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Diskutiere im Thema Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Hallo liebe Mit-Chaoten,

    der Titel sagt eigentlich schon alles.

    Mich würde interessieren wie oft ihr Kontakt zu euren Eltern habt. Also Durchnittlich... einmal die Woche, einmal im Monat, einmal im Vierteljahr bzw. wie oft telefoniert ihr mit ihnen.

    Ich sehe/spreche meine Eltern 1-2 Mal die Woche. Wir wohnen gut einen km auseindander. Für mich sind das aber eigentlich nur noch Pflichttermine die es zu absolvieren gilt weil sich Mutti sonst beschswert dass sich "die Jugend gar nicht mehr blicken lässt". Bin ich dann dort (mein Freund hat schon gar keine Lust mehr mitzufahren) werde ich immer regelrecht ausgequetscht - wie auf einem Verhör. Sie hat immer 1000 Fragen und wenn ich die nicht beantworten mag (entweder weil ich müde bin oder weil ich das schon mal erzählt habe) kommt meist "Jetzt erzählt mir halt mal was!" und "Aber du bist doch in der großen, weiten Welt - da musst du doch was zu erzählen haben!" Erzähle ich dann doch mal was unterbricht sie mich häufig um weiterführende Fragen zu stellen oder ihre Meinung zu meinem Gesagten kund zu tun.
    Ich bin immer heilfroh wenn ich nach gut ner Stunde wieder gehen kann, andererseits habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich mir das Verhältniss zu meinen Eltern eigentlich anders vorgestellt habe. Erzählt sie mal was, ist es oft gleiche Zeug von ihren beiden Freundinen, deren Kindern/Enkeln oder der wöchentlichen Turngruppe - teilweise kommt drei-viermal das gleiche... (sie ist aber nicht dement oder so...)
    Des Weiteren wird mein Vater mit seinem unbehandeltem ADHS im Alter auch immer anstrengender für mich wobei er aber immer was zu erzählen hat wenn er auch da ist und somit ich nicht so viel erzählen muss.

    Mich belastet die Situation zunehmend, weil ich mich einfach bedrängt und ausspioniert fühle. Außerdem fühle ich mich mit fast 30 nun endlich reif, mich von meinen Eltern abzunabeln.
    Mit meiner Mutter habe ich schon gesprochen, dass das dauernde Gefrage nervt - sie meint dann immer, dass ich ja von selbst eh nichts erzählen würde. Mein Vater zieht sich wie immer aus der Affäre indem er sagt, dass ich meine Mama einfach reden lassen soll und ihr halt ein bisschen was erzählen soll - das wäre doch nicht so tragisch.

    Meine Eltern sind 66 (Mama) und 69 (Papa).

    lg Susilein

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Hmmmm............ein sehr kompliziertes Thema!
    Ich bin schon etwas älter (50) und hatte ein sehr, sehr enges Verhältnis zu meiner Mutter, die ich fast täglich gesehen habe. Auch als ich mit 30 Jahren ausgezogen bin habe ich sie fast täglich gesehen (ich war wohl ein ziemliches "Mamasöhnchen"). Meine "Freunde" (falls ich wirklich welche hatte((?)) respektierten meinen engen Bezug zu ihr.

    Auch wenn meine Mutter ein extrem wichtiger Teil in meinen Leben war, so denke ich manchmal, dass es eine Art "Hassliebe" war (die ich aber auch nie missen wollte, da mir meine Mutter sehr wichtig war). Als sie 2013 verstarb ging eine "Welt" für mich unter. In dieser Zeit bemerkte ich, dass ich keine wirklichen Freunde habe (besonders mein angeblich bester Freund hat mich ziemlich alleine gelassen).

    Das Verhältnis zu meinen Vater (Mutter und er waren nie verheiratet) ist so "merkwürdig, dass ich es gar nicht erst versuche zu erklären. Er war weder ein Ar...... noch ein Engel. Ich kann es nicht erklären.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Die Bibel sagt, man solle seine Eltern ehren. Das heißt aber nach meiner Meinung nicht, dass man übermäßig befreundet mit ihnen sein muss. Aber natürlich kann, aber man muss gegenseitige Grenzen respektieren.

    Abnabelung ist sehr wichtig, vor allem für deine Partnerschaft und auch für deine (späteren?) Kinder. Die Bibel sagt nämlich auch, dass man Vater und Mutter verlässt und mit seinem (Ehe)Partner eins wird.

    Deswegen ist eine gewisse Distanz wichtig. Leider haben viele Eltern schon Ehen auseinandergebracht und ihre Kinder bei der Erziehung der eigenen Kinder stark verunsichert.

    In meinen Augen ist 1 km gefährlich nah. Das kann heißen, man begegnet seinen Eltern eventuell im Supermarkt, und die sagen, was hast du denn da im Einkaufswagen? Oder die Eltern machen Bemerkungen, bei dir war um die und die Zeit noch Licht, gehst du denn gar nicht ins Bett? Das sind Einmischungen, die grenzüberschreitend sind für Eltern erwachsener Kinder. Deshalb bin ich froh, dass meine Eltern (bzw. seit dem Tod meines Vaters meine Mutter) und Schwiegereltern in einer anderen Stadt wohnen.

    Ich sehe meine Mutter 2-3-mal im Jahr, dann aber für mehrere Tage. Wir telefonieren ein- bis zweimal pro Woche.

  4. #4
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    o, das kommt wohl auf die Eltern und die eigene Person und die Lebensumstände an. und auf die GEschwister


    wenn du wartest, dass deine Eltern dich irgendwann als Erwachsen und Ebenbürtig ansehen, musst du dich uU auf eine lange Wartezeit einstellen. Diese Zeit wird evtl niemals kommen Man bleibt immer Kind







    Abnabelns muss nicht unbedingt heissen, in die FErne zu ziehen und nur noch 2 Mal im Jahr zu Besuch zu kommen. Abnabeln heisst ein neues Verhältnis zu seinen Eltern aufbauen
    Habt ihr dann irgendwann ein neues Verhältnis zueinander, findet sich der Rest schon. der Umgang mit Menschen bedeutet immer, Kompromisse finden, Brücken bauen, die Bedürfnisse beider zu achten und einen Weg zu finden, beiden Seiten gerecht zu werden.

    ich hab das Gefühl, ihr steckt gerade in einer Teufelsspirale. Du versuchst dich abzunabeln, deine Mutter wurde aber ein Lebensinhalt entzogen. du bist ihr sehr wichtig und während früher du auf sie angewiesen warst und der Kontakt automatisch kam, hat deine Mutter nun viele Ängste auszustehen, weil sie fürchtet, du brauchst sie nicht mehr und "vergißt" sie. Also "zerrt" sie mehr an dir und fordert mehr Nähe, je mehr sie aber fordert, desto mehr gehst du auf Abstand

    Meine Empfehlung: gehe ruhig mal auf sie zu. Sie hat momentan das GEfühl, wenn sie nicht einfordert, kommt von dir nichts. Gehe ruhig mal einen Schritt auf sie zu und nicht erst, wenn sie einfordert. Vielleicht hilft das. Vielleicht findet ihr auch Rituale, die an Termine geknüpft sind. Samstags zum FRühstück reinschauen oder sonntags zum Mittagessen. 1x im Monat morgens in einem Cafe treffen. oder gemeinsame Weihnachtsmärkte besuchen.
    eine gemeinsame Unternehmung ? Unverbindlich mal zu Hause reinschauen oder von sich aus anrufen und plaudern half zumindest bei meiner Mutter sehr. Das Leben ist nunmal ein Geben und ein Nehmen. Nimm auch ihre Bedürfnisse wahr und akzeptiere sie und denke nicht nur an deine. Du wirst dann merken, dass deine dann auch ernster genommen werden. Überlege, welche ihrer Bedürfnisse zu befriedigen ihr wichtig sind und dir nicht besonders schwer fallen. und ziehe die Grenzen vor allen an Punkten, die dein Leben zu sehr einschränken. Beispielsweise Backbackerurlaub alllein muss sie schlucken, aber man kann bei jede Gelegenheit irgendjemand in der Familie eine Mail oder SMS schreiben "alles ok" und die ungefähre Reiseroute hinterlassen etc.

    interessanterweise beobachte ich übrigens bei meiner Mutter, dass mein Alter überhaupt keine besondere auswikrungen auf unser Verhältnis hatte. Umso mehr aber anscheinend räumliche Nähe. Je näher ich bei ihr wohnte, desto mehr war ich in ihrem Kopf wohl "präsent" und desto mehr Anteil forderte sie bei mir ein.

    z mir: ich bin 20 Jahre älter, meine Mutter starb letztes Jahr, nachdem vorletztes Jahr mein Vater einen schweren Schlaganfall erlitt und seitdem in einem Pflegeheim leben muss. körperlich schwer gehandicapt (liegt viel im Bett) geistig klar. Viel Glück im Leben hat er nicht mehr, er lebt auf, wenn er Besuch bekommt. Also besuche ich ihn so oft es geht und verbringe mehrere Nachmittage die Woche mit ihm. Zeitlich oft eine Belastung (wenn ich mal wieder ne 55-StdWoche habe), aber unser Verhältnis ist seitdem sehr viel enger denn je. ich kann viel davon zurückgeben, was mir meine Eltern gaben und ich bin froh darüber.

  5. #5
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    im Gegensatz zu Konzert habe ich den eindruck, ihr habt eure Schwierigkeiten, gerade _weil_ die Abnabelung schon stattfindet.

    ich wohnte, nachdem ich zeitweise in eniem anderen Bundesland wohnte, ab dem 40. Lebensjahr wieder im gleichen Ort. vermutlich auch 1 km voneinander entfernt. wichtig war mit "außer Sichtweite" und keine "Pantoffelnähe" zu haben. aber man sollte nicht sehen können, wer bei mir zu Besuch ist, wie mein Garten gepflegt wird, wie lange ich nachts auf bin und wie oft ich die Fenster putze.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.252

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Meinen Vater sehe ich seit dem ich 11 J bin nur einmal im Jahr. Selbst darauf könnt ich mittlerweile verzichten. Er führt Monologe und hat kein Interesse an mir. Er meinte er wollte dies Weihnachten kommen. Ich hoffe ich kann ihm das noch ausreden. Zum Glück wohnt er 500km weit weg.

  7. #7
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    ach so, ich wohnte mit meiner Mutter dann zuletzt 8 jahre im gleichen Dorf. Zufällig gesehen hab ich sie nur selten, allenfalls, dass ich an ihr vorbeifuhr, wenn sie zu Fuß unterwegs ist. Im Laden hatten wir uns nie getroffen und in der ganzen Zeit nur 1x beim Bäcker und 1x beim Arzt.
    1 Km reicht aus. Hauptsache: nicht in Sichtweite. Sie sollen nicht sehen, wann du dein Lciht ausmachst und wann du aufstehst und wer bei dir zu Besuch ist

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Also bei mir hat meine Frau dafür gesorgt, dass ich viele Sachen nicht mehr erzählt habe. Mit Anfang 20 war ich nämlich noch ein Muttersöhnchen, das vor seinen Eltern keine Geheimnisse hatte. Meine Frau hat sehr bald eingefordert, dass bestimmte Sachen innerhalb der Familie bleiben.

    Dass ich jetzt so weit weg wohne, dass Besuche nur mehrtägig möglich sind, war allerdings keine Absicht. Es wäre schon nicht schlecht, sich zum Kuchen besuchen zu können- auch für die Enkel. Aber nicht jede Woche.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Moselpirat schreibt:
    wichtig war mit "außer Sichtweite" und keine "Pantoffelnähe" zu haben. aber man sollte nicht sehen können, wer bei mir zu Besuch ist, wie mein Garten gepflegt wird, wie lange ich nachts auf bin und wie oft ich die Fenster putze.
    Okay, aber Garten und Fenster sehen die Eltern auch schon, wenn sie "zufällig" einen längeren Spaziergang durch deine Gegend machen.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 423

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Ich wohne leider noch bei meinen Eltern (beide Mitte 50) , ich kann aber nicht sagen
    das sie für mich jemals sowas wie Bezugspersonen im Leben waren.

    Würde man sie damit konfrontieren kommt nur der Standard Spruch:
    "Du hast ja keinen an dich ran gelassen" oder "Du bist immer gleich ausgeflippt!"

    Ich sehe sie halt mehrmals am Tag und helfe mal hier und da, aber ansonsten bin ich froh wenn ich ruhe hab.
    Was wirklich nervt sind diese dummen zweideutigen Kommentare von den eigenen Eltern,
    man wird automatisch in ein kindliches trotz verhalten zurück katapultiert.

    Dann noch wegen irgendwelcher Kleinigkeiten Schuldgefühle, obwohl ich weiß das ich nichts falsch gemacht habe, komisch.

    "Eltern können nichts dafür das ihr Kind AD(H)S hat",
    das heißt aber nicht das man bei der Erziehung verschlafen darf.

    Meine Eltern können froh sein das ich nicht nachtragend bin,
    mit AD(H)S und den ganzen anderen Problemen werde ich sie aber nicht konfrontieren,
    alleine schon deswegen nicht weil ich hinterher wieder der dumme bin.
    (oder weil ich Angst vor ihren emotionalen Reaktionen, falls vorhanden, habe)


    "Kinder, die man nicht liebt, werden Erwachsene, die nicht lieben." - Pearl S. Buck *autsch*

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