten unbeabsichtigt viele Personen in unseren Leben verärgert, gelangweilt und verloren haben.

    Schön, wenn man spontan Dinge je nach Laune machen kann, aber diesen Luxus haben nun mal nicht alle, aus unterschiedlichsten Gründen, das sagt aber meiner Meinung nach nichts über die Person oder ihre Zuneigung aus.

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