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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 12

    Lebsnskrise- kein Sinn mehr im Leben

    Hi ihr Mitleidenenden,

    und zwar wollte ich mal euren Rat wissen, was ich jetzt am Besten machen sollte.

    Aber erstmal zu meiner Geschichte:

    Ich bin 23 Jahre alt und habe eine spastische Hemiparese (Halbseitenlähmung) seit Geburt und ADHS seit dem 5. Lebensjahr. Da man als Behinderter es immer schwierig hat eine Ausbildung bzw. Jobs zu finden bin ich mit 17 Jahren von zuhause ausgezogen, 600 km in eine andere Stadt und in ein Internat. Dort habe ich dann meine 3 jährige Ausbildung absolviert und habe dann noch 1 Jahr bei der Firma gearbeitet. Jedoch hat mir der erlernte Beruf nie Spaß gemacht, sodass ich mich um eine Zweitausbildung für meinen "Traumjob" bewarb und tatsächlich auch nen Ausbildungsplatz zum Fachinformatiker f. Systemintegration bekam. Da aber diese Ausbildung mit einem langen Anfahrtsweg verbunden war (1:45 h pro Tour) beschloss ich, in die Nähe meines jetzigen Arbeitgebers zu ziehen.

    Da ich jedoch merkte, dass ich aufgrund meines ADHS Probleme im Arbeitsalltag besitze, beschloß ich zum Psychologen zu gehen. Ich verstehe mich mit Ihm auch super und mit Ihm haben wir wieder mit "Ritalin" angefangen. Ich fühle mich damit innerlich ruhiger und entspannter, aber die Flüchtigkeitsfehler sind leider nach wie vor immer noch da bzw. die Probleme mit dem Struktirieren und Organisieren von Arbeitsabläufen.

    Man merkt mittlerweile deutlich, dass mein Ausbildungsbetrieb mich nur noch irgendwie durchkriegen will, weil die mit meinem ADHS nicht zurecht kommen.

    Darüber hinaus habe ich eine Sozialphobie, weil es mir schwer fällt, mit Mitmenschen "normal" umzugehen (Ich sage halt immer was ich denke, aber dank Ritalin ist auch das nicht mehr so schlimm). Das heißt, sehr viele sagen über mich "...was das denn für ein Freak..." Deswegen habe ich auch nur 4 Freunde die mittlerweile auch nicht mehr in derselben Stadt wohnnen (hab ich im Internat kennengelernt)

    Nun bin ich in letzter Zeit auch verstärkt depressiv, weil ich irgendwo nicht mehr weiter weiß und ich endlich mal mit meinem Leben klar kommen möchte.

    Weil ich kann mich nicht mehr freuen sondern läuft alles irgendwie nur noch mechanisch ab.

    Mein Theraoeut riet mir, ,al in eine ADHS Klinik zu gehen, wo ich Gruppentherapie und eine "Tiefenpsychologische Analyse" bekommen könnte, jedoch ist hier das Problem, dass ich mich noch in der Ausbildung befinde und ich erst letztes Jahr 3 Monate wegen einer Beinverlängerungsoperation gefehlt habe.... Will halt ungern meinen Arbeitgeber provozieren.

    Es ist in letzter Zeit halt so das ich anchmal zum Arzt gehe und mich krankschreiben lasse für 2-3 Tage, weil ich irgendwo nicht mehr kann und irgendwo auch nur meine Ruhe möchte, aber das alleine in meiner Wohnung sitzen, macht mich dann irgendwie doch noch trauriger.

    Mein Therapeut meinte auch, dass es sein KÖNNTE, dass ich aufgrund meiner ADHS für den Job Fachinformatiker ungeeignet wäre,obwohl die Noten in der Berufsschule zwischen 2-3 liegen und das Fachwissen immens sei und es auch schon immer mein Lebenstraum war.

    Da frage ich mich allen ernstes, kann ich mich so getäuscht haben, bzgl. meines Traumjobs? weil ich meine, dass Wissen ist doch da nur halt in die Praxis auf Arbeit umsetzen fällt mir verdammt schwer....

    Was soll ich nur machen? Ich will die Ausbildung auf alle Fälle beenden aber vorallem mal endlich klar kommen mit dieser Welt.

    Weil habe auch manchmal Suizidgedanken, aber habe irgendwo auch nicht den Arsch in der Hose es durchzuziehen... warum fragt mich nicht.

    Was hab ich nur für ein Leben, ich vegetiere quasi nur noch vor mich hin und in eine Behindertenwerkstatt will ich auch nicht ggehen, weil dafür hab ich nicht (bald) 2 Berufe gelernt....

    Antidepressiva nehm ich keine, weil mein Therapeut meinte, dass es seiner Meinung nach "nicht so schlimm sei...."

    Habt ihr eine Idee, wie ich diese Lebenskrise bewältigen kann ohne mich umzubringen? Weil ich kann irendwo nicht mehr.... ich kaufe auch manchmal gar nicht mehr ein, weil ich keine Lust drauf und mich nicht selber in den Srch treten kann.... und naja alles blöd irgendwie.

    Man könnte irgendwie sagen, dass ich nichts auf die Reihe bekomme....


    Habt ihr eine Idee, wie ich wieder Sinn in mein Leben bekommen kann?

    Gruß

    anonym360

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Lebsnskrise- kein Sinn mehr im Leben

    Antidepressiva nehm ich keine, weil mein Therapeut meinte, dass es seiner Meinung nach "nicht so schlimm sei...."

    Habt ihr eine Idee, wie ich diese Lebenskrise bewältigen kann ohne mich umzubringen? Weil ich kann irendwo nicht mehr....
    Lieber anonym360,

    das Zitat da oben, von deinem Therapeuten, finde ich - wenn er es tatsächlich so lapidar gesagt hat, wie es hier den Anschein hat - sehr ärgerlich!

    Ich habe noch niemals gehört, dass ein Therapeut eine so tiefe Traurigkeit wie du sie zurzeit schilderst, auf eine so leichtsinnige Weise einfach abtut.

    Hast du ihm denn von deinen Suizidgedanken erzählt? Hat er dich danach gefragt? (Das sollte er nämlich eigentlich ohnehin tun, wenn ein Patient Traurigkeit/Depression/Verzweiflung schildert).



    Und sonst.... ach Mensch, es tut mir leid, dass es dir so mies geht zurzeit.

    Klingt auch danach, als seist du zu viel alleine. Jaja, ich kenn das - da fühlt man sich seelisch nicht gut, angegriffen, ausgelaugt, traurig... - und dann zieht man sich zurück, weil dann auch der Kontakt mit anderen Menschen einfach zu anstrengend erscheint.

    Und das Alleinsein dann, das macht es ja auch nicht besser.

    Zurzeit bin ich selber auch ein bisschen *neben der Spur* , sonst würde ich mehr schreiben.

    Vorerst deshalb nur: Wie gut, dass du dich hier mitgeteilt hast! So erfahren einige Leute hier im Forum, wie es dir geht!

    Und hier gibt´s echt gute Leute. Mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen. Und viele von uns teilen ganz ähnliche Erlebnisse, Ängste, Schwierigkeiten. Ja, und auch diese hässlichen, immer wiederkehrenden Versagensgefühle, diese Scheißkerle, die einen sich selbst ganz schwarz und unfähig sehen lassen.

    Eins weiß ich aber inzwischen: Diese Versagensgefühle sind ganz erbärmliche, widerliche Lügner! Die lügen einen an! Deshalb darf man diesen Versagensgefühlen eigentlich absolut nicht, ABSOLUT NICHT, glauben!! (Ich weiß, ich fall selber auch ziemlich oft auf diese Schweine rein! ).


    Also - du bist das Gegenteil von jemand, der "nichts auf die Reihe kriegen kann". Du hast - mit erheblichen Beeinträchtigungen kämpfend - bald zwei Berufe gelernt. Also - "nichts auf die Reihe kriegen" sieht, glaube ich, etwas anders aus, oder?


    Ich hab in meinem Zimmer ein uraltes Bild hängen, das hat mir vor gefühlt 10000 Jahren mal jemand geschenkt. Es ist die "Desiderata" aus der St.Pauls Kathedrale in Baltimore.

    Einer der Sätze darauf lautet:

    Neben einem gesunden Maß an Selbstdisziplin sei gut zu dir! Viele dunkle Gedanken kommen aus Erschöpfung und Einsamkeit.
    Dieses Zitat ist ganz oft schon hilfreich für mich gewesen. Vielleicht ist ja auch was hilfreiches für dich daran?

    Liebe Grüße,

    Luzie

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Lebsnskrise- kein Sinn mehr im Leben

    Hi Luzie,

    ja, diese Suizidgedanken sind ja nicht permanent da, sondern kommen schlagartig und wenn ich beim Psychologen bin dann fühle ich mich in der Regel wohl bei ihm.

    Nett, dass du sagstt, dass ich 2 Berufe bald habe. Daauf bin ich auch stolz drauf, aber was nützt es dir, wenn dir dein ADHS in die Quere schießt und du so schlechtere Chancen hast? Ich meine das ist ja das paradoxe, ich habe Zertifikate und ein immenses Fachwissen aber durch die Flüchtigkeitsfehler oder dddas "nicht vorhandende Orhanisieren und Strukturieren" enden meine Aufgaben oder Projekte öfters im desaster.

    Und das macht auf Dauer der Arbeitgeber nicht mit, was ich auch irgendwo verstehen kann. Auf der anderen Seite möchte ich gerne trotz meiner Behinderung und dem ADHS einen Job im ersten Arbeitsmarkt haben, weil dort das Schubladendenken nicht so stattfindet in der Gemeiinschaft.

    Und zu meiinen Freunden die ich im Internat kennengelernt habe, habe immer noch guten Kontakt.

    Aber was mich stört ist, dass die Zeit alles ändert. Wenn ich daran denke, was wir alles für scheiße im Internat gebaut haben und d war dieses "Wir" Gefühl.... heute sind wir alle noch befreundet, aber man sieht sich nicht mehr täglich, sondern nur noch alle 2-4 Wochen. Kann ich auch irgendwo verstehen, wegen Job und so.

    ein Beispiel: Ich habe eine Freundin, der ich wurklich alles erzählen kann und haben uns im Internat auch schon sehr gut verstanden. Die wohnt jetzt auch in der Nähe von mir, aber zu der kann ich nicht so oft kommen oder tekefonieren, weil sie ein Kind vor kurzem bekommen hat. Klar freue ich mich für sie, aber unsere Freunddschaft hat schon etwas drunter gelitten, aber ich gönne es ihr auch von Herzen- sie ist ne gute Mutter.

    Soll jetzt nicht egoistisch klingen, aber ich fühle mich irgendwie generell dann vernachlässigt, weil die einen wegziehen, die andere kriegt ein Kind und ich, was mache ich? Ich hocke traurig manchmal depressiv in meiner Bude und keine Ahnung was...

    Da frag ich mich auch wieder, was mache ich falsch in meinem Leben? Ich bin noch nicht Vater und hab auch keine Freundin.

    Nun sagte mein Psychologe aber auch, dass ich nicht neidisch sei soll, womit er auch Recht hat, aber trotzdem frage ich mich manchmal was ich falsch mache, weil zu 80% das Wissen zwar da ist, aber rein praktisch "nichts bei rum kommt"

    Wie gesagt, ich bin stolz darauf dass ich 2 berufe habe, frage mich aber, was ich in Summe davon habe, weil mir die Flüchtigkeitsfehler und das fehlende Organisieren trotz Ritalin noch im Wege stehen. (ist mit Ritalin etwas weniger geworden)....

    Aber danke dir schon mal fürs zuhören und würde mich freuen, wenn auch noch andere was dazu schreiben könnten.

    Gruß

    anonym360

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 793

    AW: Lebsnskrise- kein Sinn mehr im Leben

    Wenn der Psychologe bisher von deinen Selbstmordgedanken nichts weiß dann würde ich dieses Thema beim nächsten Termin unbedingt ansprechen.

    Ansonsten denke ich auch, das du doch schon einiges erreicht hast, bald 2 abgeschlossene Ausbildungen, das haben so einige Menschen ohne ADHS nicht mal geschafft.
    Was du jetzt daraus machen kannst wird sich zeigen, ich denke nicht, dass das jetzt umsonst war weil du so viele Fehler machst. Es wird sich sicherlich ein anderer Weg finden, es wird zwar vielleicht nicht der sein an den du bisher gedacht hast aber auch andere Wege können schön sein.

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