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Diskutiere im Thema Sich zu akzeptieren im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    Sich zu akzeptieren

    Also nach langer Überlegung habe ich mich entschieden, keine Medis zu nehmen.

    Ich bin 37, ich kenne mich schon ziemlich lange und meine Macken gehören zu mir, ich möchte lieber natürlich unvollkommen bleiben als künstlich vollkommen.
    Mein Wut, meine Unsicherheit, meine Komplexe - ist meins, hat mich ausgemacht, es ist eben so und damit habe ich gelebt und gekämpft und schaffe es auch weiter.
    Dafür bin ich lebhaft, neugierig, kann sich empören, habe schwarzes Humor, er geschätzt wird. Meine wechselhafte Laune bereitet mir nicht nur Depris, sondern auch richtige Hochgefühle.

    Ich bin nicht perfekt, ich bin nicht normal. Aber war es nicht so, dass ich die "normale" eigentlich nie wollte und ihrgendwie stolz drauf war, ein Freak zu sein?

    Die ganze Tage mit Elontril fühlte ich mich innerlich tot, ich war zwar selbstsicher aber gefühllos. Meine Empatie war weg, entwas roboterhaftes machte sich in mir breit.

    Nee, danke.

    Ich belibe lieber ich selbst, mit meinen Handicap und meinen Stärken.
    Und höffe, mit Hilfe von einer Therapie mich besser kenenzulernen.

  2. #2
    UglyKid

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 92

    AW: Sich zu akzeptieren

    Schön für dich. Dann brauchst ja jetzt nicht mehr als Anti-Medi in anderen Threads herumtrollen. Nimms nicht persönlich,

    Gruss

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Sich zu akzeptieren

    ...auch mit medikament kann man seinen "freak-anteil" beibehalten,man hat nur etwas mehr Kontrolle ueber ihn...

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Sich zu akzeptieren

    hypie1 schreibt:
    ...auch mit medikament kann man seinen "freak-anteil" beibehalten,man hat nur etwas mehr Kontrolle ueber ihn...
    hmm..
    ich lese hier und merke doch, dass die Leute oft schreiben, dass sie unter Medis "normaler" geworden sind. Ich fürchte Normalität und damit für mich verbundene innere Leere, ich brauche Chaos, um mich überhaupt spüren zu können.

    Kontrolle? Ich hoffe, ich lerne das auch ohne Medis. Schliesslich habe ich auch ohne Medis gelernt, mein Essverhalten zu kontrollieren. In die Firma bekomme ich jeden Tag was Süsses angeboten, Schoki durftet verführend - ich bleib eisern, keine Süssigkeit, überhaupt keine leere Kohlenhydrate.Und wenn ich dann den Resultat sehr, dann weiss ich, ich habe es alleine geschafft

    Wut? Der störte natürlich oft, aber ich habe es auch gelernt, im Beruf rauszugeneh, bevor ich explodiere. Privat mit Verwandten und Freunden schaffe ich es meistens auch, mich zurückzuziehen, nach draussen zu laufen und mich durch Laufen abzureagieren. In anderen Situationen passiert es natürlich, dass ich ausraste, aber so ist es eben, ich bin eben nicht normal, die meisten in meinem Umgebung wissen, dass ich Bordi bin (von ADHS habe ich nicht erzählt) Kann damit leben. andereseits hat mein Wut mir das Leben gerettet, ich hätte mich sonst wahrscheinlich umgebracht, als ich in die Schule heftig gemobbt wurde, aber mein Wut verwandelte Depression in Hass und ich sagte mir: "Bleib am Leben, sonst haben die Schlampen gewonnen" Und jetzt habe ich gewonnen, jedes mal, wenn ich an die damals denke, spüre ich nur Hass und gleichzeitigFreude: "Ich lebe mit deutschen Pass und passablen Job in Deutschland, die Drecks-****** von damals in meinem Herkuftsland in die Scheisse"(ich halte eben nicht so viel von christlichen Nächstenliebe und Verzeihen.). Ich habe Angst, dass durch die Medis die Hass verschwindet, und die Trauer kommt. Und ob ich dann mich so kämpferisch halten kann wie jetzt, weiss ich nicht.
    Natürlich kann ich dann zu MPH noch die Antidepressiva nehmen, dann vielleicht noch irgendwelche Pillen gegen dei Nebenwirkungen, aber dann ist meine Medikamentendosis höher als bei meiner betagten Omi. Ist mir einfach nicht wert, das Risiko.

    Und überhaupt, habe ich ohne Medis verdammt viel geschafft. Okay, ich habe keine Karriere gemacht, aber ich habe mich selbst an eigenem Schopf aus der Scheisse rausgezogen: als ich von Zuhause weg zog, zu meinem Freund, verlor er kurz später die Wohnung, wir landeten auf die Strasse. Ich schlug mich durch, fand zuerst ein Platz in Betreuten Wohnen Ich, nicht er, er war zu faul dazu), dann selbständig eine WG-Zimmer, später übernahm ich diese Wohnung, als mein Mitbewohnner nach Österreicht zog. Ich machte meine Umschulung und fand immer vielder Jobs, zwar befristet, aber ich schaffte es immer auf Neue, was zu finden.
    Und wenn ich die Vergangenheit schaue, dann sage ich mir "Ganz schon taff, das Mädel" und spüre sowas wie Zufriedenheit (ganz ohne Medis).
    Natürlich könnte ich sagen: "Wenn die ADHS vor 20 Jahren bei dir entdeckt wäre. dann hättest du bei deiner sozialer Herkunft ganz andere Karriere hinterlegt", aber hätte-hätte-Fahrradkette. Ich hätte es vielleicht, vielleicht auch nicht, kenne auch sogenannte "normale" aus guten Familien, die abgesturzt sind. Meine beste Freundin von damals hatte keine ADHS, kam aus gutem Zuhause, ich habe sie früher für ihre Selbstsicherheit und ihre Erfolge bewundert, aber sie sturzte ab und schaffte es nicht, hochzukommen - sie starb mit 35 an Überdosis , was mich immer noch verdammt traurig macht. Ich habe sie ein Paar Monate vorher gesehen, sie war obdachlos, lebte in Obdachlosenwohnheim, sie schämte sich offensichtlich, dass ich sie so sehe. Ich könnte ihr aber nicht helfen, ihr damals anzubieten, zu mir als Untermieterin zu ziehen, wäre einem Suizid gleichgekommen.

    Ich weiss nicht, warum ich so ausschweife.
    Vielleicht um zu erklären, warum ich denke, auch ohne Medikamenten-Krücke noch Überlebensfähig zu sein. Habe einiges geschafft, ganz alleine. Schaffe auch weiter, auch wenn es verdammt schwer ist.
    Und das, was ich nicht geschafft habe, schaffe ich auch mit Medis nicht mehr - der Zug ist einfach abgefahren für Studium und Big-Karriere
    Geändert von Felis ( 7.02.2015 um 13:29 Uhr) Grund: Migrationsbedingte Legasthenie

  5. #5
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Sich zu akzeptieren

    Will dir ja auch keiner absprechen. Klar kann mit Therapie viel erreichen. Es sollte nur nicht so rüberkommen, dass durch Medikamente eine Persönlichkeitsveränderung eintritt und Medikamenteneinnahme mit persönlicher Schwäche oder noch schlimmer Versagen assoziiert wird. Das kommt schnell so rüber.

    Es gibt unterschiedlichste Ausprägungen von ADHS und bei vielen wirkt nur die Kombi Therapie und Medikament.

    Ich brauche zB die Unterstützung durch MPH bei dem erreichen meiner Ziele, und um eine für mich passende Lebensqualität zu erreichen. Und nun im Nachhinein froh über die Entscheidung.
    Ich war all die Kämpfe und Misserfolge trotz Therapien einfach leid.

  6. #6
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    Forum-Beiträge: 615

    AW: Sich zu akzeptieren

    Natürlich habe ich Angst von Persönlichkeitsveranderung durch Medis, man wird ja anders dadurch.
    Also verändert sich was an die Persönlichekeit.

    Da du anscheinend noch jung bin, kann ich schon nachvollziehen, dass du gewissen Ziele hast, die nur ein "gesunder" erreichten kann.
    Bei mir sieht es ganz anders aus, sagen wir so, wenn jemand 40 Jahre mit einem Bein mithilfe der Krücke flott laufen gelernt hat, wird er wahrscheinlich darauf verziehcten, laufen mithilfe einer Prothese zu lernen. Es ist zu neue und warum auch, wenn es irgendwie auch so weiter geht (Beispiel ist real, ich kenne jemanden, der auf die Prothese verzichtet und mit einer Krücke besser kommt).

    Ich weiss gar nicht, ob ich ohne Kampf und Krampf überhaupt klar kommen werde, es ist bei mir schon im Blut

  7. #7
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Sich zu akzeptieren

    Nee,bin nicht mehr jung, ca. 10 J.älter als du ;-)

    Auch mit MPH bleibt mehr als genug Kampf übrig! Ich finde dass ich im Nachhinein zulange auf die Krücke verzichtet habe, eben wg. meines Kampfgeistes. Klar will man es ohne schaffen.

    Mir geht es gesundheitlich aber einfach viel besser als in der Zeit ohne Medikament.Das war einfach zuviel Kampf und Anstrengung, und es hat mich zermürbt. Aber alles meine persönlichen Erfahrungen...

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 175

    AW: Sich zu akzeptieren

    Wenn es für Dich ohne Medikation funktioniert weil Du auf die "Prothese" verzichten willst, schön und gut.
    Wenn ich auf die Medikation verzichten würde, dann wäre ich nicht ohne Prothese, sondern dann wäre ich ohne Krücken und beide Beine würden fehlen. Mit meinen Medikamenten bin ich auch nur auf Krücken.
    Ich will Dir nichts unterstellen und evtl. habe ich das falsch aufgefasst aber ich habe so das Gefühl, Du denkst das jeder der sein ADS oder sonstige neurologischen Geschichten mit Medikamenten behandelt automatisch zu einem willenlosen Zombie wird.
    Ich werde jetzt meine Vergangenheit hier nicht aufrollen, Obdachlosigkeit, Kriminalität, Drogenmissbrauch,etc,etc, war alles dabei.
    Wenn ich zurückblicke denke ich " Was ein Idiot"
    Medikamente helfen mir lediglich meine Ziele besser verfolgen zu können. Ich bin nach wie vor ich selbst, ein verpeilter Spinner.
    Ich wollte Dich nicht angreifen, sondern lediglich mal meine Sicht der Dinge darstellen.
    Gruß
    Lucky

  9. #9
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Sich zu akzeptieren

    Liebe Felis,

    Studium und big-Karriere ist nicht alles. Ich habe beides nicht und finde mein Leben nicht langweilig.
    Und durch die Medis hat meine Empathie nicht abgenommen, aber ich kann auch mal an etwas
    vorbei gehen oder nein sagen.

    Versuche deinen Weg zu gehen, du hast jetzt eine Arbeit gefunden,
    in die du dich stürzen kannst. Der gleichzeitige Beginn mit einer Medikation
    wie Elontril ist da ohnehin schwierig.

    Du kennst ja sicherlich das schöne Lied:

    "Eines schickt sich nicht für alle,
    sehe jeder wie er's treibe,
    sehe jeder wo er bleibe
    und wer steht, dass er nicht falle.

    Alles Gute
    Gretchen

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Sich zu akzeptieren

    Lucky Strike schreibt:
    Ich werde jetzt meine Vergangenheit hier nicht aufrollen, Obdachlosigkeit, Kriminalität, Drogenmissbrauch,etc,etc, war alles dabei.
    Wenn ich zurückblicke denke ich " Was ein Idiot"
    man sieht, wie unterschiedlich die Menschen sind.
    Wenn ich zurückblicke, denke ich: "Wow, krass, wie ein Film". Mindestens was erlebt, reichlich erlebt, fast alles migenommen, was ich mitnehmen könnte.
    Ich denke, ich kann jetzt ein fast bürgerliches Leben führen, weil ich weiss, dass ich mich ausgetobt habe (obwohl ich die alte Zeiten manchmal vermisse)

    Und ja, ich bin skeptisch Medis gegenüber, ich nehme sogut wie keine Medis (nicht mal die, welche fast alle moderne Frau nimmt: es gibt es noch andere gute unchemische Methoden). Mittlereweile habe ich einen guten Draht zu meinem Körper, ich habe Angst, diese Draht zu verlieren.
    Diese Extremen, mein unterschiedlicher Verhalten aufgrund von meiner Impulsität, sehe ich mittlereweile als die Anteile von meiner Persönlichkeit: es leben eben in mir ein verträumtes Kind, ein rebellirischer Teenager, eine änsgtliche Frau und eine selbstbewusste Frau und etwas mit leicht autistischen Zügen auch. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht multipel, es sind nur Ánteile, keine Persönlichkeiten
    Ich versuche meine Störung zu integrieren, egal welche Name diese Störung hat.

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