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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 9

    Wahrnehmung ist relativ

    Hallo an Alle,

    ich bin noch neu hier auf der Seite.

    Naja ich komm gleich mal zur Sache. Mit 13/14 stellte man bei mir ADHS fest. Ich wurde dann mit Medikinet und danach mit Ritalin behandelt. Nur nahm ich das ganze überhaupt nicht ernst und nahm die Medikamente auch nicht regelmässig. Später brachen meine Eltern dann auch die Behandlung ab.

    Ich probierte sehr sehr sehr sehr.... sehr viele Dinge aus. Ich hatte schon diverse Jobs habe die verschiedensten Sportarten ausprobiert aber nichts wirklich durchgezogen. Jetzt mit 29 Jahren bin ich an einem Punkt in meinem Leben angekommen an dem es so nicht mehr weiter geht. Als ich das begriffen habe (ende letzten Jahres). War es für mich an der Zeit mir Hilfe zu suchen. Nun bin ich bei einer Psychotherapeutin und einer Psychologin und nehme seit über einem Monat Ritalin Adult.

    Ich war schon immer anders schon als Kind und kam mit älteren meistens besser klar als mit jüngeren. Als ich älter wurde wechselte ich sehr häufig meine Freundeskreise. Weil ich einfach keine Gleichgesinnten finden konnte. Aber desto älter ich wurde desto größer scheint die Kluft von mir zu "normalen" Menschen zu werden. Für mein Alter sehe ich sehr jung aus (die meisten schätzen mich 10 jahre jünger, also auf 20 oder jünger...). Was für mich ein riesen Problem ist. Da ich bei fremden Menschen oft nervös bin und dann auch eine recht hohe stimmlage habe nehmen mich die leute nicht ernst. Ab und zu wirke ich sehr verwirrt und rede auch so. Oder kann in einem Gespräch lange ausholen in nebengeschichten und dann das eigentliche thema wieder aufnehmen. Das verwirrt wahrscheinlich viele leute. Ich werde auch oft bei bestimmten aufgaben für nicht kompetent genug gehalten. Es gab auch einige die mir oft ins gesicht sagen das ich sie mich komisch finden und meiden mich deshalb oder belächeln mich.

    Ich weiß schon was sie meinen. Aus unverständlichen gründen bin ich nervös mache hektische unkontrollierte bewegungen. Ich will das eigentlich gar nicht und unter guten freunden passiert mir das auch nicht. Aber wenn man mich mit anderen in meinem alter vergleichen würde wäre der unterschied immens groß. Nun ja ich das hat bei mir dazu geführt das ich mich zurück gezogen habe... . Nun da ich in den letzten wochen viel mit dem Thema ADHS beschäftigt und viel nachgedacht habe. Habe ich erfahren das ADHSler eine andere Wahrnehmung von vielen Dingen haben. Es ist nicht immer alles schlecht. Einige wenige die mich besser kennen schätzen oft meine meinung und fragen mich um rat. was mir wiederum sagt das ich ja nicht ganz falsch liegen kann. Ab und zu weiß ich aber nicht wie ich manche situationen beurteilen soll. Ob das richtig oder falsch ist. Das ist auch mit der grund wieso ich entschieden habe mir Hilfe zu holen. Aber meine Psychologin nimmt mich da nicht ernst...

    Meine Frage ist nun ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat.
    Stimmt das überhaupt das man die Umwelt als ADHSler anders wahrnimmt?
    Ob jemand einen Weg gefunden hat damit umzugehen?
    Oder ob jemand vielleicht Bücher kennt mit Strategien im Umgang mit so etwas?

  2. #2
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Wahrnehmung ist relativ

    Hallo Chaot52
    Was du da beschreibst kenne ich sehr gut. Dass wir uns anders fühlen gehört dazu, so war es für mich immer schon mein ganzes Leben. Ich war sogar froh, als ich zum ersten mal bei meinem ADHS Spezialisten saß und er so zu mir sagte, ich wäre "kein normaler Mensch" habe ich mich endlich wahrgenommen gefühlt, ich war nämlich stets zu anders für die allgemeine Psychiatrie wo ich vorher als Borderliner falschdiagnostizerit war und 6 Jahre meines Lebens vergeudet habe.
    AD(H)S geht mit einer Reifeverzögerung von 30% einher, psychosozial, vom Kopf her, als auch äußerlich, daher sehen viele AD(H)Sler so deutlich jünger aus. Bei mir war es eher so, das ich mit Jüngeren besser Kontakt knüpfen konnte....fals überhaupt, ich war eigetnlich immer Aussenseiter.
    Na ja un das das mit zunehmenden Alter nicht besser wird is klar, die 30 % die bleiben, ich fühle mich mit dem jüngeren Äußeren eigentlich sehr wohl, wollen doch alle in der Botox-Gesellschaft immer gerne jünger aussehen und wir haben es -na ja neurobiologisch ja schon inclusive, Das heist Cremes und Botox kannst du dir sparen.... (ich wollte dich nun aufmuntern, ich hoffe es hat ein bisschen geklappt....). Und was du weiterhin so beschreibst im Kontakt mit anderen klingt für mich nach Sozialer Angst, das habe ich auch und mir rutscht die Stimme auch immer hoch wenn ich aufgeregt bin, da kann man aber gut dran arbeiten. Ich denke es würde dir helfen wenn du deine soziale Angst mit Therapie in Angriff nimmst.

    Und sei froh, das du beim Abschweifen wenigstens noch das THema wieder aufgreifen kannst, denn ich kann das nicht, ich habs dann total vergessen....
    Wenn andere mich belächlet haben habe ich mir immer gesagt (und es auf dem T shirt getragen) "ihr lacht über mich, weil ich anders bin, ich lache über euch, denn ihr seid alle gleich!!!!" Das hat mir selbstbewusstsein gegeben, ich wusste ich werde/kann nie wie andere sein, daher musste ich lernen so damit klarzukommen

    Ja, das mit der anderen Wahrnehmung ist wohl so, bei mir ist es ziemlich die eigen-Wahrnehmung die so auseinader klafft. Das ist mir gruselig.

    Von gewöhnlichen Psychologen brauchst du da auch nicht viel "Ernst nehmen" erwarten, die kennen sich alle nicht mit ADHS aus, was sogar gefährlich werden kann. Du musst damit zu einem von unseren gut 50 ADHS Spezialisten in Deutschland gehen, da wirst du Ernst genommen werden und da kannst du dann auch an solchen Dingen arbeiten

    Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen....
    LG Canary
    Geändert von Canary (31.03.2015 um 00:11 Uhr) Grund: Reifeverzögerung statt Entwicklungsrückstand

  3. #3
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Wahrnehmung ist relativ

    Vielen Dank ich wusste doch das da etwas dran ist. Es ist wirklich schwer besonders wenn das einem keiner Bestätigen kann. Und du hast recht ich habe mich auch sehr erleichtert gefühlt als meine therapeutin zu mir sagte das ich anders bin.

    Der Witz an der ganzen Situation für mich ist: Das ich vorher (bevor ich ehrlich zu mir selbst war und dachte mir würde nix fehlen) als "normaler" Mensch anders sein wollte weil, weil ich nicht so sein wollte wie die anderen^^
    Jetzt da ich weiß das ich anders bin möchte ich normal sein^^

    Verrückt...

    Aber ich möchte dir nochmals dafür danken das ich hier so schnell eine Antwort bekommen habe. In meiner Umgebung habe ich niemanden mit dem ich über so etwas Reden könnte. Meine Freundin versteht das nicht und ist nur mit sich selbst beschäftigt (gibt mir aber wenigstens ein bisschen halt). Meinen Freunden möchte ich das nicht sagen und meine Eltern würden sich zwar bemühen aber könnten es glaub ich nicht verstehen weil sie es nicht aus meiner Sicht sehen.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 112

    AW: Wahrnehmung ist relativ

    Hallo Chaot52

    Ich habe Dir Heute schon in deinen Vorstellung Tread , etwas dazu geschrieben .. Jaaaa ich weiß es hätte Hir her gehört aber ??? kommt ja mal vor .

    Vielleicht liest Du es ja noch .. das Gefühl sich anders zu fühlen ist wohl etwas das uns ein ganzes Leben lang begleiten wird , ich hatte gehofft es würde mit dem Erwachsen werden vergehen , aber - Tut es nicht . Dieses Gefühl macht schon irgendwie einsam , aber auf der Anderen Seite ziehe ich mich auch schon immer von Menschen eher zurück , ich flüchte regelrecht wenn es angenehm werden könnte ..

    Mein Freundeskreis ist sehr überschau bar , aber ich denke ich kann mich glücklich schätzen 1-3 wirklich gute langjährige Freunde zu haben ..

    Wer mein ADS überlebt hat als Freund ist schon ein Harter Kerl !!!! Wenn man anfängt ,aufzuhören , sich zu belügen und sich WIRKLICH ansieht !! Mit allem was ADS bedeutet , dann hat man ,wie ich finde SEHR viel selbst zu verarbeiten . Daher bin ich sehr sehr und SEHR mit Mir und meinem Leben befasst, was das Soziale Leben schon einschränkt ,

    Das anders sein und anders Fühlen bringt mich dazu einfach diese Situationen zu vermeiden , in Gesellschaft zu sein , obwohl ich es manchmal auch mag , aber meist stoße ich da so oft mit den Kopf an meine eigenen Grenzen das es weh tut .

    Als ich es noch nicht wusste das es am ADS liegt , war es schwer !! sehr schwer !! denn ich dachte es liegt an Mir!! das ich einfach nicht in diese Welt passe .. ich hatte sogar die Theorie , das wenn Menschen Re-inkaniert werden, (Esotherik) es einfach bei mir so war, das ich versehentlich wieder auf der Erde gekommen bin und eigentlich kein Geplanter Platz für mich vor gesehen war ..(man kommt schon auf Gedanken )

    Heute ,-wo ich es weiß das ich ADS habe , fühlt es sich noch immer gleich an , aber ich kann es für mich besser verarbeiten ..

    Über die Diagnose war ich froh weil ich endlich wusste das ich nicht DOOF bin , und anfangs war das wie auf einem neuen Kinderspielplatz für mich an dem man alle neue Geräte mal aufprobiert.

    Gerad jetzt habe ich aber die Phase wo ich erkenne ,wo meine Grenzen sind ,und das tut schon weh - ich suche nach alternativen , Beruflich , Privat, in Ordnungs -Angelegenheiten und drehe mich im Kreis .

    ich bin eigentlich immer zuversichtlich und versuche es positiv zu sehen , im Moment ist es aber schwer für mich .

    Ich möchte dir ja damit keinen Angst machen oder dich Runter ziehen , ich möchte nur beschreiben wie ich mich fühle und das es natürlich immer ein Hoch und ein Tief gibt .

    aber eines bist Du sicher nicht !! Du bist NICHT ALLEIN MIT ADS !! Und Gott sei Dank gibt es solche Anlaufstellen und Foren , denn vor 15 jahre hat kaum jemand gewusst was ADS ist und bedeutet .

    Letzteres wissen selbst die Ärzte nicht immer,- auch Heute nicht wirklich . Es steckt in den Kinderschuhen dieses Thema und es ist wichtig das WIR als ADS ,ler auch ein Mitspracherecht haben und nicht in Schubladen , wie

    - ADS
    -Aß Berger
    -Borderilne
    - Autismus gesteckt werden ..


    Und das solltest Du auch nicht tun , Du solltest dich auch nicht in Schubladen stecken lassen , sondern dich so sehen wie Du bist ..

    Nämlich EINZIGARTIG !! Und eben mit ADS So wie Du eben bist ...

    alles liebe Phönixe

    -

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