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Diskutiere im Thema ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Woodpecker schreibt:
    Wie kann man denn so leben?
    Auf die Gefahr hin, daneben zu liegen: man gewöhnt sich dran.
    Und wenn ich am träumen bin, blende ich es einfach aus...

    Woodpecker schreibt:
    Lasst mich nicht euer Leben schlecht reden...
    Aber es tut mir leid.
    Ich kann einfach nicht wie Bummel77 sagt, mein ganzes Leben lang Kleinkindererfolge feiern.
    Jetzt legst Du mir aber zwei Begriffe in den Mund, die ich in dem Zusammenhang NICHT gebracht habe.
    1.) Welches Kleinkind ist in der Lage, drei zusammenhängende Sätze in einem Internetforum zu schreiben?
    2.) Kleine Schritte sind der Anfang, die Basis. Zeit für große Sprünge ist später immernoch, oder wie Du es so schön ausdrückst: Dein ganzes leben lang...
    Woodpecker schreibt:
    Wäre das nicht so, als würde ich aufgeben?
    Kommt darauf an, WAS.
    Die Besteigung des Mount Everest mit einem einzigen Schritt: Ja.
    Die Eroberung, Niederwerfung und Versklavung der Welt zu Deinen Diensten und Ehren: Ja.
    Dein Leben: Nein. Du würdest anfangen, Dich zu ihm zu bekennen und so damit umzugehen, daß es Dir bekommt.
    Ich erwarte nicht von Dir, daß Du das einsiehst.
    Wenn ich das auf mich beziehe, blocke ich auch. Aber mein Block hat angefangen zu bröseln.
    Und Deiner wird es eines Tages auch tun... (Scheiße, was klinge ich wieder altklug! Asche auf mein Haupt! So eine Oberlehrerattitüde, ey! Man man man...)
    Woodpecker schreibt:
    Wäre das nicht so, als würde ich hinnehmen ein Baby zu sein?!?
    Ein dickes Riesenbaby?
    Wenn Du es so ausdrücken willst: ja, beizeiten fühlt es sich so an.
    Das ist nicht schön.
    Aber es ist dasselbe wie ein Reset-Knopf: alles zurück auf Start!
    Es ist nichts zuende, sondern es geht wieder von vorn los.
    Der Unterschied: sprechen, gehen, von alleine essen, lesen, schreiben, usw. können wir schon.
    Du bootest also ein bereits konfiguriertes Betriebssystem.
    An dem Punkt stimmt also das mit dem Baby nicht mehr so ganz.
    Woodpecker schreibt:
    Juhuuu!!!! Gratuliert mir, ich habe die Wäsche aufgehangen, IST DAS NICHT DER WAHNSINN?
    Nein! Es ist überhaupt nicht der Wahnsinn!
    Es ist die Erleichterung, eine Aufgabe vollbracht zu haben.
    Es ist die Bestätigung, daß ich nicht vollkommen "lebensunfähig" bin, wie Du es im Titel beschreibst.
    Es ist etwas, worauf ich aufbauen kann.
    Etwas, woraus einmal mehr wird...
    Woodpecker schreibt:
    (Falls du dich jetzt angegriffen fühlst Bummel77, ich habe großen Respekt vor dir, dass du überhaupt in der Lage bist das alles zu ertragen!)
    Ich weiß nicht, ob ich mich dabei jetzt wirklich angegriffen gefühlt habe.
    Aber ich höre mich selbst, meine eigenen Worte daraus.
    Meine Unzufriedenheit mit mir selbst.
    Meine bissigen, vernichtenden Selbstvorwürfe, mit denen ich mich seit Jahrzehnten innerlich selbst zerfleische, weil ich meinen (eigenen) Vorstellungen nicht genüge.
    Und ich ertrage es überhaupt nicht! Nicht im geringsten.
    Entweder blende ich es aus oder ich heule rum wie nix gutes.
    Oder ich setze auf die "Kleinkinderfolge", auf meine Therapie und auf all jene, die bereit sind mich helfend aus meinem Loch heraus zu begleiten.
    Das klappt noch nicht so gut wie es soll. Und die große Patentlösung ist es sicher auch nicht.
    Aber ja: DAS ist es, was mir in der Angelegenheit so etwas wie Kraft und Hoffnung gibt.
    Woodpecker schreibt:
    Ich weiß, dass auch Alltäglichkeiten ihren Wert haben und man das nicht unterschätzen sollte.
    ADSler tun vieles, was "man nicht sollte"...
    Du weißt, daß sie ihren Wert haben, aber Du fühlst das Gegenteil, nicht wahr? (Einspruch! Suggestivfrage! lol)
    Woodpecker schreibt:
    Dennoch: Der "Durchschnitts" Otto-Normalbürger packt sein Leben doch auch und kommt klar!
    Der "Durchschnitts-Otto-Normal-Neurotypiker" macht auch nicht immer alles richtig und perfekt, und außerdem kocht er auch nur mit Wasser.
    À propos Wasser (Vorsicht Metapher!):
    Sein "klar kommen" ist das, was ich "klares Wasser an der Oberfläche sehen" nenne.
    Leute wie Du und ich sehen den aufgewühlten Grund.
    Der ist für alles, was sich an der Oberfläche abspielt, unwesentlich.
    An der Oberfläche glauben sie, einen Durchblick zu haben, und den aufgewühlten trüben Grund, den wir sehen, halten sie voller Überzeugung für Hirngespinste.
    Kurzum: der Durchschnittsheini kommt nur deshalb klar, weil er nichts und niemandem auf den Grund geht.
    Kein erstrebenswerter Maßstab...
    Woodpecker schreibt:
    Wieso sollten meine Kindergartenerfolge mich dann mit denen eines normalen Menschen ebenbürtig machen?
    Sollen sie das?
    Woodpecker schreibt:
    Und wenn sie mich nicht auf das gleiche Niveau bringen, dann weiß ich nicht, wie ich jemals glücklich sein kann (darf).
    Du darfst! Das weiß ich!
    Ob Du kannst, weiß ich nicht.

    Woodpecker schreibt:
    Eine weitere Frage an Alle hier:

    Wie kommt ihr mit euren Mitmenschen klar, die kein ADS/ADHS haben?
    Habt ihr Freunde außerhalb eurer Krankheit?
    Und was unternehmt ihr mit ihnen?
    Ich komme mir in meinem Freundeskreis immer vor, wie das 5. Rad am Wagen.
    Obwohl keiner von ihnen dass so sieht(Darüber wurde mir vorhin ausführlich von einem Freund Berichtet).

    Und ich hatte auch nie das Gefühl, als würden sie mich als besagtes fünftes Rad sehen, aber ich fühle mich halt immer so.
    Meistens komme ich mit solchen Leuten problemlos klar.
    Ich bin einer von denjenigen, die offen über ihr ADS sprechen (tun ja viele nicht), damit es nicht zu Verstimmungen kommt, wenn ich irgendwas verpeile, wenn ich irgendwo zu langsam bin, etwas vergesse, mich verspäte, usw.
    Soll heißen: die Normalos sind gewarnt.
    Und ja: ich habe Normalofreunde.
    Stell Dir mal vor: die haben sogar Köpfe zwischen den Ohren und Nasen im Gesicht!
    Was ich mit denen unternehme?
    Mal einen trinken gehen (nachmittags Kaffee), etwas seltener mittlerweile an Wochenenden inne Kneipe, oder gemeinsam Fußball spielen in einer angemieteten Halle, zu Not auch mal virtuell zocken,... alles mögliche halt...
    Und ja: Das Gefühl, das 5. Rad am Wagen zu sein, ohne daß einer von denen das so sieht habe ich auch oft.
    Nicht immer, weil ich es vorziehe, tiefgründige Dialoge zu starten, die echt lang andauern können...

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 175

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    @Bummel
    selten einen Beitrag gelesen , der mich so berührt!
    Danke!
    Gruß
    Lucky

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 34

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Schön, dass ihr mir immer noch schreibt.
    Irgendjemand findet ja vielleicht diesen Thread über Google und fühlt sich dann zumindest ein bisschen verstanden :-D

    @Lucky Strike: Ich hoffe, du kannst was aus meinem Geheule machen^^

    @Bummel77: Ich antworte dir gleiche. (Kennst du Phoenix Wright? Wegen dem Einspruch^^)

    @Parabel:
    Jeder der hehre Ziele hat muss hart an sich arbeiten, egal ob ADHS oder nicht.
    Gut! Das war auch eine Frage von mir. Ich kann nicht an mir arbeiten, es geht einfach nicht!
    Schon gar nicht hart!

    Mit anderen Worten: Das liegt nicht an ADS! Okay!

    Ich nehme an, ich wecke den Eindruck absoluter Resignation.
    Das beabsichtige ich auch.

    Ob ihr es mir nun glaubt oder nicht: Ich kann mich nicht ändern.
    Falle immer in das gleiche Verhaltensmuster zurück, mache immer die gleichen Fehler.
    Lernschwäche hin oder her, aber das "Training" des Lebens fruchtet bei mir nicht, denn ich schaffe noch nicht einmal das Anfängertraining.

    Natürlich könnte ich mir Hilfe suchen. Aber so eine Therapie dauert. Und in der Zeit? Versauere ich Arbeits- und Ausbildungslos irgendwo?
    "Nimm dir deine Zeit" ?!?
    Gerne, aber nicht auf Kosten anderer!

    Und da hört für mich der Sinn auf. Ich kann nicht für mich selbst sorgen(Was ja nicht mein einziges Problem ist),
    solange ich keine Hilfe in Anspruch genommen habe.

    (Mal nebenbei: Die ganze Gesellschaft besteht aus Hilfe. Ein Geben und Nehmen. Ich brauche aber weit mehr Hilfe, als ich geben kann)

    Hilfe in Anspruch zu nehmen dauert aber zu lange.
    Ich werde wohl kaum vom Staat(Arbeitsamt, in meinem Fall ist sogar das Jugendamt noch involviert) eine "Beurlaubung" erhalten.
    Ich werde mich Bewerben müssen(Mache es derzeit sogar, allerdings bin ich super lahm).
    Wie soll das gehen?

    Und eine weitere Frage: Warum? Warum sollte ich mich weiter durchfüttern lassen?
    Es kommt mir so vor, als wäre alle Hilfe die mir zukommt bares Geld.
    Und dieses Geld wird in einen Sack gesteckt, auf dem "Zu verbrennen" darauf steht!

    "Das Leben macht Spaß" ist in meinen Augen keine Rechtfertigung, sich auf kosten anderer zu erlaben.
    So will und kann ich nicht Leben. Aber das schrieb ich bereits.

    Ihr merkt, ein Teufelskreis. Deshalb auch der am Anfang angesprochene Psychotherapeut.
    Aber dann bin ich genau in dem eben angesprochenen Problem.

    Wisst ihr was mich auch quält?

    Ich habe einen Freund(oder jetzt wohl eher nicht mehr, seit ich meinem Freundeskreis Bye-Bye gesagt habe), der ADHS hat.
    Er wurde von seiner Mutter geschlagen, hatte starke Probleme daheim.

    Er hat sich mit Zeitarbeitsfirmen rumschlagen müssen, war notgedrungen auf einer Asozialen Schule, hatte mit Vorurteilen zu kämpfen, etc...
    Er hat sich jetzt eine eigene Wohnung gemietet, hat eine Ausbildung bei der Bundeswehr und auch sonst geht es in seinem Leben den Berg hoch.

    Was war bei mir?
    Okay, meine Familie hat viel mit sich selbst zu tun gehabt, in der ersten und zweiten Klasse wurde ich gemobbt, die Mobber sind aber heute gute Bekannte von mir.
    Was ich sagen will? Er hat fast die gleiche Störung, VIEL größere Startschwierigkeiten von außen und kommt dennoch Zehn-Mal so gut weg wie ich jetzt!

    Alles sein verdienst, alles seine Mühe!
    Aber ich kann mir zum verrecken noch einst keine Mühe geben, es geht nicht! Wenn ich versuche mich anzustrengen, dann passiert - Nichts!

    Ein anderer Freund macht seine Ausbildung in der IT, bei einer angesehenen staatlichen Institution.
    Er sagte, bei meinem Interesse an Computer und Technik, sowie meinem Vorwissen wäre ich da gut aufgehoben.
    Allerdings sah ich dann, was die am ersten Tag in Mathe gemacht haben. KEINE CHANCE.

    Gut. Mathe wird von vielen ein Problem sein(besonders hier wahrscheinlich).
    Aber so geht es mir halt immer im Leben.
    Die fehlenden Komponenten dann zu erlernen, dass geht nicht.
    Egal ob ich das will oder es mir vorgeschlagen/aufgetragen wird.

    Meine Frage hier wieder an euch:

    In wie weit haben DIESE Probleme noch mit ADS zu tun?

    Oder kann es sein, dass ich noch eine andere Krankheit, Trauma(?), etc... habe?

    Denn eurer Meinung (oracle.kid formulierte es schön)
    Deine Situation und dein Verhalten sind ja nicht unabänderlich so, wie sie jetzt sind. Es gibt ja viele Möglichkeiten, deine Problem anzugehen und zu verändern. (Medis, Verhaltenstherapie usw).
    bin ich derzeit nicht.

    Deshalb frage ich hier:

    Liege ich falsch?
    Wobei ich zugeben muss, dass es schwierig sein wird mich davon zu überzeugen, dass ich mich ändern kann.

    Dafür habe ich in meinem kurzen Leben einfach mich zu oft selbst enttäuscht.



    ______________________________ ______________________________ ______________________________ ______________________________ _________________

    Mein Betreuer hat einmal ein Gedankenexperiment mit mir gemacht.
    Er ist ausgebildeter Psychologe und nutzte so eine Ambient-Sound CD(Also so Vogelgezwitscher, rauschen eines Baches, etc...)
    Er wollte, dass ich nach einer langen und schönen Fantasiereise in mich hinein gehe um mich selbst im Spiegel zu sehen.

    Mir trug er auf, mich selbst zu perfektionieren.
    Also erschuf ich mich selbst, körperlich perfekt.
    Geistig rein.

    Da mir Perfektion als Ideal widerstrebt, fügte ich die üblichen menschlichen Macken hinzu, hier ein Leberfleckchen, da ein kleiner Pickel.
    Und auch an s(m)einem Geist justierte ich, gab ihm verschmerzbare Schwächen.
    Dieses Bild war jetzt nicht mehr perfekt.
    Und mit Sicherheit wäre dieses Fantasiekonstrukt nun auch nicht wie jeder andere gewesen, zumindest aber annähernd normal.

    Mein Betreuer leitete mich an, nun diesem Fabelwesen in meiner Wohnung zu begegnen.
    Dort sollte ich auf meine Kreation treffen.

    Meine Aufgabe war es, ihn mit einem einfachen "Hallo" zu begrüßen.
    Er schaute, mit finsterer Miene wie ich das von der Seite sah, zum Boden.
    Auch auf ein weiteres "Hallo" reagierte er nicht.

    Zu diesem Zeitpunkt war ich relativ gut bei Bewusstsein, ich war nicht unter Hypnose und konnte alle Muskeln regen.
    Regel dieses Gedankenexperimentes war es gewesen, meinem Betreuer immer Rückmeldung zu geben.
    Ich kam mir allerdings etwas komisch dabei vor, seinen Anweisungen nicht folgen zu können.

    Denn als ich auf ihn zu ging, ihn hastig aber sanft am Arm berührte, um eine Reaktion zu erzwingen...
    Da drehte mir dieser Gedankenmann meinen Arm weg und warf mich gute 2 Meter zurück an meine Wohnzimmerwand.

    Nach diesem Erlebnis war das Experiment beendet.
    Mein Betreuer hatte vor, mir Motivation zu verschaffen. Er wollte mich ein Ziel visualisieren lassen.
    Hypnose wollte er nicht verwenden(Trotz Zertifikation dazu), denn ich war ja nicht sein Patient in einer psychotherapeutischen Sitzung.

    Ich war geschockt. Ich denke sehr Rational. Ich wusste, dass solche Erlebnisse möglich sind und halte das auch nicht für Spinnerei.
    Aber obwohl ich mich so klar im Kopf fühlte, war ich nicht in der Lage, mit meinem Ebenbild zu sprechen.
    Schlimmer noch: Ohne die Zeit für bewusste Gedankengänge zu haben, warf mich diese Person zurück und übernahm die Kontrolle über das von mir erschaffene Szenario!

    Wahre Geschichte, frei zur Interpretation.

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 34

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    @Bummel77:

    Nun, unter meinen Freunden sind auch Leute, die mit dem Leben klar kommen und !!! bis zum Grund schauen!
    Sie können tiefer schauen als ich, sehen und verstehen die dunkelsten Zusammenhänge besser und schneller.

    Allerdings wird bei denen auch eine Hochbegabung vermutet(Einer hat bestätigt eine),
    deshalb können wir das eigentlich direkt wieder vergessen.

    Aber da auch: Worin liegt der Sinn bei uns Unterdurchschnittlichen, wenn es doch solche Überflieger gibt?
    Mag nur ein kleiner Teil der Menschheit sein,
    der nicht wie die "Normalos" durchs Leben streift ohne nach Links und Rechts zu schauen und dennoch sein Leben mit Bravur meistert.

    Aber da würde ich mich jetzt tatsächlich mit den Albert Einsteins anlegen, den Mt. Everest versuchen, also lasse ich es.
    Woodpecker schreibt:
    Und wenn sie mich nicht auf das gleiche Niveau bringen, dann weiß ich nicht, wie ich jemals glücklich sein kann (darf).


    Du darfst! Das weiß ich!
    Ob Du kannst, weiß ich nicht.

    Warum darf ich? Verbieten tut es mir die Moral. Die sagt NEIN!
    Moralskonzepte sind zu 95% von Eltern, Familie, Freunden, Gesellschaft, Medien, etc... abgekupfert.

    Dieses Konzept ist meines.
    Wie in einem Bienenstock. Wenn eine der Drohnen krank ist, dann kommt sie nicht Heim, um keinen Anzustecken.

    ADSler tun vieles, was "man nicht sollte"...
    Du weißt, daß sie ihren Wert haben, aber Du fühlst das Gegenteil, nicht wahr? (Einspruch! Suggestivfrage! lol)
    In anderen Bereichen hättest du Recht, da fühle ich anders als ich denke.
    Hier eher nicht. Hab großen Respekt vor der klassischen Hausfrau mit Kind!


    Meistens komme ich mit solchen Leuten problemlos klar.
    Ich bin einer von denjenigen, die offen über ihr ADS sprechen (tun ja viele nicht), damit es nicht zu Verstimmungen kommt, wenn ich irgendwas verpeile, wenn ich irgendwo zu langsam bin, etwas vergesse, mich verspäte, usw.
    Zum Schluss eine sehr praktische Frage hier:

    Wie schaffst du es, dass man dir das ADS abnimmt? ADS hat leider den Ruf, zu oft für alles vergeben zu werden(Ist ja auch ein bisschen Wahrheit dran).
    Wer das dann wirklich hat, der wird nicht ernst genommen.
    Außerdem will ich mich auch nicht immer damit entschuldigen müssen. Das ist ja fast so, als würde ich die Verantwortung einfach an meine Krankheit abgeben.

    P.S.: Sorry Bummel, wollte dir keine Worte auf die Zunge schmieren!

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 175

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Es ist 2 Uhr nachts, ich habe keine Medikamente genommen, das lesen des nachfolgenden Textes erfolgt auf eigene Gefahr.

    Lieber Woodpecker,
    ich persönlich denke das Dein Hauptproblem Dein mangelndes Selbstwertgefühl ist.
    Solange das Bestand hat wird sich bei Dir nicht viel ändern. Ob Du zur Stärkung des Selbstwertgefühls nun professionelle Hilfe brauchst oder nicht vermag ich nicht zu beurteilen.
    Ich persönlich wurde Sie annehmen. Und wenn es eine Weile dauert bis man einen Therapieplatz hat ist das auch nicht tragisch. Oder kommt es nach 18 Jahren jetzt auf ein paar Monate an. Es kann ja im Prinzip nur besser werden.
    Du verstehst es auf beeindruckende Weise alles Dich betreffende schlecht zu reden. Das ist schade.
    Zum Beispiel das Du dick bist. Eine gute Freundin von mir wiegt ca 150 kg bei 165 cm und ist somit nicht gerade magersüchtig.
    Diese Frau ist wunderschön, weil Sie eine derartige Lebensfreude ausstrahlt, voller Humor ist und immer den Schalk im Nacken hat.
    Ich finde Charakter hat sehr viel mit Schönheit zu tun.
    Eine Beziehung kann im übrigen oftmal problematischer sein als keine Beziehung, gerade wenn man von Selbstzweifeln geplagt ist.
    Denn wenn die Beziehung zu Ende ist, reisst es einen noch tiefer runter.
    Man sollte erstmal selbst seinen Platz im Leben finden, der Rest kommt dann schon.

    Ich bin in Deinem Alter gerade bei der Bundeswehr rausgeflogen und wurde von meinen Eltern vor die Tür gesetzt.
    Es folgten 12 richtig beschissene Jahre, ohne Ausbildung, mit ätzenden Aushilfsjobs und ständig wechselnden Beziehungen. Ein Reinfall nach dem anderen.Das war die Kurzform, der Rest würde Bücher füllen.
    Mit Anfang 30 habe ich dann irgendwann die Kurve gekriegt, manchmal dauert es eben etwas länger.
    Das einzige was ich nie gemacht habe - Mich selbst aufgegeben!
    Mehr gerne in einem nichtöffentlichen Bereich.

    Es wird Dir zwar nicht helfen aber immerhin siehst Du ( auch Anhand der anderen Posts ), das Du mit Deiner Problematik nicht alleine bist.

    Gruß
    Lucky

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 34

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    @Lucky Strike:

    So lange könnte ich NIEMALS aushalten. Eher würde ich mich vor den Zug werfen!
    Wieso hast du denn nicht aufgegeben?

    Das mit der Beziehung ist halt so eine Sache.
    Ich liege meist mit meinen "Bauchgefühlsberechnungen " richtig, egal ob es um mich oder um andere geht.
    Tja, ich bin mir sehr sicher, ohnehin nie eine Beziehung zu haben. Von daher ist dieser Punkt eh Banane.

    Wenn Charakter sehr viel mit Schönheit zu tun hat, dann bin ich definitiv DAS hässliche Entlein, welches niemals zum Schwan wird.

    Du verstehst es auf beeindruckende Weise alles Dich betreffende schlecht zu reden. Das ist schade.
    Stimmt. Aber immer noch besser, als andere für mein Versagen niederzureden...

  7. #27
    Karisa

    Gast

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Hallo Woodpecker,
    der Begriff "Bauchgefühlsberechnungen " ist widersprüchlich in sich.
    Was möchtest Du damit zum Ausdruck bringen?




  8. #28
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Woodpecker schreibt:
    Schön, dass ihr mir immer noch schreibt.

    Ich habe einen Freund(oder jetzt wohl eher nicht mehr, seit ich meinem Freundeskreis Bye-Bye gesagt habe), der ADHS hat.
    Er wurde von seiner Mutter geschlagen, hatte starke Probleme daheim.

    Er hat sich mit Zeitarbeitsfirmen rumschlagen müssen, war notgedrungen auf einer Asozialen Schule, hatte mit Vorurteilen zu kämpfen, etc...
    Er hat sich jetzt eine eigene Wohnung gemietet, hat eine Ausbildung bei der Bundeswehr und auch sonst geht es in seinem Leben den Berg hoch.
    nun ja, jeder Mensch ist unterschiedlich.
    Du muss sich nicht in die Zeitarbeitsfirma für 8,50 versklaven lassen. Ist auch Scheiss-Lösung, von solchen billigen und willigen lebt doch diese Scheisssystem.
    Versuch doch mit den 2. Arbeitsmarkt, in den Projekten für die psychisch Kranke, anzufangen. Hast Tagesstruktur, lernst nette Leute kennen und bekommst Unterstützung für die Bewerbungen.

    Wegen lebensunfähigkeit.
    Ich habe ADS, war aber lebensunfähig aus anderen Grund: meine zu behütete Kindheit. Ich bin volljährig geworden, bekam immer noch alles von meinen Eltern bereit gestellt, musste nur brav lernen. Also habe ich gedacht, okay, normal bin ich eh nicht, also haue ich auf die Kagge: Feiern, Kiffen, Pillen/Pappen fressen u.s.w.
    Und als ich ausgezogen bin, landete ich promt auf die Fresse: Exmatrikuliert, Schulden, Bude weg. Dann griff ich zu härteren, dachte wohl, ist eh alles vorbei, dann eben lieber mit Karacho absturzen. Hatte den bekloppte Gefühl "Es wird schon nicht passieren" "ich komme ja raus"

    Mir hat es sehr geholfen, dass ich in einen fremden Stadt gezogen bin, weg von meinen Eltern. Die Gewisheit, dass mir keiner helfen kann, außer mich und dass wenn ich nicht aufpasse, lande ich richtig in die Gosse, machte mich überlebensfähig wie eine Ratte.
    Bin zu Beratungsstelle gegangen, in Betreuten Wohnen gelebt und erste mal in meinem Leben mich an die Regel gehalten.

    Natürlich merke ich ADS, ich hätte sonst viel mehr beruflich erreicht, nicht so oft ausgerastet und meine Bude wäre keine Messie-Bude.

    Aber lebensfähig bin ich schon, habe doch überlebt.
    Vielen anderen, die ich kannte, sit diese Glück nicht gegöhnt worden.

    Bin zwar nicht besonders praktisch veranlagt, aber das sind viele meine Familienmidglieder auch. Liegt wohl an Prägung und nicht an ADS.

  9. #29
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 34

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    @Karisa:

    Die "Bauchgefühlsberechnungen "?
    Damit meine ich einfach mein Bauchgefühl.

    Tatsächlich habe ich schon seit ich ganz klein war immer das Gefühl gehabt,
    ich würde niemals normal jeden Tag zur Arbeit gehen können.

    Glaubt man mir nicht?
    Nun vielleicht liegt es daran, dass ich aus einer Familie mit hoher Arbeitslosigkeit stamme.
    Aus meinen Geschwistern ist aber dann doch was geworden.
    Ich würde sie aber auch nicht als die besten Beispiele beschreiben, bei aller Liebe!

    Nunja...
    Dieses Bauchgefühl sagt mir manchmal auch, ob Dinge klappen oder nicht.
    In Punkto Beziehung sagt es: NIE-MALS!

    Ich soll nicht auf mein Bauchgefühl hören, sondern mir meine eigene Zukunft definieren?
    Das können nur Sieger-Typen. Und das bin ich ganz bestimmt nicht...

    Wer von euch verlässt sich denn nicht mal auf das Bauchgefühl?
    Ich will nicht alles auf ADS abschieben, aber ich glaube, wir alle verlassen uns eher noch auf den Bauch als die meisten anderen oder?
    Und meine "rationale Denkweise" filtert das Bauchgefühl ja auch.
    Rational gesehen stehen meine Chancen auf eine Beziehung sehr schlecht, besonders weil ich eh keine will, solange es mir nicht besser geht.

    Daher ist es eigentlich auch Banane, dass Thema "Beziehung" hier mit einzubeziehen.
    Mein Fehler, tut mir leid.

    @Felis:
    Du hast natürlich völlig recht!
    Assi-Firmen sind der letzte Dreck!
    Und dieses System erlabt sich an den ausgebeuteten Arbeitskräften.

    Gerade deshalb ist es ja auch so erstaunlich, dass mein Kumpel das mit ADHS geschafft hat!
    Und umso deprimierender für mich, dass ich so etwas niemals schaffen würde...

    Die Sache mit dem 2.Arbeitsmarkt ist auch die:
    Nehmen wir an, ich komme z.b. in eine Lernbehindertenwerkstatt mit Betreuern und mache dort eine "2.Arbeitsmarkt-Ausbildung".
    Dann würde mir all mein Schaffen dort schrecklich sinnlos vorkommen.

    Wenn es keine Menschen mit Lernbehinderung zu betreuen gäbe, dann könnte man diese Arbeitsplätze an anderen sozialen Stellen nutzen, wo sie eigentlich eher gebraucht werden würden.
    Nun gibt es aber diese Menschen. Und ich empfinde sie(also auch mich) als Belastung für die Gesellschaft.
    Das mag bei anderen Lernbehinderten eine andere Sache sein, denn viele dieser Leute gehen dafür im Privatleben auf und sind dann für ihre Lieben unschätzbar.
    Aber ich nicht. Ich scheitere an meinem Privatleben genau so!

    Ziemlich krasser Gedanke oder?
    Damit verteufele ich alle Lernbehinderten, die gerade so ihre Arbeit hinbekommen und nicht noch an anderer Stelle nutzen haben.

    Ich sage ja: Wenn der Charakter viel mit Schönheit zu tun hat, dann bin ich garantiert hässlich bis auf's Mark!

  10. #30
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADS = Lebensunfähig? Meine Verzweifelungen suchen eure Erfahrungen!

    Du lügst dir aber schon bewusst oder unbewusst selber in die Tasche. Du hältst das Schild ganz hoch, wo du der armen Gesellschaft nicht zu Lasten fallen willst, tust aber nicht mal kleine Schritte um etwas für die Gesellschaft zu tun. Selbst wenn du in einer Behindertenwerkstatt bist, verübst du Tätigkeiten, die die Gesellschaft entlasten, weil du dafür Geld und somit weniger vom Staat bekommst. Das selbe gilt für Teilzeitarbeit oder Geringverdiener. Selbst wenn du ein Ehrenamt ausführst hilfst du in diesem Bereich der Gesellschaft und im speziellen den Menschen dort wo du arbeitest.

    Nun sollst und kannst du sicher nicht sofort loslegen, das verstehe ich absolut. Aber du kannst einiges dafür tun, das du irgendwann mal die Kraft dafür hast. Du bist noch soooo jung und kannst so viele kleine Dinge in deinem Leben tun, die teils vielen der Gesellschaft helfen.

    Und Arbeit oder Beschäftigung und somit Sozialkontakte sind einer der Grundpfeiler gegen Depressionen, die deine Gedanken derzeit beherrschen. Aber man muss natürlich auch dafür etwas tun, und da raus wollen.


    Nein.... du bist kein Überflieger...... das sind die aller wenigsten, aber du bist mit Sicherheit für einige Leute was Besonderes, und wenn du deine Trauerkloß-Haltung irgendwann mal ablegen kannst und aus deinem dunklen Schneckenloch in die Welt gehst, dann wirst du auch mehr Menschen treffen, und das erhöht enorm die Wahrscheinlichkeit, das du für weitere etwas besonderes wirst. Der Sinn des Lebens ist nicht die Anerkennung von anderen, den Sinn kannst du nur dir selbst geben. Um überhaupt mal über den Tellerrand zu gucken und nach weiteren Optionen ausser der des Überfliegers zu suchen, würde ich echt eine Therapie empfehlen.

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