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Diskutiere im Thema Zu Anspruchsvoll? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Karisa

    Gast

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    DonBoleta schreibt:
    Wieso, ist doch voll das Klischee, oder?
    Spätzünder schreibt:
    Versuche grad, nochmal einzuschlafen.
    Will mich aber nicht drücken - vielleicht morgen nach der Arbeit, ok?

    In der Zwischenzeit findet sich sicher jemand anders, der Dir die Hölle heiß macht....


    Schlaf schön!!!
    Hölle heiß machen braucht es da nicht denke ich, weil Du ja von einer "Kindfrau" geschrieben hast. Ich denke dabei zumindest mal an narzisstische Züge.

    Menschen mit Narzissmus nähren sich vom Wohlwollen der Menschen um sie herum. Sie benutzen das, was Menschen (zumindest eine Zeit lang) ohne Eigennutz oder Berechnung für den anderen tun.

    Wohlwollen (ohne Berechnung!) in der Beziehung mit nicht krankhaft narzisstischen Menschen hingegen führt zu gegenseitigem Wohlwollen. Da macht Geben und gegenseitige Fürsorge mal im Großen und Ganzen gesehen, richtig Freude - bspw. bewirkt ein Geschenk oder ein Botendienst, worüber der Partner sich freut, dass die eigene Freude, das gemacht zu haben, größer wird.

    Dass man keinen Bock hat, sich nach der Arbeit durch das Gewusel im Supermarkt zu quälen, weil die Partnerin das verlangt hat, verstehe ich voll und ganz. Im Notfall könnte doch auch mal etwas aus der Nachbarschaft geborgt werden.

    Eine erwachsene liebende Partnerin verlangt so etwas nicht. Es könnte jedoch durchaus mal vorkommen, dass sie ganz lieb darum bittet und dabei dann auch erklärt, warum sie das tut.

    Beispiel zum besseren Verständnis:
    Wenn das Superangebot nur an diesem einen Tag gültig wäre, sie es beim Einkaufen vergessen hätte, sie neben der Abendessensvorbereitung sich noch um die 3 Kinder kümmern müsste und nicht so einfach mal eben schnell selbst da hin fahren könnte und sich das Geschäft auf dem Heimweg des Partners befände, wäre so eine liebe Bitte naheliegend... So eine Bitte dann nicht zu erfüllen wäre schade, aber es müsste (wenn das Nichterfüllen um der Liebe Willen gut begründet wäre) auch in Ordnung sein.

  2. #32
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 545

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Also ich kann DonBoleta gut verstehen, auch wenn es sich so liest als müsste Frau bei ihm alles nach seiner Nase machen...nee ich glaube er meint das gar nicht so

    Das man für sich selber sorgt, das es einem gut geht ist leider nicht mehr alltäglich. Und da bin ich mit ihm einer Meinung.

    Aber ich finde auch für Ihn störende Tätigkeiten die Frau haben könnte, sind eigentlich nicht sein Problem... denn wie Du so schön gesagt hast:
    Der, der das Problem mit irgendwelchen Vorstellungen in seinem Kopf hat, wie Dinge zu sein haben, muss das Problem in seinem Kopf fuer sich ganz allein loesen.
    Das gilt für beide Parteien, aber ich glaube so meinst Du das sicherlich auch. Und ein Handel, nein das ist es nicht. Aber ein geben und nehmen und ich sehe immer wieder, leider, das viele Partner nur nehmen oder ausnutzen und alles mögliche an den Tag legen was in meiner Welt auch nicht in eine Partnerschaft gehört..z,B. Machtkämpfe...

    Und das unterm Strich, diesen Anspruch einen Partner zu haben der einen voll und ganz akzeptiert wie man ist, einen nicht verbiegen möchte. Den Anspruch habe ich auch und denke, sollte jeder haben
    Macht das ganze nicht leicht, aber authentisch. Somit verliert man sich nicht selber und wird nicht unglücklich, außer es war doch nicht der/die Richtige.

    Aber ich glaub wird driften ganz schön ab, oder

  3. #33
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    ich sehe das so, dass das zusammenleben den gegebenheiten angepasst werden muss.. erinnert mich gerade an sheldon coopers beziehungsrahmenvereinbarung , die auf den zweiten blick durchaus sinn macht.. ich finde, dass vieles von vornherein geklärt werden kann und gar nicht erst zu missverständnissen führen muss.. das sieht natürlich in wg-s anders aus als in beziehungen.. beispielsweise kann man in beziehungen festlegen, welche hausarbeit wer übernimmt, je nachdem, wer was lieber macht.. man kann festlegen, wie die geldlichen dinge geregelt werden, kann klären, wieviel zeit man für sich selbst haben will und wieviel man dem partner widmen will usw.. wenn beide sich daran halten, dürfte sehr viel weniger ärger entstehen..

    sagen wir, in einer wg sollte zwei mal die woche staub gesaugt werden, tut es jeder einmal die woche an festgelegten tagen (ausnahmen bestätigen natürlich die regel).. in einer beziehung tut jeder das, was er am besten kann und lieber macht (jeder hat sachen, die er hasst und die der andere vielleicht weniger nervig findet), das unangenehmste wird geteilt, so dass jeder auf ungefähr die gleiche zeit kommt.. jeder hat abende, an denen er je nach hobby weg geht und sich frei nimmt, es wird auch ein tag festgelegt, an denen man dinge gemeinsam macht, so dass weder die individualität noch das paar sein auf der strecke bleiben.. es gibt ein gemeinsames konto und zwei eigene.. jeder trägt je nach einkommen einen teil des haushalts bei.. wenn kinder da sind, gibt es einen eigenen tag für jeden jede woche und einen gemeinsamen, an dem die familie was unternimmt..

    das mit dem gefallen tun ist so eine sache.. wenn mami mit zwei kinder zu hause hockt und was vergessen hat, das männe schnell noch auf dem heimweg mitbringen kann, weil er sowieso dran vorbeifährt und mami die zwei kinder anhosen müsste, vielleicht noch mit dem kinderwagen durch die gegend eiern müsste und das zweite kleinkind an der hand mit sich zerren müsste, sollte es eine selbstverständlichkeit sein, kurz am supermarkt anzuhalten und das gewünschte mitzubringen.. so lange es keine dauereinrichtung wird, sollte es in ordnung gehen.. wenn allerdings frauchen jeden zweiten tag was vergisst und sich nur zwei minuten ins auto schwingen müsste, um zum nahe gelegenen supermarkt zu fahren, dann kann ich verstehen, wenn männe fragt, wieso er nach vielen stunden stress noch mal in den supermarkt soll, nur weil frauchen die gedanken nicht zusammen hat.. vielem stress kann man mit einer guten planung aus dem weg gehen.. zb die berühmte milchpackung, wegen der man noch mal in den supermarkt muss, kann man bei einem grosseinkauf schon mitbringen.. ein bisschen vorratshaltung von dingen, die nicht schlecht werden und die man immer brauchen kann, ist sicher nicht verkehrt..

    was nun das zu anspruchsvoll betrifft, so denk ich, dass ein gewisser anspruch sicher nciht schlecht ist, aber mir gibt auch zu denken, dass viele leute, die heute in einer glücklichen beziehung leben, über ihren partner sagen, dass er so gar nicht der eigenen vorstellung entsprochen hat, die man sich vorher gemacht hatte.. vielleicht stehen dieses denken und die vorstellung, die man sich macht, dem finden des richtigen menschen im weg, weil wir abseits des weges garnicht schauen.. oft ist es so, dass die leute ihre partner dann genau mit den eigenschaften lieben, die sie sich so gar nicht vorstellen können.. ich war mit zwei männern zusammen, die mir in der hinsicht einiges beigebracht haben.. einer war immer pünktlich.. wenn er sagte, er wäre um die und die zeit dort und dort, dann war er das auch.. er war sparsam, aber nicht geizig, konnte mit geld umgehen und war zuverlässig.. aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaber er hat es geliebt, mich zu ärgern und mir das leben damit schwer zu machen, ganz hinterpfötzig kommentare über mich abzugeben, die mein selbstbewusstsein total unterminiert haben.. der zweite war generell unpünktlich, kam generell zu spät, hat mir aber mit mir selbst ein gefühl gegeben, das ich bis dahin gar nicht kannte.. ich fühlte mich geliebt.. wenn ich ihm gesagt habe, dass ich es nicht mag, wenn jemand mit mir im auto wie ein geisteskranker durch die gegend brettert, hat er es gelassen.. die anderen davor sind dann gerade weiter durch die gegend geheizt, um mir zu zeigen, dass es blödsinn sei, angst zu haben.. ratet mal, wen ich mehr geliebt habe.. natürlich sollte man sich in einer beziehung nicht selbst verlieren und in dem anderen aufgehen, aber ein gewisses geben und nehmen gehört zu jeder beziehung!!! klar ist es schwierig, manchmal die grenzen zu finden.. dazu gehört liebevolle kommunikation, dem anderen zu verstehen geben, was einen nervt und, und das ist sehr wichtig, zu versuchen, gemeinsame lösungen zu finden, die jedem gerecht werden!!!!!

  4. #34
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Hallo miteinander,

    zunächst mal Kompliment für diese sehr interessante Debatte die ihr hier führt, es sind einige wirklich gute Beiträge darunter
    Schwierig wird es, weil das Thema die individuelle Frage nach dem eigenen Wert/den eigenen Werten tangiert. Genauer betrachtet dreht es sich sogar fast ausschließlich darum.
    Was bin ich mir selbst wert, was bin ich anderen wert? Wie definiert sich das und wie verteidige ich meine Werte?

    An diejenigen von euch die von sich sagen, sie seien herzensgut und helfen eben gerne aus: hört nicht auf damit. Aber wägt nächstes Mal sorgfältiger ab, wer in den Genuss eurer Herzensgüte und Hilfsbereitschaft kommen darf. Für euch fühlt es sich gut an, ihr wollt anderen damit eine Freude machen - aber ob das am anderen Ende auch so verstanden wird? Meistens eher nicht. Menschen tendieren eben dazu, Dinge nach einer Weile als selbstverständlich zu betrachten.

    Don Boleta schreibt:
    Heute wuerde ich nie wieder vergessen, dass ich[...] nicht fuer die Beduerfnisse meiner Partnerin verantwortlich bin. Wir sind erwachsene Menschen.

    Du hast das Prinzip "Zusammenleben" nicht verstanden? Es heißt Zusammen-leben, nicht Nebeneinanderher-leben, und dazu gehört durchaus dass man Verantwortung für sich UND seinen Partner übernimmt. Logischerweise nicht im Sinne dessen dass du deiner Partnerin hinterherräumen musst und sie an ihre Termine erinnern.
    Jedoch:
    Don Boleta schreibt:
    aber eben nicht, wenn ich einfach keinen Bock habe.

    ... ist es mit der Verantwortung für dich selbst übernehmen wohl schon nicht so weit her.
    Bitte erzähl niemandem etwas davon dass wir in einer Gesellschaft leben die von "strengen Regeln zur Anpassung geprägt" sei und die wenigsten "authentisch" leben würden. Ich ziehe aus deinen Beiträgen den Schluss dass "authentisch" zu leben für dich gleichbedeutend damit ist, dass die Menschen um dich herum sich nach deinen Bedürfnissen zu richten haben - sonst wissen sie ja wo die Haustür ist. "Authentisch" leben bedeutet in diesem Kontext, all den fiesen vordefinierten Regeln der Gesellschaft eine lange Nase zu machen und als Egozentriker unter der Sonne zu wandeln.
    Wenn dich das zufriedenstellt dann soll es recht sein, aber was soziale Bindungen/Beziehungen angeht, wirst du damit noch mehr auf die Nase fallen. Sollten deinen Aussagen übrigens sehr gründliche Denkprozesse vorangegangen sein, derer in Unkenntnis zu sein mich deine Aussagen falsch verstehen lassen, dann kläre mich bitte gern auf.

    Don Boleta schreibt:
    Und da habe ich eine ganze Menge an Manipulation erlebt. Manipulation durch Ausnutzen von Entsprechen-Wollen, Erpressung mit Liebes-Entzug, Ausnutzung von Gruppen-Dynamik...
    Wo ist das Problem? Wenn man irgendetwas nicht will, dann macht man es nicht. Wenn die Frau dann die Konsequenzen zieht und nicht mit dem Mann zusammenziehen will, ist das doch voellig ok. Viel besser, als das Mann irgendetwas hinnimmt, was er nicht will, sich verbiegt, innerlich explodiert, und nach einer Weile anfaengt die Frau innerlich zu hassen.


    Manipulation benötigt zwei. Einen der sie ausübt, einen der es zulässt. Klar - das ist ja, was du uns eigentlich sagen willst: du lässt dich nicht mehr manipulieren und du sagst ganz klar was du nicht willst. Löblich einerseits, zu kurz gedacht andererseits. Beispiel: "Don, Schatz, bringste mir noch ne Tube Zahnpasta mit?" "Nö!" Wem ist damit geholfen? Achja... dir.
    Von einer wirklichen persönlichen Entwicklung zeugt das nicht und verbaut auch sämtliche Chancen darauf. Persönliche Entwicklung bedeutet in diesem Kontext: lernen zu unterscheiden welche Bitte angebracht ist und welche nicht. Lernen zu unterscheiden wann dich jemand fremdsteuern will oder einfach nur auf deine Mithilfe angewiesen ist. Lernen, nicht sofort draufloszufeuern sondern einen Augenblick darüber nachzudenken, welche Handlung angemessen wäre. DAS bringt weiter. Nicht das stumpfe, tumbe "ich mach mein Ding".

    Don Boleta schreibt:
    Unterscheiden wir aber mal genauer zwischen Konflikten mit und ohne Beeitraechtigung: [...] die Frau mag es nicht, wenn ich Teller abends auf dem Wohnzimmertisch stehen lasse, ich aber partout keinen Bock habe, die abends wegzuraeumen, weil sie mich einfach nicht stoeren. Da haben wir nur das Problem, dass eine Vorstellung von ihr nicht erfuellt ist, eine tatsaechliche Beeintraechtigung ist aber nicht gegeben. Hier liegt es ganz an der Frau, sich entweder in Akzeptanz zu ueben oder eben den Mann zu verlassen.


    Mal davon abgesehen dass das Beispiel ein eher schlechtes ist, weil zu simpel: dein Ernst? Eine tatsächliche Beeinträchtigung ist nicht.... hmhm... okay. Ich möchte mich mal "outen": ich bin Asperger. Wow, was stehe ich auf Ordnung, System und schöne Muster. Mein Lebenspartner ist Hardcore-ADHS und würde auch auf seinen Tellern vom Abendessen einschlafen wenn es sein müsste. Lässt er seine Teller abends auf dem Tisch stehen? Nein, er bringt sie in die Küche weil er weiß dass es mir sonst nicht guttäte. Ich kann unter Unordnung richtig leiden! Aber er will dass es mir gutgeht. Er übernimmt dahingehend die Verantwortung mittels Aufräumen.
    Und ich wiederum weiß dass er faktisch nicht der ordentliche Typ ist, darum kann er im Rest des Hauses "hausen" wie er möchte. Das tut wiederum ihm gut. Hoppla, ich glaube hier haben beide was gewonnen.

    Beziehungen gleich welcher Art bauen auf Kompromisse. Das sind Absprachen untereinander, die von beiden Seiten ein gewisses Entgegenkommen benötigen ohne dass einer seine Position komplett aufgeben muss. Das ist schwer, klappt eh nicht immer, nervt manchmal - aber man wächst daran. Weil man fortan weiß dass man nicht Gefahr läuft alles einzubüßen weil man mal einen Schritt zur Seite gemacht hat anstatt nach hinten.

    @Don, zum Abschluss des Beitrags will ich noch anmerken dass es nicht in meiner Absicht liegt, dich niederzumachen. Du hast aus vorangegangenen Enttäuschungen deine Konsequenzen gezogen, daran besteht wohl kein Zweifel. Was ich dir aufzeigen wollte ist, dass du auch ohne diese Hardliner-Linie durchs Leben kämst und dabei vielleicht noch mehr gewinnen könntest als du zu verlieren fürchtest.


  5. #35
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    DonBoleta schreibt:
    Schoenes Beispiel fuer das Geschacher, was ich so ablehne. Fuer mich ist eine Beziehung kein Handel. Niemand muss in einer Beziehung Dinge fuer den Partner tun, die er nicht tun will.
    Das dachte ich mir schon, dass du das so siehst. Aber Geben und Nehmen gehört eben zu einer Beziehung. Kompromisse ebenso. Zu jeder zwischenmenschlichen Beziehung.


    Und mal grundsaetzlich: Wenn ich eine Frau liebe, tue ich alles fuer sie, ich verbiege mich bloss nicht mehr.
    Ach so, bei "richtiger Liebe" spielste dann schon gerne mal den mittelalterlichen Versorger oder wie?


    Ich will kein forderndes Kleinkind, sondern eine Frau, der klar ist, dass sie fuer sich selbst verantwortlich ist.
    Dann Augen auf bei der zukünftigen Partnerwahl. Würde ich generell jedem empfehlen.

  6. #36
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 473

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Haette nicht gedacht, dass diese Debatte auf so einer sachlichen Ebene weiter gefuehrt wird.
    Wow.

    Hier ist sehr mehr Wichtiges viel geschrieben worden, heut kann ich nicht mehr auf Alles davon eingehen. Aber ein paar Dinge brennen mir doch unter den Fingernaegeln.

    Ich fuehle mich grundsaetzlich missverstanden. Nie im Leben wuerde ich meiner Geliebten eine Bitte abschlagen. Es macht mich gluecklich, wenn ich ihr helfen kann. Was ich meinte, ist, dass man daraus keinen Anspruch ableiten sollte. Den Partner manipulieren oder erpressen, um sich das Leben bequemer zu machen und vor allem um seinen Vorstellungen zu entsprechen.

    Und ich finde es sehr interessant, dass aus "feste Beziehung" immer ein Zusammenleben im Sinne von gemeinsamer Wohnung verstanden wird. Fuer mich ist das auch nur eine Vorstellung aus grauer Vorzeit, wie Dinge "zu sein haben". Die hatte ich vorher auch, bis ich im eigenen Freundeskreis wahrnahm, dass Paare schon ueber zwanzig Jahre zusammen sind, aber getrennte Wohnungen haben, gerade weil Sie keine Kompromisse machen wollen. Und die sind gluecklich.

    Sicherheitshalber hinterher: Mir wurde schon von meiner Psychologin angemahnt, dass ich mich zu oft mit Verstaerkern ausdruecke. Daraus kann man schnell Extrem-Positionen ableiten, die ich eigentlich nur zum Verdeutlichen benutzen wollte. Ich will auch wieder mit einer Partnerin zusammenleben, bin auch kompromissbereit - aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt.

    Und Liebe ist fuer mich nicht das Ergebnis, wie sehr man die eigenen Beduerfnisse an die des Partners angleichen kann. Liebe ist fuer mich ein Gefuehl, das nicht davon abhaengt, wie sehr meine Partnerin meine Wuensche erfuellt. Ganz im Gegenteil, sie ist manchmal selbstzerstoererisch, fuehrt zu Leid. Meine Ex-Partnerin hatte als ich sie kennenlernte, gerade eine Krebs-Erkrankung ueberstanden, 6 Jahre spaeter war sie wg. Spaetfolgen der Chemos fuer zwei Jahre ein Pflegefall, Urtikaria, Migraene... Mir wuerde nie im Leben einfallen, ihr vorzuwerfen, dass ich mich in dieser Zeit voellig selbstverstaendlich auch fuer ihre Beduerfnisse verantwortlich gefuehlt habe. Aber sie hat es sich auch danach in dieser Ecke einfach bequem gemacht, darunter habe ich gelitten und darum habe ich diese Beziehung hinterher in meiner Therapie auch komplett auseinandergenommen. Und jetzt bin ich ganz sicher auch ein bischen das Opfer selektiver Wahrnehmung, sehe diese Muster ueberall so oft. Gut moeglich, dass das der Trigger war, hier mitzuschreiben.

    Das mit den "Vorstellungen, wie Dinge zu sein haben", das ist mir wichtig! Und die Forderungen, die Partner deswegen aneinander stellen!
    Eine Frau verliebt sich in einen Muslimen. Bumms. Im Freundeskreis passiert. Er leidet, fuehlt sich erniedrigt dadurch, dass sie kein Kopftuch traegt, im Bikini baden geht, nicht hinter ihm laeuft, usw. Wer muss sich nun anpassen? Wenn die Frau wegen ihm jetzt tatsaechlich den Quatsch mitmachen wuerde, waere das fuer mich genauso schlimm, als wenn sie Sexualpraktik XZY mit ihm macht, obwohl sie das nicht will. (Und ja, ich vertrete die Ansicht Religion=Ideologie=MussoSeinWa rumAuchImmer=X-beliebige Vorstellung)
    Muss Partner/in an Feiertag X wirklich mit zu Schwiegereltern?

    Klar gibt es viele Menschen mit narzisstischen Akzentuierungen oder sogar Stoerungen, aber ich glaube, dieses bloede Vorstellungs-Dingens, dem wir dank operander Konditionierung dauernd ausgesetzt sind - gibt ja schliesslich Belohnung von der Peer-Group, wenn man konform handelt, *das* ist die Wurzel der meisten Beziehungs-Probleme und sorgt auch fuer ueberzogene Vorstellungen bei der Partnerwahl.

    Uns allen wuerde es guttun, Akzeptanz zu ueben, lernen, mit kognitiver Dissonanz besser umzugehen. Und das kann man ueben.
    Besser, als sich einen konformen Partner zu suchen und dann in seiner "Blase" zu leben. Die koennte irgendwann platzen.
    Open Your Mind.
    Geändert von DonBoleta (31.12.2015 um 19:44 Uhr)

  7. #37
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    @Don Boleta, das waren ein paar der vorangegangenen Denkprozesse von denen ich mir erhofft hatte, dass du sie hier teilen würdest. Das trägt viel zum Verständnis der Sache bei.
    Ich kann jetzt gerade leider (!) ebensowenig weiter auf deinen Beitrag eingehen (Besuch trifft bald ein), aber das hole ich morgen nach. Ich bin jedenfalls überrascht und erfreut dass du nicht mit wildem Gebrüll reagiert hast, das ist die erwünschte/erhoffte Ebene für einen Gedankenaustausch.

  8. #38
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    socke70 schreibt:
    Hallo Susilein,

    ja aber ist das nicht richtig richtig schade wenn man nichts mehr von seinen Mitmenschen erwarten kann.

    Ich weis das ich mich auch selber ausgrenze weil ich auch schon gar keine Lust habe auf oberflächliches Getue.

    Für mich zählt immer noch ein Mann ein Wort. Aber wo findet man das noch??? Alles nur noch show

    Ja, das frage ich mich auch - wo finde ich noch aufrichtige und ehrliche Menschen? Keine Ahnung... das Gefühl dass ich mich selbst ausgrenze habe ich aber auch - aber was soll ich tun. Ich habe keine Lust immer und immer wieder enttäuscht zu werden.

    Mein Therapeutin weißt mich immer wieder drauf hin, dass nicht alle so sind und ich immer und immer weitersuchen muss. Die Realität die ich erlebt habe, sagt mir aber was anderes. Ich habe einfach keine Lust mehr auf Enttäuschungen.

    Viele leben nur noch in ihrem Mikrokosmos wo sie selbst der Mitelpunkt zu sein scheinen... ICH, ICH und, ach ja, übrigens noch: IiiiiCH.

    Ein Mann ein Wort... so sehe ich das auch... bin zwar kein Mann, aber das lässt sich ja auf Frauen übertragen... klare, verbindliche Aussagen für mich nicht nur bei sozialen Kontakgen wichtig, sondern auch bei Arbeitsanweisungen.
    Wenn mein Kollege sagt "Ich komme morgen Nachmittag noch vorbei und helfe dir bei XY!" Dann erwarte ich, dass er aufkreuzt oder sich zumindest irgendwie abmeldet. Alleine der Anstand würde sowas schon gebieten. Stattdessen habe ich den ganzen Tag kein Lebenszeichen von ihm erhalten - da ich den Kollegen aber schon öfters als sehr unzuverlässig erlebt habe, habe ich eigentlich auch nichts anderes erwartet und mir meine Arbeit schon so eingerichtet, dass ich nicht auf ihn angewiesen war (zum Glück war das möglich) - aber trotzdem, sowas macht man einfach nicht.

    Ich hasse auch diese Oberflächlichkeit - oder man muss sich von Leuten anhören wie toll sie sind, was sie alles cooles machen und vor allem haben.
    Hab da grad mit zwei Arbeitskollegen zu tun die dieses Verhalten in Reinkultur leben - ich weiß gar nicht was ich da immer sagen soll wenn mir der eine z.B. von seinen 300Euro-Funkkopfhörern vorschwärmt (wobei die Betonung auf den 300Euro und nicht auf den Produkteigenschaften liegt).
    Komme mir dann schon immer blöd vor wenn ich nur ein desinteressiertes "Mmhhmm" rausbekomme - küntlich Interesse vorheucheln kann ich gar nicht.
    Leute die mich gut kennen wissen dieses Verhalten zu deuten. Aber das sind ja nicht viele - für die anderen muss ich wohl einen verstockten, desinteressieren und weltfremden Eindruck machen... ob mich das stören sollte weiß ich nicht, hab aber das Gefühl dass ich eh nix dagegen machen kann.

    Auch fällt mir in letzer Zeit immer mehr auf dass, besonders bei WhatsApp, mit Belanglosigkeiten nur so um sich geworfen wird... so praktisch dieser Kurznachrichtendienst auch ist, ich finde sowas fördert die Oberflächlichkeit nur!
    Auf Sätze wie: "Hoffe [irgendwas was derjenige gemacht hat] war schön" kommt oft gar nichts zurück. Man erhält zwar eine Antwort, wo aber nicht auf das "Hoffe..." eingegangen wird sondern irgendwas anderes erzählt wird. Ich habe auch schon oft solche Sätze erhalten und habe dann immer ein-zwei (wirklich!) kurze Sätze von meiner Aktivität berichtet. Hatte fast nie den Eindruck dass das groß auf Interesse gestoßen wäre - inzwischen antworte ich auch mal gar nicht auf sowas... finde ich aber auch blöd...

    Ich glaube einfach, dass dass der heutige Mainstream ist, wo jeder nur noch im Stress ist (wer keinen hat gilt ja bisweilen schon als faul bzw. gelangweilt) und so viele Facebook-Freunde wie möglich anhäuft, nur damit jeder sehen kann wie beliebt man ist.
    Sowas brauche ich aber nicht, daher halte ich mich an diejenigen, von denen ich aktuell wenigstens noch ein bisschen was erwarte und hoffe, dass ich nicht wieder auf dem Hintern lande.

    In diesem Sinne, ein gutes Jahr 2016...

    lg Susilein

  9. #39
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Schon komisch...... ich persönlich finde hier teilweise die Ansprüche auch zu anspruchsvoll, nicht in Bezug auf den generellen Anspruch, aber in Bezug auf die Umsetzung. Wenn ich mal von mir ausgehe, würde ich wohl von meinem Denken auch den Ansprüchen gerecht werden, leider gibt es bei mir aber auch Phasen der Depression, der Verteilung, der anderen persönlichen und anderen Prioritäten, warum ich nicht immer gleich gut genug den Ansprüchen gerecht werden kann. Ich kann ehrlich Dinge zusagen, dann aber doch nicht können. Ja, manchmal melde ich mich auch nicht aus Scham, weil ich mich nicht mehr traue, weil ich schon so oft enttäuschen musste. Ist das jetzt oberflächlich? Nur Ich Ich Ich?

    Oder gesteht man diese "Kapriolen" hier nur ADHSlern zu?


    Ich finde es schon sehr idealisierend anderen gegenüber immer nur 100% zu erwarten, gerade ADHSler sind ja nun nicht unbedingt die zuverlässigsten, machen nicht immer was sie sagen etc..... Das hat auch nichts mit Oberflächlichkeit zu tun. Genauso wie man selbst seine Gründe anerkannt haben will, gibt es auch bei allen anderen Gründe. Es gibt immer einen Grund. Selbst wenn derjenige keine Lust hat, ist es ein Grund, auch Desinteresse ist ein Grund. Der eigene Anteil ist dabei, den Leuten ihr Desinteresse zu zugestehen und zu überlegen ob man jemanden um sich rum haben will, der, warum auch immer an einem nicht interessiert ist.

    Auch wir haben Desinteresse an anderen Personen, ohne das wir generell oberflächlich sind.



    Seinen Freundeskreis kann man sich ja auch aussuchen, wenn man nur oberflächliche Leute um sich rum hat, hat das auch etwas mit einem selbst zu tun, irgend etwas muss einen ja bei den Leuten halten/gehalten haben.
    Ich kenne z.B. kaum oberflächliche Leute, ich glaube nicht, das das an örtlichen Gegebenheiten liegt, ich halte mich aber auch nicht mit potenziell oberflächlichen Sachen wie FB und co auf, sondern treffe Leute die mir wichtig sind lieber weniger, dafür aber real.

    Sich selbst als tiefgründig und den "mainstream" generell als oberflächlich zu bezeichnen, DAS finde ich auch sehr oberflächlich. Manchmal muss man auch hinter die Menschen gucken, dann fühlen auch sie sich erkannt und angenommen, und sind weniger oberflächlich.

    Eine Beziehung besteht für mich persönlich, und auch für meinen Partner und meine Freunde nicht auf Aufrechnen, es gibt Beziehungen da tut einer jahrelang mehr oder umgekehrt, das ist aber für alle Beteiligten ok, weil die Gegebenheiten eben gerade so sind. Deswegen kommen auch selten Ansprüche zustande, vielleicht ist das auch der Unterschied.

  10. #40
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.962

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Was ich mir wünsche sind Freunde, ...

    ... die auch verstehen, wenn ich mal nicht zurückrufe / mich melde, weil ich einfach viel zu tun hatte, wahnsinnig im Stress war oder sonst was passiert ist.

    ... die sich dann einfach freuen, wenn ich mich melde - so wie ich es zumeist auch tun würde.

    ... die zumeist so ehrlich zu mir sind, wie ich es verkrafte und die mich gut genug kennen um das abzuwägen.

    ... die nicht gleich das Schlechteste von mir denken, sondern erst einmal das Beste - egal, was passiert ist.

    ... die mir gegenüber genauso loyal sind, wie ich es gegenüber ihnen bin.

    ... die mit mir z. B. auch mal über WA oberflächlich rumblödeln, denn das tut nicht nur uns, sondern auch der Freundschaft gut - gemeinsam Lachen.

    ... die mit ihren Problemen, Ängsten usw. immer das Gefühl haben zu mir kommen zu können und die andersherum auch ein offenes Ohr für mich haben, wenn ich es denn einmal brauche.

    ... die auch mit mir gemeinsam reden und schweigen können - ohne sich unwohl zu fühlen.

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