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  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 21

    ADHS - Systematik, Konsistenz ?!?!

    Hallo Community,

    mir ist bei meinen Recherchen zum Thema aufgefallen, dass es im Prinzip keine wirkliche Konsistenz zu diesem Thema gibt.
    Es gibt verschiedene Erklärungen für die Entstehung von Adhs, verschiedene Subtypen die unzureichend beschrieben sind, verschiedene Behandlungsansätze, verschiedene Betrachtungsweisen auf das Thema generell (Genetische Normvariante oder doch "Dachschaden"?).
    Warum finde ich nichts konsistentes im Netz das mir Orientierung geben kann? Das was ich finden kann ist das immer wieder gleiche Geschreibsel zu Medikamenten und undifferenzierte Hetzbeiträge in den Medien. Das schlimmste sind die halsabschneiderischen Esoteriker mit ihren Heilsversprechen. Wodurch diese ganze Suppe an Thema noch mehr verwässert und Verwirrung gestreut wird.
    Ich vermisse eine Systematik in dem Thema anhand ich den Themenkomplex durchdringen und verstehen kann. Wo bitte finde ich seriöse, umfassende Ressourcen mit denen ich arbeiten kann?! Tausende Informationsschnipsel gibt es, aber alle verteilt und widersprüchlich zueinander. Wie kann das sein?

    Lg, Severin

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADHS - Systematik, Konsistenz ?!?!

    Es ist halt noch kein eindeutiger Nachweis gefunden worden was genau ADHS ist. Man kennt die Symptome und lernt sie immer besser kennen, aber man weiß bis heute nicht genau wie es entsteht, oder welche, oder ob überhaupt Neurotransmittersysteme betroffen sind, ob es wirklich genetisch bedingt ist oder eher durch Erziehung und Verhalten weitergegeben wird, oder ob es Mikrotraumen in Gehirnstrukturen durch Geburtskomplikationen sind, ob es von bestimmten Infekten im HNO-Bereich kommt, oder alles zusammen oder oder....

    ADHS als solches ist eine recht "junge" Diagnose, seit ca 30-40 Jahren. Das ist in der Medizin und Wissenschaft nicht viel. Durch immer neue Ansätze in den Symptomen und Subtypen z.B. macht es das ganze auch nicht einfacher.

    Jedes Forschungsteam hat andere Ansätze, kommt teils zu widersprüchlichen, teils zu gleichen Ergebnissen. Die Dopaminhypothese, die jahrelang als fast bestätigt galt, kommt z.B. in den letzten 6 Jahren immer mehr ins Wanken. Dies liegt in diesem Fall z.B. daran, das die Messmethoden immer feiner werden, und es weltweit viel mehr Studien dazu gibt. So ist z.B. rausgekommen, das in vielen Studien die Ergebnisse zur Dopamintransporterdichte teils in ganz verschiedenen Arealen erhöht waren ( also auch nicht in dem was ein anderer z.B. Als bestätigt sah), teils erniedrigt teils gleich den gesunden Probanden. Alles in Allem kristallisiert sich immer mehr kein Unterschied zu gesunden Probanden heraus. Die Forschung muss also mit jeder widerlegten Studie wieder von vorn anfangen. Deswegen findest du so viele verschiedene Ansätze.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 69

    AW: ADHS - Systematik, Konsistenz ?!?!

    Das Problem was du beschreibst betrifft nicht nur ADHS sondern alle neurologischen und/oder psychologischen Phänomene. (Wenn man weiterschaut betrifft es sogar alle Wissenschaften, selbst "Gesetze" aus der stabilen Physik mussten schon umgeworfen werden.)

    Die Hypothesen gehen natürlich weiter auseinander je lückenhafter der Boden ist auf dem man steht. Und unser Gehirn ist noch nahezu unerforscht.
    Das einzige was man wahrscheinlich mit Sicherheit sagen kann ist das man nichts mit Sicherheit sagen kann.

    Wenn dich also die Wissenschaft dahinter interessiert bleibt dir nichts anderes übrig als die paar Sachen zusammenzusuchen die man schon als einigermaßen gesichert ansieht und dann versuchen dir einen Reim darauf zu machen. Dabei wirst du vermutlich selbst merken das die Argumentation immer brüchiger wird je konkreter man bei seiner Recherche wird. Die Informationen werden immer dünner.

    Meiner Meinung nach ein guter Startpunkt: Wikipedia - Geschichte der Hirforschung, vor allem ab dem Punkt "Hirforschung und Ideologie".
    Und aktuelle Sachen findet man zum Beispiel hier: nature.com speziell der Bereich ADHD. Dabei gilt aber eben auch immer das ein Journal bloß das aktuelle Ergebnis einer Gruppe darstellt.
    Geändert von HumanStapler (22.06.2015 um 16:37 Uhr)

  4. #4
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: ADHS - Systematik, Konsistenz ?!?!

    Was mir sehr gut geholfen hat das Thema AD(H)S zu verstehen und zu begreifen waren in ersten Linie auf jedenfall Bücher!!! Was im Netz steht finde ich ebenfalls mangelhaft und wenig aussagekräftig, ich glaube ich habe fast alles im Netz über ADHS gelesen, aber ein gutes Buch zu dem Thema hilft da viel mehr, und grade beim Lesen ist mir so wahnsinnig viel klar geworden, dass hat gut getan und stillt viel Wissensdurst

    Wir haben ja die Rubrik zu den Büchern über AD(H)S hier auf dem Forum, da würd ich mal stöbern, vielleicht findest du etwas was dich interressiert

    Ansonsten kann idr da auch nur ein guter ADHS Speziallist helfen und hör nicht auf den Sch*** der in den Medien dahergelabert wird, die tragen nämlich alles andere als zum besseren Verständnis von ADHS bei, ich habe noch nie einen guten Bericht am Fernsehen zu ADHS gesehen

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: ADHS - Systematik, Konsistenz ?!?!

    Nein, so inkonsistent wie man denken könnte ist das Thema nicht. Sondern zu kaum einem Thema gibt es so viele unseriöse Äußerungen, gerade auch im Internet.

    Orientierung im Netz bieten u. a. die Seiten des ADHS-Deutschland e. V.,
    ADHS-Deutschland - Home
    des zentralen ADHS-Netzes
    Startseite
    ADHS Infoportal
    und der Schweizerischen Fachgesellschaft ADHS (wo sich die meisten Informationen im Newsletterarchiv finden lassen),
    Schweizerische Fachgesellschaft ADHS - Startseite
    der Blog von Martin Winkler und Piero Rossi
    http://adhsspektrum.wordpress.com/
    und Piero Rossis Seite mit seinem inzwischen kostenpflichtigen, aber sehr lesenswerten E-Book.
    ADHS.ch mit eBook & Liste von ADHS-Fachpersonen

    Sehr viel gelernt habe ich durch die Foren, also dieses und das so genannte Andersweltforum, und natürlich durch einige gute Bücher wie die von Cordula Neuhaus und das Standardwerk Krause und Krause, ADHS bei Erwachsenen (kostet Geld, aber ist sicher auch in vielen Bibliotheken zu finden).

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 160

    AW: ADHS - Systematik, Konsistenz ?!?!

    Auch meiner Meinung nach ist die Informationslage durchaus inkonsistent. Es handelt sich um ein Thema, das aus vielen verschiedenen Perspektiven betrachtet werden kann, und jedesmal ergibt sich ein anders Bild.

    Die Links und Autorinnen z.B., die Canary genannt hat, scheinen mir alle der medizinisch-defektologischen Schule anzugehören. Die halte ich persönlich aber für zu einseitig, weil dort die Subjektperspektive nicht eingenommen wird. AD(H)S passt, finde ich, nicht in dasselbe Schema wie eine Grippe oder ein Beinbruch oder Darmkoliken.

    Wirklich geholfen hatte mir damals das Buch "Zwanghaft zerstreut" von Hallowell und Ratey, das diese subjektive Perspektive konsequent mit aufnimmt - neben der medizinisch-psychiatrischen.

    Es gäbe noch sehr viel mehr gute Literatur zu empfehlen, aber eines kommt dabei meiner Leseerfahrung nach nicht heraus: Ein klares, abgeschlossenes Bild von AD(H)S.

  7. #7
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 112

    AW: ADHS - Systematik, Konsistenz ?!?!

    hallo zusammen ,
    ja das sehe ich genau so wie die meisten die geantwortet haben und so denke ich hat jeder von euch recht! es ist eben noch ein Wald der nicht entdeckt ist und am Anfang sieht man den Wald vor lauter bäumen nicht .

    Es gibt auch keine eindeutig zu zuordnende Konsistenz ! denn es ist alles Subjektiv zu sehen . ADS ist für mich gesehen nur die Substanz in einem Gemisch aus verschiedenen Zutaten , denn Jeder Mensch ist eben anders zusammengesetzt . Subjektiv eben . Und mit der Zutat: AD(H)S wird immer eine andere Mischung heraus kommen , andere Symptome , andere Behandlungsansätze u.s.w.

    Das macht es ja so schwer , für uns alle , eine Einheitliche Linie zu finden , eine Straße der man nur zu folgen braucht um geheilt zu werden . Doch es ist für mich völlig klar geworden , das es KEINE HEILUNG gibt !!

    Und der Versuch sich zu heilen ist völlige Zeitverschwendung , wenn man das eine in den Griff bekommt . kommt etwas anderes um die Ecke .


    Ich für meinen Teil versuche damit zu leben , und das gute daran zu entdecken ! was wirklich nicht leicht ist . Meine Symptome.. Hmmmm ?? ja wo fängt man an ???


    Ich denke das einfachste ist daran zu arbeiten , die Syndrome zu behandeln , mit denen man auf gar keinen fall klar kommt , also mit denen man unmöglich ein schönes Leben führen kann . Dann kann man anfangen sich zu akzeptieren als das was man ist : ANDERS!!

    Der Weg sich und SEIN ADS kennen zu lernen ist eine lange nicht endende Reise und in dem Fall ist und bleibt DER WEG DAS ZIEL!!

    Wenn Du versuchst einen bestimmten Zustand zu erreichen und anfängst Symptomen hinterher zu jagen , wirst Du das HIR und JETZT nicht erleben können . Was ja ADSlen oft schwer fällt .

    Wie oft leben wir schon einen Schritt weiter ?? Suchen nach Lösungswegen , Rechnungen , Gleichungen ??

    mein ehrlicher Rat , hör auf zu suchen und fang an zu Leben !! schau Dir in die Augen und erkenne Dich wie Du bist . EINMALIG !! Und Wunderbar ! Wir können froh sein uns von der Masse ab zu heben im Grunde , denn in Uns steckt so viel Potenzial das nur nicht zu Tage kommt weil wir immer "NORMAL" sein wollen ???

    Ganz Ehrlich ich bin total abgenervt von Meinem ADS von meinen Symptomen. Aber ich glaube fest daran das , wenn ich anfange ich zu sein , da etwas ist was zu Tage kommen möchte und das ein Mensch OHNE ADS nicht verstehen kann .

    Sorry das musste grad raus, bin aber auch grad Heute so komisch drauf .. alles liebe an Euch ..

  8. #8
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: ADHS - Systematik, Konsistenz ?!?!

    Wenn man wirklich tief eintauchen will, hilft in meinen Augen wirklich nur, in die direkten Veröffentlichungen der entsprechenden Fachzeitschriften wie Nature und science zu gucken. Und sich dann ein Bild zu machen, welche Studien aussagekräftig sind und welche eher weniger (auch in diesen Magazinen gibt es Veröffentlichungen, die zwar so korrekt sind, mit der Realität aber nichts zu tun haben). Das braucht aber erstens gute englisch Kenntnisse, zweitens Zugang zu den Archiven der Magazine (oft über Uni Bibliotheken kostenlos möglich) und drittens viel viel Zeit.

  9. #9
    Ist hier zuhause

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    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS - Systematik, Konsistenz ?!?!

    severin030 schreibt:
    Warum finde ich nichts konsistentes im Netz das mir Orientierung geben kann?

    ...

    Wo bitte finde ich seriöse, umfassende Ressourcen mit denen ich arbeiten kann?! Tausende Informationsschnipsel gibt es, aber alle verteilt und widersprüchlich zueinander. Wie kann das sein?
    Bei einer so komplexen Thematik wie ADHS, und die ist nun mal sehr komplex, würde ich solche Informationen nicht im Netz suchen, denn das ist nun mal, zumindest der öffentliche Teil, nicht unbedingt die Verteilerplattform der Fachwelt/ Wissenschaft.

    Auch die Fachzeitschriften und die Literatur für die breite Masse sind nicht unbedingt die richtige Anlaufstelle.

    Wenn es um wirklich brauchbare Informationen geht, hilft nur die Fachliteratur, die eben nicht für die breite Masse, sondern für die Fachwelt geschrieben wird, wobei die zugegebenermaßen mitunter schwer zu lesen, schwer verdaulich und teuer ist.

    Üblicherweise wird das dann auch englischsprachige Literatur sein.

    Und wie creatice schon geschrieben hat, ist die Diagnose vergleichsweise jung und gerade im Bereich Hirnforschung stehen ja auch erst seit relativ kurzem neue technische Möglichkeiten wie z.B. FMRT zur Verfügung.

    Wenn Du einen guten Einstieg suchst, würde ich persönlich das Buch "ADHD in adults, what the science says" [Barkley, Murphy, Fisher] empfehlen.
    (ISBN-10: 1609180755 7 ISBN-13: 978-1609180751)

    Es ist die wissenschaftliche Abhandlung zweier der größten und umfangreichsten wissenschaftlichen Langzeitstudien über ADHS bei Erwachsenen, die bislang durchgeführt wurden, dazu wierden ca. 400 weitere Studien und Facharbeiten berücksichtigt.
    Geändert von Fliegerlein (25.06.2015 um 15:12 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

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