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Diskutiere im Thema ADS als Mutter....puh im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 71

    ADS als Mutter....puh

    Habe beim Schreiben festgestellt, dass es eher ein auskotz-Posting als eine Diskussion ist. Ihr dürft euch trotzdem gern beteiligen

    Hallo zusammen,

    ich habe mich vor fast 2 Jahren hier vorgestellt, damals hatte ich mir selbst ADS "diagnostiziert", auf der Suche nach einer Mutter-Kind-Kur für meinen Seelenfrieden bin ich darauf gestoßen und habe ich sofort komplett wieder erkannt.
    Voll motiviert über die Erkenntnis, dass ich nicht einfach "so bin", sondern dass man da ggf. wirklich was gegen machen kann, hab ich mir die passende Klinik rausgesucht, herumtelefoniert und versucht, einen Arzt für die Diagnose zu finden. Ihr kennt das - Aufnahmestop, Termin in zig Monaten...naja und dann wurde ich ungeplant wieder schwanger. Damit hatte sich eine mögliche MPH-Therapie ja eh erledigt, außerdem schien der Hormonwechsel mir gut zu tun.

    Nun ist der Zwerg schon bald ein Jahr, und die große Schwester ist schon Schulkind. Der Hormonhaushalt hat sich normalisiert und die Belastungen, die das Leben als Hausfrau und Mutter und nebenbei selbständig sein mit sich bringt, erdrücken mich. Ich reiße mich den ganzen Tag zusammen, aber abends kann ich einfach nicht mehr.

    Meine Geduld mit den Kindern und einfach allem ist dann aufgebraucht, dabei sind sie (beide!) so lieb. Die kleine ist halt ein Baby, und die große ist so verständnisvoll und vernünftig, aber abends eben einfach so, wie müde Kinder sind - nervig, quängelig, sensibel. Wir haben gestern Abend seit langem mal wieder einen Abend gehabt, an dem sie NICHT geweint hat, weil mir wieder wegen irgend einem Blödsinn, wo andere Mütter locker drüber hinwegsehen können, der Kragen geplatzt ist.

    Es tut mir so leid. Sie ist so schlau und empathisch und merkt, wenn es mir nicht gut geht, was in den letzten Wochen leider der Fall ist. Dann bemüht sie sich so, nett zu sein, mich nicht zu nerven. Einerseits freut es mich, und ich bin stolz, andererseits ist das einfach too much für eine 6-jährige. Die soll sich doch um sowas keine Gedanken machen müssen...

    Ein guter Bekannter (Kinderpsychiater und Therapeut) verglich es kürzlich mit der Szene aus "Spiel mir das Lied vom Tod" - der Sohn mit dem Vater, der am Galgen hängt, auf den Schultern. Ich fühle mich schrecklich deswegen.Ich bemühe mich so, ich schaffe es einfach nicht besser. Es kostet mich alles so immens viel Kraft, es reicht einfach nicht für alles. Ich bin froh, dass ich es hinbekomme, dass die Kinder saubere Sachen zum Anziehen haben, die Große mit einem gesunden Frühstück pünktlich zur Schule kommt. Ich versuche, ihr exklusiv-Zeit zu geben, aber mit Baby kommt irgendwie immer was dazwischen.

    Ich habe eine super liebe Freundin, die mir oft hilft. Die kommt dann vorbei, schnappt sich die Kinder oder schwingt den Staubsauger. Eine andere Bekannte hat selbst Kinder und nimmt die Große oft von der Schule mit. Das ist eine gute Entlastung, aber ja nicht das was ich möchte. Versteht ihr, was ich meine? Ich möchte einfach gern mal Zeit für die Kinder am Nachmittag haben, weil ich meinen Kram vorher erledigt habe, und mich nicht den ganzen Tag schlecht fühlen, weil ich schon wieder yxz nicht geschafft habe.

    Mitte Dezember habe ich nun endlich einen Termin bei einem Facharzt und hoffe, dass dann mal ein Stein ins Rollen gebracht wird. Dieser Termin ist gerade das einzige, was mich durchhalten lässt, mein Strohhalm, an den ich mich klammere.

    Jetzt quäkt auch schon wieder die kurze aus ihrem Bettchen...also heißt es aufstehen, tränen wegwischen, weitermachen. Habe ja keine Wahl.

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: ADS als Mutter....puh

    Hallo liebe Frau prittstift,

    hier darf man sich ruhig mal aussprechen!

    Kommt mir alles sehr bekannt vor, nur dass ich nicht auch noch berufstätig oder selbstständig war, als die Kinder klein waren.

    Man sollte mit einer Abklärung nicht warten, bis man auf dem Zahnfleisch geht bzw. Depressionen und
    Burnout sich einstellen.

    Und falls man die Diagnose ADHS bekommt, sollte man nicht wie ich noch zehn Jahre warten, bis man
    das Medikament regelmäßig nimmt. (Weil dann eben der Fall eingetreten ist, dass das Hirn fast
    durchgebrannt ist.)

    Teilt dein Bekannter deinen ADHS-Verdacht auch?

    Alles Gute dir und viel Spaß im Forum, du bist nicht allein!

    LG Gretchen

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADS als Mutter....puh

    Danke für deine Antwort
    Ja, mein Bekannter ist sich mehr als sicher. Es tut gut, da mal über so "unangenehme" Dinge sprechen zu können, trotzdem ist die Anonymität hier im Forum ja nochmal etwas anderes. Ich bin sehr, sehr froh, hierher gefunden zu haben, ich kann mich in so zahlreichen Beiträgen wieder finden...

    Ich habe mir heute den Nachmittag bewusst nichts vorgenommen, und ihn mit meiner großen Tochter zusammen und nem Becher Eis auf der Couch vorm TV verbracht. Die kleine war gnädig und hat viel geschlafen und sich gut alleine beschäftigt. Das hat richtig gut getan. Einfach mal ohne schlechtes Gewissen nichts produktives tun. Und ich glaub, meiner Tochter hat es auch sehr gefallen. Der Abend verlief auch entsprechend entspannt. Jetzt sind allerdings die Kinder alle im Bett und ich mache mich gleich an die Wäsche und muss noch etwas arbeiten. Puh, dabei bin ich so müde...

    Dass irgendwas mit mir nicht stimmt habe ich so mit 15,16 gemerkt. Die ganzen Symptome ziehen sich aber schon durch mein ganzes Leben, wie ich rückblickend bemerke. Schule, Geld, Beziehungen, Haushalt... Es ist mir so wichtig, dass es den Kindern gut geht. Das scheine ich auch so ganz gut hin zu bekommen. Sie sind sehr gesund, Schule usw. läuft super, Musikschule, Reiten, Freunde, alles gut. Aber es ist so anstrengend, und alles andere bleibt auf der Strecke.

    Ich habe hier ein wenig rumgelesen wegen der Diagnostik und hoffe sehr, dass die Praxis, wo ich (dank Facharztterminhotline) den Termin so kurzfristig bekommen habe, was taugt. Liest sich aber erstmal gut, Gemeinschaftspraxis aus Neuro/Psychiater und Psychiater/Therapeut, ADS bei Erwachsenen wird als einer der Schwerpunkte auf der Homepage genannt.

    Da ich selbst nicht mit der Praxis gesprochen habe, habe ich mir vorgenommen, da die Tage anzurufen und zu fragen, was ich mitbringen soll. Ich möchte ja, dass es jetzt alles möglichst schnell geht, damit ich aus meinem Loch raus komme. Ich bin gerade an einem Punkt, wo ich jede Pille schlucken würde, damit sich was ändert *seufz*

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: ADS als Mutter....puh

    damit ich aus meinem Loch raus komme. Ich bin gerade an einem Punkt, wo ich jede Pille schlucken würde, damit sich was ändert *seufz*
    Das wünsche ich dir sehr und dass du noch "durchhältst" bis zu deinem Termin.

    Als mein jüngeres Kind in der ersten Klasse war, habe ich wieder Teilzeit gearbeitet.
    Meistens habe ich mich Mittag ein halbes Stündchen schlafen gelegt, das hat viel geholfen.

    Was wirklich ein großer Fortschritt war - ich habe letztes Jahr meinen VitaminD3-Spiegel testen lassen und
    es stellte sich heraus, dass mein Wert bei 11 war, sollte 30 sein. Ich habe Dekristol 20000 bekommen und
    ich habe mich bereits nach wenigen Tagen viel besser gefühlt, sowohl körperlich als auch psychisch.
    Ich bin von Natur aus ernst und grüblerisch, aber seither fühle ich mich einfach "gut gelaunt". Ich denke
    ich hatte den Mangel schon viele Jahre, obwohl ich mich wirklich viel im Freien aufhalte, natürlich "züchtig"
    bekleidet.

    Hier im Forum gibt's auch einen Bereich über alternative und experimentelle Medizin (oder so ähnlich).

    Das heißt natürlich nicht, dass ich keine ADHS mehr hätte, also mein Medikament nehme ich auch schon noch.
    Aber alles ist ein bisschen leichter und ich kann das Leben (das nicht immer unproblematisch ist) besser genießen.

    Alles Gute Dir!
    Gretchen

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 259

    AW: ADS als Mutter....puh

    prittstift schreibt:
    Da ich selbst nicht mit der Praxis gesprochen habe, habe ich mir vorgenommen, da die Tage anzurufen und zu fragen, was ich mitbringen soll. ....Ich bin gerade an einem Punkt, wo ich jede Pille schlucken würde, damit sich was ändert *seufz*
    Erstmal Willkommen hier im Forum.

    Zum einen wünsche ich dir viel Kraft das du die Zeit bis zu deinem Termin noch gut überstehst.

    Bin selbst Vater von einem 5 jährigen Kind (auch mit ADHS) und kann deine Situation gut nachvollziehen.

    Du könntest z.B. schon vorab deine Schilddrüsen Werte überprüfen lassen und falls du vorab einen Termin bekommst ein EEG machen lassen.

    Dieses müsste dann schon mal nicht mehr in der Diagnostik erfolgen.

    Zu einer Diagnostik hilfreich sind Berichte aus deiner Kindheit wie Kindergartenberichte (falls es die schon gab), Schulzeugnisse etc.

    Zusätzlich hatte ich für meine eigene Diagnostik eine Liste angelegt, worin meine Probleme hauptsächlich bestehen und was ich schon versucht habe um diese zu lösen.

    Deine Hoffnung das du einfach eine Pille nehmen kannst und alles gut ist muss ich allerdings enttäuschen.

    ADHS Medikamente sind keine Wunderpillen die dich gesund machen. Du wirst falls du ADHS haben solltest dein Leben lang diese Krankheit haben.

    Wichtig ist nach erfolgter Diagnose sich mit der Krankheit auseinander zu setzen.

    Zu verstehen was es bedeutet und vor allem zu akzeptieren das manche Dinge einfach so sind, wie sie sind.

    Wenn ein "nicht betroffener" eben einen Weg von A nach B geht und das bei uns nicht funktioniert, müssen wir halt von A über C nach B gehen.

    Du wirst genau so wie jeder andere im Leben das erreichen was du möchtest nur eben auf einem anderen Wege.

    Ich persönlich habe zuerst eine Verhaltenstherapie besucht bei der ich einige Dinge gelernt habe und auch anwenden konnte um einiges zum positiven zu wenden.

    Danach habe ich erst mit der Medikation begonnen. Durch meine Medikamente kann ich nun auch vieles gelerntes noch besser umsetzen.

    Ich denke es ist wichtig eine ganzheitliche Therapie anzustreben. Medikamente alleine, hätten bei mir alleine kaum Verbesserung gebracht.

    Zudem ist das ganze ein schleichender Prozess. Jeden Tag wird es etwas leichter.

    Bei mir persönlich hat es 33 Jahre gedauert bis meine Diagnose feststand.

    Da kann ich nicht erwarten das von einen auf den anderen Tag alles gut ist.

    Bin nun nach ein paar Monaten soweit das ich behaupten würde, das ich gelernt habe damit vernünftig zu Leben.

    Ohne meine Frau wäre dies vermutlich auch nicht möglich aber die nötige Unterstützung scheinst du ja auch zu haben.

    Du bist nicht alleine mit diesen Problemen !

    LG Bengatzu

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 28

    AW: ADS als Mutter....puh

    Hallo,

    ich bin Mutter von drei Kindern. Und ich weiß wie durchgebrannt man sich abends fühlen kann.

    Ich habe festgestellt, dass es ein sehr zweischneidiges Schwert ist: Zum einen hat mir die Struktur mit Kindern sehr gut getan. Es war einfach klar spätestens beim dritten Kind, da musste es klare Strukturen, Zeiten und Regeln geben. Der mittlere hat schlimme Schlafprobleme als Baby gehabt, die erst mit einem ganz fest geplanten Tagesablauf wieder weggingen. Den benötigt er auch noch mit vier! :-D Da müssen sogar die Kuscheltiere im Bett immer gleich sitzen und die Decke schön gerade und glatt liegen. Also bitte kein Chaos!


    Auf der anderen Seite: Den Kindern fällt es wirklich häufig schwer mein Tempo und Wechsel mitzuhalten. Ich verzettel mich gerade morgens schnell, wenn wir los müssen. Und dann sind die Kinder die, die den Stress abbekommen und ausbaden müssen.

    Um das alles hinzubekommen habe ich mir feste Deadlines gesetzt und die Abläufe sind jeden morgen gleich und durchstrukturiert. Daran müssen nicht nur die Kinder sich halten. Nach vier Jahren bekomme ich das auch schon ganz gut hin.


    Z.B. Um den Jüngsten darin zu unterstützen (der ähnliche Probleme wie ich hat), gab es eine "Autistenuhr" (Kurzzeitwecker, bei der man optisch sieht, wie viel Zeit noch ist, bis sie klingelt). So konnten wir uns gegenseitig nicht so aufreiben. Klassiker morgens: nach 30 Min träumen, nicht-anfangen-können und vielen Nerven zieht er sich innerhalb von 2,5 Min um, weil seine Geschwister was zu essen bekommen und sie doch nicht ohne ihn anfangen sollen. Dann sitzt er 44 Min am Frühstückstisch und kommt irgendwie vor lauter träumen, Gesprächen, träumen, rühren, motzen ... nicht dazu zu essen. Dann wird der Wecker auf 5 Min gestellt und dann nehme ich in der Regel ein leeres Schälchen weg. :-P Und ich muss nichts sagen.

    Ach ja, was gut geholfen hat: Jeden Tag nur eine Sache!!!! Unglaublich schwer, ich schaffe es häufig nicht. Aber es ist ein wirklich super Tipp, der Kinder und auch Partner das Leben ungemein erleichtert. :-P

    Lass den Kopf nicht hängen, schaffe Dir Struktur und der TV-Abend ist genau das Richtige. Such Dir solche Sachen. gemeinsam eine Kiste/Karton verbauen, ein tiefes Loch in der Sandkiste buddeln, zu lautem Elvis wild durch´s Wohnzimmer tanzen, zusammen kreativ die nasse Wäsche auf den Wäscheständer bringen und sich über die lustigen Klammerfiguren freuen...
    Und immer wieder aufstehen!!! Aus meiner Erfahrung macht man es besser, als man denkt. Selbstbewusstsein ist halt auch häufig Mangel...

    So, genug geklugscheißert!!!!

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADS als Mutter....puh

    Achtung: Jammerposting!

    Guten morgen,
    Ich mal wieder Vielen Dank für eure aufbauenden Worte!
    Dieses Wochenende war leider ganz schlimm. Hier geistert seit Wochen ein Magen-Darm-Virus herum, alle sind angeschlagen und mein Mann hatte einen Notfall auf der Arbeit und hat am Wochenende knappe 30 Stunden gearbeitet, zusätzlich zu der 40-Stunden-Woche, versteht sich... meine Nichte war von Samstag auf Sonntag bei uns und die hat gestern abend ihre Mutter noch gefragt, wieso Samstag alle nur geschrien haben. Ich fühle mich furchtbar :/

    Meine Diagnostik schreitet voran, das Gespräch mit der Ärztin war gut, ich fühle mich verstanden. Leider hat sich alles etwas gezogen, ich habe mehrere Tests gemacht und die Ärztin wollte am Telefon mit mir drüber reden, war jetzt aber im Urlaub. Muss da gleich mal anrufen. EKG für mögliche Medikamente wurde auch schon gemacht.

    Ich versuche, meinen Tag zu planen und strukturieren, aber ich schaffe es nicht. Es geht schon damit los, dass ich mir den Stress mit meiner großen morgens sparen will indem wir am Abend schon Anziehsachen für den nächsten Tag raus legen. Das scheitert aber daran dass die Sachen noch ihre Runden in der Maschine oder dem Trockner drehen. Also wird morgens wieder diskutiert, was angezogen wird die Kleine macht Planung für mich auch echt schwierig im Moment. Immerhin geht sie inzwischen zwei Vormittage pro Woche zur Tagesmutter und ab Sommer in die KiTa. Dann nehme ich mir immer vor dieses und jenes zu schaffen. Aber um ehrlich zu sein bin ich dann einfach mal froh, dass nicht ständig irgendwer irgendwas von mir will und vertrödle oft die Zeit.

    Ich bräuchte glaube ich wirklich mal einen Cut um aus der Spirale raus zu kommen. Denke wieder am eine Kur, müßte da aber die Kinder mitnehmen was blöd ist wegen Schule und so. Ach mann, ich hoffe, es passiert bald was. Wir haben hier so viele Baustellen und es geht irgendwie nicht weiter. Ich halte tapfer durch, steuere aber glaube ich gefährlich stark auf den großen Knall zu. Ich hoffe,ich erwische die Ärztin gleich...

  8. #8
    hästkrake

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 808

    AW: ADS als Mutter....puh

    Hallo! Ich habe auch drei Kinder (innerhalb von vier Jahren), und ich weiß auch, wie Kinder einen an die Grenzen treiben. Meine sind jetzt schon größer, und ich hatte viel Glück mit der Geschwisterkonstellation. (Der Erste ist ein sehr ruhiger, gelassener, davon profitieren wir alle). Aber ich kann heute nicht mehr sagen, wie wir es damals geschafft haben. Wie oft war am Abend nur: Strich drunter und hoffen auf ein wenig Schlaf.


    Aus allem, was du schreibst, lese ich eine tolle, gewissenhafte Mutter heraus. Du kümmerst dich um deine Kinder. Es ist dir nicht egal, was aus ihnen wird. Du liebst sie. Du suchst nach Wegen, ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Du bemühst dich sehr darum, ihnen ein Umfeld zu schaffen, in dem sie wachsen und sich entwickeln können. Du suchst verantwortlich nach Lösungen und schiebst nicht alles auf Andere ab. Du kannst Unterstützung annehmen. Und Du gibst nicht auf.

    Du schaffst sehr viel! Du schaffst es tatsächlich, dein Kind mit gesunder Jause und ordentlich angezogen pünktlich aus dem Haus zu schicken??? Weißt du, wie das bei uns oft war? Meine Kinder haben sich manchmal im Kindergarten erst angezogen. Sie sind sowieso ohne Jause oft losgegangen. Immer und überall zu spät. Sauberes Gewand... war oft Glückssache, als sie klein waren. Ein Glück überhaupt, wenn es in der Größe gepasst hat. Wenn es ihnen gefallen hat, habe ich sie im Faschingsgewand gehen lassen. Am Abend Sachen herrichten? Das schafft bei uns bis heute niemand. Aber meine Kinder ziehen sich heute alle (altersgemäß) stilvoll an und stehen gut da!

    Tja, die Strukturen. Ich glaube, dass Kinder nicht von Strukturen, sondern von Beziehungen leben. Es wird so viel Wert auf klare Strukturen gelegt, und es hat einen sehr großen Wert, wenn alle wissen, woran sie sind. Wir haben in der Früh jetzt auch eine Weckerkasade, damit jeder daran erinnert wird, was als nächstes zu tun ist. Aber letztlich entscheidet sich deine Familie daran, wie ihr Eure Beziehungen gestaltet.



    Als ich gehört habe, dass es in Deutschland Kuren für Mütter mit Kindern gibt, bin ich vor Neid fast zerplatzt, ich habe überhaupt erst mit 5 einen Kindergartenplatz für meinen Großen bekommen... weil ich ja nicht berufstätig war. Tagesmutter hatte ich eine für ein paar Stunden, bis zum Zweiten habe ich noch stundenweise gearbeitet. Mit dreien wurde ich dann gefragt, ob mir als "Nur-Hausfrau" nicht fad ist, auch schön, den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und mit den süßen Kindern spielen... So viel zu der Außenperspektive, was die anderen so von einem mitbekommen.

  9. #9
    hästkrake

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 808

    AW: ADS als Mutter....puh

    Ein guter Bekannter (Kinderpsychiater und Therapeut) verglich es kürzlich mit der Szene aus "Spiel mir das Lied vom Tod" - der Sohn mit dem Vater, der am Galgen hängt, auf den Schultern. Ich fühle mich schrecklich deswegen.
    Dein guter Bekannter hat da offenbar seinen Beruf nicht ganz verstanden, und ich erkläre mich gerne bereit, ihm etwas Nachhilfeunterricht in Sachen Berufsethos zu erteilen. Schick ihn ruhig zu mir.

    - Zuerst zitiert er die Szene in dem Film falsch. Dort ist es der BRUDER , der auf den Schultern steht. Nicht der Vater. Dieser Bruder stirbt, als der Namenlose unter ihm zusammenbricht.
    Der Film beschäftigt sich mit Rache, nicht mit Schuld oder Verantwortung!
    Im Film geht es um das Verhältnis von Tod und Leben von Menschen, um Europa und Amerika und dem Bau der Eisenbahn. Alles in den Strukturen und Bildern eines Westerns, wo ein Menschenleben nichts zählt. Ich kannte den Film und mag ihn, aber ich habe es extra nochmal nachgelesen, weil ich es eine Frechheit finde, einer Mutter mit solchen Bildern ein schlechtes Gewissen zu machen.

    - Dein Bekannter verwendet das sehr gewagte, weil sehr drastische Bild, in dem es um Leben und Tod geht, in einem falschen, völlig verdrehten Zusammenhang. So, wie du es zitierst, geht es um eine Umkehr der Verantwortung: Statt dass der Vater das Kind trägt, muss das Kind den Vater tragen. Und an der Überforderung des Kindes stirbt der Vater. Das gibt weder der Film her noch deine Posts.
    Deine Kinder tragen dich nicht. Aus jeder Zeile, die du schreibst, ist zu lesen, wie gewissenhaft du deine Verantwortung als Mutter wahrnimmst und den Weg mit deiner Familie gehst. Familie ist ein gemeinsamer Weg, der auch mit Schicksal zu tun hat, damit, sich gegenseitig zu tragen und zu ertragen. Ja, auch kleine Kinder sind daran beteiligt. Wir wollen ihnen das so gerne ersparen, oder? Aber so ist das Leben eben nicht. Und ich wette, dass deine Kinder ganz wunderbare Zwerge sind - bei der Mutter!

    Mir hilft da sehr, auf andere zu schauen, die mit ganz anderen Schicksalen geboren werden, und die eben dieses Leben haben. Wir haben ADHS. Andere haben ererbten Krebs. Werden in Syrien geboren. Sitzen wegen eines banalen Autounfalls im Rollstuhl. Oder müssen damit leben, jemand anders überfahren zu haben. Was weiß ich. Meinetwegen haben sie auch nichts und wieder nichts und immer nur Glück gehabt. Aber von allen Menschen, die ich bisher getroffen habe, waren das die Ausnahmen.


    Ich bin selber ein Bildermensch, ich liebe Bilder. Aber es ist eine Verantwortung damit verbunden, die man nicht unterschätzen darf.
    Welche Richtung vertritt der Herr Kindertherapeut? Verrätst du mir das?


  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADS als Mutter....puh

    Vorab- Das Filmzitat habe ICH möglicherweise falsch wieder gegeben. In der Situation war es aber tatsächlich passend und diente der Verbildlichung dessen, was mir zu schaffen macht - nämlich dass ich merke, wie meine Tochter sich krampfhaft bemüht, alles richtig zu machen und auch den Rest der Familie dazu anhält oder Situationen entschärft, bevor ich sie überhaupt mitbekomme, damit ich nicht explodiere. Ich finde das für ein 6-jähriges Kind schon wirklich eine große Belastung (die sie sich zwar selbst auferlegt hat, aber sowas sollte ein Kind einfach nicht beschäftigen!) Meinem Bekannten mache ich da keinen Vorwurf, es war ein offenes Gespräch, wir kennen uns gut und er weiß, wie er mit mir reden kann. Ich halte ihn für überaus kompetent und er war ein wichtiger Mitauslöser dafür, dass ich mich endlich in Behandlung gegeben habe.

    So. Stichwort Behandlung : Ich habe inzwischen mit meiner Ärztin gesprochen. Ich hatte ja mehrere Tests gemacht. Sie meinte einer sei sehr eindeutig, der andere grenzwertig, aber wenn man die Antworten im einzelnen betrachtet, sei eine ADS-Therapie ihrer Meinung nach auf jeden Fall gerechtfertigt. Yeah! Ich hatte wirklich Angst, dass sich das ganze nicht bestätigt. Jetzt habe ich Mitte März den nächsten Termin und bin gespannt.

    Die letzten Tage laufen etwas besser, meine Freundin war zwei Tage hier und hat mit angepackt, und der kleine Terrororzwerg (Sorry, aber manchmal...AAAAAAH!!) ist auch wieder gesund. Heute hat auch wieder die Sonne geschienen,da hab ich gleich bessere Laune! Wird Zeit für Frühling!

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