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Diskutiere im Thema Seid ihr manchmal auch so verwirrt? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    easy-dev schreibt:
    Wenn ich einmal da rein gekommen bin, dann ist mein Gedankenkarussel kaum zu bremsen.
    @Chamaeleon, ist das bei die auch so in der Art? Bist du dann auch immer so gelähmt?
    Was machst du meistens, wenn du da rein rutschst?
    Ich fange dann meistens krampfhaft an, nach einer Erklärung zu suchen, was mit mir los ist. Mit dem Ergebnis, dass ich immer nervöser werde ohne es zu merken.
    Irgendwann ist die Verwirrung weg und ich wurschtel an irgendwelchen anderen Symptomen rum und trudel von einem Symptom ins andere.
    Bis ich irgendwann endlich erschöpft bin und checke, dass ich die ganze Zeit eigentlich nur krampfhaft nach irgendetwas suche, das mir Stabilität gibt ^^
    Lieben Gruß,
    easy-dev
    Es gibt da eine gute Technik aus dem NLP. Das nennt sich "Stopp" setzen.
    Wenn du googelst findest du da im Netz richtig gute Anleitungen. Muss man auch ein bißchen üben, lernt sich aber im akuten Fall schneller als Achtsamkeit. Wobei die Achtsamkeit immer eine gute Technik für ADHSler ist.

    Wichtig ist es zu erkennen "dass du da reinrutscht". Und dass solche Geschichten ADHS-bedingt sind.

    Wenn du schon soweit bist dass du deine Muster beobachtest wie ein Fernsehprogramm, kannst du auch die NLP-Technik probieren langsam den Ton runterzudrehen bzw. das BIld heller/dunkler werden zu lassen.
    lieben Gruß

    tumme

  2. #22
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    Also erst einmal danke ich dir für diesen Beitrag, der mir aus der Seele spricht, easy-dev. Mir ging echt ein Licht beim Lesen auf.

    @Chamaeleon, ist das bei die auch so in der Art? Bist du dann auch immer so gelähmt?
    Was machst du meistens, wenn du da rein rutschst?
    Ich fange dann meistens krampfhaft an, nach einer Erklärung zu suchen, was mit mir los ist. Mit dem Ergebnis, dass ich immer nervöser werde ohne es zu merken.
    Irgendwann ist die Verwirrung weg und ich wurschtel an irgendwelchen anderen Symptomen rum und trudel von einem Symptom ins andere.
    Bis ich irgendwann endlich erschöpft bin und checke, dass ich die ganze Zeit eigentlich nur krampfhaft nach irgendetwas suche, das mir Stabilität gibt ^^
    Also, wenn ich da "reinrutsche", dann versuche ich inzwischen nicht mehr, nach Erklärungen zu suchen, was mir aber auch nicht immer gelingt. Ich habe das auch mal ganz exzessiv betrieben und gemerkt, dass dadurch alles nur noch schlimmer wird. Inzwischen wende ich die hier bereits angesprochene "Stopp-Methode" an, mit der ich mich zumindest davon abhalten kann, in einen Gedankenstrudel zu geraten, der meine eh schon instabile Welt erst recht zum Einstürzen bringt. Ich habe unter anderem auch schon eine Forumspause gemacht, weil ich merkte, dass mein Besuch des Forums meinen Hang zum Grübeln und "Nachforschen" (nach Erklärungen suchen) verstärkte. Ich glaube auch, dass die dich umgebenden Menschen die innere Stabilität stark beeinflussen können und wie stark das eigene Identitätsgefühl ausgeprägt ist. Ich merke, dass mir einfache Menschen (aber nicht "schlichte Gemüter") gut tun, ruhige und emotional stabile Menschen - und dass emotional schwankende Menschen meinem Identitätsgefühl gar nicht gut tun, weil sie sich und ihre Gefühle ständig in Frage stellen und ich damit mich und meine Gefühle auch (obwohl es da auch drauf ankommt, wie stark diese Menschen ihre Identitätskrise auf andere ausdehnen).

    Naja, also...ich wende eben diese Stopp-Methode an und außerdem suche ich mir reelle Aufgaben, mache mir einen Tagesplan. Mit "reell" meine ich Aufgaben, die mich tatsächlich im Leben weiterbringen, also wirkliche Handlungen, die etwas bewirken. Das kann sowas einfaches wie staubsaugen, wischen oder Spülmaschine ausräumen sein, dass kann aber auch Bewerbungen schreiben oder Wohnung suchen sein. Das gibt mir schon ein wenig Stabilität.

    Diese Lähmung, die du da ansprichst, kenne ich auch, aber ich weiß nicht, ob wir das gleiche meinen. Wenn ich in dieses Gedankenkarussell reinrutsche (Wer bin ich, was will ich, was mach ich hier eigentlich? Ergibt es Sinn, was ich tue und überhaupt mein ganzes Leben?^^) und wenn ich da richtig drin bin, dann lähmt mich das, ja. Ich habe dann auch Probleme, etwas "reelles" zu tun, wie oben angesprochen. Ich versuche, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen und beginne vorher mit reellen Tätigkeiten. Je mehr ich in diesem Verwirrungsgefühl drin bin, umso schwerer wird es, etwas reelles anzufangen und umso schlimmer werden auch die Ängste. Je mehr verwirrt ich bin, umso größer werden nämlich auch meine Ängste. Diese Ängste lassen sich schwerer abschalten als Grübeleien oder Sorgen, weil sie nichts haben, wovor ich ein Stopp-Schild setzen könnte, keine Sätze, die ich im Kopf leiser stellen könnte oder abschalten. Sie lassen sich nicht greifen.

    Eigentlich fahre ich ja auch ganz gut mit dieser Achtsamkeitsschiene, man wird dann ja quasi zum Beobachter und guckt seinem Gehirn dabei zu, wie es vor sich hinwurschtelt und irgendwelche abstrusen Identitätsstiftungsversuche kreiert...oft wird mir das Gehampel dann auch zu blöd und ich hab "als Beobachter" keine Lust mehr, mir selbst beim Hampeln zuzugucken. Wenn ich das geschafft habe, ist es auch leicht, eine SINNVOLLE Aufgabe anzugehen. Dann kommt man auch mal dazu, was zu schaffen, anstatt sich immer nur um sich selbst zu drehen (und nach Erklärungen für dies oder jenes Verhalten/Gefühl zu suchen). Nur, wie gesagt, mit der Angst ist das etwas schwieriger, aber so generell ist das eine gute Technik, um von diesem Kreiseln und der Suche nach Identität wegzukommen.

    Früher bin ich durch diese Verwirrung auch schon depressiv geworden, weil ich anfangen habe, den Sinn des Lebens zu hinterfragen (wusste da noch nichts von ADHS).
    Das passiert mir heute zum Glück nicht mehr, weil ich mir schon eine Philosophie zurechtgelegt habe, die den Sinn des Lebens absichert (und die mich auch zur ADHS-Diagnose geführt hat).
    Darf ich fragen, welche Philosophie du dir da zugelegt hast und was die mit ADHS zu tun hat? Meinen Sinn des Lebens habe ich darin gefunden, dass ich ein möglichst reichhaltiges Leben voller Erfahrungen lebe und am Ende unheimlich weise bin durch die ganzen Erfahrungen. Dadurch gelten auch die negativen Erfahrungen als wertvoll, da sie Reichhaltigkeit und Weisheit hervorbringen. Naja, zumindest in der Theorie.

  3. #23
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    Ich kann dir einmal schreiben wie es bei mir ist, verliere auch oft meinen inneren Halt. Weiß dann nicht mehr was ich denken, wie ich mich fühlen soll, weiß dann gar nicht mehr genau wer ich eigentlich bin. Habe jetzt gerade so einen Moment. Ich glaube bei mir ist das oft so nach starker Emotionalität, vielleicht eine Art Selbstschutz die mich abschirmt, oder mich verwirrt diese Emotionsachterbahn dermaßen, dass ich allen Halt verliere und unter dem Sicherheitsgurt der Ich-Kontinuität herausrutsche. Vielleicht auch beides. Finde mich dann überhaupt nicht mehr, wenn ich innen nach mir suche, fühle mich dann irgendwie hohl. Beschreibt das vielleicht sogar ungefähr das, was du fühlst?

  4. #24
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    easy-dev schreibt:
    Das habe ich auch öfters. Dieses Gefühl von Verwirrung und Orientierungslosigkeit kommt bei mir manchmal wie aus heiterem Himmel.
    Habe dann kaum ein Gefühl mehr dafür, wer ich bin und was ich machen soll. Ich kann dann auch gar nicht wirklich sagen, wie es mir überhaupt geht und was mir jetzt gut tun würde.
    Kann mir nicht vorstellen, dass das allein mit der Reizüberflutung zu tun hat. Das habe ich nämlich auch oft genug, wenn ich ausgeruht bin.


    Das Thema hat mich die letzten Tage sehr beschäftigt. Ich habe mich schon gefragt, ob es da vielleicht Probleme bei der Zusammensetzung meiner Identität gibt.
    Meine Vorstellung davon, wer ich bin, ist nämlich auch sehr wechselhaft. Bin innerlich zerrissen.
    Habe heute mit meinem Therapeuten über das Thema geredet und der hat mir eine Vorlage für eine vorläufige Erklärung geliefert.


    Mein Therapeut meinte, für die Bildung einer Identität (also einer Vorstellung davon, wer man ist und wie man so ist) ist meistens das Berufsleben und das Beziehungsleben sehr wichtig.
    Die meisten Leute verbringen ihre meiste Zeit nämlich im Beruf und in einer Beziehung.
    Auch der Körper und allgemein Sozialkontakte sind wohl sehr wichtig, um sich ein Bild von sich zu machen.
    Nun bin ich aber single und arbeite halbtags in einem Job, der mehr als Übergangslösung anzusehen ist.
    Ich habe auch keine festen Bezugspersonen oder einen Freundeskreis, sondern mehr ein Paar vereinzelte Freunde, die ich ab und zu nach Lust und Laune treffe (was mich auch nicht wirklich stört). Die kennen einander auch kaum.
    Meine körperliche Befindlichkeit ist auch sehr wechselhaft. Bin im einen Moment topfit und habe Kraft wie ein Löwe. Und im nächsten moment bin ich schon wieder müde. Es ist kaum vorhersehbar, wann ich müde bin und wann ich fit bin.
    Darüberhinaus sind meine Vorstellungen vom Berufsleben und von meiner Wunsch-Beziehung sehr wechselhaft. Auch hier gibt es also keinen stabilen Punkt, den ich anpeilen könnte.
    Mein Therapeut meinte, dass es unter den Umständen schwierig ist, sich ein vernünftiges Bild von sich selbst zu machen. Kein Wunder also, wenn ich mir selbst manchmal fremd bin und nicht richtig weiß, wer ich bin.


    Wie kommt es nun zu diesem seltsamen Zustand von Verwirrung und Orientierungslosigkeit?
    Meine Vermutung (bitte korrigiert mich, wenn ich irgendwo falsch liege):
    Das Gehirn versucht ständig, sich ein Gesamtbild von der aktuellen Situation zu konstruieren. Wenn das nicht gelingt, reagiert es mit Verwirrung.
    Verwirrung ist eigentlich als ein Alarmzustand zu verstehen, in dem das Gehirn krampfhaft nach Informationen sucht, aus denen es ein Gesamtbild für die aktuelle Situation konstruieren kann.
    Es greift dafür auf viele verschiedene Informationen zurück.v

    Vielen Dank, du sprichst mir so tief aus meiner zerklüfteten Seele
    Das sind genau die Worte für das was ich so oft empfinde, die fehlende Ich-Kontinuität. Ich glaube Situationen die das auslösen, sind genau diese, wenn es sich orientieren möchte an der Gesamtsituation. Wenn sich das Hirn fragt: Wer bin ich und wenn ja wieviele und im Speicher lauter Widersprüche stehen. Das Arbeitsgedächtnis muss dann erstmal vergessen und verdrängen dass es diese Widersprüche gibt. Jedenfalls erkläre ich mir das so. Mir geht es aber haargenauso wie dir. Diese totalen charakterlichen und verhaltensmäßigen Gegensätze, die mich so auseinanderreißen, das dann im Gefühl resultiert dass mich keiner versteht. Klar wie denn auch, ich verstehe mich ja selbst nicht.
    Man 2 Stunden in diesem Forum sind für mich aufschlussreicher als jeder innere Monolog der sowieso in der Sackgasse endet...

    Weißt du, wie man das in den Griff kriegt? Habe ein gutes wenn auch manchmal gefühlt kleines Sozialleben aber hatte was das berufliche angeht ausschließlich Misserfolge bis auf ein paar kleine Happen fürs Selbstwertgefühl. Apropos, darf ich dich fragen wie es mit deinem Selbstwertgefühl aussieht? Wenn ich mal wahrsagen darf dann womöglich auch nicht so pralle. Bei mir ist diese Verwirrung jedenfalls immer wieder Grund für den totalen Selbstwertzerfall.

    Und wie sieht deine Philosophie, die dich gegen das alles immunisiert aus? Mein Bauchgefühl glaubt zu wissen, was du meinst. Wenn dem so ist dann war ich nur halb so erfolgreich wie du...
    Geändert von klippklar (25.03.2016 um 05:55 Uhr)

  5. #25
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    ...auch ich schliesse mich den Vorrednern hier an. Kenne das Gefuehl und habe folgende persönliche Hypothese dafür;

    Ich vermute oder befuerchte, dass das allseits bekannte Phaenomen der Reizüberflutung und die eingeschraenkte Faehigkeit der Priorisierung des ADHSlers damit zu tun hat.
    Vorallem aber auch emotional und nicht nur bei den klassischen Konzentrationsaktivitäten!
    Da werden so allerlei Momente und Emotionen aus dem Alltag verstärkt und intensiver gebuendelt, was dann einer massiven "Emo-Tsunami-Welle" gleichkommt, die einen offensichtlich den Boden unter den Fuessen wegreisst.
    Dies führt - hier zumindest - für deutliche Einbrueche im Bereich des Lebenssinnes, Ziele..oder allgemeine Hinterfragung des sogenannten "raison d`être" (franz. für Existenzbegruendung). Da kann offensichtlich auch die ursprünglich erwähnte Eigenidentität beinhalten.

    Ich sehe dies jedoch nicht als Depression im klassischen Sinn, da es bei mir zumindest auch wieder verfliegt, auch wenn durch den Tiefflug oftmals sozialer Rueckzug oder sonstiges daher kommt.
    Nichtsdestrotrotz braucht auch das immerwieder VIEL Energie.

    Der Hinweis auf Achtsamkeit kann ich auch nur empfehlen!
    MBSR ist der englische Ausdruck dafür und das ist perfekt für ADHSler aller Art....bin sehr rational veranlagt und auch nicht annährend esotherisch. Daher Kritiker ...versucht es.

    Danke für den Thread!

  6. #26
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 493

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    Chamaeleon schreibt:
    Joar, also manchmal, da bin ich so dermaßen verwirrt und orientierungslos, dass ich es mit der Angst zu tun bekomme. Es ist, als würde ich mein "Ich" verlieren, meine innere Instanz, die sonst immer fröhlich vor sich hinbrabbelt.
    Es löst sich dann alles auf, inneres und äußeres und alles wird zusammenhangslos. Irgendwie weiß ich dann nicht mehr richtig, wo ich bin und wer ich bin und was ich nochmal tun wollte oder ob ich überhaupt was tun wollte...ich mein, ich weiß das schon irgendwie, aber ich fühle es nicht. Ich fühle mich nicht mehr als eins und die Welt fühlt sich nicht mehr wie das andere an...alles verschwimmt. Das macht mir dann auch Angst, es fühlt sich dann so an, als hätte ich keinen (inneren) Halt. Als wäre ich gerade erst.
    in die Welt geworfen worden, alles ist fremd und ich kann mich an nichts Gewohntem mehr festhalten...(allerdings ohne dieses dissoziierte Gefühl, also ohne Watte im Kopf.) Es ist irgendwie dann auch ne Kirmes im Kopf.

    Kennt ihr das? Oder hab ich psychotische Züge oder so etwas? Vielleicht hängt es auch mit Reizüberflutung zusammen...

    LG
    Hi chamaeleon

    Das was Du schreibst, hab ich seit meiner Kindheit.
    Früher sehr oft, dann immer weniger, bis ich Concerta nahm, seitdem ists weg
    Keine Ahnung woran das lag, allerdings hatte ich dann immer noch zu den genannten Symptomen, das Gefühl, dass mein Kopf riesengross, der rest winzig klein.

    Oder das meine Zunge viel grösser als sonst.
    Mein Zeitenpfinden war dann auch verzerrt, also entweder schneller, oder langsamer, aber meistens schneller, Und ich hatte dann so irreale Gedanken, keine Ahnung das war jetzt ziemlich chaotisch, sorry ich hoffe ihr könnt das nachvollziehen.

    Na auf jeden Fall hab ich das jetzt nicht mehr, keine Ahnung warum, aber ich bin froh.

    liebs Griessli shativa

  7. #27
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    Tumme schreibt:
    Es gibt da eine gute Technik aus dem NLP. Das nennt sich "Stopp" setzen.
    Wenn du googelst findest du da im Netz richtig gute Anleitungen. Muss man auch ein bißchen üben, lernt sich aber im akuten Fall schneller als Achtsamkeit. Wobei die Achtsamkeit immer eine gute Technik für ADHSler ist.

    Wichtig ist es zu erkennen "dass du da reinrutscht". Und dass solche Geschichten ADHS-bedingt sind.

    Wenn du schon soweit bist dass du deine Muster beobachtest wie ein Fernsehprogramm, kannst du auch die NLP-Technik probieren langsam den Ton runterzudrehen bzw. das BIld heller/dunkler werden zu lassen.
    lieben Gruß

    tumme

    Von der NLP-Technik habe ich nichts gefunden. Wie sieht die denn ungefähr aus?
    Könnte mir vorstellen, dass das, womit ich schon mal rum experimentiert habe, so ähnlich ist.
    Ich kann nämlich irgendwie inne Halten und so ganz wachsam darauf warten, dass etwas passiert. Das ist dann so ähnlich, wie wenn man im Hausflur Schritte hört und ihnen hinterher lauscht.
    Nur ohne dass ich etwas spezielles bräuchte, auf das ich meine Aufmerksamkeit richte.
    Dabei werden meine Gedanken dann auch ganz langsam bzw. verschwinden fast und ich lande ganz im hier und jetzt.
    Ist das ungefähr das?

    Habe damit allerdings keine so guten Erfahrungen gemacht. Meine komplette Muskulatur fängt an zu schmerzen und ich kann in dieser Haltung auch nicht viel machen. Nur ganz langsam und unkonzentriert.

  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    klippklar schreibt:
    Vielen Dank, du sprichst mir so tief aus meiner zerklüfteten Seele
    Das sind genau die Worte für das was ich so oft empfinde, die fehlende Ich-Kontinuität. Ich glaube Situationen die das auslösen, sind genau diese, wenn es sich orientieren möchte an der Gesamtsituation. Wenn sich das Hirn fragt: Wer bin ich und wenn ja wieviele und im Speicher lauter Widersprüche stehen. Das Arbeitsgedächtnis muss dann erstmal vergessen und verdrängen dass es diese Widersprüche gibt. Jedenfalls erkläre ich mir das so. Mir geht es aber haargenauso wie dir. Diese totalen charakterlichen und verhaltensmäßigen Gegensätze, die mich so auseinanderreißen, das dann im Gefühl resultiert dass mich keiner versteht. Klar wie denn auch, ich verstehe mich ja selbst nicht.
    Man 2 Stunden in diesem Forum sind für mich aufschlussreicher als jeder innere Monolog der sowieso in der Sackgasse endet...

    Weißt du, wie man das in den Griff kriegt? Habe ein gutes wenn auch manchmal gefühlt kleines Sozialleben aber hatte was das berufliche angeht ausschließlich Misserfolge bis auf ein paar kleine Happen fürs Selbstwertgefühl. Apropos, darf ich dich fragen wie es mit deinem Selbstwertgefühl aussieht? Wenn ich mal wahrsagen darf dann womöglich auch nicht so pralle. Bei mir ist diese Verwirrung jedenfalls immer wieder Grund für den totalen Selbstwertzerfall.

    Und wie sieht deine Philosophie, die dich gegen das alles immunisiert aus? Mein Bauchgefühl glaubt zu wissen, was du meinst. Wenn dem so ist dann war ich nur halb so erfolgreich wie du...
    Nein, weiß leider nicht, wie man das in den Griff kriegt. Bin immer noch am experimentieren. Es gibt bei mir auch immer wieder andere Probleme (wie heute z.B. exzessive Suche nach Genuss), mit denen das überlappen kann. Hast du solche Überlappungseffekte auch? Also ADHS ist mal echt ein kompliziertes Ding ^^

    Mein Selbstwertgefühl schwankt, wie vieles in mir, auch sehr stark. Es gibt immer wieder Momente, in denen ich mich extrem genial finde und dann wieder welche, in denen ich mir einfach nicht genüge ^^
    Und manchmal denke ich mir auch: "Alter, du hast immer so große Ideen und kriegst dann doch nix auf die Reihe. Wie peinlich!"
    Aber alles in allem würde ich sagen, dass mein Selbstwertgefühl eher mein kleinstes Problem ist. Wenn es zu emotionalen Problemen kommt, dann am ehesten zu Hilflosigkeit oder Leere.

    Die Philosophie immunisiert mich nicht gegen das alles. Das ist ja das Blöde an ADHS, dass man es nicht einfach durch seine Einstellung ändern kann.
    Was ich meinte ist, dass meine Philosophie mich davor schützt, in ein depressives Loch zu fallen und stattdessen immer wieder motiviert, weiter zu kämpfen.
    Aber Erfolg gibts für mich bis jetzt auch noch nicht.
    Geändert von easy-dev (29.03.2016 um 02:36 Uhr)

  9. #29
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    @Chamaeleon: Ach schön, das freut mich ja


    Schon interessant, irgendwie hat wohl jeder seine eigenen herangehensweisen.
    Bei mir hilft es im Allgemeinen schon, wenn ich nach Erklärungen suche (nur nicht in der oben beschriebenen Weise ^^). Aber ich finde das Thema an sich auch schon verdammt interessant. Könnte mich manchmal den ganzen Tag mit dem Gehirn beschäftigen ^^


    Das mit den "reellen" Tätigkeiten tut mir auch immer sehr gut. Aber am besten irgendwas, wo man nicht nachdenken muss. Im Haushalt gibts ja glücklicherweise immer viel Auswahl


    Mit Ängsten habe ich weniger Probleme. Genau genommen helfen sie mir manchmal sogar. Ich versuche die immer als einen Rückenwind zu benutzen. Sie geben mir kraft und treiben die Vigilanz in die höhe. Dadurch habe ich mich dann noch besser unter Kontrolle.
    Allerdings weiß ich das richtige Ausmaß an Angst sehr gut einzuschätzen. D.h. ich erkenne sehr schnell, wenn meine Angst überzogen ist und fahre sie dann zurückk. Und in das bisschen, das dann übrig bleibt, gehe ich absichtlich rein. Nur wenn ich mich zu sehr drauf konzentriere, wird es etwas unangenehm. Da wird es mir dann heiß und meine Haut fängt an zu pieksen




    Darf ich fragen, welche Philosophie du dir da zugelegt hast und was die mit ADHS zu tun hat? Meinen Sinn des Lebens habe ich darin gefunden, dass ich ein möglichst reichhaltiges Leben voller Erfahrungen lebe und am Ende unheimlich weise bin durch die ganzen Erfahrungen. Dadurch gelten auch die negativen Erfahrungen als wertvoll, da sie Reichhaltigkeit und Weisheit hervorbringen. Naja, zumindest in der Theorie.


    Klar
    Habe es mir im so zurechtgelegt, dass der Geist hier in die materielle Welt kommt, um kreativ tätig zu werden. Er hat aber Kaum kontrolle über sie.
    Unser Gehirn bietet dem Geist eine ausgeklügelte Struktur, durch die er schon mehr Kontrolle auf materielle Prozesse ausüben kann.
    Unsere Aufgabe ist es also, uns kreativ treiben zu lassen und unsere Ideen von einem schönen Leben auszuleben. Damit wir das können, müssen wir aber erstmal besser werden. Und wenn wir besser werden, dann gibt es wieder Raum für neue, "größere" Ideen. So kann man das Leben als eine Art Spirale aus kreativen Träumen, Arbeit, Genuss und Training sehen.
    Das ist grob zusammengefasst der Teil meiner Philosophie, der mich davor schützt, in depressive Löcher zu fallen. Der motiviert mich auch immer wieder, mich zu verbessern und nach neuen Wegen zu suchen. Dadurch bin ich dann zwangsläufig irgendwann auf ADHS gestoßen, weil ich anders nicht mehr weiter kam.


    Zur Absicherung habe ich dann noch eine Erkenntnistheorie, die es erlaubt, dieses Bild vom Sinn des Lebens so stehen zu lassen, bis ich ein noch besseres, detaillierteres Bild gefunden habe

  10. #30
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Seid ihr manchmal auch so verwirrt?

    easy-dev schreibt:
    Nein, weiß leider nicht, wie man das in den Griff kriegt. Bin immer noch am experimentieren. Es gibt bei mir auch immer wieder andere Probleme (wie heute z.B. exzessive Suche nach Genuss), mit denen das überlappen kann. Hast du solche Überlappungseffekte auch? Also ADHS ist mal echt ein kompliziertes Ding ^^
    Mein Selbstwertgefühl schwankt, wie vieles in mir, auch sehr stark. Es gibt immer wieder Momente, in denen ich mich extrem genial finde und dann wieder welche, in denen ich mir einfach nicht genüge ^^
    Und manchmal denke ich mir auch: "Alter, du hast immer so große Ideen und kriegst dann doch nix auf die Reihe. Wie peinlich!"
    Aber alles in allem würde ich sagen, dass mein Selbstwertgefühl eher mein kleinstes Problem ist. Wenn es zu emotionalen Problemen kommt, dann am ehesten zu Hilflosigkeit oder Leere.

    Die Philosophie immunisiert mich nicht gegen das alles. Das ist ja das Blöde an ADHS, dass man es nicht einfach durch seine Einstellung ändern kann.
    Was ich meinte ist, dass meine Philosophie mich davor schützt, in ein depressives Loch zu fallen und stattdessen immer wieder motiviert, weiter zu kämpfen.
    Aber Erfolg gibts für mich bis jetzt auch noch nicht.


    Das ist lustig. Habe nun seit ca. 2 Wochen auch wieder das starke Bedürfnis nach Rausch (wobei das eigentlich mE mein ganzes Leben schon immer latent da ist). Ja bei mir ist diese Suche nach Rausch glaube ich auch stärker, wenn ich mich inkomplett fühle.

    Ich glaube genau das ist der Grund für diese Inkomplettheit, diese ständige "Wechselspannung". Wird die Spannung wieder zu schnell gewechselt brennen wir durch.

    Ich glaube bei mir kommen diese Momente des schnellen Emotionswechsel von Gut in Schlecht - was dann in der Zerklüftetheit resultiert - immer dann vor wenn eine alte Wunde bei mir aufgerissen wird wie z.B. durch soziale Ablehnung. Ich bin mir sicher dass es aber auch schon ohne äußeren Einfluss aufgetreten ist, je nach Tagesform. Ich fühle mich ja nicht mal jeden Tag gleich, an manchen Tagen kann ich überhaupt nichts mit mir anfangen und da bin ich glaub ich besonders anfällig für auf der einen Seite das und der anderen Seite Sachen wie Angst und psychosomatische Beschwerden.

    Eine wichtige Frage die mir auch auf dem Herzen liegt: Geht es dir auch so dass du überhaupt nicht sagen kannst, was für ein Mensch du vor einem Jahr, oder 5 Jahren warst?

    Ich kann das weder einordnen noch vergleichen, deswegen fällt es mir auch so schwer, Erfolge zu sehen und mich daran zu erinnern wenn ich einmal im Loch stecke. Ich habe immer das Gefühl ich habe früher nicht existiert, zumindest nicht auf diese Weise, also stehe quasi vor einer Nebelwand wenn ich in die Vergangenheit schauen will.

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