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Diskutiere im Thema Darf man alles auf das AD(H)S schieben? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 201

    Darf man alles auf das AD(H)S schieben?

    Hallo,
    Erst mal wünsche ich allen schöne Feiertage, ich hoffe ihr könnt sie genießen.
    Aber was mir immer wieder auffällt sind Sprüche nach dem Motto ich habe AD(H)S ist doch logisch das mein Leben versaut ist. Aber wieso? Na klar es gibt verschiedene Stärken, aber den Kopf in den Sand stecken da man ja eine tolle Ausrede hat finde ich nicht richtig. Ich weiß das ich viel Glück hatte auch wenn ich viel Mist und Schicksalsschläge in meinem Leben hinter mich bringen musste. Und ja, ich glaube mein leben wäre ohne ADS anders verlaufen, evtl. leichter, aber besser? Das werde ich nie erfahren. Seit dem ich die Diagnose habe wird mir so einiges aus der Vergangenheit klar, wiso, weshalb, warum was so war und denke ich hab ja ga nicht so versagt wie ich dachte, eigendlich hab ich das für ne AFSlerin echt gut hinbekommen.
    Ich habe durch mein ständiges "Versagen" was mir immer brav eingeredet und vorgehalten wurde eine Depression bekommen. Mittlerweile geht es mir etwas besser, ich bekomme Ritalin adult, ich bemerke zwar keine großen Veränderungen aber eine ganz neue Selbstbetrachtung.
    Leute AD(H)S ist scheisse aber nicht für alles verantwortlich!

  2. #2
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Darf man alles auf das AD(H)S schieben?

    logisch ist dein Leben nicht versaut, es gibt ja eine Menge, die Adhs haben und dennoch nen guten Job, eine Familie, Freunde etc haben. Ich glaube auch, dass das Adhs allein oft gar nicht das eigentliche Problem ist. und dass man sich nicht darauf reduzieren lassen sollte.

    Aber wenn da etliche komorbide Störungen hinzukommen, am besten noch gleich das Paket Depression und dein Ads dir die Schulnoten versaut hat und du keinen Schulabschluss hinbekommen hast etc, dann wird's schon arg schwierig. und wenn dann vielleicht noch aus einem Haushalt mit Laissez-faire Erziehung oder anderen inkonsequenten Erziehungsstilen kommst (die Eltern selbst Adhs haben mit erheblichen Impulsdurchbrüchen) , wenn du dein Leben lang als Faulpelz und "der will nur nicht" und als Nichtsnutz und Störenfried gebranntmarkt wirst, du vereinsamst und keine Freunde hast und in der Familie das schwarze Schaf bist, , dann wird's zunehmend schwierig, sich daraus zu befreien. Und mitunter hilft dann auch aller Wille und alle Anstrengung nichts.

    Klar ist das keine Hängematte, auf der man sich ausruhen kann. Aber ich möchte nicht über die richten, die es nicht hinbekommen haben, nur weil mir selbst im Leben das ein oder andere gelungen ist.

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 183

    AW: Darf man alles auf das AD(H)S schieben?

    schaut AD(H)S ist eine Funktionsstörung des Gehirns die eine Kaskade an Problemen ergibt:


    Ich versuche das mal mit meinem fritierten Gehirn zu erklären.....

    man stellt sich den Kopf vor, mit Augen, Nase, Mund, Ohren als Input
    Die Signale gehen also z.B. in das Auge hinein, gelangen ins Gehirn und werden da verarbeitet.
    In der Steinzeit benutzten die Menschen sehr oft den, ich nenne ihn "kurzen" Weg. Das Signal dass ins Auge geht, nimmt eine Abkürzung und landet direkt bei den ausführenden Teilen des Gehirns. Also, Mensch sieht Tiger, Mensch rennt schnell weg. Er geht nicht erst hin, sieht sich das Fell des Tigers an, denkt darüber nach ob der Tiger vielleicht zu einem Gespräch bereit ist, er flieht einfach.
    Als die Menschen Städte bauten, also sicherer lebten, wurde dieser kurze Weg im Gehirn weniger nötig. Das Gehirn unterdrückte die Impulse, die Signale gingen den langen Weg, der Mensch wartete mehr ab, lernte dadurch auch mehr weil man sich dadurch, dass das Signal einen langen Weg im Gehirn zurücklegt und Impulsivität unterdrückt wird, besser konzentrieren kann. In einer Familie in der es oft Streit gibt, viel Impulsivität herrscht, in solchen Familien lernt das Kind nicht richtig wie man im Gehirn den langen Weg geht. Es geht den kurzen und dadurch kommen die ganzen Symptome. Es verbraucht ja auch viel Energie ständig Angst zu haben, ständig Gereizt zu sein, sich ständig umzuschauen, auf alles mögliche zu achten etc. So
    und deshalb ist ADHS auch nicht das Problem so wie Moselpirat sagt, das problem ist die Art des denkens.... hilfe ich rede mich hier um kopf und kragen
    Geändert von look (25.12.2015 um 00:43 Uhr)

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Darf man alles auf das AD(H)S schieben?

    Also ich habe hier so gut wie nie solche Sprüche gelesen.

    Ich finde auch das nur sehr wenige den Kopf in den Sand stecken. Was verstehst du denn unter Kopf in den Sand stecken?

    Gibt es denn wirklich so viele die alles für ADHS verantwortlich machen? Ich sehe hier zwar viele unterschiedlichste Probleme, in sämtlichen Bereichen, aber es sind eben auch viele User, jeder hat seine eigenen Problembereiche und in anderer Intensität, beim einen ist ADHS mehr im Konzentrationsbereich, beim nächsten mehr die Impulsivität, beim einen beruflich, beim anderen eher privat...... Das ist aber nicht eine Person.

  5. #5
    Auf neuen Wegen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 186

    AW: Darf man alles auf das AD(H)S schieben?

    Hallo und und guten Morgen .. Und allen einen schönen ersten Weihnachtstag , hoffentlich nicht verdorben ...

    ... Ob mein Leben versaut, verdorben oder verpfuscht ist (?) hm ... Das kann ich noch nicht sagen ( habe ja hoffentlich noch so einiges an jahren vor mir ... Also etwas verfrüht eine Bilanz zu ziehen ,sicher wäre Es anders verlaufen wenn .... Wer kann schon sagen wie ... Und ob ich das dann als besser bewerten würde ... Auch keine Ahnung ... Wieviele Anteile meines Lebens auf meine ADHS zurückzuführen sind hm (?) diesbezüglich sortiere ich seit ich darum weiß (die Diagnose habe ich ja erst seit Ca 15 Monaten ) wird sich nie wirklich klären ... Ein Leben ohne ( ADHS ) habe ich ja nie gelebt ...
    was dann wieder Komorbiditäten sind und was nicht , das lässt sich ja auch nur erahnen ....

    Egal ist gelaufen ... Ich kann nur im heute , hier und jetzt mit dem derzeitigen Kenntnisstand versuchen mehr Verständnis für mich , mein bisheriges und mein derzeitiges Leben und verhalten aufzubringen ...( und aller Menschen , die mich bislang mehr oder weniger begleitet haben und noch begleiten ) . ... , versuchen mit mir weiterhin verständnisvoll und achtsam umzugehen ( täglich neu ) und mein künftiges Leben etwas stressfreier zu gestalten ..

    wieviele meiner von mir als positiv angesehenen Eigenschaften auf meine ADHS zurückzuführen sind kann ich ja auch nur erahnen und die möchte ich ja auch nicht ausradieren ... Mich gibt es nur im Gesamtpaket ...
    ... Und .. Was für den/die Einen/Eine positiv oder negativ ist , ist und bleibt doch immer subjektiv...

    ... Wenn ich ( z. B. ) im Job höre ... Mach doch langsamer ... Wenn ich dich beobachte ... Werde ich schon krank ... So viel Action ... Da kann man ja nur Burnout bekommen ...

    Ich kann das als Tipp nehmen genauer hinzuschauen , wieviel tut mir wirklich gut , muss das alles sein , geht weniger und wozu tue ich das .... (???) .. Aber was für den/die. Einen/Eine "gut" ist, ist vielleicht für andere " schlecht"...

    Wenn ich als rennpferd stets auf einem Fleck ausharren muss , werde ich krank und wenn ich mich nie frei bewegen kann fehlen mir die Anreize für meine kreativen Impulse ...

    bin in ich aber gerade im " schneckenmodus" , kann mich die Aufforderung zum Rennen total überfordern

    für mich mit Anteilen der Traumtänzerin , der Zappelmaus und der chaosqueen ( keinesfalls ausgeglichen) ... Heißt es stets achtsam zu sein .... welcher Tag ist heute , was brauche ich also heute oder jetzt hier in diesem Moment (??) .. und entsprechend zu dosieren , denn der Morgen kann ganz anders sein , anders als der Mittag der Abend oder die Nacht... und liegt das nun an der über oder unterforderung der vorangegangenen Stunden oder Tage ????

    Der weg ist für mich das Ziel , der Kopf rund um die Gedanken die Richtung wechseln zu lassen und das Glas mal zur Hälfte leer oder eben auch zur Hälfte voll .... Nichts bleibt wie es ist alles unterliegt ständiger Veränderungen und scheint damit manchmal beunruhigend ... Stets aber auch spannend ... Keineswegs kann ich immer wählen , was auf mich zukommt , aber immer , ob ich weiter mitmache und wie ich die Dinge betrachte , ob scheinbare Abstriche , die ich machen muss ...vielleicht doch eher ein Gewinn für mich sind ...

    in in diesem Sinne wünsche ich allen eine spannende Reise durchs Jahr 2016 ... LG ZaMau

  6. #6
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Darf man alles auf das AD(H)S schieben?


    Die Probleme,für die die ADHS direkt (auch ganz ohne Komorbiditäten) verantwortlich ist,muss man nicht "auf sie schieben". Man darf jedoch aus dem,was man an Stärken hat, das Beste machen. Was sehr viel einfacher ist,wenn man weiß,was die Ursache der Schwierigkeiten ist und Wege findet,damit umzugehen.

    Ob (m)ein Leben durch ADHS verpfuscht wurde,entscheidet sich wohl erst am Ende desselben.


    LG v. Luftkopf
    Geändert von luftkopf33 (25.12.2015 um 10:30 Uhr)

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 189

    AW: Darf man alles auf das AD(H)S schieben?

    Zappelmaus.....unglaublich treffend geschrieben!
    Dem Stimme ich zu 100% zu!

    Ich wünsche einen erholsamen Weihnachtstag!
    Lasst es euch heute gut gehen!

    LG Snoopy

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 201

    AW: Darf man alles auf das AD(H)S schieben?

    So sehe ich das auch, lese aber immer wieder wg adhs ist mein Leben versaut. Das macht mir zum Teil Angst zum teil macht es mich wütend. Ich kanns nich genau oder gescheit beschreiben. Ich hoffe ihr wisst was ich mein.

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 37

    AW: Darf man alles auf das AD(H)S schieben?

    Aggi schreibt:
    So sehe ich das auch, lese aber immer wieder wg adhs ist mein Leben versaut. Das macht mir zum Teil Angst zum teil macht es mich wütend. Ich kanns nich genau oder gescheit beschreiben. Ich hoffe ihr wisst was ich mein.
    Kenn ich nur zu gut, jammern auf großem Niveau. Und dann soll einer Bitte noch herausfinden wie ernst es ist und Bitte Rücksicht nehmen..... gilt/galt auch für mich.....

    Es mag durchaus sein, dass der ein oder andere echt Probleme hat/hatte. Aber versaut ist dein Leben erst dann, wenn du wirklich keine Perspektive mehr hast und zwar nicht aus deinem Betrachtungshorizont, sondern wenn dich die Gesellschaft abgeschrieben hat....

    Für mich steht fest, ohne es hätte ich vllt. ein etw. anderes Leben geführt. Auf der anderen Seite will ich die ganzen schönen Erfahrungen und Dinge, Menschen die ich erleben konnte im Nachhinein nicht missen.

    Jo die Noten sind nunja nicht so prickelnd gewesen, haben mir die ein oder andere Tür versperrt. Aber dafür öffnet sich immer eine andere, man muss nur die Augen aufmachen......
    Haaaa, am liebsten würde ich jetzt zu zwei meiner Lehrer gehen und ihnen von meinem Job erzählen... und dem einen von beiden und dem anderen

    Ein Vorteil hatte es dennoch, ohne ADHS hätte ich wohl nie gelernt mich aus den noch so ausweglosesten Situationen rauszumanövrieren.

  10. #10
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 908

    AW: Darf man alles auf das AD(H)S schieben?

    Aggi schreibt:
    So sehe ich das auch, lese aber immer wieder wg adhs ist mein Leben versaut. Das macht mir zum Teil Angst zum teil macht es mich wütend. Ich kanns nich genau oder gescheit beschreiben. Ich hoffe ihr wisst was ich mein.
    kenne das problem ... aber wenn ich da dran denke gehts mir schlechter .. muß umdenken einfach muß das jeden tag nicht immer leicht ..
    weil adhs habe ich und kann es nicht ändern ..


    kann es nicht weg schieben ..

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