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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 222

    Was sind eure Hauptsymptome?

    Wenn man Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom hört denkt man ja direkt es geht primär um Aufmerksamkeit und Konzentration.
    Muss das so sein? Kann auch jemand AD(H)S haben, der mit dem Konzentrieren an sich nicht so viele Probleme hat, dafür aber
    viel mehr Probleme mit Motivation und Belohnung?
    Wie würdet ihr das bei euch gewichten?
    Ich habe bei mir eigentlich immer nur an Aufmerksamkeit gedacht. Ich kann mir aber schon konzentrieren,
    auch ohne Medis. Aber es kommt eben an worauf. Womit ich aber ein viel größeres Problem habe ist Motivation. Sachen, die mich nicht interessieren
    oder mir keinen Spaß machen oder bei denen das Ziel weit entfernt ist schiebe ich endlos auf.
    Ich verschiebe es vom einen Tag auf den anderen und dann gehen Wochen und Monate dahin. Und je länger ich untätig war desto geringer ist die Motivation
    wieder anzufangen. Momentan gelingt es mir überhaupt nicht mich zum Arbeiten zu motivieren. Auch so Tricks von wegen wenn ich so und so lange gearbeitet
    habe dann gibt es irgendeine Belohnung funktionieren nicht. Mir wurde schon oft gesagt wenn ich mit der Arbeit fertig wäre würde es mir sicher besser gehen.
    Das stimmt. Aber zugleich scheint das alles so weit entfernt, dass ich mit diesem Ziel nichts anfangen kann.
    Auch Strafen, wenn ich nicht arbeite funktionieren nicht. Hab ich auch schon versucht.

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 268

    AW: Was sind eure Hauptsymptome?

    Ja, Prokrastination ist auch inzwischen mein Hauptproblem.

    Als Kind und Jugendliche belasteten mich extreme Vergesslichkeit und Schusseligkeit und Flüchtigkeitsfehler sowie meine Rolle als Außenseiterin, die offenbar auf Probleme im Sozialverhalten zurückzuführen ist. Prokrastination war nicht so das Problem, weil es da ja Strukturierung und Organisation von außen gab und so.
    Aber heute, da ist es die Prokrastination, die mein Hauptproblem ist.
    Die Schusseligkeit und Vergesslichkeit, sind so weit ich das beurteilen kann durch Behandlung mit MPH offenbar zurückgegangen. Mit Flüchtigkeitsfehlern kämpfe ich auch weniger. Ich verliere und verlege auch nicht mehr alle möglichen Sachen, naja schon noch, aber jedenfalls nicht mehr ständig.
    Aber die Prokrastination, also das Aufschieben, das ist schon übel.

    Die Gewissensbisse deshalb sind enorm und ich frage mich, ob es nicht inzwischen mit MPH in meiner Macht stehen müsste, etwas daran zu ändern.
    Ich habe mir sogar so ein Psychotherapiemanual gegen Prokrastination gekauft, um daran etwas zu ändern. Geschafft habe ich es bislang nicht. Ich kann nicht so recht glauben, dass das nicht an fehlendem Willen liegt.
    Es ist eher so: Ja, ich will schon nicht mehr aufschieben, aber ich will auch gleichzeitig nicht arbeiten. Wenn ich mal wirklich motiviert bin, dann arbeite ich auch.
    Vorhin zum Beispiel: Da hatte ich ewig lange gegrübelt, will ich nicht oder kann ich nicht. Dann war ich so weit: OK, wahrscheinlich kann ich echt nicht. Dann dachte ich mir, doch, ich kann, klar kann ich ich will nur nicht und hab mir gezeigt, dass ich kann. Ich hab dann tatsächlich gearbeitet und einen ganzen Schriftsatz formuliert. Der ist noch nicht ganz fertig, aber weitgehden. Es ging plötzlich doch, nur weil ich mir nicht glauben konnte, dass ich nicht doch kann wenn ich will...
    Sehr merkwürdig ist das.
    Es ist mehr ein "ich kann nicht wollen" als ein richtiges "ich kann nicht". Das "nicht wollen" ist aber auch nicht etwas, wofür ich mich wirklich freiwillig entscheide scheint mir, es ist eher einfach so, quasi ob ich will oder nicht. Trotzdem habe ich den Eindruck, ich könnte, wenn ich wollte, wenn ich nur so richtig überzeugt davon wäre, dass es richtig, wichtig und gut ist, besser, als weiter aufzuschieben. Mir scheint, das hat mehr mit Glauben denn mit Wollen zu tun. Ich denke immer: Hm ich bin wohl nicht so richtig überzeugt davon, dass es richtig ist, jetzt das zu arbeiten. Drum meine ich dann immer, dass Argumente helfen müssten, Beweise dafür, dass es richtig ist genau in diesem Moment eine bestimmte Handlung auch zu tun.

    Vielleicht ist das aber alles Quatsch und es helfen weder Beweise noch Argumente und das alles ist nur eine Rationalisierung von irrationalen Vorgängen. Was weiß ich.

    Was helfen soll gegen Prokrastination: Genaues und realistisches Planen, Einteilen in kleine Häppchen, feste Anfangs und Endpunkte, die man genau einhalten muss, feste Rituale, die das Handeln einleiten und eben Training, man soll es sich antrainieren.
    Leider muss man sich auch hierzu erst einmal wirksam aufraffen. Insbesondere das Planen, das Festlegen, was will ich wann tun fällt mir schon so schwer, dass ich mich gar nicht heran traue und nicht richtig weiß, wie ich das machen soll und es wirkt so überfordernd.

    Leider habe ich niemanden, an den ich das genaue Planen delegieren könnte.
    Dass gute realistische Pläne echt hilfreich sein können weiß ich vom Joggen. Mit einem Klaren Plan, festen Zeiten und festen Ritualen kann ich regelmäßig Joggen und die Ausdauer steigern. Den Haushalt bekomme ich damit inzwischen auch hin.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Was sind eure Hauptsymptome?

    Konzentration ist auch nicht mein Hauptproblem. Mein Hauptproblem ist Antriebslosigkeit. Außerdem bin ich sehr schnell erschöpft (was dann wieder in Antriebslosigkeit mündet). Mein zweites Hauptproblem ist mangelnde Organisationsfähigkeit bzw. wenn ich mir Mühe gebe, krieg ich das schon einigermaßen hin, aber auch das erschöpft und überreizt mich so dermaßen...
    Außerdem würde ich auch die hohe Reizoffenheit als Hauptproblem ansehen. Auch das führt zu Erschöpfung...wenn man die ganze Zeit mit Reizen zugeballert wird und so vieles davon aktiv und bewusst händeln muss, anstatt dass es einfach im Filter hängen bleibt.

    Alles zusammen führt dazu, dass ich halt nicht so kann, wie ich will, weil ich einfach schneller erschöpft bin. Manchmal trügt der Schein und ich fühle mich total fähig und motiviert und schaffe dann auch was, aber diesen Hochphasen folgen dann eigtl immer Phasen, in denen ich mich kaum aufraffen kann. Wenn ich in der Arbeitswelt bestehen will (oder auch nur soziale Kontakte erhalten will), muss ich mich glaube ich dauerhaft überfordern. Vielleicht schaffe ich es, die Hochphasen mit eiserner Selbstdisziplin zu verlängern und dann halt nur alle 2 Monate zusammenzubrechen und nicht nach einer Woche arbeiten...

    Insgesamt also quält mich am ADS die inkonstante Leistungsfähigkeit...so viel Potential, das nicht genutzt wird...

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Was sind eure Hauptsymptome?

    Impulsivität. Eindeutig mein Hauptproblem.

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Was sind eure Hauptsymptome?

    Bei mir ist auch die Antrieblosigkeit und die Aufschieberei das Hauptproblem....

  6. #6
    cocolores

    Gast

    AW: Was sind eure Hauptsymptome?

    Konzentration
    Dranbleiben
    Entscheidung zwischen unsichtbaren Prioritäten
    Beenden angefangener Dinge

    Kühlschranktüren schliessen
    Taschen auskippen und Sachen suchen
    was wollte ich grad' noch schreiben ...

    Wenn ich mal überlege, wie oft ich auf Arbeit an einer Blamage vorbeischlittere, weil ich 6 Sachen angefangen, aber nix zu Ende gebracht habe, denke ich des öfteren, ob ich das nicht mal gegen ne Runde Reizoffenheit eintauschen will

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Was sind eure Hauptsymptome?

    Mir geht's wie genau Cocolores aber mit Reizoffenheit und einer Portion Hibbeligkeit. Für mich hängt das alles zusammen.

    Impulsiv im Sinne von aggressiv werden (also richtig aggressiv mit körperlicher Gewalt o. Ä.) bin ich nicht, wohl aber was Entscheidungen angeht.

    Also eigentlich das volle Programm ... Fehlt was typisches? Ach ja, Sucht. Zum Glück auch noch immer im Limit geblieben.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 222

    AW: Was sind eure Hauptsymptome?

    Hallo, danke für eure Antworten.

    Ich habe irgendwie das Gefühl, dass bei den ganzen ADHS-Testungen beim Arzt mit den Fragebögen usw. irgendwie der Schwerpunkt auf Aufmerksamkeit und Konzentration liegt und andere
    Symptome irgendwie durchs Raster fallen. Kann das sein?
    Angenommen jemand geht zum Psychiater und beklagt mangelnde Motivation und Aufschieben, ist aber nicht hyperaktiv und hat auch keine Konzentrationsprobleme, dann würde doch kaum
    ein Arzt in Richtung ADHS denken oder?

    Ich musste zum Beispiel so Übungen am Computer machen wo die Aufmerksamkeit getestet wurde. Und dann auch noch so Listen
    mit Gegenständen die ich vorgelesen bekam merken und wiedergeben. Bei beidem war ich schlecht.
    Aber angenommen ich wäre bei den Konzentrationsübungen gut gewesen dann hätte der Arzt sicher gesagt, dass ich dann wohl kein ADS haben kann.
    Ebenso meinte der Arzt wenn ich nicht in der Kindheit schon Probleme hatte in der Schule dann kanns auch kein ADS sein. Aber das lässt ja außer Acht, dass die Symptome je nach Kontext
    erst auftreten. Zum Beispiel wenn man in der Schule Hausaufgaben machen muss weil es sonst ne Strafe gibt am nächsten Tag dann kann man nicht groß aufschieben.
    In so einem Kontext können sich Probleme mit Aufschieben und Motivation ja gar nicht zeigen.

    Aber was ich mich auch frage ist wie will man überhaupt wissen, ob jemand wirklich ADS hat oder einfach nur saumäßig faul ist? Ich meine niemand hat Lust auf unliebsame, monotome, uninteressante Arbeiten. Wie will man dann wissen was normal ist und was nicht mehr normal ist?
    Wobei mir monotone Sachen nicht so schwer fallen. Ich würde lieber irgendwas Monotones machen wo ich nicht denken muss als irgendwas wo ich mich anstrengen muss worauf ich auch keine Lust habe. Zum Beispiel irgendwelche Texte quer lesen und nur nach interessanten Fakten oder Stichwörtern Ausschau halten ist wesentlich weniger anstrengend als irgendeinen Text lesen zu müssen wo man auf jeden verdammten Satz achten muss oder wo jedes einzelne Wort wichtig ist.

    Ich würde auch lieber Stoff einfach stur auswendig lernen anstatt mich damit gedanklich beschäftigen zu müssen.

    Für mich wirft das ganz neue Fragen auf. Ich meine es ist relativ einfach sich selbst zu beobachten in puncto Konzentration und Aufmerksamkeit aber Motivation ist viel schwerer.
    Ich weiß jetzt nicht wieviele Einschränkungen die ich bei mir ständig wahrnehme letztlich durch Motivation erklärt werden können oder nicht.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Was sind eure Hauptsymptome?

    Nun, sieh´s einfach mal von der Warte:

    Konzentration und Aufmerksamkeit lässt sich einfach am besten testen. Macht das Sinn für dich? Diese zwei Sachen können relativ objektiv durch Testungen betrachtet und mit "Stinos" verglichen werden.

    Wie soll man denn z.B. dazwischenplappern, träumen, Impulsivität testen? Klar KANN man das irgendwie, aber es bleibt doch immer relativ subjektiv . Verstehst du was ich meine?
    Hast du denn nur diese Testungen gemacht? Normalerweise gehören ja auch Interviews usw dazu.

    Grüße!

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Was sind eure Hauptsymptome?

    Was mich am meisten beeinträchtigt ist auch schwer messbar ... diese nervige Unzuverlässigkeit die ich nicht will und an mir hasse. Das ist eigentlich das Resultat der Summe der Symptome.

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