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Diskutiere im Thema Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da" im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 69

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    Hmm ich würde allerdings auch behaupten das sich das in einem normalen Rahmen bewegt.
    Eine andere Person ist immer genauso komplex wie wir, aber komplett anders aufgebaut. Am Ende kann man, meiner Meinung nach, nie wirklich ganz erfassen was eine andere Persönlichkeit ausmacht. Auch wissenschaftlich nicht - jeder von uns ist im Grunde gefangen in seiner eigenen Wahrnehmung.

    Warum wir uns dabei unterschiedlich stark abgegrenzt fühlen ist scheinbar eine Frage darüber über wie viele Zugänge wir überhaupt in der Lage sind andere Personen wahrzunehmen.
    Ordnet man das Gesicht einer Person zu? Kann man verarbeiten dass "hinter diesem Gesicht" andere Entscheidungen getroffen werden? Akzeptiert man das es verschiedene Meinungen gibt?
    Wo da die individuelle Grenze liegt bestimmt darüber wie nah man sich anderen fühlt und gegebenenfalls auch ob man überhaupt in der Lage ist sich in unserer Gesellschaft zu bewegen.

    Das beeinflusst auch unsere Empathie. Aber ich glaube man kann diese Grenze in einem gewissen Umfang verschieben.
    Irgendwo geht das aber auch nur mit Leuten die man verstehen kann. Hast du Geschwister?
    Bei mir würde ich sagen war meine Schwester die erste Person mit der ich mich wirklich verbunden gefühlt habe. Im Verlauf meines Lebens kamen ein paar wenige Leute dazu (und hoffentlich kommen noch welche). Andere Menschen empfinde ich nicht als verbunden. Auch wenn ich mich als emphatische Person bezeichnen würde.

    Dabei war es besonders die Ähnlichkeit in manchen Bereichen die es mir erleichtert hat auch die Unterschiedlichkeiten wirklich zu verstehen.
    Vielleicht hast du so eine Person einfach noch nicht gefunden, oder du brauchst besonders viele ähnliche "Kanäle" damit es funktioniert.

  2. #12
    seit 01.12.2012

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    Hallo Chamaeleon,

    In gewisser Form kenne ich das auch .
    Nicht wirklich am Ort des Geschehens, unwirklich in Distanz zur Umwelt manchmal auch vieles surreal und vernebelt. Personen und Situationen scheinen nicht greifbar,eher unecht und nachgespielt.

    Ich kam mir früher als Kind mal eine Zeit lang so vor, wie der Hauptdarsteller Jim Carry im Film: "Die True man Show". Ich hab mich genau in der Situation gefühlt. Das es aber auch einen Film mit Dieser Handlung gibt bzw. geben wird, erfuhr ich erst etwa 20 Jahre später. Aber das ist vielleicht auch noch mal eine andere Geschichte.

    Aber ja, das Gefühl das Du beschreibst ist mir nicht unbekannt. Ich hatte aber Zeiten wo ich es stärker hatte als in letzten Zeit.

    Ich geb Dir mal 3 Links. Vielleicht kannst Du ja was mit anfangen oder erkennst Dich in irgend einer Form dort wieder.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Depersonalisation

    https://de.wikipedia.org/wiki/Derealisation
    - - - - - -
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dissoz..._(Psychologie)

    Wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg bei Deiner Suche.

  3. #13
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    Ja, wahrscheinlich ist das normal auf eine gewisse Art. Vielleicht hab ich auch einfach nicht so die Verbindung zu Menschen, weil ich mich von den meisten anderen unterscheide.

    HumanStapler schreibt:

    Warum wir uns dabei unterschiedlich stark abgegrenzt fühlen ist scheinbar eine Frage darüber über wie viele Zugänge wir überhaupt in der Lage sind andere Personen wahrzunehmen.
    Wenn ich hellwach und aufnahmefähig bin, dann nehme ich Menschen auf sehr vielen Ebenen wahr. Die emotionale Verbindung fehlt dann aber trotzdem, weil ich diese Menschen dann nur beobachte und nicht "fühle". Ich analysiere sie. Wenn ich mit jemandem lache oder wir ein fruchtbares Gespräch führen, dann fühle ich mich verbundener, aber irgendwie bleibe ich immer noch die Beobachterin.

    Das beeinflusst auch unsere Empathie. Aber ich glaube man kann diese Grenze in einem gewissen Umfang verschieben.
    Wie kann man diese Grenze denn verschieben? Kann mir da grad nicht so wirklich was drunter vorstellen.

    Ja, ich hab Geschwister und tatsächlich waren meine Schwester und ich mal ein Herz und eine Seele...wir konnten uns gegenseitig in den Kopf gucken. So richtige Schwestern halt. Hat sich dann leider geändert, als wir beide (jeweils^^) einen Partner bekamen.

    Vielleicht hast du so eine Person einfach noch nicht gefunden, oder du brauchst besonders viele ähnliche "Kanäle" damit es funktioniert.
    Hin und wieder treffe ich Personen, bei denen es genug Kanäle gibt, um mich verbunden zu fühlen. Dann sind diese Menschen auch "wirklich da", zumindest zeitweise. Ich denke, es fehlt sonst auch einfach das Gefühl des "Verstanden-Werdens". Wie soll ich mich mit jemandem verbunden fühlen, wenn ich nie das Gefühl hab, er geht wirklich auf mich ein und nicht nur auf das, was er glaubt zu sehen...?

    Ich finde es unheimlich schwer, an dieser Stelle zu antworten...ich habe das Gefühl, da kommen einige Dinge zusammen, die bewirken, dass für mich die "Mitmenschen gar nicht wirklich da" sind...und sie vermischen sich auch. Zum Beispiel spielt da einmal die Dissoziation/Derealisation mit rein, dann aber auch das Unverstandenfühlen und Alien-Gefühl oder auch das Verschwimmen der - wie soll ich sagen - Persönlichkeitsumrisse anderer Menschen bei Reizüberflutung - dann auch noch mein Hang zur psychologischen Analyse und Beobachterrolle.
    Geändert von Chamaeleon ( 4.07.2015 um 01:47 Uhr)

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 69

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    Chamaeleon schreibt:
    dann auch noch mein Hang zur psychologischen Analyse und Beobachterrolle.
    Vielleicht ist das ein Punkt wo du ansetzen kannst. Ist der Hang zur Analyse nur bei Menschen oder generell?
    Ich glaube solange man sich als Beobachter empfindet ist man tatsächlich nicht Teil des Geschehens. Sondern eines anderen, in etwa so als wäre man in einer Gruppe die einzige Person die in Wahrheit Schauspieler wäre und nur man selbst wüsste es.
    Allein auf das Gefühl bezogen, nicht (unbedingt) darauf ob man sich verstellt oder nicht.

    Nach deiner Beschreibung stelle ich mir vor, dass im Kopf viel die Gedanken darum kreisen was die anderen für Motive haben könnten, wie ihr weiterer Plan aussieht, warum sie dies und jenes tun, oder Ähnliches.
    Oder ist es etwas anderes was du analysierst?

    Eventuell bringt es dir etwas wenn du versuchst deinen Kopf immer ganz schnell zu "leeren" wenn du anfängst zu analysieren. Versuche einfach immer nur ganz konkret zu reagieren.
    Ich empfinde es manchmal als geradezu befreiend wenn ich es schaffe mich innerlich dazu zu zwingen nicht mehr von einer Person in meinem Kopf zuzulassen als das wie sie im Moment tut oder sagt.
    Quasi als pure Information aufzunehmen und nicht mit mir selbst zu vergleichen.

    Mir fällt das sehr schwer aber ich merke das es besser wird.
    Am Anfang war ich nur damit beschäftigt meine Gedanken zu "stoppen". Aber den Zustand der Leere/Neutralität lernt man immer länger beizubehalten.
    Ursprünglich habe ich das ausprobiert als Übung für Meditation, aber es ist erstaunlich wie es den Umgang mit Menschen verändern kann.

  5. #15
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    HumanStapler schreibt:
    Vielleicht ist das ein Punkt wo du ansetzen kannst. Ist der Hang zur Analyse nur bei Menschen oder generell?
    Ist generell da, nicht nur auf Menschen bezogen. Aber Menschen bieten nun einmal viel Analysematerial.

    Ich glaube solange man sich als Beobachter empfindet ist man tatsächlich nicht Teil des Geschehens. Sondern eines anderen, in etwa so als wäre man in einer Gruppe die einzige Person die in Wahrheit Schauspieler wäre und nur man selbst wüsste es.
    Genauso fühl ich mich. Ich habe das Gefühl, ich sehe sie, aber sie mich nicht. Und irgendwie sind sie auch für mich nicht da, weil ich sie nicht als lebendiges Gegenüber wahrnehme, sondern als eine Anhäufung von Eigenschaften und Verhaltensweisen, denen ich nach und nach durch meine Analyse auf die Schliche komme. Ich versuche dann, mich diesen Verhaltensweisen anzupassen und die passende Show abzuliefern. Wenn ich dann darin besonders gut bin und einen lustigen Spruch nach dem anderen abliefer und der andere ganz amüsiert ist, fühl ich mich wie ein Dompteur...das ist nicht abwertent gemeint. Ich fühl mich dann einfach nicht auf einer Ebene mit dem anderen und empfinde den anderen nur als wandelnde Aufforderung, die passenden Reaktionen zu finden. Vielleicht wäre das anders, wenn ich jemanden treffen würde, der mir keine Reaktionen abverlangt, keine Show verlangt.

    Nach deiner Beschreibung stelle ich mir vor, dass im Kopf viel die Gedanken darum kreisen was die anderen für Motive haben könnten, wie ihr weiterer Plan aussieht, warum sie dies und jenes tun, oder Ähnliches.
    Oder ist es etwas anderes was du analysierst?
    Ja so in etwa...ich denke, es geht hauptsächlich um die Frage: wie reagiere ich auf diesen Menschen? Wie ist er so drauf? Wieviel Kraft investiere ich in ihn, was lohnt sich?
    Dann kommen natürlich noch die ganzen Dinge dazu, die einfach so mitschwingen, die ich nicht analysieren muss...welche Stimmung er hat, ob er sich stark verstellt, ob er aufrichtig ist, ob er etwas von mir erwartet, ob er sich selbst darstellen will, ob er Probleme hat, welche Art Mensch er ist (ruhig und tolerant, versteckt aggressiv, Labertasche, die nur ihren Müll auf andere ablädt...) usw.
    Intentionen kann ich oft nur schlecht einschätzen, weshalb man mich ziemlich leicht hinter´s Licht führen kann. Auch verstehe ich oft nicht, aus welchem Grund jemand dies oder das tut...ich sortier mir die Handlungsweisen in Kategorien ein und alles, was ich kenne, darauf kann ich eingehen, aber das, was ich nicht in meinem "Katalog" habe, macht mir Probleme...deswegen bin ich wohl die ganze Zeit am Analysieren.

    Eventuell bringt es dir etwas wenn du versuchst deinen Kopf immer ganz schnell zu "leeren" wenn du anfängst zu analysieren. Versuche einfach immer nur ganz konkret zu reagieren.
    Naja, ich hab Angst, dass ich dann irgendwie komplett blödsinnig reagiere...was mir ja auch schon sehr oft passiert ist. Ich reagiere dann impulsiv und das bedeutet, dass ich einfach das nächstbeste sage und das nächstbeste ist immer irgendetwas (für die anderen) total absurdes. Und dann werd ich komisch angeguckt. Manchmal geht das auch, bei Menschen, auf die ich mich schon eingespielt habe. Da kann ich dann "loslassen" und einfach natürlich reagieren. Vielleicht fehlt es mir auch einfach noch an Übung, mal loszulassen...oder vlt auch die passenden Menschen.
    Geändert von Chamaeleon ( 7.07.2015 um 17:05 Uhr)

  6. #16
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 750

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    ich kenne das auch sehr gut,
    aber ich muss auch zugeben, dass es von zeit zu zeit sich auch mal auflöst, gerade zumindest, erst vor kurzem dachte ich, wow die sehen ja alle, wie echte menschen aus,

    wirkten näher auf mich, dann musste ich mir im bett mal vorstellen, wie viele menschen da draußen sind, allein in einem kleinen radius und alle haben sie ihre eigene welt, eigenen jahre an erfahrungen,
    die so nahe wirken können, das wird einem irgendwann zu viel, da muss man lernen wieder was ordentlich auszublenden, sonst bekommt man ja gehirnoverloads..

    aber wenn du dass gefühl hast alles sei irgendwie nebelig, dann solltest du doch nochmnal nachfragen, bei mir wars eine unterfunktion der schilddrüse, ist bei jedem sicher was anderes, aber
    intensität und art und weise dieser wahrnehmungen, können doch auch etwas mehr bedeuten,

    früher kam ich mit den ganzen reizen nicht zu recht, so gar nicht, hatte da nur die wichtigesten orientierungsinformationen aufgenommen, wenn es ging, wenn nicht,
    dann zog es mich meist zu sport, oder rückzug. oder beides xD

    eins noch, vielleicht hilft es ja, wenn du dich mal mitteilst, so wie hier nur im echten leben.

  7. #17
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 750

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    und ja, strucktursehen, analyse, rationale intelligenz, das abstrakte im menschen und seinem verhalten anderen gegenüber, besonders in der gruppe,
    total übel!!!

    wie soll man das auch ernst nehmen und sagen kann man kaum was, wobei ich mich manchmal vorsichtig annähere mit meinen behauptungen,
    aber nicht selten habe ich gespräche auf einer party gesprengt, wegen krankhafter ehrlichkeit

    die frage nach, wo kommst du her?
    ich mein, und das sagte ich auch, was soll das, kannst du nicht einfach mit mir über etwas reden, dass dich interessiert und durch meine meinung mich kennen lernen, als hier so eine floskel zu bringen.
    naja und einmal redete ein mädchen über irgendeine geschichte, die sie erlebt hat, ich habe vergeblich auf das interessante gewartet, oder das besondere,
    da war aber nichts, und ich sah in die gruppe, mit all den gesten und mehr, sodass ich es tatsächlich auch ein wenig animalisch sah und dann konnte ich nicht mehr, und fragte, ob da noch was interessantes kommt.

    äh, ja ne und ich eben, da hat man so viele menschen vor sich mit eigenen bilder, wieso nicht über etwas cooles reden, etc.

    ich gehe nicht mehr auf partys und der anfang da war auch schwer, weil ich eben dachte, ok, ich höre da mal zu und schau, was ich dazu sage, stelle mich zu einer gruppe,
    so und alle hörten auf zu reden, voll bescheuert, also sprach ich dfas an, irgendwann vernahm ich dann mal ein gespräch und noch eins und
    oh mein gott, auf partys in der gruppe, nur laaaaaangeweile, blör, kotz... hihihi

    war vielleicht auf der falschen veranstaltung, aber das sozialleben im allgemeinen.. uff, ich verhalte mich wohl niemals, "richtig"
    aber ich kann damit leben

  8. #18
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 258

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    je mehr ich gerade selbst mit mir zu tun habe, um so weniger kann ich anderen Gedanken folgen,

    es sei denn, der andere hat ein in meinen Augen gerade größeres Problem, welches ich vielleicht sogar schon mal lösen konnte, oder es geht um Dinge die mich total interessieren oder auch null interessieren

    dann kann es auch passieren das ich meine Probleme kurzzeitig vergesse, anders bewerten kann oder mich das ganze selbst beruhigt, weil ich sehe, das andere auch mit in meinen Augen scheinbar einfachen Dingen nicht ganz klar kommen

    Ich denke es ist kein Zeichen von Desinteresse oder nicht zuhören können, sondern dann in den jeweiligen Situationen eine Art Schutzfunktion, um mich nicht noch zusätzlich mit anderen Dingen zu belasten.

    Ich höre ja kurz zu und wenn ich es dann als Nichtigkeit, Kleinigkeit, als zu groß betrachte oder gerade gar nichts verstehe, schalte ich eben je nach dem automatisch auf Durchzug, damit mich das ganze nicht zu sehr berühren/belasten kann.

    Es kann dann oft sicher bei den anderen falsch ankommen, aber Desinteresse ist es nicht, sonst würde ich gleich sagen, das ganze interessiert mich nicht und würde nicht mal versuchen zuzuhören bzw. der Sache erst gar keine Beachtung schenken und einfach weiter gehen.

  9. #19
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    Mir kommt es auch manchmal so vor als ob ich mich in einem Wust aus Menschen befinde die nur so um mich rumwirbeln - ich befinde mich praktisch im Auge des Wirbelsturms. Ich reagiere auf meine Mitmenschen und sie aber nicht auf mich.

    Letztens waren wir bei einem Kumpel auf der Geburtstagsfeier - es waren, incl. meinem Freund und mir, 12 Leute. Eigentlich mag ich die auch alle mehr oder weniger - ok, einige sind mir auch egal, aber im großen und ganzen bin ich denen positiv gestimmt. Ich hab mich auch mit dem ein oder anderen ganz nett unterhalten und wir haben auch gelacht - aber irgendwie wars doch komisch, so gezwungen irgendwie. Ich habe mich die letzten Jahre nicht mehr so einsam gefühlt. Kann das aber gar nicht so richtig beschreiben: Mir ist immer wieder der Satz "Die haben echt keine Ahnung!" durch den Kopf gegangen.

    Von was die aber keine Ahnung haben, ist mir bis heut nicht klar. Die Themen waren hauptsächlich Arbeit (Stress!), Urlaub, Freizeitaktivitäten. Hat mich alles irgendwie nicht wirklich interessiert - über die tiefgründigen Themen die mich zur Zeit beschäftigen brauche ich mit denen aber gar nicht das Reden anfangen... die haben eh keine Ahnung.

    Oh, ich glaub ich habs grad selbst rausgefunden

  10. #20
    seit 01.12.2012

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Mitmenschen sind gar nicht "wirklich da"

    grobartig schreibt:
    Ich denke es ist kein Zeichen von Desinteresse oder nicht zuhören können, sondern dann in den jeweiligen Situationen eine Art Schutzfunktion, um mich nicht noch zusätzlich mit anderen Dingen zu belasten.

    Ich höre ja kurz zu und wenn ich es dann als Nichtigkeit, Kleinigkeit, als zu groß betrachte oder gerade gar nichts verstehe, schalte ich eben je nach dem automatisch auf Durchzug, damit mich das ganze nicht zu sehr berühren/belasten kann.

    Es kann dann oft sicher bei den anderen falsch ankommen, aber Desinteresse ist es nicht, sonst würde ich gleich sagen, das ganze interessiert mich nicht und würde nicht mal versuchen zuzuhören bzw. der Sache erst gar keine Beachtung schenken und einfach weiter gehen.
    Ich denke und rechne immer damit, das ich auffliege, wenn herauskommt, das ich jemanden nicht zuhöre, da mich das gelaber überhaupt nicht interessiert und das kann sehr leicht passieren. Das entscheidet sich in den ersten 5 - 10 Sekunden und dann werde ich innerlich sehr ungeduldig.

    Ich bin selbst oft erstaunt von mir, wie wahnsinnig interessiert ich in Gesprächen oft tun kann, mit "mm", " aha", "okay" und Kopfnicken, während ich schon längst Gesprächen nicht mehr folge. Somit besch...e , belüge ich diese Leute. Ich mache Ihnen etwas vor und betrüge sie. Ich gebe vor das mir Ihre Meinung etwas bedeutet, das tut sie aber meist nicht, da es oberflächlich ist und letzt endlich nur zur eigener Befriedigung und Selbstbestätigung dient, da erwartet wird, das man sich Ihrer Meinung annimmt oder Ihnen Recht gibt. Oft genug interessiert mich nicht einmal der Mensch selber, der mich auf diese Weise zur seiner eigenen Befriedigung missbraucht.

    Mir wurde von Kindheit an beigebracht immer höflich zu sein. Das ist wohl noch so ein Überbleibsel von früher, dieses "trotzdem zuhören und nichts anmerken lassen".

    Überall sonst bin ich freundlich wenn ich das möchte und ich für angebracht halte, nicht wenn andere das möchten, wie meine Eltern früher.

    Ich genieße es und sehe es als Luxus an, zu widersprechen oder anderer Meinung zu sein. Seit je her bin ich schon immer gegen den Strom geschwommen, was meist zur Folge hatte, das ich die Außenseiterposition einnahm. Von meinem Vater bekam ich früher immer vorgehalten, ich lasse mir nie was sagen. Heute lege ich es darauf an, wo es passt und freue mich darüber, das ich mir diesen Vorwurf von damals, - nicht immer und zu jedem freundlich gewesen zu sein, nicht habe aufdiktieren lassen.

    Im Geschäft gebe ich den meisten erst mal immer recht, damit ich nicht als Besserwisser dastehe. Die meisten verachte ich auf's Tiefste für Ihre Besserwisserei. Letzt endlich mach ich aber was ich will. Ich hasse es, das die ganze Welt einen immer verändern will und alles aufdiktieren will.

    Mich wiedert diese gespielte 'falsche Freundlichkeit' an. Aber viele halten sich für so wichtig, das sie einen so lange mit belanglosen Infos zumüllen, das sie geradezu nach dieser Lüge von Aufmerksamkeit schreien. Sollen sie doch haben.

    Geändert von nando (25.07.2015 um 03:24 Uhr)

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