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Diskutiere im Thema ADHS = Schwerbehinderung ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #91
    Kopfkino deluxe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 678

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Amneris schreibt:
    @Ilka, hast du denn nur geschrieben, dass due ADHS hast, oder auch ausgeführt, welche "Behinderungen" du deshalb in deinem Alltag und/oder Arbeitsleben hast?

    VG Amn
    Ich habe online den Folgeantrag gestellt und bei "Gesundheitsstörung" dann ADHS angegeben.
    Denn alle anderen Gesundheitsstörungen habe ich ja schon im Erstantrag angegeben.

    Die Entscheidung vom Erstantrag:
    GdB 30 auf depressive Erkrankung

    und dann folgen die "zusätzlichen Funktionsbeeinträchtigungen,
    die sich nicht auf den Gesamt-GdB auswirken:

    1. Funktionsstörung der Kniegelenke (Einzel-GdB: 10)
    2. Nierenfunktionsstörung (Einzel-GdB: 10)
    3. Krampfadern (Einzel-GdB: 10)


    Hätte ich etwa ein Extrablatt hinschicken müssen,
    damit die wissen, worum es sich bei ADHS handelt?

  2. #92
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Das denke ich schon, Ilka, denn nicht jeder fühlt sich ja durch ADHS per se "behindert"...höchstens durch die Folgeerkrankungen/-probleme. Was meinst du, wieviele Menschen ADHS haben, aber damit prima zurecht kommen? Da muss man schon genau ausführen, was einen konkret belastet bzw. beeinträchtigt. Ist ja nicht bei jedem gleich.

    VG Amn

  3. #93
    Kopfkino deluxe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 678

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Amneris schreibt:
    Das denke ich schon, Ilka, denn nicht jeder fühlt sich ja durch ADHS per se "behindert"...höchstens durch die Folgeerkrankungen/-probleme. Was meinst du, wieviele Menschen ADHS haben, aber damit prima zurecht kommen? Da muss man schon genau ausführen, was einen konkret belastet bzw. beeinträchtigt. Ist ja nicht bei jedem gleich.

    VG Amn
    Hm, dann muss ich das bei meinem Widerspruch mit dem SOVD mit einbauen.

  4. #94
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4.770

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Hallo

    Ilka1973 schreibt:
    .....
    Hätte ich etwa ein Extrablatt hinschicken müssen,
    damit die wissen, worum es sich bei ADHS handelt?
    Ja genau das hättest Du machen sollen.
    Man muß wirklich jede Krankheit einzeln aufführen und genaustenns dazu schreiben wie und wo einem diese Krankheit im Privat/Berufsalltag behindert,nur so können die abschätzen wie sehr die Gesamtbeinträchtigung sich auf Dein Leben auswirkt.

    Ich habe einen GdB von 50bekommen
    -seelische Störung,ADHS 50
    -Funktionsbeeinträchtigung Wirbelsäule 10
    -Neurodermitis 10

    also um so genauer man erläutert wie/wo einem das behindert umso besser.


    Gruß Matze

  5. #95
    Kopfkino deluxe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 678

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    So, ich habe am 19. Februar einen Termin beim SOVD
    und habe dafür ein Attest von der Ärztin angefordert,
    die bei mir ADS diagnostiziert hat.
    Denn die nette Dame vom SOVD meinte,
    dass ich ein Attest mitbringen muss, um mein ADS nachzuweisen.

    Hm, dann muss ich mich wohl auch noch mal hinsetzen und tippen,
    was mich durch ADS alles so beeinträchtigt...

  6. #96
    ...das war mal..

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 265

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Fliegerlein schreibt:
    Natürlich ist es die sich in diese Richtung entwickelnde Gesellschaft, die uns mehr und mehr unsere Nischen nimmt.
    Die auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit und "Just in Time" ausgerichtete Welt, in der die Prozessoptimierer mit einer Stoppuhr hinter den Arbeitern stehen, lässt immer mehr und mehr Druck aufkommen, keine Frage.
    Aber kann man der Gesellschaft daraus einen Vorwurf machen?
    Sie hat sich halt so entwickelt...
    Hallo Flieger...

    Ja und Nein.
    Teils Teils.
    Den durchschnittlichen und schwer begrenzten Menschen wohl weniger.
    Nur kann auch ein wenig intelligenter Mensch nicht nur damit durchkommen "er währe schließlich nur Anweisungen oder Befehlen gefolgt".
    Jeder Mensch trägt eine gewisse Verantwortung.

    Das es weder "natürlich" noch "gut" oder" "hilfreich" ist, so wie es in dieser Gesellschaft zugeht, sehen wir ja.
    Die Natur wird der Raffgier geopfert.

    Demokratie, gegenseitiger Respekt, Menschenwürde und so einige schöne Worte sind nicht viel mehr als Worthülsen mit denen geschossen wird,
    um die Wählergunst zu erhöhen.

    Dieser "normale" Mensch ist seit tausenden von Jahren bis heute nicht in der Lage, eine Gesellschaftsform zu schaffen, in der man gut und anständig "miteinander" auskommt.

    Mir fiel schon als Jugendlicher auf, das man im Judentum eine natürliche Streitkultur kennt und lebt,
    die nicht auf ein "Gegeneinander" aus ist,
    sondern auf ein "Miteinander streiten" um Lösungen zu finden.

    Diese Streitkultur, ist typisch für ADHSler.
    Und ich z.B. kann gar nicht anders. Und ich empfinde es nicht als Belastung, auf die Dinge, Themen und Menschen zuzugehen,
    anstatt aus Ignoranz und Faulheit es als unbequem zu empfinden.

    Diese "primitive Art" wie du sie erwähnst,...
    Die auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit und "Just in Time" ausgerichtete Welt, in der die Prozessoptimierer mit einer Stoppuhr hinter den Arbeitern stehen
    basiert auf Machtgier, Ausbeutung und Egoismus.
    Diese die so handeln und denken, sind nicht an einem "guten + nachhaltigem Leben" interessiert
    oder diese Welt dauerhaft nachfolgenden Generationen bewohnbar zu hinterlassen.

    So sind sie, diese "Behinderten" Normalos.
    Mehr bietet ihr genetisches Potenzial eben nicht.
    Fliegerlein schreibt:
    Ungeachtet der Frage, ob das so eine gute Entwicklung ist, so hat der größte Teil der Gesellschaft, nämlich 95% mithalten können.
    Frage:
    Von wem wird bestimmt, was es wert ist "mithalten zu können".
    Und Wer hat hier Wem zu diktieren, wie der Einzelne leben möchte, bzw was für das Individuum erstrebenswert oder gut ist ?
    In Freiheit sich entfalten zu können und sich dies gegenseitig auch zuzugestehen ?

    Sind wir Menschen ?
    Oder Tiere...wo rein der Überlebensinstinkt zählt ?

    Ich glaube, das der "normale Mensch" nicht die Entwicklungsmöglichkeiten aufweist.
    Fliegerlein schreibt:
    ..., aber ich bin mir nicht sicher, ob die sich deswegen "abartig" und "unzivilisiert" verhalten.
    Auch das ist halt Evolution.
    Die Geschichte, egal ob Mensch oder Tierwelt, zeigt das doch Zug um Zug.
    Nun...ich denke, das es für den "normalen Menschen" nicht abartig ist.
    Denn es ist "Seine" Art.
    Sich schlechter wie Tiere zu verhalten.

    Evolution ist nicht mein Standpunkt.
    Evolution ist ein 95% mangelhafter Erklärungsversuch des Menschen.

    Mich interessiert zum Beispiel, warum Juden so viele Eigenschaften von ADHS aufweisen.
    Kann es ein Indiz dafür sein, das das Volk Israel diese natürliche und ehrlichere Streitbarkeit aufwies ?
    Und der Mensch (mit ADHS), zwar klar überlegen ist, aber diese Überlegenheit in Ehrlichkeit und vielschichtigem Denken, bewusst nicht sortieren können soll ???
    War Jesus ADHSler ?
    Hätte diesen Weg ein Normalo überhaupt gehen können ?
    Fliegerlein schreibt:
    Aber andererseits können wir doch auch sagen, dass uns mehr als je zuvor geholfen wird oder?
    Es gibt all diese Nachteilsausgleiche und inzwischen kann ich sagen, dass sie uns zustehen.
    Leider ist es in Zeiten knapper Kassen nur so, dass man inzwischen hart um das kämpfen muss, was einem zusteht, was zur Folge hat, dass meist sogar die Betroffenen selber Zweifel daran haben, dass es ihnen wirklich zusteht...
    Nun ja...es gibt einige Möglichkeiten heutzutage...
    Mir hat Niemand aber auch Niemand, irgendeine hilfreiche Information gegeben als es mir schlecht ging.
    Selbst auf Nachfrage nicht.
    Alles muss ich selbst herausfinden.

    Geht man so mit Hilfebedürftigen um ?

    Und wer so wie ich wieder zum Krieger wird, der wird am besten noch deshalb pathologisiert.
    Denn sich nicht mit dem hingeworfenen zufriedenzugeben, unbequeme Fragen zu stellen und selbst zu informieren uvam,
    möchte man dann wegwischen mit Begriffen wie "Gestört, Paranoid, Dissozial, Narzissmus usw....

    Ich konnte solchen Begriffen argumentativ vorbeugen...doch sehe ich + lerne ich immer wieder neue Patienten kennen, die nicht so taktisch agieren können,
    mit denen man so verfährt.

    Einen "Enthüllungsjournalisten" zum Beispiel bezeichnet man nicht so schnell mit Begriffen wie "wahnhaft" oder "paranoid"....

    Das man in Zeiten "leerer Kassen", solche Möglichkeiten schafft, die Betroffenen dann aber gar nicht oder schlecht berät,
    hat denke ich weniger mit dem "sozialen Bewusstsein" zu tun, sondern mit der EU Gesetzgebung.

    Das sich Die denen es grad schlecht geht, mögliches erkämpfen müssen, ist denke ich echt krank.
    Denn genau das kann man i.d.R. dann nicht.
    Denen die sich nicht selbst helfen können, gebührte zuallererst Hilfe.

    Was ich auch mal wichtig finde zu sagen:

    ADHS + die komorbiden Störungen als "Krankheit" und "Behinderung" anzusehen,
    fällt hier im Forum, in Psychiatrien, Reha Kliniken, Krankenhäusern, Arztpraxen usw. wirklich nicht schwer....
    denn hier treffen wir auf Menschen, die meist wirklich krank sind.

    Krank in Folge ihrer Lebensbedingungen und negativen Erfahrungen oder eines schwierigen, unproduktiven Lebens in Ausgrenzung und Misserfolg.
    Das wurde mir hier umso mehr bewusst.

    Das die ADHSler, die entweder nichts davon wissen oder einen guten oder erfolgreichen Lebensweg hinter sich haben...
    Bill Gates, Reinhold Messner und viele Millionen anderer Beispiele...

    sich hier nicht rumtreiben und es nicht nötig haben über ADHS zu diskutieren, muss ich wohl nicht weiter erklären...


    Die User hier sind kein Nachweis darüber, das ADHS eine Krankheit oder Behinderung darstellt.
    Die User hier sind höchstens ein Indiz dafür, das ADHS "heutzutage" nicht akzeptiert wird als eine "andere Art" der Wahrnehmung.
    Aus der generell höhere Fähigkeiten resultieren, sofern sich der Betreffende nicht hat vorher kaputtmachen lassen.
    Sich hat krank machen lassen.
    Ja...dann ist ein Mensch krank.

    Leistung und Ausbeutung nicht befriedigien zu können/wollen und sich in ein System von Machtgier, Mobbing und Egoismus nicht einfügen zu können,
    sehe ich nicht als Krankheit an.

    Die Bedingungen, die ADHSler brauchen um gute bis Spitzenergebnisse erzielen zu können, sind nachhaltig die Ansprüche,
    die allen Menschen gut täten.

    Halten wir dieser Welt nicht nur einen Spiegel hin, in den sie mal hineinschauen sollten.

    lg vom Andy.

  7. #97
    ...das war mal..

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 265

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    hansdampf schreibt:
    Doch die AD(H)S typischen Begleiterkrankungen sind zuweilen tückisch, fies und gemein. Sie schleichen sich in dein Leben und übernehmen Stück für Stück die Regie in deinem Film.
    Hallo hansdampf,
    diese Begleiterkrankungen, schleichen sich nur und vor allem dann ein, wenn man keine anständige Behandlung erhielt.
    ADHSler die ein gutes Leben hatten, haben i.d.R. kaum solche "Folgestörungen".
    Und sie sind nicht hier.
    hansdampf schreibt:
    Und irgendwann stehst Du vor deinem persönlichen Scherbenhaufen und fragst Dich, wie es weitergehen soll.
    Ich habe einen Beruf erlernt. Diesen Beruf kann ich aber nicht mehr ausüben. Er brennt mich aus und macht mich fertig. Mit 43 Jahren möchte ich aber noch etwas tun (also beruflich), um meiner Würde und meiner Familie willen.
    Geht mir ähnlich.
    Habe aber das Glück, keine Familie zu haben.
    Bin also frei, aus dem Rest zu machen, was ich möchte.
    Denke darüber nach, einen therapeutischen Beruf zu lernen, bevor ich in die unbefristete Erwerbsunfähigkeit gehe.
    Doch mein Antrieb und meine Fähigkeiten sind nur dann abrufbar, wenn mir niemand vorkaut, was "erwartet wird".
    Die Chance ensteht nur, weil ich jetzt voll Erwerbsgemindert bin.
    Denn ohne Sinn und Aufgabe, kann ich gar nicht.

    lg vom Andy.

  8. #98
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 23

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?


    keineAhnung : diese Begleiterkrankungen, schleichen sich nur und vor allem dann ein, wenn man keine anständige Behandlung erhielt.
    Hallo Andy,

    und genau diese Tatsache, hat mir nach der Diagnose den Boden unter den Füssen weggerissen.
    Ich wusste was passieren wird und mir war klar, dass AD(H)S bei mir Diagnostiziert wird.
    Doch als ich meine Bestätigung inklusive Begleiterkrankungen bekam, war ich wie versteinert. Genau genommen hat sich bis dato nicht viel daran geändert.

    Ich hatte mir schon vor geraumer Zeit einen „Schlachtplan“ zurecht gelegt.
    Mit den gewonnenen Erkenntnissen, gab (- und gibt) es nur den Weg der beruflichen Rehabilitation.

    Auch wenn es ein steiniger Weg wird, dieser Weg will gegangen werden!
    Interessanterweise sind die Stolpersteine, die einem in den Weg gelegt werden, oftmals auch Ansporn für mehr Engagement. Frei nach dem Motto, jetzt erst recht.
    Zumal ich zum Thema Informationen und Hilfe ähnliche Erfahrungen machen durfte, wie Du.

    keineAhnung: Denke darüber nach, einen therapeutischen Beruf zu lernen, bevor ich in die unbefristete Erwerbsunfähigkeit gehe.
    Tendenziell geht es bei mir in die selbe Richtung.

    Jedoch kann ich jetzt noch nicht abschätzen, ob die entsprechenden Stellen eine Umschulung/Ausbildung in Heil- und Pflegeberufe zustimmen würden.

    keineAhnung: Doch mein Antrieb und meine Fähigkeiten sind nur dann abrufbar, wenn mir niemand vorkaut, was "erwartet wird".
    Geht mir genauso!

    Autoritäten und „Kleingeister“, regen mich auf.

    Freiheit und Autonomie (in sämtlichen Lebensbereichen) sind die Essenz des Seins.
    Kommt vielleicht etwas plakativ daher. Aber so ist das nunmal.

    keineAhnung: Die Chance entsteht nur, weil ich jetzt voll Erwerbsgemindert bin.
    D.h. der Rententräger stellt Dir eine berufliche Reha in Aussicht (oder hat entsprechende Zusagen gemacht), weil Du voll Erwerbsgemindert bist?
    Denkst Du, dass es ohne (volle) Erwerbsminderung schwieriger wäre, eine Ausbildung/Umschulung genehmigt zu bekommen?

    Die anschließende unbefristete Erwerbsunfähigkeit ist von Dir bei den entsprechenden Stellen /SB aber nicht Thematisiert worden, oder?

    Eins noch ….

    keineAhnung: Halten wir dieser Welt nicht nur einen Spiegel hin, in den sie mal hineinschauen sollten.
    Bestimmt !
    Leider sieht ein großer Teil der Menschheit vor lauter Wald die Bäume nicht.

    Lg
    H.

  9. #99
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    Moin Andy,

    bitte entschuldige, ich habe diesen Thread und die neuen Antworten vollkommen aus den Augen verloren.

    keineAhnung schreibt:
    Ja und Nein.
    Teils Teils.
    Den durchschnittlichen und schwer begrenzten Menschen wohl weniger.
    Nur kann auch ein wenig intelligenter Mensch nicht nur damit durchkommen "er währe schließlich nur Anweisungen oder Befehlen gefolgt".
    Jeder Mensch trägt eine gewisse Verantwortung.
    Ja, da stimme ich Dir zu.
    Andererseits muss man den Tatsachen ins Auge schauen und erkennen, dass viele Menschen, ich meine sogar es sind so um die 80%, naturgemäß eher zu den "Mitläufertypen" gehören.
    Und so manchem fehlt auch der nötige Horizont ... oh Mann, wenn ich dran denke, was ich schon an Gesprächen im Bus gehört habe .... dann denke ich mir doch immer wieder "und sowas darf wählen" ...
    Dennoch hast Du recht, jeder Mensch trägt eine gewisse Verantwortung.


    Das es weder "natürlich" noch "gut" oder" "hilfreich" ist, so wie es in dieser Gesellschaft zugeht, sehen wir ja.
    Die Natur wird der Raffgier geopfert.
    Die Natur, die Gesellschaft, das gesellschaftliche Leben, ... ja, leider ist das so.
    Aber andererseits scheint keiner das aufgeben zu wollen.
    Es werden immer mehr Autos gekauft und trotz immer geringer werdenden Ressourcen gefahren, es werden immer mehr Komfortgüter konsumiert usw. usw.
    Ein Paradoxon schlechthin.

    Demokratie, gegenseitiger Respekt, Menschenwürde und so einige schöne Worte sind nicht viel mehr als Worthülsen mit denen geschossen wird,
    um die Wählergunst zu erhöhen.
    Ja und nein.
    Ja, denn uns wird immer noch vorgemacht, wir wären dieser tolle Sozialstaat, der wir aber nicht mehr sind.
    Das ist in Zeiten knapper Kassen auch durchaus nachvollziehbar, aber keiner spielt mit offenen Karten.
    Offiziell gibt es noch die ganzen Leistungen, aber um sie zu erhalten muss man kämpfen, obwohl sie einem wirklich zustehen.
    Leider ist das so geworden.

    Diese "primitive Art" wie du sie erwähnst,...

    basiert auf Machtgier, Ausbeutung und Egoismus.
    Diese die so handeln und denken, sind nicht an einem "guten + nachhaltigem Leben" interessiert
    oder diese Welt dauerhaft nachfolgenden Generationen bewohnbar zu hinterlassen.

    So sind sie, diese "Behinderten" Normalos.
    Mehr bietet ihr genetisches Potenzial eben nicht.
    Ich bezweifle aber, dass wir da wirklich so grundlegend anders sind.
    Sind nicht auch ADHS'ler durchaus egozentrisch und werden nur allzu leicht mit narzistischer Persönlichkeit verwechselt?
    Ich denke es ist auch nicht korrekt, das Bild des ADHS'lers so sehr zu schönen, auch wir sind Menschen .


    Frage:
    Von wem wird bestimmt, was es wert ist "mithalten zu können".
    Und Wer hat hier Wem zu diktieren, wie der Einzelne leben möchte, bzw was für das Individuum erstrebenswert oder gut ist ?
    In Freiheit sich entfalten zu können und sich dies gegenseitig auch zuzugestehen ?
    Das ist genau der Punkt, an dem unsere Sichtweisen, so ähnlich sie tatsächlich sind, sich dennoch grundlegend unterscheiden.
    Niemand hat das bestimmt oder diktiert, ... das alles hat sich entwickelt.
    Es ist ein Entwicklungsprozess, der schon seit je her stattfindet und es wird garantiert auch einiges ganz anders werden oder wir werden uns weiter anpassen.

    Der grundlegende Unterschied zwischen unseren Sichtweisen ist nur, dass ich der Gesellschaft und "den Normalen" keinen Vorwurf daraus mache, weil niemand konkret daran Schuld hat.

    Das bedeutet keineswegs, dass wir uns dem fügen und hinnehmen und akzeptieren sollen oder gar müssen, ganz im Gegenteil.
    Was ich aber bei Dir oft herauslese, ist schon ein gewisser Zorn, ja Hass auf die Normalen, aber die können genauso wenig dafür wie wir.

    Nur hilft es uns weitaus mehr, wenn wir das verstehen und versuchen auf dieser Basis Veränderungen und Verständnis herbeizführen.

    Auch wir sind keine "Übermenschen".
    Wir sind im Grunde nicht weniger egoistisch wie andere Menschen auch.
    Ja, wir haben mehr Gerechtigkeitssinn, aber gewiss auch nicht unbedingt von Natur aus, sondern der Tatsache geschuldet, dass wir oftmals auch ungerecht behandelt wurden.


    Mir hat Niemand aber auch Niemand, irgendeine hilfreiche Information gegeben als es mir schlecht ging.
    Selbst auf Nachfrage nicht.
    Alles muss ich selbst herausfinden.
    Das liegt aber doch nicht daran, dass die es nicht wollten, sie wissen es auch nicht besser.
    Menschen sind durchaus hilfsbereit, man sieht uns unsere Hilfsbedürftigkeit nur nicht an, sondern erkennt sie fälschlicherweise als mangeldne Charaktereigenchaften, weil dies ihre Erfahrungen sind.
    Aber da macht es doch mehr Sinn, ihnen zu helfen uns zu verstehen.

    Geht man so mit Hilfebedürftigen um ?
    Das Problem gerade bei ADHS ist ja nun mal, dass es oberflächlich betrachtet sehr danach aussieht wie jemand, der einfach keinen Bock hat.
    Das ist natürlich ein oberflächliches Urteil, das sich die Menschen machen, aber so ist es.
    Es bedarf einer permanenten Überzeugungs- und Informationsarbeit um das zu ändern.
    Nur fürchte ich, wird sich keiner gerne sagen lassen, dass er sich schlechter verhält als Tiere .

    Wie sollen sie das denn auch verstehen?
    Jeder kennt aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man einfach keinen Bock hat und das sieht man dann bei anderen und zieht den selben Schluss daraus.
    In den meisten Fällen stimmt das auch.
    Wie sollen die denn verstehen, dass es bei gerade mal 5% der Menschen anders ist?
    Sie nichts dafür können.
    Schwer, sich in sowas hineinzuversetzen.
    Sie sehen und verstehen die Hilfebedürftigkeit nicht.
    Erst recht nicht, wenn man dann entsprechend so reagiert, dass sie dann komplett zu machen.


    Und wer so wie ich wieder zum Krieger wird, der wird am besten noch deshalb pathologisiert.
    Denn sich nicht mit dem hingeworfenen zufriedenzugeben, unbequeme Fragen zu stellen und selbst zu informieren uvam,
    möchte man dann wegwischen mit Begriffen wie "Gestört, Paranoid, Dissozial, Narzissmus usw....
    Das hängt davon ab, welche Waffen man wählt, die Feder oder das Schwert, ...
    Edward Bulwer-Lytton "Die Feder ist mächtiger als das Schwert".
    Argumenten kann man leichter folgen, als (auch verbalen) Angriffen, denn bei letzterem macht man zu.
    Mit der Konsequnz, dass man wieder abgelehnt wird und seinerseits wiederum recht bekommt, dass man nicht verstanden wird, Teufelspirale nach unten.

    Ich konnte solchen Begriffen argumentativ vorbeugen...doch sehe ich + lerne ich immer wieder neue Patienten kennen, die nicht so taktisch agieren können,
    mit denen man so verfährt.
    Leider ist das genau so.
    Und gerade die, die am Boden liegen, sind die, die sich am wenigsten wehren können und am meisten angreifbar sind.

    Umso wichtiger ist es doch aber, dass wir genau die unterstützen, indem wir Informationarbeit leisten, denen, die uns nicht verstehen können, dabei helfen uns zu verstehen.

    Das sich Die denen es grad schlecht geht, mögliches erkämpfen müssen, ist denke ich echt krank.
    Denn genau das kann man i.d.R. dann nicht.
    Denen die sich nicht selbst helfen können, gebührte zuallererst Hilfe.
    Darin gebe ich Dir vollkommen und uneingeschränkt recht.
    Ich habe selber genug solcher Erfahrungen gemacht, die letzte zwischen Weihnachten und Neujahr.
    Aber ich habe die Hilfe auch bekommen.
    Der VdK hat das alles geregelt und die haben das gewiss besser verkauft, als ich hätte tun können.

    ADHS + die komorbiden Störungen als "Krankheit" und "Behinderung" anzusehen,
    fällt hier im Forum, in Psychiatrien, Reha Kliniken, Krankenhäusern, Arztpraxen usw. wirklich nicht schwer....
    denn hier treffen wir auf Menschen, die meist wirklich krank sind.

    Krank in Folge ihrer Lebensbedingungen und negativen Erfahrungen oder eines schwierigen, unproduktiven Lebens in Ausgrenzung und Misserfolg.
    Das wurde mir hier umso mehr bewusst.

    Das die ADHSler, die entweder nichts davon wissen oder einen guten oder erfolgreichen Lebensweg hinter sich haben...
    Bill Gates, Reinhold Messner und viele Millionen anderer Beispiele...

    sich hier nicht rumtreiben und es nicht nötig haben über ADHS zu diskutieren, muss ich wohl nicht weiter erklären...
    Per Definition bekommen die auch keine Diagnose ADHS.
    Was viele einfach nicht verstehen ist, dass diese Diagnose ein Leiden bedeutet.
    Bei der Diagnose ADHS geht es nur um die, die in ihrer Symptomatik so weit ausgeprägt sind, dass Leiden entsteht.

    Dummerweise ist das nicht ganz so einfach, das ist mir klar, denn in der einen Umgebung kann es sein, dass die Symptome nicht ins Gewicht fallen, in einer anderen schon.
    Eckart von Hirschhausen ist da ein schönes Beispiel, auch wenn er "nur" von einer leichten Form betroffen ist.
    Im Krankenhaus haben seine Schwächen überwogen, auf der Bühne nutzt er mehr von seinen Stärken, seine Schwächen fallen weniger ins Gewicht. (seine Worte)
    Aber hier sind nun mal die, die davon derart betroffen sind, dass ihr Leidensdruck eine Krankheitsdiagnose rechtfertigt und die nicht in der richtigen Umgebung gelandet sind, in der das nicht auffällt.
    Immerhin sind wir auch nicht auf einer Müllhalde in Brasilien geboren.
    Man könnte auch sagen, dass Aids an sich keine Krankheit ist, ... man fängt sich aber durch diese Immunschwäche andere Krankheiten ein, durch die man auch stirbt, die man ohne HIV niemals bekommen hätte.
    Insofern rechtfertigt das also sehr wohl eine Diagnose als Krankheit.

    Die User hier sind kein Nachweis darüber, das ADHS eine Krankheit oder Behinderung darstellt.
    Gerade die User hier zeigen, dass ADHS sehr wohl eine Krankheit ist, zumindest für sie und es Einschränkungen mit sich bringt, die sich im normalen Leben zeigen.


    Die User hier sind höchstens ein Indiz dafür, das ADHS "heutzutage" nicht akzeptiert wird als eine "andere Art" der Wahrnehmung.
    Aus der generell höhere Fähigkeiten resultieren, sofern sich der Betreffende nicht hat vorher kaputtmachen lassen.
    Sich hat krank machen lassen.
    Ja...dann ist ein Mensch krank.
    Ich verrat Dir was:
    Der Mensch, der z.B. an mir persönlich den meisten Schaden angerichtet hat, war selber ADHS'ler, nämlich mein Vater.
    Unkontrolliert, impulsiv, Wutausbrüche, Gewalt, und damit meine ich nicht nur eine Tracht Prügel, sondern wirklich Gewalt, gegen seine Frau, seine Kinder, eine aus heutiger Sicht ganz typische ADHS-Karriere. (mit "Leiden"ist btw. auch nicht nur das eigene Leiden gemeint, sondern auch das, was anderen zugefügt wird)
    Soll ich da wirklich den Normalos Vorwürfe machen, wenn meinesgleichen an mir den meisten Schaden angerichtet hat?
    Ich mache auch ihm keine Vorwürfe, denn mir war irgendwie immer klar, dass er nichts dafür konnte, das nicht wirklich tun wollte.
    Aber der Heiligenschein, denn Du uns ADS'lern aufsetzen möchtest, passt uns genausowenig wie die Teufelshörner den Normalos .

    Wir sind alle nur Menschen, mit Stärken und Schwächen.
    Wir haben zu kämpfen, dass man unsere Schwächen erkennt und anerkennt.
    Die Frage ist, welche Art zu kämpfen die richtige ist .

    Ich könnte genauso kotzen wie Du, das kannst Du mir glauben.
    Aber ich empfinde nicht diesen Zorn und diesen Hass, sehe das eher besonnen, auch wenn ich selber immer wieder merke, wie ungerecht es zugeht und wie die, die einem zur Seite stehen sollen, einem in den Rücken fallen.
    Aber das hat nichts mit Normalos und ADHS'lern zu tun, ...

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 7.02.2013 um 16:44 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  10. #100
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 399

    AW: ADHS = Schwerbehinderung ?

    puh, mir ist gang schwindelig - hab den überblick verloren ... echt viele infos - ist heute wohl nicht mein tag. muss mich mal mehr mit dieser thematik beschäftigen, wenn ich klar im kopf bin . hat so jetzt keinene sinn .... kann das gelesene im gehirn nicht wiederfinden . lg lichtstrahl

Thema: ADHS = Schwerbehinderung ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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