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Diskutiere im Thema Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Hallo,

    ich freue mich, dass es so viele persönlicheund auch bewegende Rückmeldungen gegeben hat – das Thema „Eltern“ scheint jatatsächlich kein einfaches zu sein – das beruhigt mich schon mal etwas.

    Mit meiner Therapeutin habe ich das Thema dieletzten Sitzungen auch intensiv besprochen und sie meint, dass schon 1x/Wochesehen extrem viel sei. Da ich es in meinem Umfeld aber ganz anders erlebe (dagibt es meist harmonische Eltern-Kind-Beziehungen) hat mich eure Meinung malinteressiert.

    Bei meinen Eltern ist es ziemlich schwer – ich würdeihnen auch gerne verzeihen, eben auch um meinen Frieden zu finden. Aberirgendwas sperrt sich in mir. Die letzten Jahrzehnte (immerhin schon fast 3)ist nunmal extrem viel schief gelaufen – da jetzt näher drauf einzugehen wärezu viel, aber der Satz „So geht man einfach nicht mit einem Kind um!“ trifft eswohl am besten. Meine Eltern sind sich hingegen keiner Schuld bewusst – sie denkenalles richtig gemacht zu haben, schließlich habe ich ja studiert. Sie könnendie ganzen „Vorwürfe“ nicht verstehen.
    Versuche ich ein Gespräch über meine Kindheitzu führen einfach um sie vielleicht endlich mal zu verstehen (habe den Wunschdes „verstehens“ auch genannt), führen zu nichts. Meine Eltern sprechen nichtüber Gefühle – beide nicht - ich wusste z.B. bis vor 7 Jahren nicht dass meine Mutter mit Depressionen zu tun hatte. Meine Mutter tut auch oft so als ob sie von nichts weiß(„Daran kann ich mich nicht mehr erinnern!“ ist einer ihrer üblichen Sätze) undmein Vater geht grundsätzlich in die Offensive wirft mir vor mich absichtlichbösartig und wie ein Vollidiot aufgeführt zu haben wodurch ich mich nichtwundern brauche, dass man mich nicht mochte „Du warst einfach ein blödes Kind!“bekomme ich heute noch zu hören.
    Auf so einer Grundlage kann man nichtdiskutieren – ich freue mich wirklich von ganzem Herzen für diejenigen beidenen es funktioniert hat – aber für eine gelungene Diskussion braucht man zwei willige Parteien und wenn eine auf stur stellt gehts halt nicht!

    Gemeinsame Unternehmungen sind kaum mehr möglich– die enden so gut wie immer im Streit (mein Freund bleibt grundsätzlich schonzu Hause – das will er sich nicht antun - ich bin meist total überreizt wenn ich heimkomme) – meist streiten meine Elternuntereinander und ich sitze wieder blöd dabei. Oft geht es darum, dass meinVater wieder wegen irgendwas (Stau, Umleitung oder geschlossenes Restaurant)fuchsig wird und meine Mutter dann das Schimpfen anfängt (sie kapiert einfach nicht,dass er – ein ADHSler – im erregten Zustand nicht logisch ansprechbar ist undnur noch aggressiver und lauter wird je mehr sie reinbenzt). Oft lässt er sich dann in seiner rasenden Wut zu riskanten Fahrmanövern hinreißen oder vergisst Verkehrsregeln - ein Wunder, dass noch nichts passiert ist.
    Getrennte Unternehmungen sind noch daserträglichste – mit meinem Vater auch einigermaßen möglich (weil ich weiß wann es an der Zeit ist die Klappe zu halten) – aber nur wenn GENAU das gemacht wird waser will – alles hat nach seiner Pfeife zu tanzen.
    Mit meiner Mutter sind Verabredungen nur schwereinzuhalten – oft hat sie die letzten Male vorher abgesagt weil wiederirgendwas war (Wetter nicht passend, „keine Zeit“ o.ä.). Das Zuverlässigstesind noch Unternehmungen wo man Karten gekauft hat – schließlich hat man die jabezahlt „Aber Lust habe ich eigentlich keine!“

    Ich bin mir sogar relativ sicher, dass meineMutter einsam ist (mein Vater ist es zumindest - hat er mir mal gesagt) – bei dem Mann aber kein Wunder… und ihre „Freundinnen“ hat sie durch ihrenervige Art auch schon halb vergrault (meine Patin hat da vor ein paar Wochenmal so was angedeutet). Aber ganz ehrlich – und sorry wenn sich das jetzt hartanhört: Ist das mein Problem?
    Ich finde dass Eltern (außer sie sind pflegebedürftig natürlich) sich selbst um sich kümmern müssen (mach ich ja schließlich auch) und keine Narrenfreiheithaben wenn es um ihre Kinder geht – klar tut sie mir Leid, ich weiß wie es istalleine zu sein – meine Eltern haben schließlich jahrelang dafür gesorgt, dass iches war – aber was soll ich machen? Tipps und Ratschläge geben ist so ungefährdas schlimmste was man bei meinen Eltern machen kann, weil „das Kind“ mitseiner mangelnden Lebenserfahrung keine Ahnung hat.

    Von mir selbst was erzählen ist meist auchnicht so einfach. Da sitze ich dann da, plapper alles runter nur damit sie dannwieder die Hälfte vergisst – meinen Vater interessiert mein Gesagtes eh kaumund meist verlässt er kurz nachdem ich gekommen bin den Raum.
    Oft gibt meine Mutter dann auch ihren Senf dazuoder flippt halb aus – ihr könnt euch gar nicht vorstellen was los war als ichihr erzählt hab, dass ich jetzt 20 Wochen Vitamin B12 spritze. Ob ich noch ganzdicht wäre? Nahrungsergänzung, ob ich nicht wisse wie schädlich das wäre? Ernährdich gefälligst mal anständig! Dann hat sie es gleich dem Papa erzählt und derhat gleich fleißig mitgemacht und wieder alles angezweifelt: die Ärztin hätte mich verar***t, dasMessgerät des Labors würde nicht stimmen, die Dosierung genausowenig usw. usf.
    Ich habe mir dabei gar nichts gedacht und schonwar wieder Todesstimmung – man muss immer so dermaßen aufpassen was man sagt umnicht wieder irgendwen auf die Palme zu bringen. Ich habe mir die Spritzenwirklich gut überlegt und mich umfassend informiert – aber nein, es ist wiederalles schlecht.

    Wirklich freundlich formulierte Hinweise, dasssolch ein dauerndes Negativsehen nervig ist wird mit „Man wird doch noch seineMeinung sagen dürfen, oder?“ oder „Jaja, wieder typisch – nix von den Erwachsenenannehmen wollen. Mach doch was du willst!“ abgetan.

    So macht das auf Dauer echt keinen Spaß – auf jedenFall bin ich auch froh wenn Weihnachten vorbei ist – die nächsten vier Tagestehen 2 Treffen an (zum Glück mit meinem Freund, dann wird wenigstens nichtrumgeschrien…) – es wird aber trotzdem wieder anstrengend genug…

    In diesem Sinne wünsche ich euch (trotzdem) ein schönes Weihnachtsfest

    lg Susilein

  2. #32
    Plaudertasche

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1.112

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Meine Eltern sind geschieden und mein Vater wieder glücklich verheiratet. Mit meiner Mutter ist der Kontakt sehr schwierig und ich bin froh, dass ich 120km weit weg wohne. So weit ihr zu vergeben bin ich "noch" nicht. Es sind so viele tiefe Verletzungen da, die nur langsam verheilen. Meist kommen bei den Treffen noch weitere hinzu, weil ich sehr oft nur Vorwürfe zu hören bekomme. Mit Genuss wird mir immer wieder unter die Nase gerieben, was für ein schwieriges Kind ich doch war und wieviel Mühe ich gemacht habe.
    Mit meinem Vater und seiner neuen Frau habe ich ein gutes Verhältnis. Er lässt mich aber auch sehr oft spüren, dass er stolz ist auf mich und was ich aus meinem Leben gemacht habe. Aber auch ihm musste ich mal klar sagen, dass ich mich von ihm fast schon erdrückt fühle und nicht jede Woche mit ihm telefonieren muss.

  3. #33
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Hmm.... deine Mutter achtet nicht darauf, das dein Vater in bestimmten Situationen nicht ansprechbar sind..... aber vielleicht ist deine Mutter auch so, weil sie selbst dann erregt ist, aus Angst vor Verkehrsunfällen, weil sie das Gebrülle hört, und nicht der, der vor ihm fährt, weil ihre Nerven dann ohne das sie was dafür kann blankliegen.....

    Dir wird gesagt du warst einfach ein böses Kind, dir werden also deine krankhaften Verhaltensweisen vorgeworfen, deine Mutter, die auch mit Depressionen zu kämpfen hatte, sagt öfterverabredungen ab, hat eigentlich nie Lust.... ist das jetzt böse Absicht oder typisch Depressionsverhalten?

    Im Verkehr ist es verständlich das dein Vater völlig ausstickt, bei Vit B12 nicht?


    Ja, viele Sachen gehen gar nicht, die deine Eltern machen, und das werden sie wohl auch erst gaaaanz langsam lernen, was bei dir geht und was nicht, erstrecht wenn es 30 Jahre ging, Veränderungen vollziehen sich meist langsam, aber, und das ohne Vorwurf, sondern wirklich nur als Hinweis, ich finde du verhältst dich da irgendwie genauso selektiv. Auch du bist noch in der Spirale gefangen. Das wird wohl auch bei dir noch Zeit brauchen, gib sie doch dir und deinen Eltern um gemeinsam an eurem Umgang etwas zu ändern, Schritt für Schritt, mit Fort- und Rückschritten, und genauso wie du jetzt vielleicht etwas emotional reagierst wenn du deinen eigenen Anteil vorgezeigt bekommst, genauso hat vllt auch deine Mutter dran zu knabbern, wenn du mit ihr über die Vergangenheit reden willst. Sie ist vllt noch nicht bereit, einzugestehen, anzuerkennen, aufzuarbeiten.

    Zumindest hat das bei mir alles genauso angefangen.

    Ich wünsche dir auch ein schönes Weihnachtsfest, mit vllt einem oder sogar ein paar kleinen Fortschritten zu mehr Ruhe an der Front.

  4. #34
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Hallo creatice,

    danke für deine Wünsche (zum Neurofeedback schreib ich demnächst wieder was ;-) ) - aber ich denke nicht dass sich da was tut, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, wa?

    Aber diesen Satz versteh ich irgendwie nicht:

    "Im Verkehr ist es verständlich das dein Vater völlig ausstickt, bei Vit B12 nicht?"

    Auf was beziehst du das? Dass meine Mutter seine Anfälle in verschiedenen Situationen unterschiedlich duldet oder ich?

    Mein Vater tickt eigentlich immer aus wenn ihm was gegen den Strich geht - das macht ihn leider sehr unberechenbar (wobei ich das Gefühl habe dass es die letzten Jahre an Intensität leicht abnimmt) - einmal hat er sich so über eine Fliege im Wohnzimmer geärgert, dass er die Hälfte der Pflanzen (überwiegend meine) auf der Fensterbank zerstört hat - meine Mutter und ich (unter Tränen) konnten nur noch Reste und Erde aufsammeln. Er ist einfach gegangen - schließlich war die Fliege schuld an dem Massaker!

    Ich bin eindeutig der Meinung, dass meine Mutter Depressionen hat - habe ihr das auch schon gesagt. Besonders nach der Reha, wo ich ja viel mit depressiven zusammen war, ist mir das noch deutlicher bewusst geworden.

    Sie möchte sich aber nicht helfen lassen - sie war schon 2x in der Psychiatrie, ihr wurde jedes Mal dringend eine ambulante Therapie und eine Selbsthilfegruppe empfohlen - das einzige was sie gemacht hat war Tabletten schlucken und weitermachen wie bisher. Die Tabletten wurden nach jeweils ca. nem Jahr wieder abgesetzt...
    Der Kinderarzt hat für mich auch eine Psychotherapie empfohlen (wegen starken Ängsten) - muss so Anfang Grundschule gewesen sein - mein Vater hat mir das eben damals vor 7 Jahren auch erzählt. Meine Mutter war auch beim Erstgespräch, da der Psychologe aber "nur über sie und ihre Depressionen" geredet hat, war sie gekränkt und ist nicht mehr hin. Begründung: Das Kind hat das Problem, doch nicht ich!

    Ihre Gesundheit ist für sie ein rotes Tuch - sie hatte über 20! Jahre Rückenschmerzen - sie ist nie zum Arzt gegangen. Begründung: "Wenn ich mich hinlege ist es doch weg!". Jetzt haben sie vor einigen Jahren eine so stark fortgeschrittene Skoliose festgestellt, dass sie wohl die nächsten Jahre im Rollstuhl landen wird. Machen kann man operativ nix mehr weil alles schon so verformt und verwachsen ist - Torso-Korsettbehandlung lehnt sie ab.
    Mein Vater hat erzählt, dass er es ihr schon seit 15 Jahren sagt, dass sie einen Buckel bekommt. Mir ist nichts aufgefallen weil mir früher eigentlich nie was aufgefallen ist und meine Mutter auch nix gesagt hat. Auch habe ich meine Mutter schon seit Ewigkeiten nicht mehr nackt gesehen und sie immer weite Kleidung trägt. Ihr Schrumpfen (sie hat schon fast 10 cm Körpergröße verloren) habe ich als ein Wachsen meinerseits interpretiert. Immer wenn mein Vater diesbezüglich was gesagt hat muss sie auf ihn losgegangen sein und ihm "Verleumdung" und "Leere Behauptungen" vorgeworfen haben (mitbekommen habe ich das nie).

    Auch ihre Freundinnen redeten Jahre lang auf sie ein (eine davon ist meine Patin - mit der habe ich inzwischen ein ganz gutes Verhältnis) dass sie zum Arzt gehen soll. Nichts... die haben inzwischen schon alle resigniert.

    Und das habe ich auch - ganz ehrlich - es ist mir egal was sie macht. Hilfe will sie keine, also soll sie machen was sie will. Mich belastet es dauernd gegen eine Wand zu reden. Vielleicht ist das auch das, was als selektiv rüberkommt - gut kann sein, dass ich eine sture Ziege bin... aber ich kann das einfach nicht mehr.

    Sie ist eine erwachsene, vollmündige und intelligente Frau und ist für sich selbst verantwortlich.

    Sowohl gegen Depressionen als auch gegen die Skoliose kann man was machen. Wobei bei Letzterem nur noch symptomatisch mit Schmerzmitteln (lehnt sie auch ab) und Physiotherapie wenigstens die Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit ein wenig gefördert werden kann. Aber besser als nichts - vielleicht könnte man dadurch den Rollstuhl noch ein wenig rauszögern - aber - NICHTS. "Keine Zeit!"

    Ich denke da muss noch viel Wasser die Donau runterkommen bis sich da was tut ... in Moment weiß ich nicht was ich noch tun soll... meine Therapeutin ist auch ratlos und hat mir daher zu gnadenlosem Selbstschutz geraten,

    lg Susilein

  5. #35
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Ich meinte dich damit, das du beim Autofahren ihn in Schutz nimmst gegen deine Mutter, und bei den Vitaminen halt anders.
    Ich meinte nicht, das du für deine Mutter Verantwortung übernehmen sollst, aber vielleicht ist es auch für dich besser, wenn du ihren Umgang mit ihren Krankheiten akzeptierst. Sie wird ihre Gründe haben, seien es Ängste, Scham oder sonstewas, sie wird es aber nicht tun, um ihre Umwelt zu schädigen. Ob man das gut findet, ist ja was anderes, aber trotzdem kann man doch den Menschen dahinter sehen, vielleicht gibt es auch erst eine Änderung wenn sie sich verstanden und akzeptiert in ihrem Denken und Handeln fühlt, egal wie krank das ist, uns geht es doch da nicht anders. Auch wir haben doch so oft Probleme Zugang zu finden, uns in unserem Dasein öffnen zu können.

    Deine Mutter hat mit ihrer Erkrankung und auch mit ihrem Mann schon 2 grosse Faktoren, die psychisch bedingte Fehlverhaltensweisen recht wahrscheinlich machen.
    Es bleibt dir ja auf lange Sicht nicht viel an Optionen. Du musst halt für dich entscheiden, ob die Beziehung aus Vorwürfen und Streit besteht, oder ob du akzeptieren und oft auch vergeben kannst und willst. Aber es ist zu 99% sicher, das sich der Gegenüber auch langfristig ändert, wenn man es selbst tut, egal in welche Richtung.
    Das versichere ich dir aus eigenen Erfahrungen in mehreren Konstellationen.

    Die Vergangenheit kannst du ja nicht ändern, nicht mal wenn du Büße verlangst, du kannst aber die Zukunft gestalten, und selbst wenn sich der Gegenüber nicht ändert, so kannst du deinen Umgang mit Verhaltensweisen anderer ändern, Selbstschutz muss nicht nur Kontaktabbruch sein, es kann auch eine andere Sichtweise sein.

  6. #36
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Echt, hab ich ihn in Schutz genommen... ok, könnte man so auslegen. Wollte ich aber nicht.

    Ich heiße sein Verhalten beim Autofahren auf keinen Fall gut - aber ich weiß wie man die Situation weniger gefährlich gestalten könnte. Er wird ja erst so richtig wütend wenn meine Mutter anfängt dagegenzureden, sich darüber aufzuregen, dass er sich aufregt - stattdessen sollte man einfach den Mund halten und abwarten - der Wutanfall verfliegt meist so schnell wie er gekommen ist oder seine Aufmerksamkeit wird plötzlich auf was anderes gelenkt und schon ist der Stau gar nicht mehr so schlimm - typisch ADHS halt. Nur leider hat das meine Mutter in über 40 Jahren Beziehung immer noch nicht kapiert.

    Bei den Vitaminen war es eine andere Sache: Da stand eher das dauernde Negativsehen im Vordergrund. Ständig werden meine Entscheidungen und seien sie noch so klein, in Frage gestellt. Alles was neu und anders als gewohnt ist, ist erst mal schlecht.
    Was denkst du was ich mir anhören musste als ich das erste Mal von Neurofeedback erzählt habe. "Das ist bestimmt wieder so ein Mainstreamsch*** aus Amerika - wart nur in einem Jahr kräht da kein Hahn mehr nach." Er wusste nicht mal was das ist, aber pauschal war es erst mal blöd. Ich habe ihm dann Internetseiten geschickt und er hat sogar die Güte besessen sie anzuschauen - ich bin echt erstaunt, dass er sich auf ein "Wenn du meinst, dann versuch es eben! Aber lass dir nicht die Kohle aus der Tasche ziehen!" herabgelassen hat - ich werte das schon mal als Fortschritt. Aber trotzdem: Erst mal Kampf.

    Meine Mutter hat sicherlich Angst vor der Behandlung ihrer Krankheiten - hätte ich auch. Aber durch aussitzen wird's nicht besser. Ich, und auch alle anderen die schon resigniert haben, können es eben nicht nachvollziehen wie man sich so gehen lassen kann. Wir (Papa, ich und die Freundinnen) haben sogar schon angeboten mitzugehen, zu helfen: "Nein!"

    Wie schon gesagt, es wird noch lange dauern - vielleicht verhalte ich mich auch falsch, wobei ich echt nicht mehr weiß was ich noch machen soll. Auf die Hilfsangebote wurde ja auch nur mit Abwehr reagiert und "einfach nur dasein" ist für mich inzwischen so belastend, dass ichs kaum mehr aushalte.

    Aber wie sagt mein Kollege immer so schön "Werde erst mal 50. Dann siehst du manches anders!"

  7. #37
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Werden deine Entscheidungen in Frage gestellt, oder nehmen da die eigenen Ängste deines Vaters Überhand? Also ist es wirklich Kritik, oder verqueres Denken?
    Er sagt du sollst dich nicht übers Ohr hauen lassen, das kann Kritik sein, es kann aber auch Angst davor sein, warum auch immer, vielleicht ist er sehr misstrauisch generell, vielleicht hast du oder er auch schon oft Fehler in der Richtung gemacht...... dann hat das aber nichts mit Kritik an dir zu tun. Das wäre so ein Beispiel, sich auch anders abzugrenzen.
    Wieso musst du unbedingt deiner Mutter helfen oder einfach nur dasein? Dieses Thema scheint nur bei dir so präsent zu sein. Auch davon könntest du dich abgrenzen und andere Dinge an deiner Mutter entdecken, vllt mit ihr teilen.

    Man kann den Fokus doch beliebig bei Personen ändern.

    Hat vielleicht einer von beiden einen speziellen Humor? Kann einer besonders gut über irgendwas sprechen? Was sind denn positive Seiten deiner Eltern? Vielleicht lohnt es sich für dich, dieses Weihnachten mal nur die zu fokussieren, einfach für deine Ruhe und dein Wohlbefinden.

    Den Rest kannst du nicht ändern, zumindest nicht schnell, und es steht auch nicht in deiner Verantwortung.

  8. #38
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Ich habe mich 1999 ziemlich heftig selbst abgenabelt, da ich früher mit der Situation allgemein nicht zurecht gekommen bin. Eltern getrennt Stress erst in schule und dann Ausbildung. Ich bin ins 500 km entfernte Hannover durch gebrannt und Hab niemanden darüber informiert. Da War ich ca 6 Jahre und kam mit einigen Erfahrungen im Gepäck zurück. Mittlerweile lebt mein Vater nicht mehr .. und meine Mutter sehe ich alle 2 Wochen zum einkaufen und etwas reden zum Kaffee. Finde ich eigentlich angenehm da wir uns sonst in ruhe lassen .sie wohnt mit Partnern ca 1 km weg

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  9. #39
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 77

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Wir wohnen zwar neben meine Eltern, aber ich muß auch sagen, dass sie keine Bezugspersonen waren.
    Meine ältere Schwester hat mich gehasst (von klein auf bis sie ausgezogen ist) und meine Eltern waren
    mir einfach keine Hilfe. Letztendlich waren sie auch keine Hilfe für meine Schwester, denn deren Verhalten
    war auch nicht normal. Mein Vater war alles egal und hat immer alles ins Lächerliche gezogen und man
    konnte nie ein normales Gespräch führen. Meine Mutter (definitiv ADHS) war mit allem überfordert.
    Eigentlich schade.
    Um die Enkel kümmern sie sich auch nicht wirklich, nur wenn sie müssen (wenn ich also arbeiten bin)
    weil ich könnte (und würde das auch) sonst den Verwandten erzählen und da will sich mei Mutter nichts
    nachsagen lassen.

    Somit ist der Kontakt trotz der Nähe sehr reduziert und ich verspüre wenig Lust auf Kontakt und vermiss
    auch nichts. Ich finde das aber manchmal komisch weil andere so gute Beziehungen zu ihren Eltern haben.
    Aber sie tun auch nichts damit es besser oder inniger ist.

    Dass ich auf ADS getestet bin und daher auch sämtliche Probleme kommen, sag ich ihnen auch nicht,
    ich bespreche grundsätzlich nichts Privates mit ihnen. Mein Vater interessiert noch immer nicht wie es
    jemand geht und meine Mutter fühlt sich grundsätzlich angegriffen und das endet nur in deren Heulerei
    (auch wenns net um sie geht).
    Man sitzt nur bei Geburtstagen oder Anlässen zusammen, so ist das auch mit meiner Schwester.

  10. #40
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Wieviel Kontakt habt ihr zu euren Eltern?

    Susilein schreibt:
    Ich finde dass Eltern sich selbst um sich kümmern müssen und keine Narrenfreiheithaben wenn es um ihre Kinder geht.
    Ich frage mich schon auch, warum du "so oft" hingehst, wenn du nur "Abfuhren" bekommst. Hast du ein Gefühl der Bringschuld? Bedauerst du deine Mutter? Das ist schon verständlich. Da musst du halt immer in Kauf nehmen, wieder mal untergebuttert zu werden - ist auch nicht so nett...

    Möchtest du mal genauer hinschauen, warum du ihnen nicht verzeihen kannst? Weisst du, das ist wie eine Last - die SIE nicht spüren, nur du. Magst du den Rucksack nicht mal leeren? Ich möchte dir dabei gerne helfen, ich denke, wenn wir den Gesichtspunkt ändern können, dann können wir auch solche Sachen leichter - einfach abgeben, wie einen alten Ballast.
    Vielleicht hilft es dir, wenn du dir klarmachst:
    Sie konnten es nicht anders - sie können es auch heute nicht, weder untereinander noch mit dir oder anderen, oder? Und sie haben all das getan, was in ihren Augen richtig war - egal, ob das nun Prügel gewesen ist oder man verzogen wurde, immer wieder aus (vielleicht auch eigener) Unzufriedenheit schlecht gemacht (mein Vater sagte: "Du sollst Schuster werden!") o.ä.
    Und es ist noch etwas: du kannst dir klar machen, dass sie dir "das Leben gegeben" haben - also die Möglichkeit, auf dieser Erde geboren zu werden und dein Leben zu leben - und die Erfahrungen zu machen, die du gerade deswegen machen kannst. Und Erfahrungen sind immer sehr wertvoll - auch dann, wenn sie schmerzvoll sind.
    Persönlich glaube ich, dass wir schon oft ein Leben auf der Erde gelebt haben (Reinkarnation), aber das ist vielleicht nichtmal entscheidend hier.

    Ich meine auch: es ist nicht dein Problem - letztendlich geht es nur um eines: um deinen eigenen Frieden, dein Leben. SIE machen die Erfahrungen, die sie sich selber eingebrockt haben - und du die deinigen. Früher war es auch nicht so "in", über Gefühle zu sprechen - es gab einfach die Partnerschaft, die durchgehalten wurde (auch weil meist die Frau vom Mann abhängig war), und Gefühle waren irgendwann ausgeblendet worden. Gefühle wurden wohl auch als "Schwäche" gesehen - vor allem Schuldgefühle den Kindern gegenüber. Einfacher ist es dann, den Mantel des Vergessens darüber zu legen ("Weiss von nichts mehr..."). Und wenn dein Vater dich so grob angeschnauzt hat muss er ziemlich viel verdrängen - denn sonst müsste er Schuldgefühle haben (hat er auch, aber er darf sie nicht zeigen, sonst kratzt das an seiner Persönlichkeit...)

    Kannst du dir vorstellen, wenn deine Eltern untereinander streiten, zu gehen? Es tut dir nicht gut, da zu bleiben. Ich persönlich würde sagen:
    "Also für Streit bin ich nicht hier. Ich werde jetzt gehen". Dein Vater wird vielleicht in alter Manier sagen: "Dann geh doch" - aber das nächste Mal wird er es sich überlegen...
    Es ist nur wichtig, das du bei dir bleibst und zu deinem Entschluss stehst. Ohne irgend jemandem Vorwürfe zu machen. Du bleibst einfach du.

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