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  1. #71
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 477

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    Kokyo schreibt:
    Ich habe teils alles verbockt, teils einiges geschafft.

    Meine Diagnose erhielt ich erst letztes Jahr. In der Schulzeit hatte ich vor allem Probleme mit meiner Schrift und Mathe, begeistert und unschlagbar war ich in Astronomie, Wirtschaft und Informatik. Ich habe nen entsprechend durchwachsenen Realschulabschluss gemacht. Dann war ich in einer kaufmännischen Ausbildung, die ich abgebrochen habe, u.a. weil wir als Schwangerschaftsvertretung in Maschinenschreiben dann plötzlich Stenographie reingedrückt bekamen. Dort stand ich auf ner glatten 6 - ich konnte das zwar lesen und verstehen, aber mit meiner Schrift nicht schreiben. Außerdem hatte ich mich, wie zig Leute vor mir, an der Berufsschule in ne fremde Klasse bei Freunden dazugesetzt und ausgerechnet bei mir, der ich sonst nie irgendwie auffällig war, wollten wie Lehrer dann ein Exempel statuieren in Form des Rauswurfs.

    Dann jobbte ich im Callcenter, lernte dort ein paar nette Griechen kennen mit einer Geschäftsidee, die nur nen Informatiker brauchten. Wir erstellten nen Businessplan, gingen zu nem BWL-Prof, ließen uns von dem zerreißen, überarbeiteten das Dokument und er empfahl uns dem Gründer eines Nemax-notierten Unternehmens. Der nahm unseren Businessplan wieder auseinander, stellte uns aber nen Unternehmensberater zur Seite. Nach monatelangen Korrekturschleifen sagte er ne Investition von 500.000 € zu. Höchste Glücksgefühle! Zwei Monate später bekam ich morgens den Anruf, dass er zusammen mit seinem Mitgründer in U-Haft sei wegen Bilanzbetrugs, wie's damals am Neuen Markt Gang und Gäbe war. Traum geplatzt. Ich schrieb noch ein-zwei Artikel im Netz über mobile Technologien und was ich gelernt hatte, dann war's das.

    Dann zog ich durch weiblichen Liebreiz gelockt woanders hin, begann an nem Wirtschaftsgymnasium das Abi nachzuholen. Es machte mir Spaß, aber das entsprechende BaföG wurde nach sechs Monaten nicht zugesagt und mir ging die Knete aus. Ich musste das Gymnasium verlassen, mir etwas anderes einfallen lassen. Zufällig wurde da die "Ich-AG"-Förderung eingeführt und ich war einer der ersten in der Stadt, die das wahrnahmen. Ich arbeitete auf Sozialhilfeniveau als Entwickler, gerade, da es noch ein paar andere in der Region gab und kaum Aufträge. Ich hatte keine Knete, nicht oft war mein täglich 'Brot' ne Tüte Chips von Aldi aus irgendwo noch gefundenen 45 Cent in Kleinstmünzen. Es war trotzdem meine glücklichste Zeit, ich war frei von jedem Zwang, lebte irgendwie und konnte Tag und Nacht stundenlang draußen rumspazieren, trainieren und meine Musik hören.

    Dann dachte ich mir, ich sollte nun mit 25 vielleicht endlich mal ne Ausbildung auf die Reihe kriegen. Ich fand eine Umschulungsmaßnahme zum Fachinformatiker, die man auch als Mensch ohne Ausbildung besuchen konnte. Ich meldete mich arbeitslos und beantragte die Förderung durch das Arbeitsamt. Damals gab es noch einen Rechtsanspruch für Leute bis einschl. 25 ohne Ausbildung für sowas - ich glaube, dass der Anspruch dann irgendwann gestrichen wurde. Ich nahm die Ausbildung auf, höchst motiviert und begeistert und glaubte, was lernen zu können. Wie sich schnell herausstellte, zockte der Träger nur das Amt ab, indem er die Umschulungswilligen ihrer letzten Chance beraubte. Die Dozenten waren billigst bezahlte, gescheiterte Existenzen mit ganz ganz schlechtem Fachwissen. Ich habe dann jede Menge kostenlose Nachhilfe angeboten und viele nahmen das dankend an. Die meisten von Ihnen kamen dann durch die Prüfung. Ich nicht. Ich hatte das tollste Projekt, das beste Fachwissen, aber meine Projektarbeit entsprach nicht ganz den Anforderungen an Formatierung, etc. Ich verlängerte um sechs Monate und schrieb die Abschlussarbeit diesmal nicht nur in den letzten 48 Stunden, sondern vielleicht 96. Ich bestand, noch immer mit fettem Punktabzug im Formbereich und tollen Fachnoten, gerade so.

    Fast zeitgleich mit meinem Abschluss las jemand aus einer ortsansässigen, winzigen IT-Firma meine Uralt-Artikel von früher und schrieb mir überall, wo ich mich mal angemeldet hatte. Nachdem man jahrelang Webauftritte abgehalfterter Stars gepflegt hatte, kam man über das aufgebaute Vitamin B an einen grandiosen Auftrag von einem Industriekonsortium, hatte aber keinen Fachmann, der sich mit der speziellen Technik auskannte. Da kam ich ins Spiel. Ich entwickelte mit einem kleinen Team eine Plattform, die heute noch jeder indirekt benutzt, wenn er sich ein bestimmtes Produkt an Warenautomaten irgendwo in Mitteleuropa zieht. Wurde ich reich und schön? Nein, denn der beklopppte Boss der kleinen IT-Firma war der Meinung, dass man im "Big Business" keine Verträge macht, sondern echte Geschäftsmänner etwas per Handschlag beim teuersten Whisky der Stadt besiegeln. Das Industriekonsortium lachte und machte sich samt Produkt aus dem Staub.

    Währenddessen hatte mich ein Freund darauf angesprochen, dass in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in der Nähe, in der er arbeitete, eine Menge schief lief. Ich war sofort Feuer und Flamme und zog mit ihm nebenher eine Bürgerinitiative auf, um den Betreuten zu Helfen. Wir hatten eine recht Erfolgreiche Pressekampagne und es wurde ein Notvorstand eingesetzt, dem ich wiederum bei der Beweissicherung half. In der Einrichtung waren einige wenige gute Erzieher beschäftigt. Als die Beweise der Aufsichtsbehörde vorgelegt wurden, wurde der Träger der Einrichtung ersetzt. Wir hatten aber schon den Plan gestrickt, dass eben diese guten, engagierten Leute fortan ihre berufliche Zukunft selbst gestalten können sollten. Wir gründeten eine eigene Einrichtung, wo ich einige Jahre als Vorstandsvorsitzender erst ehrenamtlich, dann hauptberuflich für die Finanzen zuständig war.

    Meine ADHS-typischen Angelegenheiten wie z.B. Ordnung am Schreibtisch waren den anderen aber ein Dorn im Auge, was ich merkte und mich bedrückte. Ich beschloss also, den Job aufzugeben und weiter in der Informatik zu machen. Die Einrichtung bleibt, arbeitet toll, wächst und gedeiht.

    Ich zog um, heiratete und begann die Arbeit in ner kleinen IT-Firma. Der Chef nervte mich zusehends, ich habe offenbar ein Problem, mich unterzuordnen. Ich verließ die Firma und machte mich wieder selbständig. Einen guten Namen machte ich mir im E-Commerce Bereich. Endlich lief mal was. Ich wurde immer wieder weiterempfohlen, bis ich im letzten Frühjahr begann, für zwei Wertpapierhandelsbanken ein automatisches Handelssystem zu bauen. Das hat mich erfüllt, ich fühlte auch, dass mich die Jobs vorher schlicht überforderten. Aber wie sich inzwischen herausstellte, wird das Projekt wohl nicht profitabel laufen, obwohl alles super funktioniert. Die Marktumstände haben sich einfach verändert.

    Nun habe ich eine UG mit einem Freund gegründet, da wir aus unserer Erfahrung ein paar Dienstleistungen und Produkte gestrickt haben - für Unternehmen und gemeinnützige Einrichtungen. So sehe ich jetzt dem Scheitern des aktuellen Projekts entgegen und freue mich schon fast darauf zu sehen, was die nächste Herausforderung wohl sein wird. Die Quintessenz aus meinem Leben bis hier ist für mich, dass der Fall keine Niederlage ist, wenn man sich wieder aufrappelt. Ich habe kein schlechtes Leben bis hierher gehabt, es war immer verdammt spannend und gerade dann, wenn ich nicht über meinen Schatten springen konnte, hat es mir in irgendeiner Weise etwas gebracht. Das werde ich auch irgendwie an meine Kinder weitergeben, denke ich. Und wenn aus ihnen bis 30 niemand geworden ist, der nen geradlinigen Lebenslauf auf die Reihe bekommen hat - egal! Es ist nie zu spät, das Leben ist voller neuer Anfänge. Ich sehe das ganz positiv

    Mein erster Impuls auf Deinen Beitrag war...gott is der lang! den schaffste nicht! (sorry!) nun habe ich ihn doch geschafft und bin froh darüber!

    WOW. Einfach nur WOW. Du bist der beste Beweis für mich, was man TROTZ ADHS alles schaffen kann. Vielen Dank, dass Du uns an Deiner Geschichte teilhaben lassen hast!

  2. #72
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 97

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    Lieb von Dir, Danke. Ich hatte auch schon Bedenken, aber wenn ich einmal in Fahrt bin, dann klappere ich erstmal ne Menge und am Ende traue ich mich kaum noch, da was wegzuschneiden

  3. #73
    Chef - Knuddler

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.322

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    Echt! Danke für's Teilen Kokyo! Macht mir Mut

  4. #74
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    Gar nichts.

  5. #75
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 55

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    Blaustern schreibt:
    Gar nichts.
    Das kann doch kaum stimmen, oder? Ich las anderswo, du hättest eine Tochter? Du bist in einer Beziehung. Hast Hobbies, die dich sehr fesseln und über die du viel weißt. Du beschäftigst dich sehr damit, klarzukommen und voranzukommen und hast dabei auch schon viele Fortschritte gemacht. Es ist ein ewiger Prozess, mit vielen Rückschlägen. Aber es würde mich doch sehr wundern, wenn du wirklich nichts erreicht hättest. Ist halt eine Sache der Perspektive. Im Vergleich zu vielen anderen Menschen, habe ich auch wenig erreicht. Aber das stimmt eben nicht. Ich habe viele Erfahrungen gemacht, auch viele Dinge und ich weiß, dass ein paar Menschen diese Dinge sogar viel bedeuten. Insofern verbuche ich sie mittlerweile unter Erfolg. Ich kann mir zum Beispiel nicht ansatzweise vorstellen, wirklich Verantwortung für ein Kind zu übernehmen. Du tust das, wenn ich mich nicht vertan habe. Das ist doch KRASS! Du versuchst einiges, um zu wachsen. Kümmerst dich um die für dich beste Behandlung oder Beratung usw.

  6. #76
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 213

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    Was ich erreicht habe:

    - Schulabschluss
    - Bachelorabschluss
    - Masterabschluss (in Australien)
    - zweimal im Ausland (Australien gelebt)
    - ein kleines Unternehmen gegründet
    - einen süßen, verlässlichen und lieben Partner gefunden
    - herausgefunden, dass ich keine Kinder haben will
    - mich selbst besser kennengelernt
    - diverse Träume (z.B. Reise nach Asien) mir selbst erfüllt
    - Umstellung auf vegane Ernährung

    Was ich noch nicht erreicht habe:

    - den Führerschein
    - finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern (bitte verurteilt mich nicht dafür, ich verurteile mich selbst am Härtesten dafür)
    - meine Berufung gefunden (bin aber sehr viel näher dran als noch vor ein paar Jahren )
    - sämtliche Unsicherheiten und alte Schmerzen aus der Kindheit verarbeitet, so dass sie jetzt Gefühle in bestimmten Situationen nicht mehr beeinflussen.
    - mich selbst nicht für dumm zu halten...

    Ihr seht, ich habe nicht nur "große" sondern auch kleinere Erfolge genannt, denn das kann (wie z.B. auch ein Kind erziehen) ein absoluter Kraftakt für jemanden sein. Nur weil in unserer Gesellschaft nur gewisse Dinge wie Job, Geld etc. gewertet werden, heißt es nicht, dass wir auf andere Dinge nicht stolz sein dürfen.

    Alles Liebe, eure chaprincess

  7. #77
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    eigenartig schreibt:
    Das kann doch kaum stimmen, oder? Ich las anderswo, du hättest eine Tochter? Du bist in einer Beziehung. Hast Hobbies, die dich sehr fesseln und über die du viel weißt. Du beschäftigst dich sehr damit, klarzukommen und voranzukommen und hast dabei auch schon viele Fortschritte gemacht. Es ist ein ewiger Prozess, mit vielen Rückschlägen. Aber es würde mich doch sehr wundern, wenn du wirklich nichts erreicht hättest. Ist halt eine Sache der Perspektive. Im Vergleich zu vielen anderen Menschen, habe ich auch wenig erreicht. Aber das stimmt eben nicht. Ich habe viele Erfahrungen gemacht, auch viele Dinge und ich weiß, dass ein paar Menschen diese Dinge sogar viel bedeuten. Insofern verbuche ich sie mittlerweile unter Erfolg. Ich kann mir zum Beispiel nicht ansatzweise vorstellen, wirklich Verantwortung für ein Kind zu übernehmen. Du tust das, wenn ich mich nicht vertan habe. Das ist doch KRASS! Du versuchst einiges, um zu wachsen. Kümmerst dich um die für dich beste Behandlung oder Beratung usw.

    Vielen Dank für deine freundlichen Worte

    Meine Hobbys fesseln mich leider immer nur für eine begrenzte Zeit. Na klar, komme ich in dieser Zeit vorran, aber danach bricht alles in sich zusammen. Es ist nicht mehr von Bedeutung für mich. Einfach so.
    Ja, ich arbeite seit Jahren an mir und ich habe mich entwickelt. Und doch lande ich immer wieder in meinem jugendlichen Mobbingopferich. Ich bin kein Mobbingopfer mehr, aber ich fühle mich genauso schwach.
    Ich habe eine Ausbildung absolviert und viele behaupten, dass ich damit etwas erreicht habe. Diese Ausbildung bedeutete mir aber nie etwas. Ich habe sie gemacht, weil ich meinen Traumberuf nicht bekommen habe und mich innerhalb eines Monats umentscheiden musste. Ich hatte eine misserable, überbetriebliche Ausbildung. Im dritten Lehrjahr wurde mir in meinem letzten Praktikum gesagt, ich sei noch auf dem Stand des ersten Lehrjahres. Ich habe die Ausbildung beim ersten Anlauf nicht geschafft und nach einem weiteren halben Jahr nur deshalb, weil ich nur noch an der Problemzone gearbeitet hatte.
    Nach der Ausbildung fühlte ich mich nicht in der Lage, diese in einem Beruf umzusetzen. Heute weiß ich gar nichts mehr. Wirklich nichts. Inzwischen interessiere ich mich wieder für Dinge, die ich in der Ausbidung gelernt habe und ich muss alles komplett neu lernen. Es ist nicht mal ein schwacher Erinnerungseffekt da.
    Ja, ich habe eine Tochter, aber hätte ich damals bewusst wahrgenommen, wie schwer es mir fällt mit Verantwortung umzugehen, ich weiß nicht, ob ich mich anders entschieden hätte. Ich bin keine gute Mutter. Ich bin eher wie eine Freundin. Meine Tochter ist seit Jahren (seit ich während eines Jobs einen Nervenzusammenbruch hatte), immer für 2 bis mehr Tage bei meiner Mutter. Derzeit sind es schon seit einigen Monaten stetig 3 Tage. Das ist wohl die einzige Stetigkeit, die ich ihr bieten kann. Meine Mutter ist eher wie eine Mutter für sie. Ich gebe mir Mühe, aber ich tue mich schwer darin. Ich bin eben eher eine Freundin mit viel zu wenig Geduld.

    Also was habe ich erreicht? Viele Dinge, die ohne andere Menschen nicht laufen würden. Ich weiß nicht, ob ich noch die rechtliche Verantwortung für meine Tochter hätte, hätte ich nicht meine Mutter, die mich so sehr unterstützt. Ich habe keine Ausbildung, bin arbeitslos und habe Angst vorm Arbeiten im Beruf und an meinen ADHS-Problemen, bzw. den Komorbiditäten, arbeite ich seit über einem Jahr und stehe immer noch am Anfang. Ich habe oft gedacht, ich sei vorwärts gekommen, aber das bin ich nicht. Ich habe mir einfach nur viel eingeredet in optimistischen Zeiten.
    Meine Tagträume haben sich vom Welteroberer zum Geist entwickelt. Im Moment wünsche ich mir, ein Geist zu sein und unbemerkt über die Welt wandeln zu können. Dabei habe ich sogar meinen Glauben an die Möglichkeit des Übernatürlichen verloren.
    Alles was mir vor einem Jahr noch wichtig war, ist nichts mehr wert.
    Mit Ausnahme meiner Tochter. Ohne sie hätte ich keinen Grund mehr, mich auf zwei Beinen zu halten. Ohne sie würde ich aufgeben (und diesen Zustand hatte ich auch schon oft).

    Ich habe mich sicherlich entwickelt, aber nicht in der Form, dass ich etwas erreicht habe. Ich entwickel mich scheinbar nur im Kreis.

    Ich muss in meiner Maßnahme immer wieder Dinge nennen, die mich stolz oder glücklich machen. Ich finde immer etwas, was ich sagen kann. Aber wirklich zufrieden macht es mich nicht, das zu benennen. Eigentlich sollen mir diese kleinen Dinge Kraft geben, aber eigentlich kostet es mehr Kraft, sie zu suchen. Kaum habe ich sie ausgesprochen und ein anderer ist mit reden dran, fühle ich mich genauso leer wie zuvor.

    Entschuldigt meinen Pessimismus. Ich glaube, der ist mir angeboren. Optimismus besteht oft nur daraus, mir Dinge schön zu reden. Das kann ich derzeit nicht.

  8. #78
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.385

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    Kokyo schreibt:
    Lieb von Dir, Danke. Ich hatte auch schon Bedenken, aber wenn ich einmal in Fahrt bin, dann klappere ich erstmal ne Menge und am Ende traue ich mich kaum noch, da was wegzuschneiden
    ich fand das auch toll zu lesen !

  9. #79
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.796

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    Blaustern schreibt:
    Entschuldigt meinen Pessimismus.
    Kein Grund für eine Entschuldigung.
    Wenn wir hier nicht offen miteinander umgehen können, wo dann?

  10. #80
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.385

    AW: was habt ihr trotz ADHS erreicht.

    Blaustern, zunächst einmal: du hast eine Menge erreicht. es stand keine Bedinungen daran, dass du am Erreichten heute noch Freude haben musst, du davon noch heute profitierst oder es ohne fremde Hilfe gehen musste. stell dir nicht zuviele Hürden allein schon bei der Beantwortung dieser Frage !

    manches Mal ist übrigens einfach überleben und durchs Leben kommen eine echte Leistung !



    nein, Optimismus ist mehr als sich Dinge nur schön zu reden. Optimismus hat sehr viel mit Vertrauen zu tun.


    und ansonsten: nein, du musst dich hier vor niemanden entschuldigen, so lange du niemanden angreifst oder respektlos behandelst. (finde ich)


    ich hab eher den Eindruck, du siehst kein Licht am Ende des Tunnels und es mangelt dir an Perspektiven. wer jeden Tag einfach "überlebt" und versucht durch den Tag zu kommen, ist mit der Gegenwart schon genug gefordert und es fällt dann schwer, in die Vergangenheit oder gar in die Zukunft zu schauen. ich hoffe sehr, dass wieder bessere Zeiten auf dich zukommen

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