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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4

    Antriebslosigkeit...Hilfe!

    Hallo ihr lieben,
    ich bräuchte mal euren Rat..Ich bin total ratlos und weiß grad nicht mehr weiter. Ich hab zwei Sachen auf dem Herzen:
    Also ich leide ja seit Jahren unter meiner mittelgradigen Depression und unter massiver Antriebslosigkeit. Ich nehme zurzeit Trevilor 75 mg retard und 30 - 40 mg Medikinet adult retard. Naja auf jedenfall komme ich morgens absolut nicht aus dem Bett :'( Ich muss mich immer dazu zwingen und meistens schaffe ichs nicht vor 11 Uhr oder 12 Uhr aufzustehen. Meine Freundin ist ein sehr aktiver Mensch und wünscht sich mehr Unternehmungen, aber ich mag lieber zuhause ''gammeln''...Ich war schon früher eher eine Stubenhockerin - vielleicht hat das was mit dem ADS zu tun?!? Warum hab ich diese Antriebslosigkeit? Depressiv bin ich gott sei dank nicht mehr seitdem ich das Trevilor nehme. Meistens werde ich gegen Abend erst richtig fit und hab dann so gegen 20 Uhr meine Hochphase. Will dann auch nicht schlafen gehen, weil dann morgens das selbe Spiel des ewigen Kampfes aufzustehen wieder losgeht...

    Und meine zweite Sache: Ich war früher eine Leseratte.. Aber jetzt hab ich extreme Probleme damit. Ich möchte etwas spannendes lesen, fange beim ersten Satz an - aber dann verschwimmt alles und ich kann mir den Inhalt nicht merken. Das ist auch bei Texten im Internet so...
    Hängt das auch mit dem ADS zusammen?

    Ich leide extrem unter beidem und weiß nicht mehr weiter...Habt ihr diese Symptome auch? Was kann ich tun?

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.207

    AW: Antriebslosigkeit...Hilfe!

    Hallo Shecter,

    kannst du es dir leisten, erst um 11 h aufzustehen?

    Ich rate dir, dass mal mit dem Arzt zu besprechen, vielleicht würde eine andere Medikation
    dir besser helfen. Und ihm natürlich auch sagen, dass du diese Probleme beim Lesen hast.

    Ich nehme nur Methylphenidat, und seit dem ich mein Vitamin D3 habe untersuchen lassen
    und wegen totalem Mangel ein Medikament genommen habe, geht es mir wirklich gut.
    Ich kann schlafen (6- 7 h) und bin den ganzen Tag fit und habe keine blöden Gedanken mehr.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Antriebslosigkeit...Hilfe!

    Hallo liebe Shecter!

    Das kommt mir alles sehr bekannt vor: Antriebslosigkeit und vor allem lesen und dann nach einigen Zeilen abbrechen, das kenne ich nur zu gut.
    Das Problem mit der Ablenkung beim Lesen bin ich immer noch am bekämpfen, habe aber leider auch noch keine gute Lösung dazu gefunden. Ein erster Anlauf dazu könnte folgendes sein:
    Lade dir mal die Pomodoro app aufs Handy. Diese App ist wie ein Timer der nach folgendem Schema funktioniert: 25 Minuten lesen bzw. lernen und 5 Minuten Pause. Dies wiederholt sich 4x und danach gibt es eine 15 minütige Pause in der du tun und lassen kannst was du möchtest. probier es mal aus, bei mir hat es schon ein wenig geholfen und das schon nach den ersten Versuchen

    Dann zum Thema Antriebslosigkeit:
    Antriebslosigkeit entsteht oft wenn du im Alltag keine Ziele hast. Mache dir ab jetzt JEDEN Tag eine To-Do-Liste, auf welcher du aufschreibst was du an diesem Tag machen möchtest. Die kann z.B so aussehen: um 8:00 aufstehen, 8:15 Morgensport, 9:00 Duschen, 9:15 Frühstück, 9:30 lesen eines interessanten Sachbuchs (mit der Pomodoro App), 10:20 Zimmer aufräumen, 11:20 Mittagessen ausdenken, 12:00 kochen... etc. etc. Du siehst sofort, wenn du dir den Tagesablauf schriftlich notierst wird vieles sehr viel einfacher fallen und du wirst merken wie lange so ein Tag dauern kann ;-)
    Fange mit kleinen Zielen an und schreibe dir dann pro Woche immer mehr auf. Nimm dir nicht gleich zu viel vor, wichtig ist dass du die Kontinuität erhaltest und die Liste wirklich jeden Tag machst. Ich empfehle dir die Liste am besten vor dem Schlafengehen am Abend zu erstellen

    Ob es dir nun hilft oder nicht, hauptsache mal austesten

    Liebe Grüsse
    BassDrop

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 121

    Antriebslosigkeit...Hilfe!

    Wenn das so einfach wäre , bei mir hilft da keine To Do Liste bin völlig strukturlos Dank ADHS. Der Wille ist da doch leider geht die Umsetzung der Liste immer in die Hose.😕
    Geändert von Normi ( 9.02.2015 um 13:03 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Antriebslosigkeit...Hilfe!

    Hallo Shecter,

    um 11.oo / 12oo erst aufzustehen solltest du für Dich selber nicht zulassen. Ich kenn das Problem mit dem " vor sich herschieben" u. immer wieder im Bett sich rumwälzen.
    Ich kann mich noch gut daran erinnern als ich mir selber einen Arschtritt verpasst habe mit meiner "gleichgültigkeit").
    Morgens waren alle schon fit nur ich hampelte rum u. abends waren alle Bettreif nur ich nicht.
    Ich habs geschafft mit eiserner Disziplin es zu ändern. Es kostete mich Nerven aber es war gut so. Plötzlich hatte ich mehr Zeit für sinnvolles. Z.B. mit meiner Freundin frühstücken o. einen Stadtbummel.
    Denk mal darüber nach dich selber zu schimpfen.

    Gruß spatz

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Antriebslosigkeit...Hilfe!

    Antriebslosigkeit ist ne ziemlich fiese Sache, komme auch schwer aus dem Bett. Liegt auch an einer Depression, die mehr oder weniger chronisch ist und sich wohl erst demnächst legt. Nehme neuerdings auch Venlafaxin, was ja irgendwie das selbe wie Trevilor ist. Ich merke schon, dass ich morgens besser wach werde und in die Gänge komme. Es fehlen eigentlich nur noch die Ziele. Aber ich hab noch einige Probleme, mir diese Ziele zu setzen, da ich innerlich immer schon mit dem Scheitern rechne - ich denke, das ist auch eins deiner Hauptprobleme: Dass du schon mit dem Scheitern rechnest und es deshalb zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung wird.

    Versuch vielleicht einen Aufstehrhytmus zu entwickeln. Jeden Tag 10 Minuten eher. Und den Tag schön beginnen. Ich mach es mit einer Kleinen "Teezeremionie", bei der ich so langsam wach werde

    Und zum Lesen: Ähnliche Probleme habe ich auch. Aber ich merke: Man spürt große Unterschiede bei unterschiedlichen Uhrzeiten. Mittags kann ich überhaupt nicht lesen/mich konzentrieren. Früh morgens und abends durchaus. Ich denke, man muss lernen, wann man leistungsfähig ist - und wann nicht. Da soll es ja so Bio-Feedback-Therapien geben, die ich vielleicht mal machen werde, wenn ich so etwas für Erwachsene finde.

    Vielleicht ist deine Dosierung des Antidepressivums auch noch nicht hoch genug, die antribssteigernde Wirkung setzt bei vielen glaube ich erst in höheren Dosierungen ein. Am besten mal mit dem Arzt besprechen - das kann ja eine Unterstützung sein.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: Antriebslosigkeit...Hilfe!

    Hallo Schecter!
    Das was Du da beschreibst kommt mir bis zur Präzision äußerst bekannt vor:

    1.) So eine Antidepri-Keule wie Trevilor hab ich Ende 2008 auch bekommen. Wenn ich sie eingenommen habe, dann abends. Das hat mir ein wenig geholfen, auch mit den Medis halbwegs einen Schlaf-Wach-Rhythmus hinzukriegen. Da Trevilor mir aber zu heftig ist, habe ich es nach Packungsende sein lassen. Bleibt Medikinet Adult (30mg).
    2.) Auch ich bin eigentlich schon mein ganzes Leben lang 'ne Nachteule. Hab mich mit abgefunden, auch wenn ich hin und wieder für ein paar Tage (oder sogar Wochen) daraus ausbrechen kann. Heute hab ich mal wieder bis nach 11 im Bette gelegen, obwohl ich mir extra einen "Aufsteh- und Medikamenteneinnahme-Rhythmus" zugelegt habe. Ich betrachte das eher zweckoptimistisch als "Einzelfall". Die Regel soll für mich sein: Aufwachen >> SOFORT aufstehen >> Küche >> Minifrühstück runterschlingen >> MPH-Kapsel einnehmen. Dann kann ich an was anderes Denken. So zumindest lautet der Plan...
    3.) Früher Leseratte, heute nicht mehr. Allenfalls überfliege ich die Zeitung oder gucke ins Forum. Als Trick habe ich mir dagegen mal vorgenommen, mir meine ungelesenen Bücher mitzunehmen, wenn ich weiß, daß ich irgendwo auf was oder wen mehrere Stunden warten muß, und es dort überhaupt nichts gibt, was ich sonst machen könnte. Hilft nicht immer, aber immerhin manchmal...
    4.) Zuhause gammeln. Ich habe mir einen Leitschema erstellt, das nicht besonders viel hat, aber ein paar selbstgestellte Pflichten enthält, die mich dazu zwingen, fast täglich mindestens einmal die Bude zu verlassen. Das erfülle ich natürlich auch nicht immer. Deswegen gammele ich auch jetzt immer wieder mal. Wichtig ist, so glaube ich, sich selbst zu sagen, daß das nicht die Regel ist, und sich den Mut zu machen, daß morgen, übermorgen und die anderen Tage in der Woche wieder regelkonform verlaufen werden. Außerdem kann man ja mittags noch das ein oder andere machen/nachholen. Es ist nicht das A und O, aber eine Grundlage, um einen halbwegs gescheiten Tagesrhythmus zu bekommen vielleicht schon...

    Mach Dich nicht fertig deshalb! Das würde Dich nur noch mehr entmutigen! Ganz im Gegenteil: sprich Dir selbst Mut zu! Das klappt zwar nicht immer (und es ist viel leichter in einem Forum gesagt, als in der Wirklichkeit umgesetzt), aber manchmal schon. Und auf dieses "manchmal" kommt es an. Irgendwann wird daraus "oft" und dann vielleicht sogar "meistens", wenn auch niemals "immer" (niemand ist perfekt!).

    Ich bin mir ziemlich sicher: meine "Alltagsbewältigungsmodelle" sind weder Patentrezepte noch 1:1 für Dich übernehmbar! Es sind MEINE Stützen, die vielleicht als Anschauungsmodell dienen können. Aber DEINE Mittel und Wege mußt Du selber finden. Dabei wünsche ich Dir viel Glück!

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Antriebslosigkeit...Hilfe!

    Spatz schreibt:
    Denk mal darüber nach dich selber zu schimpfen.
    Entschuldige, aber das würde ich als kontraproduktiv ansehen. Ich leide auch schon jahrelang unter Antriebslosigkeit und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich umso MEHR blockierte und entmutigter wurde, je mehr ich mich selbst schimpfte...wenn man dann schon wieder erst um 11-12 aufgestanden ist und sich dann auch noch selbst Vorwürfe gemacht hat, dann geht auch der letzte Rest Motivation flöten und man rutscht immer weiter in die Antriebslosigkeit. Und wenn andere dann auch noch drauf rumreiten, dass man ja so ein fauler Sack sei und gefälligst um 6:30 h aufzustehen habe wie der Rest der deutschen Bevölkerung, dann geht man schon mal ins nächste Strick-Geschäft und sucht sich ein schickes Modell aus, weil man ja als Antriebsloser keinen vernünftigen Beitrag leistet und deshalb nichts wert ist.

    So und nun zum konstruktivem: Disziplin kann helfen, ja - aber ohne selbst ausschimpfen. Stumpfe, wertungsfreie Disziplin: Nach dem Aufwachen nicht weiter drüber nachdenken, ob man nun aufsteht oder nicht, sondern ohne Nachdenken direkt aufstehen. Kann man sich angewöhnen. Und ja, es KANN klappen, aber es wird nicht immer und jedesmal klappen und nein, dafür muss man sich nicht selbst ausschimpfen, denn ja, niemand ist perfekt.

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