Mir ist was komisches aufgefallen bei meinem verhalten in sozialen Situationen.

Wenn ich aus freien stücken etwas angehe, z.B. Termine beim Arzt, hab ich kein großes
Problem mein Anliegen mitzuteilen , nur das ich dabei immer nur an der Oberfläche kratze
und mich zu normal gebe, dabei entsteht dann beim gegenüber der Eindruck ich hätte
eigentlich kein Problem, was bei mir wiederum dafür sorgt das ich das Gefühl habe nicht ernst genommen zu werden.

Sabotier ich mich in dem Moment, also so eine Art Selbstschutz?

Bei anderen Gegebenheiten, die ich nicht aus freien stücken tue, krieg ich dann nicht mal ein anständiges Wort heraus.
Ich sitzt dann da und bin fast vor einer "emotionalen Kernschmelze" , was meistens damit endet das die andere Person denkt
da sitzt ein Kleinkind vor ihr.

In komplett erzwungen Situationen wo ich das Gefühl hab bestimmte Voraussetzungen erfüllen zu müssen
bin dann sogar komplett von der Rolle, ich mach dann alles falsch was man falsch machen kann,
rede Unsinn und zusammenhangloses zeug, bin angespannt und verunsichert ohne ende.
(außenstehende nehmen sowas als unselbstständiges verhalten/bildungsferne war. So würde ich das verhalten als "Normalo" deuten)
Bei monotonen aufgaben ist dann auch wieder dieses extreme Langeweile Gefühl wieder da und ich würde am liebsten das weite suchen.

Hier merke ich dann wirklich wie ernsthafte meine Probleme sind!

Nachdem Arzt besuch, denn ich grade hinter mir habe, kam ich mir wieder so vor als ob ich eigentlich keinerlei Probleme habe.
Meine Gedanken zur Zeit sind in etwa so: "Ich hab doch nichts, warum stell ich mich den immer so an.
Such dir eine Arbeit und halt einfach den Mund,andere haben echte Probleme."

Hab ich ein an der Waffel? Alles nur Einbildung und ich bin nur zu faul?

Reizüberflutung ist auch nochmal ein gesondertes Thema, das läuft bei mir wohl irgendwie im Hintergrund ab.

Was ich unbedingt hervorheben muss ist, die fehlenden Bezugs Personen in meinem Leben!
Eltern sind vorhanden, aber aus meiner Sicht keine Bezugs Person, der Erziehungsstil entsprach
als Kind dem von Gleichgültigkeit/Überforderung/Emotional distanziert.

Freunde oder eine Beziehung hatte ich nie, höchstens mal kurze Bekanntschaften in der Schule.

Mir kommt dabei der Gedanke das ich das evtl. über dramatisiere und selbst für das verhalten meiner Eltern verantwortlich bin.

Bin laut meiner Mutter "nicht geplant" gewesen was die Schwangerschaft anging, erstes von zwei Kindern.
Hab dazu mal was interessantes gelesen, das die Gefühle der Mutter sich in den 9 Monaten
auf das ungeborene Kind übertragen und nachhaltig die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Allerdings kommen beide aus komplizierten Familienverhältnissen was für eine Prädisposition spricht. (komischer Satzbau, hoffentlich versteht das einer)
Eine der beiden Großeltern war ein Heimkind, Zeugnisse vom Vater sprechen Bände (5. und 6.), naiv und hilfsbereit, trotzdem distanziert.
Das verhalten der Mutter entspricht teilweise dem einer leichten Boderline Störung, alle anderen sind schuld und keiner hat Ahnung,
fragen werden immer mit "oder?" beendet, (sinnlose) zwangsverhalten um Aufmerksamkeit zu bekommen, teilweise depressive Phasen
die einem vorgehalten werden, oft gereizt und jeder darf das auch gerne zu spüren bekommen, kontrollfreak/manipulativ , unordentlich ,
keine Strukturen (Rechnungen zahlen usw.). Hab noch einen Bruder der 6 Jahre jünger ist, der hat zum teil mein verhalten in der Pubertät
übernommen hat aber kein AD(H)S, ist aggressiv, jähzornig, überheblich und besserwisserisch , alles muss nach seiner pfeife tanzen.
Ich empfinde seine Anwesenheit als permanente Bedrohung und das schon seit der Kindheit, man weiß nie wie er reagiert.

Was mir dabei auffällt ist das ich mit dem Hintergrund wohl nicht "normal" sein kann!?

Ich hab nie Drogen, Alkohol genommen oder geraucht (hab es mal mit 10 probiert, mochte ich nicht),
SVV war bei mir auch nie ein Thema, außer in der H-Phase. Depressionen hatte ich auch nie, hab das
wohl mit der Ablegung (Videospiele) in der Jugend zu sehr übertrieben, gut möglich ist auch das sie
durch den Selbstschutz überdeckt werden, also eine larvierte Depression die ich aber nicht wahrnehme.
Leide unter leichten chronischen Rückenschmerzen, manchmal taubheitsgefühle im Arm und der Hand,
verspannt, Unruhe Gefühl wie in der H-Phase , Muskelzittern nach Anstrengung (Pfanne hochheben reicht schon aus),
schnell Muskelkrämpfe beim falschen Sitzen oder im Bett bei Temperatur unterschieden.

Die Symptome sind erstmals nach der Geräuschempfindlichkeit aufgetreten, generalisierte Angststörung? (noch nicht offiziell).
Ich bin zu dem unsportlich seit der Kindheit, Thrombose Gefahr?, hoher Cholesterin wert festgestellt, erhöhtes Herzinfarkt Risiko Väterlicherseits möglich?
Nein, bin kein Hypochonder, hab nur meine Hausaufgaben gemacht und versuche bestimmte Möglichkeiten nicht auszuschließen.

Hier noch ein ältere Beitrag von mir:

http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...tml#post664336


Wünsche allen viel Erfolg beim durchhalten/lesen , vielleicht findet ja der ein oder andere Ähnlichkeiten bei sich
oder hat einen Doktor in Psychologie gemacht.


Gruß Mistwalker


P.S. wenn ihr fragen habt dann fragt bitte und zögert nicht weil ihr Rücksicht nehmen möchtet.