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Diskutiere im Thema Fragen zum Thema "Kritik erhalten" im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 121

    Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    Hallo,

    ich habe mehrere Fragen, zum Thema "Kritik".

    Einerseits habe ich das Gefühl aufgrund meiner Defizite mehr Kritik zu erhalten, als andere, andererseits kann ich furchtbar schlecht mit Kritik umgehen. Ein Teufelskreis.
    Geht es euch auch so, dass ihr das Gefühl habt öfters und mehr kritisiert zu werden? Habt ihr auch Probleme generell mit Kritik umzugehen?

    Ich nehme z.b. alles sehr schwer. Mache ich 99 Dinge gut und ernte für eine Kritik, ist das für mich als hätte ich 100 Dinge schlecht gemacht.
    Zudem verfalle ich schnell ins Rechtfertigen und übermäßiges Entschuldigen, das macht mich wiederum angreifbar, lässt mich schuldig und unsicher wirken. Das ist wiederum Nährboden für noch mehr Kritik und ich werde zum Sündenbock für "Vergehen" die ich nicht begangen habe.

    Vom kopf her weiß ich, dass ich bei berechtigter Kritik einfach "danke" sagen sollte und bei unberechtiger links rein rechts raus und weiter machen, mich davon nicht tangieren lassen, aber das Rechtfertigen und Entschuldigen ist ein dermaßen automatisierter Prozess bei mir, dass es mir einfach nicht gelingt ihn zu durchbrechen.

    Wie geht es euch mit Kritik? Wo erhaltet ihr Kritik? Auf der Arbeit oder eher privat? Erhaltet ihr mehr Kritik als andere?

    GLG

    Nell

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    Also ich muss sagen, dass es mir lange Zeit genauso ging. Wenn ich jetzt so zurückblicke, habe ich auch oft gekuscht und mich zum Sündenbock machen lassen..

    Das hat sich bei mir erst nach einer Gesprächstherapie gelegt.. Da wurde mir geholfen, ein sinnvolles Selbstvertrauen aufzubauen. Dadurch kann ich inzwischen mir die Kritik relativ souverän anhören, sofern sie nicht zu persönlich wird. Wenn das passiert, dann werd ich gleich wieder "zickig" und geh in eine Verteidigungshaltung.

    Und was ich immer noch schwer abkann, ist, dass meine Meinung nicht ausreichend berücksichtigt wird. Da sehe ich dann immer ein rotes Tuch, ganz gleich, in welchem Bereich (Arbeit/privat) das passiert.
    Ein Bsp war neulich ein Reflexionsgespräch, wo meine Anleiterin partout nicht auf meine Wahrnehmung eingehen wollte, sondern die fünf (!!!!) Mal einfach übergangen hat.

    Da werd ich dann nochmal sagen, dass mich das geärgert hat..

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    Wie war das noch gleich - typische Symptome und Schwierigkeiten bei ADHS ... ja genau, da: "Mangelnde Kritikfähigkeit". Bingo.



    Kurz und wieder ernst: das ist typisch und einer der Punkte bei denen die Medikamente wenig und die Therapie viel helfen.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 121

    AW: Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    therapien, klinik... etc schon vieles durch seufz.....

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    Also ich fühle mich auch jedes mal völlig ungerechtfertigt kritisiert, was ja ein Zeichen dafür ist, dass ich damit nicht umgehen kann. Aber oft denke ich eben auch, dass es sehr häufig an der richtigen zu kritisieren, also so, dass der andere es auch annehmen kann fehlt.

    Ach so und zu Hause werde ich nicht kritisiert, jedenfalls sagt mein Freund Dinge die ihm nicht gefallen oder die ich vergessen oder falsch gemacht habe, nicht so, dass es eine Kritik an mir wäre. Er weiß, dass dies bei mir gar nicht erfolgsversprechend ist

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 121

    AW: Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    Wie geht ihr mit Lob um?

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 121

    AW: Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    wenns zu meiner Leistung ist, freue ich mich sehr überschwänglich... kriege ich Komplimente zu meinem Äußeren schäme ich mich und stammele irgendeinen Stuss statt mich einfach nur zu Bedanken.

  8. #8
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.433

    AW: Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    Hallo Nelliza,

    Mit Kritik hatte ich immer meine liebe Mühe... Früher war viel schlimmer... Zu wissen dass ich einiges nicht gut kann, weil ich ADS habe und auch dass ich überhaupt nicht überall gut sein kann, hat schon geholfen.

    Aber gerate ich in ein Umfeld der mich viel kritisiere, fangen schon wieder die Problemen an...

    Ich habe geschafft mich nicht mehr zu rechtfertigen, aber so rasch ging es nicht... Ich habe gemerkt dass dort der Wille nicht reicht, weil es Emotionen sind die mich dazu treiben...

  9. #9
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    Wie geht es euch mit Kritik? Wo erhaltet ihr Kritik? Auf der Arbeit oder eher privat? Erhaltet ihr mehr Kritik als andere?
    Wenn ich kritisiert werde, dann ist in mir als erste Reaktion meistens ein großes Erschrecken. Wie eine kurzzeitige Erstarrung aus Schreck - was dazu führt, dass ich die erhaltene Kritik zunächst mal gar nicht daraufhin überprüfen kann, ob sie überhaupt angemessen und berechtigt ist.

    Manchmal erkenne ich erst sehr viel später - manchmal nach Tagen - dass eine Kritik unangemessen war, weil ich gar keinen Fehler begangen habe.


    Weiterhin ist es so, dass Kritik den meisten Menschen nicht leicht fällt - weder als Kritiker noch als Empfänger von Kritik.

    Kritik schmerzt manchmal und das "darf" ja auch so sein. Ich finde es jedenfalls für mich nicht erstrebenswert, Kritik mit stoischer Kühle und innerer Erhabenheit ohne emotionale Regung hinnehmen zu können.

    Da darf dann der Satz "mangelnde Kritikfähigkeit" der so gerne auf ADHS´ler angewendet wird von mir aus auf ner Rolle Klopapier zum A* abwischen gedruckt werden.

    Wenn man ADHS hat, dann hat man nämlich oft schon in den ersten 10, 20 Lebensjahren so viel Kritik eingesteckt, dass es eigentlich für zwei Leben reicht. Und dann können mir Leute, die meinen, man (oder ich) müsste "lernen, besser mit Kritik umzugehen", den Buckel runter rutschen.

    Und weiter halte ich "mangelnde Kritikfähigkeit" bei ADHS nicht für ein SYMPTOM DER ADHS, sondern ich halte das für eine Folge vieler schmerzhafter Erfahrungen und von daher für eine höchst gesunde Abwehrreaktion.

    Und dann gibt es ja auch noch Kritik und es gibt Kritik. Will sagen - es gibt Leute die hauen dir ihre "Kritik" wie einen nassen Lappen um die Ohren. Und es gibt Leute, die kritisieren dich auf eine Weise, dass du merkst, dass sie es gut mit dir meinen. Bei solchen Leuten spreche ich dann aber nicht mehr von "Kritik" sondern von "Unterstützung". Dafür bedanke ich mich dann auch, weil es in solchen Situationen eine ganz natürliche Reaktion ist, die von Innen kommt, wenn man merkt, dass es jemand gut mit einem meint.

    Kritiker aller Länder - verpisst euch.

    Luzie

  10. #10
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.433

    AW: Fragen zum Thema "Kritik erhalten"

    Da darf dann der Satz "mangelnde Kritikfähigkeit" der so gerne auf ADHS´ler angewendet wird von mir aus auf ner Rolle Klopapier zum A* abwischen gedruckt werden.

    Wenn man ADHS hat, dann hat man nämlich oft schon in den ersten 10, 20 Lebensjahren so viel Kritik eingesteckt, dass es eigentlich für zwei Leben reicht. Und dann können mir Leute, die meinen, man (oder ich) müsste "lernen, besser mit Kritik umzugehen", den Buckel runter rutschen.

    Und weiter halte ich "mangelnde Kritikfähigkeit" bei ADHS nicht für ein SYMPTOM DER ADHS, sondern ich halte das für eine Folge vieler schmerzhafter Erfahrungen und von daher für eine höchst gesunde Abwehrreaktion.
    Sehr gut gesagt, ich stimme dich zu!

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