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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Wenn man in der falschen Wohnung lebt...

    Ich verkrieche mich auch in der Bibliothek, ich finde das richtig entspannend und das fördert die Arbeitshaltung enorm.

    Ich kann schon auch Familien mit Kinder verstehen und immer leise sein zu müssen, ist bestimmt auch anstrengend. Aber ehrlich gesagt, kann ich das auch nur rein rational nachvollziehen, denn Kinder kann ich mir bei mir selber überhaupt nicht vorstellen. Das kann nicht gutgehen, wenn man so sehr geräuschempfindlich ist wie ich, das wäre weder für mich noch für das Kind gut.

    Naja, im Moment bin ich froh, dass es noch die Bibliothek und die Nacht gibt, immerhin ein paar Oasen. Nicht auszudenken, wenn es GAR keinen Rückzugsort gäbe...

    Danke für die Daumen!

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wenn man in der falschen Wohnung lebt...

    Vielleicht liegt die langfristige Lösung auch nicht darin, sich verzweifelt das absolut perfekte Umfeld in allen Lebensbereichen zu suchen (eher unwahrscheinlich), sondern den Umgang mit Stresssituationen zu ändern. Hast du denn eine Therapie wo du das aktuelle Problem ansprechen kannst? Manchmal gibt es ja da auch kurzfristige Lösungen um wenigstens nicht in einen Strudel zu geraten.

  3. #13
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Wenn man in der falschen Wohnung lebt...

    Nein, ich mache keine Therapie. Kurzfristige Lösungen muss ich mir selber suchen (was ich, denke ich, ganz gut kann). Hab schon mit meiner Mutter darüber gesprochen und die hat mich etwas beruhigt, indem sie meinte, dass ich da ja nur für begrenzte Zeit wohnen muss und in ein paar Monaten schon raus kann.

    Klar, du hast Recht, das absolut perfekte Umfeld gibt es nicht und da hab ich wohl wirklich zu hohe Ansprüche. Dennoch finde ich, dass zumindest der Ort, an dem ich wohne, mir gefallen sollte. Für mich ist ein Rückzugsort essentiell, mit einem guten Rückzugsort gelingt es mir auch besser, mit Stress umzugehen. Das ist das Mindestmaß an mein Umfeld, ein ruhiges und gemütliches Plätzchen - und das ist auch kein zu hoher Anspruch, finde ich.

    Und ja, mein Umgang mit Stresssituationen ist nicht besonders gut, aber irgendwie hab ich auch das Gefühl, dass diese extremen Reaktionen einfach Konsequenz aus meiner grundlegenden Konstitution sind, eben überempfindlich. Ich war schon immer so. Obwohl sich diese Reizempfindlichkeit schon in den letzten Jahren sehr verstärkt hat und das hat wahrscheinlich schon einen anderen Ursprung als ADS allein, sonst müsste es sich ja nicht verstärken. Ich hab keine Ahnung, wie man stressresistenter wird und was man da wo lernen kann...vielleicht meditier ich mal wieder mehr.

    Ich weiß auch nicht...für mich ist alles mögliche gleich total schlimm, aber ohne, dass ich extra übertreiben müsste, ich empfinde das wirklich als so schlimm...bin schnell auch mal leicht traumatisiert. Mit meiner Medikation ist das etwas besser geworden, aber meine grundlegende Reizempfindlichkeit geht davon auch nicht weg...

    Wahrscheinlich ist beides richtig: Ein gutes Umfeld und ein besserer Umgang mit Stress.
    Geändert von Chamaeleon (15.03.2015 um 02:43 Uhr)

  4. #14


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Wenn man in der falschen Wohnung lebt...

    creatrice schreibt:
    Vielleicht liegt die langfristige Lösung auch nicht darin, sich verzweifelt das absolut perfekte Umfeld in allen Lebensbereichen zu suchen (eher unwahrscheinlich), sondern den Umgang mit Stresssituationen zu ändern. Hast du denn eine Therapie wo du das aktuelle Problem ansprechen kannst? Manchmal gibt es ja da auch kurzfristige Lösungen um wenigstens nicht in einen Strudel zu geraten.
    Sicher hast Du recht Creatrice. Aber das Problem bei dieser lärmempfindlichkeit ist, dass es eigentlich keine echte Therapie
    gibt. Ich bekomme regelmäßig einen mächtig dicken Hals, wenn ich die Vermieter oder andere Nachbarn mitbekomme.
    Das Hin- und Hergefahre von Gabelstaplern und deren Gepiepe beim Rückwärtsfahren. Der Laubbläser,
    der Aufsitzkehrwagen, der Aufsitzrasenmäher, der Aufsitzschneeschieber, der Dings zum Abflämmen des Unkrauts
    und und und. Das sind alles Geräusche, die mich an Sonnentagen von der Terrasse vertreiben und wütend machen, weil
    ich dabei nicht entspannen kann.
    Deshalb kann ich das so gut verstehen, dass man wieder ausziehen möchte, um irgendwo anders Ruhe zu finden.
    Wenn Du meintest, dass man in der Therapie vielleicht Lösungen findet, um das mit den Nachbarn zu besprechen,
    dann ist dies sicher einen Versuch Wert. Aber Kinder z.B. lassen sich nicht einfach abstellen. Meist ist das den
    Eltern ja auch sehr unangenehm, aber wenn man - möglicherweise ein von ADHS betroffenes - Kind hat, dass viel
    und lautstark schreit, kann man nur selten diese Situationen vermeiden. Jedenfalls nicht ohne Hilfe......
    Und wenn ein Haus dann auch noch so hellhörig ist, dann hört man ja eh alle Alltagsgeräusche der Nachbarn. Niemand
    kann es vermeiden, seine Stühle zu verschieben, etwas fallen zu lassen, den Mixer zu betätigen.......
    Aber vielleicht könnte man sein Zimmer dämmen. Vielleicht könnte das ja helfen.

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wenn man in der falschen Wohnung lebt...

    Nee, ich sprach nicht davon in der Therapie zu lernen wie man mit Nachbarn redet, sondern davon, wie man mit den Empfindlichkeiten umgeht, und wie man etwas desensibler werden kann.
    Sicherlich wird man immer anfälliger sein, aber es geht schon, das man Alltagsgeräusche etwas besser ertragen kann, weil man eben am eigenen Stresspegel arbeiten kann.

    Wenn ich gereizt/empfindlich bin, stört mich die Fliege an der Wand...... so das ich zum (Fliegen-)Mörder werde, wenn ich aber eine andere Grundstimmung habe, dann stört es mich manchmal nichtmal, wenn sie mit 2 Freunden unter der Decke kreist.

  6. #16


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Wenn man in der falschen Wohnung lebt...

    Das stimmt. Aber..... blöd, immer dieses aaaaaber
    Ich befürchte, dass es bei mir nicht nutzen würde.
    Ich kann bestimmte Geräusche an bestimmten Tagen
    relativ gut ausblenden. Aber andere Geräusche wiederum
    gehen gar nicht und dann passiert genau das, was Du
    beschrieben hast.... ich werde zum "Fliegenmörder"
    And anderen Tagen, wo ich eh besonders gestresst bin,
    weil ich viel Stress hatte, ist die Schwelle natürlich noch
    etwas weiter unten und dann könnte ich explodieren.
    Irgendwelche Entspannungsübungen oder Achtsamkeitsübungen
    haben dann leider gar keine Chance mehr. Die würden
    mich für den Moment zwar vielleicht runtertunen, aber sobald
    ich wieder auf die Terrasse ginge......

    Ich glaube hinzu kommt noch die Ignoranz mancher Menschen, die
    mich dann zusätzlich auf die Palme bringt und oft auch die Hilflosigkeit,
    nichts dagegen tun zu können.

  7. #17
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Wenn man in der falschen Wohnung lebt...

    Bei mir ist das ähnlich. An manchen Tagen kann ich Geräusche relativ gut ausblenden, schön in ein Café gehen trotz der lauten Geräuschkulisse und alles ist nicht so schlimm. An anderen wiederum geht gar nix und jedes Geräusch tut weh. Außerdem gibt es manche Hassgeräusche, die ich nie gut ertrage (zB pfeifen).

    Ich weiß nicht, an welchen Faktoren es genau hängt, weshalb ich an manchen Tagen besser mit Geräuschen umgehen kann als an anderen. Ich denke, es hängt damit zusammen, ob ich mich entspannen konnte oder nicht. Und wenn man in einer lauten Wohnung wohnt, kann man (ich) sich halt nie richtig entspannen, was dann wiederum die Reizempfindlichkeit verstärkt, was dann wiederum dazu führt, dass ich mich nicht entspannen kann. Ein Teufelskreislauf.

    Momentan laufe ich beinahe permanent mit Ohropax herum, das scheint etwas zu helfen, auch, wenn ich mir eeetwas seltsam dabei vorkomme, in der Wohnung mit Ohropax rumzulaufen. Bin auch schon gespannt auf das erste Zusammentreffen mit meinen Mitbewohnerinnen, auf deren "Hallo" ich dann vielleicht gar nicht reagiere, weil ich es nicht höre.
    Und wenn die merken, dass ich mit Ohropax in der Wohnung rumlaufe, bekomme ich sicher wieder den Stempel "übertreibt maßlos" und "seltsam" aufgedrückt. Naja, so bin ich halt, sollen die mich halt komisch finden.

    Also, momentan sind halt Ohropax meine kurzfristige Lösung, ich hab das nur nicht konsequent durchgezogen - ich muss die einfach immer drin haben und nicht erst dann reintun, wenn ich schon genervt bin. Das ist ein ähnliches Prinzip wie bei Minzi: Nicht erst dann Entspannungsübungen durchführen, wenn man schon auf 180 is. Sondern Präventivmaßnahmen durchführen. So zumindest lautet meine persönliche Strategie. Bei Ärger über Geräusche bin ich halt nicht so wirklich fähig, mich emotional zu regulieren und das weiß ich auch.

    P.S.: Mit den Nachbarn zu reden, dafür bräuchte ich aber wirklich vorher ne Therapie, denn sowas kann und mag ich überhaupt nicht. Ich stell mir dann schon vor, wie sie mein Anliegen für unverständlich und übertrieben halten oder gar genervt davon sind. Allein schon meine Art...ich müsste da fröhlich und offen hingehen, damit sie mich nicht für einen pingeligen Miesepeter halten (was ich schon teilweise wirklich bin ) und gleich eine psychische Abwehr aufbauen und schon allein deswegen unkooperativ sind, aber naja, eigtl. würde ich da ja eher genervt hingehen, weil mich halt die Geräusche stören. Ich könnte natürlich eine fröhliche und unkomplizierte Art vortäuschen, aber das kostet immer so viel Kraft und die hab ich grad nicht. Außerdem hab ich generell Angst davor, fremde Menschen um so etwas zu bitten, überhaupt um etwas zu bitten...vielleicht schreib ich denen mal einen Brief.
    Geändert von Chamaeleon (15.03.2015 um 17:56 Uhr)

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