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Diskutiere im Thema ADHS = Schwerbehinderung ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #101
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Ich möcht gern mal ein anderes und für mich gerade sehr aktuelles Beispiel erzählen, welches ein wenig erklärt, was ADHS zu einer Krankheit und Behinderung macht/ machen kann.

    Wie viele ADHS'ler habe auch ich einen schlechten Schlaf und mein Leben lang, schon als kleines Kind Kopfschmerzen und Schulter-Nacken Verspannungen, schwer sogar.

    Schlaf ist überhaupt so ein Thema bei ADHS.
    Durch die Stoffwechselstörung haben ADHS'ler keine richtigen Tiefschlafphasen und der Schlaf insgesamt ist nicht so erholsam.
    Das hat Martin Winkler mal ganz ganz wunderbar und plastisch auf einem Vortrag sehr bildhaft beschrieben, in dem er den Schlafvorgang mit der Reinigung eines Swimmingpools verglich, in den im Laufe des Tages immer Laub fällt und nachts kommt ein Poolreinigungsroboter und räumt dort auf.
    Selbiger funktioniert bei uns nicht, erstens weil er nicht alles wegbekommt, was über Tage reinfällt und zweitens, weil er nicht bis zum Grund kommt und daher sich unten eine Schlammschicht bildet und die wird immer größer und größer, bis das Teil festhängt und gar nichts mehr funzt.
    (Ich hoffe, Martin ist mir jetzt nicht böse, dass ich sein Beispiel hier weitergebe... )

    Kurzum:
    Bei uns funktioniert die Regenerierung im Schlaf nicht so wie bei Menschen ohne ADHS.

    Heute Nacht bin ich zweimal aufgewacht.
    Das ist im Grunde normal, aber diesmal nicht nur wegen der Nacken- und Kopfschmerzen, die auch, sondern weil mein Kieferbereich mal wieder dermaßen angespannt war, dass ich mir zweimal in die Unterlippe gebissen habe und mir das Blut aus dem Mund lief.
    Das ist reine Anspannung.
    Und das alles nur wegen dieser Träumerei über das Tagesgeschehen.
    Das sind mitnichten Flashbacks aus Traumafolgestörungen, die mich immer wieder einholen, das ist das ganz normale Tagesgeschehen, dass ich nicht sauber verarbeiten kann.
    Da reicht es, mal die Nachrichten zu schauen oder einen Krimi.

    Normale Menschen haben damit nicht solche Probleme, viele andere ADHS'ler, so auch ich, schon.
    So sehr, dass es zu chronischen Schmerzen, Haltungsschäden und weiteren Problemen führt.

    Meine Frau hat auch mal eine schlechte Nacht und auch mal Kopfschmerzen, aber die Regel ist, dass sie einen Schlaf hat, in den sie leicht kommt und aus dem sie erholt wieder aufwacht.
    Das ist bei ADHS'lern nicht immer so der Fall.

    Und das hat nichts mit Stress zu tun, ich hab hier im Moment nichts auszustehen.
    Trotzdem brauche ich eine pemamente Schmerztherapie und habe trotzdem immer wieder Probleme, die mir auch bleiben werden.

    Aber unter anderem auch diese Probleme sind es, die den Krankheitswert ausmachen.
    Und das hat nichts mit gesellschaftlichen Problemen und Umfeld zu tun oder damit, dass andere uns krank machen (was ich nicht bestreite), auch das sind direkte Symptome einer ADHS.
    Und wenn diese Symptome zu einem permanenten Leiden führen, das mich in mehreren Lebensbereichen einschränkt, dann ist das eine Krankheit und durchaus auch eine Behinderung.
    Der Grad der Behinderung und die Schwere der Krankheit wird dabei durch das Ausmaß der Einschränkungen und des Leides bestimmt.

    Wenn also jetzt Jemand eine "flippige Person" ist, der in seiner Nische aber durchaus zurecht kommt und diese ganzen weiteren Probleme, die direkt der ADHS entstammen, nicht hat, dann gibt es auch keinen Grund, eine ADHS zu diagnostizieren, oder allenfalls eine leichte, aber wohl kaum behandlungsbedürftige.

    Und ganz ehrlich:
    Wenn ich anderen Menschen das so berichte, von solchen Erlebnissen erzähle, dann sind die sehr wohl verständnisvoll und hilfsbereit.
    Die wissen nicht, dass das zu ADHS gehört.
    Man hört und liest ja auch immer nur vom "Zappelphilipsyndrom".
    Wie weitreichend das ist, erkennt keiner,
    Wenn ich denen erzähle, dass mein Gehirn selbst bei geschlossenen Augen noch so auf Vollast läuft, als würde man eine Matheklausur schreiben, dann sehen die einiges anders.
    Dann erscheint das Ganze in einem ganz anderen Licht.

    Aber das sind nun mal Symptome, die zur ADHS gehören und die machen einen Krankheitswert aus.
    Und das Leid bestimmt die Diagnose.

    Und Nicht-ADHS'ler haben solche Schlafprobleme, in diesen Ausmaßen wie wir sie haben, nicht.

    Und ja, wenn man das irgendwann nicht mehr kompensieren kann, dann ist es eine Behinderung und die anzuerkennen sagt mir, dass ich eben mehr Ruhe/ Schutz benötige als andere und einige Dinge eben nicht kann und das verstehen die dann auch.
    Ich kann nicht einfach in's Kino gehen, ohne vorher die Handlung des Films gelesen zu haben und zu kennen.
    Davon hab ich sonst etliche Nächte gut.
    Ein Film wie "Der Soldat James Ryan" und ich hab für Monate Alpträume, weil ich das einfach nicht verarbeiten kann.


    Und diese Probleme sind vollkommen unabhängig von der Gesellschaft und Normen und wasweißich.
    Würd ich jedenfalls sagen .

    Viele Grüße
    Fliegerlein

  2. #102
    ...das war mal..

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 265

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    hansdampf schreibt:
    Freiheit und Autonomie (in sämtlichen Lebensbereichen) sind die Essenz des Seins.
    Kommt vielleicht etwas plakativ daher. Aber so ist das nunmal.

    D.h. der Rententräger stellt Dir eine berufliche Reha in Aussicht (oder hat entsprechende Zusagen gemacht), weil Du voll Erwerbsgemindert bist?
    Denkst Du, dass es ohne (volle) Erwerbsminderung schwieriger wäre, eine Ausbildung/Umschulung genehmigt zu bekommen?

    Die anschließende unbefristete Erwerbsunfähigkeit ist von Dir bei den entsprechenden Stellen /SB aber nicht Thematisiert worden, oder?
    Sorry,
    das bekommst du jetzt voll in den falschen Hals...

    Du kennst den Zusammenhang nicht.

    Bin ja auch noch nicht so lang hier.
    Habe in einigen Beiträgen genauer dazu geschrieben.

    Eine Reha über die DRV bekommt man nicht weil man Rentner ist.
    Meist dann erst gar nicht mehr.
    Denn Reha über die DRV will wieder arbeitsfähig machen.
    Oder die bedrohte Arbeitsfähigkeit präventiv schützen und erhalten.

    Ausgenommen jetzt mal Krebs o.ä....

    Ich bin komplett entlassen in die volle Erwerbsminderung.
    Da denen das alles zu aufwendig ist mit mir.

    Man sieht bei mir keine Chance auf Eingliederung in das System ihrer Ausbeutung.

    Seit dem ich den Schalk im Nacken los bin und frei denken und handeln kann, sprich keinerlei Erwartungen mehr erfüllen muss...
    fange ich an, meine Fähigkeiten zu bündeln und zu entfalten.

    Ich suche mir nach und nach Menschen, die mir gut tun und mir helfen können.
    In absolut spannungsfreier Atmosphäre.
    Ich muss mich keinem Dre...amt gegenüber mehr rechtfertigen.

    Bekomme ein nettes junges Mädel (Sozialpädagogin) an die Seite, die mich 1mal pro Woche besucht
    und mit mir checkt, was dran ist, wo Defizite sind, welche Sachen zu erledigen sind...
    Freizeitaktivitäten unterstützt und mit mir schaut, wie und wo individuelle Hilfe möglich ist.
    Man nennt das auch ambulant betreutes Wohnen.

    Desweiteren bekomme einen Ergotherapeut, der selbst ADHSler ist als Coach(zur Zeit über die Kasse).
    Später über das "persönliche Budged".
    Eine Haushaltshilfe, Psychotherapie und sportliche Kurse bezahlt.

    Ich denke darüber nach, ob wenn es mir in 2-3 Jahren besser geht und ich diese Zeit habe nutze können,
    ich neue Wege einschlage und damit erfolgreich sein kann und aus der Rente ausschere.

    Ich will damit sagen, das ich nur durch die innere Ruhe und Möglichkeit der totalen Selbstregulation,
    ohne das mir dauernd irgendein Hosenscheißer sagt, was die wollen das ich tue,
    erst i.d.L. bin Antrieb und Fähigkeiten zu entfalten.

    Kaffeehausathmosphäre wie vor 150 Jahren eben.

    Dieses angeblich "soziale System", ist für mich immer nur ein lebensfeindlicher psychischer Knast gewesen.
    Hätte man mich als jungen Menschen schon in Ruhe gelassen, wäre ich ein guter Steuerzahler geworden.
    So aber, habe ich einen Kampf geführt gegen eine mir feindlich gesonnene Umgebung und Gesellschaft.

    Nie hat es jemand interessiert, wie und was ich gut kann, bzw. wo meine Fahigkeiten und Unfähigkeiten sind.

    Und diese Fähigkeiten und Unfähigkeiten haben diese Stinos auch.
    Dazu muss man nicht mal ADHSler sein.

    Auch Stinos werden auf diese Weise verheizt.
    Nur kann man sie wohl länger benutzen bzw. ausnutzen.

    Sicher stellt es aus deren Sicht eine Behinderung dar, das ich nie getan habe, was man von mir erwartete.
    Aus meiner Sicht, sind Die diejenigen, die Behindert sind.

    Ich nehme heute gern einen Schwerbehindertenausweis entgegen als Waffe gegen dieses System.

    Ob ich in 2 oder 3 Jahren noch Hilfebdürftig bin, werden wir sehen....
    Habe in den letzten 17 Monaten schon viel gelernt.
    Bin gespannt, wie es weitergeht in den nächsten 2 befristeten Zeiträumen der EM-Rente.

    hansdampf, eine unbefristete volle Erwerbsminderung würde ich niemanden gegenüber thematisieren.
    Das brauche ich auch gar nicht.
    Ich lege nur die Diagnosen, Befunde und Berichte vor.
    Und dann bekomme ich automatisch Verlängerung.
    Bzw. werde angemahnt, die Anträge auszufüllen und abzugeben.

    Ausscheren kann ich(wie auch jeder Andere) allerdings jederzeit, wenn ich z.B. gut bezahlte Arbeit annehme.

    Solange ich das nicht als möglich ansehe, habe ich Zeit und Ruhe, zu tun, was, wann und wo ich will.

    Und wie ich schon sagte, erst dadurch, bin ich in der Lage, meine Möglichkeiten/Fähigkeiten nutzen zu können.

    Man sollte dieses perverse System der Unterdrückung komplett abschaffen und durch ein Bürgergeld ersetzen,
    welches jedem zustünde, vom Penner bis zum Millionär.

    Prompt würde es allen Menschen in D besser gehen.
    Auch wäre jeglicher Umgang miteinander entspannter.

    Würde man sich mal lösen davon, einander erzählen bzw. aufzwingen zu wollen,
    was man erwartet, wie der Andere zu sein hat oder was er wann zu tun hätte,
    wäre die Produktivität in diesem Lande um einiges höher als sie es ist.

    Gruß Andy.

  3. #103
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Guten Morgen zusammen

    Tja da ich grad mal wieder nicht wies was ich machen soll, möchte ich hier auch noch ein bisschen was schreiben...
    Ob ich fragen habe weis ich grad noch nicht das werde ich in den nächsten Minuten feststellen, während ich diesen Text schreibe...

    Ohhh man bin ich echt schon soweit, dass ich anfange mit dem Gedanken zu spielen, mich in die "behindertenschublade" stecken zu lassen?

    Nun zu meinen Problemen mit meinem Leben... Vll könnt ihr, die das alles schon hinter sich haben, mir sagen ob und ja und wieviel das dann wäre...

    Zu meiner Person:

    männlich 24 Jahre Auszubildender im dritten Lehrjahr, wohnhaft bei Mutti

    Meine Krankheiten:
    - schlafstörungen und beginnende Depresionen seit dem 12ten Lebensjahr
    - Drogenkonsum seit dem 15ten bis Anfang dieses Jahres um schlafen zu können, Ruhe zu finden und die "depresiven" Symptome zu "lindern"
    -mit 17 die erste Diagnose "Depression" und Behandlung mit Venlafaxin; keine Psychotherapie da immer erst eine Entgiftung verlangt worden war und ich, bockig und jung, natürlich darauf keinen
    Bock hatte ("ich lasse mir doch nicht das wegnehmen, was mir das erste mal in meinem Leben frieden geben konnte ohne zu wissen ob mir wirklich geholfen werden kann")
    - Seit dem 17 Lebensjahr in unregelmäßigen Abständen halt weiterhin Diagnosen Depression, Schlafstörung, Erschöpfungssyndrom, Suchterkrankung, Depresion, Schlafstörung,
    Erschöpfungssyndrom

    Hat aber alles mehr oder weniger funktioniert, bis letztes Jahr im März und ich habe mich damit abgefunden gehabt ein depressiver Kiffer zu sein der nicht schlafen kann...

    - jetzt mit 23 Jahren im März vergangenen Jahres die Diagnose Diabetes Typ 1
    -Seit dem sehr oft krankgeschrieben wegen Diagnose Depression, Schlafstörung, Erschöpfungssyndrom, Suchterkrankung, Depresion, Schlafstörung,
    Erschöpfungssyndrom >.<
    - Nun seit Anfang des Jahres Clean
    -Diagnose im Januar Verdacht auf ADHS (DIagnose-Termin ist Ende des Monats... endlich; das waren jetzt harte wochen seit beginn des Jahres und wegfall von schädlichem Cannabiskonsum)

    -Derzeitige Probleme sind Depression, Schlafstörung, Erschöpfungssyndrom... Zusätzlich entgleist mir mein BLutzucker zur Zeit pausenlos, da sich das ende meiner Remissionsphase andeuted.
    außerdem extreme Stimmungschwankungen seit dem ich nicht mehr kiffe, unkonzentriert (schlimmer als jemals mit Cannabiskonsum), unkontrolierbare Wutausbrüche bei ,für mich nicht rational
    erklärbaren, Kleinigkeiten ohne Kontrolle auf den Verlauf des Wutausbruchs zu besitzten... Ach ja erwähnte ich schon schlaftstörungen ^^ (bin seit donnerstag morgen schon wieder auf den beinen
    ohne Schlafen zu können... Minderwertigkeitskomplexe hoch 10, selbsthass ohne Ende...
    In den letzten wochen kommen nun noch häufige sehr krasse Hypoglykäminen dazu (30 oder niedriger) da ich häufig nicht weis ob ich mein Insulin für ne Mahlzeit schon gespritz habe und es mir
    dann doppelt verabreiche. Kurzum ich komme gar nicht mehr klar...
    Logischerweise bin ich derzeit krankgeschrieben und auch gott froh darüber....

    Wenn zu diesen ganzen Problemen jetzt dann auch noch adhs diagnostiziert werden sollte Ende des Monats....

    Nun meine Frage an euch:
    Bin ich theoretisch berechtigt so einen Ausweis zu beantragen oder reichen solche "Lapalien" nicht aus für nen Behindertenausweis?

    Sooory für komische Textstruktur aber bin völlig übernächtigt -.-

    LG Chokmah

  4. #104
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Fliegerlein schreibt:

    Und Nicht-ADHS'ler haben solche Schlafprobleme, in diesen Ausmaßen wie wir sie haben, nicht.
    Hallo

    Woher hast du solche Fehlinformationen? Oder kennst du ansonsten nur psychisch gesunde Menschen? Dann frage doch mal bei uns Bipolaren zum Beispiel nach. Weißt du, wieviele sich dort auf Grund ihrer Phasen ihren Schlaf auf Dauer kaputt gemacht haben?
    Nicht umsonst bekommst du auf diese Störung einen höheren GdB als auf ADHS. Schlaf ist bei uns ein promäres Thema...ich gebe zu, bei mir doppelt, weil ich eben die Doppel-Diagnose habe. auch bei anderen psychischen Krankheiten/Störungen dürfte das der Fall sein...

    VG Amn

  5. #105
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Chokmah schreibt:
    Bin ich theoretisch berechtigt so einen Ausweis zu beantragen oder reichen solche "Lapalien" nicht aus für nen Behindertenausweis?
    Hallo

    Wie wäre es, wenn du erst mal wartest bis du völlig entgiftest bist? Januar ist noch nicht lange her...von daher sind deine Depressionen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen klar Folge hiervon. Hast du mal daran gedacht in eine Langzeittherapie zu gehen? An deiner Stelle würde ich mich an jeden seidenen Faden klammern. Deine Probleme werden nicht weniger, wenn du einen GdB hast.

    Viel Glück...und auf dass du die für dich richtige Entscheidung triffst.

    VG Amn

  6. #106
    Ist hier zuhause

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    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Amneris schreibt:
    Hallo

    Woher hast du solche Fehlinformationen? Oder kennst du ansonsten nur psychisch gesunde Menschen? Dann frage doch mal bei uns Bipolaren zum Beispiel nach. Weißt du, wieviele sich dort auf Grund ihrer Phasen ihren Schlaf auf Dauer kaputt gemacht haben?
    Nicht umsonst bekommst du auf diese Störung einen höheren GdB als auf ADHS. Schlaf ist bei uns ein promäres Thema...ich gebe zu, bei mir doppelt, weil ich eben die Doppel-Diagnose habe. auch bei anderen psychischen Krankheiten/Störungen dürfte das der Fall sein...

    VG Amn
    Sorry, falsche Wortwahl.
    Mit Nicht-ADS'ler wollte ich den Ausdruck "Stinos" oder "Normalos" vermeiden (ich finde sie wirken ein wenig abwertend) und mich damit auf "psychisch (weitgehend) Gesunde" beziehen.
    Das bezog sich nicht auf andere psychische Erkrankungen,.
    Die Liste der psychischen Erkrankungen, bei denen Schlafstörungen zum Krankheitsbild gehören, ist lang.
    Also keine Fehlinformation, aber eindeutig eine falsche Wortwahl .

    Sorry, mein Fehler, falsch formuliert.

    LG
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 9.02.2013 um 11:57 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #107
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Guten Morgen Amneris,

    Ja die liebe Langzeittherapie

    Weist du bei der Thematik denke ich immer an das Henne/ Ei Problem...

    Mir ist schon klar, dass ich nach 5 Wochen Abstinenz nicht erwarten kann, dass mein Gehirn wieder in einem Zustand des Gleichgewichts ist.
    Allerdings hatte ich auch während meiner 8 Jahre Drogenkonsum auch schon meine "Clean-Phasen" (einmal ein halbes Jahr und einmal 2 Monate)
    Nun wenn du meinen Beitrag gelesen hast und davon gehe ich aus, sollte dir aufgefallen sein, dass meine Depressionen und Schlafstörungen bereits vor meinem Konsum angefangen haben.

    Auch haben meine Probleme nicht erst mit beginn der Pubertät eingesetzt, sondern, so wie ich das jetzt aus meinen Grundschulzeugnissen und Lehrerbefragungen raus deuten konnte, wesentlich früher.
    Ich habe warum auch immer massive Probleme mich in die Schublade des Suchtkranken stecken zu lassen. Klar sind die Probleme die ich anscheinend schon immer mit mir rumtrage durch den Konsum nicht besser geworden...
    Mir stellt sich dann aber die Frage:"Werden die Probleme verschwinden, wenn ich nicht mehr Suchtkrank bin?"
    Was ist denn Suchtkrank eigentlich genau? Ist dies nicht fast immer der verzweifelte Versuch der Selbstregulation eines überforderten Organismus?

    Sicher können spezialisierte Suchtkliniken für Menschen mit massiven Problemen, mangelnden Fähigkeiten zur Einsicht, fehlendes Bewusstsein zur Selbstreflexion etc DIE Anlaufstelle schlechthin sein.
    Bei mir ist das allerdings ein wenig anders... Seit dem ich angefangen habe zu konsumieren, war ich immer bemüht darum in soweit mir meine Probleme warum ich mich betäuben muss einzugestehen. Es gab Phasen in meinem Leben da war ich sehr gut in dieser Art der Reflexion und es gab Phasen da war ich weniger gut darin. Oder fühlte mich aufgrund fehlender belastender Psycho Sozialen Faktoren der Problematik erhaben; da mein Konsum zu diesen Phasen aus rein hedonistischen Gründen geschah...

    Zur Zeit entwickel ich wieder neue Verhaltensstrategien im Umgang mit mir selbst und der Welt. Diese Strategien beruhen primär auf Bewusstsein...
    Hach ich bin schon so ein kleiner Freak, wenn ich mich gerade so wieder in meinem narzisstischen Geschreibsel beobachte.
    Ich habe dennoch in mir das Bedürfnis vor versammelter Mannschaft zu rechtfertigen.
    Lass mich versuchen meine "Strategien" anhand des letzten Satzes zu erläutern...

    Der Wesensteil meines Bewusstseins der das dringende Bedürfnis verspürt sich hier recht zu fertigen, gehört zum selben Teil meiner "Persönlichkeit", die es auch nicht akzeptieren will das eine Langzeittherapie mir helfen könnte.
    Nun was passiert aber in dem Moment wo ich diese Aspekte meiner selbst, als Teilaspekte meiner komplexen Persönlichkeitsstruktur erkenne und nicht ich selbst dieser Aspekt bin.
    Alleine nur schon die Tatsache, dass ich in der Lage bin gewisse Muster in mir selbst zu erkennen und diese nicht als "ICH" wahrnehme, deutet aus meiner Sicht auf eine schwere psychische evtl sogar eine neurologische Störung hin.
    Meines Wissens ist der "normale" Mensch nicht in der Lage die Gesamtheit seines Egos in mehrere Einzelteile zu zerlegen. Tja ist dieses Verhalten nun Teil einer multiplen Persönlichkeitsstörung?

    Ich denke ehrlich gesagt nicht, denn in dem Falle der Krankheit spalten sich Teile des Gesamtbewustseins, meines Wissens, autonom ab und nicht durch objektive Introspektion des subjektiven Seins und erleben. Bei mir findet auch keine wirkliche Trennung im Sinne einer multiplen Persönlichkeitsstörung statt, sondern ich bin einfach in der Lage durch mein "neutrales" Bewusstsein gewisse Aspekte als konditionierte Verhaltensweisen zu erkennen und diese nicht als das was wir "Ich" nennen wahrzunehmen.

    Ich weis nicht ob du in der Lage bist mir zu folgen auf was ich heraus möchte, möchte mich aber vorerst an dieser Stelle verabschieden, da mein Magen knurrt und meine Freundin soeben erwacht ist

    Falls dich oder andere diese Thematik wirklich interessieren sollte, was ich irgendwie bezweifle, da ich als Drogen-Mensch eh nicht in der Lage bin aus eurer Sicht, auch nur ansatzweise irgendetwas konstruktives aus meinen Bewusstsein hervorzubringen und dieser Beitrag vor Selbstverherrlichung nur so trieft, werde ich liebend gerne später meine Gedanken weiter mit euch teilen.

    LG Chokmah

    PS:
    Ich weiß das ich einen an der Klatsche habe, bin aber ganz gern so wie ich bin

  8. #108
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Hallo Chokmah,

    ich habe schon verstanden, dass deine Probleme wie Depression usw. schon früher bestanden haben. Nicht umsonst heißt es ja auch, dass viele Alk und Kiffen als eine Art Selbstmedikation anwenden.
    Nichtsdestotrotz wird dir kein vernünftiger Arzt MPH verordnen bevor deine Suchtprobelmatik nicht eindeutig vom Tisch ist...auch eine Diagnosestellung ist so schwierig, denn wie soll man unterscheiden, ob deine Konzentration- und Aufmerksamkeitsprobleme nicht auch durchs Kiffen kommen? Du kennst dich natürlich selbst am Besten und ich glaube dir, aber ein Arzt muss für eine sichere Diagnose-Stellung mehr tun als dir zu "glauben", verstehst du?

    VG Amn

  9. #109
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Das ist mit einer der Gründe warum ich nun seit Januar clean bin

    Mir ist wohl bewusst, dass wenn ich noch auf Drogen da antanzen würde, es äußerst schwierig wäre zu sagen, was da nun Dysfunktion durch Substanzkonsum oder eine tatsächliche Störung wäre ^^

    Bin ja auch nicht umsonst einmal in der Woche bei meinem Drogenberater und alle 2 Wochen bei meinem Arzt, um über dieses und jenes zu fachsimpeln.

    Ich persönlich kann die Sache mit den Konzentration- und Aufmerksamkeitsproblemen ziemlich eindeutig als Ursache vom kiffen identifizieren

    Das mag vll für jemanden der sich mit der Materie nicht auskennt ein wenig paradox erscheinen, aber mir hat kiffen seit dem ich angefangen hatte immer geholfen überhaupt irgendetwas ähnliches wie
    Konzentration aufzubauen. Ich war ein ziemlich schlechter Schüler als ich noch nicht kiffte musst du wissen. Als ich dann damit angefangen hatte wurde ich in jedem Fach (außer Sport ) um mindestens eine ganze Note besser. Verrückt nicht wahr? Das war auch einer der Gründe warum mich die Verplantheit und die Vergesslichkeit beim kiffen nie großartig gestört hatte, da ich eh Zeit meines Lebens ein verplanter vergesslicher Mensch war.

    Ich muss auch sagen, dass ich derzeit darunter Leide, denn seit dem ich nicht mehr kiffe, ist es logischer Weise schlimmer als eh und je...
    Tja was soll ich sagen ist halt ein fieser Rebound-Effekt.

    Naja ich schreibe und schreibe und dabei wollte ich Frühstücken xD

    Naja wie bereits schon oben beschrieben, gibt es gewisse Strukturen in mir die ein massives Rechtfertigungsbedürfnis entwickeln sobald sie sich angegriffen oder falsch verstanden fühlen...

    Rational ist mir bewusst, dass du mich weder angreifen möchtest noch falsch verstehst (evtl die Kifferei an sich aber joa )

    Danke danke danke das ihr alle da seid!

    Ich wüsste nicht, was ich zur Zeit machen sollte, wenn ich mich nicht hier mit euch austauschen könnte.

    In diesem Sinne alle da draußen und speziell dir Amneris ein wunderschönes Wochenende!!!

    Ich bin dann mal weg fürs Erste

    LG Chokmah

  10. #110
    hirnbeiß

    Gast

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Wenn man mit Drogen aufhört, dann verliert man logischer Weise ein Ziel. Das Ziel, sich mit Drogen besser zu fühlen.
    Dieser Verlust hinterlässt ein Vakuum (wollt ich schon lange mal schreiben) und man verliert einen gewissen Halt.
    Es ist unabdingbar dieses Vakuum zu füllen. Es gibt verschiedene Wege dieses zu bewerkstelligen.
    Therapie ist natürlich einer der besten Wege, wenn man einen guten Platz hat.
    Einsicht, Vernunft und Zukunftsplanung.
    Ersatzbefriedigung im positvem Sinn. Wie Bogenschießen, oder vergleichbare Sportarten.
    Viele Süchtige fallen wieder in alte Verhaltensmuster, weil sie keine Perspektive sehen.
    Man muss sich also Perspektiven schaffen. Und genauso hart sein wie in der Zeit, als man sich Drogen beschafft hat.
    Das mit der Beschaffung hat ja auch immer geklappt.
    Also klappt das auch, die Finger davon zu lassen.
    Man muss lediglich nur dieselbe Kraft einsetzen 'NEIN' zu sagen.

    LG --hineinbeiß--

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