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Diskutiere im Thema Eigenes Tempo im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 6

    Eigenes Tempo

    Tja Tempo, Tempo kleine Schnecke...

    Wie geht es euch mit der flexiblen Handhabung eures eigenen Tempos? Ich bin ein ULTRA geduldiger Mensch, ABER...

    mein Leistungsniveaux nimmt schnell ab, sobal ich schneller arbeiten muss, als mein eigener Rhytmus es vorgibt. Vieles wird dann vergessen, übersehen und es macht mich nervös. Ebenso umgekehrt.
    Habe ich etwas vor und mein Mann steht mir z.B. in der Küche im Weg, so könnte ich die Decke hochgehen, da es ziemlich anstrengend ist, diesen Bruchteil einer Sekunde zu warten, bis er mir den Weg frei macht. Ich schiebe ihn dann einfach genervt weg, was er logischerweise nicht so toll findet.
    Mein Sohn muss mich beim Treppenhinuntergehen immer vorlassen. Unten kann ich hervorragend warten. Jede Trotzreaktion, die er meint auf einer Treppe ausleben zu müssen ziehe ich geduldig durch, vorausgesetzt ich muss meine Bewegung nicht anpassen.
    Wenn ich etwas suchen muss und sich somit mein Plan verzögert, werde ich so richtig ätzend. Meist benutze ich irgendwelche "Kraftausdrücke", damit ich nicht völlig austicke.
    Wenn mein Sohn von schnell auf langsam "schaltet", verliere ich augenblicklich die Geduld.
    Gehe ich mit Anderen spazieren und muss mein Tempo anpassen(verlangsamen), habe ich dass Gefühl einen Bewgungsstau zu bekommen.
    Eigentlich immer, wenn ich mein Tempo spontan umstellen muss, wirds in jeder Lebenslage unangenehm...bei unbedeutsamen Kleinigkeiten,das ist doch ätzend und sinnlos!Erklärt mir das mal einer...Bitte

    Nach 1-1 1/2 Stunden Sport kann ich das Alles um Längen besser ertragen und mich anpassen.

    Prinzipiel mach ich lieber schnell schnell Nägel mit Köpfen, als in Ruhe darüber nachzudenken.

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Eigenes Tempo

    Mir geht es ähnlich, ich hasse es, wenn irgendjemand "staut" und einfach nur aus Langeweile alles aufhält.
    Dann werde ich total aggressiv und schubse die Leute teilweise aus dem Weg.


    Wenn ich mich aber beeilen muss, dann werde ich schlampig und übersehe fast alles.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: Eigenes Tempo

    Ich bin normalerweise fast überall viel zu langsam für diese Welt.
    Wo mir dann Druck gemacht wird, ist sofort der Ofen aus, und zwar ganz.

    Umgekehrt kenne ich aber auch die Situation, endlich mal in einem Lauf zu sein, und dann völlig auszuticken, wenn ich aufgehalten werde.
    Ist für mich dann nicht sofort ein Grund oder Anlaß ersichtlich, warum mich da etwas aufhält, werde ich auch gerne mal ausfallend.
    Ein Beispiel:
    Um von mir aus in die Stadt zu kommen, fahre ich vorzugsweise mit dem Fahrrad.
    Auf einer Hauptstraße fahren die Autofahrer dummerweise gerne 30 und langsamer, obwohl dort keine weitere Geschwindigkeitsbeschränkung als die innerörtliche Pauschale von 50 gilt und auch die Verkehrslage nichts und niemanden dazu zwingt, dort zu schleichen.
    Regelmäßig verliere ich mit meinem Rad an der Stelle den ganzen Schwung und muß extra mehrere Gänge runterschalten, um weiterzufahren.
    Manchmal habe ich ja Glück, und ich kann mich an dem entsprechenden Auto vorbeischmuggeln.
    Aber oft ziehen die Autofahrer dann auch noch absichtlich rechts rüber, frei nach dem Motto "An mir kommst Du nicht vorbei!"...
    Die Wortwahl, die ich dann von mir gebe, werde ich schriftlich sicher nirgends darlegen.

    Ein anderes Beispiel:
    Bei meiner letzten Arbeit im Lager ist es mir schon passiert, daß mir in den engen Gängen ein Kollege oder eine Kollegin im Weg stand, den/die ich kurzerhand beiseite hob, um dann den Gegenstand hindurch zu transportieren, um den ich mich grad kümmern mußte.

    Es ist so ein bißchen die Verzweiflung, daß da jemand gerade DIE Situation zerstört, in der ich mal funktioniere, in der ich mal etwas wirklich kann und mache.
    Ist dieser Lauf unterbrochen, ist die Situation wieder eine ganz andere. Sowas will ich unbedingt vermeiden.
    Mißlingt mir das, ist das jedesmal eine persönliche Niederlage, ja ein regelrechtes Scheitern.

    Ich glaube, daß das größte Konfliktpotential dabei das Gefühl ist, von anderen bewußt und entweder billigend oder absichtlich gestört, gegängelt, genötigt, ausgebremst, gehetzt oder geschnitten zu werden.
    Ich habe dann das Bewußtsein, daß doch die ganze Umgebung gerade erkennen müßte, wie sehr ich in meinem unentbehrlichen Lauf bzw. beschäftigt bin, und wie sher es nötig ist, daß ich dabei auf keinen Fall gestört werden darf.
    Und dann tun sie es trotzdem.
    In dem Augenblick muß ich schnell feststellen, daß die betreffende Person nichts dafür kann. Dann gelingt vielleicht noch ein rücksichtsvolles Ausweichen beider Seiten.
    Beharrt mein Gegenüber aber darauf und begründet es nicht, kann ich das nicht hinnehmen, und der Konflikt wird unvermeidlich.
    Letzteres ist quasi der Fall, in dem das zuvor erwähnte Gefühl bestätigt wird.
    Kann ich erkennen, daß die andere Person selber gerade keinen Ausweichplatz hat, selber gerade wartet, unter Druck steht usw., fühle ich mich zwar immernoch genervt, aber dann bin ich wenigstens in der Lage, konfliktfrei mit der Situation umzugehen.
    Auch wenn ich davon meinen Lauf nicht wiederbekomme...

  4. #4
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.125

    AW: Eigenes Tempo

    Ich kenne das auch. Meiner Meinung nach besteht ein Zusammenhang zwischen dem Rhythmus in dem man eine Sache am Besten erledigt und der Konzentration, besser gesagt dem (Hyper)Fokus. Das wäre dann auch die Erklärung auf die Überreaktion bei einer Störung.

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