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Diskutiere im Thema Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 6

    Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich?

    Seit meiner Kindheit habe ich nie verstanden, wie unausgesprochene Regeln für ein soziales Miteinander funktionieren. Ich habe mich immer fehl am Platze gefühlt. Habe mich

    nicht verstanden gefühlt und habe die anderen nicht verstanden. Klar wollte ich Freunde haben, war ganz neidisch, wenn ich mehrere Kinder zusammengesehen habe, wie sie

    sich unterhielten und lachten. Aber irgendwie habe ich nie verstanden wie das funktioniert. Immer habe ich mich anders und unsichtbar empfunden.Irgendwann habe ich gelernt


    zu erkennen, wie sich andere verhalten und was sie "bevorzugen", damit sie jemanden interessant finden. Ergo habe ich mein Verhalten jedesmal den Anderen angepasst.

    Das war jedesmal unfassbar einfach- nur das am Ball bleiben war unfassbar anstrengend. Ich habe schnell an jedem "Spannendes" gefunden, wodurch es mir leichter fiel, den

    Kontakt aufrecht zu erhalten. Jedoch wurden Menschen schon nach kurzer Zeit unfassbar langweilig für mich und ich suche mir andere, denen ich mich anpassen, neues

    lernen und wieder "weiterwandern" kann. Bei all dem "Anpassen" fragfe ich mich, wer ich dabei bin. Menschen die ein offenes und freundliches Wesen zu haben scheinen, die

    Interesse an meiner Person zeigen und aufgeschlossen wirken, kann ich relativ entspannt entgegentreten. Ich bin mitlerweile Erwachsen, habe eine Haltung und

    Lebenserfahrung, jedoch fällt es mir noch immer schwer das Interesse an Menschen aufrecht zu erhalten, obwohl ich das möchte. Irgendwie geht es immer in die Richtung

    ---"Langweilig, was soll ich mit denen reden/anfangen.?" Obwohl alles ganz normale Menschen mit ganz normalen/außergewöhnlichen Interessen und Lebenserfahrungen

    sind, die mir auch sympatisch sind...

    kennt das wer?

  2. #2
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich?

    Hallo AK Maria
    Ich kenne das sehr gut, vor allem als Kind in der Schule war das für mich so. Ich weis nicht, aber diese Frage "Wer bin ich eigentlich?" Die beschäftigt mich schon 30 Jahre, jetzt langsam nach so viel Erfahrung und so viel Erlebtem auf allem Kanälen schaffe ich es meine eigene Identität zu finden, ich dachte immer ich hätte eine Identitätsstörung, aber ich denke, damit haben AD(H)Sler mehr zu tun als andere, weil wir eben so anders sind und uns mit anderen so schwer und vor allem auf lange Sicht identifizieren können. Ich werde meinen ADHS Arzt noch genauer dazu befragen mit der Identität und so. Ja, andere normale Menschen werden mir auch oft ohne das ich es böse ode rherablassend mit ihnen meine sehr schnell langweilig, das ich es kaum mit ihnen aushalte und unruhig und blöd gelaunt werde.... Ich ungebe mich lieber mit Tieren, da kann ich ich sein....

    Ich habe einen sehr guteN ADHS Spezialisten jetzt seit kurzem gefunden und bin grad in der ziemlich aufschlussreichen Testungsphase. Mein ARZT sagte mir AD(H)S geht mit einer 30% Entwicklungverzögerung einher (zumindest bei vielen, deswegen sehen einige auch deutlich jünger aus) Das heist, wenn du mit AD(H)S 30 bist, wärst du ohne grade mal Anfang 20 und mit Anfang 20 würde ich es für normal halten langsam endlich seine eigene Identität zu finden und die Frage wer bin ich besser zu beantworten.....

    LG Canary

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich?

    Hallo AKMaria

    Was du da schreibst kenne ich auch, allerdings in etwas abgewandelter Form.
    Für mich waren Freunde schon immer sehr anstrengend, weil ich sie einfach nie ganz durchschaue. Ständig frage ich mich, ob mein Verhalten jetzt so richtig ist.

    Deshalb "Vertrage" ich andere Menschen auch nicht sehr lange Ich brauch dann Zeit für mich, um meinen Kopf zu entlasten.

    Weil ich sie nie ganz durchschaue, kann ich unter Menschen auch nicht einfach ich sein (wenn ich so genau wüsste wer das ist xD).
    Auch werden sie mir langweilig (das ist wirklich nicht böse gemeint). Entweder weil ich eine Lust mehr habe, mich irgendwelchem Verhalten anzupassen oder einfach weil meine Gedanken gerade viel spannender sind und ich deshalb bei Gesprächen nicht mehr mitkomme.

    Bei Katzen ist das anders, deshalb vermisse ich es sehr mit einer zusammen zu wohnen.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 121

    AW: Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich?

    Ich vertrag es z.b. nicht, wenn eine freundschaft zu "eng" wird... das schränkt mich ein, wenn jemand ständig mit mir was machen will... brauch meine freiräume, habe aber dann aber immer das gefühl ich "vergraule" und passe mich dahingehend an, dass ich dann doch was mit der person mache, auch wenn ich eigentlich gar keinen bock habe... .

    Ich hab so eine Ader, dass mich jeder volljammert, nur durchschaue ich das ganz schnell und bin dann relativ genervt davon, obwohl ich trotzdem noch gute ratschläge austeilen kann (ja könnt ich das mal bei mir). Und ja, da passe ich mich wieder an, ich höre geduligst zu (bis jetzt hat mir keiner was angemerkt) und gebe Tipps. Es is mir a) zu öde mir das ständige gejammer anzuhören und b) sind das meist so leute die sich meinen kram dann nich anhören, sondern von meinem kram sofort wieder auf ihren kommen. Meine innere Unruhe dabei ist für andere nicht spürbar.

    Ich weiß schon wer ich bin, die anderen wissen es jedoch nicht.... . vielleicht sollen sie es auch gar nicht wissen, sie haben ein vorurteilbehaftetes bild von mir, sollen se, aber kein richtiges.... als wäre die linse der kamera beschlagen.

    Ich kenn das aber auch... ich hab durch das gassigehen mit dem hund ein junges Pärchen kennen gelernt... intellektuell sind sie mir unterlegen, das hatte ich schnell raus, (sorry, ich weiß das klingt jetzt wirklich ziemlich arrogant), es macht mir zwarnichts, aber ich weiß auch nicht, was ich mit denen reden soll außer halt über die Hunde und darüber mag ich nicht ständig quatschen.

    ich hab nur eine Freundin mit der ich täglichen Kontakt ertrage, pflege und auch will und ja, die ist eine ähnliche Chaotin wie ich...

    GLG

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich?

    Ich kenne das auch. Ich kann mich gezielt so verhalten, dass mich alle ganz drollig und witzig finden....und dann lernen sich mich plötzlich von meiner ernsten Seite kennen und sind ganz irritiert. Ich habe auch durch Beobachtung herausgefunden, wie man sich verhalten muss, dass man beliebt bei den anderen ist (oder zumindest bei vielen), man sollte zB viel lächeln und lustig sein, ein bisschen verrückt ist auch immer gut, aber das ist eine sehr grobe Beschreibung. Oft ist mir das aber zu blöd, mich für die anderen zum Clown zu machen oder einen auf gesellig zu machen, wenn ich es grad gar nicht bin, denn es kommt mir unecht und manipulativ vor. Tatsächlich habe ich auch eine sehr lustige Seite an mir, es ist also nicht komplett nur Schauspielerei, aber ich hab auch keine Lust, die ganze Zeit so zu sein.

    Da die meisten Menschen nur mit dieser Fassade etwas anfangen können und verschreckt davonlaufen, wenn sie merken, wie kompliziert und fremd ich in Wahrheit bin, fällt es mir auch schwer, Freundschaften zu halten. Auch kenne ich es, dass mich Menschen schnell langweilen, ich durchschaue sehr schnell ihre Verhaltensmuster und sie sind dann nichts weiter für mich - ich versuche nur, zu beschreiben, nicht zu bewerten - als ablaufende Prozesse, Roboter. Auch bei Menschen, denen ich mich emotional näher fühle, kann ich Verhaltensmuster erkennen, aber bei denen muss es etwas zusätzliches geben, das sie "beseelt" und damit für mich eine emotionale Bindung ermöglicht wird. Da wird dann sogar die Vorhersagbarkeit ihres Verhaltens angenehm, da sie eher den Charakter einer Vertrautheit aufweist als den eines Roboters.

    Sympathisch ist mir bisweilen auch der ein oder andere Mensch, aber nach einer Weile flaut das Interesse ab. Nur sehr schwer durchschaubare Menschen können mein Interesse dauerhaft erhalten...weil ich das Rätsel knacken will.

    Ich kenne es auch sehr gut, nicht zu wissen, wer ich bin...durch diese ganze Anpassung und Verstellung. Aber seit einiger Zeit weiß ich immer mehr, wer ich bin, meine Gehirnreifung scheint also so langsam an diesen Punkt zu kommen.
    Ich denke, man muss sich einige Punkte der eigenen Persönlichkeit herauspicken und die dann einfach mal knallhart durchziehen, dann bekommt man eher das Gefühl, eine einheitliche Person zu sein mit einem festen Persönlichkeitskern. Ich vermute, so habe ich es gemacht.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich?

    Oh man. Als ob ich einiges davon geschrieben habe, was ich hier grad lese.... Das mit der Entwicklungsverzögerung ist interessant. Das hab ich auch schon oft an mir und anderen ADHSlern festgestellt.....

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 121

    AW: Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich?

    Nisha schreibt:
    Oh man. Als ob ich einiges davon geschrieben habe, was ich hier grad lese.... Das mit der Entwicklungsverzögerung ist interessant. Das hab ich auch schon oft an mir und anderen ADHSlern festgestellt.....
    Hallo,

    hast du da quellen dazu?
    Auf welche Bereiche soll sich das erstrecken? sprachlich? Körperlich?
    Weil bei mir war das zumindest bis zu einem gewissen Alter gerade das Gegenteil (ich würd mal sagen bis maximal 18/ 20, da war ich voraus und bin nun auf diesem Level stehen geblieben und bin "hinterher") Körperlich und sprachlich war ich zumindest lange meiner Zeit voraus und hatte auch immer wesentlich ältere freunde, teilweise doppelt so alt und das ist eigentlich immer noch so.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 212

    AW: Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich?

    Entwicklungsverzögerung xD ohne Hintergrundinformation würd ich es von meiner Interpretation, die ich davon hätte sehr skeptisch sehen.

    Ich glaub die Aussage ist nur interpretierbar, wenn man sagt:
    Es gibt nur eine Entwicklungsgerade, auf der man sich im Leben ins positive bewegt.
    Jeder kommt zu den gleichen Entwicklungsstufen nur die Geschwindigkeit ist anders.
    Also ungefähr wie ein biologisches "Alter" was von 1 Jahr bis x Jahre geht.

    Das ist ja viel zu Fehlerhaft wenn es um eine Persönlichkeit geht^^... also mehr als nur Skepsis.

    Jeder kommt zu unterschiedlicher Kenntnis and unterschiedlichen Zeitpunkten. Es ist niemals als "Fortschritt" auf einer Geraden darstellbar.

    Sorry für den kurzen Ausflug^^ - zum Thema.
    Aus meiner Sicht schaut es so aus, dass ich nicht beständig und souverän die gleiche Person sein kann. Deswegen bin ich immer anders vor Menschen. Damit ich mit denselben Menschen aber besser umgehen kann "lern" ich mich quasi auf sie ein. Wie sie ticken, was sie mögen, wie ich mit ihnen reden kann, sodass die Information wenigstens so ähnlich ankommt, wie es gemeint war.

    Ich habe auch irgendwie Freunde gefunden, bei denen der Zustand so ist, dass man nicht täglich aufeinanderhängt - auch wenn in WG - sondern man einfach dann was miteinander zu tun hat wenn es passt. Dadurch ist es eigentlich immer interessant weil man bis dahin oft verschiedenste eigene Kenntnisse rausgefunden hat und der andere hat sich selbst auch schon weiterentwickelt.
    Zwar ist schon so, dass mir so vorkommt, dass die anderen nicht so ganz klarkommen damit, dass ich sehr schnell wieder "anders" bin, vor allem von meinen Meinungen, weil die müssen ja ständig "korrekter" werden und angepast sein.
    Die aussage, die ich letzte Woche von mir gegeben habe und 100% davon überzeugt war - kann sehr gut sein, dass ich da nochmals drübergedacht hab und jetzt der Meinung bin, dass doch nicht soo ganz stimmt.

    Ah abdrift, ich wollte eigentlich was bestimmtes sagen:
    1. Identität find ich schaut einfach "variabler" aus.
    2. Wenn man quasi eine "generelleres" Gesicht entwickelt, mit der man halt schnell gut "gesellig" in einer größeren Runde ist. Eben mit lustig sein, nichts zu ernst nehmen usw.
    verhindert das aber irgendwie, dass die anderen Menschen einem kennen lernen.

    Ich finde diese "Geselligkeit" in größeren Runden oder einfach eine bequeme Art von "Geselligkeit" wo man eher nur über leichte themen redet ist das eine.
    Aber es ist doch viel wichtiger, dass man vor allem bei Freunden deren Gedanken und Entwicklung sieht und beeinflusst. Natürlich nicht auf bösartig XD

    Es ist generell ein gesellschaftlicher Misstand dass rein aufgrund der "Sucht" nach dieser "lustigeren unernsten" Kommunikation - das tiefere Kennenlernen und das Teilhaben an der jeweiligen anderen Entwicklung, zu tief in den Hintergrund rückt, oder garnicht mehr wirklich ausgelebt wird.
    Und sicher sind dann Menschen "langweiliger", die sich nicht auf die "Einflüsse" eines Chaoten einlassen und immer wieder genau denselben Standpunkt vertreten.
    Und sicher haben wir Identitätskrisen wenn wir die "verwirrung" der Menschen wahrnehmen, die plötzlich merken, dass nicht wieder genau gleich sind.

    Aber Identität ist sowieso ein komisches Konzept mit vielen Nachteilen. Dass wir unsere Egoperspektive haben und uns in gewissem Massen von der der Umwelt abgrenzen können - dadurch, dass wir unsere Kontrolle auf die unmittelbaren Handlungen, der Kreatur, die wir zu sein scheinen beschränken - ist eh klar.
    Aber das Bild ist ja größer.
    Du beeinflusst die Aussenwelt mit den Handlungen, genauso wie bestimmte Neurochemische "Zustände" deine Handlungen beeinflussen. Und genauso wirst du von deiner Aussenwelt beeinflusst. Und an dem Punkt, wenn man weiter darauf eingeht, da könnte man das Konzept der Identität sogar wegschmeissen.

    Ist aber nicht so vorteilhaft. Wir haben unser Ego, unsere Vorstellungen, und wenn man Gestern und Morgen weglässt Temporär, eine bestimmte "Position" für jetzt.
    Dies erlaubt für jeden moment ein funktionierendes Konzept von Identität, aber nicht für eine Menge von Momenten. Bzw. über eine länger Zeit.

    OK jetzt bin ich wieder viel zu tief drin

    Ich denke einfach dass man den Fehler nicht machen sollte, und wenn einmal der Fall auftritt, dass man sich trifft und einem grad nichts auffällt, was man sagen könnt. Bzw. jeder gerade eher in eigenen Welten unterwegs ist womit man sich verändert. Dass diese "langweile" gleich was böses wäre.

    Wenn man interessiert ist, kann man ja immer offensiv tiefer gehen in den Gesprächen, und wenn man den Punkt schon ereicht hat, wo man sieht, dass man nicht auf demselben Boden steht, dann ist halt so, dass man das auch nicht oft machen kann, weil der Boden, auf dem man steht ändert sich am langsamsten.

    Aber von dem her denk ich Gedankentwicklung und Entwicklung des eigenen Weltbildes geht sogar schneller und nicht langsamer^^ - aber halt auch nicht auf "einer" Geraden achterbahn auf n dimensionen und n wächst ständig.
    Sich auf eine generellere "Identität" zu reduzieren, mit der man fast überall als "ich" wahrgenommen wird, wäre meiner Meinung nach ein Fehler.

    greetz Gordn

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 212

    AW: Freundschaften?Hohe Anpassungsfähigkeit, aber wer bin ich?

    Doch noch was: der Vergleich zu der Gesellschaft mit anderen Tieren, mit denen man meist eher einseitig kommuniziert.
    Das wäre ja auch eine extremst coole kommunikation mit Menschen.

    Der Unterschied ist nur, dass plötzlich durch den anderen Kontext andere Erwartungen da sind.
    Speziell auch die biologischen mechanismen was "Balzverhalten" und die Interpretation davon beinhaltet stören ja zusätzlich
    sodass man irgendwie ein "bisschen" um eine "Position" fürchtet.
    Also dass man selbst interessant und ansprechend wirken will oder sich irgendwie so fühlt, dass man es müsste^^.

    Deswegen ist man plötztlich gezwungen "mehr" zu sagen als notwendig oder sinnvoll wäre.
    Genauso wie die anderen, die wahrscheinlich auch schon sehr routiniert darin sind. Weil sie eben eine "Erfolgsstrategie" gefunden haben sich selbst in diesem Kontext zu verkaufen.

    Somit ist nach einem Kennen-lernen zu einer gewissen Tiefe, wo man sich nicht mehr wirklich soo viel neues zu sagen hat, schnell auch die Interpretation da, dass das Interesse nicht da ist, wenn plötzlich weniger geredet wird.

    Persönlich nervt mich da auch stark, wenn ich merke, dass eben nicht der "Freund" spricht, sondern diese generellere "öffentliche" Maske. Die meistens informationen beinhaltet, wie supertoll interessant sie sind und wie sie's drauf haben usw.^^

    Sind ja 2 unterschiedliche Welten, wie man wirken will und wirklich ist. Und das wirklich ist gibt es ja nur für einen moment. Dann ist wieder anders. Wie man wirken will oft länger gleich vor allem bei personen mit stabilen Illusionen - also nicht-ADHS-ler.

    Meiner Meinung nach ist es sehr cool, wenn man bei einem Freund sieht, dass er sich dieses Unterschieds bewusst ist, dass er daran arbeitet, das zu werden was er sein will(= so wie er wirken will), und man seinen ist Zustand kennt.
    Weil nur somit kann man wissen ob es überhaupt eine Strecke der geistigen Entwicklung geben kann, die man gemeinsam geht, bzw. eine wo man demjenigen helfen kann. Oder ähnliches. Ob man eben nicht nur aus "Sucht" nach Geselligkeit, mit dem Menschen zu tun haben will, sondern auch weil es eine Freude ist, Entwicklung sehen zu können und möglichst positiv zu beeinflussen.

    Deswegen ist es so schlimm auf Freunde zu treffen, die sich einfach nicht verändern wollen^^, schlimmer als, die welche sich einfach in eine Richtung ändern, die man nicht soo super findet. Aber man muss auch abschätzen können ab wann man getrenntere Wege gehen muss, wenn das der Fall ist.

    Wha soziales ist immer so kompliziert xD - wobei in der Theorie nicht mal sooo - die Praxis, die böse Praxis xD!

    Und sich der Praxis zu entziehen oder darauf zu scheissen zu dem Punkt zu kommen, der einen erfüllt, oder überhaupt sinnvoll nachzudenken darüber, was einem wieso eigentlich erfüllt und wieso. Dass immer soviel Falschinformation, Falschinterpretationen in der großen Gesellschaft rumkursieren, die uns eher nur verwirren, ist denk ich klar.

    Deswegen müssen wir als allerserstes schaffen unsere eigenen Gedanken zumindest auf Augenhöhe zu dem, was von aussen so daherkommt, zu sehen. Und eben vernünftig drüber zu denken, um weiterzukommen, weil ab dem 2. Schritt ist man sowieso viel weiter als diese 1. Information bzw. Interpretationen, die man von der Gesellschaft so mitkriegt.
    Halt um den Bezug nicht zu verlieren. Die Interpretation von Identität, die ein Teil der Unsicherheit, die zur Entstehung des Threads beigetragen hat, verursacht hat.
    Diese ist einfach die 1. Stufe, von dem was allgemein in der Gesellschaft als "wahr" angenommen wird.
    Solche Punkte sind nie wohlüberlegt, und leben eigentlich nur dadurch, dass so vielseite Missinterpreationen zu einer virtuellen ungerechtfertigten Bestätigung führen.

    Was auch nur dadurch funktioniert, dass die geselligeren Gespräche, nie über diese 1. Stufe hinweggkommt. Neben dem größeren Bereich von "Smalltalk", wird eher allgemeingültig betrachtetes "Wissen" und gerade trendige "Ansichten", "Einstellungen" usw. in alle richtungen übertrieben - was in einem unernsten lockeren Kontext, zu einer fröhlichen geselligen Runde passt.

    Wer ein paar Stufen weiterdenkt ist schnell "alleine", wird sogar mit lumpigen argumenten von Stufe 1 "stillgelegt"^^.
    Oder eher wenn man Menschen zu denken geht, vergeht ihnen plötzlich das Denken, oder das Reden. Oder ihre Aktuelle Position - ihre Identität - fühlt sich gefährded weil sie doch vermeintlich "stabil" und "richtig" war - und jetzt deuten paar Reize plötzlich darauf hin, dass IIICCHH was übersehen habe?

    ahahah niemals! Ihr wollts mich nur von meinem Thron stossen!! Seits hinter meinem Reichtum her und nur neidisch auf meine Schönheit und Charisma.
    Von euch genauer von "dir persönlich" lass ich meinen Wert nicht mindern, du dummschwätzender Pöbel!... xD

    Ah sorry, aber ich finde es schon irrsinnig, wie manche egos funktionieren. Naivität ist verdammt gut, weil man soll ja niemandem vorbelasten mit irgendwelchen negativen Schablonen. Aber es gibt schon auch wirklich düstere Winkel einer Person, die man auch sehen muss. Und jeder hat die.

    Freundschaften gehen bei mir deswegen auseinander weil ich irgendwann diese düsteren Winkel entdecke und es nicht packe, dass der eigentlich gute intelligente vernünftige Mensch, wie ich ihn kenne, das mit rumträgt.
    Nun im Endeffekt ist es vielleicht mein Eigenverschulden, weil es wird immer erst dann ein Problem, wenn ich es anspreche. Weil so wie ich den Menschen gekannt habe, war er irgendwie als "Freund" kategorisiert auch mit der düsteren Ecke. Weil er es selten auslebt.
    Aber wenn ers es mal so auslebt, dass ich was sagen "muss" und sich der Mensch dann plötzlich unendlich offensiv angegriffen oder beleidigt vorkommt, weil man mal was aufzeigen will, was demjenigen ja sowieso eher helfen sollte, dann denk ich kann man nichts machen.

    Wege trennen sich. Wege führen zusammen. Weiterreisen und immer weitere Menschen kennenzulernen, um die Menschen zu finden, mit denen man sich weiterentwickeln kann ist ja nichts schlimmes. Man ist ja immer nach der suche nach dem Umfeld worin man sich selbst ausleben kann. Und sich selbst hat jetzt nichts mit dem Konzept der Identität zu tun.

    Und wenn es in 1. Stufe auch so interpretiert werden könnte, dass man einfach Tralalal durch die Welt spaziert, einfach nur solange interesse zeigt solange es neu und unbekannt ist, sobald es bekannt und langewilig ist wegwirft und man das ja mit "Freunden" nicht machen kann.
    Kann gut sein, dass irgendjemand es so macht.
    Aber meiner Meinung nach ist es eher eine zu bösartige interpretation zu lasten der Menschen, die mehr vom Leben wollen, als nur den Rausch von temporärer unernsten Geselligkeit nach sich nur wenig ändernden Mustern.

    Man wird bösartigst von solchem Zeugs verwirrt.

    Wie ihr euer Verhalten interpretiert ist eure Sachen. Bewusst muss euch sein, dass es auf jedenfall in eurer Hand liegt, wie ihr es interpretiert.
    Und das langfristige Auswirkungen hat wie ihr auch weiterhin verhaltet.

    Harr jetzt noch vieeeeeel zu viel geschrieben :-P
    Geändert von GordnFreeman (21.02.2015 um 17:13 Uhr)

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