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Diskutiere im Thema Ich habe ADHS, mein Bruder auch? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    Hallo zusammen,

    bei mir (40) wurde im letzten Jahr ADHS diagnostiziert.

    Ich habe einen Bruder (27), bei dem ich auch viele ADHS-Symptome feststelle (bei unserem Vater übrigens auch).

    Ich fühle mich seit jeher verantwortlich für meinen Bruder, da sich meine Eltern erziehungsmäßig vor der Verantwortung "drücken".

    Abgesehen davon, dass mich diese Verantwortung sehr belastet, frage ich mich, ob ich meinen Bruder über meine Vermutung aufklären und ihm raten soll, sich auf ADHS untersuchen zu lassen. Je früher es erkannt wird, desto besser!? Allerdings will ich auch keine Pferde scheu machen.

    Was meint Ihr dazu?

    SG,
    Anton

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 111

    AW: Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    eigene erfahrung? es bringt nix drauf hinzuweisen direkt...sobald der leidensdruck groß genug ist, fangen alle von selber an zu fragen, dann kann man informativ sein...

  3. #3
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    Hallo Anton,

    schön, dass du hier hergefunden hast.
    Herzlich willkommen und viel Spaß beim Rumstöbern.

    Also, dass du dich für deinen Bruder verantwortlich fühlst, kann ich gut verstehen, ich habe
    viele Geschwister, und für meinen jüngsten Bruder habe ich mich lange verantwortlich gefühlt.

    Allerdings ist es m. M. nicht ganz zutreffend, bei einem 27-jährigen noch davon zu sprechen,
    dass sich die Eltern "erziehungsmäßig vor der Verantwortung drücken".

    Steckt denn dein Bruder in Schwierigkeiten?
    Normal ist es, dass ADHS-Betroffene langsamer reifen, was aber aufs ganze Leben
    gesehen kein Nachteil sein muss, sie bleiben auch länger offen.

    Ich wünsche dir, dass du eine gute Möglichkeit findest, dich mit ihm über ADHS auszutauschen.

    Und wie gehst du mit deiner ADHS um?

    Liebe Grüße
    Gretchen
    PS. - Click mal auf den link in meiner Signatur, das ist für mich persönlich sehr wichtig.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    Hallo Gretchen,

    tja, es ist in der Tat so, dass er in einigen Dingen etwas "zurückgeblieben" ist. Das Problem ist, dass er noch zu Hause wohnt und verwöhnt und bemuttert wird. Von Selbständigkeit ist leider nicht viel zu sehen. Daher mache ich mir einfach Sorgen - und weiß nicht, was ich machen soll.

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 111

    AW: Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    gar nix, er ist 27, wohnt zuhause und wird bemutter...läuft bei ihm, wenn er probs hat, wird er sich in dir erkennen und fragen...
    ich kenn den effekt, aber es ist nicht deine aufgabe....
    mag wer anders das kurz in "nett" übersetzen?

  6. #6
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    Da kann man auch schwer etwas raten.
    Unser zweites Kind, unsere Tochter wohnt mit fast 29 auch noch zu Hause,
    allerdings ist es eher so, dass sie uns bemuttert, da sie mehrere Praktika in
    Seniorenarbeit und Demenzbetreuung gemacht hat.

    Aber Spaß bei Seite, das Beste wird sein, wenn du einen guten Kontakt zu
    ihm pflegst und ihn nicht unter Druck setzt. Ich selbst stehe auf Bücher,
    vielleicht lässt du bei dir mal welche unauffällig herumliegen.
    Anregungen gibt es im Bücherthread hier.

    Ich selbst habe die Ansicht, man kann keinen Menschen ändern, nur sich selbst.

    Alles Gute!

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.115

    AW: Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    Gretchen schreibt:
    Da kann man auch schwer etwas raten.
    Unser zweites Kind, unsere Tochter wohnt mit fast 29 auch noch zu Hause,
    allerdings ist es eher so, dass sie uns bemuttert, da sie mehrere Praktika in
    Seniorenarbeit und Demenzbetreuung gemacht hat.
    Ein sehr schönes und amüsantes Kopfkino mit dieser Information

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    Hallo

    AdeHaEss schreibt:
    Ich habe einen Bruder (27), bei dem ich auch viele ADHS-Symptome feststelle (bei unserem Vater übrigens auch).


    Abgesehen davon, dass mich diese Verantwortung sehr belastet, frage ich mich, ob ich meinen Bruder über meine Vermutung aufklären und ihm raten soll, sich auf ADHS untersuchen zu lassen. Je früher es erkannt wird, desto besser!? Allerdings will ich auch keine Pferde scheu machen.

    Was meint Ihr dazu?
    Ich kann nur von meiner persönlichen Erfahrung sprechen:

    Auch ich hatte meine Diagnose erst als erwachsener, aber vor etwa 4-5 Jahren. Anfangs habe ich, muss ich heute feststellen, sehr oft bei anderen ADS gesucht.

    Es ist meiner Meinung nach grundsätzlich ein sehr heikles Terrain, wenn man selber betroffener ist.
    Weil man, gerade nach einer Diagnose, durch seine eigene Perspektive sehr auf die ADS-Geschichte fokussiert ist, sieht man dann sehr schnell Details, welche vielleicht keine relevanten sind.

    Mittlerweile bin ich mit solchen "Verdachts-Momenten" sehr zurückhaltend und vorsichtig geworden.

    Grundsätzlich bin ich mir sicher dir mit folgendem ganz sicher nichts falsches zu raten:

    Es ist im prinzip völlig Wurscht ob dein Bruder nun wirklich ADHS ist oder nicht, denn …

    Das einzige was zählt ist, ob er denn massive Probleme mit den Symptomen die du zu erkennen glaubst hat,
    sehr unzufrieden im Leben ist oder sonst wie grosse Schwierigkeiten hat.

    Wenn es keine groben Probleme für ihn gibt, also nicht gröbere als jeder andere auch hat,
    finde ich, gibt es überhaupt keinen Grund sich bei ihm ein zu mischen.

    Denn wenn du mit der Vermutung auf ihn zu gehst, kann es tatsächlich eine Einmischung oder Beeinflussung sein.

    Ich würde das darum wirklich nur dann machen, wenn es einen guten Grund dafür gibt.

    Gruss

    cucco

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    AdeHaEss schreibt:
    Hallo zusammen,

    bei mir (40) wurde im letzten Jahr ADHS diagnostiziert.

    Ich habe einen Bruder (27), bei dem ich auch viele ADHS-Symptome feststelle (bei unserem Vater übrigens auch).

    Ich fühle mich seit jeher verantwortlich für meinen Bruder, da sich meine Eltern erziehungsmäßig vor der Verantwortung "drücken".

    Abgesehen davon, dass mich diese Verantwortung sehr belastet, frage ich mich, ob ich meinen Bruder über meine Vermutung aufklären und ihm raten soll, sich auf ADHS untersuchen zu lassen. Je früher es erkannt wird, desto besser!? Allerdings will ich auch keine Pferde scheu machen.

    Was meint Ihr dazu?

    SG,
    Anton

    Hu! Da ich ebenfalls einen Bruder habe würde ich dir gern erzählen wie es bei mir und meinem Bruder war:

    Wir sind 4 Jahre auseinander, ich bin der ältere. Als es mir vor ca. 3 Jahren richtig mies ging, hat mich mein Bruder dezent auf ADHS hingewiesen. (Ich bin der erste aus unserer Familie gewesen der die Diagnose vom Doc bestätigt bekam.) Er hat mich irgendwann Abends angerufen und meinte: Hey dude, ich weiß dir gehts grade nicht so gut. Hab mir Gedanken gemacht, eigentlich vermute ich das bei mir selbst hab so einen Schnelltest (waren irgendwie nur 10 Fragen oder so) onine gemacht. Trifft bei mir voll zu, ich würde gern wissen wie es bei dir ist. Soll nix heißen kannst ja just for fun machen und dir das anschauen.

    Mehr war gar nicht nötig. Ich hab mir das durchgelsen, die Fragen gemacht voll abgeräumt. Dann hab ich im Internet selbst recherchiert und einiges dazu durchgelsen, da ich mit ADHS vorher nix, ausser Aufgedrehte Kiddies, Legasthenie und Ritalin anfangen konnte. Vor ca. 2 Jahren bin ich dann zum Doc und seitdem geht es mir Stück für Stück besser, klar gibt es ausreißer aber zumidest kann ich jetzt viel besser mit meinen Fehlern, Zweifeln und dem ganzen shice umgehen.

    Mein Bruder hatte sich nicht in Behandlung begeben, da es seiner Meinung nach bei ihm nicht so schlimm sei.

    Als ich mich etwas aufgerappelt hatte habe ich oft einfach offen mit ihm gesprochen. Soll heißen ich hab ihm gesagt: Hör mal mir gehts grade nicht so gut, oder ich würde gern mit dir über meinen Zustand reden. Dann habe ich ihm erzählt, womit ich schwierigkeiten habe, was mich beschäftigt, was grad gut läuft, was weniger gut. Was mir wie hilft und so weiter. Naja seit 4 Monaten hat er nun auch seine Diagnose und ist froh das ich ihn durchs aufzeigen meiner Erfolge, Misserfolge etc. dazu Monivieren konnte auch zum Doc zu gehen. De facto habe ich dabei nie über ihn gesprochen, sondern nur über mich. Er hat nur gemerkt das er das gleiche durchmacht und ihn die gleichen Dinge quälen und beschäftigen. Im nachhinen sagt er, wäre er froh gewesen wenn ich schon eher damit angefangen hätte.


    Vielleicht solltest du statt ihn auf seine Probleme hinzuweisen, dezent von deinen Problemen und wie du damit umgehst erzählen. Ich erkenne mich zum Teil in fast jedem der Leute in diesem Forum wieder wenn ich die Beiträge lese, ganz gleich ob es um Spass, oder Probleme geht. Denn selbst wenn man sich nahe steht, niemand wird gern mit seinen Fehlern und Schwierigkeiten konfrontiert. Man kann auch niemanden Überzeugen, das funktioniert einfach nicht - egal um was es geht.

    Denn der Mensch muss immer aus seiner eigenen Motivation heraus die Überzeugung annehmen, er tut es von sich aus, weil er sich dafür entscheiden hat und nicht weil du auf ihn einredest. Alles was man dazu beitragen kann ist: plausible, nachvollziehbare Argumente bringen, die dafür sprechen und hoffen das es bei demjenigen selbst *klick* macht. Das gilt für alle Bereiche, denn wirklich niemand mag "Missionare" und möchte "missioniert" werden.
    Geändert von Phreakazoid (21.03.2015 um 04:01 Uhr) Grund: spät, müde, ADHD, Satzbau... hmm egal, müde... ihr versteht doch was ich meinte, oder?

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Ich habe ADHS, mein Bruder auch?

    Hallo Phreakazoid,

    vielen Dank für Deine hilfreiche Schilderung! So könnte ich in der Tat vorgehen, um evtl. zu helfen, ohne jemandem vor's Knie zu treten.

    Noch eine Frage dazu: Habt Ihr Eure Eltern ebenfalls in dieses Thema eingeweiht?

    Gruß
    Anton

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