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Diskutiere im Thema ADHS = Schwerbehinderung ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Hallo Smile,

    Wie las ich hier im Forum mal so schön: ADS ist nicht wie eine Schwangerschaft, sprich: Es ist nicht so, dass man ADS hat oder nicht, es gibt halt unterschiedliche Ausprägungen.
    Dazu kommen, und das ist mit Sicherheit (zumindest in meinem Fall) das Schlimmste, die Begleiterscheinungen, also die Komorbiditäten.
    Wenn man sein Leben lang versucht, gegen etwas anzukämpfen, das man nicht kennt, dann kostet das Kraft, u.U. sehr viel Kraft. Man versucht zu kompensieren.
    Am Ende steht man da, bekommt ADS diagnostiziert und dazu gesagt, dass man neben einem Burnout auch schwer depressiv und suizidal ist und zudem neben mehreren Angsterkrankungen auch mit Persönlichkeitsstörungen bestückt ist.
    Ich habe mit 45 von dem ganzen Sch... erfahren, als ich soweit war meinem Leben ein Ende zu setzen, denn es war und ist für mich nur ein Fluch.

    Mag sein, dass ADS auch Stärken mit sich bringt, aber die müssen dann auch erkannt und gefördert werden.
    Bei vielen ADS'lern passiert das auch, ohne dass man überhaupt vom ADS weiß und das ist auch gut so.
    Wenn man aber das genaue Gegenteil dessen erfährt, dann endet man an einer Stelle, an der man einfach nicht kann, keine Kraft mehr hat und es nur noch beenden will.

    Ich empfinde es in der Tat als Abwertung, als Kränkung, wenn ich mich als Schwerbehindert oder mit 46 als Frührentner einstufen lassen soll.
    Das ist für mich schlicht nicht zu ertragen.
    Aber ich komme auch nicht umhin zuzugeben, dass ich einfach nicht mehr die Kraft habe.
    Ich will so gerne meinen Teil zur Gesellschaft beitragen, aber egal wie ich es angehe, es endet in Angst, Panik, ich habe Angst vor Menschen entwickelt, Angst vor Versagen, Angst vor dem Leben.
    Das ist eine unerträgliche innere Zerrissenheit.
    Ich bewundere all diejenigen, die Stärken in ihrem ADS finden oder gefunden haben.
    Mein Leben lang kämpfe ich mit dem Zweispalt, dass ich mit einem IQ von 136 nie das erreichen konnte, was ich damit hätte erreichen müssen und erreichen wollte.
    Stattdessen Fehlschläge und Depressionen.

    Für mich ist nur ein Fluch, ein Dämon, nichts Gutes, nicht ein bisschen.

    Es gibt dieses Negative nun mal.

    Einem Kind die Diagnose deshalb ersparen zu wollen ist doch aber vollkommen widersinnig, denn gerade wenn man weiß, womit man es zu tun hat, kann man gerade das, was ich beschreibe, verhindern.
    Ein Kind entsprechend begleiten, fördern, ihm helfen, Strukturen zu erlernen, seine Stärken zu finden und zu fördern, all das.
    Wenn man die Augen davor verschließt und eben dieses Negative nicht sieht, setzt man das Kind genau diesen Gefahren aus.

    Ich hätte mir gewünscht, dass man es damals in meiner Kindheit erkannt hätte oder das man einfach darauf eingegangen und mich entsprechend gefördert hätte.

    Stattdessen habe ich von Kindheit an gelernt, was es heißt gemobbt zu werden, nicht Teil einer Gruppe zu sein, ein Einzelgänger, ein Sonderling zu sein.
    Stattdessen haben meine Eltern (speziell mein Vater) versucht, mir meine angeborene, ADS-bedingte Feinfühligkeit und Ängstlichkeit mit der Faust auf dem Tisch auszutreiben (und nicht nur auf dem Tisch ....)
    Es ist schnurzegal, ob man weiß, dass hinter einer solchen Persönlichkeit ADS steckt, ... wichtig ist, den Menschen zu nehmen wie er ist, auf ihn einzugehen und ihn zu fördern und ihm das Gefühl zu geben, dass er OK ist, so wie er ist.
    Geschieht das nicht, ist das Leben ein einiziger Kampf den man am Ende nur verlieren kann und auf halber Strecke liegen bleibt und und den man nur beenden will.

    ADS kann ein Segen sein, aber auch eine todbringende Krankheit.
    Und gerade deswegen sollte man auch die negativen Seiten nicht verschweigen, allein um zu vermeiden, dass es dem eigenen Kind irgendwann so gehen wird.

    Nachtrag:
    Auch wenn sich dieses Post vielleicht ander liest, aber ich fühle mich keineswegs angegriffen, ich versuche nur zu erklären, wie es in mir aussieht und versuche damit auch sicher, mit mir selber klar und zurecht zu kommen und zu verstehen.
    Ich schreibe dann schnell etwas leidenschaftlich, sorry dafür, falls das so rüberkkommen sollte.


    Viele Grüße
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein ( 2.08.2011 um 13:17 Uhr) Grund: Nachtrag zugefügt

  2. #32
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Fliegerlein schreibt:
    Genau so gehts auch mir.
    Auch wenn mir alle sagen, dass es OK ist, ich kann's nicht akzeptieren, wehre mich dagegen, merke immer wieder, wie die Verzweiflung darüber die Oberhand gewinnt.

    Das ist schon schlimm ... da höre ich von einigen, Freunden und Verwandten, dass sie sich darüber freuen würden, und wenn ihnen jemand sagen würde, dass man sie in Rente schicken will, würden sie nur fragen, wo sie unterschreiben sollen.
    Das mag für Außenstehende so sein und eine nette Vorstellung sein, aber für mich ist das, .. einfach die Hölle, dieses Gefühl von Wertlosigkeit, ich denke immer, ich bin dann ein Sozialschmarotzer, jetzt schon seit über einem halben Jahr krank geschrieben, ich ertrage den Gedanken nicht.
    Am Liebsten möchte ich über all das nicht nachdenken, will, dass das einfach aufhört, aber das wird es nicht.

    Ich denke, wir suchen doch einfach nur dieses eine Plätzchen, an dem wir funktionieren, ein wenig klarkommen, so genommen werden wie wir sind, ein klein wenig in unserem Element sind ...

    Liebe Grüße
    Marcus
    danke..so ist es..


    smilie,

    und ich fühl mich keineswegs angegriffen..

    so hab ich es vor kurzem auch gesehen..das ist ja der punkt..

    lies dir die beiden beiträge über dir vieleicht nochmal durch..


    ich hätt es nie gedacht, das es soweit kommt..aber im moment muss ich es einsehen..

    und auch bei mir ist es ja nicht NUR das ads..

    - ich weiss ich mach meine Arbeit gut..es ist meine Gabe..

    - ich weiss wir haben unseren platz verdient und wir können viel leisten..

    - ich weiss, ich hab alles versucht im moment und bin nicht in der lage..zu arbeiten und mein leben (u das meiner kinder) zu meistern

    - ich will das nicht so und ich weiss, ich werd auch alles weiterhin tun, was ich kann


    momentan BIN ich schwerkrank...

    punkt..

    ursachen, bedingungen dafür, unabänderliche tatsachen, eigeninitiative, möglichkeiten , kraft..sind immer individuell..

    ich wünsch dir von herzen, das du nicht in meine lage kommst..

    ich weiss für mich, das ich alles tu , was geht und weiter tun werde..

    herzlichst angela

  3. #33
    hirnbeiß

    Gast

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Oh Smile.
    Da hast du aber etwas nicht richtig verstanden, oder es fehlt dir lediglich die nötige Empathie.
    Mir geht es oft sehr gut...denke ich.
    Den anderen geht es viel schlechter...denke ich.
    Aber die Wirklichkeit ist der Horror schlechter Witz,
    wenn man in den Spiegel der Realität blickt.
    So. Wenn es dir gut geht und du damit leben kannst,
    dann kannst du das doch nicht auf andere ADHS-Betroffene projezieren
    und solch ein Urleil fällen.
    Es gibt Betroffene die sind so schlecht dran, dass sie gänzlich
    arbeitsunfähig sind oder in einer Behindertenwerkstatt arbeiten müssen.
    Manche nehmen sich nach einer endlosen Odysse sogar das Leben.
    Ich weiß, wovon ich hier schreibe.
    Bedenke noch einmal deine Situation und die der Anderen.

    LG --hirnbeiß--

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Enolem schreibt:
    Krankheit definiert sich als regelwidriger Zustand von Körper, Geist und/oder Seele, der einer Behandlung bedarf. Zur Behinderung kommt dazu, dass eine Genesung nicht erreicht wird, sondern lediglich eine Besserung zur Lebensgestaltung erzielt werden kann.

    Als Biologe werfe ich mal folgende Fragen in den Raum:

    Welchen Regeln zuwider? Woher stammen diese Regeln? Oder provokant: Widerspricht Homosexualität, der inzwischen eine erbliche Komponente nachgewiesen wurde dann auch Regeln? Wo hören diese Regeln auf und wo fangen sie an?

    Es handelt sich dabei tatsächlich um eine Sache, mit der gerade wir AD(H)Sler sehr stark in Berührung kommen. In Wirklichkeit, sprich in der Natur, gibt es keine Krankheiten. Was ich damit meine, dass das Wort "Krankheit" eine rein menschliche Definition ist. In der Natur gibt es keine Regeln oder genauer gesagt, es gibt nur eine: Logik. Wenn Lebewesen Fortpflanzungserfolg haben dann geraten ihre Erbanlagen eben in die folgenden Generationen. Wenn Lebewesen mehr Fortpflanzungserfolg haben geschieht dies mit einer höheren Wahrscheinlichkeit. Alles andere sind nur Folgen der natürlichen Varianz und der Konkurrenz verschiedener Lebewesen untereinander. So ist AD(H)S genau wie Kurzsichtigkeit zum Beispiel eine natürliche Varianz in der Population. Jene Regeln die du ansprichst sind rein menschengemacht - denn die Natur setzt keine Regeln. Das ist letztendlich das, was wir unter Evolution verstehen - auf das Leben angewandte Statistik, nicht mehr. Was soweit funktioniert fortzubestehen funktioniert eben gut genug, um fortzubestehen. Nicht gut genug um sich durchzusetzen - so dass die gesamte Bevölkerung das Merkmal irgendwann besitzt - jedoch gut genug dass es in einem Teil vorhanden bleibt.

    Worauf ich hinauswill - irgendwo in dieser rein durch Wahrscheinlichkeiten bestimmten Merkmalsvarianz versucht der Mensch, sich zu orientieren. Wir sind dabei so stark in unserem gesund vs. krank Denkschema aufgewachsen, dass viele nicht verstehen, dass es letztendlich eine Definitionssache bleibt, genauer, Aufgabe der Weltgesundheitsorganisation, Krankheiten als solche zu definieren, aktuell im sogenannten ICD-10. (Der vollständige deutsche Name greift übrigens den obengenannten statistischen Bezug auf: "Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme")

    Das ist der Punkt, an dem wir auf Schwierigkeiten stoßen, denn manche Erkrankungen befinden sich eben in einer Grauzone, in der es garnicht so klar zu entscheiden ist, ab wann denn nun eine behandlungsbedürftige Beeinträchtigung damit einhergeht. Letztendlich heißt die Erkenntnis, dass man Psyche und Körper nicht getrennt betrachten kann auch, dass man sich Fragen stellen muss, wieviel ein Charakterzug und wieviel als eine Fehlfunktion betrachtet werden kann. Beides bedeutet weder, dass es rein psychischer, noch rein genetischer Natur sein muss, gerade in diesen schwierigen psychatrischen Gebieten. Und darüber streitet sich die Fachwelt konkret - nicht darüber, ob ADHS als Krankheit zu betrachten ist oder nicht - das ist bereits felsenfest. Nein, wo man denn nun genau die Grenze ziehen soll. Und das wird für die Version 11 bzw das DSM-V momentan verhandelt. Und diese Einschätzung ist nicht leicht - eben weil der Krankheitsbegriff eine reine Definitionssache ist und nicht durch "natürliche" Regeln definiert werden kann.

  5. #35
    hirnbeiß

    Gast

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Wenn alles so kompliziert wäre ( ich liebe diesen Konjuntiv),
    dass es einfach würde (schon wieder...:o)
    dann bräuchte (..aber lassen wir das)
    man wirklich Personen, die alles
    komplett verkomplizieren.

    Haben (hätten) wir diese Spezies nun entdeckt,
    dann könnten wir herangehen
    und uns um Vereinfachung bemühen.

    Da eine Vereinfachung aber sehr komplizert wäre.....

    LG --hirnbeiß--

  6. #36
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    *@hippocampus: Ich weiß auch, das es anderen ADS`lern noch schlimmer geht, die solch zusammenhängende Schreibweise nicht in der Lage sind, komplett zu lesen. Ich kanns zwar lesen, bin ne Leseratte, aber schreib bitte vielleicht besser in der Form wie ich hier, mit Absätzen.*


    is nich einfach, das. Ganz egal, obs psychisch oder genetisch oder sonstwas ist,
    für mich ist AD(H)S DIE PEST

    für meine ADS-Freundin *kaostaube*, die mit mir in der WfB arbeitet und die wesentlich jünger ist als ich, ist es genauso die Pest, was ich in ihrem Namen getrost sagen kann.

    Ich muß Asthma-Spray nehmen, hab manches mal Schwierigkeiten damit, weil ichs durch das ADS vergesse, direkt nachdem ichs genommen hab, weiß ich schon nicht mehr, ob ichs genommen hab oder nicht.

    Ihr braucht mir jetzt keine Tipps geben , die kenn ich schon alle, danke.

    Die verschiedenen Schweregrade bei ADS.

    ich hab keinen Schulabschluß geschafft, trotz hoher Intelligenz.

    Als Erwachsene hab ich den Hauptschulabschluß mit links geschafft, extern, aber nur, weil ich vorher wie bekloppt versucht hab, mein Abi zu schaffen, was aufgrund der ADS für mich nicht möglich war.

    LG Anni

  7. #37
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    hallo fliegerlein und alle andere, denen ich etwas zu forsch
    auf die füsse getreten bin.

    ich verstehe euren standpunkt - doch, und bitte versteht mich nicht falsch.....

    adhs kann behindern, adhs kann begleiterkrankungen hervorrufen - doch
    adhs muss nicht - es ist nicht die adhs, die uns krank macht -

    wir sind vom typ her (immer meine meinung) anders, wir würden anderswo / in einer anderen struktur und ordnung
    besser bestehen,,,, klar, wir können *den anderen* nicht die schuld geben - an unseren schwierigkeiten.
    doch, wir müssen uns auch aus der "fesselung" der "norm-vorstellung" lösen.... wir sind anders, und ich will und kann
    gar nicht so sein wie all die anderen. es ist doch die gesellschaft die uns krank macht - nicht die adhs. es ist der druck, so sein
    zu wollen, wie wir gar nicht sind.

    an was orientieren wir uns? an dem was die gesellschaft als normal sieht? - dies verunmöglicht all das spezielle, all das aussergewöhnliche,
    all die dinge - die wir eben anders und gut können. man muss uns nicht verstehen, wir sind wer und wer mir gutes will, der kann und wer nicht - der kümmert mich nicht. (abgrenzen)

    wieso entstehen die komorbitäten? ist es nicht so, dass wir über längere zeit uns zu biegen versuchen, vorallem soweit, dass es ungesund wird?
    nein, wir müssen uns nicht ver- beugen.

    ganz klar; ist man krank - kann man nicht mehr - so ist es sicherlich richtig - sich ruhe zu gönnen - sich krank schreiben zu lassen -
    ihr habt sicherlich über längere zeit eure kräfte eingesetzt - ihr habt das recht euch zu schonen -

    bitte bemitleidet euch nicht! ihr schafft es.

    doch; adhs - kann behindern doch adhs muss nicht und vorallem ist adhs nicht per se eine behinderung.

    ich sehe es so, als ich geboren wurde habe ich einen rucksack mit werkzeugen bekomme (gene)
    erlerne ich wie ich mit den werkzeugen umzugehen haben, wird es mir ermöglicht sie einzusetzen?
    oder
    zeigt man mir nicht, was ich mit all dem zeugs anzufangen habe, bepackt man noch den rucksack mit steinen?

    gruss, ich wollte niemanden beleidigen, ich verstehe, wie es ist, wenn man einfach nicht mehr kann (kraftlos)
    man kann adhs als behinderung sehen oder sich mit dem eigenen ich versöhnen.

    bitte, bitte..... nicht falsch verstehen - es ist gut gemeint und nur meine meinung.

  8. #38
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    hallo,

    sicher geh ich da mit vielem mit.

    Ich weiss wo die Grenzen in meinem Umfeld sind,

    Und ich werd weiter alles daran setzen, zu ändern, was möglich ist.

    Auch aufzuklären , mut zu machen..Poitives zu sehen.

    ich denk auch, ich bin nicht behindert..ich werde behindert


    meine Erfahrungen und die Realität schreien mich jeden Tag an..gib auf, gib auf..

    mach ich nicht.. wünsch ich auch denen nicht, bei denen ich es erleb.

    Hoffen und Tun wir was dafür, das die Zeiten sich ändern..

    Ich machs..

    Wenn nicht für mich, dann eben für die Kinder



    und

    ich dank jedem, der sich überhaupt gedanken macht und nicht abstempelt....

    Angela

  9. #39
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Hallo Smile,

    sorry, aber dies:
    Smile schreibt:
    ich verstehe euren standpunkt - ...
    und dies:
    bitte bemitleidet euch nicht! ihr schafft es.
    lassen mich vermuten, dass Du es eben nicht verstehst.
    Denkst Du wirklich, dass es Selbstmitleid ist??
    Mitnichten ist es das.
    Anfangs dachte ich das selbst, aber tatsächlich ist es nichts anderes als Erschöpfung und Verzweiflung.

    Es ist, also würde man einen Turm hinaufgehen, per Treppenhaus. Man kommt gerade so oben an, kann nicht mehr, hat all seine Kraft verbraucht, ist kaputt und abgekämpft.
    Und dann kommt einer, schließt noch eine Tür auf und sagt: "Da müsst Ihr jetzt auch noch rauf"
    Deine Beine versagen den Dienst, die Muskeln sind ausgepowert und können Dich nicht mehr tragen.
    Jeder, der schon mal intensiv Sport getrieben hat, kennt das: man ist durch, alle, fertig, am Ende seiner Kraft.

    Selbstmitleid?
    Oh Bitte, ...


    wir sind vom typ her (immer meine meinung) anders, wir würden anderswo / in einer anderen struktur und ordnung
    besser bestehen,,,,
    Wunderschön und sicherlich richtig, ... aber wir leben nun mal in DIESER Gesellschaft, Struktur und Ordnung.
    Und in dieser bis auf die letzte Sekunde ausgetakteten ISO9000, zertifizierten Welt wird der Platz für uns immer kleiner, der Spielraum immer enger.
    Wo sind denn die Fluchtmöglichkeiten? Wo sind denn die Nischen, in die wir noch passen?
    Auf dem Arbeitsmarkt biste mit über 40 doch so schon als Normalo gearscht....

    Mein letzter Job war in einem Industriebetrieb, da war ich einerseits intellektuell gnadenlos unterfordert und trotzdem bin zur Erschöpfung überfordert, weil die Maschinen den Takt vorgeben und keine Zeit zum Denken lassen, zum Erinnern, zum Strukturieren. Da ist kein Spielraum für Zerstreutheit, für Vergesslichkeit, für Träumer.
    Einerseits habe ich die Produktionslinie innerhalb eines Monats allein fahren können, wofür andere normalereise ein halbes Jahr brauchen, andererseits habe ich Fehler gemacht, die dazu einfach nicht passen, weil ich vergesslich und zerstreut bin und Flüchtigkeitsfehler mache.
    Dazu kommt, dass ich automatisch auf Hochleistung laufe, ich kann nicht anders, sonst werde ich vollkommen schlusig.
    Um mich bei der Stange und bei Konzentration zu halten, muss ich mich selbst herausfordern, mit dem Ergebnis, dass ich Stückzahlen gefahren habe, die andere nicht fuhren.
    Was kommt dabei raus: Die Leute bekommen Angst vor Dir, ... sie sehen, dass da jemand ist, der innerhalb kürzester Zeit die Linie fährt, hohe Stückzahlen produziert und das macht ihnen Angst.
    Sie haben Angst um ihre Reputation, ihren Job und davor, dass sie daran gemessen werden und ebenfalls dazu verdonnert werden, das Tempo anzuziehen, sie fühlen sich bedroht von Dir... warum auch immer, ich tu niemandem was, will einfach nur gut sein, meinen Job machen, ein klein wenig das Gefühl haben, etwas richtig zu machen, etwas gut zu machen, stattdessen erntest Du Mobbing...
    Auf der anderen Seite sehen sie, dass Du Fehler machst, blöde Fehler ...
    Und damit gibst Du ihnen dann die Munition, mit der sie auf Dich schießen können und schon geht das Mobbingkarussel los.

    Menschen .... so sind Menschen ....

    Wenn Du Dich dann auch noch insgesamt etwas zurückziehst, weil Du nun mal introvertiert bist und Deine Ruhe brauchst um Energie zu schöpfen und Gespräche, vor allem dieses oberflächliche und nutzlose Kantinengequatsche, einfach nur als anstrengend empfindest, dann bist Du vollkommen unten durch, weil sie glauben, Du hälst Dich für was besseres, was aber nicht wahr ist, ich kann es eben nicht und ich lade meine Energie über die Ruhe auf.

    Aber das versteht eben keiner, will keiner verstehen in dieser oberflächlichen Welt.
    Warum auch, das kann ich keinem übelnehmen und nehme es auch keinem übel.
    Nur passe ich offensichtlich nicht in diese Gesellschaft.
    So was wie ich ist zum Aussterben verurteilt.

    Mag sein, dass es woanders besser ist und dass es früher anders war (mein Vater ist damit noch wesentlich besser unter- u. zurechtgekommen).
    Aber ich lebe im Hier und Jetzt.
    Und jetzt kommen wir auf das Beispiel mit dem Turm zurück:
    Du stehst oben, hast keine Kraft mehr, die Beine versagen Dir den Dienst und Du bist vollkommen ausgepowert und dann kommt einer und sagt Dir, "Jetzt fängst Du noch mal von Vorne an"

    Das habe ich schon X-Mal getan.
    In den 20igern war das noch spannend und interessant.
    In den Dreißigern wurde das anstregend und immer schwieriger.
    Und jetzt bin ich Mitte Vierzig und frage mich, wie ich es schaffen soll, die Kraft zu sammeln, um wieder von Vorne anzufangen.
    Nach all den Fehlschlägen...

    Selbstmitleid?
    Ich habe mein Leben lang gekämpft, bin immer und immer wieder aufgestanden und habe nie aufgegeben, immer wieder bei Null angefangen.
    Habe mit 24 nochmal wieder eine Ausbildung gemacht, für eine Ausbildungsvergütung, habe jetzt in dem Industriejob, der mich letztlich kaputt gemacht hat, den Verdienst erreicht, denn ich ziemlich genau 20 Jahren schon hatte .... die Preise sind inzwischen vervierfacht ...

    Aber irgendwann hast Du einfach keine Kraft mehr und schlimmer noch:
    Genau das kannst Du nicht ertragen, von anderen abhängig zu sein; nicht mehr für Dich selbst sorgen zu können; Deinen Teil in die soziale Gemeinschaft beitragen zu können....
    Das wirft Dich in einen Zwiespalt der nur einen einzigen Schluss zulässt ..... weil es für Dich nicht tragbar ist.

    Egal, .. wir driften hier gewaltig vom Thema ab und sollten das hier beenden und zum eigentlichen Thema zurückfinden ...

    Liebe Grüße
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein ( 3.08.2011 um 14:29 Uhr) Grund: Rechtschreibung überarbeitet

  10. #40
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    @fliegerlein
    ich habe dir eine pn geschickt.

    @angela
    ja, man wirft mir vor sehr rechthaberisch zu sein. nein, ich möchte nur meine meinung vertreten.
    ich sehe nicht das problem bei der adhs - sondern mehr in unserer schnelllebigen, teils kleinkarierten gesellschaft.

    ja du hast recht, wir, die wir wissen - sollten uns stark machen, für unsere kinder und all die anderen,
    damit sie nicht mit all den schwierigkeiten zu kämpfen brauchen. damit sie besser verstanden werden.

    damit adhs nicht gleich schwerbehinderung zur folge hat.
    gruss

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Thema: ADHS = Schwerbehinderung ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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