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Diskutiere im Thema gesunde Einstellung zur Störung im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    gesunde Einstellung zur Störung

    Was habt ihr fur eine Sichtweise bzw Einstellung zur eurer Störung / Einschränkung / Krankheit / behinderung? Ich für meinen Teil reite viel zu viel auf meine Einschränkung (nenne ich es mal so bei mir) rum und das zu oft Negativ. Ich nenne auch zu oft meine Einschränkung als Grund meiner fehler (nach dem Motto: ach jetzt habe ich das wieder vergessen sorry habe doch ADS oder du weißt doch das ich das habe, oder aber auch tut mir leid ich bin sozial ungeschickt bin doch ein Aspi)

    Ich weiß das ist keine gute ansicht und zieht mich zugleich runter aber ignorieren kann ich das ja auch nicht weil die Symptome ja allgegenwärtig sind. Ich mochte meine Einstellung gerne ändern aber ich weiß nicht wie (naja ist auch nicht einfach). Wie ist es bei euch? Habt ihr eine gesunde Einstellung dazu?

    Ich habe mich seit der Diagnose viel damit beschäftigt ich denke mal das tut ihr auch sonst wärt ihr ja nicht hier. Aber ich glaube ich zu viel daran und versteife mich zu sehr darauf.


    Kurz gesagt wie gehe ich mir meinen Einschränkung gut um?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: gesunde Einstellung zur Störung

    Ist schon ein wichtiges Thema!


    Ich denke schon dass das Risiko besteht sich zu viel mit der Störung oder der Medikation (auch wenn das manchmal nötig ist) zu befassen und darüber DAS LEBEN (was ja noch von so viel anderem ausgemacht wird!) aus dem Blick zu verlieren.

    Wiederum reden wir hier aber von Störungen, die üblicherweise so gut wie alle Lebensbereiche beeinträchtigen...


    Und auch das "zu hart zu sich selbst sein / sich zu sehr fertig machen" vs. "sich und anderen gegenüber alles entschuldigen mit der Störung" (zwei Gegenpole) ist ein m.E. ein sehr relevanter Punkt.


    Vielleicht könnte es alles in allem darum gehen

    a) einen guten Mittelweg finden
    (zwischen LEBEN aber auch realistisch bleiben, wenn es um die eigenen Besonderheiten geht, diese nicht ignorieren, aber auch nicht obsessiv nur noch damit beschäftigen)

    b) Leute im Leben haben, die einem gut tun
    (besondere Menschen brauchen auch besondere Freunde / Partner)

    c) sich selbst ein guter Freund sein
    (fair zu sich sein, wo nötig, aber auch mal hart zu sich sein, wo nötig - wie man es bei einem guten Freund wäre)


    Irgendwie so. Als Endziel, das vermutlich nie erreichbar ist - ein paar Glückliche ausgenommen - aber dem man sich annähern kann.


    Letztlich sollte es um Teilhabe und Lebensqualität gehen. Wie für jeden, der irgendwie "anders" ist als die Mehrheit.

  3. #3
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: gesunde Einstellung zur Störung

    sogar sehr wichtiges Thema

    ich versuche es so wie meine Linkshändigkeit zu behandeln. Das Hauptproblem ist ja, dass man als Minderheit in einer Welt lebt, die anders tickt. In einer Welt voller Linkshänder wäre Linkshändrigkeit kein Problem und kein Mangel. Es ist erst das Minderheitsein, welches die Probleme verursacht. Geräte, die für Rechtshänder gebaut sind, die Schrift von links nach rechts (für Rechtshänder), dass neben meinem Linken Ellbogen ein Rechtshänder seinen rechten Arm hat und auch isst usw.

    Als ADHsler auf einem Planet voller ADHSler hätte man in mancher Hinsicht weniger Probleme. Es würde weniger von einem erwartet und unsere Stärken kämen mehr zum Tragen (gut, die Impulsivität wäre sicherlich ein noch größeres Thema), aber ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.

    ich verstehe mein ADHS als eine Art Andersartigkeit. ich bin ein Exot und viele verstehen einfach meine Welt und meine Art zu denken nicht und schieben mich in eine falsche Schublade.

    ich nehme das ADHS eigentlich ganz gut an, Ich schäme mich dafür selbst nicht (natürlich aber für die Taten) und ich denke, ich hab es eigentlich ganz gut im Griff. Gleichzeitig bin ich sehr dankbar und froh, in einem Umfeld zu leben und zu arbeiten, in der man mich so wie ich bin akzeptiert. dafür, dass ich ein ADHSler bin habe ich eine Menge geschafft und erreicht und darauf kann ich auch stolz sein, denn einiges davon ist hart erkämpft worden.
    S
    oweit die Theorie. Dass ich ADHSler bin, habe ich gut akzeptiert und schäme mich dem nicht. Aber die Folgen wie schusselige Fehler, impulsive Taten beschämen mich natürlich imemr wieder

    Dieses Selbstbild habe ich aber erst nach meinen Diagnosen bekommen. und mir irgendwann klar wurde, dass ích für einen ADHSler mein Leben eigentlich ganz gut geregelt bekommen habe.


    ich bin nicht gestört, ich bin einfach anders.
    Geändert von Moselpirat ( 3.11.2015 um 11:18 Uhr) Grund: Orthographie

  4. #4
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: gesunde Einstellung zur Störung

    Ergänzung: man sollte sich allerdings nie darauf ausruhen, dass man nunmal ADHS hat und so ist, wie man ist.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 53

    AW: gesunde Einstellung zur Störung

    Vom Umfelt bekommt man ja im Normalfall selten positive Rückmeldungen
    (so wie wir anderen oft auch nur sagen was uns anm ihm stört).

    Deshalb ist ja der Austausch in einer Selbsthilfegruppe so gut.
    Dort bin ich kein Exot sondern ganz normal :-))
    Es zieht mich nicht so runter wenn wenn ich weiß das es anderen genauso geht, und höre von anderen ihre Lösungsmöglichkeiten

  6. #6
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: gesunde Einstellung zur Störung

    manchmal muss man auch einfach die Zeit für einen sprechen lassen.

    klar, der erste Blick ist auf unsere ADHSschwächen und es ist sehr ärgerlich, dass man sehr vorschnell in eine Schublade gesteckt wird.

    aber manchmal muss man einfach die Zeit für sich arbeiten lassen.
    ist mir erst vor ein paar Tagen aufgefallen. Ich hab seit diesem Jahr einen neuen Chef (war vorher mein Kollege) und wir hatten wenig miteinander zu tun und dieses wenige brachte ihn sicherlich oft ins Kopfschütteln

    aber ich merke an meinem Aufgabenbereichen und an meinen wachsenden ToDolisten von ihm, dass sich mein Image bei ihm wandelt.

    ist mir schon häufiger aufgefallen. Man verwechselt ADHS leicht mit unzuverlässsig, sorglos, planlos, oberflächlich. Wenn die Menschen was taugen, lernen sie aber auch eure guten Seiten kennen.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: gesunde Einstellung zur Störung

    Ich glaube es ist vor allem wichtig nicht zu suchen was man auch an Symptomen hat, oder was eines sein könnte, sondern danach zu suchen wie man das, was einen stört und quält abstellen kann. Irgendwie beobachte ich immer wieder diese 2 Unterschiede, die einen sind nach der Diagnose handlungsunfähiger als vorher, die anderen nutzen die Diagnose als Chance zur Besserung.

    Eine Art Entschuldigung ist ADHS für mich schon manchmal, aber da habe ich vorher genug bewiesen, das ich es mehrmals bis zur eigenen Erschöpfung probiert habe, oder es ist, um andere "vorzuwarnen". All das beinhaltet aber nicht, das ich mich darauf ausruhe. Ich flitze zu Ergo- und Psychotherapie, zum Psychiater und nehme mir auch von anderen Betroffenen Tips und Kritik an...... ich beschäftige mich viel damit, aber sinnvoll. Mir hat das bisher zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe und Selbstständigkeit verholfen.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: gesunde Einstellung zur Störung

    Moselpirat schreibt:
    Als ADHsler auf einem Planet voller ADHSler hätte man in mancher Hinsicht weniger Probleme. Es würde weniger von einem erwartet und unsere Stärken kämen mehr zum Tragen (gut, die Impulsivität wäre sicherlich ein noch größeres Thema), aber ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.
    Ganz genau so ist das!

    Erst durch die Abweichung zur Norm ist ADHS in meinen Augen überhaupt eine Störung. Egal ob es um Impulsivität, Hyperaktivität, innere Unruhe, Reizoffenheit, Gedankenchaos etc. geht. Erkennbar ist die Unterschiedlichkeit immer nur im Kontext der "Übrigen".

    Und wäre es einfach der Normalzustand, wäre die ganze Welt nach diesem Normalzustand gestrickt. Dann gäbe es vielleicht 5% nicht-ADHSler, und die hätten Schwierigkeiten, in der nicht auf sie abgestimmten Umgebung zurecht zu kommen .


    kreuz+Quer schreibt:
    Deshalb ist ja der Austausch in einer Selbsthilfegruppe so gut.
    Dort bin ich kein Exot sondern ganz normal :-))
    Und ich glaube dieses "Normalitäts-" oder Zugehörigkeits-Gefühl ist eben auch eigentlich so essentiell wie Luft und Wasser.

    Nicht, dass man sich nur noch mit Seinesgleichen umgeben, abkapseln soll. Aber die positive Erfahrung: "Ich bin AUCH normal und dazugehörig (nämlich abhängig davon, in welchem Kontext ich mich Bewege) und nicht NUR andersartig." ist in meinen Augen psychisch sehr viel wert!


    Moselpirat schreibt:
    Man verwechselt ADHS leicht mit unzuverlässsig, sorglos, planlos, oberflächlich. Wenn die Menschen was taugen, lernen sie aber auch eure guten Seiten kennen.
    Dazu habe ich mal eine schöne Präsentation von Dr. Winkler (web4health / adhsspektrum) gesehen:

    ADHS und Beruf

    Die Slides 5 und 6, wo gerade diese positiven Besonderheiten aufgelistet werden, sind wirklich Balsam für die Seele .


    creatrice schreibt:
    ich beschäftige mich viel damit, aber sinnvoll. Mir hat das bisher zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe und Selbstständigkeit verholfen.
    Und genau darum sollte es gehen!


    Wenn die Andersartigkeit gegenüber der Norm die gesellschaftliche Teilhabe (und nicht nur im Berufs-, sondern auch im privaten sozialen Leben) beeinträchtigt, muss diese repariert werden. Welcher Weg auch immer sich dafür individuell als hilfreich erweist.

    ( Es mag den einen oder anderen geben, der wirklich als einsiedelnder Selbstversorger in einer Hütte am Waldesrand glücklich wird. Der muss dann sein ADHS nur noch mit sich selbst ausmachen. Aber ich glaube, das ist ein absoluter Sonderfall... )

    Dazu gehört notwendigerweise Auseinandersetzung mit der Störung, aber auch nicht zu viel.


    Letztlich: Genau wie fast jeder "Normalo" auch ein paar % ADHS in sich trägt tragen ADHSler ja auch noch viel % "Normalo" in sich. Das darf man nicht vergessen!

    Die Schnittmengen sind also sehr wohl da - und die Möglichkeiten, zusammenzufinden..


    Gerade das "Schwarzweißdenken" (in ADHS und nicht-ADHS) ist vielleicht wieder gerade störungstypisch, aber oft auch fatal..
    Geändert von /dev/random ( 3.11.2015 um 14:54 Uhr)

  9. #9
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: gesunde Einstellung zur Störung

    oh, Mann, wäre das so, täten mir die 5% Normalos aber wirklich leid

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: gesunde Einstellung zur Störung

    Idee:

    10.000 Vollblut-ADHSler tun sich zusammen und gründen irgendwo den neuen Staat "ADHStopia". Normalos sind später auch willkommen! Wir wissen nur noch nicht, was die geeigneten Therapieoptionen für sie wären .

    Obwohl ... will man das wirklich ?

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