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Diskutiere im Thema Freundschaften und andere Bindungen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 21
    Forum-Beiträge: 47

    Freundschaften und andere Bindungen

    Ich weiß gerade nicht, ob das Thema in dieser Kategorie gehört, aber ansonsten wüsste ich nicht wohin damit. Aber ich bin gerade, wie schon so oft, an diesen Gedanken geraten. Seit ich denken kann, konnte ich Freundschaften nicht anständig pflegen.

    Schon als Kind wurde ich schnell wütend, hatte oft Streit mit denen und auch sonst hatte ich nicht viele Freunde. Doch mittlerweile ist es irgendwie anders und ich frage mich, ob es mit ADHS zusammenhängen könnte, oder ob ich inzwischen eine weitere Störung entwickelt habe.

    Ich bin keineswegs ein schlechter Freund, das sagen mir meine jetzigen, wenigen Freunde auch. Aber denke ich manchmal, dass die Freundschaft keinen Sinn macht. Da brauch ich die Personen plötzlich nicht mehr und breche den Kontakt ab. Das passiert oft. Ich mache etwas, ohne groß darüber nachzudenken oder an die Konsequenzen zu denken. Ich mache es einfach.

    Das hat dazu geführt, dass ich nun wirklich nur noch sehr wenige Freunde habe. Alle sind sogesehen "Geschädigt", weil sie im Hinterkopf haben "Ja, vielleicht haut er irgendwann wieder einfach ab".

    Ich gehe nicht einfach so, sondern weil mich Freundschaften so belasten. Da baut sich Stress in mir auf nach einer Zeit und dann brauche ich einfach meine Ruhe.

    Manchmal bau ich auch einfach plötzlich ein starkes Misstrauen auf, fühle mich einfach nicht mehr wohl oder sogar ausgenutzt. Ich weiß, dass ich nicht ausgenutzt werde. Aber ich steigere mich dann total in negative Punkte rein, um "zu gehen und meine Ruhe zu haben". Ja, und dann fange ich an zu vermissen und der Kreislauf beginnt.

    Doch was mich am meisten belastet ist, dass ich persönlichen Kontakt total aus dem Weg gehe. Ich kann stundenlang mit jemandem schreiben, von mir aus auch mehrere Tage, aber ich kann mich nicht dazu überwinden, mich mit der Person zu treffen. Sobald ich dann ein Treffen plane, sage ich es kurz davor ab mit einer Ausrede. Manchmal belastet mich das auch so sehr, dass es "Einen Stichtag" gibt, dass es mir total übel geht.

    Ich denke, es ist, dass man es festlegt. Man macht es zu einer Pflicht, sich zu treffen. Sobald ich ein festes Datum habe, wo ich etwas tun muss, geht es mir schlecht. Es stresst mich total und raubt mir dann auch den schlaf, weil ich über nichts anderes mehr nachdenken kann und diesem Tag einfach aus dem Weg gehen will.

    Kennt das alles eventuell jemand und hat Tipps?

  2. #2
    Karisa

    Gast

    AW: Freundschaften und andere Bindungen

    Ich kenne es nicht genau so wie Du, aber mir fällt es auch schwer, Menschen zu treffen. Das ist jedes Mal eine Herausforderung.
    Mir hilft es, wenn ich einen Plan habe, wenn ich also ungefähr weiß, was wir miteinander unternehmen werden oder wie das Treffen ablaufen wird. Unternehmungen, die mir nicht gut tun, wenn also etwas geplant ist, wo z.B. große Menschenansammlungen sind, mache ich nicht mit.

    Meine richtigen Freundinnen (das sind 4 an der Zahl) machen mir keinen Druck. Sie erwarten nicht von mir, dass ich mich melde, wenn sie sich das wünschen. Sie rufen einfach bei mir an, wenn ihnen danach ist und sie machen mir auch keine Vorwürfe, wenn wir längere Zeit keinen Kontakt hatten - dann haben sie sich ja ebenso nicht gemeldet.

    Wenn ich daran denke, oder mir Kontakt wünsche, dann schreibe ich eine Nachricht oder ich rufe an. Das ist in Ordnung.

    Eine Bekannte hat sich beim letzten Telefonat bei mir beschwert, dass immer nur sie sich melden muss. Das stimmte aber nicht. Das "muss" war falsch. Da entstand ganz massiver Druck bei mir und ich weiß nun nicht, wie richtig damit umzugehen wäre, das war bei dem Gespräch nicht zu klären. Kontaktabstände zu planen war ihrer Meinung nach auch falsch... Seit dem haben wir keinen Kontakt mehr gehabt.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Freundschaften und andere Bindungen

    Hallo
    Ich finde das mit den Freundschaften auch sehr schwierig, hab eigentlich ein guten Freund, schaff es aber oft nicht mich zu melden und dann nur wenn wir eine gemeinsame Aktivität starten. Bei einem Treffen in einen Cafe oder Kneipe empfinde ich sehr schnell als langweilig und in mir komm sofort an die Frage über was ich mich mit ihm unterhalten könnte.

    Wenn wir aber durch die Gegend radeln, klettern oder bergsteigen gehen, kommen Gespräche wie von selbst, genau das ist das Problem - dieses Treffen um sich zu unterhalten.

    Bei mir war es von Vorteil, daß ich meinen Freund von der Diagnose erzählt hab, für ihn und für mich sind dadurch eigenartige Verhaltensweisen meiner seits leichter zu akzeptieren. Ich selber hab für mich angenommen, daß ich eigentlich meist "alleine" (ist etwas schwierig da ich eine Frau an meiner Seite und zwei Kinder habe) recht zufrieden bin und nicht den Anspruch habe mich ständig mit Freunden zu treffen und dafür ist man ja auch kein schlechterer Mensch.

    Ein anderer guter Freund von mir wohnt 600 Kilometer entfernt, den seh ich vielleicht alle 2 Jahre, Telefonate gibt es kaum und trotzdem empfinde ich ein freundschaftliches Gefühl.Vielleicht kannst du deinen Freunde ja erklären, daß dieses Verschwinden ein Teil von dir ist, du diese Freiheit brauchst, ich denke es macht keinen Sinn zu einen festgesetzten Termin einen Pflichtbesuch zu machen, da hat niemand was davon.

    Wünsch Dir ales Gute

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Freundschaften und andere Bindungen

    @Nachtsturm, das kann ich gut nachvollziehen, dass die Gespräch wie von selbst kommen,
    wenn du in Bewegung bist. Mit geht das so mit Singen, im Sitzen bin ich wie blockiert, aber sobald
    ich stehe und mich bewege, ist es wunderbar. Zum Glück bin ich in einem Chor, in dem viele
    so "gestrickt" sind, was schon zu großen Projekten mit Schauspiel geführt hat.

    Meine Erfahrung ist, dass die Bindungen aus der Kindheit, Jugend und jungen Erwachsenenzeit am
    besten halten. Da können auch mal Jahre dazwischen liegen.

    Jetzt wo ich bald 60 werde, merke ich, dass ich mich neuen Menschen nicht mehr so öffnen kann,
    aber ich habe zum Glück auch Menschen um mich rum. Und ich habe den Vorteil, dass mein Mann und ich
    aus kinderreichen Familien stammen und wir uns mit unseren Geschwistern beide gut verstehen.
    Einige wohnen im Ausland, das ist dann auch sehr spannend.

    @imperfectly - einen Rat habe ich nicht für dich, aber als ich so alt war wie du, habe ich meine
    seitdem beste Freundin kennen gelernt. Und auch bei besten Freundinnen oder Freunden gibt es,
    zumindest ist das meine Erfahrung, so was wie "Liebe auf den ersten Blick". Wir haben uns dann
    wieder ein bisschen aus den Augen verloren, dann sind wir nach ein paar Jahren wieder zusammen
    gekommen, es ging dann die "Babyphase" an, und seither sind wir eng befreundet, und obwohl wir
    uns nur einmal im Monat treffen, oder sogar seltener, es ist immer ein Vergnügen, zusammen zu sein.

  5. #5
    Wooosah!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Freundschaften und andere Bindungen

    Hallo imperfectly!

    Ja, das Problem kenn ich. Nicht exakt auf dieselbe Art und Weise wie es bei dir ist, aber mir kommt deine Situation sehr bekannt vor.

    Kann ich dir einen Rat geben?

    Hm. Schwierig. Ich kann mir nichtmal selbst einen Rat geben. Ich bin nicht unzufrieden, ich pflege - wenn überhaupt - eher lose Kontakte. Es gab in meinem Leben immer mal wieder Phasen, in denen es so etwas wie Freundschaften gab. Doch, hm, das waren immer nur einzelne Personen, und meist lösten sich diese Freundschaften [die man an einer Hand abzählen kann] durch den Umzug in eine andere Stadt wieder auf. Es ist jetzt auch nicht so, dass es mir wirklich ernsthaft fehlen würde.

    Ich könnte es mir jetzt einfach machen und behaupten, dass die Leute, denen wirklich etwas an dir liegt, deine Eigenheiten eigentlich akzeptieren müssten. Aber ich weiß auch, dass jeder Mensch eine eigene höchst persönliche Schmerzgrenze hat, was Eigenheiten und Macken anderer Menschen angeht, selbst wenn man miteinander befreundet ist.

    Ich erinnere mich an eine Situation mit einer etwas jüngeren Frau, mit der mich eine Zeitlang so etwas wie eine Freundschaft verband. Ich sage deshalb "so etwas" weil ich dem Wort "Freundschaft" sehr, sehr ambivalent gegenüber stehe. Wir kennen uns seit, weißnich, sechs Jahren oder so. Sie wohnte hier im Kaff und unsere Kinder besuchten denselben Kindergarten. Mein Kerl ist schon länger mit ihr befreundet, aber er hat generell viel mehr Kontakte zu anderen Menschen als ich. Er sucht das auch irgendwie viel mehr als ich das tue.

    Jedenfalls zog sie vor einem Dreivierteljahr hier weg, nicht weit, vielleicht 50 km. Als ich sie nach ihrem Umzug das erste Mal wieder sah, gerieten wir wegen einer Kleinigkeit aneinander. Sie war gestresst, ich war gestresst, wir diskutierten kurz [im Prinzip ging es nur ums "Rechthaben", da können wir beide ziemlich stur sein], sie pflaumte mich an, und zack, das wars. Ich versuche, ihr das nicht nachzutragen, aber je mehr ich versuche, mich wieder auf sie einzulassen, desto sinnloser erscheint es mir, die Freundschaft länger aufrecht zu erhalten. Jetzt, wo sie so weit weg wohnt und ich sie vielleicht einmal im Halbjahr sehe, wozu dann eine Freundschaft? Ich sehe einfach keinen Sinn darin, obwohl sie ein toller Mensch ist und ich sie - für meine Verhältnisse - wirklich sehr gemocht habe.

    Das mit dem Schreiben-ja, Treffen-nein kenn ich auch. Ich kann eher mit jemandem schreiben, als mich mit ihm an einen Tisch zu setzen. Aber woran das jetzt genau liegt bzw. liegen könnte, das aufzudröseln würde hier und jetzt den Rahmen sprengen.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist eine ADHS bei dir [noch?] nicht diagnostiziert, sehr wohl aber Zwangsgedanken und eine Bipolare Persönlichkeitsstörung, richtig? Nimmst du Antidepressiva?

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 222

    AW: Freundschaften und andere Bindungen

    Hallo imperfectly,

    ich kann dir nur mitteilen wie es bei mir bisher gelaufen ist.

    Vorneweg : ich habe nur 3 freunde.

    in meiner grundschulzeit hatte ich nur einen freund, allen anderen war ich zu suspeckt.
    so wie die gti werbung: ich war der mit dem du nicht spielen durftest...

    durch umzug ab der dritten klasse war der auch weg.

    ein jahr in der nächsten stadt geblieben, keine freunde.
    ich wurde damals schon ein aussenseiter.

    dann zog ich nach berlin.
    in der 5.u.6. klasse hatte ich auch keine freunde, einmal ist meine mutter auf einem elternabend in tränen ausgebrochen weil ich keine freunde hätte.
    am nächsten tag standen dann 2 aus ''Pflichtgefühl ihrer mutter vor der tür.

    dann wechselte ich die schule, und lernte beim angeln meinen besten freund kennen.
    von anfang an war da das vertrauen da.
    wir verstanden uns.
    und angeln als hobby war und ist das was uns verbindet.
    normalerweise vertraue ich nur sehr schwer jemandem, aber bei ihm war das anders.
    da war ich 16.
    jetzt bin ich 32.
    so banal es klingen mag, wir waen nie in ner disco,waren nur zweimal mit anderen kumpels was essen.
    einzig allein dreht sich alles ums angeln / fliegenfischen.
    ihm vertraue ich blind,.
    unser halbes lebn kennen wir uns jetzt schon.

    meinen zweiten freund lernte ich vor knapp zehn jahren in einem motorradverein kennen.
    er war damals der einzigste der mich dort nicht versucht hat zu verarschen, mich immerverteidigt hat, und mit em ich mittlerweile aucgh viel erlebt habe.
    und der mich genau so wie alle meine 3 freunde, mich so nimmt wie ich bin.
    mittlerweile sehen wir uns nur 1-3 mal pro jahr, aber an der freundschaft ändert das nichts.

    den dritten hab ich vor 9 jahren kennengelernt,
    auch beim angeln, sofortige sympathie, verständnis etc..
    mittlerweile sind wir zusammen in einem verein, haben viel erlebt, aber auch viel was sich zusammenschweisst.
    wenn es ihm nicht gut geht, hol ich ihn hoch.
    wenns mir nicht gut geht, holt er mich hoch.

    natürlich gab es zwischenzeitlich viele andere so genannte '''FREUNDE''''.
    ich trenne das sehr scharf zwischen ''richtigen freunden'', ''bekannten'',''kumpels''.

    Richtige freunde stehen zu dir egal was ist. egal was du gemacht hast, sie sind für dich da.
    wenn ich eiunen richtigen freund anrufe und sage mir geht es scheisse, dann fragt der nicht ''Warum'' , sondern macht sich auf den weg zu mir.
    und genau das selbe tue ich auch für ihn.
    egal wo ich gerade bin,
    ein richtiger freund ist mir auch mehr wert als es eine partnerin je sein kann.
    frteundinnen kommen und gehen, ein richtiger freund, bleibt !!!

    Bekannte sind für mich menschen die ich mal irgendwo kennengelernt habe, die meinen weg ein wenig geteilt haben, und sich dann irgendwann wieder verabschiedet haben.
    das konnte verschiedene gründe haben:
    ausnutzen,
    kundenklau,
    nur da sein wenn man etwas bekommt,
    keine gegenleistung,
    nur fordern etc....

    kumpels sind zum bsp. mitglieder meines vereins, die ich zwar sehr schätze, bei denen ich aber weiss, das sie nicht da sein würden, wenn ich etwas anstellen würde/ es mir wirklich schlecht gehen würde.

    wenn dir etwas an eiuner freundschaft liegt dann wirst du unternehmungen starten um diese zu festigen.
    wenn dem anderen etwas an deiner freundschaft liegt wird er von seiner seite aus unternehmungen starten.
    für mich ist eine freundschaft ein immerwähredes geben und nehmen, egal ob seelisch, materiell, gedanklich etc..
    meine freunde wissen das ich anders bin, anders denke, und sie akzeptieren mich so.
    wenn ich mich mal nicht melde oder es vergesse, was häufig passiert, dann rufen sie einfach am nächsten tag wieder an.

    natürlich streiten wir uns auch mal ab und zu und dasa recht heftig.
    aber ich kenne seinen standpunkt und er meinen, und daher beruhigt sich das relativ schnell wieder.
    wir haben einfach verstanden das wir manschmal andere ansichten vertreten.

    LG

    das mit dem schreiben ja treffen nein trifft bei mir auf alle bekannte zu.
    manschmal kommt es or, das michg jemand anschreibt und dann im gespräch sagt , ja man könnte sich mal treffen, so auf erinnerung an alte zeiten.
    manschmal sag ich dann vorschnell zu.

    aber im nachinein wenn ich meine gedanken sortiere, frag ich mich immer : möchte ich wirklich die person / das schicksal/ Die erinnerung auffrischen,
    oder wäre es nicht besser es so zu belassen wie es ist..,

    Schliesslich gibt/gab es genug gründe , warum die person es nicht in die GEGENWART geschafft hat.
    Geändert von cleansman ( 6.02.2015 um 19:54 Uhr)

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