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Diskutiere im Thema Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 38

    Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    Die Aussage habe ich im Vorstellungsbereich gelesen, was mich zu der Frage bewegt hat, was heißt normalerweise schlechter erholen ? Wo gibt es denn da Unterschiede ?
    Dazu, welche Art von Niederlagen sind denn da so gemeint ?

    LG Löwenzahn

  2. #2
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    Sunpirate hat dazu folgendes geschrieben:

    Ich würde eher sagen dass ADSler Niederlagen schlecht wegstecken können. Danach aber schnell wieder aufstehen.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    Die Frustrationstoleranz ist bei ADHSlern oft niedriger, was schonmal dazu führen kann, das Niederlagen schneller und intensiver als solche empfunden werden. Zusätzlich ist es bei ADHS, wie auch bei anderen psychischen Erkrankungen oft der Fall, das alte Wunden schlecht verarbeitet sind, Trigger sind, weil sie aufgrund der Lebensgeschichte sehr oft und sehr einschneidend waren. Einschnitte im beruflichen Leben z.B., oder immer wiederkehrende Konflikte in der Familie aufgrund von Unaufmerksamkeit oder Impulsivität etc. Die Stimmungsschwankungen tun dann noch ihr Übriges.

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    Also, wenn etwas komplett in die Hose gegangen ist, ich es auch als Niederlage empfinde, dann nehme ich das noch einmal für mich auseinander, ziehe das beste daraus, auch aus Niederlagen kann ich ja lernen und gehe weiter. Das verarbeiten dauert, weil ich es genauer betrachte vermutlich länger, aber aus der Situation gehe ich gestärkt heraus. Da gehe ich von nicht sehr einschneidenden Niederlagen aus.

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    das alte Wunden schlecht verarbeitet sind, Trigger sind, weil sie aufgrund der Lebensgeschichte sehr oft und sehr einschneidend waren.
    Wenn alte Wunden nicht gut verarbeitet sind, es einem bewusst ist, kann man ja z.B. Mithilfe einer Therapie daran arbeiten, es zu verarbeiten. Das ist ja kein AD(H)S Merkmal, demzufolge.

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    Ich würde sagen, sowohl aus eigener Erfahrung, als auch anhand dessen, was ich dazu gelesen und von anderen Betroffenen erfahren habe, dass es wohl eher etwas komplexer ist.

    ADHS-Betroffene sind, würde ich jedenfalls sagen, Stehaufmännchen.

    Aber das bedeutet nicht gleichermaßen, dass sie sich schneller, langsamer, besser oder schlechter von Niederlagen (wie auch immer man das definiert, das ist auch sehr individuell) erholen.

    Auch wenn wir Stehaufmännchen (oder -weibchen) sind, so würde ich sagen, dass Niederlagen sich deutlich intensiver, zumindest aber nachhaltiger in uns festsetzen und langfristig ihre Spuren und Narben hinterlassen.

    Ich kann mich an Ungerechtigkeiten und Niederlagen noch aus der frühen Kindheit erinnern.
    Bis zu etwa Mitte Vierzig bin ich auch immer wieder aufgestanden, hab den Staub abgeklopft und weiter gemacht, aber all das führte im Laufe der Jahre auch dazu, dass es sich alles aufgestaut und aufgebaut hat, bis irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes das Fass überlief, ...

    Das ist auch nicht selten der Punkt, an dem unerkannte und unbehandelte ADHS-Betroffene, die ihre Beeinträchtigungen bis dahin auch nach außen hin weitgehend gut kompensieren konnten, auffallen, oftmals kommen sie mit Depressionen oder Burnout oder eben den anderen Komorbiditäten zuerst zum Arzt und erst dann bemerkt man, wo die eigentliche Ursache lag.

    Ich glaube, dass ADHS-Betroffene durchaus eher dazu neigen, wieder aufzustehen und weiterzumachen, aber sie sind gleichermaßen auch sehr empfindsam, haben z.B. einen extrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, so dass sie das vielleicht vordergründig wegstecken, im Innern brodelt es aber weiter und baut sich mehr und mehr auf.

    Wir versuchen unser Leben lang zu kompensieren und vordergründig gelingt das auch, aber dennoch sind diese Kompensationsstrategien auf Dauer meist dysfunktional, also oftmals kein richtiges "ADHS-Management".

    Meine Meinung und Erfahrung:
    Wir sind Stehaufmännchen, aber man kann uns auch leicht und tief in die Seele treten und das wird nicht so leicht wieder abgebaut/ verarbeitet ...

    EDIT/Nachtrag:
    Wobei der Begriff "in die Seele treten" nicht unbedingt bedeutet, dass uns jemand anders verletzt, auch etwas nicht so hinzubekommen, wie wir es wollen, kann schon ein solcher Tritt sein.
    Geändert von Fliegerlein (29.04.2015 um 13:45 Uhr) Grund: Edit zugefügt

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    Löwenzahn schreibt:
    Wenn alte Wunden nicht gut verarbeitet sind, es einem bewusst ist, kann man ja z.B. Mithilfe einer Therapie daran arbeiten, es zu verarbeiten. Das ist ja kein AD(H)S Merkmal, demzufolge.
    Deswegen wird ja unter anderem auch eine Psychotherapie empfohlen. Wie ich sagte, es ist ein Merkmal vieler psychischer Erkrankungen, darunter auch ADHS. Auch das oft niedrige Selbstbewusstsein ist ein häufiges Merkmal von ADHS, aber eben nicht von ADHS allein.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    Löwenzahn schreibt:
    Also, wenn etwas komplett in die Hose gegangen ist, ich es auch als Niederlage empfinde, dann nehme ich das noch einmal für mich auseinander, ziehe das beste daraus, auch aus Niederlagen kann ich ja lernen und gehe weiter. Das verarbeiten dauert, weil ich es genauer betrachte vermutlich länger, aber aus der Situation gehe ich gestärkt heraus. Da gehe ich von nicht sehr einschneidenden Niederlagen aus.
    Wenn man immer und immer wieder an bestimmten Defiziten scheitert, dann geht man irgendwann nicht mehr gestärkt raus, denn das Defizit liegt ja nicht im Verhalten, es gibt manchmal nicht aus der Sache zu lernen, außer das man ein Defizit hat. Es geht hier ja nicht um alltägliche Dinge die jedem hin und wieder passieren. Es geht um Qualität und vor allem Quantität der Niederlagen.

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 348

    AW: Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    Hmmm ein interesantes Thema bei mir ist es so, dass ich auf Niederlagen teils überreagiere das hält je nach Art und so mal länger und mal kürzer.

    Gibt sachen die hängen mir jetzt noch nach gibt aber auch Sachen bie beispielsweise an einem Auto Unfall wo ich dann so schnell stehauf gemacht hab dass ich die Sanitäter angekackt hab warum wir nicht beim Starbucks halten können was Sie verständlicherweise nicht taten weil Sie dachten mein Auge kann man vergessen war im Krankhaus auch null deprimiert oder sonstwas sondern abstruserweise einer der bestgelaunten Menschen überhaupt dort ich habe das Krankhaus sogar teils genossen (Ich weiss ich bin unnormal)^^

  10. #10
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Können sich AD(H)S normalerweise schlechter von Niederlagen erholen ?

    Ich versuche es zu verstehen, besser nachvollziehen zu können. Arbeite gerade auf Hochtouren sozusagen.


    Auch wenn wir Stehaufmännchen (oder -weibchen) sind, so würde ich sagen, dass Niederlagen sich deutlich intensiver, zumidnest aber nachhaltiger in uns festsetzen und langfristig ihre Spunren und Narben hinterlassen.
    Genauso, denke ich auch. Bei allem, was so passiert ist, in meinem Leben, bin ich ein Stehaufmännchen. Das bezieht sich auch auf einschneidende Erlebnisse aus Familie, Beruf etc. Ich empfinde es selbst auch als intensiver und nachhaltiger. Das ist mir im Laufe der Jahre mal aufgefallen, wenn ich mit anderen gesprochen habe. Ich habe da immer wieder überlegt und festgestellt. Also, irgendwie verarbeite ich anders. Mir ist es aufgefallen, aber habe es nicht groß verfolgt.

    Ich kann mich an Ungerechtigkeiten und Niederlagen noch aus der frühen Kindheit erinnern.
    Ja, daran kann ich mich auch erinnern, es gab Begebenheiten, die waren ausgesprochen ungerecht und auch damit hatte ich zu tun, den ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn habe ich sehr ausgeprägt.

    Kann da bei weiterem lesen eigentlich immer wieder zustimmen.

    Hänge jetzt noch ran, dass ich irgendwann an einem Punkt gekommen bin, wo ich mir sagte, so es reicht. Dann kam das Knock Out. Ich habe eine Therapie gemacht,aufgearbeitet, verarbeitet. Bin weiter gegangen.
    Ich konnte es gut in meinem Leben integrieren, annehmen und akzeptieren.
    Da fehlte aber trotzdem etwas, nie kam ein Gespräch über AD(H)S auf. Bei dem ein oder anderen Gespräch bin ich ins Grübeln gekommen, wo ich einfach dachte, nein also da gehe ich nicht mit, das ist anders. Konnte mir selbst jedoch nicht erklären, warum. Gestern habe ich mich in die Komorbitäten reingelesen und da hat es Klick gemacht. Damals war im Eingangsgespräch die Frage, wie es sich anfühlt. Ich habe schichtweise gesagt. Das das eine eine weitere Krankheit auslösen kann, wenn sie anderweitig versteckt ist, habe ich hier erst gestern begriffen. Das erklärt für mich natürlich einiges.
    Geändert von Löwenzahn (29.04.2015 um 14:29 Uhr)

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