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Diskutiere im Thema Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    Liebe Yaila,

    dass deine Psychotherapeutin die DSM / ICD-Kriterien soweit abgeklopft hat ist schon mal gut zu wissen.

    Weißt du denn wieviel Erfahrung (das ist eigentlich das Wichtigste!) sie bisher mit Erwachsenen-ADHS hat? Die Fragebögen zu haben ist halt das eine, die richtige Beurteilung des Patienten als Gesamtes, auch über die Testergebnisse hinaus, das andere.

    Und natürlich können Psychotherapeuten dann auch einige körperliche Abklärungen logischerweise nicht vornehmen, die aber zu einer fundierten Diagnosestellung gehören können.


    Tatsächlich klingt vieles was du schreibst schon sehr verdächtig . Vor allem, wenn es sich - wie bei dir - als roter Faden wirklich durch das Leben zieht und nicht nur eine Momentaufnahme ist.

    Verdachtserhärtend wären üblicherweise oft noch Auffälligkeiten bei Eltern / Geschwistern / eigenen Kindern (auch wenn bisher nicht offiziell diagnostiziert). Aber keine Notwendigkeit.


    Insoweit sollte jetzt eine vernünftige ärztliche Abklärung - damit es nicht nur bei dem Verdacht bleibt - eben das A und O sein. Ganz wesentliche Vorarbeit hat deine Therapeutin da ja glücklicherweise schon geleistet! Immer wieder schön zu hören, wenn Erwachsenen-Psychotherapeuten für ADHS sensibilisiert sind. Ist leider alles andere als selbstverständlich..


    Ich hoffe, die Wartezeiten der Uni-Ambulanz in Mainz sind nicht allzu arg. Einige Monate ist aber i.d.R. unumgänglich.

    Dann hast du hoffentlich deine (positive) Diagnose und somit ggf. auch die Möglichkeit, das Thema Medikation anzugehen. Leider ist natürlich die Medikation bei ADHS auch nicht alles - kann aber ungemein helfen. Man muss sich nur von unrealistischen Erwartungen lösen, die Medikation würde alles regeln. Es wird meistens trotzdem noch sehr viel Psychotherapie, Coaching, Arbeit an sich selbst etc. angesagt sein. Aber natürlich ist es von unheimlichen Wert, wenn man (endlich) die Richtung kennt und der Psychotherapeut/in Wissen über ADHS hat. Gerade die große Anzahl nicht erfolgreicher Therapien (psychotherapeutisch und medikamentös), weil unter falschen Diagnosen, findet man in vielen Lebensläufen von ADHSlern - besonders solchen, die erst als Erwachsene diagnostiziert wurden.


    PS:

    Die Selbsthilfegruppe besuchen (das wäre natürlich ganz optimal!) oder sich aber eben telefonisch nur ein paar Informationen z.B. zu Anlaufstellen zu holen sind zwei verschiedene Paar Schuhe .

    Ich schreibe das nur, weil beim Thema SHG oft (verständlicherweise) erstmal Scheu / gewisse Ablehnung als Reaktion kommt. Wie gesagt muss es aber gar nicht (zum Anfang) um die körperliche Teilnahme gehen, sondern um den Anfang einer Vernetzung mit Menschen, die Ahnung von den Angeboten in der eigenen Region haben. Z.B. welche Ärzte empfehlenswert sind usw. Dafür sind eigentlich immer die Kontaktdaten des jeweiligen Leiters / Leiterin zu finden.
    Geändert von /dev/random ( 1.11.2015 um 18:39 Uhr)

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 89

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    In Mainz gibt es den Selbsthilfeverein ADS-Mainz. Die organisieren auch regelmäßig Vorträge von Experten zum Thema ADHS. Der nächste Vortrag ist am 10.11.15. kann man auch auf der Homepage nachlesen http://ads-mainz.de

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  3. #13
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 101

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    @ yaila
    Dich hat diese Möglichkeit AD(H)S zu haben, umgehauen. Klar, dass man das möglicher Weise erstmal negativ sieht!
    Gut, Du hast begonnen, dir die positiven Anteile dieses Umstandes abzusehen, das päppelt einen sicherlich auch wieder auf.
    Ich bin zwar auch in einer ziemlichen Vorstufe zu einer möglichen Diagnose, aber was mir insbesondere weiterhilft ist in vielen dingen die erstmalige Sichtweise, dass ich nicht alles einfach selber verschuldet habe, oder gar mein ganzes leben selber verbockt habe.

    Ich erlebe es als unheimliche Entlastung z.B. Zu lesen, dass ich mit meinem Dauernden Aufhören und Neuanfangen von irgendwas nicht allein dastehe, dass Zeit-und Orientierungslosigkeit sowie dauernde Unkonzentriertheit nicht durch irgendeine von mir verschuldete Nachlässigkeit entstehen, sondern durchaus "anerkannte" Defizite sind.

    Wenn mein leben 50 Jahre lang nur aus diesen Vorwürfen bestanden hat, bis dahin gehend, dass man diese Dinge schon tief verinnerlicht hat, dann darf der Gedanke an solch eine Diagnose durchaus auch eine sich anbahnende Erholung und die durchatmen sein.

    OHNE DABEI STEHEN ZU BLEIBEN UND SICH AUF DER ERKENNTNIS AUSZURUHEN.

    Du wirst nachträglich viele Erinnerungen aus deinem leben nachgehen können in dem auf der Erkenntnis beruhenden Entlastung, dass du nichts dafür konntest, aber auch deine Eltern oder Lehrer wirst du sicherlich nachträglich in einem anderen Licht sehen können, weil sie waren möglicher Weise unter dem dauerdruck, ihr Kind nicht richtig zu erziehen. (ich denke nur an Mamas mit schreienden möglicher Weise ADHS- Kindern an ner Kasse , die doch schnell den Bösen blicken ihrer Mitmenschen ausgesetzt sind, weil sie angeblich ihr Kind nicht im Griff haben)

    LG .cleric

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    Danke cleric.kahl!

    Sehr schöner Beitrag !

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    Hi,

    ja, ich wüsste auch nicht, wie das gehen soll: sich darauf ausruhen. Es ist so anstrengend. Und es macht mich traurig, dass mir vielleicht so viele Jahre gar nicht bewusst war, dass es "unnormal anstrengend" war und ich mir dadurch einiges verbaut habe.. oder vieles, was möglich gewesen wäre, nicht gelebt habe.

    Im Moment bin ich leider sehr erschöpft. Stichwort: Emotionale Regulierung. Ist es ADS-typisch, zwar einerseits sehr reflektiert zu sein, andererseits aber trotzdem von jeder neuen Stress-Situation völlig davon getragen zu werden? Ich habe mich in den letzten Jahren sooo viel mit Stressmanagement auseinandergesetzt, Coachings gemacht, meditiert, Yoga, Therapie... könnte dazu auch jedem anderen Menschen weiterhelfen, was ich auch mache. Aber ich gerate bei fast jeder Stress-Situation, vor allem private Unruhen, in einen kleinen Burnout-Zustand. Emotionen treffen mich mit einer irrsinnigen Wucht. Ich sehe die Welle anrollen, ich verstehe, was da kommt, wie das passiert, was da in mir passiert... und bin trotzdem schachmatt. Zusammen mit den alltäglichen Anforderungen, die mich sehr fordern, bin ich nach diesem Jahr, das ein schwieriges war, ganz schön am Limit.

    Hoffe, dass sich diagnostisch und therapeutisch da jetzt was bewegen kann...

    LG
    Yaila

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    Klingt alles andere als untypisch!

    Aber auch hier gilt: Viele Symptome von ADHS findest du einzeln auch bei ganz anderen Problemen. Die Gesamtheit der Symptome macht dann (die Diagnose) ADHS.


    Manchmal können Coachings, Seminare, Ratgeberbücher bei ADHSlern auch verheerend sein, wenn sie nicht-ADHS-spezifisch sind und auf Fähigkeiten abstellen, die gerade bei ADHSlern sehr eingeschränkt sind. Das führt dann nur zu weiteren negativen Erfahrungen von Scheitern und Unfähigkeit, weil die Tipps und Ratschläge, die bei anderen ja "sooo toll helfen" bei einem selbst nicht greifen wollen.


    Kennst du die "50 Tipps" aus dem Buch "Zwanghaft zerstreut"?

    http://www.adhs.lu/documents/ADHS_Er...Erwachsene.pdf

    Die sind mit Blick auf ADHS geschrieben.


    PS:

    Ich denke gerade vor allem an Punkt 34:

    "34. Erkennen Sie den folgenden Zyklus, der ähnlich wie Punkt 33, häufig bei Erwachsenen mit ADS vorkommt:

    · etwas ,,schreckt" Ihr psychologisches System auf, ein Wechsel oder Übergang, eine Enttäuschung oder sogar ein Erfolg. Der Auslöser kann ziemlich banaler Art sein.
    · Darauf folgt eine ,,Minipanik" mit einem plötzlichen Perspektivenverlust, die Welt steht plötzlich Kopf.
    · Sie versuchen, mit dieser Panik fertig zu werden, indem Sie den einen oder anderen Aspekt der Situation im Kopf hin- und herwälzen und in zwanghafte Grübeleien verfallen. Dies kann Stunden, Tage und sogar Monate andauern."


    Dabei halte ich das mit dem Grübeln nicht für zwingend. Da kann man meines Erachtens auch völlige emotionale Erschöpfung / Überforderung einsetzen. Grübeln wäre halt lediglich ein Weg, wie die Psyche die "Minipanik" zu bewältigen versuchen könnte. Das wird aber immer sehr individuell sein.
    Geändert von /dev/random ( 3.11.2015 um 19:29 Uhr)

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    danke random.
    Ja, bei mir war es schon immer so, dass mich manche Themen emotional völlig wegspülen und es einfach ein Riesendrama ist. Liebesdinge allen voran. Aber auch Familienangelegenheiten. Das Grübeln ist das Eine, ja, ganz extrem. Aber es ist auch immer alles gleich die absolute Katastrophe, wo ich mir hinterher manchmal denke...oh mann, was hast du da wieder für ein Affentheater gemacht, um "ganz normale Probleme des Lebens", die doch jeder hat. Und meine ganzen Zerstreutheits-Symptome nehmen dann ein unglaubliches Ausmaß an, sobald irgendwas aus der Balance ist. Wenn wirklich mal ALLES im Leben ziemlich relaxt ist, was ja selten vorkommt, dann ist auch das, was ich bei mir mal vorläufig als die ADS-Symptomatik bezeichnen würde, fast weg. Es darf einfach kein emotionales Störthema auf dem Tablett sein. Dann bin ich zwar immer noch ein ziemlicher Schussel, aber es geht alles einigermaßen. Aber so läuft es ja nicht.

    Und je anspruchsvoller das Leben geworden ist, je mehr Schicksalsschläge und Problemthemen sich angehäuft haben, umso schlimmer wird mein "lost in space-sein".

    Sorry, ich heule mich hier gerade echt ein bißchen destruktiv aus...

    LG

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    Yaila schreibt:
    Sorry, ich heule mich hier gerade echt ein bißchen destruktiv aus...
    Finde ich ganz und gar nicht!


    Alles was du schreibst sind schon so typische Punkte...

    Die aber leider auch bei ADHS mit Medikamenten in der Regel nicht zu lösen sind. Wobei aber eine erfolgreiche Medikation im Rahmen des "mehr bei sich selbst / im Hier und Jetzt seins" den Betroffenen oft schon besser befähigen kann, diese Themen für sich zu irgendwie anzugehen / zu klären - und vielleicht sogar eine gewisse, aber begrenzte "Erst-Linderung" bringen können.

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.962

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    Ich empfinde es auch nicht als ausheulen. Du stellst fest und resümierst ... Ich behaupte, das ist etwas Anderes und gehört zum Prozess des Erkennens. Das ist also völlig normal, dass man erst einmal guckt, was war und wie es war. Wie soll sich denn sonst Veränderung ergeben, wenn man nicht auch die Vergangenheit reflektiert und schaut, was das mit einem macht? Diese Zusammenhänge sind doch wichtig und keinesfalls kontraproduktiv.

    Ich wage an dieser Stelle aber schon einmal vorsichtig einzuwerfen, dass es erst einmal unter Medikamenten etwas schlimmer werden kann - also gefühlt und nicht unbedingt real. Weil man nämlich eine viel bessere Wahrnehmung bekommt. Ich dachte auch, meine wäre gut ... Aber wenn man bereit ist, sich dem zu stellen (und es wird auch nicht von jedem Mitchaoten so empfunden), dann wird es ab da eigentlich nur noch besser. Etwas mehr innere Ruhe und das Gefühl "etwas mehr bei sich zu sein" helfen da da zumeist doch deutlich, sich nicht mehr ganz so zu "verstricken".

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Verdachts-Diagnose ADS: Und jetzt?

    ChaosQueeny schreibt:
    Ich wage an dieser Stelle aber schon einmal vorsichtig einzuwerfen, dass es erst einmal unter Medikamenten etwas schlimmer werden kann - also gefühlt und nicht unbedingt real. Weil man nämlich eine viel bessere Wahrnehmung bekommt. Ich dachte auch, meine wäre gut ...
    Ja - bei ADHS-Medikamenten bin ich ausnahmsweise mal auf Seiten der Homöopathen:

    Eine "Erstverschlimmerung" kann ein gutes Zeichen sein .


    ...wobei sie bei ADHS eben erklärbar ist. Die von dir erwähnte bessere Wahrnehmung.

    Wenn alles gut läuft merkt man leider (!) teilweise erst mal wieder, was EIGENTLICH los ist. Das kann ein hartes "Aufschlagen in der Realität" werden...

    In der Tat leben ADHSler ja häufig in einer "Blase" aus doch recht verschobener Eigen- und Fremdwahrnehmung. Wobei man diese Verschiebung schon allgemeiner Logik folgend eben in der Regel unmöglich selbst erkennen kann.
    Geändert von /dev/random ( 4.11.2015 um 13:06 Uhr)

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