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  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 97

    Der Seelenbrief Teil 4

    Viele Ereignisse überspringe ich jetzt, den der Sinn von dem was ich erlebt habe und worauf ich hinaus möchte wird so ausreichend klar.



    Der Seelenbrief Teil 4
    Der Aufstieg




    Als ich mit einem Freund ( Mein einziger echter bis heute ) auf Tour war, sah ich ein wunderschönes südamerikanisches Mädchen.

    Sie saß in der Ecke und war traurig. Sie stocherte mit ihrem Strohhalm im Getränk rum als wäre es ein Spaten mit dem sie im Acker herumstocherte.

    Ich holte auf Verdacht etwas zu trinken , lief an ihr vorbei und stellte ihr das Trinken hin. Ich sagte kurz das sie zu Hübsch sei zum traurig sein und das Getränk nur für

    ein kurzes Lächeln wäre.Ich ging sofort weiter. Ich beobachte sie wie sie gegen das Lächeln ankämpfte aber sie tat es. Und ich auch. Ein paar Wochen später traf ich

    sie wieder in der Disko und wir kamen ins Gespräch. Sie ist frisch mit ihrer Mutter aus Südamerika hier her gezogen zu ihrem Vater und hatte Schwierigkeiten mit

    unserer Sprache und dem daraus ergeben Problem bei Ämtergängen etc. Ihre Mutter war ebenfalls in der Disko und ich kam mit ihr ins Gespräch. Die Wochen

    darauf tat ich Privat alles um ihnen beiden bei der Wohnungssuche und den Ämtergängen zu helfen, einschließlich dem befreien und dem schützen der beiden von

    ihrem Gewalttätigen Ehemann. Ich erkannte unfassbare Zufriedenheit in mir selber durch ihre Dankbarkeit. Von jemanden ehrliche Dankbarkeit zu erhalten ist ein

    Gefühl das mehr Wert ist als alles Materielle.

    An der Tochter hatte ich nicht viel Interesse (Beziehungstechnisch). Nur typisches männliches verlangen, den sie war wunderschön. Sie verliebte sich in mich aber sie

    passte nicht in meine Vorstellung von MEINER zukünftigen Frau. Ein paar Monate später bekam durch sie einen Job als Koch. Sie war dort sehr beliebt, vor allem die

    Köche waren sehr heiß auf sie. Schon in meiner ersten Arbeitswoche bekam ich mit wie sie alle Köche eiskalt abblitzen lies. Sie aber wiederum kein Geheimniss

    daraus machte das sie nur mich will.

    Ich bekam dadurch schon einen Automatischen positiven Status in der Küche. Köche sind sexistisch und generell Notgeil. Man Arbeitet eben einfach zu viel :-).

    Leider lies ich mich dazu drängen es mit ihr zu probieren, obwohl ich wusste das sie nicht mein Typ war. Ironisch oder ?

    Die hübscheste Frau (Gesellschafts-Ansicht: jung, gut gebaut,große Oberweite, im Stile eines Models ) die sich je für mich interessiert hatte, wollte ich nicht. So brach

    der Kontakt leider ab als ich mich wie ein Feigling in Scham ihr gegenüber zurückzog. Ich hatte keine Erfahrungen in Beziehungen.

    Da sie nur einen kurzen Zeitraum in dem Betrieb gearbeitet hatte, traf ich sie auf der Arbeit zum Glück nicht mehr.

    Es tat Weh in freundschaftlicher Hinsicht und das ICH jemanden verletzt habe... Für mich ein Paradoxon.

    In meinem Job ging ich völlig auf. Trotz Organisations-Schwierigkeiten klappte es einigermaßen und ich fing an zu Zaubern.

    Ich begeisterte, der Betrieb stellte mich hochrangigen Personen stolz vor, und ich opferte viel Zeit und Elan auf der Arbeit. Ich fühlte mich endlich als JEMAND und

    nicht als ETWAS.

    Ich lernte, probierte und steckte andere mit der Leidenschaft meiner Faszination und der Liebe zum Kochen an. Auf einmal war ich jemand. Ich bekam Lehrlinge,

    Praktikanten und immer mehr Verantwortung. Noch, empfand ich mich nicht als was besseres gegenüber meinen Kollegen, aber das änderte sich von Tag zu Tag. Ich

    steigerte mich von Tag zu Tag mehr in meine Arbeit.

    Um selber besser zu werden und den Anforderungen meines Bosses gerecht zu werden, habe ich alle seine Wünsche als Mission angesehen.Das viele nicht

    umsetzbar waren erkannte ich zu spät.Genauso erkannte ich nicht das ich in meinem Tatendrang die anderen anfing runterzuziehen.

    Ich hatte so viel Erwartung an mich selber und umso besser ich wurde, umso mehr sah ich die Fehler der anderen. Ich entwickelte mich stets weiter und kritisierte

    mich, während andere einfach nur Arbeiten wollten und das so wie sie es immer machten. Ich machte sie auf ihre Fehler aufmerksam, kritisierte sie höflich und ehrlich

    aber es führte mehr und mehr zur Distanz zwischen dem Team und mir.

    Ich wollte aber Anerkennung, ich wollte alles so machen wie es sich GEHÖRT, aber das wiederum funktionierte nur im Team.

    Naja ich merkte zwar das sie es verstanden das ich in meiner Kritik recht habe, aber es würde von jedem viel zu viel abverlangen sich in seiner Arbeitsweise zu

    ändern.Gründliche - Sauberkeit, Vorbereitung, Lagerung etc. Sie waren locker, keine Kontrollen und sehr gemütlich.

    Mir waren die Menschen schon sehr ans Herz gewachsen und ich konnte sie verstehen. Der Beruf Koch ist ein ziemlich krasser und harter Job.

    Ich entschied mich dafür mich selber zu opfern um meinen Erwartungen gerecht zu werden, immer länger zu bleiben, früher zukommen und mehr zu tun. Ich fing an

    aufzugeben die anderen zu Motivieren ordentlicher zu arbeiten. Ich hoffte eine Vorbildfunktion in meiner Arbeitsweise zu werden und Dankbarkeit dafür zu erhalten

    das ich das Leben aller erleichterte.

    Ich muss Anmerken das die Köche zwar fast alle viel erfahrender waren als ich, aber ich die besseren und unwiderruflichen Argumente und Motivation hatte

    hinsichtlich der Probleme im Betrieb. Außerdem sah ich das Kochen nicht als Beruf, sondern als Hobby und Therapie.

    Das dies nicht lange gut gehen konnte mit meinem Engagement war klar. Aber wenigstens verbrachte ich so wenig Zeit wie möglich Zuhause. Weg von meinen

    Urproblemen. Ich entschied mich dazu diese Situation zu nutzen um ein Neuanfang zu starten. Ich zog in eine neue Wohnung und habe meinen kompletten Besitz

    entsorgt. Alles, alle Erinnerungen, alles an Technik (außer pc), Möbeln und mehr. Ich zog in eine komplett leere Wohnung. So hatte ich ein neues Ziel.

    Die Wohnung meiner Wünsche. Ein Neu Anfang. Hoffnung.

    Während des Umzuges schrieb mich ein Mädchen das ich auf Tour öfters traf. Obwohl ich viel zu sehr mit mir und meinem überforderten Leben beschäftigt war,

    machte sie immer mehr Druck um sich mit mir mal zu treffen. Ich hatte kein Geld mehr ,keine Motivation und eine Leere Wohnung.

    Nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein erstes Date. Obwohl ich ihr das sagte und alles tat sie von mir abzubringen,

    bestand sie darauf, insofern ich wirklich möchte, sich mit mir zu treffen. Ich schämte mich sehr und traf mich mit ihr in einer Leeren Wohnung, auf dem Fußboden und

    redeten.Tag für Tag traffen wir uns ohne das etwas zwischen uns lief und redeten einfach die ganze Nacht durch.

    Ich verstand es nicht.

    Ich hatte das Gefühl das sie mich anhimmelte. Sie war aufgeregt und nervös bei unseren treffen.
    Sie freute sich mich zu sehen.
    Das verwirrte mich.
    Selbst als ich ihr vor Augen führte das ich ein Mensch mit Problemen bin, weder Perfekt noch wirklich reif für mein Alter, kam sie immer wieder.
    Noch aufgeregter, noch nervöser... noch verliebter ??.
    Wieso ich ?, ich könnte ihr doch gar nichts bieten.
    Selbst alleine durch meinen Beruf könnte ich nur wenig zeit mit ihr verbringen.
    Sogar das eigene schlecht machen funktionierte nicht.



    Diese Frau war nicht Perfekt.

    Sie war leicht mollig, sie hatte keine Modelmaße, keine

    perfekte Kindheit, keinen perfekten Wortschatz oder Bildung.

    Sie war einfach nur ein normaler gepflegter Mensch.

    Keine falsche aufgesetzte Persönlichkeit um zu gefallen. Sie war real.

    Sie war die schönste Frau die ich jemals auf dieser Welt gesehen habe.

    Sie war die tollste Frau die ich jemals kennenlernen durfte.

    Sie war die Frau die etwas Besseres als mich verdiente.

    Aber ich konnte nicht fliehen, ich wollte es ja auch nicht aber mein innerer konflikt machte mich wahnsinnig.

    Ich möchte immer nur das beste für andere und nicht für mich.

    Und das beste für sie, war für mich, nicht ich.

    ( Von meinen Richtigen innerlichen Problemen durfte sie aber nichts Wissen, den das zu verstehen war mir bis dato selber nicht möglich )

    Noch nie habe ich so oft an eine Frau gedacht, mir auf der Arbeit in den Finger geschnitten weil ich wieder in Gedanken bei ihr war.

    Sie inspirierte mich, motivierte mich ohne etwas zu tun. Ihre Anwesenheit war genug.(Ich war nicht so offen zu ihr über mich und meine Gefühle wie ich es hier bin. Sie

    sollte mich ja nicht für ein Weichei halten. Bin ich auch nicht.)

    (Anmerkung: Daher ich oft auf Tour war, hatte ich auch des öfteren sexuelle Liebschaften. Also war weder unerfahren
    noch schüchtern)

    Nach einem Monat kam der erste Kuss.

    Dieser Kuss war wie Sex. Gefühlsexplosion pur.

    Zu einem weil meine Gefühle zu dieser Frau sehr stark waren,

    und zum anderen weil das der Anfang war einer Beziehung.

    Vor einem Kuss hat man schon für sich eine Entscheidung getroffen, und nach dem Kuss ist diese Entscheidung besiegelt.

    Aber im Kampf gegen mich selber musste ich mir die frage stellen, warum sie sich in mich verliebt hatte, wer ich eigentlich bin und wie ich ihr gerecht werden könnte.

    Zwei Monate darauf kamen wir offiziell zusammen und ich sagte das erste mal, ICH LIEBE DICH.

    Diesen Satz gebrauchte ich nicht einfach nur als Satz, sondern als versprechen.

    Nun war ich 24 Jahre alt und immer noch ein Kind.

    Ich hatte nun einen Job, eine Freundin ( Meine zukünftige Ehefrau und Mutter meines Kindes ) und ein Ziel.

    Das Ziel ein Mann zu sein der für seine Familie sorgt.

    Die größte und schwierigste Herausforderung in meinem Leben................

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Dies war der letzte Teil meiner Kindheit / Jugend über
    Leid, Unterdrückung, Hoffnung und Verlust.


    Im nächsten Teil gehts es um Persönlichkeits-Entwicklung,

    dem Paradoxon vom Erwachsenen werden, und der Frage wer ich/man wirklich ist.

    Dies wird weniger eine Geschichte, sondern mehr eine Reise in den Verstand.

    Eine selbst und Gesellschafts-Analyse die einen erkennen lässt wer wir eigentlich sind,

    und wie sehr wir nach dem Negativen suchen anstatt nach dem Positiven.

    Eine Reise die mich zu dem macht der ich bin, und nicht ein clone unserer Gesellschaft.


    Solltet ihr wirklich bis hier hin alles gelesen haben, danke ich euch vielmals. Die Vergangenheit ist Essentiell für meine jetziges ich, und um den nächsten Teil wirklich verstehen zu können, braucht man die negative Vergangenheit im Hinterkopf.


    Vielen Dank.
    euer EinFreund

    Teil 5 folgt wenn erwünscht.
    Geändert von EinFreund ( 7.12.2015 um 13:25 Uhr)

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 423

    AW: Der Seelenbrief Teil 4

    Unterhaltsam zu lesen, besonders das was zwischen den Zeilen steht.

  3. #3
    Karisa

    Gast

    AW: Der Seelenbrief Teil 4

    Teil 5 erwünscht
    bin gespannt auf das, was nur mit "Hintergrund" wirklich zu verstehen ist.

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