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Diskutiere im Thema AD(H)S Symptom oder Charakter?? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AD(H)S Symptom oder Charakter??

    Die Frage beschäftigt mich schon länger. Und ab und zu stoße ich auch hier im Forum drauf. Was denkt ihr in wie weit das AD(H)S den Charakter (mit) prägt? Bzw.kann man beides trennen?
    Bei manchen Wesenszügen(Impulsivität, Ungeduld zB.) sehe ich durch die Medikation schon einen Unterschied, aber eben nicht bei allen.

  2. #2
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: AD(H)S Symptom oder Charakter??

    Die Frage stelle ich mir auch oft, wie wäre ich ohne ADHS? Denn, soweit ich das von mir und meinem Umfeld (die mit ADHS) beurteilen kann: Wir sind meistens nie langweilig.

    Irgendwie sind alle im Kopf junggeblieben und meistens ziemlich spassig, wäre ich das auch ohne ADHS?

    Oder wäre ich ohne ADHS genau gleich, nur ohne Gehirnsalat? Irgendwie halte ich daran fest das ich ohne ADHS wohl anders wäre, also ist mein Charakter geprägt, und ich mag mich so! Bin mit ADHS zwar nicht gesegnet weil es einem das Leben schwer machen, oder zur Hölle machen kann, aber in solchen Momenten bin ich immer froh das ich so bin wie ich bin, mit ADHS

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: AD(H)S Symptom oder Charakter??

    Ich glaube in gewisser Weise wird der Charakter schon durch ADHS geprägt, also durch die Erfahrungen die man so im Leben macht. Ist ja bei jedem so.
    Ich persönlich finde aber, das z.B. Impulsivität oder Ungeduld nicht immer mit dem Charakter gekoppelt sind. Für mich liegt der "Beweis" darin, das manchen ihr Handeln im Nachhinein leid tut, oder sie eben selbst davon überrascht sind, weil sie es so gar nicht wollten.
    Das schliesst natürlich nicht jede Situation ein, aber bei diesem Beispiel teils auffallend viele.

    wenn die Medikation die Impulsivität z.B. Einschränkt, und man selbst sich damit "echter" oder näher bei sich fühlt, dann ist es meines Erachtens nicht der impulsive Charakter, sondern eine Auswirkung des ADHS.

  4. #4
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: AD(H)S Symptom oder Charakter??

    Ich sehe das ebenfalls so, was Ungeduld und Impulsivität betrifft. Die Erfahrung mit der Medikation mache ich erst seit drei Wochen und dennoch merke ich da den Unterschied. Andere Charakterzüge bei mir persönlich zum Beispiel meine Art über Vieles was andere Menschen stört drüber weg zu sehen wird vom Medi nicht berührt.

  5. #5
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: AD(H)S Symptom oder Charakter??

    Es geht mir dabei nicht um die utopische Frage welchen Charakter ich ohne ADS hätte, obwohl das sicher auch amüsante Spekulationen möglich wären.

  6. #6
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: AD(H)S Symptom oder Charakter??

    Zu unterscheiden, was Naturell und was ADHS-Symptome sind, finde ich auch interessant. Vor allem, nachdem ich ja vor einigen Monaten eine Erfahrung der ganz besonderen Art gemacht habe: Ich holte ein Medikament-Rezept bei meinem Doc ab und musste mich hinten in einer Warteschlange vor der Rezeption anstellen, war viel los. Auf einmal fiel mir, die ich ja nun schon mehr als ein halbes Jahrhundert alt bin, etwas Irritierendes auf: Die Menschen vor mir lachten viel und waren freundlich und rücksichtsvoll. Das kannte ich bisher nicht, weder generell in Warteschlangen noch erst recht beim Doc und dann auch noch beim Psychiater. Beim Psychiater kannte ich es sogar eher, dass im Wartezimmer sich alle gar nicht anschauten oder wenn, dann irgendwie kurz beäugten mit der inneren Pein und Frage, ob der andere wohl noch bekloppter als man selber tickt.

    Dieses Mal aber erlebte ich etwas ganz Neues, nie Erlebtes. Darum hörte ich mehr zu. Und darum sah ich, dass die alle ADHS-Medikamente abholten. Dieser Doc ist nämlich einer der Experten für ADHS bei Erwachsenen.

    Und da sah ich klar, was mir auch Leute immer zu meiner Ausstrahlung rückmelden: Die Freundlichkeit, Offenheit, Lebendigkeit, den Charme. Eine ganze Warteschlange von uns Chaoten machte wirklich gute Laune!

    Ich weiß, das ist nur eine Seite der Medaille und auch nicht bei jedem ganz genauso. Aber es ist da.


    Von Natur aus bin ich eine Frohnatur, das haben Eltern und Großeltern immer so erzählt und gesagt. Die Qualen der Alltagsprobleme haben mir über die Jahre und Jahrzehnte Depressionen dazu beschert, dabei laufen sie meinem Naturell eigentlich zuwider, sind aber Folge ständiger Überforderung, im Alltag mitzuhalten und vor einfachsten Dingen immer wieder zu scheitern.

    Die Leute, die sich als Hochsensible bezeichnen legen ja Wert drauf, dass dies keine Krankheit, sondern ein Naturell ist. Dazu gehört, dass sie damit ihr Leben und ihren Alltag arrangieren können. Wenn ihnen verwehrt wird, mit ihren Besonderheiten leben zu können, kommen viele Krankheiten dazu als Folgeerscheinungen.
    ADHS ist definiert als Krankheit, weil Leute, die nicht mehr klar kommen, damit zu Ärzten gehen und eine Behandlung brauchen, mal ganz verkürzt beschrieben.

    Hmmmm.....ich weiß nicht genau, wo da die Grenze oder die Augenwischerei liegt. Jahrzehntelang dachte ich, ich habe Depressionen mit der besonderen Ausprägung der extremen Reizüberempfindlichkeit. Auch damit war es eine Krankheit. Aber mein Temperament und meine Fröhlichkeit habe ich nie dazu gezählt. Ob das so stimmt, keine Ahnung.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 16

    AW: AD(H)S Symptom oder Charakter??

    Für mich ist es selbstverständlich, das unsere ADHS teil unseres Charakters ist. Sie bringt nun mal Auswirkungen mit sich, welche teilweise als Charakterzüge angesehen werden (Impulsivität, Ungeduld, unorganisiert usw) und hat somit einen großen Einfluss auf unseren Charakter.

    "Was denkt ihr in wie weit das AD(H)S den Charakter (mit) prägt?

    Durch das ADHS haben wir eine menge Probleme und unsere Handlungen werden sehr dadurch beeinflusst. Das erzeugt natürlich Reaktionen unserer Umwelt, welche auf uns und unseren Charakter Einfluss nehmen. Somit ist der Einfluss des ADHS schon sehr groß.

    "Bzw.kann man beides trennen?"

    Definitiv nein. Viel interessanter würde ich die Frage finden: "Wie wäre ich heute als Mensch, wenn ich ohne ADHS aufgewachsen wäre"? Es würde mich nicht wundern, wenn dann ich dann ein ganz anderer Mensch wäre. Für mich ist meine ADHS daher ein wesentlicher Aspekt meines Charakters.

    "Bei manchen Wesenszügen(Impulsivität, Ungeduld zB.) sehe ich durch die Medikation schon einen Unterschied, aber eben nicht bei allen."

    Natürlich ist das so. Die Medikamente greifen direkt in unsere "Hirnchemie" ein und geben uns für eine begrenzte Zeit die Möglichkeit, die Welt fast "normal" wahrzunehmen, was viele ADHS-Symptome lindert. Allerdings hat die ADHS ja schon Einfluss auf unser Leben und unsere Charakter genommen, bevor wir davon wussten und behandelt wurden. Und diese Erlebnisse sind nicht Rückgängig zu machen und haben schon unseren Charakter geprägt. Und klingen die Medis ab, kommen die Symptome voll zurück. Das ADHS wird vermutlich uns alle unser Leben lang begleiten und daher weiter mehr oder weniger Einfluss nehmen.





    Geändert von mono117 (19.04.2015 um 18:22 Uhr)

  8. #8
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: AD(H)S Symptom oder Charakter??

    @ mono das ist grob gesehen auch meine Ansicht. Nur bin ich mir nicht ganz sicher. Die Frage ob ich ohne ADS ein anderer Mensch wäre, lässt sich allein schon deshalb nicht beantworten, weil meine Kindheit und Jugend auch ohne AD((H)S schlimm war. Außerdem bestimmt die Genetik zum Teil wie wir später werden und nicht nur das Gelernte.
    Geändert von Sunpirate (19.04.2015 um 18:47 Uhr)

  9. #9
    ⭐ohne Sinn⭐

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 502

    AW: AD(H)S Symptom oder Charakter??

    Hab ich heute noch mit jemandem drüber Geschnatter gehabt.. ja zwischen adhs lern gibt es eine gewisse höhere form von symphatie, humor und einfühlsamkeit die es wohl nach unserer beider Meinung bei nicht adhslern mit adhslern selten oder auch nur begrenzt gibt. Ich denke mal das liegt daran dass sich beide auf einer gewissen weise verstanden und verbunden fühlen. .. mag für viele zweifelhaft klingen.. aber ich finde das schon irgendwie. .

  10. #10
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: AD(H)S Symptom oder Charakter??

    Schon klar dass ADSler sich verbunden fühlen. So unterschiedlich die einzelnen Betroffenen auch sein mögen. Es gibt immer eine Gemeinsamkeit, das sich ausgeschlossen fühlen. Einsamkeit verbindet.

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