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Diskutiere im Thema Zu Anspruchsvoll? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 546

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Ich finde auch nicht, dass du zu anspruchsvoll bist... aber auch ich habe mir schon öfters anhören müsen dass ich "zu viel erwarte".

    Aber wenn ich mit jemandem abmache, dass er sich meldet und es dann nicht tut und ich dann enttäuscht/sauer bin... was bitteschön ist dann "zu viel erwartet"?

    Ich bin auch schon oft auf den Arsch gefallen - getan, gemacht, geholfen usw. und irgendwann wird man dann fallengelassen wie eine heiße Kartoffel... ich hätte da voll das schlechte Gewissen...

    Wobei das mit deiner Ex nicht ganz verstehe. Ihr habt nach 3 Jahren geheiratet und dann war sie plötzlich wie verandelt?

    Ich versuche jetzt einfach gar nichts mehr zu erwarten - bei Leuten die mir nicht sehr wichtig sind klappt das auch schon ganz gut - da mache ich mein Ding und die anderen gehen mir schlicht und ergreifend sonstwo vorbei. Auch setze ich mich für andere nicht mehr wirklich ein - hab schon zu viel gegeben und (meiner Meinung nach) zu wenig zurückbekommen (seis jetzt materiell oder geistig)... das fing schon in der Grundschule an: Ich hab einen ganzen Mäusespeck verschenkt und habe dafür einen Gummifrosch bekommen... toller Tausch. Als ich dann irgendwann nix mehr abgegeben habe wurde ich als Geizkragen beschimpft.

    Das führt aber leider dazu, dass ich Leute nur sehr schwer und sehr langsam an mich ranlassen kann, weil sich eben kaum ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann wenn man mit einer gleichgültigen Einstellung (und das ist das "nichts erwarten" für mich) an die Sache rangeht.
    Habe ich jemanden der sich melden wollte, tut es aber nicht, dann kann mir derjenige eben den Buckel runtertuschen wenn sich das 2-3 mal wiederholt... fertig, aus - Sache erledigt.

    Für die paar Leute die mir wirklich wichtig sind würde ich alles tun - aber auch diese kann ich nur schwerlich einschätzen - das macht den Kontakt zu anderen für mich nicht leicht - manchmal muss ich sogar meinen Freund fragen wie derjenige das jetzt gemeint haben könnte.

    Das ist aber heutzutage scheinbar normal - ich kenn kaum jemanden der sich über diese Frage Gedanken macht. Alle nehmen es irgendwie so hin - oder ich habe nur Pech?
    Die Schnellebigkeit, die Reizüberflutung bzw. die Überflutung mit Möglichkeiten macht die Leute so sprunghaft und wankelmütig dass immer "nach was besserem" Ausschau gehalten wird und das bin meistens nicht ich...

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Was war am mit dem Tag der Heirat weg, das davor da gewesen ist?

    Na ja. Einfach alles. Die Beziehung. Das Gemeinsame. Das sollte doch nicht weg sein nur weil man heiratet


    Warst Du damals Arbeitgeber für Deinen Freund?

    Ja. Hab aber klare Grenzen gehabt die ich auch immer klar kommuniziert hab


    Könnte Dein Therapeut mit "zu anspruchsvoll" auch gemeint haben, dass Deine Ansprüche an Dich selbst zu hoch sind? Also das was Du dauerhaft an Leistung von Dir selbst erwartest, um eine Freundschaft oder Liebesbezieung zu erhalten...

    Natürlich habe ich Ansprüche und Ziele. Kann natürlich sein das sie dann
    manchmal hoch sind aber zu hoch denke ich nicht.
    Der einzige Anspruch den ich habe ist eine gute und ehrliche Beziehung zu haben. Der Rest ist relativ sozusagen

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Hallo Susilein,

    ja aber ist das nicht richtig richtig schade wenn man nichts mehr von seinen Mitmenschen erwarten kann.

    Ich weis das ich mich auch selber ausgrenze weil ich auch schon gar keine Lust habe auf oberflächliches Getue.

    Für mich zählt immer noch ein Mann ein Wort. Aber wo findet man das noch??? Alles nur noch show

  4. #14
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.780

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    es ist schwer das einzuschätzen, wenn man die Gegenseite nicht kennt

    hast du ihn gefragt, ws genau er damit meinte ?



    es gibt auch verschiedene Varianten von "auf Augenhöhe". das ist so eine zweischneidige Sache. und Es gibt Umfragen, in denen Menschen befragt wurden, ob sie in ihrer aktuellen Beziehung mehr geben oder mehr nehmen würden als der andere. Komischerweise gab es ganz deutlich mehr Geber als Nehmer, ich weiß nicht mehr die Zahlen, aber über 70 Prozent glaub ich.

    Damit will ich meinen, dass eine Beziehung von beiden sehr unterschiedlich gesehen werden kann

    und ich kenne Menschen, die das, was sie selber leisten, auch von anderen erwarten. Ich meine damit zB "ich bin selbst ein ordentlicher Mensch, also erwarte ich auch Ordnung von meinem Partner". Da sie sie selbst zu Unpünktlichkeit neigen, , verlangen sie es nicht vom anderen. und halten sich für fair. Auf Augenhöhe kann aber auch bedeuten, dass ich ebenso viele Schwächen beim anderen zulasse wie bei mir, auch wenn diese sehr unterschiedlich liegen. und jeder diese anders wertet.
    Natürlich ein Beispiel, welches hinkt. Aber ich hoffe, ihr versteht was ich meine.

    Das heisst nicht, dass dein Psychologe Recht hat. sondern dass ich es nicht beurteilen kann. Ich kann dir natürlich aufgrund dessen, was du hier sagst zustimmen. Aber das ist ja nur deine Darstellung, der Psychologe oder der Partner sieht es vielleicht ganz anders.


    ich finde es auch völlig in Ordnung, wenn "zu anspruchsvoll" heisst, dass ich so hohe Ansprüche an einen Partner habe, dass ich schlechte Karten habe einen zu finden und deswegen lieber allein lebe. Das ist auch ok so, schlecht ist nur, wenn man die eierlegende Wollmilchsau sucht und dann dmait hadert, das Leben sei unfair, man fände keinen Partner etc pp.
    Entweder oder.

    daher wäre eine interessante Frage an den Psychologen nicht nur : warum? sondern auch :wofür ? Also: zu anspruchsvoll für was genau ?

  5. #15
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 128

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Ich mag bei diesem Thema mal meine Erfahrungen mitteilen, was das Enttäuschen von uns mal wichtigen Menschen betrifft.

    Da mir (als gutmütiger, herzlicher und sehr fairer Mensch) das nicht nur selbst schon oft passiert ist, sondern auch so liebenswerten Freunden und Bekannten von mir, habe ich mich damit beschäftigt und mir viele erlebte Situationen darüber angehört.

    Und jé mehr ich darüber gelesen( es gibt Studien und Bücher), gehört und gewusst habe, desto mehr kam mir die Erleuchtung.

    Wenn Du auch so jemand bist, der gleich Alles für seinen Partner tut damit es problemlos funktioniert und er/sie ja immer zufrieden ist. Also dem anderen ja alles Recht machst und Du gern zurück steckst und auf Dinge verzichtest, damit es reibungslos läuft, dann machst Du es genau verkehrt.

    Klar, ich hab mich auch gefragt warum ich nicht weiter so (vielleicht manchmal übertrieben) herzlich sein soll, wenn ich das nun mal gern tu und das Bedürfnis dazu habe. Tja jetzt weiß ich warum.

    Denn ich habe zurück geschaut in meinem Leben und mich dann bei so manchen Erinnerungen auch dabei ertappt, das ich zu einem Menschen ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr so liebenswert war. Es mir plötzlich nicht mehr so wichtig war ob ich ihn weiterhin so gut behandle, wie er es eigentlich Wert war.

    Nach dem Lesen dieser Studien wurde es mir bewusst. Wenn Du zum Beispiel Deinem Partner zu sehr zeigst, das Dein Leben ohne ihm nicht mehr wertvoll ist und ihm das Gefühl gibst das sich ohne ihm nichts gut anfühlt, dann zeigst Du Dich zu abhängig von ihm.

    Pass auf, so funktioniert eine Beziehung zum Beispiel gut bzw. so weiß Dich jemand auf Dauer zu schätzen, den Du sehr magst:

    ° Nimm nicht jeden Vorschlag an, nur um den anderen einen Gefallen zu tun. Gehe auch mal Deiner Vorstellung nach und mache klar warum Du es lieber auf Deine Weise tun möchtest.

    ° Bevorzuge lieber mal eine Aktivität allein bzw. ohne Deinem Partner, auch wenn er/sie gern dabei wäre. (Damit meine ich nicht das man immer alleine auf Party geht oder allein in den Urlaub fährt. Das wäre zu übertrieben und schadet eher der Beziehung).

    ° Hab nicht immer das Gefühl das Du zur gleichen Zeit heim sein musst wie Dein Partner. Bleib mal länger unterwegs (in der Stadt, beim Einkaufen, bei Hobbys) und lasse bisschen auf Dich warten.

    ° Denke nicht immer das Du sofort bei Fuß stehen bzw. auf eine Nachricht antworten musst. Wenn es für Dich gerade nicht so günstig ist, dann ist das halt so.

    ° Zeig das Du Spaß am Leben hast, auch unabhängig vom anderen. Also Dich nicht nach dem Motto "Ohne Dich ist alles doof" verhalten.

    ° Erwähne ruhig mal was Du an Dir positiv findest (Figur, Haare, Hintern, Lächeln) und wie gut Dir doch ein bestimmtes Kleidungsstück steht. Oder auch was für eine toller Fang doch Dein Partner mit Dir gemacht hat, da Du ja so gut... ( z.B. kochen, tanzen, lustig sein) kannst und weil man mit Dir... (Pferde stehlen, rumalbern, Gespräche führen und verrückt sein) kann.

    ° Tu mal etwas, was der Partner niemals von Dir gedacht hätte, das Du Dich das traust bzw. Deinen inneren Schweinehund in Dir dafür überwindest. Zeig ihm also damit, was in Dir steckt und das Du voller Überraschungen bist.


    Sprich jé mehr Du das Gefühl gibst, das Du weißt wer Du bist und als eigenständiger Mensch das Leben relativ glücklich und zufrieden leben kannst und Deine eigenen Vorstellungen und Wünsche verfolgst, weil Du Dir selbst mit am Wichtigsten bist, desto mehr wird er Dich Wertschätzen.

    Die Voraussetzung dafür ist aber wohl wieder mal, das man sich selbst toll findet. (Dabei hilft übrigens eine "was ich an mir mag- Liste".
    Die sollte im Idealfall etwas länger ausfallen.)

    Denn wenn man das nicht tut und man sich oft unzufrieden zeigt, dann wird es der andere irgendwann merken.
    Das führt in den meisten Fällen dazu, das sich automatisch ein verändertes Verhalten einschleicht.

    Das heißt nicht das man nicht weiterhin auch mal jammern darf oder Schwäche, Ängste und Zweifel zeigen kann. Das heißt auch nicht das man mal dem anderen zu Liebe einen Termin absagen/verschieben kann. In einer gesunden Mischung gehört das natürlich zu einer guten Beziehung dazu.

    Und klar sollte man auch mal betonen wie wertvoll gewisse gemeinsame Unternehmungen und Momente mit dem Partner sind.

    Vielleicht fühlt sich ja jemand angesprochen und erkennt bestimmte Verhaltensweisen aus der Vergangenheit.

    Kann zwar auch gut sein das ich jetzt Kritik auf meine Meinung und Erfahrung bekomme, aber ich weiß das da was dran ist. Man sollte auch immer auf sein eigenes Verhalten im Leben zurück blicken und auch ehrlich dazu stehen, wenn man sich selbst auch schon mal unfair verhalten hat.
    Manchmal konnte man eben nicht anders. Und das geht jedem mal so.

    Bestimmt gibt es auch Menschen in unserem Leben, die sich von uns ungerecht behandelt gefühlt haben und uns ist das bis heute gar nicht bewusst.

  6. #16
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.692

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    gebe ich, um etwas zurück zu bekommen?
    und wenn ja, was möchte ich dafür bekommen?
    anerkennung? zuneigung?
    oder gebe ich, weil ich dem anderen
    einfach etwas gutes tun kann/möchte?

    oder ist das eine rechnung:
    wenn ich dir was gebe,
    musst du dankbar sein
    oder dich dankbar erweisen?
    hat es eher einen tauschcharakter?
    steht dann der andere in meiner schuld?

    helfe ich freiwillig, aus freien stücken,
    weil ich es möchte und auch kann
    ohne eine gegenleistung zu erwarten?

    sind es wirklich die ansprüche, die zu hoch sind?
    oder geht es vielleicht um etwas anderes?

  7. #17
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Interessant, dass auch Männer mit dem Vorwurf "zu anspruchsvoll" zu kämpfen haben.

    Ich muss sagen, dass ich nach den vielen Enttäuschungen der letzten Jahre mittlerweile lieber "zu anspruchsvoll" bin, als eine weitere Enttäuschung/schwere Verletzung zu erleiden.

    Zu dem Thema fällt mir dieses Buch ein "Jeder bekommt den Partner, den er verdient - ob er will oder nicht."

    Durch die Lektüre wurde mir vieles bewusst.

    Auch die Beschäftigung mit Katie Byron hat mich in dieser Hinsicht sehr viel weiter gebracht.

    LG

    Dschielo

  8. #18
    Karisa

    Gast

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Brauchst Du auch mal praktische Hilfe von anderen? Ich denke dabei nicht an Dienstleistungen, für die Du bezahlst, sondern eher an freundschaftliche oder auch partnerschaftliche Hilfeleistung.

    Falls ja, nimmst Du die dann auch in Anspruch? Oder verzichtest Du oftmals lieber?
    Falls Du mal lieber verzichtest - warum?

    Passiert es Dir manchmal, dass Du Hilfe gibst, die gar nicht gewünscht ist (auch offensichtlich notwendige Hilfe kann unerwünscht sein, wenn sie nicht zuvor erbeten wurde).


    Ich habe eine Glaubensschwester, die es sich vor einigen Jahren mal zur Aufgabe gemacht hatte, anderen Menschen praktisch zu helfen. Da waren z.B. alte Leute, für die sie wöchentlich die Hausarbeiten erledigte und auch einkaufte und da war ich, um die sie sich kümmern wollte, wobei ich ganz ehrlich sagen muss, dass ich dabei so einige (von mir so empfundene) Grenzüberschreitungen zugelassen habe, bevor es mir zu viel wurde und ich sie im Privatbereich zurückwies und sie deshalb weinte - genauer gesagt: ich habe damit zu lange gewartet und war nicht sofort offen und ehrlich zu ihr und dann, als ich etwas sagte, verletzte ich sie mit meinen Worten
    Situation:
    Ich sollte, nach dem Tod einer von den Omis eine von denen werden, die wochentlicht Hilfe von ihr hätte bekommen dürfen. Sie meinte es gut, (oder wollte sie da eine Leere füllen?) aber ich wollte diese Hilfe nicht... So hilflos wie ich manchmal, besonders in sozialen Situationen da stehe bin ich nicht, oder falls doch, dann fällt es mir sehr schwer, mir das selbst einzugestehen. Ich brauche dafür dann Zeit und ich möchte keine Hilfe, um die ich nicht zuvor gebeten habe. Ich möchte mein Leben, sozu auch das Soziale gehört, möglichst selbstständig auf die Reihe bekommen.

    Auch nach den Gottesdiensten erfüllte sie ihre Aufgabe... ...und ich funktionierte entsprechend ...
    Die Besucher standen noch eine Weile beisammen und darunter waren auch Gäste, die ich davor noch nicht dort gesehen hatte. Meine Glaubensschwester gesellte sich zu mir, um sich um mich zu kümmern (das verstand ich da aber noch nicht so). Ich blieb dort, weil es unanständig gewesen wäre, diese Frau einfach stehen zu lassen (das wusste sie nicht, denn das hatte ich auch nicht ausgesprochen )...

    Blöde Situation...

    Meine Glaubensschwester war an diesem Tag irgendwie anders als sonst und deshalb stellte ich ihr die Frage, wie es ihr ginge und was los sei und ich bat sie um sehr ehrliche und direkte Antwort, denn sie tat sich sehr schwer damit zu sagen, wenn es ihr nicht so gut ging. Diese Antwort bekam ich dann prompt - klar und direkt...
    Sie sagte (sinngemäß, den genauen Wortlaut kann ich leider nicht mehr wiedergeben) "Da sind Leute anwesend, die ich gut kenne und ich würde mich jetzt gerne mit ihnen unterhalten, auch weil ich mir wünsche, dass sie wieder kommen". Auf meine Frage, was sie davon abhielt antwortete sie (sinngemäß): "Weil Du da bist und ich Dich dafür alleine stehen lassen müsste, weil Du doch nicht gleichzeitig mit mehreren Menschen reden kannst"...

    Boah, das war hart , aber ich war ihr sehr dankbar dafür. Endlich mal klare, leicht verständliche Sprache.
    Selbstverständlich schickte ich sie zu den neuen Gästen und ich verabschiedete mich sogleich - erleichtert, einfach gehen zu können und nicht anstandshalber für diese Frau da zu bleiben, denn die Gräuschkulisse und das Menschengewusel war sehr anstrengend..

    So saudumm konnte es laufen, obwohl wir uns doch beide sehr bemühten, uns richtig zu verhalten... Wenn unser Bockmist nicht offen kommuniziert worden wäre, wobei sie den Anfang gewagt hat, was ich sehr schätze, hätte es noch einige Zeit wo weiter laufen können und dann wäre vielleicht Steit entstanden, oder wer weiß was sonst noch alles...

  9. #19
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Dein Text mit der Heirat kommt mir sehr bekannt vor, kaum geheiratet war es eine andere Person. Aber nein, heute denke ich das er schon immer so war und dann erst sein wahres Gesicht zeigte.
    Ich bin natürlich auch anspruchsvoll, deswegen habe ich wenig Freunde und Partnersuche war immer schwer für mich, auch wenn ich am Schluss gar nicht suchte.
    Und ich finde es richtig seine Ansprüche zu haben, ich glaube ohne Ansprüche irgendeinen nehmen macht mehr Frust als alles andere und nicht gerade Glücklich.
    Klar verlängert sich nach jeder Beziehung meine Wunschliste und ich weiß das man so einen Mann nie finden würde

    Aber bei manchem kann ich keine Kompromisse machen, bei anderen schon.
    Wenn ich nun Single werde, glaube ich das ich nicht so schnell von meinen Ansprüchen abrücken werde. Denn lieber glücklich Single als unglücklich vergeben.

    Wahre Gesichter zeigen leider die wenigsten, das Internet ist ein tolles Beispiel: Mann schreibt mich an "er sucht keine ons, kein sex usw". Nachdem ich das bestätige "ich suche sex gar nicht", kommt gewöhnlich nichts mehr. Die Welt wäre schön ohne Lügner, wenn Mann schreiben würde "suche affäre und wie siehst du das?" wäre das in meinen Augen ok, aber würde trotzdem einen Korb bekommen
    Oder Mann schreibt er will mich treffen und es kommt nie dazu, weil er in Wirklichkeit lieber nur chatten möchte...und Bilder sammelt für keine Ahnung was.
    Und ich glaube sowas alles gibt es auch in Bezug auf Frauen, denn sowas ist heut zu tage unisex

    Aber sonst habe ich auch Ansprüche und mal wandel ich sie etwas ab und mal setze ich sie mehr durch. Ich habe auch öfter gehört ich hätte zu viele davon.
    Meine Therapeutin sagt sowas aber nicht, sie sagt nur das ich weiß was ich möchte, das ich eine Mutige Frau gewesen bin usw...sie baut mich eher auf.

    Einfach-goldig hat es auf den Kopf getroffen, man sollte sich nicht den Allerwertesten aufreißen für den Partner.
    Ich tat es, es tat mir nie gut und ich lass es..geben&nehmen sollte doch schon vorhanden sein und nicht nur Erwartungen und den Druck die erfüllen zu müssen, ich bin ja keine Fee

    Grenzen setzen und Nein sagen können, sind auch sehr wertvolle Elemente.
    Achtet jemand meine Grenzen nicht, ist er schon vor der Tür. Wer meint ich müsste mich immer bei wem melden, bekommt auch bald nichts mehr von mir...so einfach ist das.

    Aber es gibt natürlich auch ziemlich unrealistische Wünsche, ich kenne wen der sucht mit Mitte 30 nach einer Jungfrau...als Partnerin, ich denke das ist nicht umsetzbar.
    Und das war nur ein Beispiel, aber ich denke es gibt schon unrealistische Partner Wunschlisten. Denke paar Abstriche muss man machen, meine Freundin meint man sollte gar keine Abstriche machen und dann lieber alleine sein bevor man was hat was man nicht möchte. Und momentan frag ich mich ob sie recht hat...

  10. #20
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 467

    AW: Zu Anspruchsvoll?

    Ich muss den Spiess mal umdrehen.
    Habe neun Jahre in einer festen Beziehung mit einer Frau zusammen gelebt.

    Nach einer Psychotherapie wuerde ich rueckblickend sagen, ich habe ihre Beduerfnisse zu meinen gemacht und nicht mehr klar getrennt.
    Heute wuerde ich nie wieder vergessen, dass ich - wenn keine Kinder da sind - nicht fuer die Beduerfnisse meiner Partnerin verantwortlich bin. Wir sind erwachsene Menschen.

    Ein Beispiel:
    Wenn Sie noch etwas aus dem Supermarkt braucht, wenn ich von der Arbeit komme und der fuer mich auf dem Heimweg liegt, habe ich damit gar nichts zu tun. Wenn ich keinen Bock darauf habe, in den Supermarkt zu gehen und nicht der Meinung bin, dass ich das auch brauche, muss ich da nicht hin. Sie ist eine erwachsene Frau und kann sich um sich selbst kuemmern. Und da werde ich mich auch nie wieder begruenden.

    Und ich wuerde mich auch nicht mehr zu Absprachen zwingen lassen. Solche Vereinbarungen sind Versprechen fuer die Zukunft und ich weiss nicht, was in der Zukunft passiert.

    Wenn eine Frau nicht mit mir zusammenleben will, weil ich nicht versprechen will, dass ich einmal woechentlich xyz mache, lebe ich lieber allein und frei.

    Ueberhaupt bin ich viel sensibler gegenueber diesem Klischee aus grauer Vorzeit vom Mann in der Versorger-Rolle geworden. Und ich habe keinen Bock auf das Geschacher, was viele Paare veranstalten, weil sie ihre Beziehung wie einen Handel fuehren.

    Ich finde heute, meine Ex war in vielen Belangen zu fordernd.

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