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Diskutiere im Thema ADHS und soziale Kompetenz im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    cocolores

    Gast

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    Yaila schreibt:
    Aber mal ehrlich: Ist das so schlimm? Muss das Geplapper denn immer sein? Oder haben "wir" da nicht vielleicht auch einen guten Riecher für die "wirklich interessanten" Dinge?

    ADS kann so ehrlich sein.... Was ist so erstrebenswert daran, unbedingt als vermeintlich "höflicher" Mensch rüberzukommen?

    LG
    Yaila
    Definiere "Belang". Was für mich ein wirklich interessantes Ding ist, kann für dich langweilig sein. Das Beispiel mit dem Hund. Ein Mensch mit einem Hund schätzt das Gespräch darüber, dass man mit dem Hund rausgeht bei Wind und Wetter und welches Stöckchen. Dass der Hund ihn an der Haustür empfängt. Das macht er doch immer, oder?
    Hundehalter finden in ihrem Zusammensein mit dem Hund etwas, was ich nicht sehen kann und nicht empfinden kann. Und ich respektiere das. Punkt. Ich kann es aber nicht als aufmerksamkeitsfesselnd empfinden. Das finde ich schade. DAS ist ehrlich. Für Menschen, die über die Relativitätstheorie palavern, aber jemanden, dem das nichts gibt, nicht mal mit dem Arsch angucken würden, interressiere ich mich AUCH NICHT. Denn die sind - vermeintlich (sozial) "kompetent".

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    Yaila schreibt:
    ADS kann so ehrlich sein.... Was ist so erstrebenswert daran, unbedingt als vermeintlich "höflicher" Mensch rüberzukommen?
    Als jemand der oft genug "eins auf die Mütze kriegt" für diese unverblümte Art, kann ich dir sagen was der Vorteil ist......
    Man lebt wesentlich ruhiger und hat mehr und beständigere Sozialkontakte. Denn mit dieser Art verprellt man sich auch Menschen, die einen mal mochten, man verprellt Menschen die einen mögen könnten, und man ist ständig wirklich unbeabsichtigt in Auseinandersetzungen verwickelt.

    Kritik ist nämlich nicht immer gewünscht, es gibt Menschen die beziehen Dinge auf sich, obwohl sie gar nicht gemeint sind, durch diese Art kommt vieles als Kritik an, was eigentlich nur als wertlose andere Sichtweise gedacht war, Wahrheiten sind manchmal auch NUR dosiert gut verträglich etc etc....


    Na also ich würde liebend gerne diplomatischer sein und meinen Mund auch wirklich mal halten können........

    Die Dosis macht hier das Gift, wer sich an seiner "Unhöflichkeit" noch erfreuen kann, der ist Soziopath oder eben nicht "unhöflich" genug, der scheint also ausreichend Sozialkompetenzen zu haben.

  3. #13
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    Höflichkeit ist eine durchaus gute Eigenschaft und auch Smalltalk kann eine "gute Tat" sein

    ich versuche auch dann zu reden, wenn mich ein Thema nicht interessiert, meinem Gegenüber aber unter den Nägeln brennt.

    ich glaub, es kommt nicht immer auf die Inhalte an, sondern mehr auf die Personen.

    ich kann mit bester Freundin nicht nur Smalltalk, sondern völlig sinnfrei reden und wir haben Spaß.

    Mit Leuten im Dorf rede ich mitunter SMalltalk, oft übers Wetter. Sowas hat eine Subbotschaft. zB wir sind eine Gemeinschaft und wenn ich dann beim BÄcker übers Wetter rede, dann bin ich Teil einer Gemeinschaft und wende jemanden Aufmerksamkeit zu, mit dem ich vielleicht kein echtes Gesprächsthema habe oder aber deshalb, weil ihn oder sie das Thema brennend interessiert oder einfach, um ein paar WOrte miteinander geredet zu haben. Oder weil jeder andere sie auf ihre Chemo anspricht .

    Gespräch, das ist mehr als der Austausch von Informationen. Mitunter ist sogar der Inhalt völlig nebensächlich.

  4. #14
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 101

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    Smalltalk ist kein Problem, in Läden, Behörden, Gaststätten. Kurze Bemerkungen oke, aber wehe der andere antwortet.
    Dann weiss ich nicht, wo ich hinsehen soll, dann fällt es mir manchmal schwer zu folgen. Dann übermannt mich der schlaf, ich muss gähnen und bin die ganze Zeit damit beschäftigt, mein gähnen zu unterdrücken. Und dann weiss ich nicht, wie ich das Gespräch zum Ende bringen soll.

    Ansonsten Kontakte, die drohen dauerhafter zu werden sind für mich vollkommen mit Angst und Unsicherheiten belegt und blockiert, vier akutem, wenn dann noch Sympathien im Spiel sind . . .
    Geändert von cleric.kahl ( 2.12.2015 um 03:00 Uhr)

  5. #15
    Zissy Stardust

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.578

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    Soziale Kompetenz?


    Während meines Klinikaufenthaltes habe ich an "Systemischen Aufstellungen" teilgenommen

    Von sowas hatte ich natürlich schon vorher gehört, mich aber nie ernsthaft damit beschäftigt,

    weil mir das, WAS ich gehört hatte, eigentlich schon gereicht hatte, um zu sagen "Nichts für mich".

    Es wäre mir also niemals von selber in den Sinn gekommen, mich für diesen in der Klinik angebotenen Kurs anzumelden,

    zumal man ohnehin nur die Möglichkeit hatte, an zwei bis maximal drei Kursen teilzunehmen - wozu also meine Zeit mit "sowas" verschwenden?

    Trotzdem hörte ich mit großem Interesse zu, wenn sich Teilnehmer der Aufstellungen über ihre konkreten Erfahrungen ausließen.

    Das Echo auf ALLE angebotenen Kurse fiel ja sowieso immer schon sehr unterschiedlich aus;

    aber diese seltsamen "Aufstellungen" betreffend, klafften die Meinungen besonders weit auseinander.

    "Totaler Schwachsinn" und "Das Einzige, was mir hier wirklich was gebracht hat" bringt es in den Extremen wohl am besten auf den Punkt.

    Und dazwischen gab es meistens - nichts.

    DAS war schon mal so ganz anders als bei den Gesprächen über andere Kurse - interessant.

    Ebenfalls Interessanterweise waren unter den - bei den Nachbetrachtungen stets in der Unterzahl argumentierenden- BEFÜRWORTERN der Methode

    praktisch ausnahmslos ALLE Patienten, die während meiner 16 Wochen Aufenthalt auf die ein oder andere Art und Weise mein TIEFERES Interesse geweckt hatten.

    Hmm....

    Um es (ENDLICH !
    ) kurz zu machen:

    Als die Entscheidung anstand, welchen Kurs ich denn nun in meinen letzten sechs Wochen belegen wolle, gab es natürlich nur noch eines für mich...


    In einem großen Raum versammeln sich zur angesetzten Stunde nach und nach die Teilnehmer, so ca. 20 an der Zahl.

    Wirklich gut kenne ich vielleicht drei oder vier von ihnen, schon mal kurz gesprochen habe ich wohl mit weiteren vier oder fünfen,

    den Rest kenne ich lediglich vom Sehen.

    Jeder dieser Menschen löst Gefühle in mir aus, auch wenn ich ihn NICHT anschaue - Sympathie, Unbehagen, Verärgerung, Neugierde......

    Um Punkt 15:00 Uhr betritt der Maestro den Raum -

    entspannte PRÄSENZ und BEWUSSTHEIT bis in die Fingerspitzen, ohne den Hauch eines Anscheins davon, sich selber sonderlich wichtig zu nehmen.

    Er begrüßt uns kurz ganz allgemein und beginnt danach anhand einer Namensliste die Anwesenheit abzufragen:

    Herr Ad...?

    Frau All.......?

    Frau Bund.....?

    Nach jedem Ablesen eines Namens von seinem Zettel blickt er -scheinbar suchend Ausschau haltend nach der angesprochenen Person- in die Runde,

    hakt entweder, nach Aufnahme eines kurzen Blickkontaktes, die jeweils Anwesenden auf seiner Liste ab oder fragt, bei Nichtanwesenheit,

    ob vielleicht irgendjemand von uns etwas über den Verbleib der "Vermissten" und den Grund ihres Fehlens wisse und macht sich dann eine Notiz.


    Der Mann macht auf mich den Eindruck, als hätte er ALLES und JEDEN zu hundert Prozent auf seinem Radar.


    Umso auffälliger ist es, dass er gleich mehrere der Anwesenden, nachdem sie mit einem "Ja" oder "Hier" auf ihre Namensnennung geantwortet haben,

    fragt, ob sie heute zum ersten Mal mit dabei seien und es sich dann noch herausstellt,

    dass z.B einer der so Nachbefragten heute bereits zum VIERTEN Mal erschienen ist....

    Und so geht das dann jedesmal während der Vorstellungs-/Anwesenheitsrunde: Anwesend? Bejahung. Anwesend? Bejahung. Anwesend? Bejahung.

    Und zwischendurch immer wieder (aber niemandem gegenüber öfter als ein einziges Mal) : "Waren Sie schon mal hier........?"

    Nur das - kein Stirnrunzeln, keine Geste der Verwunderung, keine Mißbilligung, keine unausgesprochenen Aufforderung...

    Worauf das Ganze hinauszielt ist klar....und trotzdem macht es -GERADE in seiner EINFACHHEIT- einen bleibenden Eindruck auf mich,

    als sich, bei meiner vierten oder fünften Doppelstunde, einer der bislang immer passiv dem Geschehen beiwohnenden Teilnehmer auf Bitten eines anderen hin

    -um die Übernahme einer eher unbedeutenderen "Stellvertreterrolle"- spontan dazu bereit erklärt, an dessen Aufstellung teilzuhaben

    und mein verehrter Kursleiter nach Beendigung dieser Aufstellung dem Debütanten ein freundliches

    "Haben Sie das wahrgenommen? Sie haben einen nützlichen Beitrag zu dieser Gruppe geleistet. Damit sind sie zu einem Teil der Gruppe geworden."

    mit auf den Weg gibt.


    Ich glaube, dass es DARUM geht bei der "sozialen Kompetenz" - einen "nützlichen" Beitrag zu leisten.

    In welcher FORM dies geschieht ist meiner Meinung nach VOLLKOMMEN GLEICHGÜLTIG.



    OFF TOPIC?


    Ich bitte um Verzeihung - hatte halt Lust zum Schreiben.....

  6. #16
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 226

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    OFF TOPIC?
    Nö, nur bisschen gründlich erklärt

    Eben.
    Smalltalk ist soziales Schmiermittel.
    Smalltalk ist ungefährlich.
    Über das Wetter oder den Hundespaziergang wird man nicht großartig unterschiedlicher Meinung sein können.
    Wer das nicht kann (wie auch ich zum Beispiel - und auch ich bedauere das), bewegt sich nicht in der sozialen Komfortzone, sondern verlässt diese dauernd.
    Vielleicht ist auch das mit ein Grund, warum wir von der Umwelt immer wieder als anstrengend wahrgenommen werden?
    Und warum auch wir andere Menschen immer wieder als anstrengend wahrnehmen?

    Floskeln empfinde ich nicht in dem harmlosen Sinn positiv wie Smalltalk, aber auch sie gehören zu diesem Gemenge.
    Auch das kann ich nicht und ich weiß, dass es vielen anderen Menschen mit ADHS auch so geht.
    Manchmal wäre es allerdings hilfreich (stressfreier, besonders wenn ich gar nicht sooo sehr interessiert bin), wenn ich mich auf Floskeln beschränken könnte statt immer irgendwie authentisch, wahrhaftig antworten und kommentieren zu müssen, weil ich nicht anders kann ... und wieder einmal mitten in einem tiefsinnigen Gespräch zu landen, das ich zu dem Zeitpunkt eigentlich gar nicht will.

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 275

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    Zum Hauptthema denke ich schon, dass es wichtig ist für uns dort ggf. bewusst Kompetenz
    zu üben wo es bei anderen irgendwie von alleine fließt. Mit Kompetenz meine ich dabei vor
    allem diesen Versuch einzuspüren, was es ist, was da von alleine fließt, denn sonst wird es
    immer als nicht intuitiv oder nicht spürbar empfunden. Damit kämpfe ich als "Schwerhöriger"
    immer, weil mein Hirn halt einfach in den alten langsameren Kontextergänzungsstrukturen
    arbeitet meine Gedanken zu Assoziationen und Nebenschauplätzen hopfen. Dieses läßt,
    obwohl es mitunter nur Microsekunden dauert, schon für andere den Faden abreißen.

    Doch es gibt da noch ein anderen Satz der mich ansprach. Da gibt es auch etwas das
    bei uns völlig unterbewußt und unkontrollierbar abläuft, wo wir uns nicht verstellen können.

    Moselpirat schreibt:
    ich glaub, es kommt nicht immer auf die Inhalte an, sondern mehr auf die Personen.
    So hatte ich einmal eine Geschäftstermin mit einem Makler, einem Projektentwickler und
    meinem Chef, für ein neuen Standort. Der Projektentwickler war bekannt mit Bestechung
    regelmäßig seinen Erfolg zu erreichen, das aber immer mit Wettbewerbern meiner
    damaligen Firma. Unsere Firma wie auch ich standen solchen Praktiken immer sehr
    distanziert gegenüber. Das Gespräch war aus unserer Sicht im Rahmen eines sich Kennen
    lernens und sich Annäherns gut gelaufen, eine sympathisch heiße "Liebe" oder ein Funke
    nicht daraus entsprungen. Mir und meinem Chef war nix negativ aufgefallen. Mein Chef
    bekam am nächsten Tag das Feedback, das ich mich unmöglich verhalten hätte. Der
    Projektentwickler sei sich vorgekommen von mir wie ein Verbrecher (sic!) behandelt
    worden zu sein.

    Das sind wohl mitunter sehr subtile Merkmale von Wertschätzung oder Abneigung
    am Werk, die auf entsprechend sensibilisierte Antennen treffen.

    Als ich einige Zeit später in einen anderen Job wechselte sagte mein Chef mir zum
    Abschied, daß er sehr gerne mit mir zusammen gearbeitet hat, da ich aus meinem
    Herzen nie eine Mördergrube gemacht hätte. So hat eben Vieles seine Licht- und
    Schattenseiten.

  8. #18
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    mit Smalltalk komme ich noch klar, aber womit ich so gar nicht klarkomme, sind Worthülsen, diese fachwortgesppickten, ungeheuerlich wichtig klingenden Satz-Bausteine, die toll klingen, aber eigentlich nichts sagen, weil die Definition der Worte so schwammig ist, dass ich damit nichts anfangen kann


    besonders aufgefallen ist mir das bei einer Lesung des Wortdrechslers Roger Willemsen. Er kann zwar wundervoll formulieren, aber es bleibt immer irgendwo inhaltsleer. Er schildert zwar wortgewandt und hat auch eine starke persönliche Ausstrahlung, aber wenn er wundervoll formulierte Reiseberichte interessanter Orte schildert, dann entstehen bei mir keine BIlder. Dabei wird er von vielen für seine Ausdrucksfähigkeit bewundert -von mir nicht. vielleicht, weil ich für das Drumherum etwas unempfänglicher bin als andere, sodass ich merke, dass diese Wort- und satzkosntrunktionen an Leben und Inhalt mangelt.
    nur eine Vermutung
    Manchmal kann Konzentration auf Inhalte statt auf Subbotschaften und nonverbale Kommunikation auch ganz entlarvend sein. Vielleicht hat man bei Adhs einen anderen BLick drauf ? ich weiss es nicht.

    das Wortdrechseln allein ist es nämlich nicht, ein Malmsheimer kann das auch, wenn auch auf weniger selbstverliebte (dafür aber wortverliebte) Art und Weise und seine Sätze haben eine ganz andere Wirkung

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 275

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    Moselpirat schreibt:
    ...... Er kann zwar wundervoll formulieren, aber es bleibt immer irgendwo inhaltsleer. Er schildert zwar wortgewandt und hat auch eine starke persönliche Ausstrahlung, aber wenn er wundervoll formulierte Reiseberichte interessanter Orte schildert, dann entstehen bei mir keine BIlder. ............... sodass ich merke, dass diese Wort- und satzkosntrunktionen an Leben und Inhalt mangelt...........nur eine Vermutung............... Vielleicht hat man bei Adhs einen anderen BLick drauf ? ich weiss es nicht................
    Ei, da hast Du wieder was angesprochen, was mich berührt und das hängt in ganz diametraler Weise mit ADHS zusammen.

    Ich selbst bin etwas am Ergründen, wie ich mich und das was in mir vorgeht besser und authentischer vermitteln kann. Wenn mich jemand fragt muß ich immer erst nachdenken und dann antwortet für den anderen der Kopf und nicht der Mensch (gefühlt kälter)
    und es kommt dann so ein Satz wie ich spür Dich nicht.

    So berichtete ich meine Exfreundin von meinen für mich bewegenden Erlebnissen aus einem Praktikum an einer psychosomatischen Klinik und sie kommentierte das später damit, daß ich mich anhöre wie ein Klinikprospekt und sie nicht spüre was genau mich berührt hat. So istnun meine ADHS Kompetenz ausgeprägt. Ihre hingegen ist diametral anders, denn sie gehört auch zum Stall aber mit anderer Ausprägung.
    Meine Botschaften oder die Form des Einkleidens ließ wohl auch nicht die Gefühle oder Bilder entstehen die sie gebraucht hätte um mit im Boot zu sein.

    Und so versuche ich gerade durch autobiografisches oder Bücher aus der Ichperspektive wie z.B. auch die wunderbar absurde Känguruh
    chronik etwas von dieser anderen Welt auf zu nehmen.
    Geändert von Wapi ( 3.12.2015 um 02:01 Uhr)

  10. #20
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: ADHS und soziale Kompetenz

    interessant.

    ich hab ja nicht nur selbst Adhs, ich hab auch mit Adhs-Kindern gearbeitet und ich erinnere mich noch genau daran, dass ich mit einem dieser Jungen mal über "Gefühle" sprach. ich war doch ziemlich entsetzt, wie wenig GEfühlsbegriffe er kannte bzw wie wenige er úmgekehrt benennen konnte.

    ich glaub, das ist auch ein Problem, welches männliche Adhsler besonders betrifft.

    mir fiel auch schon umgekehrt auf, dass es auch sehr unterschiedliche "Sprachen" innerhalb des Deutschen gibt. es gibt zB doch eine sehr sachliche, naturwissenschaftliche Sprache, die möglichst objektiv sein will oder soll und nicht werten, sondern nur beobachten. eine andere nenne ich mal "literarischer". Mir fiel das zB auf, wenn ich mit einem Kind Nachilfe machte: dort,. wo das Sachliche passen würde, schrieb sie einen sehr bildreichen, fantasievollen Text a la "wie ich meine Ferien verbrachte". auch dort, wo es unangemessen ist. ihre Schreibweise war reich an Adjektiven.

    ich arbeite im sozialen Bereich, wollte aber lange Zeit in die Naturwissenschaften und war auf einer Naturwissenschaftlichen Schule, entpsrechende Hauptfächer usw. Mathefreak. mir fällt die mitunter notwendige "Berichtssprache" recht leicht, dieses Berichten, ohne zu Werten, ich merke, dass sich andere Kollegen und vor allem Kolleginnen ausdem sozialen Bereich da deutlich schwerer tun.

    jetzt lese ich, dass du schilderst wie in einem Prospekt, diese Frau (!) aber ein Praktikum in einem sozialen Bereich gemacht hatte. ich weiss nicht deinen Beruf, aber ich vermute, da prallten so ein bisschen recht unterschiedliche Welten aufeinander. ;-)

    Männer tun sich da ja auch wirklich mitunter viel schwerer als wir Frauen.

    Aber: verwechsele die Sprachart, die du wählst nicht mit deiner Wahrnehmung und die "emozionsarme" Art und Weise, wie du etwas schilderst nicht damit, dass du selbst "emotionsarm" wärest. Vielleicht bist du weniger gewohnt, dich einer "emotionalisierten" oder "literarischen" Sprache zu bedienen. Vielleicht auch nicht gewohnt, über Gefühle selbst zu reden.

    also : bekomme erst einmal raus, was genau bei dir "anders" ist. ist es mehr deine Sprache oder mehr die art, die wElt zu sehen. Schilderst du etwas so wie du es schilderst, weil dir Emotionen oder irgendwas in der Richtung fehlt oder weil du eine sehr nüchterne und sachliche Ausdrucksweise bevorzugst.

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